Dez 2009

Erleuchtert

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Tom Mellett: Christmas Mood


Auf dieser Seite kannst du die Versen des Seelenkalenders paarweise nach ihren jeweiligen Polaritäten sortiert sehen. Wie läuft diese Polarität?

   St.John's ---------->  12- 13
                                 9     15 <------(polar verse)
                                6       19
                                  3    23
       Easter------------> 1- 26 <------ Michaelmas
                                 27 - 52
                                29     49
                               32       45
                                34     42
  Christmas----------> 38- 39
                (this week's verse)

Es gibt eine gleichzeitige Vorwärtsbewegung und Rückwärtsbewegung. Z.B. bewegen Die Verse  1,2,3 . . .  während die entsprechenden Polarvers laufen in Reihenfolge 52,51,50 . . .   Um die Nummer zu rechnen, summiert sich jeder Vers mit seinem Polarvers zu 53.
 
Z.B. Im Weihnachtsvers 38 ist der Polarvers 15.  Im folgenden stelle ich die Verse nebeneinander.

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The girl with shining eyes


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Steuergeschenke und andere Unverschämtheiten

Die FAZ berichtete am 19.12. in ihrem Wirtschaftsteil von allerlei deutschen Seltsamkeiten- vorneweg von der Zustimmung des Bundesrats zum „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“- ein Begriff, der dieser Regierung ewig anhängen wird. Von „vergifteten Geschenken zu Weihnachten“ spricht die SPD, von reiner Klientelpolitik Andere. Wolfgang Schäuble dagegen schwärmt davon, dass die Steuervergünstigungen für Hoteliers „Wachstumsimpulse“ in der Krise brächten, Arbeitsplätze erhielten, usw. Holger Stetzner dagegen schreibt auf der gleichen Seite von der Seltsamkeit, dass der Gesetzgeber wohl „zu scherzen“ beliebe, „wenn er auf dem Deckblatt eines Gesetzes das Gegenteil vom Inhalt schreibt“. In diesem Fall handle es sich um ein Gesetz zur Beschleunigung der Verschuldung. Aber das kennen wir schon. Denn auch das „Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung“ sorge für „weniger Wettbewerb im Gesundheitswesen“. Insgesamt arbeite man emsig an der „Kreditblase Teil II“.

Immerhin hat sich ein Staat -Großbritannien- durch eine einmalige steuerliche Abgabe auf hohe Boni von Bankern bereit gemacht, neuen spekulativen Blasen in der Folge der Krise entgegen zu wirken. In einem Interview mit der „Financial Times“ hat sich nun Josef Ackermann höchst persönlich dazu geäußert, nämlich in dem Sinne, die Deutsche Bank werde dieses Gesetz unterlaufen: Die „zusätzlichen Kosten aus der Sondersteuer“ würden auf die Gesamtbank umgelegt; „Wir werden das ganz klar globalisieren.“

Man schätzt, dass es sich bei den vom britischen Staat einbehaltenen Summen um bis zu 100 Millionen Pfund handelt. Nun ist das gerade mal eine einmalige Erhebung, nicht eine grundsätzliche Maßnahme gegen kurzfristige spekulative Geschäfte. Daher erstaunt die massive Intervention Ackermanns, die immerhin dem Unterlaufen einer staatlichen Steuerungsmaßnahme gleich kommt. Nicht nur die Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen global nach Ackermann für die Boni ihrer Vorgesetzten bluten- „auch die Aktionäre“ sollen „in Form einer geringeren Dividende dafür einstehen müssen“. Ackermann bestätigt mit seiner unverschämten Ankündigung aufs schönste, was der Boulevard über diese anarchische Art der Blasenwirtschaft denkt. Selbst halbherzige Versuche der staatlichen Steuerung prallen hier auf die gleiche Mentalität, die schon in der letzten Krise Anleger und Arbeitnehmer auf der ganzen Welt geschröpft hat. Die staatlichen Instrumente scheinen komplett zu versagen. (FAZ Nr. 295, Seite 11. „Deutsche Bank will Last der Boni-Steuer mindern“)
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Weihnachten



