Gronbach
Absetzbewegungen gegenüber Gronbach
08.Sep.2009 15:15 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
In der Mitgliederzeitschrift „Motive- Aus der anthroposophischen Arbeit in NRW“ treibt Anna- Katharina Dehmelt aber immerhin eine vorsichtige Absetzbewegung gegenüber Gronbach voran- etwas, was in den Augen vieler Mitglieder seit langem erwartet wird. Hintergrund ist, dass das Arbeitszentrum als solches in vorangegangenen Konferenzen „deutlich“ in Frage gestellt wurde: „Das zeigte sich zunächst in scharfer Kritik an der Mitarbeit von Sebastian Gronbach im Kollegium. Wir haben klar gestellt, dass Sebastian Gronbach keinerlei besondere Funktionen für das Arbeitszentrum übernommen hat, insbesondere nicht in der Öffentlichkeitsarbeit oder als Sprecher des Kollegiums. Seine Beiträge im Internet, seit einigen Monaten unter MissionMensch.blogspot.com, sind private Äußerungen und stoßen auch im Kollegium nicht durchweg auf Zustimmung.“ Im weiteren folgen einige diplomatisch- lobende Worte für Gronbach (sein „offene(r) Blick ins Zeitgeschehen..“)
So vorsichtig diese Distanzierung auch ausfallen mag: Die hochfahrenden, ja anmassenden Pläne des Egomanen Gronbach, Kernbegriffe der anthroposophischen Bewegung wie Karma und Reinkarnation, aber auch die christliche Orientierung im Alleingang abzuschaffen, dürften damit doch vorläufig hinfällig sein. So „privat“ Gronbachs Beiträge und seine eigenwillige Positionierung nun eingeschätzt werden - die Äußerungen Anna- Katharina Dehmelts an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt sind alles andere als das: „privat“: Die „integrale“ „Mission“ mitsamt ihrer speziellen Hybris muss sich andere Betätigungsfelder suchen.
Comments
Nahaufnahme vom letzten Abendmahl
08.Apr.2009 01:18 Uhr Abgelegt in:Comix
Gronbachs letztes Abendmahl
08.Apr.2009 20:45 Uhr Abgelegt in:Comix
Mermaid Cartoon
06.Nov.2008 23:04 Uhr Abgelegt in:Comix

It is not given to everyone (“you are not yet ready “) to comprehend the breath-taking imaginative universe of a Sebastian Gronbach. At least not right away. Therefore, in order that you, dear readers, will not be forced any more than necessary for this purpose to divest yourselves of your Egos, we here at Egoisten now jump into the breach and elucidate in simple imagery what Mr. Gronbach has to say, e.g. about mermaids.
Thanks for translation, Tom!
Wir erklären Gronbach Part I
26.Okt.2008 23:53 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie | Comix
Nicht jedem ist es gegeben („Du bist noch nicht so weit“), die atemberaubende Bilderwelt eines Sebastian Gronbach zu verstehen. Zumindest nicht auf Anhieb. Damit es für Sie, liebe Leser, zu diesem Zwecke nicht extra erforderlich wird, sich Ihres Iches zu entledigen, springen wir bei den Egoisten in die Bresche und erklären in einfachen Bildern das, was Herr Gronbach z.B. über Meerjungfrauen zu sagen hat:


Meine unschönen Assoziationen
22.Okt.2008 23:34 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Dass das, was einem unwillkürlich durch den Kopf geht, eben auch ein Gutteil in diesem Kopf entsteht, ist mir klar. Aber vermeiden kann ich es seit längerem nicht, wenn ich den Ton von Sebastian Gronbachs Blog vergegenwärtige. Ich kenne auch seine Erklärungsmuster für Anwürfe aller Art - so auch die meinigen. Ich nehme auch an, dass er ein netter Kerl ist. Aber wenn ich seinen letzten Blogeintrag lese und darunter so etwas wie:
„Wer mit ihm kämpft sucht ihn und wer ihn sucht sucht am Ende nur eines: Die eigene, totale Niederlage. Nur so machen sich seine Feinde, durch IHN, selber zum Krieger des Lichts. Darum wirkt der Krieger des Lichts manchmal gnadenlos. Es ist eine gnadenlose Gnade. Seine Gnadenlosigkeit ist die letzte Hoffnung seiner Feinde.
Etwas in seinen Feinden ist aus Licht und dieses Licht treibt sie zu ihm. Er lässt sich nicht provozieren, er hat ein Schicksal, das es zu erfüllen gilt. Er gibt allen die Zeit die sie brauchen, um ihre Taten zu rechtfertigen.
Aber er ist unversöhnlich, wenn es um Verrat geht. Voller Stolz trägt er die Spuren und Narben der Kämpfe und des Krieges, es sind Zeugen dessen was er erlebt, und Belohnung für das was er errungen hat.“ usw usw.
Dieses Pseudoheroische, Post- Nietzscherianische, Delirierende erweckt in mir sofort Bilder der Statuen Arno Brekers.

Es ist nichts als eine Form von Schwulst. Aber eben für mich leider auch mit einer Prise Unerträglichkeit. Daran ändert auch nichts, dass am Ende bei Gronbach wieder das anthroposophische Eurythmiekittelchen darüber geworfen wird. In meinen Augen wird Rudolf Steiner damit in ein unpassendes Licht gerückt. Ich denke, dass man auch für die Bilder, Metaphern und Symbole verantwortlich ist, die man in die Welt setzt. Manchmal sind die Bilder einfach nur abgegrast, leer geredet, tot benutzt. An anderer Stelle sind sie aber auch vielleicht missbraucht und korrumpiert worden. Sich selbst wie Gronbach als „Lichtkrieger“ ein Denkmal nach dem anderen zu errichten, erscheint mir mindestens missverständlich zu sein. Daneben ist es natürlich peinlich. Im anglo- amerikanischen Sprachraum, aus dem Gronbach seine Metaphern bezieht, mögen sie deutlich weniger belastet sein. Das ist noch kein Freibrief dafür, die amerikanischen Vorstellungen ungefiltert ins Deutsche zu übertragen. Der Heroismus hat hier eine schlechte Vergangenheit.
„Wer mit ihm kämpft sucht ihn und wer ihn sucht sucht am Ende nur eines: Die eigene, totale Niederlage. Nur so machen sich seine Feinde, durch IHN, selber zum Krieger des Lichts. Darum wirkt der Krieger des Lichts manchmal gnadenlos. Es ist eine gnadenlose Gnade. Seine Gnadenlosigkeit ist die letzte Hoffnung seiner Feinde.
Etwas in seinen Feinden ist aus Licht und dieses Licht treibt sie zu ihm. Er lässt sich nicht provozieren, er hat ein Schicksal, das es zu erfüllen gilt. Er gibt allen die Zeit die sie brauchen, um ihre Taten zu rechtfertigen.
Aber er ist unversöhnlich, wenn es um Verrat geht. Voller Stolz trägt er die Spuren und Narben der Kämpfe und des Krieges, es sind Zeugen dessen was er erlebt, und Belohnung für das was er errungen hat.“ usw usw.
Dieses Pseudoheroische, Post- Nietzscherianische, Delirierende erweckt in mir sofort Bilder der Statuen Arno Brekers.

Es ist nichts als eine Form von Schwulst. Aber eben für mich leider auch mit einer Prise Unerträglichkeit. Daran ändert auch nichts, dass am Ende bei Gronbach wieder das anthroposophische Eurythmiekittelchen darüber geworfen wird. In meinen Augen wird Rudolf Steiner damit in ein unpassendes Licht gerückt. Ich denke, dass man auch für die Bilder, Metaphern und Symbole verantwortlich ist, die man in die Welt setzt. Manchmal sind die Bilder einfach nur abgegrast, leer geredet, tot benutzt. An anderer Stelle sind sie aber auch vielleicht missbraucht und korrumpiert worden. Sich selbst wie Gronbach als „Lichtkrieger“ ein Denkmal nach dem anderen zu errichten, erscheint mir mindestens missverständlich zu sein. Daneben ist es natürlich peinlich. Im anglo- amerikanischen Sprachraum, aus dem Gronbach seine Metaphern bezieht, mögen sie deutlich weniger belastet sein. Das ist noch kein Freibrief dafür, die amerikanischen Vorstellungen ungefiltert ins Deutsche zu übertragen. Der Heroismus hat hier eine schlechte Vergangenheit.
IF YOU SEEK ENLIGHTENMENT (BUT CAN’T FIND IT)
11.Sep.2008 23:07 Uhr Abgelegt in:Comix
Ich finde ja, Tom macht inzwischen eine eigene Kunstform daraus. Er dichtet die Comix einfach etwas weiter und gibt ihnen einen neuen Schwung. Ich finde ja, er macht sie besser als das Original!


