Sich mit den Fehlern des anderen Menschen liebevoll zu befassen
10.Jan.2010 23:25 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
„Dasjenige, was der Menschheit einzig und allein Heil bringen kann gegen die Zukunft hin – ich meine der Menschheit, also dem sozialen Zusammenleben -, muss sein ein ehrliches Interesse des einen Menschen an dem anderen. Dasjenige, was dem Bewusstseinsseelen – Zeitalter besonders eigen ist, ist Absonderung des einen Menschen vom anderen. Das bedingt ja die Individualität, das bedingt die Persönlichkeit, dass sich innerlich ein Mensch von dem anderen absondert.
Aber diese Absonderung muss einen Gegenpol haben, und dieser Gegenpol muss in dem Heranzüchten eines regen Interesses von Mensch zu Mensch bestehen. Sie finden unter den elementarsten Impulsen, die angegeben werden (zur Geistesschulung), die Entwicklung einer Gesinnung zur Positivität. Die meisten Menschen der Gegenwart werden geradezu mit ihrer Seele umkehren müssen von ihren Wegen, wenn sie diese Positivität entwickeln wollen, denn die meisten Menschen haben noch nicht einmal einen Begriff von dieser Positivität.
Sie stehen von Mensch zu Mensch so, dass sie, wenn sie an anderen Menschen etwas bemerken, das ihnen nicht passt – ich will gar nicht sagen, das sie tiefer betrachten, sondern das ihnen von oben her betrachtet, ganz äußerlich betrachtet, nicht passt -, so fangen sie an abzuurteilen, aber ohne Interesse dafür zu entwickeln. Es ist im höchsten Grade antisozial für die zukünftige Menschheitsentwicklung, solche Eigenschaften an sich zu haben, in unmittelbarer Sympathie und Antipathie an den anderen Menschen heranzugehen.
Dagegen wird die schönste, bedeutendste soziale Eigenschaft der Zukunftsentwicklung sein, wenn man gerade ein naturwissenschaftliches , objektives Interesse für Fehler anderer Menschen entwickelt, wenn einen die Fehler anderer Menschen viel mehr interessieren, als das man sie versucht zu kritisieren. Denn nach und nach…wird sich der eine Mensch ganz besonders immer mehr und mehr mit den Fehlern des anderen Menschen liebevoll zu befassen haben.“
-----------------
Aus: Rudlof Steiner, „Geschichtliche Symptomatologie“ GA 185, Seite 96ff.
Aber diese Absonderung muss einen Gegenpol haben, und dieser Gegenpol muss in dem Heranzüchten eines regen Interesses von Mensch zu Mensch bestehen. Sie finden unter den elementarsten Impulsen, die angegeben werden (zur Geistesschulung), die Entwicklung einer Gesinnung zur Positivität. Die meisten Menschen der Gegenwart werden geradezu mit ihrer Seele umkehren müssen von ihren Wegen, wenn sie diese Positivität entwickeln wollen, denn die meisten Menschen haben noch nicht einmal einen Begriff von dieser Positivität.
Sie stehen von Mensch zu Mensch so, dass sie, wenn sie an anderen Menschen etwas bemerken, das ihnen nicht passt – ich will gar nicht sagen, das sie tiefer betrachten, sondern das ihnen von oben her betrachtet, ganz äußerlich betrachtet, nicht passt -, so fangen sie an abzuurteilen, aber ohne Interesse dafür zu entwickeln. Es ist im höchsten Grade antisozial für die zukünftige Menschheitsentwicklung, solche Eigenschaften an sich zu haben, in unmittelbarer Sympathie und Antipathie an den anderen Menschen heranzugehen.
Dagegen wird die schönste, bedeutendste soziale Eigenschaft der Zukunftsentwicklung sein, wenn man gerade ein naturwissenschaftliches , objektives Interesse für Fehler anderer Menschen entwickelt, wenn einen die Fehler anderer Menschen viel mehr interessieren, als das man sie versucht zu kritisieren. Denn nach und nach…wird sich der eine Mensch ganz besonders immer mehr und mehr mit den Fehlern des anderen Menschen liebevoll zu befassen haben.“
-----------------
Aus: Rudlof Steiner, „Geschichtliche Symptomatologie“ GA 185, Seite 96ff.
blog comments powered by Disqus