Nationalsozialismus
Bundesamt für Verfassungsschutz mauert in Bezug auf Klaus Barbie
31.Jan.2012 18:05 Uhr

Wir hatten ja schon in der Vergangenheit bei verschiedenen Gelegenheiten über die aktuellen Recherchen zum Nazi- Verbrecher Klaus Barbie geschrieben- insbesondere auch über die Arbeit des Historikers Peter Hammerschmidt. Nun ist heute bei der TAZ ein neuer Artikel von Hammerschmidt über den Verlauf seiner Recherchen - insbesondere in Bezug auf das Bundesamt für Verfassungsschutz - erschienen. Kurz gesagt, die meisten Zusagen des Amtes sind nicht eingehalten worden. Entgegen allem Anschein und öffentlichen Ankündigungen durch Nachrichtendienstet wird nun, da die Affäre aus den Schlagzeilen heraus ist, so massiv gemauert wie nur möglich.
Zunächst gibt es Schikanen in Bezug auf die Journalisten und Historiker selbst: „So müssen sich die Bochumer Forscher bei der Aufarbeitung der Geschichte des BfV zunächst einer "erweiterten Sicherheitsüberprüfung mit Sicherheitsermittlungen" gemäß § 10, 12 Sicherheitsüberwachungsgesetz unterziehen. Dazu gehört die Befragung von Referenzpersonen ("Bürgen") durch den Verfassungsschutz. Dabei interessiert sich der Geheimdienst nicht nur für Familienstand, Geschwister und Freunde, sondern auch für die Finanzsituation naher Angehöriger, für Freizeitgestaltung und Auslandsreisen der Wissenschaftler.“ (Zitate aus dem TAZ- Artikel)
Aber selbst wenn diese Hürden überwunden werden sollten, wird keine generelle Akteneinsicht gewährt, allenfalls in Einzelfällen: „Diese Frage schien auch das Amt beschäftigt zu haben: Auf Basis einer weiteren Intervention ließ sich der Nachrichtendienst Mitte Oktober 2011 dazu bewegen, doch eine entsprechende Einzelprüfung durchzuführen. Das Ergebnis: "Anlässlich Ihrer erneuten Anfrage wurde eine überschlägige Sachverhaltsprüfung zum relevanten Aktenbestand vorgenommen. Im Ergebnis dieser Prüfung ist eine Offenlegung der - tatsächlich im BfV vorhandenen und grundsätzlich für eine Abgabe an das Bundesarchiv vorgesehenen - Gesamtakte zu Barbie in absehbarer Zeit aus Sicherheitsgründen leider nicht möglich."
Halten wir fest: Der Verfassungsschutz, dem "die transparente Aufarbeitung" der eigenen Geschichte nach eigenen Angaben ein "besonderes Anliegen" ist, verweigert aus nicht näher definierten "Sicherheitsgründen" die Freigabe der im eigenen Archiv definitiv vorhandenen Akte über den "Schlächter von Lyon", Klaus Barbie.“ (dito)
Die konkreten Gründe für die Behinderungen bleiben unklar. Peter Hammerschmidt vermutet, dass es in den Akten weitere Hinweise auf die Zusammenarbeit deutscher Geheimdienste mit Nationalsozialisten gegeben haben könnte: „Bleibt ein möglicher Schaden für das Ansehen der Bundesrepublik durch eine wissenschaftliche Aufarbeitung: Da erhebt sich die Frage, welche "Leichen" im Keller der "Schützer unserer Verfassung" denn noch liegen mögen - Leichen, die nicht wegen der inzwischen wohlfeilen Bekenntnisse zu NS-Kontinuitäten unter Verschluss gehalten werden, sondern wegen der Rolle des BfV in der Adenauer-Republik.“ (dito)
Der frühere Optimismus Hammerschmidts, der sich auch im ersten hier publizierten Interview ausdrückte, ist also deutlich geschwunden. Richtig erstaunt ist man nicht wirklich.
Comments
Dokumentation über den Prozess gegen Klaus Barbie
24.Sep.2011 21:15 Uhr
Von Arte ist (zunächst auf französisch) eine Dokumentation über den Prozess gegen Klaus Barbie erschienen. Auf der französischen Website wird für die DVD geworben. Dabei wird auch der Historiker Peter Hammerschmidt erwähnt: „Dans ses découvertes faites entre 2008 et 2010, l’historien Peter Hammerschmidt va même plus loin. Plusieurs documents des services secrets allemands (Bundesnachrichtendienst, BND) montrent clairement que Klaus Barbie a travaillé depuis sa résidence de La Paz pour le BDN de Bonn, entre 1966 et 1967.“ Dabei wird Hammerschmidts erstes Interview bei den Egoisten mit verlinkt.

Auf der entsprechenden deutschen Website von Arte ist von der DVD noch nichts zu entdecken. Hier die bisher in diesem Blog erschienenen Beiträge zum Thema Barbie.

Auf der entsprechenden deutschen Website von Arte ist von der DVD noch nichts zu entdecken. Hier die bisher in diesem Blog erschienenen Beiträge zum Thema Barbie.
Klaus Barbie und wie weiter? Ein Interview mit Peter Hammerschmidt
23.Aug.2011 20:31 Uhr
„Sind Sie auf weitere Spuren nationalsozialistischer Täter gestoßen, die durch nationale und internationale Geheimdienste in der Nachkriegszeit geduldet, gefördert oder sogar konkret beschäftigt worden sind?
PH: Ich spezialisiere mich bei meinen Forschungen auf die Biographie Klaus Barbies. Dass sich die Protektion von NS-Verbrechern durch internationale Geheimdienstbehörden nicht auf den „Schlächter von Lyon“ beschränkte, zeigen bereits jetzt die Studien von Uki Goni (Odessa), Gerald Steinacher (Nazis auf der Flucht) oder auch Heinz Schneppen (Odessa und das Vierte Reich). Barbie war – um seinen ehemaligen Kontrolloffizier (CIC-Agent) Erhard Dabringhaus zu zitieren – „the tip of the ice berg“. Es dürfte die Forschungsperspektive weiterer Arbeiten sein, weitere Biographien von NS-Eliten unter die Lupe zu nehmen. Die Indizien für eine umfassende Protektion sind zahlreich und sind zumindest von amerikanischer Seite seit dem Nazi War Crimes Disclosure Act von 1998 auch für die Wissenschaft zugänglich.“
______________
Zum ganzen aktuellen Interview mit Peter Hammerschmidt als PDF- Download
Das Anfang 2011 hier erschienene erste Interview mit Peter Hammerschmidt ist weiter verfügbar.
Alle bei den Egoisten publizierten Beiträge zum Thema Peter Hammerschmidt, BND und Klaus Barbie stehen hier in einer Übersicht zur Verfügung.
PH: Ich spezialisiere mich bei meinen Forschungen auf die Biographie Klaus Barbies. Dass sich die Protektion von NS-Verbrechern durch internationale Geheimdienstbehörden nicht auf den „Schlächter von Lyon“ beschränkte, zeigen bereits jetzt die Studien von Uki Goni (Odessa), Gerald Steinacher (Nazis auf der Flucht) oder auch Heinz Schneppen (Odessa und das Vierte Reich). Barbie war – um seinen ehemaligen Kontrolloffizier (CIC-Agent) Erhard Dabringhaus zu zitieren – „the tip of the ice berg“. Es dürfte die Forschungsperspektive weiterer Arbeiten sein, weitere Biographien von NS-Eliten unter die Lupe zu nehmen. Die Indizien für eine umfassende Protektion sind zahlreich und sind zumindest von amerikanischer Seite seit dem Nazi War Crimes Disclosure Act von 1998 auch für die Wissenschaft zugänglich.“
______________
Zum ganzen aktuellen Interview mit Peter Hammerschmidt als PDF- Download
Das Anfang 2011 hier erschienene erste Interview mit Peter Hammerschmidt ist weiter verfügbar.
Alle bei den Egoisten publizierten Beiträge zum Thema Peter Hammerschmidt, BND und Klaus Barbie stehen hier in einer Übersicht zur Verfügung.
Peter Hammerschmidt, Umriss der zu erwartenden Arbeit über Klaus Barbie
11.Aug.2011 22:27 Uhr
„Intelligent, anpassungsfähig, verschwiegen und zuverlässig“ – so charakterisierte der Bundesnachrichtendienst seinen Agenten „ADLER“ in dessen Abschaltmeldung vom 14.03.1967.
Ein halbes Jahr – von Mai bis Dezember 1966 – hatte „ADLER“ in Diensten des westdeutschen Geheimdienstes gestanden und seine Vorgesetzten – für ein monatliches Salär von 500DM – mit Informationen über linksgerichtete Entwicklungstendenzen in Bolivien versorgt.
Bereits zwölf Jahre zuvor, im November 1954, war der deutsche Agent, der nun für den BND in Südamerika spionierte, vom Ständigen Militärgericht in Lyon aufgrund seiner während des Zweiten Weltkrieges begangenen Kriegsverbrechen zum dritten Mal (nach 1947 und 1952) in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden: Doch Klaus Barbie, dem „Schlächter von Lyon“, der sich in seiner Funktion als Gestapo-Chef zwischen 1942 und 1944 am Mord tausender Mitglieder der französischen Résistance schuldig gemacht hatte, gelang im Frühjahr 1951 unter dem Falschnamen „Klaus Altmann“ die Flucht auf der so genannten „Rattenlinie“ nach Übersee – das Resultat einer vierjährigen Protektion durch den amerikanischen Heeresgeheimdienst CIC (Army Counter Intelligence Corps): Als der „Eiserne Vorhang“ über Europa niederging, verschob sich in Anbetracht der globalen Gefahr eines sowjetischen Kommunismus die Definition nationaler Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten. Getreu der Devise „My Enemy’s Enemy is my friend“ rekrutierten U.S. amerikanische Geheimdienststellen vermeintliche Kommunismus-Experten des NS-Regimes; unter ihnen der wegen Kriegsverbrechen gesuchte Barbie, der trotz seiner Eintragung auf internationalen Fahndungslisten im April 1947 offiziell vom CIC angeworben und im weiteren Verlauf vor deutschen und französischen Ermittlungen protektiert wurde.
Erst als die französische Regierung ihre Auslieferungsbemühungen im „Fall Barbie“ zu Beginn der 1950er Jahre intensivierten, wurde den Amerikanern ihre „Hot Potato“ (wie Barbie in den Akten bezeichnet wurde) zu heiß: Barbie wurde mit Hilfe einer von der CIA initiierten Fluchtroute nach Bolivien geschleust, wo der „Schlächter“ auch weiterhin mit internationalen Geheimdienstbehörden – mit CIC, CIA, BND und dem Servicio Especial de Seguridad (SES) – in Kontakt stand: Die kontinuierliche Protektion eines Kriegsverbrechers, dessen NS-Vergangenheit weder Funktionsträger des CIC noch die des BND vor einer Rekrutierung zurückschrecken ließen. Stattdessen hielt der BND in der oben zitierten Abschaltmeldung über die ND-Eignung seines Agenten fest:
„Die aufgrund seiner Tätigkeit im letzten Krieg gemachten Erfahrungen, gereichten ihm für seine nachrichtendienstliche Mitarbeit zum Vorteil.“
Erst 1983 – 38 Jahre nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands – sollte Barbie an Frankreich ausgeliefert werden.
1991 starb der „Schlächter von Lyon“ in seiner Gefängniszelle an Krebs.
Das anvisierte Dissertationsvorhaben erhebt den Anspruch, die Beziehungen zwischen Barbie und internationalen Geheimdienstbehörden erstmals umfassend auf Basis des mittlerweile zugänglichen Aktenmaterials in deutschen, französischen, britischen, bolivianischen und U.S. amerikanischen Archiven zu analysieren.
Im Mittelpunkt der Analysen stehen – vor dem Hintergrund der an die globalpolitischen Entwicklungen angepassten Sicherheitsinteressen der jeweiligen politischen Kulturen – die Motive des Fraternisierungstrends zwischen NS-Eliten und westlichen Geheimdiensten nach 1945.
_________________
(Peter Hammerschmidt, Website: http://peterhammerschmidt.jimdo.com/forschungen/dissertation/)
Ein halbes Jahr – von Mai bis Dezember 1966 – hatte „ADLER“ in Diensten des westdeutschen Geheimdienstes gestanden und seine Vorgesetzten – für ein monatliches Salär von 500DM – mit Informationen über linksgerichtete Entwicklungstendenzen in Bolivien versorgt.
Bereits zwölf Jahre zuvor, im November 1954, war der deutsche Agent, der nun für den BND in Südamerika spionierte, vom Ständigen Militärgericht in Lyon aufgrund seiner während des Zweiten Weltkrieges begangenen Kriegsverbrechen zum dritten Mal (nach 1947 und 1952) in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden: Doch Klaus Barbie, dem „Schlächter von Lyon“, der sich in seiner Funktion als Gestapo-Chef zwischen 1942 und 1944 am Mord tausender Mitglieder der französischen Résistance schuldig gemacht hatte, gelang im Frühjahr 1951 unter dem Falschnamen „Klaus Altmann“ die Flucht auf der so genannten „Rattenlinie“ nach Übersee – das Resultat einer vierjährigen Protektion durch den amerikanischen Heeresgeheimdienst CIC (Army Counter Intelligence Corps): Als der „Eiserne Vorhang“ über Europa niederging, verschob sich in Anbetracht der globalen Gefahr eines sowjetischen Kommunismus die Definition nationaler Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten. Getreu der Devise „My Enemy’s Enemy is my friend“ rekrutierten U.S. amerikanische Geheimdienststellen vermeintliche Kommunismus-Experten des NS-Regimes; unter ihnen der wegen Kriegsverbrechen gesuchte Barbie, der trotz seiner Eintragung auf internationalen Fahndungslisten im April 1947 offiziell vom CIC angeworben und im weiteren Verlauf vor deutschen und französischen Ermittlungen protektiert wurde.
Erst als die französische Regierung ihre Auslieferungsbemühungen im „Fall Barbie“ zu Beginn der 1950er Jahre intensivierten, wurde den Amerikanern ihre „Hot Potato“ (wie Barbie in den Akten bezeichnet wurde) zu heiß: Barbie wurde mit Hilfe einer von der CIA initiierten Fluchtroute nach Bolivien geschleust, wo der „Schlächter“ auch weiterhin mit internationalen Geheimdienstbehörden – mit CIC, CIA, BND und dem Servicio Especial de Seguridad (SES) – in Kontakt stand: Die kontinuierliche Protektion eines Kriegsverbrechers, dessen NS-Vergangenheit weder Funktionsträger des CIC noch die des BND vor einer Rekrutierung zurückschrecken ließen. Stattdessen hielt der BND in der oben zitierten Abschaltmeldung über die ND-Eignung seines Agenten fest:
„Die aufgrund seiner Tätigkeit im letzten Krieg gemachten Erfahrungen, gereichten ihm für seine nachrichtendienstliche Mitarbeit zum Vorteil.“
Erst 1983 – 38 Jahre nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands – sollte Barbie an Frankreich ausgeliefert werden.
1991 starb der „Schlächter von Lyon“ in seiner Gefängniszelle an Krebs.
Das anvisierte Dissertationsvorhaben erhebt den Anspruch, die Beziehungen zwischen Barbie und internationalen Geheimdienstbehörden erstmals umfassend auf Basis des mittlerweile zugänglichen Aktenmaterials in deutschen, französischen, britischen, bolivianischen und U.S. amerikanischen Archiven zu analysieren.
Im Mittelpunkt der Analysen stehen – vor dem Hintergrund der an die globalpolitischen Entwicklungen angepassten Sicherheitsinteressen der jeweiligen politischen Kulturen – die Motive des Fraternisierungstrends zwischen NS-Eliten und westlichen Geheimdiensten nach 1945.
_________________
(Peter Hammerschmidt, Website: http://peterhammerschmidt.jimdo.com/forschungen/dissertation/)
Blor: Forschungen auf heißem Terrain
02.Aug.2011 20:06 Uhr
Der Junghistoriker Peter Hammerschmidt im Fokus von CIA und BND (?)

Wer Peter Hammerschmidt ist, muss an dieser Stelle wohl kaum noch erklärt werden: Seit Februar 2011 sorgt der junge Mann, der vergangenen Monat sein Studium an der Universität Mainz abgeschlossen hat, mit seinen investigativen Forschungen international für Aufsehen.
Äußerst brisant sind indes die neuesten Entwicklungen:
Wie auf der Konferenz der Intelligence History Association angekündigt, scheint sich Hammerschmidt offenbar zurückgezogen zu haben: Interviewanfragen verneint er, schottet sich ab und konzentriert sich auf die Planungen seines Erstlingswerkes.
In seiner geplanten Dissertation fokussiert Hammerschmidt erneut die Beziehungen zwischen Barbie, dem CIC, der CIA und dem BND.
Kann es da verwundern, dass der Forscher selbst ins Fadenkreuz der internationalen Geheimdienste gerät?
Nach dem internationalen Interesse an seinen Forschungen, konnte sich Hammerschmidt jüngst auch im Rahmen der Konferenz der IIHA vor internationalen Experten der Geheimdienstforschung bewähren.
Nun laufen die Planungen für Forschungsreisen in die USA und Bolivien, folgen Anträge für eine weitere Akteneinsicht beim Bundesnachrichtendienst, sind weitere schmutzige Details zu erwarten, die über die Kooperation zwischen NS-Eliten und internationalen Geheimdiensten Aufschluss geben.
Daneben setzt sich Hammerschmidt gewohnt kritisch für die Aufarbeitung der braunen Vergangenheit bundesdeutscher Behörden ein, im besonderen Fokus: Der BND.
Experten sind sich bereits jetzt sicher: Hammerschmidt wird längst vom Bundesnachrichtendienst observiert.
Bereits 2006 war der Dienst im Zuge der „Journalisten-Affäre“ diesbezüglich in die Kritik geraten.
Hammerschmidts Forschungen, so scheint absehbar, dürften Ergebnisse liefern, die weit diskreditierender auf die Praxis der Schlapphüte in den 1960er Jahre wirkt, als die journalistische Berichterstattung, die im „Schäfer-Bericht“ diskutiert wurden.
Es mag daher auch nicht verwundern, dass Hammerschmidts Homepage (http://peterhammerschmidt.jimdo.com/) nach der Veröffentlichung eines äußerst analytischen, kritischen Beitrags über die jüngsten Entwicklungen beim BND kurzfristig vom Server genommen wurde? – Nun ist die Internetpräsenz wieder online: Ohne den Text.
Ob Hammerschmidt überhaupt eine entsprechende Einreiseerlaubnis erhält, um seine Recherchen in den USA fortzusetzen, bleibt abzuwarten: Am 17. August 2010 wurde Gaby Weber, eine BND-kritische Publizistin, die mit Hammerschmidt offenbar seit vielen Monaten im Austausch steht, von Beamten der US-amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP auf dem Flughafen Washington-Dulles-International an der Einreise in die USA gehindert und verhört. Sie hatte eine ESTA-Anreisegenehmigung dabei. Es wurde ihr nicht gestattet, einen Anwalt oder das deutsche Konsulat zu benachrichtigen. Weber wollte im Bundesarchiv von Washington den Verbleib von deutschen Kriegsverbrechern nach dem Zweiten Weltkrieg recherchieren. Als Begründung wurde das Fehlen von Einreisedokumenten angegeben. Weber hält dies für einen Vorwand.
Ein Vorgang, der auch Hammerschmidt blühen dürfte…
Blor