Öffentlichkeitsarbeiter in NRW gesucht
06.Aug.2008 13:49 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Wie aus einem aktuellen Spendenaufruf an die Mitglieder ersichtlich, sucht die Anthroposophische Gesellschaft NRW einen „Öffentlichkeitsarbeiter für das Arbeitszentrum“. Ziel ist es, „die Entwicklung der Anthroposophie hin zu einer weiteren öffentlichen Kulturwirksamkeit“ zu fördern und in einer veränderten „Lage der Anthroposophie“ schnell und kompetent „in die öffentliche Diskussion“ eingreifen zu können. Die Gründe werden vom Arbeitszentrum auch darin gesehen, dass sich „die Öffentlichkeit“ - so wie früher nur in den praktischen Feldern Waldorfpädagogik und Medizin nun auch zunehmend für die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners selbst interessiert. Von der Anthroposophischen Gesellschaft wird daher erwartet, „Dislogfähigkeit“ zu entwickeln und mit öffentlichen Auseinandersetzungen „konstruktiv umzugehen“. Dabei wird nicht verschwiegen, dass an der Diskursfähigkeit der Anthroposophischen Bewegung auch selbst gearbeitet werden muss: „Die eigentliche Aufgabe aber besteht darin, eine Sprachfähigkeit zu entwickeln, die das zur Erscheinung bringt, was wirklich originär aus Anthroposophie entsteht“. Letzteres wird schon deshalb nicht leicht sein, da die inneranthroposophische Diskussion darüber, was als originär anthroposophisch zu verstehen ist, nicht einmal im Ansatz vollzogen ist. Ein „Öffentlichkeitsarbeiter“ hat die schwierige Aufgabe, zwischen divergenten inneranthroposophischen Strömungen auch ausgleichend einzuwirken. Nicht zuletzt in den Auseinandersetzungen, die in diesem Blog hier in den letzten zwei Jahren stattgefunden haben, kann man sehen, dass nicht einmal Konsens darüber besteht, wie man mit den -sagen wir- diskussionswürdigen Stellen in Rudolf Steiners Werk oder mit der anrüchigen Vita mancher Mitglieder - etwa in der Zeit des Dritten Reichs- umzugehen hat. Ein „Öffentlichkeitsarbeiter“ muss also auch den Diskurs nach innen fördern und dafür denkbar breit aufgestellt sein, um nicht von vornherein Widerstände aufzubauen. Ob die Links auf der Website auf diese Positionierung bereits einen Hinweis geben? Man findet an privaten anthroposophischen Homepages nur die von Gronbach, die sich allerdings in sehr geringem Maß um Konsens bemüht hat.
Dieser Himmelfahrtsjob ist- bei weiter rückläufigen Mitteln in der Anthroposophischen Gesellschaft- nur durch Sonderspenden zu finanzieren. Im Herbst sollte die Arbeit beginnen.
_______________________
AG NRW, GLS-Gemeinschaftsbank Bochum, BLZ 43060967, Kto 10084516, Stichwort „Sonderspende 08“
Dieser Himmelfahrtsjob ist- bei weiter rückläufigen Mitteln in der Anthroposophischen Gesellschaft- nur durch Sonderspenden zu finanzieren. Im Herbst sollte die Arbeit beginnen.
_______________________
AG NRW, GLS-Gemeinschaftsbank Bochum, BLZ 43060967, Kto 10084516, Stichwort „Sonderspende 08“
Die knatterbunte Instanterleuchtung
02.Jun.2008 22:04 Uhr

Damit rückt Gronbach ein weiteres Stück vom anthroposophischen Kontext ab. Für uns ist das angenehm, denn wir haben sowieso keine Lust mehr, diese exaltierten und berückten Aussagen ernsthaft zu diskutieren- etwa wie Nerone es noch einmal gemacht hat. In diesem Fall gebe ich Andreas Lichte recht, der in einem Kommentar dort fragte: „Was ich nicht verstehe: Wie kannst du Sebastian Gronbach einen Artikel widmen?“
Die, denen danach ist, mögen Gronbachs Ausführungen in diesem Blog wie „Dann macht es "Pliiiing" und GOTT IST GANZ. Er ist frei. Entfesselt. FREI.“ folgen. Unterstützt wird Gronbach vom unvermeidlichen Tom Steininger, dem Redakteur der Cohen- Zeitschrift Enlightenment.
Jostein Saether zu Gronbachs "Missionen"
17.Apr.2008 21:47 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Jostein Saether, ein anthroposophischer Buchautor, der sich besonders mit konkreten Fragen zur Reinkarnation beschäftigt, geht in seinem Blog Gamamila in einer umfangreichen Kritik auf Sebastian Gronbachs Buch "Missionen" ein. Saether möchte dabei gewissermaßen didaktisch auf Gronbach einwirken, um ihn "von den integralen Höhenflügen zum Boden zu bringen, sodass er einen Richtungswechsel einschlage." Er referiert dabei weite Teile des Buchs, ist teilweise amüsiert und unterhalten, teilweise auch genervt von Gronbachs "Gerede, diverse(n) Trivialitäten und persönliche(n) Berichte(n)." Zunehmend gerät Saether in einen inneren Konflikt mit dem Autor: "Oft entsprachen seine Sätze meine Lebenserfahrungen, aber immer mehr deckten seine Wirklichkeit sich nicht mehr mit meinen Erkenntnissen." Ein gewisser Unterhaltungswert bleibt dabei unbestritten: "Gronbach beschreibt dann viele Schwellenphänomene und macht humorvolle Ausblicke auf Grenzwächter wie Klofrauen, Kassierer in Pornokinos, Krankenschwester der Intensivstation und er führt Grenzpatrone der Literatur wie Herrmann Hesse und die Matrix-Filme vor." Aber endgültig stolpert Saether wohl über Gronbachs Vorstellungen von seiner eigenen "Erleuchtung", von seiner Christus-Idee und von seiner Verleugnung einer individuellen Reinkarnation. Das ist wohl auch der zentrale Punkt, ab dem Gronbach nicht mehr kompatibel zur anthroposophischen Bewegung ist. Der Reinkarnationsbegriff ist einer der Kernpunkte von Anthroposophie. Um das zu erkennen, genügt eigentlich ein einziger Blick in die "Anthroposophischen Leitsätze" Rudolf Steiners. Dieses auf dem Totenbett Steiners geschriebene Kompendium stellt ein wunderbares "Essentials" von Anthroposophie dar.
So bezeichnet Saether Gronbachs "Pilotprogramm" als "einen sublimen, gescheiten und gewitzten Virus, der so riskant ist, dass er viele Individuen infizieren könnte."
So gesehen ist Gronbachs Buch weniger eine "Mission" zur Reformierung der Anthroposophischen Gegenwartskultur, sondern ein Symptom für ihre Erkrankung.
So bezeichnet Saether Gronbachs "Pilotprogramm" als "einen sublimen, gescheiten und gewitzten Virus, der so riskant ist, dass er viele Individuen infizieren könnte."
So gesehen ist Gronbachs Buch weniger eine "Mission" zur Reformierung der Anthroposophischen Gegenwartskultur, sondern ein Symptom für ihre Erkrankung.
Little green River im Interview
09.Apr.2008 21:34 Uhr
Egoist: Sehr geehrter Herr River, wie man bei Ihnen lesen kann, streben Sie nach Einklang in körperlicher und seelischer Hinsicht?
LGR: "So wie ein gut trainierte Sportler auch beim Aufstehen, Einkaufen und Kinder ins Bett Bringen seine körperliche Fitness in einer kraftvollen, äußeren Haltung ausdrückt, so ist derjenige, der sich in einem kontinuierlichen seelisch-spirituellen Training befindet, ebenfalls permanent von seelischer und spiritueller Fitness durchdrungen."
Egoist: Aha. Das erscheint im ersten Moment als ein heroisches Ideal, das mit herkömmlicher Anthroposophie wenig zu tun hat?
LGR: "Als Anthroposoph ist man in der glücklichen Lage, ein seelischer Sechskämpfer zu sein, und wie groß die Muskeln am Ende auch sein werden - sie sind niemals Masche und nie geschenkt."
Egoist: Und wo sehen Sie als "Sechskämpfer" Ihre Rolle innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft?

LGR: "Als Erweckungskommando. Und als Traumhelfer."
Egoist: Können Sie diese Ihre "Mission" den Anthroposophen gegenüber noch etwas konkretisieren?
LGR: "Verdammt noch mal, möchtest Du da in einem laschen Seelenfleischberg erwachen, oder in Mr. Oder Miss. Seelen-Universum?"
Egoist: Nun gibt es ja -nicht zuletzt in diesem Blog- einige Zweifel bezüglich der Kompatibilität zwischen einem Denker wie Steiner und dem von Ihnen angeführten amerikanischen Guru Andrew Cohen?
LGR: "Wenn Andrew Cohen über das „Authentische Selbst“ spricht, dann spricht er über das, was Rudolf Steiner als „den Christus“, bzw. den „ätherischen Christus“ bezeichnet hat."
Egoist: Stellt Cohen nicht eine archaische Form von Guruismus dar?
LGR: "Klar, er ist ein Guru. So what? Wir leben in einer Welt aus Müll-Gurus: Mainstream-Medien, Fresshallen und Flachlandprediger – ihnen opfern wir unser Geld und unsere Zeit."
Egoist: Aber man muss doch nicht freiwillig verblöden?
LGR: "Warum nicht mal echte Opfer bringen?"
Egoist: Woher wissen Sie denn, ob die von Ihnen präsentierte Christusvorstellung mit dem Begriff von Steiner identisch ist? Sind das nicht völlig subjektive Zuschreibungen?
LGR: "Es ist Gottes Durchbruch in mein Ego."
Egoist. Ach so. Dann verkünden Sie -im Gegensatz zu Steiner- also eine Art Glaubenskatechismus, der nicht angezweifelt werden kann?
LGR: "Nun, Schluss damit."
(verschwindet im Fitnessraum, wirft ein Handtuch über die Schulter und schüttelt mit dem Kopf und murmelt: "Sie wissen wie man scharf schießt.")
Tom entdeckt das apokryphe Evangelium nach Sebastian
01.Apr.2008 00:28 Uhr
Ich wandelte so für mich in uribischem Lande - ich hatte einen veritabler Sonnenstich, und der Sonnenbrand auf dem Rücken war auch nicht von schlechten Eltern. Schließlich trug ich ja nur ein dunkelblaues Eurythmiekittelchen an meinem Leib. Auch die Brotkrumen, die ein gütiger Herr am Weg mir gegönnt hatte, waren schon aufschnabuliert. Da geruhte ich- reichlich vertrocknet- an einer Felshöhle zu rasten. Vielleicht gab es dort Wasser. Leider entdeckte ich vor dem Höhleneingang nur einen Kölner Schokoladenbrunnen, aber der war ja besser als nichts. So drang ich in die Höhle ein, und auf einem Vorsprung fand ich eine Kiste. Und in der Kiste waren uralte, fast unbekannte Schriftzeichen, die ich als früharamäische Schriftzeichen entzifferte. Ich mache neben gerade meinen Doktor an einer amerikanischen Universität, müssen Sie wissen, in altaramäischen Schriften, wie der Zufall so spielt.. Daher habe ich Ihnen das vollständig übersetzen können, und nun ja, hier ist es: Nach den frisch bestandenen Abenteuern des Tom Mellett nun die Handschrift.
Hier noch ein Bild von einem Ort in der Ödnis, wo Tom seine Vision hatte:

Na, der Lichtkrieger ist etwas anorektisch, und der Ahriman sieht aus wie geplatzte Herrentorte, aber Sebastian: Den sah ich genau in meiner Vision.
DAS EVANGELIUM NACH SEBASTIAN!
Kapitel I Verse 1:16
1 Im Anfang war der Kahlkopf, und der Kahlkopf war bei Ken Wilber, und Ken Wilber war der Kahlkopf.
2 Dieser war im Anfang bei Ken Wilber.
3 Alles wird durch denselben gespiegelt, und ohne denselben wird auch nicht eines, das gespiegelt ist.
4 In ihm war Integralvision, und die Integralvision war die Erleuchterei der virtuellen Menschen.
5 Und die Erleuchterei scheint in die Wirklichkeit und die Wirklichkeit hat sie nicht erfaßt.
6 Da war ein Mensch, von Ken Wilber gesandt, sein Name Sebastian.
7 Dieser kam zum Spiegel, daß er spiegelte von der Integralvision, damit alle durch ihn den Namen machten.
8 Er war nicht die Erleuchterei, sondern [er kam,] daß er spiegelte von der Erleuchterei
9 Das war die oberflaechliche Erleuchterei, das, in den Cyberspace kommend, jeden virtuellen Menschen zu blenden.
10 Ken Wilber war im Cyberspace, und der Cyberspace wurde durch ihn, und der Cyberspace kannte ihn nicht.
11 Er kam in das Goetheanum, und die Goetheanumisten nahmen ihn nicht an;
12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er den Rasierer, Kinder Ken Wilbers zu werden, denen, sich die seinen Namen zu machen;
13 die nicht aus Steiner, noch aus dem Selbstwillen, noch aus dem Willen der Anthroposophen, sondern aus Ken Wilber geboren sind.
14 Und der Kahlkopf wurde Krystall und spiegelte unter uns, und wir haben seinen Glanz angeschaut, einen Glanz als eines verspiegelten vom Ken Wilber, voller Quatsches und vielleicht Wahrheitswahrscheinlichkeit.
15 Sebastian zeugt von ihm und rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir, denn seiner Kopf war glaenzender als meiner. -
16 Denn aus seiner Integral Institut sind wir uns alle vergeudet, Schmu um Schmu zu machen.
In Ewigkeit. Amen. (Gemeinde wirft sich auf die Knie, Orgel, Cut. Im Hintergrund eine entfernte Flötenmusik, die eine noch verlorene Seele beklagt. Bettina, hast du Taschentücher dabei?)
Und eine Replik von Sebastian gibt es hier. Dem 1. April ist damit Genüge getan.
Hier noch ein Bild von einem Ort in der Ödnis, wo Tom seine Vision hatte:

Na, der Lichtkrieger ist etwas anorektisch, und der Ahriman sieht aus wie geplatzte Herrentorte, aber Sebastian: Den sah ich genau in meiner Vision.
DAS EVANGELIUM NACH SEBASTIAN!
Kapitel I Verse 1:16
1 Im Anfang war der Kahlkopf, und der Kahlkopf war bei Ken Wilber, und Ken Wilber war der Kahlkopf.
2 Dieser war im Anfang bei Ken Wilber.
3 Alles wird durch denselben gespiegelt, und ohne denselben wird auch nicht eines, das gespiegelt ist.
4 In ihm war Integralvision, und die Integralvision war die Erleuchterei der virtuellen Menschen.
5 Und die Erleuchterei scheint in die Wirklichkeit und die Wirklichkeit hat sie nicht erfaßt.
6 Da war ein Mensch, von Ken Wilber gesandt, sein Name Sebastian.
7 Dieser kam zum Spiegel, daß er spiegelte von der Integralvision, damit alle durch ihn den Namen machten.
8 Er war nicht die Erleuchterei, sondern [er kam,] daß er spiegelte von der Erleuchterei
9 Das war die oberflaechliche Erleuchterei, das, in den Cyberspace kommend, jeden virtuellen Menschen zu blenden.
10 Ken Wilber war im Cyberspace, und der Cyberspace wurde durch ihn, und der Cyberspace kannte ihn nicht.
11 Er kam in das Goetheanum, und die Goetheanumisten nahmen ihn nicht an;
12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er den Rasierer, Kinder Ken Wilbers zu werden, denen, sich die seinen Namen zu machen;
13 die nicht aus Steiner, noch aus dem Selbstwillen, noch aus dem Willen der Anthroposophen, sondern aus Ken Wilber geboren sind.
14 Und der Kahlkopf wurde Krystall und spiegelte unter uns, und wir haben seinen Glanz angeschaut, einen Glanz als eines verspiegelten vom Ken Wilber, voller Quatsches und vielleicht Wahrheitswahrscheinlichkeit.
15 Sebastian zeugt von ihm und rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir, denn seiner Kopf war glaenzender als meiner. -
16 Denn aus seiner Integral Institut sind wir uns alle vergeudet, Schmu um Schmu zu machen.
In Ewigkeit. Amen. (Gemeinde wirft sich auf die Knie, Orgel, Cut. Im Hintergrund eine entfernte Flötenmusik, die eine noch verlorene Seele beklagt. Bettina, hast du Taschentücher dabei?)
Und eine Replik von Sebastian gibt es hier. Dem 1. April ist damit Genüge getan.
Sebastian Gronbach Comic in Englisch
24.Mär.2008 14:58 Uhr Abgelegt in:Comix
Tom Mellett hat sich über Ostern wieder an den egoistischen Comix zu schaffen gemacht. Von daher kommt die etwas ältere "Lichtkrieger"- Persiflage, die sich über anthroposophische Abirrungen ins New-Age- Okkulte amüsiert, nun noch einmal in englischer Sprache.

