Hans-Peter Dieckmann: Und die Nilpferde kochten in ihren Becken
01.Apr.2010 20:32 Uhr Abgelegt in:Web & Kultur
Seit den 1970er Jahren begleiten mich von Zeit zu Zeit Bücher von Jack Kerouac und William S. Burroughs, wobei ich mir zu den Romanen von Burroughs etwa seit “Naked Lunch“ immer eher nur ein Lesen von Abschnitten zugemutet habe. Wer in abscheuliche Höllenwelten hineinschauen möchte, gewinnt dafür bei ihm auf tausenden von Seiten viele Gelegenheiten; sicher: sie sollen auch verdrängte persönliche, gesellschaftliche und archetypische Realitäten aufdecken, leisten das nach meinen Eindrücken teils sogar wirklich, doch … Burroughs arbeitete nach seinem bekannten “Naked Lunch“ oft mit der so genannten Cut-up-Methode: Texte oder auch Tonbandaufzeichnungen werden bei ihr zerschnitten und zufällig zusammengesetzt, was laut ihm zu sehr interessanten Nebeneinanderstellungen führen kann, von denen aber nur einige literarisch verwertbar sind. Einem Interviewer erläuterte er: „Sie fragen sich, wie sich die Sequenzen und Rhythmen ordnen, nun, sie tun es überhaupt nicht. Die Cut-ups ergeben neues Material, aber sie sagen einem nicht, was man damit tun soll.“
Das ist der springende Punkt. Wenn Burroughs über seine Bücher reflektierte, ist er für mich immer noch viel spannender und manchmal anregender als in seinen Romanen; zum Teil nahm er dabei einen bemerkenswert nüchternen Beobachterstandpunkt ein, der seine Höllenwelten vergleichsweise hell kontrastiert.
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Das ist der springende Punkt. Wenn Burroughs über seine Bücher reflektierte, ist er für mich immer noch viel spannender und manchmal anregender als in seinen Romanen; zum Teil nahm er dabei einen bemerkenswert nüchternen Beobachterstandpunkt ein, der seine Höllenwelten vergleichsweise hell kontrastiert.
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