Wer Peter Hammerschmidt ist, muss an dieser Stelle wohl kaum noch erklärt werden: Seit Februar 2011 sorgt der junge Mann, der vergangenen Monat sein Studium an der Universität Mainz abgeschlossen hat, mit seinen investigativen Forschungen international für Aufsehen.
Äußerst brisant sind indes die neuesten Entwicklungen:
Wie auf der Konferenz der Intelligence History Association angekündigt, scheint sich Hammerschmidt offenbar zurückgezogen zu haben: Interviewanfragen verneint er, schottet sich ab und konzentriert sich auf die Planungen seines Erstlingswerkes.
In seiner geplanten Dissertation fokussiert Hammerschmidt erneut die Beziehungen zwischen Barbie, dem CIC, der CIA und dem BND.
Kann es da verwundern, dass der Forscher selbst ins Fadenkreuz der internationalen Geheimdienste gerät?
Nach dem internationalen Interesse an seinen Forschungen, konnte sich Hammerschmidt jüngst auch im Rahmen der Konferenz der IIHA vor internationalen Experten der Geheimdienstforschung bewähren.
Nun laufen die Planungen für Forschungsreisen in die USA und Bolivien, folgen Anträge für eine weitere Akteneinsicht beim Bundesnachrichtendienst, sind weitere schmutzige Details zu erwarten, die über die Kooperation zwischen NS-Eliten und internationalen Geheimdiensten Aufschluss geben.
Daneben setzt sich Hammerschmidt gewohnt kritisch für die Aufarbeitung der braunen Vergangenheit bundesdeutscher Behörden ein, im besonderen Fokus: Der BND.
Experten sind sich bereits jetzt sicher: Hammerschmidt wird längst vom Bundesnachrichtendienst observiert.
Bereits 2006 war der Dienst im Zuge der „Journalisten-Affäre“ diesbezüglich in die Kritik geraten.
Hammerschmidts Forschungen, so scheint absehbar, dürften Ergebnisse liefern, die weit diskreditierender auf die Praxis der Schlapphüte in den 1960er Jahre wirkt, als die journalistische Berichterstattung, die im „Schäfer-Bericht“ diskutiert wurden.
Es mag daher auch nicht verwundern, dass Hammerschmidts Homepage (http://peterhammerschmidt.jimdo.com/) nach der Veröffentlichung eines äußerst analytischen, kritischen Beitrags über die jüngsten Entwicklungen beim BND kurzfristig vom Server genommen wurde? – Nun ist die Internetpräsenz wieder online: Ohne den Text.
Ob Hammerschmidt überhaupt eine entsprechende Einreiseerlaubnis erhält, um seine Recherchen in den USA fortzusetzen, bleibt abzuwarten: Am 17. August 2010 wurde Gaby Weber, eine BND-kritische Publizistin, die mit Hammerschmidt offenbar seit vielen Monaten im Austausch steht, von Beamten der US-amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP auf dem Flughafen Washington-Dulles-International an der Einreise in die USA gehindert und verhört. Sie hatte eine ESTA-Anreisegenehmigung dabei. Es wurde ihr nicht gestattet, einen Anwalt oder das deutsche Konsulat zu benachrichtigen. Weber wollte im Bundesarchiv von Washington den Verbleib von deutschen Kriegsverbrechern nach dem Zweiten Weltkrieg recherchieren. Als Begründung wurde das Fehlen von Einreisedokumenten angegeben. Weber hält dies für einen Vorwand.
Ein Vorgang, der auch Hammerschmidt blühen dürfte…
Blor
Die TAZ über Hammerschmidt, den BND, Barbie und (ein wenig) die EGOISTEN
21.Feb.2011 00:15 Uhr
In einem umfangreichen Artikel geht die TAZ der Geschichte von Peter Hammerschmidt nach: "Weil er nicht lockerlässt, erreicht Peter Hammerschmidt als erster Historiker überhaupt beim BND Akteneinsicht - im Fall des Exgestapochefs Klaus Barbie. Und stößt auf Unglaubliches. Jetzt müssen sich Parlament und Kanzleramt mit dem Fall beschäftigen."
Die Geschichte von Peter Hammerschmidts Recherchen wurde früh bei den Egoisten dokumentiert. Auch die erste Publikation der Ergebnisse der Arbeit erschien hier. Dies wird auch im Artikel gewürdigt: "Was Hammerschmidt sieht, raubt ihm fast den Atem. "Tut mir leid", sagt er zu seinen Aufpassern nach einem ersten Blick in die Akten, "ich muss erst mal eine rauchen gehen." Die Akten beweisen, dass der deutsche Steuerzahler Barbie über den BND ein gutes halbes Jahr lang monatlich 500 Mark für seine Spitzeldienste zahlte, Leistungsprämien und ein Abschlussbonus von 1.000 Mark kamen noch dazu. Barbie wurde erst abgeschaltet, als dem BND offenbar klar wurde, dass dessen wahre Identität bald auffliegen würde. Hammerschmidt glaubt keine Sekunde, dass die BND-Leute damals nicht genau wussten, wen sie vor sich hatten - Barbie gab sich in La Paz kaum Mühe, seine wahre Identität zu verbergen.
Nach Hammerschmidts Recherche in Pullach gibt der BND seine Barbie-Akten an das Koblenzer Bundesarchiv weiter - es ist klar, dass es nun nur noch eine Frage der Zeit ist, ehe auch andere Historiker auf den heißen Stoff stoßen. Als der junge Student Wind davon bekommt, dass auch der Spiegel an der Geschichte dran ist, veröffentlicht er seine Erkenntnisse Anfang Januar auf zwei kaum bekannten Internet-Seiten (etwa: www.egoisten.de/files/barbie_2011.html).
Er tut das, um deutlich zu machen: Ich habe das zuerst herausgefunden! Das ist wichtig auch für seine Examensarbeit und eine geplante Dissertation über Barbie. Mitte Januar kommt der Spiegel dann mit seiner Geschichte heraus. Das Nachrichtenmagazin profitierte von der Pionierarbeit Hammerschmidts beim BND."
"Kaum bekannt" ist natürlich eher geschmeichelt, vor allem im Vergleich mit den großen Magazinen, die Hammerschmidts Geschichte und Arbeit in der Folge aufgriffen. Aber erstens liegt mir das Thema selbst am Herzen, und zweitens haben auch kleine Blogs, wie man sieht, schon eine Funktion und Aufgabe auf den Märkten der Nachrichten.
Die Geschichte von Peter Hammerschmidts Recherchen wurde früh bei den Egoisten dokumentiert. Auch die erste Publikation der Ergebnisse der Arbeit erschien hier. Dies wird auch im Artikel gewürdigt: "Was Hammerschmidt sieht, raubt ihm fast den Atem. "Tut mir leid", sagt er zu seinen Aufpassern nach einem ersten Blick in die Akten, "ich muss erst mal eine rauchen gehen." Die Akten beweisen, dass der deutsche Steuerzahler Barbie über den BND ein gutes halbes Jahr lang monatlich 500 Mark für seine Spitzeldienste zahlte, Leistungsprämien und ein Abschlussbonus von 1.000 Mark kamen noch dazu. Barbie wurde erst abgeschaltet, als dem BND offenbar klar wurde, dass dessen wahre Identität bald auffliegen würde. Hammerschmidt glaubt keine Sekunde, dass die BND-Leute damals nicht genau wussten, wen sie vor sich hatten - Barbie gab sich in La Paz kaum Mühe, seine wahre Identität zu verbergen.
Nach Hammerschmidts Recherche in Pullach gibt der BND seine Barbie-Akten an das Koblenzer Bundesarchiv weiter - es ist klar, dass es nun nur noch eine Frage der Zeit ist, ehe auch andere Historiker auf den heißen Stoff stoßen. Als der junge Student Wind davon bekommt, dass auch der Spiegel an der Geschichte dran ist, veröffentlicht er seine Erkenntnisse Anfang Januar auf zwei kaum bekannten Internet-Seiten (etwa: www.egoisten.de/files/barbie_2011.html).
Er tut das, um deutlich zu machen: Ich habe das zuerst herausgefunden! Das ist wichtig auch für seine Examensarbeit und eine geplante Dissertation über Barbie. Mitte Januar kommt der Spiegel dann mit seiner Geschichte heraus. Das Nachrichtenmagazin profitierte von der Pionierarbeit Hammerschmidts beim BND."
"Kaum bekannt" ist natürlich eher geschmeichelt, vor allem im Vergleich mit den großen Magazinen, die Hammerschmidts Geschichte und Arbeit in der Folge aufgriffen. Aber erstens liegt mir das Thema selbst am Herzen, und zweitens haben auch kleine Blogs, wie man sieht, schon eine Funktion und Aufgabe auf den Märkten der Nachrichten.
Klaus Barbie wird Thema in Deutschland
19.Jan.2011 20:42 Uhr
Aufgeschreckt durch die Recherchen des jungen Historikers Peter Hammerschmidt, der hier im Blog in einem Interview vom 8. Januar dieses Jahres davon berichtet hat, sind dem SPIEGEL offenbar durch den BND Information über dessen Zusammenarbeit mit Klaus Barbie („Nazi- Verbrecher Barbie war BND- Agent“) zugespielt worden. Der SPIEGEL brachte die Nachricht am 15. Januar- ohne die Arbeit von Hammerschmidt zu erwähnen. Inzwischen berichten - die Arbeit des Historikers anerkennend- die Berliner Zeitung darüber, Portal Amerika, Prensa Latina, Telepolis und The Telegraph: „Der Spiegel berichtet, Barbie sei im Frühjahr 1966 vom BND angeworben worden. Der Kriegsverbrecher, der damals unter dem Namen Klaus Altmann in der bolivianischen Hauptstadt La Paz lebte, werde in der BND-Akte als ein Mann „kerndeutscher Gesinnung“ und „entschiedener Kommunistengegner“ beschrieben. Barbie alias Altmann soll als Agent „Adler“ mit der Registriernummer V-43118 Berichte über politische Entwicklungen in Südamerika geliefert haben.
Auf die Akte Barbies war der Historiker Peter Hammerschmidt von der Uni Mainz im September gestoßen. Sein Antrag auf Akteneinsicht hatte der BND zunächst abgelehnt, nach einer Beschwerde beim Kanzleramt jedoch bewilligt. Laut Hammerschmidt lege die Akte den Verdacht nahe, dass dem Dienst zumindest bei der Anwerbung des Exildeutschen im Jahre 1966 gar nicht bewusst gewesen sei, in Wirklichkeit Barbie vor sich zu haben. Erst im Dezember 1966, als man den Agenten zu Schulungszwecken nach Deutschland holen wollte, seien die Geheimdienstler stutzig geworden: Altmann habe gesagt, dass seit Kriegsende in Ludwigsburg Ermittlungen gegen ihn laufen würden und er daher nicht einreisen könne. Wegen „erheblicher Sicherheitsgefährdung für den BND“ wurde die Quelle umgehend abgeschaltet – als Abfindung erhielt Barbie 1.000 DM in bar.“ (Berliner Zeitung)
Die Arbeit von Peter Hammerschmidt - "Der Schlächter von Lyon" im Sold der USA - Über die Beziehungen zwischen Klaus Barbie und dem amerikanischen Geheimdienst- wird im Laufe des Jahres erscheinen.
Offenbar möchte sich der BND ein transparenteres Image geben- weitere Akten- Offenlegungen sind angekündigt. Vielleicht wollte auch nur der Recherche von Hammerschmidt zuvor kommen. Eigentlich sind Hammerschmidt und ich nur deshalb bekannt geworden, weil ich öffentlich fragte, warum in Deutschland eigentlich so wenig über Barbie publiziert und geforscht worden sei. Die Frage ist nun so weit beantwortet- der BND hatte offenbar den Daumen darauf. Nun also kommen die Karten aber auf den Tisch.
Auf die Akte Barbies war der Historiker Peter Hammerschmidt von der Uni Mainz im September gestoßen. Sein Antrag auf Akteneinsicht hatte der BND zunächst abgelehnt, nach einer Beschwerde beim Kanzleramt jedoch bewilligt. Laut Hammerschmidt lege die Akte den Verdacht nahe, dass dem Dienst zumindest bei der Anwerbung des Exildeutschen im Jahre 1966 gar nicht bewusst gewesen sei, in Wirklichkeit Barbie vor sich zu haben. Erst im Dezember 1966, als man den Agenten zu Schulungszwecken nach Deutschland holen wollte, seien die Geheimdienstler stutzig geworden: Altmann habe gesagt, dass seit Kriegsende in Ludwigsburg Ermittlungen gegen ihn laufen würden und er daher nicht einreisen könne. Wegen „erheblicher Sicherheitsgefährdung für den BND“ wurde die Quelle umgehend abgeschaltet – als Abfindung erhielt Barbie 1.000 DM in bar.“ (Berliner Zeitung)
Die Arbeit von Peter Hammerschmidt - "Der Schlächter von Lyon" im Sold der USA - Über die Beziehungen zwischen Klaus Barbie und dem amerikanischen Geheimdienst- wird im Laufe des Jahres erscheinen.
Offenbar möchte sich der BND ein transparenteres Image geben- weitere Akten- Offenlegungen sind angekündigt. Vielleicht wollte auch nur der Recherche von Hammerschmidt zuvor kommen. Eigentlich sind Hammerschmidt und ich nur deshalb bekannt geworden, weil ich öffentlich fragte, warum in Deutschland eigentlich so wenig über Barbie publiziert und geforscht worden sei. Die Frage ist nun so weit beantwortet- der BND hatte offenbar den Daumen darauf. Nun also kommen die Karten aber auf den Tisch.
Interview mit Peter Hammerschmidt zum Thema Klaus Barbie
08.Jan.2011 23:52 Uhr
Herr Hammerschmidt, welche Erkenntnisse konnten Sie im Rahmen Ihrer (exklusiven) Recherchen beim Bundesnachrichtendienst gewinnen?
Die BND-Akte von Klaus Barbie, die ich im September 2010 Jahres erstmals in München/ Pullach einsehen konnte, bestätigt den Verdacht, dass Klaus Barbie unter seinem Pseudonym „Klaus Altmann“ seit Mai 1966 in engem Kontakt mit dem westdeutschen Geheimdienst stand.
Es waren die „einflussreichen privaten und geschäftlichen Beziehungen“ des Herrn Altmann zu bolivianischen Regierungs- und Geheimdienstkreisen, die letztendlich den Ausschlag dafür gaben, den Exildeutschen auf die Gehaltliste des BND zu setzen. Dass es sich bei dem Informanten um einen gesuchten NS-Kriegsverbrecher handelte, war dem BND (zu Beginn der Kontaktaufnahme) offenbar unbewusst:
In seiner Informanten-Kartei wurde über ADLER (Barbies Deckname) festgehalten, dass er während des Zweiten Weltkrieges in einer Panzerdivision an der Normandie gekämpft hätte. Auch die übrigen Angaben über Barbies NS-Laufbahn sind gespickt von Fehlern oder entsprechende Vita-Lücken, die offenbar bewusst nicht weiter verfolgt wurden.
Nichtsdestotrotz hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg bereits 2 Jahre zuvor eine Anfrage an den BND gesandt, in der sie beim BND nach Informationen verlangte, ob Barbie in ihren Diensten stehe. Ein „Barbie“ war auf den Gehaltslisten nicht zu finden, doch musste eines auffallen: Der in Deutschland wegen Kriegsverbrechen gesuchte Barbie galt als flüchtig, man vermutete ihn, so in den Akten des BND festgehalten, in La Paz/Bolivien. Fest stand auch, dass Barbie zwei Kinder hatte, einen Sohn (Jörg) und eine Tochter (Ute). Ein Blick in die Akte der Südamerika-Informanten hätte verraten, dass Altmann ebenfalls in La Paz lebte, Deutscher war, einen Sohn hatte, der Jörg hieß (der für den BND ebenfalls, wenn auch nur indirekt, Spionagearbeit leistete) und eine Tochter hatte, die Ute hieß. Außerdem war Barbie am 25. Oktober 1913 geboren. Und Altmann, der unter falschem Namen (und mit nur minimal abgeänderten Geburtsdaten) in Bolivien eingereist war, feierte seinen „neuen“ Geburtstag am 25.10.1915. Was bleibt, ist die Frage, ob der BND bei seiner Entscheidung, Klaus Altmann alias Klaus Barbie bewusst über die verfügbaren Anhaltspunkte wegsah, oder die Beziehungen, die Altmann zu bieten hatte, dessen braune Vergangenheit schlichtweg vergessen ließen.
Die Informationen, die Barbie dem BND im Zeitraum zwischen Mai und Dezember 1966 sind, sind noch nicht abschließend aufgearbeitet: Die wenigen vorhandenen Berichte aus Bolivien deuten jedoch daraufhin, dass Barbie den BND präzise über die politischen Entwicklungen in Bolivien und anderen südamerikanischen Staaten unterrichtete.
Erst als Altmann im Dezember 1966 die Reise nach Deutschland (zu Schulungszwecken) verweigerte, wurde der BND stutzig: Altmann gab zu erkennen, dass seit Kriegsende in Ludwigsburg entsprechende Ermittlungen gegen seine Person laufen würden und er aus diesem Grund nicht in die BRD einreisen könne. Aufgrund dieser „erheblichen Sicherheitsgefährdung für den BND“ beschloss die damalige Führungsstelle des BND, seinen Informanten noch im selben Monat abzuschalten – als endgültige Abfindung erhielt Barbie alias Altmann 1000 DM in bar. Die Notbremse war in letzter Sekunde gezogen worden. Für die Amerikaner kam diese „Notbremse“ Jahrzehnte zu spät.
Hier geht es weiter zum Download des gesamten Interviews..
Hier frühere Berichte zu diesem Thema. Hier ein weiterer Blogeintrag.
Die BND-Akte von Klaus Barbie, die ich im September 2010 Jahres erstmals in München/ Pullach einsehen konnte, bestätigt den Verdacht, dass Klaus Barbie unter seinem Pseudonym „Klaus Altmann“ seit Mai 1966 in engem Kontakt mit dem westdeutschen Geheimdienst stand.
Es waren die „einflussreichen privaten und geschäftlichen Beziehungen“ des Herrn Altmann zu bolivianischen Regierungs- und Geheimdienstkreisen, die letztendlich den Ausschlag dafür gaben, den Exildeutschen auf die Gehaltliste des BND zu setzen. Dass es sich bei dem Informanten um einen gesuchten NS-Kriegsverbrecher handelte, war dem BND (zu Beginn der Kontaktaufnahme) offenbar unbewusst:
In seiner Informanten-Kartei wurde über ADLER (Barbies Deckname) festgehalten, dass er während des Zweiten Weltkrieges in einer Panzerdivision an der Normandie gekämpft hätte. Auch die übrigen Angaben über Barbies NS-Laufbahn sind gespickt von Fehlern oder entsprechende Vita-Lücken, die offenbar bewusst nicht weiter verfolgt wurden.
Nichtsdestotrotz hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg bereits 2 Jahre zuvor eine Anfrage an den BND gesandt, in der sie beim BND nach Informationen verlangte, ob Barbie in ihren Diensten stehe. Ein „Barbie“ war auf den Gehaltslisten nicht zu finden, doch musste eines auffallen: Der in Deutschland wegen Kriegsverbrechen gesuchte Barbie galt als flüchtig, man vermutete ihn, so in den Akten des BND festgehalten, in La Paz/Bolivien. Fest stand auch, dass Barbie zwei Kinder hatte, einen Sohn (Jörg) und eine Tochter (Ute). Ein Blick in die Akte der Südamerika-Informanten hätte verraten, dass Altmann ebenfalls in La Paz lebte, Deutscher war, einen Sohn hatte, der Jörg hieß (der für den BND ebenfalls, wenn auch nur indirekt, Spionagearbeit leistete) und eine Tochter hatte, die Ute hieß. Außerdem war Barbie am 25. Oktober 1913 geboren. Und Altmann, der unter falschem Namen (und mit nur minimal abgeänderten Geburtsdaten) in Bolivien eingereist war, feierte seinen „neuen“ Geburtstag am 25.10.1915. Was bleibt, ist die Frage, ob der BND bei seiner Entscheidung, Klaus Altmann alias Klaus Barbie bewusst über die verfügbaren Anhaltspunkte wegsah, oder die Beziehungen, die Altmann zu bieten hatte, dessen braune Vergangenheit schlichtweg vergessen ließen.
Die Informationen, die Barbie dem BND im Zeitraum zwischen Mai und Dezember 1966 sind, sind noch nicht abschließend aufgearbeitet: Die wenigen vorhandenen Berichte aus Bolivien deuten jedoch daraufhin, dass Barbie den BND präzise über die politischen Entwicklungen in Bolivien und anderen südamerikanischen Staaten unterrichtete.
Erst als Altmann im Dezember 1966 die Reise nach Deutschland (zu Schulungszwecken) verweigerte, wurde der BND stutzig: Altmann gab zu erkennen, dass seit Kriegsende in Ludwigsburg entsprechende Ermittlungen gegen seine Person laufen würden und er aus diesem Grund nicht in die BRD einreisen könne. Aufgrund dieser „erheblichen Sicherheitsgefährdung für den BND“ beschloss die damalige Führungsstelle des BND, seinen Informanten noch im selben Monat abzuschalten – als endgültige Abfindung erhielt Barbie alias Altmann 1000 DM in bar. Die Notbremse war in letzter Sekunde gezogen worden. Für die Amerikaner kam diese „Notbremse“ Jahrzehnte zu spät.
Hier geht es weiter zum Download des gesamten Interviews..
Hier frühere Berichte zu diesem Thema. Hier ein weiterer Blogeintrag.
Pfarrer Konrad Möckel und der radikal nationalsozialistische Benesch
11.Aug.2010 12:27 Uhr
Leider ist das „Kirchenlexikon“ (www.kirchenlexikon.de) nicht mehr online, so dass die Textstellen nur noch im Cache des Internets nachgeschlagen werden können. Zu Benesch findet man z.B. den Bezug zu einem der Widerständler innerhalb der evangelischen Kirche, die die Usurpation ihrer Kirche durch die Nazi- Cliquen nicht hinnehmen wollten:
„Konrad Möckel thematisierte alle diese Probleme der Volkskirche in mehreren Aufsätzen, die ihn in Siebenbürgen und darüber hinaus bekannt machten. Heinrich Rendtorff und Erich Stange nahmen seine Schrift "Volkstum und Glaube" (1930) in die Reihe "Kirche und Gegenwart - Praktisch-theologische Untersuchungen" auf. In einer teilweise kontrovers, teilweise gleichsinnig geführten Diskussion mit dem Philosophen Erwin Reisner, später Mitglied der Bekennenden Kirche und nach 1945 Professor an der Kirchlichen Hochschule Berlin, fragte Konrad Möckel, was evangelischer Glaube in der konkreten Situation der ev. Kirche in Siebenbürgen angesichts der weit verbreiteten Überschätzung von "Volkstum" und "Rasse" hieß.
Der siebenbürgische Wandervogel lud Konrad Möckel 1930 zur Mitarbeit bei den Treffen älterer Mitglieder ein. Als Südostdeutscher Wandervogel hatte er sich 1927 neu und straff konstituiert. Er bestand lange Zeit nur aus städtischen Gruppen, in denen sich "aus dem Reich" importierte Anschauungen geltend machten, wie beispielsweise die von Professor Dr. Hans Hahne, Altertumsforscher und Museumsdirektor in Halle a. d. Saale, der heidnisch-germanische Bräuche neu belebte. Konrad Möckel schätzte den guten Willen der Mitglieder im Wandervogel und entschloß sich zur Mitarbeit, wohl auch um die Selbstfindung der Jugendlichen nicht den ambivalenten Auswirkungen völkisch-nationaler und pseudoreligiöser Ideen zu überlassen. Die vagen Erneuerungsbestrebungen konnten die Jugend begeistern und ältere Strukturen der Volkskirche beleben, sie konnten jedoch die Jugend ebenso gut der volkskirchlichen Tradition abspenstig machen.
Die seit dem Jahre 1922 in Siebenbürgen bestehende, vom Nationalsozialismus inspirierte und in der Weltwirtschaftskrise erstarkte Selbsthilfebewegung des Sparkassenangestellten und Rittmeisters a. D. Fritz Fabritius bekannte sich 1932 offen zum Nationalsozialismus (Nationalsozialistische Selbsthilfebewegung in Rumänien); die Leitung des Südostdeutschen Wandervogels näherte sich der Selbsthilfe mehr und mehr an. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Jahre 1933 politisierte sie noch mehr. Die Nationalsozialisten, unter diesem Namen vom rumänischen Staat verboten, nannten sich in Nationale Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien um (NEDR). Sie war die einzige, modern organisierte Partei innerhalb der deutschsprachigen Bevölkerung in Rumänien und stellte mehr und mehr in allen politischen und kirchlichen Gremien zahlenmäßig starke Fraktionen, in vielen die Mehrheit. Im Jahre 1933 wählte die Kronstädter Kirchengemeinde Konrad Möckel zum Stadtpfarrer.
Das Verhältnis Konrad Möckels zu den Freunden aus dem Wandervogel und aus der Selbsthilfebewegung kühlte sich ab. Mitglied der Selbsthilfebewegung war er selbst nie, stand ihr jedoch bis 1932 nahe. Sie spaltete sich 1935: Die größere, gemäßigte NEDR war im Rahmen der seit dem Ersten Weltkrieg in Rumänien bestehenden Volksorganisation zur Zusammenarbeit auch mit der evangelischen Kirche (in Siebenbürgen) und mit der katholischen Kirche (im Banat) bereit; die kleinere, radikale und kirchenfeindliche Deutsche Volkspartei Rumäniens (DVR) dagegen nicht. Sie bekämpfte vielmehr die traditionell beachtliche Stellung der Kirche innerhalb der Volksorganisation. Die NS-Bewegung der Deutschen in Rumänien spaltete sich nicht zuletzt an der Frage, ob diese volkskirchliche Tradition anerkannt oder abgelehnt werden sollte.
Konrad Möckel gründete mit anderen, jüngeren Pfarrern aus der Jugendbewegung den Frecker Kreis, der sich die geistliche Erneuerung der Volkskirche zum Ziel setzte. Er prangerte die kirchen- und christenfeindliche Tendenz des radikalen Flügels öffentlich an und wurde daraufhin von dessen Protagonisten scharf angegriffen, besonders von Pfarrer Friedrich Benesch. Weitere Angriffe folgten, als er 1937 auf der Weltkirchenkonferenz in Oxford die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien offiziell vertrat und sich von einer Solidaritätserklärung der Konferenz für die vom NS-Staat bedrängten Kirchen in Deutschland nicht distanzierte. Im gleichen Jahr lernte er in Neuendettelsau die Evangelische Michaelsbruderschaft kennen und trat ihr bei. In den siebenbürgisch-sächsischen Auseinandersetzungen um die Volkskirche erhielt er Unterstützung vom Leiter des Franz-Rendtorff-Hauses in Leipzig, Dr. Herbert Krimm, und von Hans Bernd von Haeften, Legationssekretär an der deutschen Gesandtschaft in Bukarest von 1937-1941. Die Angriffe gegen die Kirche glichen dem Kirchenkampf in Deutschland und spiegelten ihn zugleich in merkwürdiger Umkehrung; denn in Siebenbürgen spaltete sich nicht die evangelische Kirche, sondern die nationalsozialistische Partei der Deutschen in Rumänien, unter anderem wegen der Frage der „Volkskirche“.“
Quelle: d. XXIX BBKL Nordhausen 2008 ISBN 978-3-88309-452-6
„Konrad Möckel thematisierte alle diese Probleme der Volkskirche in mehreren Aufsätzen, die ihn in Siebenbürgen und darüber hinaus bekannt machten. Heinrich Rendtorff und Erich Stange nahmen seine Schrift "Volkstum und Glaube" (1930) in die Reihe "Kirche und Gegenwart - Praktisch-theologische Untersuchungen" auf. In einer teilweise kontrovers, teilweise gleichsinnig geführten Diskussion mit dem Philosophen Erwin Reisner, später Mitglied der Bekennenden Kirche und nach 1945 Professor an der Kirchlichen Hochschule Berlin, fragte Konrad Möckel, was evangelischer Glaube in der konkreten Situation der ev. Kirche in Siebenbürgen angesichts der weit verbreiteten Überschätzung von "Volkstum" und "Rasse" hieß.
Der siebenbürgische Wandervogel lud Konrad Möckel 1930 zur Mitarbeit bei den Treffen älterer Mitglieder ein. Als Südostdeutscher Wandervogel hatte er sich 1927 neu und straff konstituiert. Er bestand lange Zeit nur aus städtischen Gruppen, in denen sich "aus dem Reich" importierte Anschauungen geltend machten, wie beispielsweise die von Professor Dr. Hans Hahne, Altertumsforscher und Museumsdirektor in Halle a. d. Saale, der heidnisch-germanische Bräuche neu belebte. Konrad Möckel schätzte den guten Willen der Mitglieder im Wandervogel und entschloß sich zur Mitarbeit, wohl auch um die Selbstfindung der Jugendlichen nicht den ambivalenten Auswirkungen völkisch-nationaler und pseudoreligiöser Ideen zu überlassen. Die vagen Erneuerungsbestrebungen konnten die Jugend begeistern und ältere Strukturen der Volkskirche beleben, sie konnten jedoch die Jugend ebenso gut der volkskirchlichen Tradition abspenstig machen.
Die seit dem Jahre 1922 in Siebenbürgen bestehende, vom Nationalsozialismus inspirierte und in der Weltwirtschaftskrise erstarkte Selbsthilfebewegung des Sparkassenangestellten und Rittmeisters a. D. Fritz Fabritius bekannte sich 1932 offen zum Nationalsozialismus (Nationalsozialistische Selbsthilfebewegung in Rumänien); die Leitung des Südostdeutschen Wandervogels näherte sich der Selbsthilfe mehr und mehr an. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Jahre 1933 politisierte sie noch mehr. Die Nationalsozialisten, unter diesem Namen vom rumänischen Staat verboten, nannten sich in Nationale Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien um (NEDR). Sie war die einzige, modern organisierte Partei innerhalb der deutschsprachigen Bevölkerung in Rumänien und stellte mehr und mehr in allen politischen und kirchlichen Gremien zahlenmäßig starke Fraktionen, in vielen die Mehrheit. Im Jahre 1933 wählte die Kronstädter Kirchengemeinde Konrad Möckel zum Stadtpfarrer.
Das Verhältnis Konrad Möckels zu den Freunden aus dem Wandervogel und aus der Selbsthilfebewegung kühlte sich ab. Mitglied der Selbsthilfebewegung war er selbst nie, stand ihr jedoch bis 1932 nahe. Sie spaltete sich 1935: Die größere, gemäßigte NEDR war im Rahmen der seit dem Ersten Weltkrieg in Rumänien bestehenden Volksorganisation zur Zusammenarbeit auch mit der evangelischen Kirche (in Siebenbürgen) und mit der katholischen Kirche (im Banat) bereit; die kleinere, radikale und kirchenfeindliche Deutsche Volkspartei Rumäniens (DVR) dagegen nicht. Sie bekämpfte vielmehr die traditionell beachtliche Stellung der Kirche innerhalb der Volksorganisation. Die NS-Bewegung der Deutschen in Rumänien spaltete sich nicht zuletzt an der Frage, ob diese volkskirchliche Tradition anerkannt oder abgelehnt werden sollte.
Konrad Möckel gründete mit anderen, jüngeren Pfarrern aus der Jugendbewegung den Frecker Kreis, der sich die geistliche Erneuerung der Volkskirche zum Ziel setzte. Er prangerte die kirchen- und christenfeindliche Tendenz des radikalen Flügels öffentlich an und wurde daraufhin von dessen Protagonisten scharf angegriffen, besonders von Pfarrer Friedrich Benesch. Weitere Angriffe folgten, als er 1937 auf der Weltkirchenkonferenz in Oxford die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien offiziell vertrat und sich von einer Solidaritätserklärung der Konferenz für die vom NS-Staat bedrängten Kirchen in Deutschland nicht distanzierte. Im gleichen Jahr lernte er in Neuendettelsau die Evangelische Michaelsbruderschaft kennen und trat ihr bei. In den siebenbürgisch-sächsischen Auseinandersetzungen um die Volkskirche erhielt er Unterstützung vom Leiter des Franz-Rendtorff-Hauses in Leipzig, Dr. Herbert Krimm, und von Hans Bernd von Haeften, Legationssekretär an der deutschen Gesandtschaft in Bukarest von 1937-1941. Die Angriffe gegen die Kirche glichen dem Kirchenkampf in Deutschland und spiegelten ihn zugleich in merkwürdiger Umkehrung; denn in Siebenbürgen spaltete sich nicht die evangelische Kirche, sondern die nationalsozialistische Partei der Deutschen in Rumänien, unter anderem wegen der Frage der „Volkskirche“.“
Quelle: d. XXIX BBKL Nordhausen 2008 ISBN 978-3-88309-452-6
Klaus Barbie taucht unter
10.Aug.2010 00:39 Uhr
Peter Hammerschmidt stellt uns hiermit ein Dokument zur Verfügung, aus dem ersichtlich wird, dass Barbie 1947 in die Obhut amerikanischer Geheimdienste geschlüpft ist- nicht ohne geschickt mit einer eventuellen Kooperation mit den Briten zu kokettieren. Er galt den Amerikanern als beschlagener Mann mit enormen Beziehungen, aber man legte Wert auf eine Erklärung von ihm, sich wirklich von den Resten der SS fern zu halten. Man wird gewusst haben, warum.