Download im Din-A-4-Format

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Sebastian Gronbachs Missionen
01.Mär.2008 00:09 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Da der Verlag Freies Geistesleben so überaus freundlich war, mir Sebastian Gronbachs erstes Buch als Ansichtsexemplar zukommen zu lassen ("und freue mich, wenn Sie das Buch Ihrer Leserschaft bekannt machen möchten"), greife ich diese Gelegenheit hiermit auf. "Missionen" sind zwar - im Gegensatz zu Jelle van der Meulen - nicht unbedingt mein Ding, aber seis drum. Bei dem Wort stossen mir sowohl der erobernde, überzeugen- wollende Duktus auf ("Missionare") als auch das Globale, Überwirkliche, aufs Ganze Zielende, das allzu leicht das Auf-der-Hand-Liegende, das Nahe und Konkrete unbeachtet lässt. Denn der globale Anspruch übersieht nicht nur, er verliert sich auch oft in Wortgeklingel und Selbstbeweihräucherung.
Aber zum Buch. Gronbach leitet es gleich ein mit seinem schon in seinem Blog viel gescholtenen Begriff des "Krieger des Lichts". Gronbach versichert in poetischer Weise, dass er authentisch sei und tatsächlich das lebe, was er in diesem Buch vertritt. Dabei weiß er, "dass das Universum seine Worte nicht vergisst". Danach vergleicht er den Prozess des Schreibens an seinem Buch mit dem Werk von Michelangelo, erklärt aber gleichzeitig seine Unsicherheiten beim Verfassen. Im Anschluss schwenkt er auf die Frage nach der Existenz Gottes ein und stellt seinen ersten "Schlüsselmeister" vor, der Rudolf Steiner sei. Er erklärt mehrfach, dass das Buch schon "jetzt schon Ihr Leben verändert" habe und dass er als Autor und der fiktive Leser nun eine Art Beziehung hätten. Das unter anderem deshalb, weil sich durch den Erwerb des Buchs Gronbachs Kontostand verändert habe.
Gronbach schildert, wie er seinem 7-jährigen Sohn die Arbeit am Buch und an Anthroposophie erklärt habe: "Anthroposophie ist wie ein Computerprogramm, was über diese Stelle, an der viele Programme abstürzen, drüber kommt." Sein Sohn findet das "cool". Als "Berufsanthroposoph" weiss Gronbach, dass die Beschäftigung mit Anthroposophie immer etwas mit der inneren Mission eines Menschen zu tun hat, selbst wenn dieser sich gegen Missionen sperre. In der Folge geht Gronbach auf die Rezeption von Steiners Werk ein. Die Begeisterung in dieser Rezeption will Gronbach in diesem Buch dem Leser nahe bringen. Er selbst sei in dieser Hinsicht auf einer Mission. Er schildert biografische Erlebnisse, die vage mit dem Begriff "Erwachen" zu tun haben. Er schildert seine "enormen Liebesfähigkeiten" und erklärt seine Antipathie gegen "Maskenmenschen". Zumindest ist er von ihnen gelangweilt. Er selbst sucht schonungslos den "Sinn für Echtheit". Im Gegensatz dazu sieht er christliche Massenprediger aus den USA, die eine bigotte Doppelmoral pflegen und zu einem "Callboy" gehen. Gronbach will seinen "Schatten" nicht verbergen. So gesteht er, "kein Pazifist" zu sein. Waldorfschulen seien zwar "tolle Schulen", hätten aber ein verkrampftes Verhältnis zur Gewalt. Überhaupt sieht er ein "Muster, mit dem Anthroposophen auf Kritik reagieren", nämlich u.a. mit einer "Weltanschauungsschublade". Dennoch dürften Anthroposophen stolz auf das von ihnen Geleistete sein. Frauen, "die Pornos primitiv und abstoßend finden, sie sollten sich deswegen nicht für etwas Höherentwickeltes oder Besseres halten". So fragt sich auch Gronbach, ob er frei in seinen Entscheidungen sei. Sein Gewissen sieht er als eine Art innerer Autorität. Dagegen zu opponieren, habe ihn sein ganzes Leben beschäftigt, unter anderem schon auf der "Schultoilette". Seitdem folge er seiner inneren Maxime, die da lautet: "Folge deiner Freude". So macht es ihm auch "Spaß, Anthroposoph zu sein".
Rudolf Steiner war für ihn jemand, der sich damit beschäftigte, Ideen "in vertraute mythologische Gewänder zu kleiden". So stelle auch "St. Michael im Ensemble der mystischen Lichtgestalten" eine Neuinszenierung dar. Das sei eine "geistige Power-Poesie" oder eine "ideelle Software", die leider "außerhalb einer anthroposophischen Hardcore-Szene keinerlei Marktchancen hat". Gronbach dagegen lebe und denke "integral" und verleugne daher auch nicht seine "Geilheit". Aber auch Freundschaft und die Bereitschaft, der Krankheit seines Freundes Jelle ins Auge zu fassen, zählt er zu seinen Vorzügen. In diesem Zusammenhang führt Gronbach erste "integrale" Textstellen aus der Zeitschrift "What is Enlightment" ein. Die Welt sei ein "einziger, dynamischer Organismus mit eigenem, kollektivem Geist". Gerade als Anthroposoph sei er, Gronbach, ein "Surfer", und "die Wellen bestehen u.a. aus Geld, Bier, Sex und Beziehung". Er möchte seine "egoistische Grundstruktur" nutzen, sein Ego aber gleichzeitig auch veredeln. Nun geht Gronbach etwas auf Politik, Ökobewegung und - erneut- auf Waldorfschulen ein. Er tritt für eine geistige Elite ein, die er dort verortet sieht.
Der Wunsch nach "Höherentwicklung", den er in der Anthroposophie sieht, sei ebenfalls elitär, denn "Edel ist höher als unedel". Die Grünen dagegen propagierten eine eklige "Toleranz gegenüber allem und jedem". Toleranz sei sowieso "eine feste Mauer um das eigene Ego". Ansonsten gelte: "Ja, in einem Baum ist Gott. In jedem Orgasmus ist Gott". Um zu diesem wahren GEIST zu gelangen, sei Anthroposophie "nur eine von vielen Möglichkeiten". Der GEIST trete zwar immer nur in Bruchstücken auf, verweise aber - nach Ken Wilber- immer auch auf das Ganze. Die "real- existierende und grün gefärbte Anthroposophie" sei leider nicht mehr die von Steiner gemeinte. Sie leide unter einer "Bottom-up-Lastigkeit". Gronbach meint damit vermutlich, dass er als "Geistforscher" in ihr zu wenig spirituelle Anstösse finde. Goethes "Werkgewicht" z.B. übersteige immer noch bei weitem "Gronbachs Werk + Persönlichkeit". Dafür aber ist Gronbach praktizierte "Authentische Philosophie", was ja auch schon etwas ist. Bei ihm ist jedes "Reden über den GEIST" immer verbunden mit tatsächlicher "GEISTerfahrung". Da kommt Goethe wohl nicht mit.
So schildert Gronbach nun (wir sind auf Seite 181) die Geschichte seiner "Erleuchtung". Er sei dabei "zersprungen" und als das "Makellose" erwacht. Es geht dabei nicht um Kleinigkeiten, sondern um "Super-Maximal-Bewusstsein". Diese Erweckung verdankt Gronbach Ken Wilber, aber Steiner war auch nicht so fern, er habe "alle diese Jahre an meinem Bett gestanden". So habe Gronbachs Anthroposophie "Feuer gefangen" und sei dabei leider verbrannt. Allerdings nur in dem Sinne, dass aufgestapelte Begriffe wie "Christus" überwunden worden seien. Der Diskurs über Christus sei eben nur "eine Phase" auf dem Weg zur Supererleuchtung. Nun ist das für Gronbach ein wenig anders: "Was man Christus nennt, erfahre ich dann als mein ICH". In diesem Sinne möchte Gronbach "missionieren". Er hätte ja auch "Priester werden können", klar. Jetzt ist Christus für ihn "lebendige Erkenntnis-Erfahrung", eine "trans-personale Ich-Identität". Dennoch ist Christus nichts als "eine Erfindung des Menschen". Auch bei Steiner war die ganze Christologie eigentlich eine Art Falle oder ein Opfer, da er- Steiner- damit lediglich eine "Mythologie" aufgegriffen habe, die seine Zeitgenossen verstanden. In diesem Sinne stellten auch die anthroposophischen Vorstellungen über Reinkarnation einen Irrweg dar. In Wirklichkeit gäbe es keine individuelle Reinkarnation, sondern man gehe nach dem Tod "in die eine SONNE über und verglüht zu einer noch heißeren Sonne". Es gäbe eben nur einen GEIST, der sich lediglich "in milliardenfacher Form individuell inkarniert". Angebliche Reinkarnationserinnerungen seien lediglich ein Zugriff auf den "Hauptrechner". So gibt es natürlich auch keine "Bestimmung" im Leben, wenn die Mensch-Maschine endlich zu sich selbst erwacht sei. Das Konzept von Gronbachs Erleuchtung besteht darin, mit dem "Urgrund allen Seins" zu "verschmelzen". Das Konzept dieses "Authentischen Selbst" stammt von Andrew Cohen, aber Gronbach hat kein Problem damit, "das große, universale Maximal-Bewusstsein" dieses amerikanischen Gurus auch Rudolf Steiner in die Schuhe zu schieben. Allerdings ist "der Gott, vor dem wir uns heute neigen" "größer als der Gott, vor dem sich Steiner beugte".
Ich hoffe, den Inhalt somit chronologisch wiedergegeben zu haben, meinem Auftrag gemäß. Ich habe versucht, Kommentare herunter zu schlucken. Falls der Inhalt konfus wirken sollte, liegt das daran, dass Gronbach, wie Jelle van der Meulen im Nachwort schreibt, eben weniger informativ schreiben, sondern Texte zu einem "Event" machen will. Und das mit missionarischem Eifer.
Aber zum Buch. Gronbach leitet es gleich ein mit seinem schon in seinem Blog viel gescholtenen Begriff des "Krieger des Lichts". Gronbach versichert in poetischer Weise, dass er authentisch sei und tatsächlich das lebe, was er in diesem Buch vertritt. Dabei weiß er, "dass das Universum seine Worte nicht vergisst". Danach vergleicht er den Prozess des Schreibens an seinem Buch mit dem Werk von Michelangelo, erklärt aber gleichzeitig seine Unsicherheiten beim Verfassen. Im Anschluss schwenkt er auf die Frage nach der Existenz Gottes ein und stellt seinen ersten "Schlüsselmeister" vor, der Rudolf Steiner sei. Er erklärt mehrfach, dass das Buch schon "jetzt schon Ihr Leben verändert" habe und dass er als Autor und der fiktive Leser nun eine Art Beziehung hätten. Das unter anderem deshalb, weil sich durch den Erwerb des Buchs Gronbachs Kontostand verändert habe.
Gronbach schildert, wie er seinem 7-jährigen Sohn die Arbeit am Buch und an Anthroposophie erklärt habe: "Anthroposophie ist wie ein Computerprogramm, was über diese Stelle, an der viele Programme abstürzen, drüber kommt." Sein Sohn findet das "cool". Als "Berufsanthroposoph" weiss Gronbach, dass die Beschäftigung mit Anthroposophie immer etwas mit der inneren Mission eines Menschen zu tun hat, selbst wenn dieser sich gegen Missionen sperre. In der Folge geht Gronbach auf die Rezeption von Steiners Werk ein. Die Begeisterung in dieser Rezeption will Gronbach in diesem Buch dem Leser nahe bringen. Er selbst sei in dieser Hinsicht auf einer Mission. Er schildert biografische Erlebnisse, die vage mit dem Begriff "Erwachen" zu tun haben. Er schildert seine "enormen Liebesfähigkeiten" und erklärt seine Antipathie gegen "Maskenmenschen". Zumindest ist er von ihnen gelangweilt. Er selbst sucht schonungslos den "Sinn für Echtheit". Im Gegensatz dazu sieht er christliche Massenprediger aus den USA, die eine bigotte Doppelmoral pflegen und zu einem "Callboy" gehen. Gronbach will seinen "Schatten" nicht verbergen. So gesteht er, "kein Pazifist" zu sein. Waldorfschulen seien zwar "tolle Schulen", hätten aber ein verkrampftes Verhältnis zur Gewalt. Überhaupt sieht er ein "Muster, mit dem Anthroposophen auf Kritik reagieren", nämlich u.a. mit einer "Weltanschauungsschublade". Dennoch dürften Anthroposophen stolz auf das von ihnen Geleistete sein. Frauen, "die Pornos primitiv und abstoßend finden, sie sollten sich deswegen nicht für etwas Höherentwickeltes oder Besseres halten". So fragt sich auch Gronbach, ob er frei in seinen Entscheidungen sei. Sein Gewissen sieht er als eine Art innerer Autorität. Dagegen zu opponieren, habe ihn sein ganzes Leben beschäftigt, unter anderem schon auf der "Schultoilette". Seitdem folge er seiner inneren Maxime, die da lautet: "Folge deiner Freude". So macht es ihm auch "Spaß, Anthroposoph zu sein".
Rudolf Steiner war für ihn jemand, der sich damit beschäftigte, Ideen "in vertraute mythologische Gewänder zu kleiden". So stelle auch "St. Michael im Ensemble der mystischen Lichtgestalten" eine Neuinszenierung dar. Das sei eine "geistige Power-Poesie" oder eine "ideelle Software", die leider "außerhalb einer anthroposophischen Hardcore-Szene keinerlei Marktchancen hat". Gronbach dagegen lebe und denke "integral" und verleugne daher auch nicht seine "Geilheit". Aber auch Freundschaft und die Bereitschaft, der Krankheit seines Freundes Jelle ins Auge zu fassen, zählt er zu seinen Vorzügen. In diesem Zusammenhang führt Gronbach erste "integrale" Textstellen aus der Zeitschrift "What is Enlightment" ein. Die Welt sei ein "einziger, dynamischer Organismus mit eigenem, kollektivem Geist". Gerade als Anthroposoph sei er, Gronbach, ein "Surfer", und "die Wellen bestehen u.a. aus Geld, Bier, Sex und Beziehung". Er möchte seine "egoistische Grundstruktur" nutzen, sein Ego aber gleichzeitig auch veredeln. Nun geht Gronbach etwas auf Politik, Ökobewegung und - erneut- auf Waldorfschulen ein. Er tritt für eine geistige Elite ein, die er dort verortet sieht.
Der Wunsch nach "Höherentwicklung", den er in der Anthroposophie sieht, sei ebenfalls elitär, denn "Edel ist höher als unedel". Die Grünen dagegen propagierten eine eklige "Toleranz gegenüber allem und jedem". Toleranz sei sowieso "eine feste Mauer um das eigene Ego". Ansonsten gelte: "Ja, in einem Baum ist Gott. In jedem Orgasmus ist Gott". Um zu diesem wahren GEIST zu gelangen, sei Anthroposophie "nur eine von vielen Möglichkeiten". Der GEIST trete zwar immer nur in Bruchstücken auf, verweise aber - nach Ken Wilber- immer auch auf das Ganze. Die "real- existierende und grün gefärbte Anthroposophie" sei leider nicht mehr die von Steiner gemeinte. Sie leide unter einer "Bottom-up-Lastigkeit". Gronbach meint damit vermutlich, dass er als "Geistforscher" in ihr zu wenig spirituelle Anstösse finde. Goethes "Werkgewicht" z.B. übersteige immer noch bei weitem "Gronbachs Werk + Persönlichkeit". Dafür aber ist Gronbach praktizierte "Authentische Philosophie", was ja auch schon etwas ist. Bei ihm ist jedes "Reden über den GEIST" immer verbunden mit tatsächlicher "GEISTerfahrung". Da kommt Goethe wohl nicht mit.
So schildert Gronbach nun (wir sind auf Seite 181) die Geschichte seiner "Erleuchtung". Er sei dabei "zersprungen" und als das "Makellose" erwacht. Es geht dabei nicht um Kleinigkeiten, sondern um "Super-Maximal-Bewusstsein". Diese Erweckung verdankt Gronbach Ken Wilber, aber Steiner war auch nicht so fern, er habe "alle diese Jahre an meinem Bett gestanden". So habe Gronbachs Anthroposophie "Feuer gefangen" und sei dabei leider verbrannt. Allerdings nur in dem Sinne, dass aufgestapelte Begriffe wie "Christus" überwunden worden seien. Der Diskurs über Christus sei eben nur "eine Phase" auf dem Weg zur Supererleuchtung. Nun ist das für Gronbach ein wenig anders: "Was man Christus nennt, erfahre ich dann als mein ICH". In diesem Sinne möchte Gronbach "missionieren". Er hätte ja auch "Priester werden können", klar. Jetzt ist Christus für ihn "lebendige Erkenntnis-Erfahrung", eine "trans-personale Ich-Identität". Dennoch ist Christus nichts als "eine Erfindung des Menschen". Auch bei Steiner war die ganze Christologie eigentlich eine Art Falle oder ein Opfer, da er- Steiner- damit lediglich eine "Mythologie" aufgegriffen habe, die seine Zeitgenossen verstanden. In diesem Sinne stellten auch die anthroposophischen Vorstellungen über Reinkarnation einen Irrweg dar. In Wirklichkeit gäbe es keine individuelle Reinkarnation, sondern man gehe nach dem Tod "in die eine SONNE über und verglüht zu einer noch heißeren Sonne". Es gäbe eben nur einen GEIST, der sich lediglich "in milliardenfacher Form individuell inkarniert". Angebliche Reinkarnationserinnerungen seien lediglich ein Zugriff auf den "Hauptrechner". So gibt es natürlich auch keine "Bestimmung" im Leben, wenn die Mensch-Maschine endlich zu sich selbst erwacht sei. Das Konzept von Gronbachs Erleuchtung besteht darin, mit dem "Urgrund allen Seins" zu "verschmelzen". Das Konzept dieses "Authentischen Selbst" stammt von Andrew Cohen, aber Gronbach hat kein Problem damit, "das große, universale Maximal-Bewusstsein" dieses amerikanischen Gurus auch Rudolf Steiner in die Schuhe zu schieben. Allerdings ist "der Gott, vor dem wir uns heute neigen" "größer als der Gott, vor dem sich Steiner beugte".
Ich hoffe, den Inhalt somit chronologisch wiedergegeben zu haben, meinem Auftrag gemäß. Ich habe versucht, Kommentare herunter zu schlucken. Falls der Inhalt konfus wirken sollte, liegt das daran, dass Gronbach, wie Jelle van der Meulen im Nachwort schreibt, eben weniger informativ schreiben, sondern Texte zu einem "Event" machen will. Und das mit missionarischem Eifer.
Wenn in Uribistan die Kamele kotzen
23.Nov.2007 22:03 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Herrmann Finkelsteen geht im ansonsten satirischen Uribistan- Blog über den Lichtkrieger- Begriff ab, der von Andrew Cohen über Sebastian Gronbachs integralen Blog und die begleitenden Videos der Info3-Herbstakademie in die anthroposophische Diskussion eingebracht wurde. Das alles wird für Außenstehende schwer nachvollziehbar sein. Für Finkelsteen dagegen sind die Lichtkrieger- Assoziationen regelrecht unbekömmlich: "Bei solchen geistigen Ausflügen beginnen bei uns in Uribistan die Kamele an zu kotzen.". Warum? Weil diese "anthroposophischen Salonnationalisten" das als einen "einen Lichtkrieg und Michaelskampf" verbrämen, was in der realen Welt lediglich zu höchst konkretem Leid führt: Der Krieg ist für Finkelsteen eine höchst unpassende Metapher für geistige Eiertänze. Dabei führt uns eine einfache Google- Recherche sehr schnell zu den Quellen dieses Lichtkrieger- Mythos: Es sind -neben den Online- Computer- Spielern reihenweise New- Age- Seiten, die als Treffer landen. Andrew Cohens Esoterik lehnt sich neben dem Lamaismus stark an diese Quellen an. Dass derlei Begrifflichkeiten im anthroposophischen Kontext platziert werden sollen, kann man durchaus als neuerlichen New- Age- Zugriff auf die mürbe anthroposophische Gespächskultur verstehen. Das Niveau, das einen dabei erwartet, kann man sich durch Leseproben ja leicht selbst vermitteln. Nehmen wir mal eine heraus, die den Vorteil bietet, dass wir dabei -"von Erzengel Michael gechannelt durch Celia Fenn"- direkten Zugang zur Welt der Erzengel und deren Lichtarbeitern erlangen:

"Liebste Lichtarbeiter, dies ist wahrhaft eine kraftvolle Zeit. Ihr seid in die abschließenden Phasen dieses Zyklus der Umwandlung und des Wechsels eingetreten und Ihr seid dabei, Euch vollkommen zu den "Meistern des Lichts" zu entfalten, die Ihr in Wahrheit seid. Ihr seid dabei, Euch selbst vollständig als die galaktischen und kosmischen Wesen wahrzunehmen, die Ihr seid, menschliche Engel, die das Privileg besitzen, auf den materiellen Ebenen des Lebens auf der Erde Erfahrungen zu machen und zu leben. Und was dies für ein Abenteuer des Lichtes ist! Wie wir im letzten Monat sagten, wenn sich Euer Bewusstsein dahingehend wandelt, dass Ihr Euch diesem neuen Eindruck dessen, wer Ihr seid, hingebt, dann werdet Ihr die Quantenschwelle überqueren und beginnen zu sehen, was real und wahr ist und was bloß eine Illusion ist.
Und nur Liebe ist real und wahr. Alle anderen Konflikte, Negativitäten und Aggressionen sind bloß Schatten und Illusionen, die gestaltet wurden, um Eure Aufmerksamkeit vom Fluss der Liebe abzulenken und sie an Verzweiflung, Angst und Furcht zu binden. Doch der aufgestiegene Planet Erde hat gewählt, nur noch bedingungslose Liebe auszudrücken, und wenn Ihr Eure eigenen inneren Schwingungen auf jene Liebe ausrichtet, dann werdet Ihr beginnen, die grundlegende Schönheit und Güte in dem großen Plan des Lebens auf der Erde zu erkennen. Und Ihr werdet es Euch selbst nicht länger erlauben, durch jene großen Meister der Illusionen manipuliert zu werden, die versuchen, Euch durch das Hervorbringen von Illusionen der Furcht und Angst zu kontrollieren.
Doch so viele Menschen sagen zu uns, "Ich fühle mich nicht wie ein Meister und ich fühle mich verirrt und verwirrt" (...)."
Das können wir gut verstehen. Liebe Lichtarbeiter, Lichtkrieger, auf Sendung befindlichen Erzengel und Salonanthroposophen: Wenn schon Blödsinn, dann doch lieber Monty Python.

