Software AG Stiftung

Einer der grossen Geldgeber vieler freier, vor allem anthroposophischer Initiativen in Behinderten- und Altenarbeit, in Jugendhilfe, Förderung alternativer Wissenschaft, Medizin, Landwirtschaft und Umweltschutz ist die Software AG Stiftung. Deren Begründer, Peter M. Schnell, heute 71 Jahre alt, hatte vor 40 Jahren mit zwei Kollegen die Software AG gegründet, mit wenig Geld, aber einigen Software- Patenten. Heute ist dieses Unternehmen milliardenschwer und beschäftigt (FAS, 13.12.2009, Nr. 50, S. 49, „Asien bringt Pepp ins Portfolio“) 2000 Mitarbeiter.
Peter M. Schnell, der Anthroposoph und laut FAS Vater von zwei behinderten Kindern ist, hatte seine Anteile am Unternehmen schon 1992 fast vollständig in die Stiftung eingebracht, damit mit den „erheblichen Vermögenswerten heilsam in der Welt umgegangen“ (FAS, dito) werden könne. Sich „mit Hunderten Millionen Euro ein bequemes Leben“ zu machen, fände Schnell „schrecklich fad“.
Der Vermögensberater der Stiftung, Andreas Rachor, erwirtschaftet für die gemeinnützigen Zwecke jährlich 25 Millionen Euro- eine nahezu konstante Rendite, „abgesehen vom Horrorjahr 2008“. Im Gegensatz zu der Geschäftspolitik der Banken lehnt Schnell im Namen der Stiftung „Derivate ab, also abstrakt konstruierte Geldprodukte“ (FAS, dito). Diese Haltung hat sich in der Finanzkrise bewährt. Die Stiftung bewahrt in ihrer Anlagepolitik auch andere ethische Vorbehalte- „Wir investieren nicht in Rüstung, nicht in die Tabakindustrie, nicht ins Glücksspiel“. Die Unterstützung des biologisch- dynamischen Landbaus verbietet natürlich auch Investments in Richtung Gentechnologie. Im Portfolio finden sich dagegen sehr wohl Aktien von BP, Total, Danone und Unilever, aber auch RWE. Trotz vieler Unkenrufe investiert die Software AG Stiftung in Aktien aus Asien, auch in Banken in Indien und Hongkong.

Projekte und Initiativen, die eine Förderung wünschen, können sich bei der Stiftung hier bewerben. 2007 hatte die Stiftung darüber nachgedacht, neben ihrem Engagement in der Kunsthochschule Alfter, „die deutsche Privatuniversität Witten/Herdecke zu übernehmen.“ (Quelle) Heute ist sie einer der wichtigsten Gesellschafter der freien Universität (Quelle) und hat damit deren Insolvenz vermieden.
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