Klaus Barbie, neue historische Forschungen
04.Aug.2010 15:29 Uhr

Nun arbeitet Peter Hammerschmidt in seiner Examensarbeit am Thema „„Der Schlächter von Lyon“ im Sold der USA – Über die Beziehungen zwischen Klaus Barbie und dem amerikanischen Geheimdienst“ und schreibt in einem Expose:
„Klaus Barbie, der sich ab November 1942 in seiner Rolle als Gestapo-Chef im besetzten Frankreich und als Leiter der IV. Sektion der Sicherheitspolizei und des SD einen Namen als „Schlächter von Lyon“ machte, wurde nach Kriegsende, 1952, von der französischen Regierung in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Bereits 5 Jahre zuvor, als der „Eiserne Vorhang“ über Europa niederging, war Barbie zum Agenten des US-amerikanischen Geheimdienst (CIC) geworden. Im Sold der USA und unter dem Schutzmantel des CIC gelang es Barbie schließlich, ausgestattet mit gefälschten Papieren des Internationalen Komitee des Roten Kreuzes, 1951 nach Bolivien zu emigrieren, ehe er zu Beginn der 1970er Jahre von den Eheleuten Klarsfeld aufgespürt, am 11.Mai 1987 angeklagt und schließlich am 4. Juli 1987 wegen der ihm angelasteten Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. 1991 starb Barbie im Alter von 77 Jahren in Haft.“
Hammerschmidt bemüht sich in seiner Arbeit darum, „eine Antwort auf die Frage zu liefern, welche Motive den amerikanischen Geheimdienst dazu trieben, den ab 1945 auf der Central Registry of War Crimes and Security Suspects (CROWCASS) stehenden Kriegsverbrecher in den Sold der USA zu nehmen und diesen in seiner Rolle als Agent vor der Auslieferung an die französischen Behörden zu schützen. In einem weiteren Schritt sollen schließlich die Mechanismen dargestellt werden, die der CIC bemühte, um den Agenten Barbie 1951, mit einer falschen Identität ausgestattet, unerkannt auf der so genannten „Rattenlinie“ nach Südamerika zu schleusen.
Die Forschungslage zu diesem komplexen Thema ist dabei sehr überschaulisch. Abgesehen von einer 1984 erschienen Barbie-Biographie von Tom Bower1 und dem von der amerikanischen Regierung in Auftrag gegebenen und 1983 veröffentlichten sog. „Ryan-Report“2, der die Beziehungen zwischen Barbie und den USA erstmals zu analysieren versuchte, ist keine wissenschaftliche Aufarbeitung verfügbar. Die geplante Examensarbeit erhebt demnach den Anspruch, einen ersten umfassenden Forschungsbeitrag zum „Fall Barbie“ zu leisten.“
Zurzeit ist Hammerschmidt dabei, „die entsprechenden CIC-,CIA-, DOJ- und FBI-Akten zu sichten. Die seit 2000 zugänglichen Bestände können im National Archive Washington eingesehen werden.“
Ich hoffe, dass wir zu gegebener Zeit von den Ergebnissen dieser Arbeit weiter berichten können.
Neues aus Birk
04.Aug.2010 10:29 Uhr
Über Pfarrer Benesch, der als glühender Nationalsozialist, evangelischer Pfarrer und Dorfherrscher mit angeschlossenen Schlägertrupps bekannt wurde, nach dem Krieg seine Schäflein in den Westen brachte und in der Christengemeinschaft untertauchte, um auf distanzlose Art und Weise zahllosen Menschen persönliche spirituelle Anleitungen zu geben, aber sich auch gern frommen anthroposophischen Studentinnen per direktem Körperkontakt näherte, ist in diesem Blog viel geschrieben worden. Das eigentliche Problem war nicht einmal die Karriere dieser manipulativen Person, nicht nur das Wegducken vor dessen herrischem Auftreten, sondern das lang andauernde, beharrliche Leugnen der Wahrheit über die Vergangenheit Beneschs innerhalb der Christengemeinschaft. Hans-Jürgen Bracker macht nun noch einmal auf eine Blognotiz aufmerksam, die beschreibt, wie es in dem Dörfchen Birk nach dem Weggang Beneschs weiter ging. Nach Jahrzehnte währenden Verfalls scheint sich die Gemeinde nun wieder - mit Unterstützung der ehemaligen Bewohner- etwas zu organisieren und verkauft sogar bäuerliche Produkte. Zwar nicht die legendäre Hirnwurst wie zu Beneschs Zeiten, aber immerhin Kräutersalze:

„Die Feier hat mit dem Gottesdienst in der überfüllten evangelischen Kirche begonnen. Das Thema war „Der Himmel steht über alle“ und wurde zweisprachig geführt. Geleitet wurde die Zeremonie in der Kirche von dem evangelischen Pfarrer Zoran der die besondere Ehre hatte das Ornat seines Vorgängers Friedrich Benesch anziehen zu dürfen. Musikalisch untermalt wurde die Feier von Familie Kaufmann aus Deutschland und Frau Gerte Vöge aus Spanien. Gudrun Kaufmann ist nämlich die Tochter des ehemaligen Pfarrers Benesch und ist wie auch ihre Kusine Gerte Vöge in Birk geboren. Benesch war zwischen 1934 und 1944 Pfarrer in Birk und ist gleich nach dem Krieg nach Deutschland gezogen.“

„Die Feier hat mit dem Gottesdienst in der überfüllten evangelischen Kirche begonnen. Das Thema war „Der Himmel steht über alle“ und wurde zweisprachig geführt. Geleitet wurde die Zeremonie in der Kirche von dem evangelischen Pfarrer Zoran der die besondere Ehre hatte das Ornat seines Vorgängers Friedrich Benesch anziehen zu dürfen. Musikalisch untermalt wurde die Feier von Familie Kaufmann aus Deutschland und Frau Gerte Vöge aus Spanien. Gudrun Kaufmann ist nämlich die Tochter des ehemaligen Pfarrers Benesch und ist wie auch ihre Kusine Gerte Vöge in Birk geboren. Benesch war zwischen 1934 und 1944 Pfarrer in Birk und ist gleich nach dem Krieg nach Deutschland gezogen.“
Scaligero und Evola
04.Aug.2009 21:26 Uhr
An dieser Nahtstelle fragt man sich, auf was sich diese „Synthese aller meiner vorherigen esoterischen Erfahrungen“ eigentlich bezieht. Aus manchen der übersetzten Bruchstücke wird deutlich, dass sich diese Synthese auf Fragen bezieht, die denkbar weit entfernt sind von dem, was den Inhalt dessen, was Rudolf Steiners Geisteswissenschaft ausmacht, tangiert. Es handelt sich um die „Magia Sexualis“, um die Sexualmagie, um das Erleben einer „Natur, die das Ich mit sich reisst“, um „die höchsten Kräfte, in denen die Widersachermächte wirken“. Der Weg nach Scaligeros innerer Wende 1945 (soweit diese tatsächlich stattgefunden hat) bestand in einer Aufarbeitung einer Positionierung, in der „man“ (..) „geneigt ist, sich für einen geistigen Führer zu proklamieren“ und in einer Arbeit in Bezug auf die „Erlösung des Eros“ („Dallo yoga alle rosacroce“), wobei der Schlüssel „das gereinigte Denken“ sei. Massimo Scaligero war der Auffassung, dass diese spezifische Arbeit schon im Sinne Rudolf Steiners sei, auch wenn dieser „in seinem Werk nicht vom Sexus“ („Dallo yoga alle rosacroce“) spräche. Scaligero ist der Ansicht, dass der Gralsweg derjenige ist, „der das Ich in das Herz der Erde führt“. Für ihn selbst bedeutet dieser so gesehene Weg vor allem - ohne falsche Askese- „die Erlösung der menschlichen Seele von dem Eros.“ Er findet diese Erlösung in einer geistigen „androgynen Wiederherstellung“- schon immer war der Eros für Scaligero „die tiefste Sehnsucht, das verlorene Paradies wieder zu erlangen.“ Im Reinen Denken beginnt der Erlösungsprozess für Scaligero, der in eine „Auferstehung des Fühlens“ mündet, eine Art „Sonnen- Alchemie“, in der der Eros im „Mittelpunkt des Herzens“ frei von der „begehrenden Hitze“ aufersteht. Am Ende erlebt Scaligero „das Fliessen der kosmischen Willensströmung in die Ätherstrukturen seines Denkens und Fühlens“.(„Dallo yoga alle rosacroce“)
Diese sehr spezielle Darstellung, dieses in meinen Augen höchst individuelle Ringen um „absolute Reinheit“ und „ursprüngliche Keuschheit“ („Dallo yoga alle rosacroce“) muss eine Vorgeschichte haben. Den rosenkreuzerischen Schulungsweg aufzufassen als eine Befreiung von der Determiniertheit durch Begierden und Sexualität im Speziellen, verweist auf eine konkrete und schwer wiegende Vorgeschichte.
weiter zum ganzen Aufsatz Michael Eggerts
Massimo Scaligero: Im Gefängnis
24.Jul.2009 10:29 Uhr
„Es war mein Schicksal und mein Karma, das mich in das Gefängnis „Regina Coeli" gebracht hat. Ich kam in die sog. politische Abteilung des Gefängnisses, aufgrund der Tatsache, dass ich zwei anthroposophischen deutschen Freunden geholfen hatte. Diese Beiden hatten mir dann, als ich im Gefängnis war, allerdings nicht weiter geholfen.
All dieses war eine vorgeburtliche Entscheidung von meinem Ich. Es war für mich wie für jedes Individuum von grosser Bedeutung, das Schicksal so zu durchschauen, dass man die führende Kraft des Ich in den erscheinenden Ereignissen erfahren kann.
Im Gefängnis kam ich dazu, meine konkrete Methode der Meditation auszubilden. Es war für mich die Möglichkeit, durch klare, reine Gedankenkraft, die Lehre von Rudolf Steiner erfahren zu können. Anfangs war es schwierig, mit der neuen Situation umzugehen und sich an sie zu gewöhnen, es gab herumlaufende Tierchen und kalte, nasse Wände. Nach ein, zwei Wochen etwa verbesserte sich meine Lage: Die für mich verantwortlichen Aufseher und Wärter erkannten anscheinend etwas an meiner Persönlichkeit, was sie überzeugte, dass ich nicht ein sog. „politischer" Häftling sei und ich deshalb in eine Einzelzelle gesperrt wurde. Nun hatte ich eine Zeile für mich, es war in der Abteilung 322.“
weiter..
All dieses war eine vorgeburtliche Entscheidung von meinem Ich. Es war für mich wie für jedes Individuum von grosser Bedeutung, das Schicksal so zu durchschauen, dass man die führende Kraft des Ich in den erscheinenden Ereignissen erfahren kann.
Im Gefängnis kam ich dazu, meine konkrete Methode der Meditation auszubilden. Es war für mich die Möglichkeit, durch klare, reine Gedankenkraft, die Lehre von Rudolf Steiner erfahren zu können. Anfangs war es schwierig, mit der neuen Situation umzugehen und sich an sie zu gewöhnen, es gab herumlaufende Tierchen und kalte, nasse Wände. Nach ein, zwei Wochen etwa verbesserte sich meine Lage: Die für mich verantwortlichen Aufseher und Wärter erkannten anscheinend etwas an meiner Persönlichkeit, was sie überzeugte, dass ich nicht ein sog. „politischer" Häftling sei und ich deshalb in eine Einzelzelle gesperrt wurde. Nun hatte ich eine Zeile für mich, es war in der Abteilung 322.“
weiter..
Massimo Scaligero: Die Politik als Maya
21.Jul.2009 15:29 Uhr
Die Banalität dieses Versuchs einer Reinwaschung spricht aus dem Text selbst. Er selbst - so stellt er sich dar- war nur eine Randfigur, die angeblich ihren Status nutzte, um Anderen zu helfen. Seine selbstlose Nächstenliebe war auch der einzige Grund für seine Inhaftierung. Dieser Text erinnert nicht nur an Benesch, er ist auch genauso erbärmlich wie dessen Selbstdarstellung. Benesch in seiner herrischen Art machte allerdings nicht einmal den Versuch einer Rechtfertigung, er ließ die Wirklichkeit einfach weg.
Zu Scaligeros Text..
Hans-Peter Dieckmann: Zu Scaligeros „Die Politik als Maya“
21.Jul.2009 15:21 Uhr
Wie mein Mitbegründer hatte ich der dem “Traktat über das lebende Denken“ beigefügten biographischen Skizze vertraut, die auf Scaligeros Tätigkeit als Chefredakteur einer faschistischen Zeitung von 1932 bis 1944 hinweist, ihn aber vom Faschismus frei spricht.
weiter..
Peter Staudenmaier: Über Massimo Scaligero
19.Jul.2009 15:58 Uhr

„I think most anthroposophists are still unaware of Scaligero's racial writings. Even Italian anthroposophists, who have ready access to the texts themselves. Scaligero denied his own racism in his autobiography (in fact he cast his racial writings from the Fascist era as anti-racist), and lots of anthroposophists have simply taken this at face value. What is a little more surprising is that anthroposophists seem entirely unaware of the existing scholarship on the history of Fascist race policy, which discusses not only Scaligero's role in the racist campaign, but that of other Fascist anthroposophists as well, such as Ettore Martinoli and Aniceto Del Massa. In any case, Scaligero's racist publications are not hard to find in Italy. I think it would be good if anthroposophical admirers of Scaligero would familiarize themselves with this aspect of his work.“
weiter zum Text von Peter Staudenmaier..
Regina Reinsperger: Verbot der Anthroposophischen Gesellschaft in der NS-Zeit
19.Jul.2009 15:08 Uhr
Wer sich nicht nur mit der Geschichte des europäischen Judentum im 20. Jahrhundert, sondern auch einmal in einer wissenschaftlichen Bibliothek (und nicht nur im Internet) mit der Geschichte des Judentum im Deutschen Reich des 19. Jahrhunderts befasst hat, findet dabei selbstverständlich auch überaus reichliches Material über den Antisemitismus. Man ist erschüttert, wer sich alles negativ über „die Juden“ geäußert hat: angesehene Philosophen, Theologen, Wirtschaftswissenschaftler, Politiker, Journalisten und Bürger, die sogar unzählige „Antisemitische Vereine“ gegründet haben und überaus erfolgreich Mitglieder warben. Selbstverständlich stößt man bei dieser Beschäftigung auch auf die Rassentheoretiker, die sich gern einen wissenschaftlichen Anstrich gaben und nicht nur gegen die „jüdische Rasse“ hetzten. Alles in allem ist es ein beschämendes Thema, ähnlich der Inquisition des Mittelalters.
Nur eins lässt sich nicht finden: Schriften Rudolf Steiners, die den theoretischen Rassismus vorbereitet oder gefördert haben. Ihn dessen zu beschuldigen entspricht der Ebene, die Philosophie des Aristoteles auf seine Äußerungen über das Nicht-Menschsein der Sklaven und das nicht voll entwickelte Menschsein der Frauen und Kinder zu reduzieren oder die Philosophie des Thomas von Aquin an seiner Ansicht über die Frauen zu messen, mit der er aber „im Trend der Zeit“ lag. Da eine weitere Ausführung den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, hier nur ein kurzes Zitat Steiners aus dem Jahre 1909 über die Rassen: „Was wir heute Rassen nennen, das sind nur noch Überbleibsel jener bedeutsamen Unterschiede der Menschen, wie sie in der alten Atlantis üblich waren. So recht anwendbar ist der Rassebegriff nur auf die alte Atlantis. (GA 117, Seite 151)“ „Die alte Atlantis“ entspricht dabei einer wissenschaftlich nicht belegbaren Zeit kurz nach den Dinosauriern, hat also mit unserer realen Gegenwart nicht das Mindeste zu tun. „Aber jetzt schon hört der Rassebegriff auf, in Bezug auf die Entwicklung der Menschheit einen rechten Sinn zu haben. (GA 130, Seite 169)“. Wer sprach sonst solch einen Gedanken aus in einer Zeit, in der Antisemitismus und abenteuerliche Rassentheorien als „normal“ empfunden wurden? Und welcher Rassentheoretiker verkehrte mit den von ihm verachteten Menschen jüdischen Glaubens?
weiter..
Nur eins lässt sich nicht finden: Schriften Rudolf Steiners, die den theoretischen Rassismus vorbereitet oder gefördert haben. Ihn dessen zu beschuldigen entspricht der Ebene, die Philosophie des Aristoteles auf seine Äußerungen über das Nicht-Menschsein der Sklaven und das nicht voll entwickelte Menschsein der Frauen und Kinder zu reduzieren oder die Philosophie des Thomas von Aquin an seiner Ansicht über die Frauen zu messen, mit der er aber „im Trend der Zeit“ lag. Da eine weitere Ausführung den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, hier nur ein kurzes Zitat Steiners aus dem Jahre 1909 über die Rassen: „Was wir heute Rassen nennen, das sind nur noch Überbleibsel jener bedeutsamen Unterschiede der Menschen, wie sie in der alten Atlantis üblich waren. So recht anwendbar ist der Rassebegriff nur auf die alte Atlantis. (GA 117, Seite 151)“ „Die alte Atlantis“ entspricht dabei einer wissenschaftlich nicht belegbaren Zeit kurz nach den Dinosauriern, hat also mit unserer realen Gegenwart nicht das Mindeste zu tun. „Aber jetzt schon hört der Rassebegriff auf, in Bezug auf die Entwicklung der Menschheit einen rechten Sinn zu haben. (GA 130, Seite 169)“. Wer sprach sonst solch einen Gedanken aus in einer Zeit, in der Antisemitismus und abenteuerliche Rassentheorien als „normal“ empfunden wurden? Und welcher Rassentheoretiker verkehrte mit den von ihm verachteten Menschen jüdischen Glaubens?
weiter..
Frank Hörtreiter: Presseerklärung der Christengemeinschaft zu Friedrich Benesch
02.Feb.2009 15:33 Uhr
Friedrich Beneschs nationalsozialistische Vergangenheit.
Friedrich Benesch (1907-1991) hat in der Christengemeinschaft eine bedeutende Rolle gespielt – als langjähriger Leiter des Stuttgarter Priesterseminars und als weltweit gesuchter Vortragsredner. Bevor er 1947 zum Priester geweiht wurde, hat er sich als evangelischer Pastor in Siebenbürgen als begeisterter Nationalsozialist betätigt.
Vor einer eventuellen Priesterweihe hat jeder Kandidat den Pfarrern der Christengemeinschaft sein bisheriges Leben zu schildern. In Beneschs Lebenslauf steht von seiner politisch exponierten Tätigkeit nichts. Ob er dem damaligen Leiter der Christengemeinschaft, Emil Bock, unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses davon berichtet hat, ist nicht überliefert; mit Sicherheit aber nicht so vollständig und wahrheitsgetreu, dass z.B. sein mehrfacher Versuch, in die SS aufgenommen zu werden, bekannt geworden wäre.
weiter...
Friedrich Benesch (1907-1991) hat in der Christengemeinschaft eine bedeutende Rolle gespielt – als langjähriger Leiter des Stuttgarter Priesterseminars und als weltweit gesuchter Vortragsredner. Bevor er 1947 zum Priester geweiht wurde, hat er sich als evangelischer Pastor in Siebenbürgen als begeisterter Nationalsozialist betätigt.
Vor einer eventuellen Priesterweihe hat jeder Kandidat den Pfarrern der Christengemeinschaft sein bisheriges Leben zu schildern. In Beneschs Lebenslauf steht von seiner politisch exponierten Tätigkeit nichts. Ob er dem damaligen Leiter der Christengemeinschaft, Emil Bock, unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses davon berichtet hat, ist nicht überliefert; mit Sicherheit aber nicht so vollständig und wahrheitsgetreu, dass z.B. sein mehrfacher Versuch, in die SS aufgenommen zu werden, bekannt geworden wäre.
weiter...
Peter Staudenmaier: Biologisch- dynamische Landwirtschaft in Konzentrationslagern
04.Aug.2008 21:03 Uhr
Peter Staudenmaier schreibt: „I wanted to follow up on the history of SS-sponsored bio-dynamic plantations at various concentration camps. Perhaps an overview of this history will help spur a more attentive anthroposophical engagement with this chapter of anthroposophy’s past. Part of my archival research over the last several months has involved working through the records of these bio-dynamic installations at Dachau and elsewhere, but for purposes of this post I will largely stick to published sources.“
Der Artikel wird durch zahlreiche - meist deutschsprachige Weblinks und weiterführende Literatur, teilweise auch durch Einblicke in Originalliteratur (Google- Books)- ergänzt. Als Beispiel für diese Recherche- Möglichkeit hier der Google-Link zu Uwe Werners „Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus“
Zum Artikel
Der Artikel wird durch zahlreiche - meist deutschsprachige Weblinks und weiterführende Literatur, teilweise auch durch Einblicke in Originalliteratur (Google- Books)- ergänzt. Als Beispiel für diese Recherche- Möglichkeit hier der Google-Link zu Uwe Werners „Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus“
Zum Artikel
„Abschaffung artfremder Gesittung“- Aus dem „Birker Heimatbuch“
01.Aug.2008 03:15 Uhr
Noch einmal ein Textabschnitt aus dem „Birker Heimatbuch“, herausgegeben von Susanne Dienesch im Eigenverlag 1996. Thema ist die Aufgabenstellung der evangelischen Pfarrer in Birk/ Siebenbürgen. Unter ihnen - wieder einmal dominant vertreten- Friedrich Benesch;
„Das Aufgabenprofil eines Pfarrers in Birk ist sehr umfangreich: Er predigt an den Haupt- und Festgottesdiensten, vollzieht die kirchlichen Amtshandlungen bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, erteilt den Religionsunterricht an der Schule, spendet seiner 1100-Seelen-Gemeinde geistlichen Trost und gibt allen Rat- und Hilfesuchenden wertvolle Fingerzeige und Belehrungen, verwaltet und beaufsichtigt das Kirchenvermögen, steht der deutschen Schule als Lokalschulinspektor vor und führt seine Gemeinde in kultureller, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Bezeichnend ist das Arbeitsprogramm, das Pfarrer Benesch 1934 bei seinem Amtsantritt entwirft..“
weiter
„Das Aufgabenprofil eines Pfarrers in Birk ist sehr umfangreich: Er predigt an den Haupt- und Festgottesdiensten, vollzieht die kirchlichen Amtshandlungen bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, erteilt den Religionsunterricht an der Schule, spendet seiner 1100-Seelen-Gemeinde geistlichen Trost und gibt allen Rat- und Hilfesuchenden wertvolle Fingerzeige und Belehrungen, verwaltet und beaufsichtigt das Kirchenvermögen, steht der deutschen Schule als Lokalschulinspektor vor und führt seine Gemeinde in kultureller, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Bezeichnend ist das Arbeitsprogramm, das Pfarrer Benesch 1934 bei seinem Amtsantritt entwirft..“
weiter
Der alltägliche anthroposophische Rassismus
19.Jul.2008 01:03 Uhr

Im Zusammenhang mit dem Artikel über die antisemitischen Anthroposophen in Triest möchte ich noch einmal auf einen Artikel von mir aufmerksam machen, der inzwischen in die Kategorie „Anthroposophie und Drittes Reich“ verschoben worden ist. Es geht um den anthroposophischen Arzt und vielbeschäftigten Autoren Norbert Glas (1897-1986), dessen „goetheanistisch- physiognomisches“ Buch „Das Antlitz offenbart den Menschen. Eine geistgemäße Physiognomik 4. Auflage 1979“ ich hier bespreche. „Geistgemäß“ mag es ja sein, geistvoll ist es sicherlich nicht. Zu haben ist es bei Amazon -immer noch. Ich habe jetzt hier im Blog zur Probe mal die Äußerungen des Physiognomen Glas über die „triebhaften Neger“ zusammen gestellt- eingerahmt von meinem begleitenden Text:

Bild aus dem besprochenen Buch!
„Aber ach, immerhin haben wir Weißen immerhin doch noch hemmende Kräfte. Das mag anderswo auf dieser großen Welt noch anders sein. Indianer zum Beispiel haben stets eine "zu lange Oberlippe", woran man sofort erkennt, dass sie die "Neigung zur Schwere und Verhärtung" haben. Das zeigt sich auch darin, dass sie "schwer lastende Knochen" besitzen. Vielleicht konnten sie deshalb vor den weißen Amis nicht schnell genug davon laufen.
"Die Neger" dagegen haben in Bezug auf ihre Oberlippe "die Neigung zur Verkürzung". Daher wirken sie "im großen und ganzen sehr kindlich". Man muss allerdings, phänomenologisch sauber - allerdings streng rassistisch - die verkürzte Oberlippe von "der Wulstigkeit der Lippen" getrennt betrachten. Man muss sich von dem Kindlichen nicht in Bockshorn jagen lassen. Denn die wulstigen Lippen deuten doch eindeutig, wie gerade schon dargelegt worden ist, "auf starke Triebelemente in der schwarzen Rasse" hin. Glas schreibt tatsächlich ohne Wenn und Aber von der "schwarzen Rasse". Erstaunlicherweise weist er in diesem Zusammenhang darauf hin, wie "fein die physiognomischen Unterscheidungen getroffen werden müssen, wenn man das Menschenwesen nicht dogmatisch betrachtet". Ich war gerade der Ansicht, dass er mit solchen Anschauungen eine geradezu umwerfend dogmatische Betrachtungsweise an den Tag gelegt hat.“
So etwas gehört einfach nicht gedruckt und verkauft, finde ich.
Peter Staudenmaier: Anthroposophists and antisemitism in Fascist Italy
16.Jul.2008 21:11 Uhr