"Liebste Lichtarbeiter, dies ist wahrhaft eine kraftvolle Zeit. Ihr seid in die abschließenden Phasen dieses Zyklus der Umwandlung und des Wechsels eingetreten und Ihr seid dabei, Euch vollkommen zu den "Meistern des Lichts" zu entfalten, die Ihr in Wahrheit seid. Ihr seid dabei, Euch selbst vollständig als die galaktischen und kosmischen Wesen wahrzunehmen, die Ihr seid, menschliche Engel, die das Privileg besitzen, auf den materiellen Ebenen des Lebens auf der Erde Erfahrungen zu machen und zu leben. Und was dies für ein Abenteuer des Lichtes ist! Wie wir im letzten Monat sagten, wenn sich Euer Bewusstsein dahingehend wandelt, dass Ihr Euch diesem neuen Eindruck dessen, wer Ihr seid, hingebt, dann werdet Ihr die Quantenschwelle überqueren und beginnen zu sehen, was real und wahr ist und was bloß eine Illusion ist.
Und nur Liebe ist real und wahr. Alle anderen Konflikte, Negativitäten und Aggressionen sind bloß Schatten und Illusionen, die gestaltet wurden, um Eure Aufmerksamkeit vom Fluss der Liebe abzulenken und sie an Verzweiflung, Angst und Furcht zu binden. Doch der aufgestiegene Planet Erde hat gewählt, nur noch bedingungslose Liebe auszudrücken, und wenn Ihr Eure eigenen inneren Schwingungen auf jene Liebe ausrichtet, dann werdet Ihr beginnen, die grundlegende Schönheit und Güte in dem großen Plan des Lebens auf der Erde zu erkennen. Und Ihr werdet es Euch selbst nicht länger erlauben, durch jene großen Meister der Illusionen manipuliert zu werden, die versuchen, Euch durch das Hervorbringen von Illusionen der Furcht und Angst zu kontrollieren.
Doch so viele Menschen sagen zu uns, "Ich fühle mich nicht wie ein Meister und ich fühle mich verirrt und verwirrt" (...)."
Das können wir gut verstehen. Liebe Lichtarbeiter, Lichtkrieger, auf Sendung befindlichen Erzengel und Salonanthroposophen: Wenn schon Blödsinn, dann doch lieber Monty Python.
Where´s the beef?
01.Nov.2007 19:05 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
"Cohen und Wilber versuchen mit erheblichem Marketingaufwand eine leere Pralinenschachtel zu verkaufen. Felix Hau versucht uns zu erklären, dass die Leere der Schachtel einen erheblichen Fortschritt gegenüber den überlebten Bräuchen darstellt, Schachteln zu füllen. Sebastian Gronbach wirft die nicht existierenden Pralinen im Triumphzug unters Volk." Where is the beef?

So betrachtet hat Andrew irgendwie etwas von Groucho Marx, oder?

So betrachtet hat Andrew irgendwie etwas von Groucho Marx, oder?
Herbstakademie-Videos
01.Nov.2007 12:39 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie

Teilnehmer der "Herbstakademie" - einem Dialog einer anthroposophischen Richtung mit Vertretern vor allem aus den Kreisen von Andrew Cohens Enlightenment-Movement - haben dankenswerterweise Videos von dem Verlauf ins Netz gestellt: 1/ 2/ 3/ 4/ 5. Man sieht und hört vor allem den Deutschland- Repräsentanten von EnlightenNext, Tom Steiniger einerseits und den vielfach kritisierten anthroposophischen Vertreter Sebastian Gronbach andererseits. Nach meinem Eindruck präsentieren sich Beide smart und professionell, aber inhaltlich mit geringer Tiefe. Steiniger gibt eloquent, aber breit und langatmig die allseits bekannten wenigen Grundlagen Cohens wider, ohne etwas Persönliches hinzuzusetzen. Die neuesten internen Umkehrmanöver, die mit "Seelenstärke", lamaistischen Disziplinarübungen und stundenlangen Liegestützen für die Adepten verbunden sind, deutet er natürlich im Gespräch nur an. "Seelenstärke" scheint für Steiniger ein Begriff zu sein, der für anthroposophische Ohren kompatibel erscheint. Ansonsten wird die zentrale Grundübung Cohens, aus dem monologisierenden "Ego" zu einer dialogischen Transzendenz zu gelangen, in immer neuen Anläufen verbal umrissen und dabei in der Art eines PKW- Verkäufers in leuchtenden Farben in Bezug auf ihre Bedeutung aufgeladen. Es handelt sich allerdings um eine in sämtlichen spirituellen Bewegungen aufzufindende Grundübung. Es ist daher auch kein Wunder, dass die Herren im Dialog zwischen EnlightenNext und Anthroposophie Berührungs- und Überschneidungspunkte finden. Hier gibt es sie zweifellos- und ebenso sicher enden sie hier auch schon. Denn in Bezug auf Steiner ist diese Grundübung meiner Meinung nach schon in seiner frühen "Philosophie der Freiheit" als "moralische Technik" hinreichend beschrieben. Von hier aus hat Steiner seine Anthroposophie 25 Jahre lang ununterbrochen auf- und ausgebaut.
Gronbach stellt diese anthroposophische Kompetenz keinesfalls dar, sondern macht sich anbiedernd über die anthroposophische "Bildwelt" voller Erzengel lustig. Für ihn sind die von Steiner entwickelten geistigen Erkenntnisse nur Symbole ohne weitere Bedeutung. Nebenbei erfährt man auch, woher Gronbach manche seiner "Erkenntnisse" bezieht, die er in seinem Blog preisgibt. Die vielfach kritisierten spirituellen "kämpfenden Spezialeinheiten" beispielsweise sind -wie er im Gespräch angibt- Formulierung, Vorstellungen und Begrifflichkeiten von Andrew Cohen. Es ist schon bezeichnend, dass wir inzwischen im anthroposophischen Kontext irritiert Vorstellungen diskutieren, die so offensichtlich aus einer ganz anderen Richtung kommen. Ansonsten erfährt man viel Banales und einiges, das wieder einmal zumindest in meinen Ohren schrill und schief klingt- so etwa die von Gronbach dargestellten Ziele der Waldorfpädagogik. Meiner Meinung ist es keinesfalls Ziel der Waldorfpädagogik, Fähigkeiten bei Schülern zu entwickeln, die einer Entfaltung der "höheren Erkenntnisorgane" dienen. So verstehe ich Gronbach wenigstens. Falls Gronbach Recht hätte, wären Rudolf-Steiner-Schulen wohl kaum in Deutschland als Ersatzschulen anerkannt.
Michaelisch
01.Nov.2007 12:38 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Ich würde sicherlich nicht ohne weiteren Anlass auf einen anthroposophischen terminus technicus wie den "michaelischen Impuls" eingehen. Konkreter Anlass diesmal ist wiederum ein platter und verstellender Artikel von Sebastian Gronbach, der in seinem Blog schreibt: "Im Erzengel Michael hat Steiner das klassische Bild für den Krieger des Lichts aufgegriffen und neu belebt. Der Krieger, der die Tat liebt und aus der Einheit der Liebe handelt. Nicht als Wortführer, sondern als Schwertführer einer kämpfenden Spezialeinheit des Lichts."