„Im Winter aber, wenn die Schneedecke sich über die Erde breitet, wenn die vegetative Tätigkeit schlummert, da wissen wir, dass die höchsten göttlichen Wesenheiten, die da schaffend, wirkend, webend sind im kosmischen All, dass diese um uns sind, dass das höchste göttliche Leben, göttliches Bewusstsein in der Erde wirkt. So ist es, wenn es Winter ist, nicht, wenn es Sommer ist. Daher hat jenes alte Bewusstsein überall, wo es tätig sein konnte, jenes Fest, das andeuten soll, dass der Mensch sich vereinigt fühlt mit dem Geistigen der Erde, das Weihnachtsfest, in die Mitte des Winters gelegt.“

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Rudolf Steiner, GA 143, Seite157f
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Wohin geht der Blick?


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Grüsse vom Großen Hüter

In einer privaten Email hat Hermann Keimeyer mich vor drei Wochen gefragt: „Wollen Sie auch darüber Witze machen?“. Denn immerhin geht es inhaltlich um die „Sonnenaura der 12 Christusmächte um und in unserer Mutter Erde.“ Leider muss ich als Entgegnung auf die Frage gestehen: Ja, ich will.

Zu Beginn möchte Hermann Keimeyer uns zunächst seine komplizierten privaten Verhältnisse erläutern, indem er darlegt: „Eine Eingebung des Großen Hüters an den Schreiber Hermann Keimeyer, gewidmet seinem neuen Dual., jetzt seit 2009 ist seine Ehefrau Irene, seine "Neue Dualseele" - man kann mehrere " Neue Dualseelen" haben, und wenn sie eine solche sein will, kann dies auch Gudrun Gundersen, werden - die mit vielen Beiträgen in den Webseiten hier vertreten ist .- Dualseelenschaft bedeutet nach Goethe einfach Seelenverwandtschaft.“

Ach so. Das ist praktisch, wenn man mehrere Dualseelen um sich versammeln kann, vor allem wenn es sich um Ehefrau und Freundin handeln sollte. Würde ich meine Frau als „Dualfrau“ bezeichnen, würde sie das verständlicherweise mit Misstrauen erfüllen. Aber insgesamt ein geschickter Schachzug von Herrn Keimeyer, um dem zu erwartenden Ärger halbwegs aus dem Weg zu gehen.

Nach diesem Präludium geht Herr Keimeyer gleich auf alle drei Widersachermächte ein, nämlich „des Teufels, des Satans und des zweihörnigen Tieres - die alles vernichten wollen..“ Offensichtlich sind es diese Widersachermächte, die Herrn Keimeyers private Verhältnisse unterminieren wollen. Er aber versichert sich, damit alles gut geht, gleich der 12-fachen Christuskraft: „Verbinde Dich mit Deinem Neuen Dual in geistiger Arbeit und Meditation und sei Dir bewußt, und das gilt für alle Menschen, daß wir, die 12 Christuswesen, rund um und in dieser unserer Mutter Erde - im Zusammenwirken mit den im Dreifaltigkeitsartikel hier , erwähnten Milliarden und aber Milliarden mikro - und makrokosmischen Engel - Götter - Wesen, von Angeloi bis Seraphim , Sonnenauren riesigen Ausmaßes geschaffen haben, Auren, die n u r durch übersinnliche Wahrnehmung erkennbar sind , die aber bei jeder Meditation michaelischer Art auch im übersinnlichen Herzen gefühlt werden können (...), damit auch diese unsere Mutter Erde einmal Sonne werden kann.“ (Aus Erbarmen für unsere Leser habe ich etwa die Hälfte gekürzt)

Im weiteren Verlauf erläutert Herr Keimeyer weitschweifig, „daß wir also von unten aus den Erdentiefen dauernd mit Licht - Wärme - Lebens - Kräften bestrahlt werden“, was wir gerne zur Kenntnis nehmen, auch wenn uns diese „Grosse Sonnen - Geistes - Licht - Wärme - Farben - Tönende - Leben - Spendende - Auren“ bisher nicht bekannt waren. Herr Keimeyer, nach eigenem Bekunden „einer der geringsten Schüler der weißen Meister“, hat eine Reihe prominenter Fürsprecher, z.B. „Meister Jesus ( identisch mit Rudolf Steiner), Chr.Rosenkreuz, Maria unter dem Kreuz (identisch mit Marie Steiner, ihr Mysterienname ist Maria Logos)“, aber auch „Gautama Buddha, und Melchisedek (dem Führer des Sonnenorakels der Alten Atlantis, dem Begründer der Gralsmysterien, und der Tafelrunde von König Athurs) , weiter mit dem Ur - Michael, und dem Throne Christus“. Dagegen kommen wir natürlich nicht an, denn wir haben als Referenzen eigentlich überhaupt niemanden.