„Here's a quick overview of my recent research. I spent last week in the state archive in Trieste, Italy to work through the surviving documents from an important antisemitic institute during the Fascist period, the "Center for the Study of the Jewish Problem" based in Trieste from 1942 to 1943, which was renamed "The Center for Race" from 1943 to 1945, when Fascism was finally defeated. The founding director of the Trieste Center was Ettore Martinoli (1895-1958). In 1944 Martinoli became the head of the national bureau for press and propaganda in Fascist Italy's General Inspectorate for Race, a position he held up to the bitter end.
Martinoli was also one of the most prominent Italian Anthroposophists during the Fascist period, indeed during the twentieth century. He was co-founder of the Anthroposophical Society in Italy, which was founded in Trieste in 1931, and he served as its Secretary for many years. At the same time he was also a committed Fascist, from the very beginnings of Mussolini's movement (he joined the Fascist party already in 1919), and played a leading role in the persecution of Italian Jews under the Fascist regime, particularly in his hometown of Trieste, which was the site of Italy's third largest Jewish community...“
Der ganze Artikel Peter Staudenmaiers, der sich am Rande auch mit Georg Kühlewinds Idol Massimo Scaligero beschäftigt hier.
Zur Geschichte des anthroposophischen Zweiges in Triest: „Kurze Hinweise über die Geschichte des anthroposophischen Zweiges in Triest. Eine Gruppe, die sich sammelte, um Geistwissenschaft zu studieren, bildete sich gegen die zwanziger Jahre. Das Staatsarchiv in Rom verzeichnet am 13 Januar 1931 die Bildung der italienischen anthroposofischen Gesellschaft mit Sitz gerade in Triest, aber eine Briefzeugnisablegung zeigt im Jahre 1929 das wirchliche Gründigungsdatum unserer von dem Vorstand in Dornach annerkennten Landesgesellschaft. Unter den gründende Mitgliedern des Jaheres 1929 (oder 1931?) ragen die Namen von Giorgio Brusadin, Paolo Gentilli, Maria Cassini, Febe Colazza, Ettore Martinoli, Ortensia Liedl, die mit Marie Steiner an einem eingeschlossenen Studium in Portorose in der Nähe von Triest teilnahm, und Laura Eulambio hervor.
Wichtig musste die Rolle von Febe Colazza, Gattin von Giovannn Colazza sein, der gerade gleichzeitig eine Arbeitgruppe in Rom bildete und wo die Anthroposophie wahrscheinlich dank seiner Arbeit nach Italien eintritt, weil er einer der bei Steiner und der esoterischen Schule nächsten Anhänger war. Wir möchten noch daran erinnern dass Albert Steffen und Alfred Meebolt sehr oft hier in Triest gewesen sind, und dass Dora Beker, die später in Rom und Dornach arbeitete, gerade bei uns in Anthroposophie einfuhr.
Im Jahre 1938 wegen der Einführung der Rassengesetze, wurden die anthroposophische Gesellschaft und die Begegnungun in den Zweingen verboten, aber die Arbeit setzte "geheimnissvoll" zu Hause von Frau Cassini fort. ..“
„Nachweislich radikale Nationalsozialisten“
01.Jul.2008 22:37 Uhr
In der „Halbjahresschrift für südeuropäische Geschichte, Literatur und Politik“ (Heft 1/ Frühjahr 2008, S. 70 ff) geht der Historiker Klaus Popa ebenfalls auf die Benesch- Biografie von Hans- Werner Schroeder ein.
Er erwähnt den Beitrag von Johann Böhm im gleichnamigen Heft aus dem Jahr 2004, in dem dieser erstmalig den „völkisch- nationalsozialistischen Werdegang von Friedrich Benesch“ bekannt gemacht hatte. Erst nach Erscheinen dieses Beitrag „erkannte die anthroposophisch ausgerichtete „Christengemeinschaft“, der Benesch lange Jahre an führender Stelle vorstand, die Notwendigkeit, den Lebensweg ihres Mentors klärend zu durchleuchten.“ Und so kam es in der Folge auch zu dem Bemühen Schroeders, die bis dahin „verborgen gebliebene NS- Hypothek Beneschs in dessen Lebensweg einzugliedern“.
Trotz vieler positiver Ansätze in der vorliegenden Biografie meint Popa , dass manche Einschätzungen Schroeders „schwer nachvollziehbar“ sind. Ein Grund dafür besteht darin, dass Schroeder sich unkritisch auf eine „eindeutig selbstrechtfertigende“ autobiografische Skizze Beneschs aus dem Jahr 1991 bezieht. So behauptet Benesch darin, seine Freunde hätten sich in den frühen 30er Jahren wegen dessen christlichen Bezugs von ihm zurückgezogen und schreibt von seinem „christlichen Bewusstsein“. In Wirklichkeit standen zu dieser Zeit sowohl Benesch wie seine Freunde in einer “radikalen politischen Orientierung“ und nutzten die Evangelische Landeskirche in Rumänien als Trittbrett für ihre nationalsozialistischen Karrieren. Klaus Popa meint daher: „Schroeder lässt auch Äußerungen Beneschs gelten, die bereits in der Zeit, als sie getan wurden, von irregeleiteter Unaufrichtigkeit und Zynismus geprägt waren“. Selbst eindeutige und radikale Bekenntnisse Beneschs zum Nationalsozialismus zeugen bei Schroeder lediglich vom „Selbstbewusstsein“ Beneschs, ja es zeige sich in ihnen „ein ernstes und ernst zu nehmendes Anliegen.“
weiter..
Er erwähnt den Beitrag von Johann Böhm im gleichnamigen Heft aus dem Jahr 2004, in dem dieser erstmalig den „völkisch- nationalsozialistischen Werdegang von Friedrich Benesch“ bekannt gemacht hatte. Erst nach Erscheinen dieses Beitrag „erkannte die anthroposophisch ausgerichtete „Christengemeinschaft“, der Benesch lange Jahre an führender Stelle vorstand, die Notwendigkeit, den Lebensweg ihres Mentors klärend zu durchleuchten.“ Und so kam es in der Folge auch zu dem Bemühen Schroeders, die bis dahin „verborgen gebliebene NS- Hypothek Beneschs in dessen Lebensweg einzugliedern“.
Trotz vieler positiver Ansätze in der vorliegenden Biografie meint Popa , dass manche Einschätzungen Schroeders „schwer nachvollziehbar“ sind. Ein Grund dafür besteht darin, dass Schroeder sich unkritisch auf eine „eindeutig selbstrechtfertigende“ autobiografische Skizze Beneschs aus dem Jahr 1991 bezieht. So behauptet Benesch darin, seine Freunde hätten sich in den frühen 30er Jahren wegen dessen christlichen Bezugs von ihm zurückgezogen und schreibt von seinem „christlichen Bewusstsein“. In Wirklichkeit standen zu dieser Zeit sowohl Benesch wie seine Freunde in einer “radikalen politischen Orientierung“ und nutzten die Evangelische Landeskirche in Rumänien als Trittbrett für ihre nationalsozialistischen Karrieren. Klaus Popa meint daher: „Schroeder lässt auch Äußerungen Beneschs gelten, die bereits in der Zeit, als sie getan wurden, von irregeleiteter Unaufrichtigkeit und Zynismus geprägt waren“. Selbst eindeutige und radikale Bekenntnisse Beneschs zum Nationalsozialismus zeugen bei Schroeder lediglich vom „Selbstbewusstsein“ Beneschs, ja es zeige sich in ihnen „ein ernstes und ernst zu nehmendes Anliegen.“
weiter..
Peter Staudenmaier: When did Waldorf schools close?
17.Apr.2008 21:27 Uhr
Waldorf enthusiasts today often believe that the German Waldorf schools were shut down by a decree of the Nazi government. This is untrue. Of the nine Waldorf schools in Germany in 1933, two were shut down by various parts of the Nazi regime: The Stuttgart school by provincial-level authorities in 1938, and the Dresden school by the Gestapo in 1941. The other Waldorf schools closed on their own initiative in 1939 and 1940, for a variety of reasons, sometimes exacerbated by restrictive measures imposed by parts of the government (one of them closed even earlier, in 1936, for reasons that had nothing to do with the Nazis).
Anthroposophical sources sometimes give inaccurate dates for these self-closures. Uwe Werner's book Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, p. 375, claims that the Altona Waldorf school closed in April 1936, the Hannover Waldorf school in July 1937, the Kassel Waldorf school in June 1938, and the Breslau Waldorf school in March 1939. Wenzel Götte's dissertation “Erfahrungen mit Schulautonomie,” p. 544, citing Werner, reports the same dates. Werner’s dates refer to the earliest decision to close, rather than to the actual date of closure, and explicitly disregard the extensive 'Umschulungskurse' implemented by each Waldorf school to prepare their pupils for transferring to public schools. His data thus misrepresent by several years, in some cases, the date at which the schools ceased operation.
Werner’s claims are controverted by a mass of other evidence. One example is Emil Kühn, “Bericht des Vorstandes des Waldorfschulvereins,” Mitteilungen an die Mitglieder des Waldorfschulvereins Stuttgart, October 1937, p. 11, by an official of the League of Waldorf Schools, which refers unambiguously to eight Waldorf schools currently existing in Germany in October 1937; none of them had closed by that point. René Maikowski, leader of the League of Waldorf Schools and head of the Hannover Waldorf school, reports that the Hannover school closed in April 1939, not July 1937 (see Maikowski, Schicksalswege auf der Suche nach dem lebendigen Geist, 159); this is supported by archival sources, e.g. a September 22, 1938 memorandum from the Ministry of Education.
In a March 1938 letter to the Ministry of Education, eight months after Werner claims the Hannover school had closed, Maikowski proposed the Hannover Waldorf school as a candidate for ‘experimental school’ status, which meant official support from the Nazi state. The Hannover school was still a leading candidate for ‘experimental school’ status in October 1938, according to an October 25, 1938 letter from the League of Waldorf Schools to the Ministry of Education. As late as April 1939, League of Waldorf Schools spokesperson Elisabeth Klein noted that the Hannover Waldorf school was not only still operating but still applying for ‘experimental school’ status. (Klein's letter to Alfred Baeumler, April 2, 1939) Achim Leschinsky, “Waldorfschulen im Nationalsozialismus,” 272 indicates that the transitional courses, the 'Umschulungskurse', were not completed at the Hannover school until 1940. Archival sources also make clear that the Kassel school closed in March 1939, not June 1938.
Even the Berlin Waldorf school, which is sometimes held up as a shining example of a Waldorf school that decided to shut itself down rather than submit to further compromises with Nazi authorities, had a complicated history in this regard. After announcing in August 1937 their intention to close the following year, the faculty of the Berlin Waldorf school changed their minds a few months later. In December 1937 the school reversed course and applied for permission to rescind their prior announcement and continue operating past the following year. The municipal education authorities opposed this, and were backed by the Ministry of Education. In March 1938, when the process of 'Umschulung' or transitioning to public school was to have been completed and the school shut down entirely, the local school officials allowed the third and fourth grades to continue until April 1939 in order to prepare the Waldorf pupils adequately for transfer to public schools. Thus the 1937 decision for self-closure was not fully implemented until 1939. Also in March 1938, Maikowski proposed the Berlin Waldorf school as another candidate for ‘experimental school’ status (Maikowski's March 25, 1938 letter to Ministry of Education). The possibility of recognition as an ‘experimental school’ was still being pursued for the Berlin school even in April 1939 (Elisabeth Klein to Alfred Baeumler, April 2, 1939).
Peter Staudenmaier
Anthroposophical sources sometimes give inaccurate dates for these self-closures. Uwe Werner's book Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, p. 375, claims that the Altona Waldorf school closed in April 1936, the Hannover Waldorf school in July 1937, the Kassel Waldorf school in June 1938, and the Breslau Waldorf school in March 1939. Wenzel Götte's dissertation “Erfahrungen mit Schulautonomie,” p. 544, citing Werner, reports the same dates. Werner’s dates refer to the earliest decision to close, rather than to the actual date of closure, and explicitly disregard the extensive 'Umschulungskurse' implemented by each Waldorf school to prepare their pupils for transferring to public schools. His data thus misrepresent by several years, in some cases, the date at which the schools ceased operation.
Werner’s claims are controverted by a mass of other evidence. One example is Emil Kühn, “Bericht des Vorstandes des Waldorfschulvereins,” Mitteilungen an die Mitglieder des Waldorfschulvereins Stuttgart, October 1937, p. 11, by an official of the League of Waldorf Schools, which refers unambiguously to eight Waldorf schools currently existing in Germany in October 1937; none of them had closed by that point. René Maikowski, leader of the League of Waldorf Schools and head of the Hannover Waldorf school, reports that the Hannover school closed in April 1939, not July 1937 (see Maikowski, Schicksalswege auf der Suche nach dem lebendigen Geist, 159); this is supported by archival sources, e.g. a September 22, 1938 memorandum from the Ministry of Education.
In a March 1938 letter to the Ministry of Education, eight months after Werner claims the Hannover school had closed, Maikowski proposed the Hannover Waldorf school as a candidate for ‘experimental school’ status, which meant official support from the Nazi state. The Hannover school was still a leading candidate for ‘experimental school’ status in October 1938, according to an October 25, 1938 letter from the League of Waldorf Schools to the Ministry of Education. As late as April 1939, League of Waldorf Schools spokesperson Elisabeth Klein noted that the Hannover Waldorf school was not only still operating but still applying for ‘experimental school’ status. (Klein's letter to Alfred Baeumler, April 2, 1939) Achim Leschinsky, “Waldorfschulen im Nationalsozialismus,” 272 indicates that the transitional courses, the 'Umschulungskurse', were not completed at the Hannover school until 1940. Archival sources also make clear that the Kassel school closed in March 1939, not June 1938.
Even the Berlin Waldorf school, which is sometimes held up as a shining example of a Waldorf school that decided to shut itself down rather than submit to further compromises with Nazi authorities, had a complicated history in this regard. After announcing in August 1937 their intention to close the following year, the faculty of the Berlin Waldorf school changed their minds a few months later. In December 1937 the school reversed course and applied for permission to rescind their prior announcement and continue operating past the following year. The municipal education authorities opposed this, and were backed by the Ministry of Education. In March 1938, when the process of 'Umschulung' or transitioning to public school was to have been completed and the school shut down entirely, the local school officials allowed the third and fourth grades to continue until April 1939 in order to prepare the Waldorf pupils adequately for transfer to public schools. Thus the 1937 decision for self-closure was not fully implemented until 1939. Also in March 1938, Maikowski proposed the Berlin Waldorf school as another candidate for ‘experimental school’ status (Maikowski's March 25, 1938 letter to Ministry of Education). The possibility of recognition as an ‘experimental school’ was still being pursued for the Berlin school even in April 1939 (Elisabeth Klein to Alfred Baeumler, April 2, 1939).
Peter Staudenmaier
Der Holocaust in Siebenbürgen
12.Apr.2008 20:51 Uhr
Thomas Reinsperger schreibt:
"Ein Zeitzeuge, den ich leider nicht nennen darf, berichtete mir, dass er als Jugendlicher Mitglied der deutschen Levante-Jugend und dort auch Jugendführer war, und dass seine Gruppe mit zur Bewachung der Ziegelei eingeteilt war. Den Bewachungs-Befehl habe der stellvertretende Gebietsleiter Benesch, den sie alle gut kannten, den Jugendführern persönlich erteilt. - Auch das Ehepaar Elvira (*1885 in Birk) und Farkas (*1882) Spierer aus Beneschs Dorf Birk, gingen durch eines dieser Lager bevor sie noch im Jahr 1944 in Auschwitz ermordet wurden.
Über dieses Ghetto in der Ziegelei von Sächsisch-Regen haben Überlebende ausführlich berichtet: so z.B. Radolph L.Braham in seinem Buch in einem Kapitel: „The Ghetto of Szaszregen“, er beschreibt Folter und nennt auch Namen der Täter. Auch der Elie Wiesel – Bericht über den Holocaust in Rumänien hat ein Kapitel „The Holocaust in Northern Transylvania“, in dem auch die Ghettos in den Zentren wie Bistritz oder Sächsisch-Regen beschrieben werden. Der Bericht kann im Internet über Yadvashem angesehen werden. Auch Martha Marmor und ihr Bruder Laszlo Grün waren dort interniert (siehe egoisten-Artikel: „Jugendterror“ und "Siebenbürgen“ ).
Auch Gerlach und Aly berichten in ihrem Buch (3) von Übergriffen Deutschstämmiger und besonders auch die Beteiligung der paramilitärischen „Deutschen Mannschaft“ des VDU bei der Verfolgung und Ghettoisierung der jüdischen Bevölkerung. Die Verstrickung der Siebenbürger Sachsen und ihrer VDU-Führung ist also im Gegensatz zum anfangs erwähnten Zitat aus Schroeders Benesch-Biographie (4, Seite 186) eindeutig belegt."
Der gesamte Artikel als PDF- Download (1,1 MB)
"Ein Zeitzeuge, den ich leider nicht nennen darf, berichtete mir, dass er als Jugendlicher Mitglied der deutschen Levante-Jugend und dort auch Jugendführer war, und dass seine Gruppe mit zur Bewachung der Ziegelei eingeteilt war. Den Bewachungs-Befehl habe der stellvertretende Gebietsleiter Benesch, den sie alle gut kannten, den Jugendführern persönlich erteilt. - Auch das Ehepaar Elvira (*1885 in Birk) und Farkas (*1882) Spierer aus Beneschs Dorf Birk, gingen durch eines dieser Lager bevor sie noch im Jahr 1944 in Auschwitz ermordet wurden.
Über dieses Ghetto in der Ziegelei von Sächsisch-Regen haben Überlebende ausführlich berichtet: so z.B. Radolph L.Braham in seinem Buch in einem Kapitel: „The Ghetto of Szaszregen“, er beschreibt Folter und nennt auch Namen der Täter. Auch der Elie Wiesel – Bericht über den Holocaust in Rumänien hat ein Kapitel „The Holocaust in Northern Transylvania“, in dem auch die Ghettos in den Zentren wie Bistritz oder Sächsisch-Regen beschrieben werden. Der Bericht kann im Internet über Yadvashem angesehen werden. Auch Martha Marmor und ihr Bruder Laszlo Grün waren dort interniert (siehe egoisten-Artikel: „Jugendterror“ und "Siebenbürgen“ ).
Auch Gerlach und Aly berichten in ihrem Buch (3) von Übergriffen Deutschstämmiger und besonders auch die Beteiligung der paramilitärischen „Deutschen Mannschaft“ des VDU bei der Verfolgung und Ghettoisierung der jüdischen Bevölkerung. Die Verstrickung der Siebenbürger Sachsen und ihrer VDU-Führung ist also im Gegensatz zum anfangs erwähnten Zitat aus Schroeders Benesch-Biographie (4, Seite 186) eindeutig belegt."
Der gesamte Artikel als PDF- Download (1,1 MB)
Der polnische Pate
05.Apr.2008 13:54 Uhr
Während sich in den letzten Wochen wieder einmal bestimmte anthroposophische Kreise öffentlich in der offenen Rudolf- Steiner- Mailliste (RSL) zu Wort meldeten, um eine ziemlich eklige Melange von Verschwörungstheorien, Leugnung des 11/9, Antiamerikanismus und Antisemitismus vorzutragen (und öffentlich von der entsprechenden Gegenfraktion verbale Prügel zu beziehen), gibt es an ungeahnten Positionen tatsächlich Graue Eminenzen, die hinter den Kulissen politische und gesellschaftliche Fäden ziehen.
Ein Beispiel dafür ist der greise polnsch- uruguayische Milltardär Jan Kobylanski. Der polnische Außenminister Sikorski hat gerade einen Brief an den Präsidenten der polnischen Parlamentskammer verfasst, um gewisse „dienstliche Reisen“ der Senatoren in Zukunft zu untersagen. Die gwissen Reisen führen die Politiker seit geraumer Zeit auf das Landgut Kobylanskis in Uruguay.
weiter..
Ein Beispiel dafür ist der greise polnsch- uruguayische Milltardär Jan Kobylanski. Der polnische Außenminister Sikorski hat gerade einen Brief an den Präsidenten der polnischen Parlamentskammer verfasst, um gewisse „dienstliche Reisen“ der Senatoren in Zukunft zu untersagen. Die gwissen Reisen führen die Politiker seit geraumer Zeit auf das Landgut Kobylanskis in Uruguay.
weiter..
700 Reichsmark pro Jude
05.Apr.2008 11:02 Uhr
Regina Reinsperger schreibt: "Die Juden mussten nämlich grundsätzlich für ihre Fahrt ins Gas selbst bezahlen. War das nicht möglich, z.B. bei den Massendeportationen aus Warschau, so hatte man sich darauf geeinigt, wer die Züge bestelle, müsse für die Kosten aufkommen. Für die Reichsbahn war das Reichssicherheitshauptamt der SS (in dem ja auch Otto Ohlendorf die Leitung des Amtes III inne hatte) die Kontaktstelle, und dort bestätigte Adolf Eichmann am 20. Februar 1941 die Übernahme anfallender Kosten."
weiter..
weiter..
"Zug der Erinnerung" - in Berlin nicht erwünscht
03.Apr.2008 18:25 Uhr