Ich weiß nicht genau, aus welchem Film Gronbach seine Vorstellungen von einer "Spezialeinheit" bezieht und aus welchem Esoterikschmöker er seine Selbstbilder als "Krieger des Lichts" abkupfert- die von ihm geprägte Analogie von "Michaelisch" zu Gewalt und Krieg ist aus dem Werk von Rudolf Steiner sicherlich nur schwer heraus zu quetschen, bei aller Mühe um zusammenhanglose Assoziationen. Vielleicht bemüht Gronbach ja auch deshalb den von ihm geschätzten amerikanischen Guru Andrew Cohen in diesem Zusammenhang, indem er schreibt: "Worum geht es Cohen? Darum, "die Zukunft zu erschaffen. Ich habe festgestellt. Dass einer der besten Möglichkeiten dies zu übermitteln die Verwendung von Kreigs-Metaphern ist – Situationen, in denen sich Menschen auf dramatische und aussergewöhnliche Weise zusammenschließen, um sich selbst vor der Vernichtung zu schützen.""
Es mag ja sein, dass Herr Cohen Dinge so oder so sieht. Nur mit dem Begriff des Michaelischen haben solche Zuschreibungen gar nichts zu tun. Im übrigen haben die Leute außerhalb der Info3-Redaktion auch nicht mehr viel mit Cohen und seiner Organisation zu tun, wie ein schneller Blick in Google Trends zeigt: Seit einem kurzen Strohfeuer 2005 tendieren die Nachfragen aus aller Welt in den Suchmaschinen -dieses Thema betreffend- gegen Null. Kein Wunder, dass in dieser Not Kooperationen wie die mit Anthroposophen gesucht werden.

Aber zurück zum "Michaelischen". Seit alters her wird der Erzengel Michael mit zwei Bildern verbunden: Dem der Waage und dem des Sieges über die Schlange. Die Waage, die dieser Erzengel in der Hand hält, ist ein Bild für das innere Gleichgewicht. Ebenso ist es mit der "Bannung" der Schlange unter die Füße. Es ist ja eigentlich kein Kampf, kein Sieg und schon gar kein Töten damit verbunden. Es ist nur ein Bild für eine andere Art des Gleichgewichts- eine Balance zwischen "oberen" und "unteren" Kräften im Menschen. Es sind Bilder des emanzipierten Menschen, der seine individuelle Linie zwischen determinierenden Kräften im Inneren und Äußeren sucht. So nannte Rudolf Steiner diesen Impuls auch den "Menschentragenden" ("Wahrspruchworte Richtspruchworte. Zweite Folge." Dornach 1953), der im übrigen - was Gronbach auch bei dieser Gelegenheit gern unterschlägt- für Steiner in enger Verbindung mit dem Christentum steht. Denn in Michael sieht Steiner "sein Weisen zu Christus" (dito). Das "michaelische Wirken" ist also vor allem eine Bemühung um die Würde des Menschen, um seine innere und äußere Freiheit, um sein persönliches Ringen um innere Balance, allen inneren und äußeren Hindernissen zum Trotz. Dies wie Gronbach zu bezeichnen "als Schwertführer einer kämpfenden Spezialeinheit des Lichts" ist möglicherweise eine Comic- Version davon, entspricht aber weder der christlichen Tradition noch der Vorstellungswelt eines Rudolf Steiners.

Ich weiß nicht genau, aus welchem Film Gronbach seine Vorstellungen von einer "Spezialeinheit" bezieht und aus welchem Esoterikschmöker er seine Selbstbilder als "Krieger des Lichts" abkupfert- die von ihm geprägte Analogie von "Michaelisch" zu Gewalt und Krieg ist aus dem Werk von Rudolf Steiner sicherlich nur schwer heraus zu quetschen, bei aller Mühe um zusammenhanglose Assoziationen. Vielleicht bemüht Gronbach ja auch deshalb den von ihm geschätzten amerikanischen Guru Andrew Cohen in diesem Zusammenhang, indem er schreibt: "Worum geht es Cohen? Darum, "die Zukunft zu erschaffen. Ich habe festgestellt. Dass einer der besten Möglichkeiten dies zu übermitteln die Verwendung von Kreigs-Metaphern ist – Situationen, in denen sich Menschen auf dramatische und aussergewöhnliche Weise zusammenschließen, um sich selbst vor der Vernichtung zu schützen.""
Es mag ja sein, dass Herr Cohen Dinge so oder so sieht. Nur mit dem Begriff des Michaelischen haben solche Zuschreibungen gar nichts zu tun. Im übrigen haben die Leute außerhalb der Info3-Redaktion auch nicht mehr viel mit Cohen und seiner Organisation zu tun, wie ein schneller Blick in Google Trends zeigt: Seit einem kurzen Strohfeuer 2005 tendieren die Nachfragen aus aller Welt in den Suchmaschinen -dieses Thema betreffend- gegen Null. Kein Wunder, dass in dieser Not Kooperationen wie die mit Anthroposophen gesucht werden.

Aber zurück zum "Michaelischen". Seit alters her wird der Erzengel Michael mit zwei Bildern verbunden: Dem der Waage und dem des Sieges über die Schlange. Die Waage, die dieser Erzengel in der Hand hält, ist ein Bild für das innere Gleichgewicht. Ebenso ist es mit der "Bannung" der Schlange unter die Füße. Es ist ja eigentlich kein Kampf, kein Sieg und schon gar kein Töten damit verbunden. Es ist nur ein Bild für eine andere Art des Gleichgewichts- eine Balance zwischen "oberen" und "unteren" Kräften im Menschen. Es sind Bilder des emanzipierten Menschen, der seine individuelle Linie zwischen determinierenden Kräften im Inneren und Äußeren sucht. So nannte Rudolf Steiner diesen Impuls auch den "Menschentragenden" ("Wahrspruchworte Richtspruchworte. Zweite Folge." Dornach 1953), der im übrigen - was Gronbach auch bei dieser Gelegenheit gern unterschlägt- für Steiner in enger Verbindung mit dem Christentum steht. Denn in Michael sieht Steiner "sein Weisen zu Christus" (dito). Das "michaelische Wirken" ist also vor allem eine Bemühung um die Würde des Menschen, um seine innere und äußere Freiheit, um sein persönliches Ringen um innere Balance, allen inneren und äußeren Hindernissen zum Trotz. Dies wie Gronbach zu bezeichnen "als Schwertführer einer kämpfenden Spezialeinheit des Lichts" ist möglicherweise eine Comic- Version davon, entspricht aber weder der christlichen Tradition noch der Vorstellungswelt eines Rudolf Steiners.
Leserbrief von Sebastian Gronbach
27.Jul.2007 00:50 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Lieber Michael,
du beschreibst - das scheint Deine Stärke zu sein - die Gefahren und Abirrungsmöglichkeiten.
Du beschreibst die luziferische Hybris und die ahrimanische SELBSTverachtung sehr schön und vergisst dabei vielleicht, dass es die Mitte gibt.
Ich versthe das nicht ganz, denn der utopische Impuls, der Drang sich durch die verschiedenen Ebenen des Bewusstseins zu entwickeln (von der heutigen BewusstseinseelenEbene zum Geistselbst z.B.) ist doch etwas Ur-Anthroposphisches.
Watzlawick beschreibt etwas als jemand, wenn ich so sagen darf, der nicht weiss, was die Christus-Sonne ist, der nichts von der Sonne als kosmischer Liebe weiss, der nicht sehen kann, was die erleuchteten Hirten und Königshäupter wahrgenommen haben.
Natürlich "Utopia" heisst "Nirgendwo", aber bitte, lieber Michael, dieses "Nirgendwo" übersetzt Du doch wohl nicht mit "Gibts nicht", oder??? Das wäre billig auf SPIEGEL-Nieveau.
"Nirgendwo" "Kein" Ort", das bedeutet doch in diesem Zusammenhang "das Eine ohne ein Zweites", das Gottes-Bewusstsein, die Stille, das absolute Sein, aus dem wir als Monisten schöpfen, dessen Teilhaber wir (zum Beispiel durch das Denken PdF) werden können.
Mit Watzlawick, so amüsant und berechtigt er auch ist, bis Du einfach nicht auf der Höhe der Zeit, wenn Du das Thema "Utopie" spirituell denken willst.
Ich empfehle Dir die neue Ausgabe von WIE - mit einem Schwerpunkt zum Thema Utopie.
Ganz im Ernst - ich denke Du wirst da finden, die auch auf die von Dir skizierten Fehler eingehen - aber eben auch darüber hinaus.
http://www.wie.org/DE
Herzlich
Sebastian
Sebastian Gronbach
_________________