Dafür haben wir aber immerhin eine aktuelle Postkarte von Doktor Steiner erhalten, die wir Herrn Keimeyer und unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:

Natürlich kommen unsere empfangenen Botschaften nicht so an wie „diese Imagination begleitende kosmischen Intuition“ Herrn Keimeyers. Aber wir müssen ja auch nicht die tobenden Dualseelen Irene und Gudrun beruhigen.
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Schöne Weinnachten



Sehen wir den Tatsachen gelassen ins Auge. Der spirituelle Höhepunkt des Jahres steht vor der Tür, und das nicht erst seit 2000 Jahren, und erst recht nicht erst seit Steiner. Nein, die Menschheit treibt das seit der letzten Eiszeit, mindestens. Aber es gibt natürlich unterschiedliche Schwerpunkte. Während die Spiritualisten sich auf zwölf Heilige Nächte einstellen, konzentrieren sich Andere auf Unwägbarkeiten beim Apres Ski in den Alpen. Manche gehen einem Purgatorium entgegen, wieder einmal die gesamte Familie auf engem Raum konzentriert ertragen und gute Miene zu scheußlichen Geschenken machen zu müssen. Angehörige der Christengemeinschaft werden in der Heiligen Nacht drei Menschenweihehandlungen schwitzend, von Weihrauch umnebelt, im zwickenden Sakko ertragen müssen. Menschen mit Patchwork- Familie werden sich wieder fragen, wie sie zu dieser Verwandtschaft gekommen sind. Einsame fühlen sich in diesen Tagen einsam wie sonst nie. Viele, die es sich leisten können, fahren an die holländische Küste, nach Thailand oder auf die Malediven, um möglichst wenig vom Weihnachtsgeist berührt zu werden. Für die, die unter 25 sind, steht nach der Bescherung eine lange Partynacht in der Altstadt vor der Tür. Und vor der letzten Bude auf dem Weihnachtsmarkt, die noch offen hat, kann man sich mit Glühwein und fetter Wurst einen üblen Rausch antrinken, freundlich beobachtet von der bizarren Gestalt eines dicken Weihnachtsmanns. Oder man muss den Abend schweigend auf dem Sofa sitzend ertragen, weil Papa seinen neuen 40-Zoll-HDTV- TFT- Bildschirm mit „Ice Age 3““ vorführen möchte.
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Weihnachten kann ziemlich furchtbar sein.
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Das Unsterbliche


„Der Mensch lebt zwar zwischen Geburt und Tod durchaus in dem, was in ihm sterblich ist, was in seinem Wesen vergänglich ist. Und man möchte sagen: nur leise und intim tritt auf dasjenige, was im Menschenwesen unsterblich ist, tritt der unsterbliche Teil zutage.

Ja, man kann sagen, so leise und intim tritt dieses Unsterbliche auf, dass im gewöhnlichen Leben die menschliche Seele nicht die Kraft, die Ausdauer, vor allen Dingen aber nicht in einem höheren Sinne entwickelte Aufmerksamkeit genug hat, um zu beobachten, was sich da intim und leise als das Unsterbliche in ihr ankündigt.“

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Rudolf Steiner, GA 64, Seite 259
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Hans-Peter Dieckmann: Erkenntnis und Selbstbestimmung