Der "Zug der Erinnerung" ist eine Bürgerinitiative, die an die Deportationen - auch und gerade von jüdischen Kindern - erinnern möchte: "Der Zug der Erinnerung besteht aus mehreren Waggons, in denen die Geschichte der europäischen Deportationen in beispielhaften Biografien nacherzählt wird. Schwerpunkt der Ausstellung ist das Deportationsgeschehen in Deutschland: die Zustellung der Deportationsbescheide, das Herrichten und Verlassen der Wohnungen, der Weg zu den Sammellagern und von dort am helllichten Tag durch die Dörfer und Städte zu den wartenden Zügen." Die "Logistik des Massenmords" durchzog ganz Europa. Praktisch alle grösseren Städte Deutschlands waren in diesen Fahrplan einbezogen, wie die Ausstellung beweist. Es muss ein Kunststück während dieser Zeit gewesen sein, davon nichts zu hören und zu sehen: "Auf den Bahnhöfen schienen sich die Wartenden an den Anblick der Todeszüge gewöhnt zu haben."
Und natürlich war auch das Personal der Bahn vielfältig in diese Logistik einbezogen: "In einem eigenen Ausstellungsbereich werden mehrere Täter der unterschiedlichen Funktionebenen vorgestellt: Vom Reichsverkehrsministerium über die SS bis hin zu den Logistikplanern der Reichsbahn, die für den Transport der todgeweihten Kinder und Jugendlichen in die Vernichtungslager sorgten. Mehrere dieser Spezialisten setzten ihre Bahnkarrieren in der Nachkriegszeit fort."
Das scheint dazu zu führen, dass die Bahn auch heute noch Schwierigkeiten hat, mit dieser Initiative zu kooperieren. Wie die Rheinische Post heute meldet, verbietet die Bahn, dass der Zug im Berliner Hauptbahnhof Station macht. Die historische Dampflok "gefährde die Sicherheit" durch ihre "Dampfentwicklung". Ja, ausgerechnet der Dampf. Die Stationen des Zuges führen, wie auf der Website nachzulesen ist, bis nach Auschwitz. Vielleicht würde heute Auschwitz ja auch aus Umwelt- und "Sicherheitsgründen" verboten, wer weiss? Aber nein. Es geht doch, wenn nur die Gebühren bezahlt werden: "Die Sperrung des Berliner Hauptbahnhofs erfolgt im Anschluss an ein Schreiben des DB-Vorstandsmitglieds Dr. Otto Wiesheu (CSU, DB-Vorstand Wirtschaft und Politik). Wiesheu teilte mehreren Bundestagsabgeordneten jetzt schriftlich mit, daß die Bahn AG den „Zug der Erinnerung“ weiterhin mit Gebühren belegen werde. Der Zug muß pro Bahnkilometer rund 3,50 Euro, pro Abstellstunde 5,00 Euro und pro Ausstellungstag für das Gedenken 450 Euro zahlen. Insgesamt erwartet die private Bürgerinitiative DB-Rechnungen in Höhe von über 100.000 Euro. Laut Wiesheu ist das Gedenken („Inanspruchnahme der Eisenbahninfrastruktur“ ) ohne Einschränkung „kostenpflichtig“. Eine Bitte um Stundung der Forderungen hat die Bahn AG kategorisch abgelehnt." (website)
"Am Abgrund"
01.Apr.2008 00:00 Uhr
Nun hat auch Armin Husemann in der Zeitschrift "Anthroposophie- Vierteljahresschrift zur anthroposophischen Arbeit in Deutschland"* zur Benesch- Biografie Hans-Werner Schroeders Stellung genommen. Für mich ist es die erste Besprechung in einem "offiziellen" Organ, die ohne beschönigende Scheuklappen die Sache auf den Punkt bringt. Husemann schreibt, dass Benesch "seit seiner Jünglings- und Studentenzeit verschiedenen nationalsozialistischen Organisationen" angehört hat. Er war "früh Mitglied der nationalsozialistischen Erneuerungsbewegung in Rumänien und stellte Anträge zur Mitgliedschaft in der SS, was ihm aber als nicht deutschem Staatsbürger versagt wurde". Husemann stellt nicht in Frage, dass Benesch höchst aktiv als nationalsozialistischer Propagandist war. In diesem Sinne "benutzte" er auch seine "Stellung als Pfarrer in Birk", was ihm mit "brausendem Sieg-Heil" seiner Bauern vergolten wurde.
Für Husemann sind diese Zeugnisse aus Schroeders Biografie "ein deprimierendes Erlebnis". Kühn vermutet er im Sinne von Schroeder, dass Benesch angesichts der "Vernichtungsmaßnahmen an Juden" (was für ein Ausdruck!) ab 1942 Zweifel am nationalsozialistischen Staat kamen. Diese Annahme allerdings teile ich nicht.
Die Selbstdarstellung Beneschs nach 1945 aber bezeichnet Husemann als "Abgrund dieser Unaufrichtigkeit sich selbst und den Mitmenschen gegenüber". Er hat natürlich auch erhebliche Schwierigkeiten damit, einen derart verbohrten Nationalsozialisten wie Benesch in seinem Tätigkeitsfeld als anthroposophischer Repräsentant zu sehen. In der Anthroposophie sieht Husemann einen "diametralen Gegensatz gegen jedwedes nationalistische oder rassistische Gedankengut". Aber der Zugang Beneschs zur Anthroposophie bestand ja nicht erst seit 1945. Er hatte sie bereits mit 19 Jahren kennen gelernt, allerdings ausgerechnet den Volksseelenzyklus (GA 121) Steiners und einen Vortrag mit dem Titel "Die germanische Seele und der deutsche Geist" (14. 1. 1915). So rutschte Benesch zeitgleich in einer spezifischen Perspektive in die Anthroposophie hinein, in der er sich auch "in dem völkischen Artamanen-Bund" engagierte. Die beabsichtigte "Kolonisation" der "benachbarten slawischen Länder" war erklärtes Ziel der Artamanen. Benesch hat diese Ziele, indem er in dem Dorf Birk im nationalsozialistischen Sinne als Pfarrer zu wirken begann, faktisch tatsächlich umgesetzt. Husemanns Erschrecken darüber, dass Lesern, "die Anthroposophie nicht kennen", hier und an anderen Stellen der Eindruck aufkommen muss, "Anthroposophie passt zur nationalsozialistischen Entwicklung von Friedrich Benesch wie der Schlüssel zum Schloss", ist daher nur allzu verständlich.
So kommt Husemann zu dem Schluss, dass Schroeder es versäumt, "die Anthroposophie und Rudolf Steiner gegen Beneschs Missverständnisse in Schutz zu nehmen". Das ist kein Wunder, denn wenn Schroeder die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Anthroposophie und Nationalsozialismus explizit heraus stellen würde, wäre die Tätigkeit Benschs als Seelsorger, anthroposophischer Autor, als Priester und Ausbilder nur schwer zu vermitteln. Auch die von Schroeder doppeldeutig und schwärmerisch angebrachte "Naturverbundenheit und -anschauung" Beneschs sieht Husemann durchaus im Zusammenhang mit dessen völkischer "Blut- und Boden- Ideologie". Die Naturbegeisterung Beneschs hatte ihn ja nun auch zum Studium der "Rassekunde" nationalsozialistischer Prägung gebracht. Das, fragt Husemann, soll der von Schroeder vorgebrachte angebliche "jugendliche Goetheanismus" Beneschs sein? Diese vorgeblichen "Kompatibilitäten" in den Interessen Beneschs, sind- so Husemann- "zum Schaden der Anthroposophie und der Christengemeinschaft". Die Versuche Schroeders, Beneschs Biografie von den unübersehbaren Rissen und Unwahrhaftigkeiten zu glätten, können in der Öffentlichkeit nur zu katastrophalen Rückschlüssen in Bezug auf Anthroposophie führen- ein gefundenes Fressen für diejenigen, die darin ohnehin ein rassistisches Gedankengut sehen.
Der im Titel von Husemanns Artikel verwendete Begriff des Abgrunds kann daher nicht nur in Bezug auf die Biografie Beneschs verstanden werden, sondern auch auf die Rezeption durch manche anthroposophischen Kreise, die sich diesen Nationalsozialisten so lange schön schreiben wollen, bis die Anthroposophie selbst daran Schaden nimmt.
--------------------
*Anthroposophie 62. Jahrgang, Ostern I/2008, Nr.243, Seite 89 ff
Für Husemann sind diese Zeugnisse aus Schroeders Biografie "ein deprimierendes Erlebnis". Kühn vermutet er im Sinne von Schroeder, dass Benesch angesichts der "Vernichtungsmaßnahmen an Juden" (was für ein Ausdruck!) ab 1942 Zweifel am nationalsozialistischen Staat kamen. Diese Annahme allerdings teile ich nicht.
Die Selbstdarstellung Beneschs nach 1945 aber bezeichnet Husemann als "Abgrund dieser Unaufrichtigkeit sich selbst und den Mitmenschen gegenüber". Er hat natürlich auch erhebliche Schwierigkeiten damit, einen derart verbohrten Nationalsozialisten wie Benesch in seinem Tätigkeitsfeld als anthroposophischer Repräsentant zu sehen. In der Anthroposophie sieht Husemann einen "diametralen Gegensatz gegen jedwedes nationalistische oder rassistische Gedankengut". Aber der Zugang Beneschs zur Anthroposophie bestand ja nicht erst seit 1945. Er hatte sie bereits mit 19 Jahren kennen gelernt, allerdings ausgerechnet den Volksseelenzyklus (GA 121) Steiners und einen Vortrag mit dem Titel "Die germanische Seele und der deutsche Geist" (14. 1. 1915). So rutschte Benesch zeitgleich in einer spezifischen Perspektive in die Anthroposophie hinein, in der er sich auch "in dem völkischen Artamanen-Bund" engagierte. Die beabsichtigte "Kolonisation" der "benachbarten slawischen Länder" war erklärtes Ziel der Artamanen. Benesch hat diese Ziele, indem er in dem Dorf Birk im nationalsozialistischen Sinne als Pfarrer zu wirken begann, faktisch tatsächlich umgesetzt. Husemanns Erschrecken darüber, dass Lesern, "die Anthroposophie nicht kennen", hier und an anderen Stellen der Eindruck aufkommen muss, "Anthroposophie passt zur nationalsozialistischen Entwicklung von Friedrich Benesch wie der Schlüssel zum Schloss", ist daher nur allzu verständlich.
So kommt Husemann zu dem Schluss, dass Schroeder es versäumt, "die Anthroposophie und Rudolf Steiner gegen Beneschs Missverständnisse in Schutz zu nehmen". Das ist kein Wunder, denn wenn Schroeder die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Anthroposophie und Nationalsozialismus explizit heraus stellen würde, wäre die Tätigkeit Benschs als Seelsorger, anthroposophischer Autor, als Priester und Ausbilder nur schwer zu vermitteln. Auch die von Schroeder doppeldeutig und schwärmerisch angebrachte "Naturverbundenheit und -anschauung" Beneschs sieht Husemann durchaus im Zusammenhang mit dessen völkischer "Blut- und Boden- Ideologie". Die Naturbegeisterung Beneschs hatte ihn ja nun auch zum Studium der "Rassekunde" nationalsozialistischer Prägung gebracht. Das, fragt Husemann, soll der von Schroeder vorgebrachte angebliche "jugendliche Goetheanismus" Beneschs sein? Diese vorgeblichen "Kompatibilitäten" in den Interessen Beneschs, sind- so Husemann- "zum Schaden der Anthroposophie und der Christengemeinschaft". Die Versuche Schroeders, Beneschs Biografie von den unübersehbaren Rissen und Unwahrhaftigkeiten zu glätten, können in der Öffentlichkeit nur zu katastrophalen Rückschlüssen in Bezug auf Anthroposophie führen- ein gefundenes Fressen für diejenigen, die darin ohnehin ein rassistisches Gedankengut sehen.
Der im Titel von Husemanns Artikel verwendete Begriff des Abgrunds kann daher nicht nur in Bezug auf die Biografie Beneschs verstanden werden, sondern auch auf die Rezeption durch manche anthroposophischen Kreise, die sich diesen Nationalsozialisten so lange schön schreiben wollen, bis die Anthroposophie selbst daran Schaden nimmt.
--------------------
*Anthroposophie 62. Jahrgang, Ostern I/2008, Nr.243, Seite 89 ff
Peter Staudenmaier: Ergänzungen zu "Otto Ohlendorf as "Grail Guardian" of Nazism
01.Apr.2008 00:00 Uhr
I am consistently impressed with Reinsperger's work, including her recent essay on Ohlendorf. (...) Although I naturally have differences with her on various issues, I see her recent essays as an encouraging instance of forthright anthroposophist confrontation with the Nazi past.
Reinsperger is quite right about how Ohlendorf is portrayed in anthroposophist memoirs; for any German readers out there, I particularly recommend Elisabeth Klein's 1978 book Begegnungen, especially the chapter "Das Schicksal von Otto Ohlendorf" pp. 112-120, but see also pp. 88-90 for additional material on Ohlendorf and anthroposophy. Reinsperger's portrayal of this sort of ex post facto rehabilitation and justification of Ohlendorf's role in the holocaust is unfortunately accurate. I think she's also right to treat skeptically the notion that Ohlendorf was assigned to lead Einsatzgruppe D because of his association with anthroposophy. On some details, I think Reinsperger is occasionally a bit too credulous toward both Elisabeth Klein's memoirs and Uwe Werner's book on anthroposophy during the Nazi era, but both are important sources. She also doesn't mention three details that seem to me important and in line with the rest of her analysis:
1) While she does quote the passage from Hauschka's memoir where he reports filing an affidavit in defense of Ohlendorf at the latter's trial, she doesn't mention that other anthroposophists did the same thing as well -- according to Elisabeth Klein, at least two other anthroposophists gave positive affidavits on Ohlendorf's behalf.
2) She doesn't mention that Ohlendorf's attorney at his war crimes trial was the anthroposophist Hans Merkel (she says that Ohlendorf represented himself at the trial, which is technically true). Merkel was also the defense attorney for Darre, the Nazi agriculture minister (and Merkel's boss during the Nazi era) at his Nuremberg trial.
3) She doesn't mention that Werner Georg Haverbeck, as Christian Community priest, conducted Ohlendorf's funeral after his execution.
These are relatively minor points, however, and I find her overall analysis appropriately focused. There is additional interesting material on Ohlendorf in Werner's book. Ohlendorf wrote an official memo about his relationship to anthroposophy after his sentencing and before his execution. Werner quotes extensively from this memo (see Werner, Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, pp. 246-248 in particular). There Ohlendorf says that during his time with the SS and SD he tried to oversee and positively influence the treatment of anthroposophists by his colleagues. Werner summarizes as follows: "In any case in 1937 there were two aspects of anthroposophy that drew Ohlendorf's attention: on the one hand anthroposophy fulfilled tasks which he expected from National Socialism as a movement for spiritual renewal, but which National Socialism had so far not fulfilled; and on the other hand the representatives of anthroposophy struggled with perseverance and a willingness to sacrifice. This impressed Ohlendorf and motivated him to campaign on behalf of the anthroposophists to the extent possible." (p. 247)
Peter Staudenmaier
1) While she does quote the passage from Hauschka's memoir where he reports filing an affidavit in defense of Ohlendorf at the latter's trial, she doesn't mention that other anthroposophists did the same thing as well -- according to Elisabeth Klein, at least two other anthroposophists gave positive affidavits on Ohlendorf's behalf.
2) She doesn't mention that Ohlendorf's attorney at his war crimes trial was the anthroposophist Hans Merkel (she says that Ohlendorf represented himself at the trial, which is technically true). Merkel was also the defense attorney for Darre, the Nazi agriculture minister (and Merkel's boss during the Nazi era) at his Nuremberg trial.
3) She doesn't mention that Werner Georg Haverbeck, as Christian Community priest, conducted Ohlendorf's funeral after his execution.
These are relatively minor points, however, and I find her overall analysis appropriately focused. There is additional interesting material on Ohlendorf in Werner's book. Ohlendorf wrote an official memo about his relationship to anthroposophy after his sentencing and before his execution. Werner quotes extensively from this memo (see Werner, Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, pp. 246-248 in particular). There Ohlendorf says that during his time with the SS and SD he tried to oversee and positively influence the treatment of anthroposophists by his colleagues. Werner summarizes as follows: "In any case in 1937 there were two aspects of anthroposophy that drew Ohlendorf's attention: on the one hand anthroposophy fulfilled tasks which he expected from National Socialism as a movement for spiritual renewal, but which National Socialism had so far not fulfilled; and on the other hand the representatives of anthroposophy struggled with perseverance and a willingness to sacrifice. This impressed Ohlendorf and motivated him to campaign on behalf of the anthroposophists to the extent possible." (p. 247)
Peter Staudenmaier
Regina Reinsperger: Otto Ohlendorf- „Gralshüter des Nationalsozialismus“ und Freund der Anthroposophen ?
01.Apr.2008 00:00 Uhr
In einer umfangreichen Arbeit, die hier als direkter PDF- Download zum Ausdrucken angeboten wird, widmet sich Regina Reinsperger dem Verhältnis von Otto Ohlendorf zu den von ihm begangenen Gräueltaten im Dritten Reich, aber auch dem Verhältnis vieler zeitgenössischer Anthroposophen zu ihm, der vielfach als Beschützer der Anthroposophie unter dem "Schirm" von Heß dargestellt wurde und wird: "Über Otto Ohlendorf berichten einige Anthroposophen in ihrer Biographie und zeichnen ein beschönigendes Bild von einem Mann, der angeblich der „anthroposophischen Sache“ in „schwerer Zeit“ beigestanden hat." Frau Reinsperger zeigt in ihrer Untersuchung, dass diese angebliche Beziehung vor allem eine Schutzbehauptung des 1951 hingerichteten Kriegsverbrechers war. Sie zeigt die Mythologisierung dieses Karrieristen durch anthroposophische Kreise auf, nennt aber auch die kritischen Stimmen.
Auch diese Arbeit von Frau Dr. Reinsperger stellt einen gewichtigen Beitrag dar zur Aufarbeitung und Dokumentation des Themas "Anthroposophen und der Nationalsozialismus".
Weitere Arbeiten von Frau Dr. Reinsperger hier.
Unter dem Titel "Anthroposophie und Drittes Reich" ist noch eine neue, gesonderte Seite bei den Egoisten zu finden, auf der sämtliche Artikel verschiedener Autoren zum Thema gesammelt erscheinen.
Auch diese Arbeit von Frau Dr. Reinsperger stellt einen gewichtigen Beitrag dar zur Aufarbeitung und Dokumentation des Themas "Anthroposophen und der Nationalsozialismus".
Weitere Arbeiten von Frau Dr. Reinsperger hier.
Unter dem Titel "Anthroposophie und Drittes Reich" ist noch eine neue, gesonderte Seite bei den Egoisten zu finden, auf der sämtliche Artikel verschiedener Autoren zum Thema gesammelt erscheinen.
Dr. Regina Reinsperger: Emil Bock und der Nationalsozialismus
04.Mär.2008 20:28 Uhr
"Emil Bock , der Leiter der Christengemeinschaft von 1938 bis 1959, hat 1947 Friedrich Benesch und 1950 Werner Georg Haverbeck als Pfarrer in die Christengemeinschaft aufgenommen. Dass er Haverbecks (siehe Wikipedia-Artikel:“Werner Georg Haverbeck) nationalsozialistische Vergangenheit kannte, hat CG-Pfarrer Georg Blattmann überliefert. Hans-Werner Schroeder berichtet in seiner Benesch-Biographie auf Seite 119, dass Emil Bock 1947 auf einer Jugendtagung in Stuttgart sinngemäß über das 3. Reich gesagt habe: „Der Enthusiasmus und die Begeisterung, die damals in der deutschen Jugend waren, waren doch in Ordnung! Die Popanze jedoch, die als die so genannten Führer diesen Idealismus auf sich zogen, die waren die eigentliche Katastrophe!“ In diesem Zusammenhang fehlt jeglicher Hinweis auf die verbrecherischen Inhalte im Denken der jugendlichen Idealisten: das nationalsozialistische völkische Bewusstsein einerseits und die mörderische Rassenkunde andererseits. Die Weltanschauung wird von Bock hier vollständig ausgeklammert und lediglich die „Popanze“ werden als Katastrophe benannt. Schroeder schreibt auf Seite 120: „Bock ist über jeden Verdacht nationalsozialistischer Tendenzen erhaben.“ Sehen wir, so gut es eben geht nach, ob und wie wir diese Aussage verifizieren können."
weiter..
weiter..
Peter Staudenmaier: Waldorf schools building the Third Reich
04.Mär.2008 18:53 Uhr
Along with Rene Maikowski, Elisabeth Klein was one of the top spokespeople for the Waldorf movement during the Nazi era. She was a longtime anthroposophist who had worked with Steiner personally; she was also founder and leader of the Dresden Waldorf school. Klein was particularly successful in furthering the Waldorf cause with high-level Nazis such as Rudolf Hess and Alfred Baeumler.
Klein viewed her task in 1937 as promoting, in her words, the “honest work of the Waldorf schools in building the Third Reich.” (Klein to Baeumler, December 18, 1937 ) The opening sentence of the draft constitution for the Dresden Waldorf school, prepared by Klein in early 1939 and meant as a model for other Waldorf schools as well, stated unequivocally: “The Rudolf Steiner School in Dresden stands on the foundation of the National Socialist state.” (“Entwurf einer Konstitution der Rudolf Steiner-Schule Dresden (gleichzeitig als Entwurf für andere Waldorfschulen)” March 13, 1939, signed by Elisabeth Klein) Already in 1933, the Hannover Waldorf school (led by Maikowski) had declared: “The faculty stands entirely on the foundation of the National Socialist state.”
This perspective was shared by a number of Klein’s interlocutors within the Nazi party hierarchy, including Ernst Schulte-Strathaus on Hess’s staff. Schulte-Strathaus held that Waldorf schools “work according to National Socialist principles and produce excellent benefits.” In his view, Waldorf education was to be considered “wholly positive from the standpoint of the National Socialist movement.” His 1934 report to Hess on the Waldorf schools began as follows:
"The goals of the Waldorf schools coincide in their fundamental principles with what the Führer has called for in education: “above all the development of character, especially fostering willpower and determination, as well as educating toward a joyful embrace of responsibility, and only last scientific instruction” (Mein Kampf 452). The Waldorf schools have been fulfilling this mission, as articulated by the Führer, for fifteen years."
The report continued: "The educational approach of the Waldorf schools grows out of the German essence and is systematically directed against materialist thinking and mere intellectualism. A way must be found to make this educational approach useful to the reshaping of the educational system in order to secure the spiritual and soul content of National Socialism. This should not be difficult, since the basic principles of Waldorf schooling are much closer to the ideas of National Socialism than may appear at first glance; the words of the Führer quoted earlier prove this." (Schulte-Strathaus, “Bericht an den Stellvertreter des Führers über die Waldorf-Schulen” May 14, 1934)
Peter Staudenmaier
______________
Hier eine weitere, umfangreiche Quelle zu den Aktivitäten Maikowskis und Kleins aus den "Flensburger Heften"
Zur Biografie Maikowskis Recherche bei Kulturimpuls
Klein viewed her task in 1937 as promoting, in her words, the “honest work of the Waldorf schools in building the Third Reich.” (Klein to Baeumler, December 18, 1937 ) The opening sentence of the draft constitution for the Dresden Waldorf school, prepared by Klein in early 1939 and meant as a model for other Waldorf schools as well, stated unequivocally: “The Rudolf Steiner School in Dresden stands on the foundation of the National Socialist state.” (“Entwurf einer Konstitution der Rudolf Steiner-Schule Dresden (gleichzeitig als Entwurf für andere Waldorfschulen)” March 13, 1939, signed by Elisabeth Klein) Already in 1933, the Hannover Waldorf school (led by Maikowski) had declared: “The faculty stands entirely on the foundation of the National Socialist state.”
This perspective was shared by a number of Klein’s interlocutors within the Nazi party hierarchy, including Ernst Schulte-Strathaus on Hess’s staff. Schulte-Strathaus held that Waldorf schools “work according to National Socialist principles and produce excellent benefits.” In his view, Waldorf education was to be considered “wholly positive from the standpoint of the National Socialist movement.” His 1934 report to Hess on the Waldorf schools began as follows:
"The goals of the Waldorf schools coincide in their fundamental principles with what the Führer has called for in education: “above all the development of character, especially fostering willpower and determination, as well as educating toward a joyful embrace of responsibility, and only last scientific instruction” (Mein Kampf 452). The Waldorf schools have been fulfilling this mission, as articulated by the Führer, for fifteen years."
The report continued: "The educational approach of the Waldorf schools grows out of the German essence and is systematically directed against materialist thinking and mere intellectualism. A way must be found to make this educational approach useful to the reshaping of the educational system in order to secure the spiritual and soul content of National Socialism. This should not be difficult, since the basic principles of Waldorf schooling are much closer to the ideas of National Socialism than may appear at first glance; the words of the Führer quoted earlier prove this." (Schulte-Strathaus, “Bericht an den Stellvertreter des Führers über die Waldorf-Schulen” May 14, 1934)
Peter Staudenmaier
______________
Hier eine weitere, umfangreiche Quelle zu den Aktivitäten Maikowskis und Kleins aus den "Flensburger Heften"
Zur Biografie Maikowskis Recherche bei Kulturimpuls
Elisabeth Klein: Das Schicksal von Otto Ohlendorf
10.Feb.2008 14:48 Uhr
"Unergründlich und schwer verständlich, ja schwer zu tragen sind manche Lebensschicksale, die in tragischen Zeiten dem eigenen Lebensweg begegnen. Mit Scheu versucht man, der Größe mancherlei Verknotungen nahezukommen. So ging es mir bei meinen Berliner Bemühungen mit Persönlichkeiten, die mir auf verschiedenen Ämtern entgegentraten, besonders aber mit der Persönlichkeit von Otto Ohlendorf. Dieser arbeitete im SD für das Amt der „Volksbefragung" und in leitender Stellung in der Reichsgruppe Handel. Sein Mitarbeiter, Dr. Dütsch, berichtet über seine Ziele: „Ohlendorf war bekannt als Gegner aller kollektivistischen Bestrebungen in der Wirtschaft und aller Versuche, die privaten Unternehmen zu Gunsten von Großbetrieben abzubauen." So wird es verständlich, dass er sich auch mit großer Energie für die Erhaltung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, auch gegen den Widerstand der Kunstdüngerkonzerne, einsetzte, ebenso aber auch für die Waldorfschulen. Auch für die Erhaltung heilpädagogischer Heime hat er viel Hilfreiches getan. Herr Leitgen machte uns auf ihn aufmerksam. Ohlendorf war als Kämpfer gegen die Maßnahmen eines Bormann, eines Heydrich und besonders Himmlers bekannt."
Weiter zum gesamten Text aus Elisabeth Kleins Erinnerungen
Weiter zum gesamten Text aus Elisabeth Kleins Erinnerungen
Peter Staudenmaier: Waldorf and the "national uprising"
10.Feb.2008 00:13 Uhr
Emphatic commitment to the national community was not confined to official statements from the leadership of the League of Waldorf Schools. A 1934 essay written by Richard Karutz on behalf of the parents at the Stuttgart Waldorf school offers a striking example of Waldorf advocates’ thinking on the new political situation in Germany. Referring to the Nazi ‘revolution’ of 1933 as the “national uprising” (völkische Erhebung), the first page announced:
"Since the national uprising of 1933, the launching of the nation toward the National Socialist unified people’s state and the most profound transformation of every political and social course of life, the school is committed to participation in the rebuilding of the Reich, along with every other cell of German life and every individual German person. Toward this goal, the school is committed to active collaboration, putting itself at the service of the leaders of the school system of the new Reich and showing them what positive values the school has to offer from its pedagogical experience." (Richard Karutz, “Erklärung aus dem Kreise der Elternschaft der Freien Waldorfschule Stuttgart” )
The leadership of the Stuttgart Waldorf school association endorsed the Karutz text and distributed it to the association’s membership in March 1934. None of the existing secondary literature quotes this eleven-page Karutz text. The passage above reads in the original: “Seit der völkischen Erhebung von 1933, dem Aufbruch der Nation zum nationalsozialistischen einheitlichen Volksstaat und der tiefstgreifenden Wandlung aller politischen, sozialen Lebensrichtung ist die Schule so gut wie jede andere deutsche Lebenszelle und jeder einzelne deutsche Mensch verpflichtet am Neuaufbau des Reiches mitzuwirken. Zu dem Zwecke ist sie verpflichtet, den Führern im Schulwesen des neuen Reiches sich zur tätigen Mitarbeit zur Verfügung zu stellen und ihnen zu zeigen, was sie aus ihrer pädagogischen Erfahrung an positiven Werten zu geben hat.”
Karutz continued:
"We declare, on the foundation of the New State, that we recognize the Free Waldorf School as an outstanding and reliable institution in accord with the New State. […] For fifteen years Waldorf pedagogy has been pursuing methodological paths and striving toward practical goals that point in the spiritual direction of the National Socialist uprising. Waldorf schooling anticipated demands of the New State and is well positioned to produce students who are thoroughly prepared in body, soul and spirit, who are capable and determined to serve the New State with personal dedication."
The text went on to emphasize that all of the Waldorf teachers at the Stuttgart school share the same “national convictions” (nationale Gesinnung), a “unified worldview” centered on “the spiritual-cultural mission of the German Volk.” As a result of this commitment, and what Karutz called the “authoritarian” methods of Waldorf pedagogy, many Waldorf graduates have “enthusiastically joined the National Socialist movement.” Karutz underscored the school’s devotion to the “national community,” boasted of the military background of the Waldorf faculty, and quoted Hitler repeatedly to demonstrate the proximity of Waldorf’s objectives to the premises of National Socialism.
Peter Staudenmaier
"Since the national uprising of 1933, the launching of the nation toward the National Socialist unified people’s state and the most profound transformation of every political and social course of life, the school is committed to participation in the rebuilding of the Reich, along with every other cell of German life and every individual German person. Toward this goal, the school is committed to active collaboration, putting itself at the service of the leaders of the school system of the new Reich and showing them what positive values the school has to offer from its pedagogical experience." (Richard Karutz, “Erklärung aus dem Kreise der Elternschaft der Freien Waldorfschule Stuttgart” )
The leadership of the Stuttgart Waldorf school association endorsed the Karutz text and distributed it to the association’s membership in March 1934. None of the existing secondary literature quotes this eleven-page Karutz text. The passage above reads in the original: “Seit der völkischen Erhebung von 1933, dem Aufbruch der Nation zum nationalsozialistischen einheitlichen Volksstaat und der tiefstgreifenden Wandlung aller politischen, sozialen Lebensrichtung ist die Schule so gut wie jede andere deutsche Lebenszelle und jeder einzelne deutsche Mensch verpflichtet am Neuaufbau des Reiches mitzuwirken. Zu dem Zwecke ist sie verpflichtet, den Führern im Schulwesen des neuen Reiches sich zur tätigen Mitarbeit zur Verfügung zu stellen und ihnen zu zeigen, was sie aus ihrer pädagogischen Erfahrung an positiven Werten zu geben hat.”
Karutz continued:
"We declare, on the foundation of the New State, that we recognize the Free Waldorf School as an outstanding and reliable institution in accord with the New State. […] For fifteen years Waldorf pedagogy has been pursuing methodological paths and striving toward practical goals that point in the spiritual direction of the National Socialist uprising. Waldorf schooling anticipated demands of the New State and is well positioned to produce students who are thoroughly prepared in body, soul and spirit, who are capable and determined to serve the New State with personal dedication."
The text went on to emphasize that all of the Waldorf teachers at the Stuttgart school share the same “national convictions” (nationale Gesinnung), a “unified worldview” centered on “the spiritual-cultural mission of the German Volk.” As a result of this commitment, and what Karutz called the “authoritarian” methods of Waldorf pedagogy, many Waldorf graduates have “enthusiastically joined the National Socialist movement.” Karutz underscored the school’s devotion to the “national community,” boasted of the military background of the Waldorf faculty, and quoted Hitler repeatedly to demonstrate the proximity of Waldorf’s objectives to the premises of National Socialism.
Peter Staudenmaier
Hans-Jürgen Bracker & Regina Reinsperger: "Ist die Anthroposophie braun oder gar schwärzlich angehaucht?"
08.Feb.2008 21:55 Uhr
Der jüngste Prospekt des Verlags Johannes M. Mayer (Mayer. Die Welt in Worten. Verlagsprogramm 2007/2008) liegt seit Längerem auf meinem Schreibtisch, aber erst kürzlich fiel mir die S.6 auf, wo das Buch "Falsche Propheten" vorgestellt wird, das allerdings nicht ausgeliefert, sondern kurz vor der Frankfurter Buchmesse (Oktober 2007) zurückgezogen wurde. Der "Stern" berichtete darüber am 16.11.2007.
Dort heißt es, Lorenzo Ravagli, einer der "führenden Denker" der "Waldorf-Bewegung in Deutschland", hat "ein Buchmanuskript mit einem NPD-Funktionär geschrieben - es aber vor der Veröffentlichung zurückgezogen. [...] In den Auszügen des Buches, die stern.de vorliegen - dazu gehören nicht die Einleitung und das Schlusskapitel - vertritt Ravagli zwar ausdrücklich die Ansicht, dass Nationalismus und Waldorf-Ideale nicht vereinbar seien. Dennoch sorgte er mit dem gemeinsamen Projekt dafür, dass Molau ein Forum für seine rechtsextremen Ansichten bekam. Dass es möglicherweise auf ihn selbst zurückfällt, wenn er Molau hoffähig macht, hat Ravagli mittlerweile wohl auch selbst erkannt. Zu seinem Rückzug sei es gekommen, weil 'ein Buchprojekt mit einem bekennenden Rechtsaußen derzeit von der Öffentlichkeit im falschen Kontext bewertet werden könnte', sagte er stern.de. Und über seine Motivation zu diesem Buch: 'Mir war und ist es wichtig, rechte Ideologen nicht pauschal abzulehnen. Ich halte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihnen für notwendig.'" -- Den zweiten Teil (von dreien) des Buches "Falsche Propheten" bildet ein Briefwechsel Ravaglis aus dem Jahr 2006 mit dem NPD-Funktionär und ehemaligen Waldorflehrer Andreas Molau.
Ich will hier lediglich auf den ersten Satz des Textes im Verlagsprospekt hinweisen; er lautet:
"Ist die Anthroposophie braun oder gar schwärzlich angehaucht?"
Ich frage mich, welche politische Farbenlehre der Autor oder die Autorin dieses Textes kennt. Kann es etwas anderes als Naivität, Unwissenheit sein, wenn man "schwärzlich angehaucht" für schlimmer hält als "braun angehaucht"? Wer politische Bücher in seinem Verlagsprogramm hat, der müsste doch eigentlich dafür sorgen, dass ein solcher Faux-pas nicht passieren kann. -- Höchstens im NS-internen Jargon kann man "braun" (für die SA) für weniger schlimm halten als "schwarz" (für die SS).
Nochmal für nicht politisch farbensichere: schwarz steht traditionell für christliche oder katholische Parteien, rot für Kommunisten oder Sozialdemokraten,gelb für die Liberalen, grün für die Grünen und braun für die Nationalsozialisten. Der oben zitierte Satz macht also nur Sinn wie o.a.innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie. Mir stellt sich auch die Frage, warum wir uns inhaltlich mit Menschen auseinandersetzen sollen, die den Holocaust leugnen, sich geschichtliche Fakten nach ihrem Gusto biegen oder Halbwahrheiten verbreiten. (Ein Literaturhinweis für die schnelle Information: Markus Tiedemann "In Auschwitz wurde niemand vergast" 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie wiederlegt. Verlag an der Ruhr, 1996, ISBN 3-86072-275-1, ab 12,50 Euro bei Amazon)
NB. Erinnert sei hier noch daran, dass Lorenzo Ravagli schon einmal vor gut 10 Jahren mit einer zurückgezogenen Publikation zum Thema Rechtsextremismus zu tun hatte: Er hatte (zusammen mit Rudolf Saacke) den umstrittenen russischen Autor Gennadi Bondarew zu dessen Buch "Anthroposophie auf der Kreuzung der okkult-politischen Bewegungen der Gegenwart" (Basel 1996) interviewt, die Zeitschrift "Novalis" (ich war seinerzeit dort Mitarbeiter) lehnte den Abdruck jedoch ab. Daraufhin wurde das Interview im Internet von Bondarews Verleger Willi Lochmann veröffentlicht.
Dort heißt es, Lorenzo Ravagli, einer der "führenden Denker" der "Waldorf-Bewegung in Deutschland", hat "ein Buchmanuskript mit einem NPD-Funktionär geschrieben - es aber vor der Veröffentlichung zurückgezogen. [...] In den Auszügen des Buches, die stern.de vorliegen - dazu gehören nicht die Einleitung und das Schlusskapitel - vertritt Ravagli zwar ausdrücklich die Ansicht, dass Nationalismus und Waldorf-Ideale nicht vereinbar seien. Dennoch sorgte er mit dem gemeinsamen Projekt dafür, dass Molau ein Forum für seine rechtsextremen Ansichten bekam. Dass es möglicherweise auf ihn selbst zurückfällt, wenn er Molau hoffähig macht, hat Ravagli mittlerweile wohl auch selbst erkannt. Zu seinem Rückzug sei es gekommen, weil 'ein Buchprojekt mit einem bekennenden Rechtsaußen derzeit von der Öffentlichkeit im falschen Kontext bewertet werden könnte', sagte er stern.de. Und über seine Motivation zu diesem Buch: 'Mir war und ist es wichtig, rechte Ideologen nicht pauschal abzulehnen. Ich halte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihnen für notwendig.'" -- Den zweiten Teil (von dreien) des Buches "Falsche Propheten" bildet ein Briefwechsel Ravaglis aus dem Jahr 2006 mit dem NPD-Funktionär und ehemaligen Waldorflehrer Andreas Molau.
Ich will hier lediglich auf den ersten Satz des Textes im Verlagsprospekt hinweisen; er lautet:
"Ist die Anthroposophie braun oder gar schwärzlich angehaucht?"
Ich frage mich, welche politische Farbenlehre der Autor oder die Autorin dieses Textes kennt. Kann es etwas anderes als Naivität, Unwissenheit sein, wenn man "schwärzlich angehaucht" für schlimmer hält als "braun angehaucht"? Wer politische Bücher in seinem Verlagsprogramm hat, der müsste doch eigentlich dafür sorgen, dass ein solcher Faux-pas nicht passieren kann. -- Höchstens im NS-internen Jargon kann man "braun" (für die SA) für weniger schlimm halten als "schwarz" (für die SS).
Nochmal für nicht politisch farbensichere: schwarz steht traditionell für christliche oder katholische Parteien, rot für Kommunisten oder Sozialdemokraten,gelb für die Liberalen, grün für die Grünen und braun für die Nationalsozialisten. Der oben zitierte Satz macht also nur Sinn wie o.a.innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie. Mir stellt sich auch die Frage, warum wir uns inhaltlich mit Menschen auseinandersetzen sollen, die den Holocaust leugnen, sich geschichtliche Fakten nach ihrem Gusto biegen oder Halbwahrheiten verbreiten. (Ein Literaturhinweis für die schnelle Information: Markus Tiedemann "In Auschwitz wurde niemand vergast" 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie wiederlegt. Verlag an der Ruhr, 1996, ISBN 3-86072-275-1, ab 12,50 Euro bei Amazon)
NB. Erinnert sei hier noch daran, dass Lorenzo Ravagli schon einmal vor gut 10 Jahren mit einer zurückgezogenen Publikation zum Thema Rechtsextremismus zu tun hatte: Er hatte (zusammen mit Rudolf Saacke) den umstrittenen russischen Autor Gennadi Bondarew zu dessen Buch "Anthroposophie auf der Kreuzung der okkult-politischen Bewegungen der Gegenwart" (Basel 1996) interviewt, die Zeitschrift "Novalis" (ich war seinerzeit dort Mitarbeiter) lehnte den Abdruck jedoch ab. Daraufhin wurde das Interview im Internet von Bondarews Verleger Willi Lochmann veröffentlicht.
"Und über allem leuchtet die Liebe und Treue zu Adolf Hitler"
07.Feb.2008 22:45 Uhr
Hans-Jürgen Bracker, der dieses Dokument von Friedrich Benesch entdeckt hat, schreibt dazu: „anbei drei JPG-Dateien von Benesch, aus "Die Burse" 5. Jg., Heft 1 (Juli 1934), S. 46-48-- nach dem "Röhm-Putsch" -- dasselbe Heft, in dem er über die religiöse Lage geschrieben hat. Wohl nur für dieses Heft war er Redakteur, danach ging er sofort nach Siebenbürgen.
Download des Textes hier.
Download des Textes hier.
Peter Staudenmaier: Waldorfs Anhänger im 3. Reich
05.Feb.2008 17:46 Uhr
Hier eine Übersetzung von Miria Gogow zum in englischer Sprache bereits hier veröffentlichten Artikel (Hyperlinks bitte im englischen Artikel verfolgen):
Waldorfschulen hatten einige Feinde innerhalb des Nazistaates und Parteiapparates, von lokalen und regionalen Bildungsbeamten bis hin zu in der Öffentlichkeit stehenden Personen wie MARTIN BORMANN und REINHARD HEYDRICH. Aber Waldorf hatte auch einige Anhänger in den Rängen der Nazihierarchie.
Anthroposophische Quellen gestehen in der Regel nur eine kleine Anzahl von Personen innerhalb des Parteiapparates ein, die sich langfristig für den Waldorfunterricht eingesetzt haben, wobei RUDOLF HESS; OTTO OHLENDORF und ALFRED BAEUMLER die bekanntesten dieses Personenkreises wären. Jeder von diesen Männern spielte tatsächlich eine wichtige Rolle was die Öffentlichkeitsarbeit und Aufrechterhaltung der Waldorfinitiative während der 3. Reichs anging und sie sind in liebevoller Erinnerung in die Memoiren der Vertreter Waldorfs eingegangen. (Diese drei Anhänger habe ich bereits zuvor besprochen und werde sie nun zu Gunsten weniger bekannter Personen ad acta legen.) Waldorfs Fürsprecher sahen im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zusätzlich zwei hohe Beamte als Verbündete in der Waldorf Angelegenheit: HELMUT BOJUNGA und ALBERT HOLFELDER. Bojunga war von 1934 bis 1937 Ministerialdirektor im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und Holfelder bekleidete diese Position ab 1937; der Amtsinhaber dieses Posten galt als die rechte Hand des Ministers für Bildung.
Auch andere einflussreiche Nazibeamte setzten sich gelegentlich für Waldorf und seine Anhänger ein. Hess´ Amtskollege im Führerbüro, PHILIPP BOUHLER, stellte früh Unterstützung zur Führung der Vereinigung der Waldorfschulen und arrangierte essentielle Kontakte in der Parteihierarchie. Hans Schemm, der Begründer des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, dem er als „Reichswalter“ vorstand, wurde eine Zeit lang als potentieller Schirmherr der Waldorfanhänger gesehen. Sogar der Innenminister, Wilhelm Frick, vereitelte die Versuche anti-anthroposophischer Nazis, die Waldorfschulen aufzulösen. Nach dem 2. WK legten ELISABETH KLEIN und Rene Maikowski, eine Anzahl von weniger prominenten Nazibeamten, die den Waldorfunterricht unterstützen, offen.
Jedoch waren die, praktisch gesehen einflussreichsten Partei- und Regierungsmitglieder, die allgemein hinter der Kulisse für die Waldorfbewegung arbeiteten, vielleicht Alfred Leitgen und ERNST SCHULTE-STRATHAUS. Leitgen und Schulte-Strathaus benutzen wiederholt ihre Position, um die Mitarbeiter von Hess für ihre Interessen bezüglich der Waldorfschulen zu manipulieren und sie gegen Opponenten aus dem anderen Lager der vielen Büros des Naziapparates zu verteidigen. Die entscheidende Kampagne um den Waldorfunterricht aufzubauen und als festen Bestandteil in das institutionalisierte Bildungswesens Nazideutschlands einzugliedern führte Eickhoff, was ihm aufgrund seiner Vergangenheit im Innenministerium möglich war. Darüber hinaus wurde die Arbeit dieser Gruppe durch die kontinuierliche Unterstützung sowohl von Hess als auch von Göhring möglich gemacht.
Zu dieser Zeit erfreute sich die Waldorfbewegung eines positiven Anklangs in der nationalsozialistischen Presse. Die im August 35 erschienene Ausgabe der Waldorfbroschüre „Erziehungskunst“, 134-136, beinhaltet drei Seiten von extrem positiven Ausschnitten aus der lokalen, regionalen und nationalen Presse bezüglich verschiedener Waldorfveranstaltungen, einschließlich der Berichte der lokalen Nazizeitung, dem Stuttgarter NS-Kurier, sowie dem „Völkischen Beobachter“. Allein drei Auszüge entstammen dem „Völkischen Beobachter“, der Propagandazeitung schlechthin. 1939 beschrieb ein langatmiger Artikel im „Völkischen Beobachter“ sogar ausdrücklich die „gesunden“ Aspekte des Waldorfunterrichts als Beispiel für das Gute und Übernehmenswerte der Anthroposophie für den Nationalsozialismus (vgl. “Wissenschaftliche Arbeit am nationalsozialistischen Gedankengut” Völkischer Beobachter January 29, 1939, 5-6.
*zu Ohlendorf: "Während der ersten neun Monate Ohlendorfs als Befehlshaber der „Einsatzgruppe D“ vernichtete diese Einheit 90.000 Leben. Jeden Tag wurden ca. 340 dieser Tausende getötet, beschimpft als Juden, Zigeuner, Asiaten und „Unerwünschte“. Zwischen dem 16. November und dem 15. Dezember 1941, in nur 30 Tagen, brachte diese Einsatzgruppe durchschnittlich 700 Menschen pro Tag ums Leben. Die Verstärkung der Arbeit/ Einsatzkräfte der Einsatzgruppe D wurde im April 42 in einem Bericht vorgeschlagen. (Die Krim ist von den Juden befreit)" (Quellen im englischen Artikel)
Waldorfschulen hatten einige Feinde innerhalb des Nazistaates und Parteiapparates, von lokalen und regionalen Bildungsbeamten bis hin zu in der Öffentlichkeit stehenden Personen wie MARTIN BORMANN und REINHARD HEYDRICH. Aber Waldorf hatte auch einige Anhänger in den Rängen der Nazihierarchie.
Anthroposophische Quellen gestehen in der Regel nur eine kleine Anzahl von Personen innerhalb des Parteiapparates ein, die sich langfristig für den Waldorfunterricht eingesetzt haben, wobei RUDOLF HESS; OTTO OHLENDORF und ALFRED BAEUMLER die bekanntesten dieses Personenkreises wären. Jeder von diesen Männern spielte tatsächlich eine wichtige Rolle was die Öffentlichkeitsarbeit und Aufrechterhaltung der Waldorfinitiative während der 3. Reichs anging und sie sind in liebevoller Erinnerung in die Memoiren der Vertreter Waldorfs eingegangen. (Diese drei Anhänger habe ich bereits zuvor besprochen und werde sie nun zu Gunsten weniger bekannter Personen ad acta legen.) Waldorfs Fürsprecher sahen im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zusätzlich zwei hohe Beamte als Verbündete in der Waldorf Angelegenheit: HELMUT BOJUNGA und ALBERT HOLFELDER. Bojunga war von 1934 bis 1937 Ministerialdirektor im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und Holfelder bekleidete diese Position ab 1937; der Amtsinhaber dieses Posten galt als die rechte Hand des Ministers für Bildung.
Auch andere einflussreiche Nazibeamte setzten sich gelegentlich für Waldorf und seine Anhänger ein. Hess´ Amtskollege im Führerbüro, PHILIPP BOUHLER, stellte früh Unterstützung zur Führung der Vereinigung der Waldorfschulen und arrangierte essentielle Kontakte in der Parteihierarchie. Hans Schemm, der Begründer des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, dem er als „Reichswalter“ vorstand, wurde eine Zeit lang als potentieller Schirmherr der Waldorfanhänger gesehen. Sogar der Innenminister, Wilhelm Frick, vereitelte die Versuche anti-anthroposophischer Nazis, die Waldorfschulen aufzulösen. Nach dem 2. WK legten ELISABETH KLEIN und Rene Maikowski, eine Anzahl von weniger prominenten Nazibeamten, die den Waldorfunterricht unterstützen, offen.
Jedoch waren die, praktisch gesehen einflussreichsten Partei- und Regierungsmitglieder, die allgemein hinter der Kulisse für die Waldorfbewegung arbeiteten, vielleicht Alfred Leitgen und ERNST SCHULTE-STRATHAUS. Leitgen und Schulte-Strathaus benutzen wiederholt ihre Position, um die Mitarbeiter von Hess für ihre Interessen bezüglich der Waldorfschulen zu manipulieren und sie gegen Opponenten aus dem anderen Lager der vielen Büros des Naziapparates zu verteidigen. Die entscheidende Kampagne um den Waldorfunterricht aufzubauen und als festen Bestandteil in das institutionalisierte Bildungswesens Nazideutschlands einzugliedern führte Eickhoff, was ihm aufgrund seiner Vergangenheit im Innenministerium möglich war. Darüber hinaus wurde die Arbeit dieser Gruppe durch die kontinuierliche Unterstützung sowohl von Hess als auch von Göhring möglich gemacht.
Zu dieser Zeit erfreute sich die Waldorfbewegung eines positiven Anklangs in der nationalsozialistischen Presse. Die im August 35 erschienene Ausgabe der Waldorfbroschüre „Erziehungskunst“, 134-136, beinhaltet drei Seiten von extrem positiven Ausschnitten aus der lokalen, regionalen und nationalen Presse bezüglich verschiedener Waldorfveranstaltungen, einschließlich der Berichte der lokalen Nazizeitung, dem Stuttgarter NS-Kurier, sowie dem „Völkischen Beobachter“. Allein drei Auszüge entstammen dem „Völkischen Beobachter“, der Propagandazeitung schlechthin. 1939 beschrieb ein langatmiger Artikel im „Völkischen Beobachter“ sogar ausdrücklich die „gesunden“ Aspekte des Waldorfunterrichts als Beispiel für das Gute und Übernehmenswerte der Anthroposophie für den Nationalsozialismus (vgl. “Wissenschaftliche Arbeit am nationalsozialistischen Gedankengut” Völkischer Beobachter January 29, 1939, 5-6.
*zu Ohlendorf: "Während der ersten neun Monate Ohlendorfs als Befehlshaber der „Einsatzgruppe D“ vernichtete diese Einheit 90.000 Leben. Jeden Tag wurden ca. 340 dieser Tausende getötet, beschimpft als Juden, Zigeuner, Asiaten und „Unerwünschte“. Zwischen dem 16. November und dem 15. Dezember 1941, in nur 30 Tagen, brachte diese Einsatzgruppe durchschnittlich 700 Menschen pro Tag ums Leben. Die Verstärkung der Arbeit/ Einsatzkräfte der Einsatzgruppe D wurde im April 42 in einem Bericht vorgeschlagen. (Die Krim ist von den Juden befreit)" (Quellen im englischen Artikel)
Regina Reinsperger: Otto Ohlendorf und Emil Bock
01.Feb.2008 22:14 Uhr
Andreij Angrick hat in seinem umfangreichen Werk "Besatzungspolitik und Massenmord" die Verbrechen der Einsatzgruppe D aufgearbeitet. Er schreibt auf Seite 716: "Ohlendorfs Aufftritt in der Hauptverhandlung (des Nürnberger Prozesses) am 3. Januar 1946 für die Vertretung der Anklage war die Abrechnung des "Verkannten". Couragiert trat der eloquente Massenmörder an das Zeugenpult und fegte alle "möglichen Entschuldigungsgründe" der Verteidiger für ihre Mandanten hinweg. Diese konnten nur noch Schadensbegrenzung betreiben.... Neben dem erdrückendem Beweismaterial führten Aussagen wie die Ohlendorfs und von dem Bach-Zelewskis zu den Schuldsprüchen in Nürnberg." Ohlendorf legte sich später für seine eigene Verteidigung im "Einsatzgruppenprozeß" eine eigene Verteidigungsstrategie zurecht, Angrick schreibt (Seite 413): "Bis zuletzt , so erweckt es den Anschein, versuchte Ohlendorf dazulegen, dass nicht der Nationalsozialismus verkommen war, sondern die Männer, die ihn nach außen hin repräsentierten." -
Emil Bock, der ca. 9 Monate unter milden Sonderhaftbedingungen (keine Folter) im KZ Welzheim inhaftiert war, sagte auf einer Jugendtagung 1947 (Schroeder, Seite 119): "Der Enthusiasmus und die Begeisterung, die damals in der deutschen Jugend herrschten , waren doch in Ordnung!....Die Popanze jedoch, die als die sogenannten Führer diesen Idealismus auf sich zogen, die waren die eigentliche Katastrophe!" Da Bock Seelsorger Ohlendorfs war und somit dessen o.a. Verteidigungsstrategie kannte, bekommen diese Worte einen ganz neuen Klang trotz der Betetuerung von Hans-Werner Schroeder auf Seite 120: "Bock ist über jeden Verdacht nationalsozialöistischer Tendenzen erhaben." Man kann zumindest die Frage stellen, ob er als Theologe, der mit seiner Übersetzung des Neuen Testamentes und dem Schreiben seiner Büchern gedanklich absorbiert war, wohl den Nationalsozialismus in seinem vollen Ausmaß erkannt hat? Wie sonst lässt sich erklären, dass Werner Georg Haverbeck (siehe Wikipedia-Seite) und Friedrich Benesch als Pfarrer in der Christengemeinschaft arbeiten konnten? - Und noch ein Gedanke zum Schluss: das Warten auf die Vollstreckung eines Todesurteil ist gewiss eine der größten Belastungen, die ein Mensch ertragen muss. Ich sehe dies jedoch auf diesem Hintergrund: Ohlendorfs Opfer in den mobilen Gaswagen, meist Frauen und Kinder, für die die rationierten Kugeln zu teuer waren, mussten unsägliche 15 Minuten mit dem Tod kämpfen und jeder der insgesamt 90.000 grausam Ermordeten hatte sicher auch große Todesangst . Wo war da die "Menschlichkeit" der Täter? (Und um es ganz deutlich zu sagen, mir hätte ein "lebenslänglich" ohne vorzeitige Entlassung nach wenigen Jahren genügt.)
Quellen:
Andrej Angrick, "Besatzungspolitik und Massenmord - Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941 - 1943 ", 795 Seiten, Hamburger Edition 2003, ISBN 3-930908-91-3
Hans-Werner Schroeder, "Friedrich Benesch - Leben und Werk", Verlag Johannes Mayer, Stuttgart - Berlin 2007
Internet: es sind diverse Seiten zu finden über die Einsatzgruppen, den Einsatzgruppenprozeß und Otto Ohlendorf und Werner Georg Haverbeck, insbesondere auch bei Wikipedia
und: http://www.buergervereinigung-landsberg.de "Kriegsverbrecher"
Emil Bock, der ca. 9 Monate unter milden Sonderhaftbedingungen (keine Folter) im KZ Welzheim inhaftiert war, sagte auf einer Jugendtagung 1947 (Schroeder, Seite 119): "Der Enthusiasmus und die Begeisterung, die damals in der deutschen Jugend herrschten , waren doch in Ordnung!....Die Popanze jedoch, die als die sogenannten Führer diesen Idealismus auf sich zogen, die waren die eigentliche Katastrophe!" Da Bock Seelsorger Ohlendorfs war und somit dessen o.a. Verteidigungsstrategie kannte, bekommen diese Worte einen ganz neuen Klang trotz der Betetuerung von Hans-Werner Schroeder auf Seite 120: "Bock ist über jeden Verdacht nationalsozialöistischer Tendenzen erhaben." Man kann zumindest die Frage stellen, ob er als Theologe, der mit seiner Übersetzung des Neuen Testamentes und dem Schreiben seiner Büchern gedanklich absorbiert war, wohl den Nationalsozialismus in seinem vollen Ausmaß erkannt hat? Wie sonst lässt sich erklären, dass Werner Georg Haverbeck (siehe Wikipedia-Seite) und Friedrich Benesch als Pfarrer in der Christengemeinschaft arbeiten konnten? - Und noch ein Gedanke zum Schluss: das Warten auf die Vollstreckung eines Todesurteil ist gewiss eine der größten Belastungen, die ein Mensch ertragen muss. Ich sehe dies jedoch auf diesem Hintergrund: Ohlendorfs Opfer in den mobilen Gaswagen, meist Frauen und Kinder, für die die rationierten Kugeln zu teuer waren, mussten unsägliche 15 Minuten mit dem Tod kämpfen und jeder der insgesamt 90.000 grausam Ermordeten hatte sicher auch große Todesangst . Wo war da die "Menschlichkeit" der Täter? (Und um es ganz deutlich zu sagen, mir hätte ein "lebenslänglich" ohne vorzeitige Entlassung nach wenigen Jahren genügt.)
Quellen:
Andrej Angrick, "Besatzungspolitik und Massenmord - Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941 - 1943 ", 795 Seiten, Hamburger Edition 2003, ISBN 3-930908-91-3
Hans-Werner Schroeder, "Friedrich Benesch - Leben und Werk", Verlag Johannes Mayer, Stuttgart - Berlin 2007
Internet: es sind diverse Seiten zu finden über die Einsatzgruppen, den Einsatzgruppenprozeß und Otto Ohlendorf und Werner Georg Haverbeck, insbesondere auch bei Wikipedia
und: http://www.buergervereinigung-landsberg.de "Kriegsverbrecher"
Emil Bock an die Witwe Ohlendorfs
01.Feb.2008 22:14 Uhr
Schwierigkeiten macht mir ein Brief an Frau Ohlendorf vpm 21. 6.1951, dokumentiert in Elisabeth Kleins Erinnerungen "Begegnungen" (siehe Anmerkungen hier). Es ist ein Kondolenzbrief, geschrieben von einem treuen Begleiter durch die Jahre bis 1951, der endgültigen Hinrichtung Ohlendorfs. Es hatte eine ganze Reihe von Einsprüchen und Bittgesuchen um eine Begnadigung gerade von anthroposophischen Persönlichkeiten gegeben, die sich nun als vergeblich heraus gestellt hatten. Die Tatsache, dass Ohlendorf als Massenmörder zu titulieren ist, ist unstreitig: ""During the first nine months of Ohlendorf's year in command of Einsatzgruppe D, this force destroyed more than 90,000 human beings. These thousands, killed at an average rate of 340 per day, were variously denominated Jews, gypsies, Asiatics, and "undesirables". Between 16 November and 15 December 1941, this Einsatzgruppe killed an average of 700 human beings per day for the whole 30-day period. The intensity of the labors of Einsatzgruppe D is suggested by an April 1942 report upon its work in the Crimea, which states- "The Crimea is freed of Jews..."" Mobile killing Commandos Elisabeth Klein übernimmt allerdings die nachträgliche Deutung Ohlendorfs, er habe Schlimmeres zu verhindern versucht, denn er kenne seinen Nachfolger, der "grausam war". Was genau war Ohlendorf?
Bock schreibt: "Schon die Folter der langen Ungewissheit (das Warten auf die Hinrichtung Ohlendorfs, M.E.) war aber ein Ergebnis derjenigen politischen Rücksichtnahmen und Machenschaften, die nachher erst recht den äußeren Verlauf bestimmt haben. Und so musste ja auch schon zu Ostern und später immer wieder damit gerechnet werden, dass der äußere Verlauf ein tragischer werden würde. Trotzdem habe ich bis zum letzten Augenblick gehofft, dass sich letzte Regungen von Menschlichkeit und Gerechtigkeit gegen die kalten politischen Berechnungen durchsetzen könnten.
Es ist anders gelaufen. Eine Tragik kam, zustande, in der sich die letzte Kälte und Herzlosigkeit, die aus der heute üblichen Denkungsart resultiert, weltgeschichtlich symbolisiert. Fast noch deutlicher als durch die Hinrichtung selbst ist das in der Strategie des Totschweigens zutage getreten, durch die man erreicht hat, dass weite Kreise der Weltöffentlichkeit schließlich meinen mussten, es handele sich um eine Bagatelle, wo es sich in Wirklichkeit um ein Zeichen der Zeit allerersten Ranges handelte. Sie wissen, und ich habe auch in meinem Brief zu Ostern darüber gesprochen, dass wir uns in die Arena des Politisierens niemals begeben haben und auch niemals begeben werden. Wir müssen es uns zur Aufgabe machen, im Spirituellen, wenn auch in aller Stille, Gegentatsachen zu schaffen gegen die Taten des Ungeistes, die das politische Feld heute mehr denn je beherrschen".
Ich hatte gemeint, die "Taten des Ungeistes" hätten eben gerade im Vorfeld des jungen demokratischen Deutschland, im überwundenen apokalyptischen Dritten Reiches nicht nur die politische Ebene beherrscht. Emil Bock aber sieht diesen Ungeist nach meinem Verständnis dort gerade nicht, sondern in denjenigen die diese "Taten" aufarbeiten wollen- wenn u.a. auch mit der Hinrichtung eines überführten extremen Kriegsverbrechers und Mörders. Sind da Emil Bock nicht die Relationen vollkommen verrutscht? Kann man unwidersprochen behaupten, in der entstehenden Demokratie Deutschlands herrsche "heute mehr denn je" ein Ungeist- vor allem vor dem Hintergrund der gerade überwundenen nationalsozialistischen Schande und bei einem derartigen Anlass, bei dem einer dieser Vertreter des Ungeist-Regimes zu Grabe getragen worden war? Für mich geht es da um mehr als um Mangel an Fingerspitzengefühl.
Bock schreibt: "Schon die Folter der langen Ungewissheit (das Warten auf die Hinrichtung Ohlendorfs, M.E.) war aber ein Ergebnis derjenigen politischen Rücksichtnahmen und Machenschaften, die nachher erst recht den äußeren Verlauf bestimmt haben. Und so musste ja auch schon zu Ostern und später immer wieder damit gerechnet werden, dass der äußere Verlauf ein tragischer werden würde. Trotzdem habe ich bis zum letzten Augenblick gehofft, dass sich letzte Regungen von Menschlichkeit und Gerechtigkeit gegen die kalten politischen Berechnungen durchsetzen könnten.
Es ist anders gelaufen. Eine Tragik kam, zustande, in der sich die letzte Kälte und Herzlosigkeit, die aus der heute üblichen Denkungsart resultiert, weltgeschichtlich symbolisiert. Fast noch deutlicher als durch die Hinrichtung selbst ist das in der Strategie des Totschweigens zutage getreten, durch die man erreicht hat, dass weite Kreise der Weltöffentlichkeit schließlich meinen mussten, es handele sich um eine Bagatelle, wo es sich in Wirklichkeit um ein Zeichen der Zeit allerersten Ranges handelte. Sie wissen, und ich habe auch in meinem Brief zu Ostern darüber gesprochen, dass wir uns in die Arena des Politisierens niemals begeben haben und auch niemals begeben werden. Wir müssen es uns zur Aufgabe machen, im Spirituellen, wenn auch in aller Stille, Gegentatsachen zu schaffen gegen die Taten des Ungeistes, die das politische Feld heute mehr denn je beherrschen".
Ich hatte gemeint, die "Taten des Ungeistes" hätten eben gerade im Vorfeld des jungen demokratischen Deutschland, im überwundenen apokalyptischen Dritten Reiches nicht nur die politische Ebene beherrscht. Emil Bock aber sieht diesen Ungeist nach meinem Verständnis dort gerade nicht, sondern in denjenigen die diese "Taten" aufarbeiten wollen- wenn u.a. auch mit der Hinrichtung eines überführten extremen Kriegsverbrechers und Mörders. Sind da Emil Bock nicht die Relationen vollkommen verrutscht? Kann man unwidersprochen behaupten, in der entstehenden Demokratie Deutschlands herrsche "heute mehr denn je" ein Ungeist- vor allem vor dem Hintergrund der gerade überwundenen nationalsozialistischen Schande und bei einem derartigen Anlass, bei dem einer dieser Vertreter des Ungeist-Regimes zu Grabe getragen worden war? Für mich geht es da um mehr als um Mangel an Fingerspitzengefühl.
Peter Staudenmaier: Nazi supporters of Waldorf
25.Jan.2008 21:39 Uhr
Waldorf schools had a number of enemies within the Nazi state and party apparatus, from local and regional educational officials to high-profile figures like Martin Bormann and Reinhard Heydrich. Waldorf also had quite a few supporters within the ranks of the Nazi hierarchy.

