Ludwig Wittgenstein: "Gut sterben"

„Lass mich dieses gestehen: Nach einem für mich schweren Tag kniete ich heute beim Abendessen & betete & sagte plötzlich kniend & in die Höhe blickend: „Es ist niemand hier.“ Dabei wurde mir wohl zu Mute als wäre ich in etwas Wichtigem aufgeklärt worden.
Was es aber eigentlich bedeutet, das weiss ich noch nicht. Ich fühle mich leichter. Aber das heisst nicht etwa: ich sei früher in einem Irrtum gewesen. (…)

Denn ich sagte ja auch dieses Wort nicht als ich gerade wollte, sondern es kam. Und wie es kam so kann etwas anderes kommen. - „Lebe so, dass du gut sterben kannst!“

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Ludwig Wittgenstein, Denkbewegungen Tagebücher 1930-1932 1936-1937, Frankfurt 1999, S. 84
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