Gewöhnlich kommen wir denkend zu Erkenntnissen, aus reinem Nachdenken mit oder ohne Beobachtungsbezug. Sollte man meinen, oder? Ich finde zumindest, das wäre angebracht, denn wir wissen ja was für Urteile entstehen, wenn wir uns durch Emotionen oder zum Beispiel Begehren beeinflussen oder regelrecht hinreißen lassen. Denkend orientiert man sich mehr am Thema und bleibt beweglicher, eben weil man das Thema in den Mittelpunkt stellt und nicht sich selbst mit seinen Vorlieben. Dabei verstehe ich unter Denken noch kein meditatives Denken, sondern einfach ein alltägliches Denken, bei dem es um sachliche Klärungen geht. Selbst wenn dieses Denken keine spirituellen Erkenntnisse berücksichtigt, betätigt es sich bereits im übersubjektiven Geist und kommt ihnen damit entgegen. Zu Änderungen des Verhaltens führen seine Erkenntnisse allerdings nur, wenn sie durch Fühlen und Wollen eine genügende Zustimmung erfahren, die beim Streben nach Objektivität aber schon auf die Bereitschaft gestimmt sind, Erkenntnisse in Taten umzusetzen.

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Ich hatte einen Traum..

Ich hatte einen Traum.. Ich wollte mich selbst erkennen.. und ich erkannte mich.

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Die zerstreuten Fäden des Bewusstseins



„Folglich ist die einzige Lösung, dass man das Schweigen des Geistes dort übt, wo es scheinbar am schwierigsten ist, also auf der Straße, in der Untergrundbahn, bei der Arbeit und überall.
Anstatt viermal am Tag wie ein gehetztes Wild über den Bahnhofsvorplatz zu jagen, kann man ihn viermal bewusst überqueren wie ein Sucher.Anstatt recht und schlecht in den Tag hinein zu leben und sich in einer Unmenge von Gedanken zu verausgaben, die nicht nur jedes Reizes entbehren, sondern zermürbend wie ein Presslufthammer sind, sammelt man die zerstreuten Fäden seines Bewusstseins und arbeitet - arbeitet an sich selbst - in jedem Augenblick; und das Leben beginnt, ganz außerordentlich interessant zu werden, denn die kleinsten und bedeutungslosesten Umstände werden zu Gelegenheiten, einen Sieg zu erringen - wir sind ausgerichtet, wir steuern auf ein Ziel zu anstatt ins Blaue.

Denn das Anliegen des Yogas ist nicht etwas zu tun, sondern etwas zu sein.“

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Satprem, Sri Aurobindo oder das Abenteuer des Bewusstseins, S. 32
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Regina Reinsperger: "Ralf Sonnenberg (Hrsg.): Anthroposophie und Judentum"

Unter diesem Titel erscheint in den nächsten Tagen ein 160 Seiten Band in der Schriftenreihe „Kontext“ des info 3 Verlages mit Beiträgen diverser Autoren. Herausgeber ist Ralf Sonnenberg, von dem bereits ein profunder, ausgewogener und sachlicher Beitrag auf den Egoisten-Seiten zu finden ist (siehe unter Autoren).

Sonnenberg, geb. 1968, war von 2001 bis 2007 Mitglied der Redaktion der anthroposophischen Kulturzeitschrift „Die Drei“. Er ist studierter Historiker und Religionswissenschaftler und lebt heute in Berlin. Seine Kompetenz in dem schwierigen und heiklen Thema hat er bereits mit einem Beitrag in dem führenden deutschsprachigen Publikationsorgan des Zentrums für Antisemitismusforschung bewiesen. Im „Jahrbuch für Antisemitismusforschung“ das von Professor Wolfgang Benz herausgegeben wird, erschien 2003 ein Beitrag von Ralf Sonnenberg, der jetzt von ihm überarbeitet und unter der Überschrift „…ein Fehler der Weltgeschichte? – Rudolf Steiners Sicht des Judentums zwischen spiritueller Würdigung und Assimilationserwartung“ in das Buch aufgenommen wurde.