Ohlendorf*
Anthroposophical sources generally credit a small number of figures in the party apparatus with long-term efforts on behalf of Waldorf education, most prominently Rudolf Hess, Otto Ohlendorf, and Alfred Baeumler. Each of these men did indeed play an important role in promoting and sustaining Waldorf initiatives during the Third Reich, and they are recalled fondly in the memoirs of Waldorf representatives. (I've discussed each of them before, and will set them aside for now in favor of lesser-known figures.) Waldorf advocates additionally viewed two high officials within the Nazi Ministry of Edcuation as allies of the Waldorf cause: Helmut Bojunga and Albert Holfelder. Bojunga was head of the Education Office in the Ministry of Education from 1934 to 1937, and Holfelder held the same position from 1937 onward; the position was known as the Minister of Education's right-hand man.
Other powerful Nazi officials also intervened occasionally in support of Waldorf and its advocates. Hess’s counterpart at the Führer Chancellery, Philipp Bouhler, provided early assistance to the leadership of the League of Waldorf Schools and arranged crucial contacts within the party hierarchy. Hans Schemm, the founding leader of the National Socialist Teachers League, was for a time viewed as a potential protector by Waldorf adherents. Even the Interior Minister, Wilhelm Frick, acted to impede the attempts by anti-anthroposophical Nazis to dismantle the Waldorf schools. After WWII, Nazi-era Waldorf leaders Elisabeth Klein and René Maikowski identified a number of further less prominent Nazi officials who were supportive of Waldorf education.
In practical terms, however, perhaps the most influential party and governmental figures working in favor of the Waldorf movement, generally behind the scenes, were Lotar Eickhoff, Alfred Leitgen, and Ernst Schulte-Strathaus. Leitgen and Schulte-Strathaus repeatedly used their positions on Hess’s staff to promote the interests of Waldorf schools and defend them from adversaries in other corners of the far-flung constellation of Nazi agencies. From his post in the Interior Ministry, Eickhoff launched a determined campaign to establish Waldorf education as an integral part of the institutional landscape of National Socialist Germany. The work of this group was moreover made possible by the continued support of both Hess and Goering.
The Waldorf movement also enjoyed at times a notably positive reception in the National Socialist press. The August 1935 issue of the Waldorf journal Erziehungskunst, 134-36, carried three pages of excerpts from the local, regional, and national press on various Waldorf events, including reports from the local Nazi newspaper, the Stuttgarter NS-Kurier, as well as the Völkischer Beobachter, all extremely positive. Three excerpts were included from the Völkischer Beobachter alone, the flagship Nazi newspaper. Even in 1939, a lengthy article in the Völkischer Beobachter explicitly embraced the “healthy” aspects of Waldorf education as an example of what is positive and worthy of adoption from anthroposophy into National Socialism; see “Wissenschaftliche Arbeit am nationalsozialistischen Gedankengut” Völkischer Beobachter January 29, 1939, 5-6.
_________
Zu Ohlendorf: "During the first nine months of Ohlendorf's year in command of Einsatzgruppe D, this force destroyed more than 90,000 human beings. These thousands, killed at an average rate of 340 per day, were variously denominated Jews, gypsies, Asiatics, and "undesirables". Between 16 November and 15 December 1941, this Einsatzgruppe killed an average of 700 human beings per day for the whole 30-day period. The intensity of the labors of Einsatzgruppe D is suggested by an April 1942 report upon its work in the Crimea, which states- "The Crimea is freed of Jews..."" Link als Ergänzung. Elisabeth Kleins Verteidigungsschrift zu Ohlendorf findet man in ihren "Begegnungen. Mitteilenswertes aus meinem Leben" " 112 ff, Freiburg 1978. M.E.

