Wunderbarer Frühling

Das wird offenbar kein gutes Jahr für Allergiker. Wenn man durch die heimatliche Natur schweift - gleichgültig ob in eher gebirgigen Gegenden oder dem platten Land-, hat man den Eindruck, als würde die Natur dieses Jahr geradezu bersten vor Kraft. Die Schösslinge jeder Art schiessen empor und entfalten sich breit im Blatt, satt vor Kraft. Bei uns spielt auch das Wetter mit. Es entfaltet sich in einer Ideallinie zwischen kalten, feuchten Nächten und einer klaren, intensiven Sonne am Tag- überraschend warm für die Jahreszeit. Was man neu ansetzt, gedeiht auf ungekannte Art, es gibt keinen Ausschuss, keine Kümmerlinge. Selbst die gestreuten Samen entfalten sich, als hätten sie es eilig. Das gibt ein Gefühl der Dankbarkeit und des Trostes- ist es doch, als sei die Natur bemüht, die schweren Verletzungen alles dessen, was lebt, die wir in der letzten Zeit erlebt haben, wenigstens im Vegetativen auszugleichen- ein Körper, der an einer Entzündung erkrankt ist und die Selbstheilungskräfte mobilisiert. Das macht niemanden lebendig, der gestorben ist und repariert nicht die für Jahrhunderte verseuchten Zonen. Es tut, was es kann. Es macht einen wunderbaren Frühling. Ein Frühling, gesättigt von österlichem Geist.
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