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Solche & solche

Seit Rudolf Steiners Lebzeiten besteht eine der liebsten Beschäftigungen von Anthroposophen darin, sich oder Andere bestimmten Strömungen zuzurechnen. Steiner selbst hat das zum Zwecke der Selbsterkenntnis, eines gedeihlichen, verständnisvollen Zusammenwirkens und einer Integration spezieller Richtungen höchstselbst angeregt. Auch das hat nicht geklappt. Auch Florin Lowndes („Die Belebung des Herzchakras“) hat das vor kurzem wieder versucht. Seine Bücher und Kurse gehören sicherlich zu dem Intimeren, was man in anthroposophischen Kreisen studieren kann. Man sollte sich nicht von seinem Hang zu tabellarischen Auflistungen und einer Systematisierung des Schulungsweges abhalten lassen. Seine Bemühungen (auf die ich gern hier noch eingehen werde), sind substanziell; die Verbindungen, die er erschafft - etwa zwischen den Figuren des Agrippa, eurythmischen Stellungen, Mantren- Zeilen, klassischen Chakren und „Nebenübungen“ Steiners- können, wenn man ihnen folgt, ganz neue Einblicke ergeben, vor allem für die meditative Arbeit. Ich weiss nicht, ob Lowndes bewusst ist, dass auch seine Kurse von manchen Teilnehmern wieder mit albernen exklusiven Wohlfühlschaudern bedacht werden- aber das ist nun einmal die anthroposophische Krankheit, alles mögliche mit Bedeutsamkeit und Exklusivität aufzuladen statt einfach zu arbeiten. Ich möchte das auch nicht verallgemeinern, aber es ist eben ein klassisches Problem.

Lowndes selbst unterscheidet zwischen zwei anthroposophischen Strömungen. Die erste führt über das Studium der „Mitteilungen der Geisteswissenschaft“- also über das esoterische Werk Steiners- als „ein durchaus sicherer“ (Steiner, GA 13) allmählich „in das sinnlichkeitsfreie Denken“ (dito). Es besteht also bei diesem Studium die Gewähr, dass diese Wege quasi schon gegangen worden sind. Lowndes scheut sich nicht, dafür Begriffe wie „Nachahmen“ und „Gewöhnen“ zu verwenden: „Wenn er auch die Beobachtungen in der geistigen Welt nicht selbst gemacht hat- das hat der Verfasser der Mitteilungen getan-, gelangt er durch diese nachahmende Denktätigkeit doch tatsächlich in das sinnlichkeitsfreie Denken.“ (Lowndes, S. 188). Der Weg zum eigenen Schöpfertum ist allerdings, wie man in den letzten hundert Jahren beobachten konnte, mit unselbständigen, traditionellen und wortgläubigen Jüngern gepflastert, die rechthaberisch ihre Standpunkte und Verortungen verteidigen. Es ist offensichtlich schwer, sich in der Masse und Wucht des Steinerschen Gesamtwerks frei zu schwimmen. Die Gefahr ist groß, dass der Jünger an den bloßen Inhalten kleben bleibt und die schöpferische „Kraft des Geistes“ (Lowndes, S. 189) lediglich postuliert.

Der zweite Weg verzichtet auf das so gemeinte „Studium“ und nimmt sich lediglich die „Philosophie der Freiheit“ vor. Über seine frühen philosophischen Schriften hat Steiner selbst bemerkt, dass, wer diese „auf seine ganze Seele wirken lässt, der steht schon in der geistigen Welt“. Diese schwierigen Werke waren in diesem Sinne für Steiner „ein sehr wichtiges Erziehungsmittel“ (GA 350). Man kann von einer unmittelbaren Erziehung des Willens im Denken dabei sprechen, von einem notwendigen Plastischwerden, was über die strenge Logik unmittelbar „das ätherische Denken“ (Lowndes, S. 193) schult: „Dieses Denken ist zugleich Wille; es ist zugleich willenshaftes Denken und denkender Wille“ (dito). Als Vertreter dieses zweiten, moderneren Weges könnte man zum Beispiel Georg Kühlewind und den späten (nach seiner politisch anrüchigen Lebensphase) Massimo Scaligero nennen. Es ist ein Irrtum zu glauben, dieser zweite Weg sei lediglich abstrakt und intellektuell. Das ist er nur, wenn es schief läuft. Wenn er in der Strenge des verwirklichten Denkwillens an neue Erfahrungen heran rührt, wird der Übende tiefere Felder und Ebenen des Seins erfahren:

„Die Logik des Denkens, das denkt, führt- in vollständiger Erfahrung- zur Intuition der Zeitlosigkeit und Körperlosigkeit des Denkens; d.h. zum lebenden Denken: eine Intuition, die jedoch nur ein Aufblitzen des lebenden Denkens ist, noch nicht sein Sein. Denn sein wirkliches Sein ist der Logos selbst. Von ihm geht es aus, ihm ist es im Verborgenen zugewandt: der immer bereit ist, sich dem Denken zu übergeben und in ihm - mit seiner Kraft, seiner Einheit, seiner ewigen Gegenwart- anwesend zu sein.“ (Massimo Scaligero, „Traktat über das lebende Denken. Ein Weg zur Überwindung der abendländischen Philosophien, des Yoga und des Zen“, S. 20)
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Regina Reinsperger: Assoziationen zu Norbert Kricke

Wer von uns Normalbürgern kennt heute noch den Bildhauer Norbert Kricke (1922 – 1984)? Für die Fachwelt zählt er jedoch zu den bedeutendsten, abstrakten Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Düsseldorfer erinnern sich vielleicht an die große Retrospektive 2006 im Ehrenhof und kennen auch seine bekannte Plastik „Große Mannesmann“ vor dem Vodafone-Hochhaus am Rheinufer. Kricke lebte und arbeitete in Düsseldorf. Er gehörte zur künstlerischen Avantgarde der 50er Jahre, in denen er international bekannt und seine Arbeiten mit Preisen geehrt wurden. 1959 arbeitete er ein zusammen mit dem Architekten Walter Gropius an einem Projekt in Bagdad. Kricke nahm 1959 an der Documenta II und 1964 an der Documenta III in Kassel teil und ebenfalls 1964 an der Biennale in Venedig. Daraufhin wurde er endlich auch in seiner Heimatstadt anerkannt und im Jahre 1964 zum Professor der Kunstakademie Düsseldorf berufen, deren Direktor er von 1972-1981 war. In sein Direktorat fiel die Auseinandersetzung der Professoren Kunstakademie mit Joseph Beuys, die zur Entlassung Beuys durch den damaligen NRW-Kultusminister und späteren Ministerpräsidenten des Landes NRW Johannes Rau führte.

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Wuff


Im aktuellen Prospekt der Tiernahrungskette „Fressnapf“ wird zurecht für das Recht unserer Vierbeiner auf „Tierisches Weihnachtsglück“ plädiert. Auf dem Titelbild wird bereits mit einer Katze geworben, die sich sichtbar darüber freut, dass dieses Jahr Plätzchen in Mäuseform gebacken werden (wahrscheinlich mit Fischmehlgeschmack). Aber auch der Hund, der - falls ich richtig sehe- zum Fest eine Smokingfliege trägt (aber keinen Smoking dazu), schaut recht erwartungsfroh. Was gibts denn? Na, zum Beispiel links einen „Loungesessel“ für den gepflegten Hund, im Sonderangebot. Oder „Interaktives Hunde- Spielzeug“, das fatal an die quäkenden Geräte erinnert, mit denen eher schlicht gestrickte Eltern vor ein paar Jahren ihre Kleinkinder malträtierten. Falls der Hund noch nicht in dem gleichen Maß verstört sein sollte wie die Kleinen, kann man das hiermit nachholen.

Für den Weihnachtsbaum (rechts) empfiehlt sich das „Weihnachtskugel- Set, 4-teilig“, auf denen in Gold lauter Gesichter von Hunden prangen. Solange der Vorrat reicht! Tatsächlich findet sich weiter unten die vermutete „Festtagsfliege“ „aus hochwertigem Samtstoff (100% Polyester).“ Als Geschenk ist zu empfehlen das „Hundespielzeug“, das in Kükenform, als dicke Kuh oder Stern daher kommt- je nach individuellem Geschmacks Ihres Hundes. Für einen gelungenen Weihnachtsabend wäre jedenfalls gesorgt.

Ich finde ja, so viel Anteilnahme und Grosszügigkeit den Hunden gegenüber setzt diese auch einem gewissen Stress aus. Was könnte ein gepflegter Hund zurück schenken? Vielleicht Skat spielen oder Mundharmonika blasen. Im anthroposophischen Herrchenhaus könnte der Hund vielleicht die Bhagawadgita studieren. Eine schöne Adventszeit für alle Hunde, die hier mitlesen..
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Dornach im Nebel

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