Ohlendorf*
Anthroposophical sources generally credit a small number of figures in the party apparatus with long-term efforts on behalf of Waldorf education, most prominently Rudolf Hess, Otto Ohlendorf, and Alfred Baeumler. Each of these men did indeed play an important role in promoting and sustaining Waldorf initiatives during the Third Reich, and they are recalled fondly in the memoirs of Waldorf representatives. (I've discussed each of them before, and will set them aside for now in favor of lesser-known figures.) Waldorf advocates additionally viewed two high officials within the Nazi Ministry of Edcuation as allies of the Waldorf cause: Helmut Bojunga and Albert Holfelder. Bojunga was head of the Education Office in the Ministry of Education from 1934 to 1937, and Holfelder held the same position from 1937 onward; the position was known as the Minister of Education's right-hand man.
Other powerful Nazi officials also intervened occasionally in support of Waldorf and its advocates. Hess’s counterpart at the Führer Chancellery, Philipp Bouhler, provided early assistance to the leadership of the League of Waldorf Schools and arranged crucial contacts within the party hierarchy. Hans Schemm, the founding leader of the National Socialist Teachers League, was for a time viewed as a potential protector by Waldorf adherents. Even the Interior Minister, Wilhelm Frick, acted to impede the attempts by anti-anthroposophical Nazis to dismantle the Waldorf schools. After WWII, Nazi-era Waldorf leaders Elisabeth Klein and René Maikowski identified a number of further less prominent Nazi officials who were supportive of Waldorf education.
In practical terms, however, perhaps the most influential party and governmental figures working in favor of the Waldorf movement, generally behind the scenes, were Lotar Eickhoff, Alfred Leitgen, and Ernst Schulte-Strathaus. Leitgen and Schulte-Strathaus repeatedly used their positions on Hess’s staff to promote the interests of Waldorf schools and defend them from adversaries in other corners of the far-flung constellation of Nazi agencies. From his post in the Interior Ministry, Eickhoff launched a determined campaign to establish Waldorf education as an integral part of the institutional landscape of National Socialist Germany. The work of this group was moreover made possible by the continued support of both Hess and Goering.
The Waldorf movement also enjoyed at times a notably positive reception in the National Socialist press. The August 1935 issue of the Waldorf journal Erziehungskunst, 134-36, carried three pages of excerpts from the local, regional, and national press on various Waldorf events, including reports from the local Nazi newspaper, the Stuttgarter NS-Kurier, as well as the Völkischer Beobachter, all extremely positive. Three excerpts were included from the Völkischer Beobachter alone, the flagship Nazi newspaper. Even in 1939, a lengthy article in the Völkischer Beobachter explicitly embraced the “healthy” aspects of Waldorf education as an example of what is positive and worthy of adoption from anthroposophy into National Socialism; see “Wissenschaftliche Arbeit am nationalsozialistischen Gedankengut” Völkischer Beobachter January 29, 1939, 5-6.
_________
Zu Ohlendorf: "During the first nine months of Ohlendorf's year in command of Einsatzgruppe D, this force destroyed more than 90,000 human beings. These thousands, killed at an average rate of 340 per day, were variously denominated Jews, gypsies, Asiatics, and "undesirables". Between 16 November and 15 December 1941, this Einsatzgruppe killed an average of 700 human beings per day for the whole 30-day period. The intensity of the labors of Einsatzgruppe D is suggested by an April 1942 report upon its work in the Crimea, which states- "The Crimea is freed of Jews..."" Link als Ergänzung. Elisabeth Kleins Verteidigungsschrift zu Ohlendorf findet man in ihren "Begegnungen. Mitteilenswertes aus meinem Leben" " 112 ff, Freiburg 1978. M.E.
Wahrheit, Lüge, Spiritualität
19.Jan.2008 17:36 Uhr
Momentan erleben wir eine Kampagne in einer Reihe anthroposophischer Medien - in Biografien, Zeitungsartikeln, Vorträgen, Tagungen -, die den offensichtlichen Zweck haben, den Priester und Autor Friedrich Benesch, dessen nationalsozialistische Vergangenheit vor nunmehr 4 Jahren bekannt geworden ist, wenn nicht zu rehabilitieren, so doch zumindest in beschönigender Art "zu verstehen". Nun hat sich Benesch, der sich zeitlebens ja nie bekannt - mithin eine offensichtliche Lebenslüge gepflegt hat - selbst in Vorträgen sehr deutlich zu den Folgen geäußert, die es hat, wenn man "es mit der Wahrheit nicht genau nimmt". Man verliert dann nämlich etwas, sagt Benesch, "von seiner aufrichtigen, freien Menschenwürde." Es entsteht etwas wie eine Art "Ablagerung von Nicht-ganz-Wahrheit" im Inneren, eine Art "Lähmung" mit Konsequenzen für das ganze innere spirituelle Leben: "Es hat nämlich die Folge, dass man zum Beispiel nicht mehr richtig beten kann, oder dass man beim Meditieren, beim geistigen Üben, beim geistigen Arbeiten, frühzeitig erlahmt".
Lebenslügen haben - so Benesch- Folgen für "die allerintimste eigene menschliche geistige Existenz". Wenn man dieses Verlorengehen des Zusammenhangs mit dem Geist bemerkt, kann man und muss man "diese innere Ehrlichkeit, diese Wahrhaftigkeit vor mir selbst und vor meinen Mitmenschen üben". Nun macht Benesch an diesem Punkt, den man gern auf seine eigenen persönlichen Lebenslügen beziehen möchten, eine signifikante Einschränkung. Von der "Wahrhaftigkeit vor meinen Mitmenschen" spricht er auf einmal in der Folge nicht mehr, sondern reduziert die Wahrhaftigkeit auf die persönliche innere Welt: "Ich brauche sie ja (die Wahrheit, M.E.) nicht immer auszusprechen, sie muss aber in meinem Bewusstsein vorhanden sein."
Das finde ich auch deshalb interessant, weil es Benesch noch im Satz vorher anders darstellt. Da geht es ihm noch sehr deutlich auch um Wahrhaftigkeit vor der Öffentlichkeit und in "rein sozialen Vorgängen". Nun aber schwenkt er um:, Es komme darauf an, eine Kraft zu bekommen, "wenn ich zum Beispiel den Mut habe, im Gebet wahrhaftig zu sein, das heisst, der göttlichen Welt mich so zu präsentieren, wie ich bin, statt vielleicht den Versuch zu machen, irgend etwas von dem, wie ich bin, zu verbergen". Es geht Benesch um die Reinheit in der "Meditation".
Diese Doppelmoral nimmt er in der Folge allerdings auch noch einmal zurück und betont wiederum die "Lähmung in unserem innersten geistigen Sein" für den, der das "nicht-ganz-innerlich-Ehrliche" in sich duldet- diesmal auch wieder in Bezug auf das Leben in der Öffentlichkeit.
Kategorische moralische Forderungen auf schwankendem moralischem Boden- so möchte man Beneschs Worte deuten. Die logischen Brüche in seiner Argumentation, seine Einschränkungen ("Ich brauche sie ja nicht immer auszusprechen") deuten auf sein persönliches Dilemma hin. In diesem Sinn möchte man Beneschs persönliche Einschränkungen einerseits als Akt der Selbsterkenntnis werten und andererseits den heutigen anthroposophischen Autoren ans Herz legen, dieser Doppelmoral nicht weiter zu folgen. Denn - so Benesch - das "nicht-ganz-Wahrhaftige" zerstört das "Verhältnis zur geistigen Welt selber."
Alle Zitate aus: Friedrich Benesch, "Christliche Feste. Johanni und Michaeli" Urachhaus Verlag, Stuttgart 1994, S. 145 ff
Lebenslügen haben - so Benesch- Folgen für "die allerintimste eigene menschliche geistige Existenz". Wenn man dieses Verlorengehen des Zusammenhangs mit dem Geist bemerkt, kann man und muss man "diese innere Ehrlichkeit, diese Wahrhaftigkeit vor mir selbst und vor meinen Mitmenschen üben". Nun macht Benesch an diesem Punkt, den man gern auf seine eigenen persönlichen Lebenslügen beziehen möchten, eine signifikante Einschränkung. Von der "Wahrhaftigkeit vor meinen Mitmenschen" spricht er auf einmal in der Folge nicht mehr, sondern reduziert die Wahrhaftigkeit auf die persönliche innere Welt: "Ich brauche sie ja (die Wahrheit, M.E.) nicht immer auszusprechen, sie muss aber in meinem Bewusstsein vorhanden sein."
Das finde ich auch deshalb interessant, weil es Benesch noch im Satz vorher anders darstellt. Da geht es ihm noch sehr deutlich auch um Wahrhaftigkeit vor der Öffentlichkeit und in "rein sozialen Vorgängen". Nun aber schwenkt er um:, Es komme darauf an, eine Kraft zu bekommen, "wenn ich zum Beispiel den Mut habe, im Gebet wahrhaftig zu sein, das heisst, der göttlichen Welt mich so zu präsentieren, wie ich bin, statt vielleicht den Versuch zu machen, irgend etwas von dem, wie ich bin, zu verbergen". Es geht Benesch um die Reinheit in der "Meditation".
Diese Doppelmoral nimmt er in der Folge allerdings auch noch einmal zurück und betont wiederum die "Lähmung in unserem innersten geistigen Sein" für den, der das "nicht-ganz-innerlich-Ehrliche" in sich duldet- diesmal auch wieder in Bezug auf das Leben in der Öffentlichkeit.
Kategorische moralische Forderungen auf schwankendem moralischem Boden- so möchte man Beneschs Worte deuten. Die logischen Brüche in seiner Argumentation, seine Einschränkungen ("Ich brauche sie ja nicht immer auszusprechen") deuten auf sein persönliches Dilemma hin. In diesem Sinn möchte man Beneschs persönliche Einschränkungen einerseits als Akt der Selbsterkenntnis werten und andererseits den heutigen anthroposophischen Autoren ans Herz legen, dieser Doppelmoral nicht weiter zu folgen. Denn - so Benesch - das "nicht-ganz-Wahrhaftige" zerstört das "Verhältnis zur geistigen Welt selber."
Alle Zitate aus: Friedrich Benesch, "Christliche Feste. Johanni und Michaeli" Urachhaus Verlag, Stuttgart 1994, S. 145 ff
Kritik der Kritik: „Die Drei“ – Joachim von Königslöw und Friedrich Benesch. Von Esther Reck-Kühn
16.Jan.2008 20:40 Uhr

"In der anthroposophischen Monatszeitung „Die Drei“ vom Dezember 2007 setzt sich Joachim von Königslöw, der sein Buch: „Brücken - Mysterien des Überganges“ ebenfalls im Verlag Johannes Mayer veröffentlicht hat, mit Hans-Werner Schroeders Benesch-Biographie auseinander. - Herr von Königslöw nennt zwar die kritischen Punkte in Beneschs Biographie: seine Verstrickung in den Nationalsozialismus, sein Studium der Rassenkunde in Halle und fragt, wieso Benesch „als Christus-Sucher nicht das Menschenverachtende der nationalsozialistischen Rassenkunde wahrgenommen hat“, in der Folge verharmlost er dies jedoch wieder, indem er Beneschs Umwandlungsprozess glorifiziert. Durch das Verfahren der „Heiligsprechens“ gerät der Mensch Benesch, wie er war, mit seiner Zerrissenheit und seinen Abspaltungen in Vergessenheit. Auch in seinem Versagen, seiner Unfähigkeit, sich seinem eigenen Lebenslauf zu stellen, ist er ein Mensch des frühen 20. Jahrhunderts. Aber was veranlasst im Jahr 2007 Autoren in anthroposophischen Zeitschriften zu solch schönfärbender Schwarzweißmalerei? Besonders peinlich ist auch, wie aus Beneschs nationalsozialistischen Propaganda-Texten, mit denen er sich damals völlig identifiziert hat, ein „Keim der Anthroposophie“ herausgelesen wird; hier verwechseln die Autoren ganz offensichtlich nationalsozialistisches und anthroposophisches Gedankengut , da ihnen die nationalsozialistischen Topoi (Topos = ein sprachlicher Allgemeinplatz) offensichtlich unbekannt sind."
Weiter..
Peter Staudenmaier: Waldorf advocates who were Nazis
07.Jan.2008 21:21 Uhr
The majority faction within the Waldorf movement during the Third Reich did not belong to the Nazi party, as far as I have been able to determine, or to its more notorious affiliated organizations (Waldorf teachers did belong to the Nazi teachers association), and their various expressions of sympathy for National Socialism were not for the most part accompanied by active participation in Nazism. But alongside this majority faction was another grouping, smaller but very vocal and for a time quite influential within the Waldorf milieu. This second faction included several active Nazis. It is worth noting that the mainstream Waldorf leadership sometimes boasted of its close working relationship with this openly pro-Nazi tendency within the Waldorf movement.
The most important members of the explicitly Nazi-affiliated Waldorf grouping were Eugen Link, Margarete Link, Leo Tölke, Hermann Mahle, Els Moll, and Hans Pohlmann. While the Nazi-affiliated Waldorf advocates did not all share the same vision for how to integrate Waldorf education into the National Socialist project, they did consider anthroposophy and Waldorf compatible with and congruent with Nazi ideals. Here is some basic information on each of them.
Eugen and Margarete Link, a longtime anthroposophist couple and parents of four Waldorf pupils, had known Steiner personally and belonged to the Anthroposophical Society from 1924 onward. Eugen Link was an officer in the Luftwaffe and worked on the construction of the Autobahn, while Margarete Link devoted much of her time to advancing the Waldorf cause through her various Nazi connections. Both were party members and served on influential Waldorf boards and committees.
Leo Tölke, father of four Waldorf pupils, was secretary of the Stuttgart Waldorf school and worked for the publishing arm of the Waldorf movement. He was a member of the Anthroposophical Society until mid-1934, held a position in the SA, and has been described as a “dedicated National Socialist.” (Uwe Werner, Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, 118)
Another Waldorf parent, industrialist Hermann Mahle, was a prominent Waldorf official and belonged to the Christian Community. Mahle was also a Nazi party member, and one of the leading Waldorf representatives in negotiations with various party and state agencies in 1934 and 1935. Mahle additionally headed the “National Socialist Parents Group” at the Stuttgart Waldorf school, which included 53 party members and 22 members of other Nazi organizations.
Els Moll, member of the Anthroposophical Society since 1925, was among the most outspokenly Nazi advocates for Waldorf education during her time as a teacher at the Stuttgart school in 1933 and 1934. Both she and Margarete Link remained committed supporters of Waldorf for a long time after parting ways with the Stuttgart school. Moll receives a fair bit of attention in anthroposophist accounts of the Waldorf movement during the Nazi era.
Perhaps the most noteworthy and hitherto neglected member of the openly pro-Nazi Waldorf faction was Hans Pohlmann, a wealthy building contractor and longstanding anthroposophist who had known Steiner personally. Pohlmann founded the second Waldorf school in Germany in Hamburg-Wandsbek in 1922. With the exception of the failed schools in Cologne and Essen, the Wandsbek school was the only other German Waldorf school besides the Stuttgart school established during Steiner’s lifetime, and its initial faculty and curriculum were overseen by Steiner directly. Pohlmann’s role thus paralleled that of Emil Molt at the Stuttgart school. In 1933, the Wandsbek school was the second largest in Germany, after the original Stuttgart school. Pohlmann, who also headed a branch of the Anthroposophical Society in Hamburg, remained chairman of the local Waldorf school association throughout the Wandsbek school’s first seventeen years of existence. He joined the Nazi party some time before 1934. Basic background on Pohlmann can be found in Götte, “Erfahrungen mit Schulautonomie,” 299-302. Other anthroposophist sources seem remarkably reticent to discuss Pohlmann and his contributions to the Waldorf movement; Deuchert does not mention him, and Werner refers to him only in passing. None of the existing literature mentions his Nazi party membership.
The most important members of the explicitly Nazi-affiliated Waldorf grouping were Eugen Link, Margarete Link, Leo Tölke, Hermann Mahle, Els Moll, and Hans Pohlmann. While the Nazi-affiliated Waldorf advocates did not all share the same vision for how to integrate Waldorf education into the National Socialist project, they did consider anthroposophy and Waldorf compatible with and congruent with Nazi ideals. Here is some basic information on each of them.
Eugen and Margarete Link, a longtime anthroposophist couple and parents of four Waldorf pupils, had known Steiner personally and belonged to the Anthroposophical Society from 1924 onward. Eugen Link was an officer in the Luftwaffe and worked on the construction of the Autobahn, while Margarete Link devoted much of her time to advancing the Waldorf cause through her various Nazi connections. Both were party members and served on influential Waldorf boards and committees.
Leo Tölke, father of four Waldorf pupils, was secretary of the Stuttgart Waldorf school and worked for the publishing arm of the Waldorf movement. He was a member of the Anthroposophical Society until mid-1934, held a position in the SA, and has been described as a “dedicated National Socialist.” (Uwe Werner, Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, 118)
Another Waldorf parent, industrialist Hermann Mahle, was a prominent Waldorf official and belonged to the Christian Community. Mahle was also a Nazi party member, and one of the leading Waldorf representatives in negotiations with various party and state agencies in 1934 and 1935. Mahle additionally headed the “National Socialist Parents Group” at the Stuttgart Waldorf school, which included 53 party members and 22 members of other Nazi organizations.
Els Moll, member of the Anthroposophical Society since 1925, was among the most outspokenly Nazi advocates for Waldorf education during her time as a teacher at the Stuttgart school in 1933 and 1934. Both she and Margarete Link remained committed supporters of Waldorf for a long time after parting ways with the Stuttgart school. Moll receives a fair bit of attention in anthroposophist accounts of the Waldorf movement during the Nazi era.
Perhaps the most noteworthy and hitherto neglected member of the openly pro-Nazi Waldorf faction was Hans Pohlmann, a wealthy building contractor and longstanding anthroposophist who had known Steiner personally. Pohlmann founded the second Waldorf school in Germany in Hamburg-Wandsbek in 1922. With the exception of the failed schools in Cologne and Essen, the Wandsbek school was the only other German Waldorf school besides the Stuttgart school established during Steiner’s lifetime, and its initial faculty and curriculum were overseen by Steiner directly. Pohlmann’s role thus paralleled that of Emil Molt at the Stuttgart school. In 1933, the Wandsbek school was the second largest in Germany, after the original Stuttgart school. Pohlmann, who also headed a branch of the Anthroposophical Society in Hamburg, remained chairman of the local Waldorf school association throughout the Wandsbek school’s first seventeen years of existence. He joined the Nazi party some time before 1934. Basic background on Pohlmann can be found in Götte, “Erfahrungen mit Schulautonomie,” 299-302. Other anthroposophist sources seem remarkably reticent to discuss Pohlmann and his contributions to the Waldorf movement; Deuchert does not mention him, and Werner refers to him only in passing. None of the existing literature mentions his Nazi party membership.
Lebenslauf Beneschs von Dr. Regina Reinsperger
02.Jan.2008 17:50 Uhr
Regina Reinsperger hat einen fast kompletten "tabellarischen" Lebenslauf Friedrich Beneschs entworfen. Damit liegt ein Überblick über die zeitlichen Abläufe in dieser Biografie vor, mit zahlreichen Querverweisen auch auf Artikel zum Thema Benesch bei den Egoisten. Außerdem unternimmt sie eine historische Einbettung in die geschichtlichen Hintergründe vor, die dabei ebenfalls ausgeführt werden. Somit werden die Lebensschritte Friedrich Beneschs in einen historischen Kontext gestellt.
Schließlich gibt es Seitenblicke auf einige Interna, die im Zusammenhang mit der Biografie stehen, aber erst in der Sichtung der Quellen zum Vorschein kamen. Dazu gehört etwa die Positionierung Emil Bocks zu Haverbeck: "Auch der ehemalige SA- und SS-Mann Werner Georg Haverbeck ( seit August 1931 in der NSDAP-Reichsleitung) wird nach 1945 Priester der Christengemeinschaft. Laut einem Bericht des CG-Pfarrers Georg Blattmann offenbart Haverbeck dem Erzoberlenker der CG seine Biographie in ausführlicher Weise und verschweigt auch nicht seine Tätigkeiten im „Dritten Reich“. Emil Bock daraufhin laut Blattmann: „Es mag für Sie persönlich, lieber Freund, ja ganz wichtig sein, das alles einmal ausgesprochen zu haben. Für uns ist es weiterhin nicht von Interesse. Jetzt gilt nur, welche Impulse uns gemeinsam in die Zukunft führen.“ "
Schließlich gibt es Seitenblicke auf einige Interna, die im Zusammenhang mit der Biografie stehen, aber erst in der Sichtung der Quellen zum Vorschein kamen. Dazu gehört etwa die Positionierung Emil Bocks zu Haverbeck: "Auch der ehemalige SA- und SS-Mann Werner Georg Haverbeck ( seit August 1931 in der NSDAP-Reichsleitung) wird nach 1945 Priester der Christengemeinschaft. Laut einem Bericht des CG-Pfarrers Georg Blattmann offenbart Haverbeck dem Erzoberlenker der CG seine Biographie in ausführlicher Weise und verschweigt auch nicht seine Tätigkeiten im „Dritten Reich“. Emil Bock daraufhin laut Blattmann: „Es mag für Sie persönlich, lieber Freund, ja ganz wichtig sein, das alles einmal ausgesprochen zu haben. Für uns ist es weiterhin nicht von Interesse. Jetzt gilt nur, welche Impulse uns gemeinsam in die Zukunft führen.“ "
Flotte Verdrängung
23.Aug.2007 18:38 Uhr
"Das Buch von Herrn Schroeder über Herrn Benesch macht auf mich einen sehr schillernden Eindruck. Zunächst einige Anmerkungen zu Herrn Schroeders Text der Superlative auf der Buchrückseite außen: In suggestiven Sätzen wird die Einzigartigkeit dieser Biografie hervorgehoben – einzigartig durch Beneschs „Geisteskampf“ in der Wendezeit. (..) In Erstaunen versetzt mich die rasante Geschwindigkeit, in der Herr Benesch die Wandlung vom aktiven Nationalsozialisten zum lehrenden Anthroposophen vollzog. Wie lange braucht ein Ätherleib, um nazistische Gewohnheiten und Vorstellungen „auszuschwitzen“? Diese überaus flotte Wandlung dürfte unvergleichlich sein – bei aller damals üblichen Verdrängung. "

So beginnt eine Kritik von Esther Reck – Kühn an der neuen Benesch- Biografie Schroeders.
weiter..

So beginnt eine Kritik von Esther Reck – Kühn an der neuen Benesch- Biografie Schroeders.
weiter..
Erste Notizen zur Benesch- Biografie
15.Aug.2007 18:56 Uhr
"Was mir beim Lesen so auffiel......". Ein neuer Artikel von Frau Dr. Reinsperger zur Benesch- Problematik. Hierbei handelt es sich um erste Notizen zum Buch "Hans-Werner Schroeder „Friedrich Benesch – Leben und Werk 1907 – 1991“
Friedrich Beneschs Heiligsprechung?
03.Aug.2007 11:26 Uhr
Thomas Reinsperger beschäftigt sich mit den Reaktionen der "Christengemeinschaft" auf die Fakten um Friedrich Benesch- sei es auf einer Tagung der Christengemeinschaft zu dessen 100. Geburtstag oder auch in der gerade erschienenen Biografie von Hans- Werner Schroeder: "Von den übrigen Rednern der Tagung wurde diese Ausführungen dann weiter untermauert, wiederholt wurde Beneschs Hellsichtigkeit in Bezug auf Elementarwesen geschildert, seine Erlebnisse „der Morgensonne des Auferstehungslichtes“ und seine besondere Fähigkeit: Benesch konnte nach diesen Berichten um sich einen geistigen Kreis schaffen, in dem seine anwesenden Freunde dieselben geistigen Wahrnehmungen hatten wie er, also Elementarwesen sahen, den „Erdengeist“ usw. Entsprechende Darstellungen finden sich auch im Biographie – Buch. Benesch wird als „demütiger Jünger der Anthroposophie“ geschildert, als eben derjenige, der die Wissenschaften goetheanistisch durchdringen konnte und wie Goethe die Urphänomene herausarbeiten konnte usw." Es sieht so aus, als stünde Benesch, der "Amtswalter dieser Mörderbande" in Siebenbürgen, trotz oder gerade wegen der Fakten, die seine menschliche und berufliche Integrität massiv in Frage stellen, innerhalb der Christengemeinschaft kurz vor seiner "Heiligsprechung".
Zum Artikel..
Zum Artikel..
"Die Christengemeinschaft" zu Friedrich Benesch
02.Aug.2007 22:09 Uhr

Foto aus dem angegebenen Artikel
Aus dem Juniheft der Zeitschrift "Die Christengemeinschaft" kann man online eine Reihe von Artikeln zu Friedrich Benesch laden, die sich mit dessen Biographie beschäftigen und eine Reihe von persönlichen Erinnerungen an ihn in seiner Funktion aus Priester, Mensch und Ausbilder beinhalten. Autoren sind Volker Harlan, Georg Dreißig und Hans- Werner Schroeder. Während Harlan sich mit der wissenschaftlich- goetheanistischen Lehrweise Beneschs beschäftigt, nähert sich Dreißig aus ganz persönlicher Sicht seinem verehrten ehemaligen Lehrer an. So mutmasst er: "Dr Benesch hat von seinen Irrtümern nicht gesprochen, aber auch nicht von den Schmerzen, die es ihn gekostet haben muss, diese zu erkennen und auf dem Scherbenhaufen seiner bisherigen Persönlichkeit ganz neu beginnen zu müssen". Mit diesen Worten geht Dreißig indirekt auf Beneschs nationalsozialistische Vergangenheit ein und gibt eine persönliche Interpretation von dessen Entwicklung. Er nennt dies "den schwersten Kampf", das "Ringen mit sich selbst".
Schroeder dagegen geht polemisch gegen diejenigen Quellen vor (ohne sie zu nennen), die sich bisher mit eben dieser Vergangenheit Beneschs beschäftigt haben. Er habe den ersten Teil der gerade erschienenen Biographie Beneschs auch geschrieben, "um teilweise entstellenden Darstellungen entgegenzutreten, die ohne genügende Hintergrundkenntnisse bereits seit geraumer Zeit verbreitet werden". Schroeder habe dagegen sogar "eine Reise nach Siebenbürgen unternommen, um seine Wirkensstätten aufzusuchen und kennenzulernen und Berichte von Menschen zu sammeln, die ihn gekannt haben". In der zentralen Frage nach den über ein Jahrzehnt andauernden nationalsozialistischen Aktivitäten Beneschs beschränkt sich Schroeder auf den Satz "1940 in Halle wollte er der SS beitreten, was aber unterblieb", und verweist ansonsten auf sein Buch.
Beneschs Bekenntnis zum Nationalsozialismus
17.Apr.2007 19:48 Uhr
Friedrich Benesch, der verstorbene anthroposophische Autor, Priester der Christengemeinschaft und Ausbilder, hat sich 1941 in seiner Dissertation im Rahmen einer Autobiografie selbst explizit zum Nationalsozialismus bekannt. Dieser mir bisher unbekannte Text wurde von Peter Staudenmaier entdeckt und von Hans-Jürgen Bracker übermittelt, der die weiteren Recherchen übernahm. Der Text war auch deshalb schwierig zu entdecken, weil er in der späteren (ebenfalls 1941) Drucklegung fehlte. Man kann ihn deshalb nur im Original einsehen. Der Text wird hier bei den Egoisten in Kopie des Originals veröffentlicht.


Saalschlacht & Anthropotanten
25.Mär.2007 21:57 Uhr
Nein, wir sind ausnahmsweise nicht beim Thema Benesch (in dieser Hinsicht ist ziemliche Funkstille, weil alle auf ein Erscheinungsdatum der "offiziellen" Biographie warten); nein, die Saalschlacht fand ausnahmsweise bei uns, in unserem kleinen Sender statt. Ausgangspunkt war der unten stehende Bericht über das neue Blog von Sebastian Gronbach, der den Bloggern dieser Szene und einigen weiteren Beteiligten teils heftige Kommentare entlockte. Terra Canaillo nahm die Angelegenheit zum Anlass, mal wieder eine Rundumschau auf die anthroposophische Bloggerszene zu werfen. Was uns betrifft, sei der humoristische, aber ziemlich atemlose Kommentar ungekürzt wiedergegeben:
"..zurück zur bloggerszene. interessant sind in diesem zusammenhang auch die nebenschauplätze der auseinandersetzung. da hat es den egoisten hart getroffen! stellen wir uns das ganze bildlich vor, sagen wir lieber, in der realen welt: herr eggert betreibt seine kunstgalerie und kunstzentrum (an den wänden hängen überdimensionale leuchtkasten mit seinen bildern, musik klingt auf, da wo man gerade hinschaut, alles ist voller bewegung und farbe, etc. - eine tolle high-tech installation). jetzt hat er gronbach eingeladen, der neben ihm ein neues redaktionsbüro eröffnet hat. gleich strömen die besucher herbei, in der einen ecke sitzen die reginas, die gronbach sofort seinen angeblichen deutsch-nationalen tendenzen unter die nase reiben. in der anderen ecke sitzt die truppe der andreasse, die dieses deutsch-nationale und anti-basis-demokratische hierarchiegehabe auch noch tiefenpsychologisch zu interpretieren wissen (irgendwo scheinen andie und bastie sich vom waldorfkindergarten her zu kennen). es wird immer lauter, eggert versucht die gemüter zu besänftigen, und auch wenn er zugibt, dass seinen heutigen sprecher manchmal daneben hauen kann, es hilft nix. die fetzen fliegen, die teure installation wird in mitleidenschaft gezogen, das ganze wirkt wie ein rolling stones konzert in den frühen sechzigern. es wird einen richtigen saalschlacht daraus. gronbach kann noch gerade durch die hintertür verschwinden, da ruft regina laut: 'anthropotante!'. für einen moment is es still - dieses meist gefürchtete, unaussprechliche, hässliche wort klang soeben durch diesen räumen: 'anthropotante'. die anwesenden schauen sich gegenseitig an, haben wir da richtig gehört? hat sie wirklich 'anthropotante' gesagt? gronbach eine anthropotante? für unser geistesauge belehren und besserwissern uns reihenweise, mit lila-violetten dreiviertelröcken bekleidete, barettierte damen, die haare streng nach hinten gezogen. aiaiai. wir haben da ein viel besseres wort! doch nicht anthropotante, mensch, regina!
aber zu spät: die blogzpolizei, dieses mal in der gestalt des goys tritt auf und beruhigt die gemüter. der goy: 'sebastian gronbach ist ein mündungsmensch!' mündungsmensch? haben Sie das wort schon einmal gehört? wir noch nie. 'mündungsfeuer' kennen wir, in englisch: muzzle flash. sebastian gronbach ist also ein mündungs-mensch, a muzzle-man! ein muselman, der es nicht lassen kann?? war das eine geheime botschaft? haben wir es hier mit muslim-unterwanderung zu tun? ausgerechnet vom gronbach und dem goy? wo wird das enden? eine moschee auf dem dornacher hügel? und was ist mit diesem herrn geiss? nachdem er mit regina die galerie kurz und klein geschlagen hat, lobt er den egoisten noch für dessen bilder! was ist mit regina: sie besaß 38 jahre lang die rosa karte, besaß auch eine blaue karte - wenn regina jetzt die mutter von gronbach ist, die ihn mit der milch die basis-demokratie eingeflößt hat?? kann das alles wahr sein, liebe leser?"
Wow. Was war denn das für ein Auswurf, TC? Hast Du zwischendurch mal Luft geholt?
"..zurück zur bloggerszene. interessant sind in diesem zusammenhang auch die nebenschauplätze der auseinandersetzung. da hat es den egoisten hart getroffen! stellen wir uns das ganze bildlich vor, sagen wir lieber, in der realen welt: herr eggert betreibt seine kunstgalerie und kunstzentrum (an den wänden hängen überdimensionale leuchtkasten mit seinen bildern, musik klingt auf, da wo man gerade hinschaut, alles ist voller bewegung und farbe, etc. - eine tolle high-tech installation). jetzt hat er gronbach eingeladen, der neben ihm ein neues redaktionsbüro eröffnet hat. gleich strömen die besucher herbei, in der einen ecke sitzen die reginas, die gronbach sofort seinen angeblichen deutsch-nationalen tendenzen unter die nase reiben. in der anderen ecke sitzt die truppe der andreasse, die dieses deutsch-nationale und anti-basis-demokratische hierarchiegehabe auch noch tiefenpsychologisch zu interpretieren wissen (irgendwo scheinen andie und bastie sich vom waldorfkindergarten her zu kennen). es wird immer lauter, eggert versucht die gemüter zu besänftigen, und auch wenn er zugibt, dass seinen heutigen sprecher manchmal daneben hauen kann, es hilft nix. die fetzen fliegen, die teure installation wird in mitleidenschaft gezogen, das ganze wirkt wie ein rolling stones konzert in den frühen sechzigern. es wird einen richtigen saalschlacht daraus. gronbach kann noch gerade durch die hintertür verschwinden, da ruft regina laut: 'anthropotante!'. für einen moment is es still - dieses meist gefürchtete, unaussprechliche, hässliche wort klang soeben durch diesen räumen: 'anthropotante'. die anwesenden schauen sich gegenseitig an, haben wir da richtig gehört? hat sie wirklich 'anthropotante' gesagt? gronbach eine anthropotante? für unser geistesauge belehren und besserwissern uns reihenweise, mit lila-violetten dreiviertelröcken bekleidete, barettierte damen, die haare streng nach hinten gezogen. aiaiai. wir haben da ein viel besseres wort! doch nicht anthropotante, mensch, regina!
aber zu spät: die blogzpolizei, dieses mal in der gestalt des goys tritt auf und beruhigt die gemüter. der goy: 'sebastian gronbach ist ein mündungsmensch!' mündungsmensch? haben Sie das wort schon einmal gehört? wir noch nie. 'mündungsfeuer' kennen wir, in englisch: muzzle flash. sebastian gronbach ist also ein mündungs-mensch, a muzzle-man! ein muselman, der es nicht lassen kann?? war das eine geheime botschaft? haben wir es hier mit muslim-unterwanderung zu tun? ausgerechnet vom gronbach und dem goy? wo wird das enden? eine moschee auf dem dornacher hügel? und was ist mit diesem herrn geiss? nachdem er mit regina die galerie kurz und klein geschlagen hat, lobt er den egoisten noch für dessen bilder! was ist mit regina: sie besaß 38 jahre lang die rosa karte, besaß auch eine blaue karte - wenn regina jetzt die mutter von gronbach ist, die ihn mit der milch die basis-demokratie eingeflößt hat?? kann das alles wahr sein, liebe leser?"
Wow. Was war denn das für ein Auswurf, TC? Hast Du zwischendurch mal Luft geholt?
"Machtkampf und Kirche"
17.Feb.2007 22:19 Uhr
Wir haben uns nun doch entschlossen, diese an sich unbedeutende Schrift von 1937 von Pfarrer Friedrich Benesch wieder zu veröffentlichen. Zeigt sie doch, wie sehr der Autor den Gedankengängen des 3. Reiches verhaftet war und wie flüssig die demagogischen Sprachformen dieser Zeit von ihm benutzt werden und in welch unverschämter und verletzender Tonart er als 30jähriger junger Mann eine polemische Diskussion führt. Interessant ist auch seine Machtanspruch: er beansprucht Macht für seine Partei, damit diese die notwendige „Volkserneuerung“ durchsetzen kann. Er spricht vom „Volk“ mit „ewigen Lebensbedürfnissen“, in einer Art und Weise, als ob das Volk nicht aus einzelnen Menschen bestünde. Andere Ansichten werden als „reaktionär“ einfach abgetan. Der „Naturwissenschaftler“ und evangelische Theologe Benesch beansprucht für sich „Wahrheit“ und „klare Erkenntnis“, nicht nur in der Politik. Für Zweifler: Fritz Benesch ist eindeutig mit Dr. Friedrich Benesch identisch, im Text spricht er von seiner Gemeinde Birk und wer Benesch in späteren Jahren sprechen gehört hat, findet auch in Methodik, Wortwahl und Satzbau bekanntes.
(Vorbemerkung von Regina Reinsperger)
Hier zum Originaltext..
(Vorbemerkung von Regina Reinsperger)
Hier zum Originaltext..
SS-Angehöriger Friedrich Benesch?
02.Feb.2007 21:41 Uhr
Nachdem Johannes Mayer vom gleichnamigen Verlag, der zur Zeit den ersten Band der Benesch-Biographie vorbereitet, uns gegenüber hatte verlauten lassen, dass "nach vorliegendem Kenntnisstand eben nicht so ohne weiteres mit abschließender Sicherheit der Schluss zu ziehen (ist), dass ein Beitritt in die SS auch faktisch erfolgt ist", antwortet Regina Reinsperger in einem Aufsatz, warum sie sehr wohl der Ansicht ist, dass Benesch Mitglied der SS gewesen sei. Es wären auch nur formale Gründe gewesen (nämlich seine rumänische Staatsangehörigkeit), die dies erschwert oder verhindert hätten.
Dass Benesch Kreisleiter gewesen ist, Nationalsozialist und Antragsteller bei der SS in Sachen Mitgliedschaft, ist meines Wissens unstrittig. Den traurigen Rest behandelt Regina Reinsperger in ihrem Artikel..
Dass Benesch Kreisleiter gewesen ist, Nationalsozialist und Antragsteller bei der SS in Sachen Mitgliedschaft, ist meines Wissens unstrittig. Den traurigen Rest behandelt Regina Reinsperger in ihrem Artikel..
Jugendbewegungen
13.Jan.2007 21:56 Uhr
und Friedrich Beneschs Sicht auf sie stellt Regina Reinsperger in einem neuen Artikel vor. Viele der zahlreichen Jugendbewegungen des 20 Jahrhunderts werden umrissen.

Lesen Sie weiter..

Lesen Sie weiter..
Hirnwurst und schwarz-braune Haselnüsse
21.Dez.2006 23:14 Uhr
Friedrich Beneschs Weihnachtsfest in Birk. Wie genau sah die Realität aus, das Alltagsleben? Das fragt man sich immer, wenn man historische Fakten studiert. Das Problem ist das Studium, das Problem sind wir selbst: Wir neigen dazu, die Historie aus unserem Blickwinkel zu betrachten.
Unser Studienobjekt war der verstorbene Autor und Pfarrer der Christengemeinschaft, Friedrich Benesch. In einem früheren Leben in seinem Leben war er evangelischer Pfarrer und überzeugter Nationalsozialist. Die Mischung von Priesteramt und Waffen-SS-Propaganda wäre an jedem Ort seltsam genug gewesen- in einem kleinen Dorf Deutschstämmiger im damaligen Rumänien gedieh dieses Gewächs ungemein gut und führte zu einem umfassenden und gefährlichen Regime. Ich möchte daher den Blick nicht auf Benesch allein, sondern auf diese seine langjährige Umgebung richten. Nur daraus erklärt sich der erhebliche Einfluss von Benesch auf das Dorf Birk und die Umgebung. Nur so waren die selbst von Bischof Glondys gefürchteten „Schlägertrupps“, die bei Beneschs Anhörungen von Seiten seiner Kirchenoberen auftraten, zu erklären.

weiter..
Unser Studienobjekt war der verstorbene Autor und Pfarrer der Christengemeinschaft, Friedrich Benesch. In einem früheren Leben in seinem Leben war er evangelischer Pfarrer und überzeugter Nationalsozialist. Die Mischung von Priesteramt und Waffen-SS-Propaganda wäre an jedem Ort seltsam genug gewesen- in einem kleinen Dorf Deutschstämmiger im damaligen Rumänien gedieh dieses Gewächs ungemein gut und führte zu einem umfassenden und gefährlichen Regime. Ich möchte daher den Blick nicht auf Benesch allein, sondern auf diese seine langjährige Umgebung richten. Nur daraus erklärt sich der erhebliche Einfluss von Benesch auf das Dorf Birk und die Umgebung. Nur so waren die selbst von Bischof Glondys gefürchteten „Schlägertrupps“, die bei Beneschs Anhörungen von Seiten seiner Kirchenoberen auftraten, zu erklären.

weiter..
Regina Reinsperger: Friedrich Benesch und sein Dorf Birk
04.Dez.2006 17:12 Uhr
Regina Reinsperger berichtet in ihrem Artikel über das Dorf Birk, in dem Friedrich Benesch bis 1944 als evangelischer Pfarrer und SS-Mann tätig war. Die Stimmung des abgeschotteten deutschstämmigen Grossteils der Bevölkerung, in der die nationalsozialistische Propaganda ihres Pfarrers auf fruchtbaren Boden fiel, wird in den Schilderungen und den Daten deutlich. Frau Reinsperger hat mit diesem Artikel auch die bisher unzugänglichen Jahre 41-44, in denen es keine Informationen über Benesch gab, aufgeklärt oder zumindest Licht hinein gebracht. Die Verbindung auch zu SS- Männern wie dem inzwischen verurteilten Aufseher in Mauthausen, Leprich, wird durch die intensiven Recherchen Frau Reinspergers deutlich.


Benesch und Leprich, ein KZ-Wächter aus Mauthausen
15.Nov.2006 22:27 Uhr
Im Verlauf der Recherchen zu Friedrich Benesch, dem ehemaligen Priester der Christengemeinschaft, ergeben sich merkwürdie Querverbindungen. Im Fall Leprich, einem gerade 18 Jahre alten KZ- Aufseher, sind die Verbindungen nicht mehr als wahrscheinlich. Dieselbe deutschstämmige Abstammung, dasselbe Dorf, dieselben jüdischen Nachbarn, eine zeitlich versetzte Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Dazu die Mitteilungen des Bischofs Glondys, wie die von Benesch so romantisierten Bauern und ihre Kinder in Wahrheit agierten: Als gewaltbereite, unerschrockene Schläger, die unliebsame Versammlungen (wie diszipliarische Maßnahmen der Kirchenleitung gegen Benesch) gern mit Überfällen sprengten, um wohl kalkuliert den Zeitpunkt der Machtüberahme durch die nationalsozialistischen Schergen abzuwarten und bis dahin die Bevölkerug hinter sich zu bringen.
Die jüdischen Bewohner um sie herum müssen von diesen antisemitischen Banden terrorisiert worden sein. Es hat bereits 1939 erste Pogrome durch rumänische Truppen, aber auch durch die Bevölkerung gegeben. Die Opfer sind heute nur in ganz geringem Ausmaß zu erfassen. Es hat sie aber auch im Dorf Birk gegeben, in dem Benesch einen beängstigenden Einfluss gehabt haben muss. Dieser Baustein in den Materialien zu Beneschs nationalsozialistischer Vergangenheit kann also nicht mhr sein als eine Anhäufung von Wahrscheinlichkeiten. Leprich ist gerade, 81-jährig, aus der Haft entlassen worden. Er war sein Leben lang auf der Flucht, pendelnd zwischen illegalem Aufeinhalt in den USA und einem Holzverschlag in seinem Haus in Kanada, wo er sich mit Gemüseanbau beschäftigte. So unterschiedlich der Grad der Schuld sein mag- Benesch war ein überaus willensstarker, ideologisch extrem orientierter NS- Ideologen im provinziellen Umfeld seiner siebenbürgischen Heimat- Leprich dagegen ein junger Mörder in Mauthausen, so ähnlich war der Ursprung Beider.
Unterschiedlich waren auch die Strategien des Verschwindens nach dem Krieg. Der Eine ging als spirituell- christologisches Vorbild in die Unangreifbarkeit einer anderen Existenz, der Andere wand sich heraus, floh und versuchte, unsichtbar zu werden.
Alles, was ich im folgenden schreibe, ist also mit Vorsicht zu geniessen. Vielleicht hat der Redner, Dorfpfarrer und Karrierist Benesch seinen Dörflern im siebenbürgischen Provinznest in Sachen Ideologisierung und Fanatisierung etwas mitgegeben, das gerade die ganz jungen Leute, die offensichtlich stark unter seinem Einfluss standen, in die furchtbaren Untaten mit hinein getrieben hat.
Solange die rumänischen Kriegsakten aus guten Gründen (wegen der eigenen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung) für Historiker unzugänglich bleiben, werden Fragen offen bleiben.
Die jüdischen Bewohner um sie herum müssen von diesen antisemitischen Banden terrorisiert worden sein. Es hat bereits 1939 erste Pogrome durch rumänische Truppen, aber auch durch die Bevölkerung gegeben. Die Opfer sind heute nur in ganz geringem Ausmaß zu erfassen. Es hat sie aber auch im Dorf Birk gegeben, in dem Benesch einen beängstigenden Einfluss gehabt haben muss. Dieser Baustein in den Materialien zu Beneschs nationalsozialistischer Vergangenheit kann also nicht mhr sein als eine Anhäufung von Wahrscheinlichkeiten. Leprich ist gerade, 81-jährig, aus der Haft entlassen worden. Er war sein Leben lang auf der Flucht, pendelnd zwischen illegalem Aufeinhalt in den USA und einem Holzverschlag in seinem Haus in Kanada, wo er sich mit Gemüseanbau beschäftigte. So unterschiedlich der Grad der Schuld sein mag- Benesch war ein überaus willensstarker, ideologisch extrem orientierter NS- Ideologen im provinziellen Umfeld seiner siebenbürgischen Heimat- Leprich dagegen ein junger Mörder in Mauthausen, so ähnlich war der Ursprung Beider.
Unterschiedlich waren auch die Strategien des Verschwindens nach dem Krieg. Der Eine ging als spirituell- christologisches Vorbild in die Unangreifbarkeit einer anderen Existenz, der Andere wand sich heraus, floh und versuchte, unsichtbar zu werden.
Alles, was ich im folgenden schreibe, ist also mit Vorsicht zu geniessen. Vielleicht hat der Redner, Dorfpfarrer und Karrierist Benesch seinen Dörflern im siebenbürgischen Provinznest in Sachen Ideologisierung und Fanatisierung etwas mitgegeben, das gerade die ganz jungen Leute, die offensichtlich stark unter seinem Einfluss standen, in die furchtbaren Untaten mit hinein getrieben hat.
Solange die rumänischen Kriegsakten aus guten Gründen (wegen der eigenen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung) für Historiker unzugänglich bleiben, werden Fragen offen bleiben.
"An meiner nationalsozialistischen Weltanschauung hat sich nicht das Geringste geändert"
11.Nov.2006 23:23 Uhr
In einem neuen Artikel von mir zum Fall des bedeutenden Pfarrers der "Christengemeinschaft", Friedrich Benesch, werden eine ganze Reihe von zum Teil bisher kaum bekannten Dokumenten verarbeitet. Dabei werden die Aktivitäten Beneschs als evangelischer Pfarrer von 1936- 1940, sein Eintritt in die Waffen-SS und seine darauf folgenden Karriereabsichten innerhalb der SS in Rumänien beleuchtet. Die aggressive Opposition Beneschs gegen seine eigene Kirchenleitung, seine politischen Umtriebe und die Gefahr, die für provinzielle Landstriche von ihm und seinen auch als Schlägern auftretenden "Bauern" ausging, wird aus diesen Dokumenten ebenso deutlich wie sein scheinbar unumstössliches Credo bezüglich seines "Glaubens" an die nationalsozialistische Ideologie. Benesch war zweifellos kein Mitläufer. In den Dokument erscheint er mir vielmehr als ein gewissenloser Karrierist und Opportunist, der sich in der SS nicht nur mit allen Mitteln persönliche, aber auch von ihm unterstützte politische Ziele versprach.
Die tanzenden Dörfler aus Siebenbürgen
24.Okt.2006 23:50 Uhr

Eine Selbstbeschreibung Beneschs aus der Zeit unmittelbar nach dem Weltkrieg, die seine Selbststilisierung, seine deutschtümelnden Klischees und eine gewisse Selbstüberschätzung deutlich machen. Gegenüber der „Christengemeinschaft“ und der Öffentlichkeit stellt diese Darstellung seine Strategie der Verschleierung der Tatsachen doch deutlich heraus. Dazu eine sehr persönliche Einleitung von von Frau Dr. med. Reinsperger . Hier wird auch bereits angedeutet, dass weitere Veröffentlichung an dieser Stelle folgen werden.
Friedrich Benesch und die Christengemeinschaft
29.Jul.2006 23:37 Uhr
In einem privaten Mail- Austausch hat nun Hans-Werner Schroeder, ebenfalls Priester, ehemaliger Oberlenker und Leiter der Freien Hochschule der Christengemeinschaft, aber auch Autor und Biograf Friedrich Beneschs, zu der Frage Stellung genommen, inwiefern die nähere Umgebung Friedrich Beneschs, aber auch die Christengemeinschaft selbst, von dessen nationalsozialistischer Vergangenheit gewusst habe. Diese Vermutung hatte ich nach Lektüre eines biographischen Porträts Hans-Werner Schroeders aus den 80ern angestellt. Sie war - wie Hans-Werner Schroeder feststellt - reine Spekulation.
Benesch im Überblick
14.Mai.2006 22:07 Uhr
Überblick ist natürlich nicht anmassend in Hinsicht auf das Leben oder Werk Beneschs gemeint, sondern nur im Blick auf die verstreuten, bei den Egoisten erschienen Artikel, die nun hier zusammen gefasst sind. Zum 100. Geburtstag Beneschs soll nächstes Jahr eine umfassende Biographie erscheinen, die auch die von uns angesprochenen "heiklen" Fakten berücksichtigt. Autor soll Hans-Werner Schroeder sein.
Benesch und sein "Lebensbild"
06.Mai.2006 10:17 Uhr
Eine nähere Betrachtung eines biographischen Abrisses von Hans-Werner Schroeder (Die Christengemeinschaft) in der Gesamtausgabe der "Vorträge und Kurse" Beneschs aus dem Jahr 1993 soll Hinweise bzgl.der Frage geben, was die Christengemeinschaft von der nationalsozialistischen Vergangenheit Beneschs gewusst hat. Aus dem biographischen Abriss wird meiner Ansicht nach klar, dass man davon nicht nur gewusst, sondern auch Erklärungen, Bagatellisierungen und Umbewertungen vorgenommen hat, um Beneschs Ruf zu schützen. Der Tenor ist der: Benesch war immer im Kern Anthroposoph, wurde wegen dieser Tatsache von seinem Amt als protestantischer Pfarrer suspendiert (keineswegs wegen seiner radikal- nationalsozialistischen Propaganda) und suchte die Nähe zum "Völkischen" doch nur wegen seiner sozialen Kontakte. Nach dem Krieg wirkte Benesch dann, in einer zunehmend zentralen Position bis hin zum Leiter des Ausbildungsseminars für Christengemeinschaftspfarrer, als Priester, Publizist und Wissenschaftler; eine überaus charismatische Persönlichkeit, die vor allem junge Menschen gern als "Meine Lieben" titulierte. Von seiner nationalsozialistischen Vergangenheit war keine Rede mehr, auch wenn es in Schroeders Biographie deutlich wird, dass er empfindlich reagiert haben muss, wenn man ihm zu nahe kam.
Die Biographie habe ich, um dem Vorwurf des selektiven Zitierens zu entgehen, in Gänze eingescannt.
weiter..
Die Biographie habe ich, um dem Vorwurf des selektiven Zitierens zu entgehen, in Gänze eingescannt.
weiter..
Der gute Kamerad Fritz Benesch
29.Dez.2005 22:00 Uhr
Nach unserem ersten Bericht bei den Egoisten über die nationalsozialistische Vergangenheit des anthroposophischen Autors, Priesters und Repräsentanten Friedrich Benesch hat ein neu erschienenes Buch (Akten um die Deutsche Volksgruppe in Rumänien 1937-1945) einige weitere Fakten zu diesem Thema ans Licht gebracht. Mit Hilfe des Buchs von Klaus Popa bemüht sich Michael Eggert, diese Fakten in den historischen Kontext zu stellen und entsprechend zu bewerten. Der Artikel steht unter "Gesammelte Ärgernisse" exklusiv bei den Egoisten zum Download bereit.
Friedrich Benesch, Nationalsozialist und Anthroposoph
16.Aug.2005 01:38 Uhr