Lieber Sebastian,
wolltest Du am Ende ein wenig spammen? Keine Sorge, die meisten Leser und auch ich kennen durchaus Website und Zeitschrift von Cohen. Letztere erscheint am hiesigen Bahnhof am selben Tag wie Info3, die stehen dann wie Schwesterchen und Brüderchen einträchtig im Regal nebeneinander in der Esoterikabteilung und wurden beide in diesem Monat überhaupt nicht gekauft. Ich kam bei WIE bis Seite 3, da bist Du gleich mit einem umfangreichen Leserbrief vertreten. So weit zum Thema Spam.
Was Watzlawick betrifft, so sehe ich ihn gar nicht als veraltet oder überlebt an, im Gegenteil. Er schildert unser aller Überforderung inmitten der von uns geschaffenen Utopien. Es ist ja zutiefst menschlich, sich selbst und Andere mit (vielleicht nicht einmal bewusst gewordenen) Erwartungen zu überfordern. Der grobe Keil mit Luzifer-Ahriman-Gewicht trifft die Vielfalt der Erscheinungen nicht. Es geht ja zunächst nur vielleicht darum, zu viel von einer Beziehung zu erwarten. Oder von uns selbst zu viel zu erwarten. Vielleicht tut gerade dies aber uns und unserer Beziehung auch zeitweise gut.
Es gibt sicherlich unsichtbare Nahtstellen, an denen diese alltäglichen Konstruktionen unserer Wirklichkeit einen Riss bekommen. Dann überlagert eine Utopie immer grössere Teile unseres Seins. Eventuell wird unser gesamtes Denken, Empfinden, Wahrnehmen von einem glühenden Ideal eingenommen. Nimm z.B. die RAF. Wenn die Schnur einmal zerrissen ist, kann es geschehen, dass jemand buchstäblich über Leichen geht. Man ist von dem Ideal von innen her komfortabel ausgestattet, da man der herkömmlichen Moral - auch der essentiellsten- nicht mehr unterliegt. Da liegt eine Art geistigen und sozialen Krebsgeschwürs vor.
Auf ganz andere Weise folgt die Hybris des Gurus dieser Linie. Er ist das Ideal, zu dem er sich selbst konstruiert hat (auch in seiner eigenen Wahrnehmung), und das kann er natürlich nur bleiben, wenn ihn nie jemand erreicht. Das meinte ich mit der "Soziopathie" des Guruismus. Der Guru muss qua seiner Funktion einen Graben zu seinen Anhängern ziehen. Nur so lange dieser von niemandem überschritten ist, bleibt er autark. Die Adepten unterliegen der anderen Form von Utopie: Sie misstrauen sich selbst, trauen sich nichts zu (dafür muss ER sorgen), idealisieren ihren Guru aber um so mehr. Solche auf solch utopistischen Grundpfeilern aufgebaute Systeme sind ebenso wacklig und bedroht wie die Haltung des Terroristen kaum erschütterlich ist. Die Gurusysteme können schnell zu Paranoia umkippen, zu immer umfänglicheren Feindbildern mit gefährlichen Aktivitäten (z.B. Osho) oder Katastrophen wie bei Jones oder den Sonnentemplern.
Das sind keine Geschwüre, sondern Verkalkungen, Verhärtungen: Denn die Vielfalt möglicher Verhaltensformen ist auf das reduziert, was das Guru-Adept-Geflecht jeweils zulässt. Eine soziale Eindimensionalität.
Irgendwann begegnet die eigene persönliche Utopie vielleicht solchen "totalen" Systemen, und dann sieht man, ob das passt. Man dockt dann da an. Oder auch nicht.
"Utopia" vernebelt in meinen Augen immer die Sicht. "Etwas erreichen wollen" ist selbst im erlebten Monismus (so nenne ich jetzt mal das "reine Denken") alles andere als nützlich; es versperrt lediglich die Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Erfahrung, weil es irgendwo hinwill. Dorthin will es immer. Dort ist Utopia. Insofern würde ich sagen: Gibts schon, wenn Du es dort hinstellst.
Herzlich
Michael
du beschreibst - das scheint Deine Stärke zu sein - die Gefahren und Abirrungsmöglichkeiten.
Du beschreibst die luziferische Hybris und die ahrimanische SELBSTverachtung sehr schön und vergisst dabei vielleicht, dass es die Mitte gibt.
Ich versthe das nicht ganz, denn der utopische Impuls, der Drang sich durch die verschiedenen Ebenen des Bewusstseins zu entwickeln (von der heutigen BewusstseinseelenEbene zum Geistselbst z.B.) ist doch etwas Ur-Anthroposphisches.
Watzlawick beschreibt etwas als jemand, wenn ich so sagen darf, der nicht weiss, was die Christus-Sonne ist, der nichts von der Sonne als kosmischer Liebe weiss, der nicht sehen kann, was die erleuchteten Hirten und Königshäupter wahrgenommen haben.
Natürlich "Utopia" heisst "Nirgendwo", aber bitte, lieber Michael, dieses "Nirgendwo" übersetzt Du doch wohl nicht mit "Gibts nicht", oder??? Das wäre billig auf SPIEGEL-Nieveau.
"Nirgendwo" "Kein" Ort", das bedeutet doch in diesem Zusammenhang "das Eine ohne ein Zweites", das Gottes-Bewusstsein, die Stille, das absolute Sein, aus dem wir als Monisten schöpfen, dessen Teilhaber wir (zum Beispiel durch das Denken PdF) werden können.
Mit Watzlawick, so amüsant und berechtigt er auch ist, bis Du einfach nicht auf der Höhe der Zeit, wenn Du das Thema "Utopie" spirituell denken willst.
Ich empfehle Dir die neue Ausgabe von WIE - mit einem Schwerpunkt zum Thema Utopie.
Ganz im Ernst - ich denke Du wirst da finden, die auch auf die von Dir skizierten Fehler eingehen - aber eben auch darüber hinaus.
http://www.wie.org/DE
Herzlich
Sebastian
Sebastian Gronbach
_________________

Lieber Sebastian,
wolltest Du am Ende ein wenig spammen? Keine Sorge, die meisten Leser und auch ich kennen durchaus Website und Zeitschrift von Cohen. Letztere erscheint am hiesigen Bahnhof am selben Tag wie Info3, die stehen dann wie Schwesterchen und Brüderchen einträchtig im Regal nebeneinander in der Esoterikabteilung und wurden beide in diesem Monat überhaupt nicht gekauft. Ich kam bei WIE bis Seite 3, da bist Du gleich mit einem umfangreichen Leserbrief vertreten. So weit zum Thema Spam.
Was Watzlawick betrifft, so sehe ich ihn gar nicht als veraltet oder überlebt an, im Gegenteil. Er schildert unser aller Überforderung inmitten der von uns geschaffenen Utopien. Es ist ja zutiefst menschlich, sich selbst und Andere mit (vielleicht nicht einmal bewusst gewordenen) Erwartungen zu überfordern. Der grobe Keil mit Luzifer-Ahriman-Gewicht trifft die Vielfalt der Erscheinungen nicht. Es geht ja zunächst nur vielleicht darum, zu viel von einer Beziehung zu erwarten. Oder von uns selbst zu viel zu erwarten. Vielleicht tut gerade dies aber uns und unserer Beziehung auch zeitweise gut.
Es gibt sicherlich unsichtbare Nahtstellen, an denen diese alltäglichen Konstruktionen unserer Wirklichkeit einen Riss bekommen. Dann überlagert eine Utopie immer grössere Teile unseres Seins. Eventuell wird unser gesamtes Denken, Empfinden, Wahrnehmen von einem glühenden Ideal eingenommen. Nimm z.B. die RAF. Wenn die Schnur einmal zerrissen ist, kann es geschehen, dass jemand buchstäblich über Leichen geht. Man ist von dem Ideal von innen her komfortabel ausgestattet, da man der herkömmlichen Moral - auch der essentiellsten- nicht mehr unterliegt. Da liegt eine Art geistigen und sozialen Krebsgeschwürs vor.
Auf ganz andere Weise folgt die Hybris des Gurus dieser Linie. Er ist das Ideal, zu dem er sich selbst konstruiert hat (auch in seiner eigenen Wahrnehmung), und das kann er natürlich nur bleiben, wenn ihn nie jemand erreicht. Das meinte ich mit der "Soziopathie" des Guruismus. Der Guru muss qua seiner Funktion einen Graben zu seinen Anhängern ziehen. Nur so lange dieser von niemandem überschritten ist, bleibt er autark. Die Adepten unterliegen der anderen Form von Utopie: Sie misstrauen sich selbst, trauen sich nichts zu (dafür muss ER sorgen), idealisieren ihren Guru aber um so mehr. Solche auf solch utopistischen Grundpfeilern aufgebaute Systeme sind ebenso wacklig und bedroht wie die Haltung des Terroristen kaum erschütterlich ist. Die Gurusysteme können schnell zu Paranoia umkippen, zu immer umfänglicheren Feindbildern mit gefährlichen Aktivitäten (z.B. Osho) oder Katastrophen wie bei Jones oder den Sonnentemplern.
Das sind keine Geschwüre, sondern Verkalkungen, Verhärtungen: Denn die Vielfalt möglicher Verhaltensformen ist auf das reduziert, was das Guru-Adept-Geflecht jeweils zulässt. Eine soziale Eindimensionalität.
Irgendwann begegnet die eigene persönliche Utopie vielleicht solchen "totalen" Systemen, und dann sieht man, ob das passt. Man dockt dann da an. Oder auch nicht.
"Utopia" vernebelt in meinen Augen immer die Sicht. "Etwas erreichen wollen" ist selbst im erlebten Monismus (so nenne ich jetzt mal das "reine Denken") alles andere als nützlich; es versperrt lediglich die Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Erfahrung, weil es irgendwo hinwill. Dorthin will es immer. Dort ist Utopia. Insofern würde ich sagen: Gibts schon, wenn Du es dort hinstellst.
Herzlich
Michael
Stripping the Gurus
05.Jul.2007 23:18 Uhr

In dem Artikel "Grurus and Prisoners" untersucht Geoffrey D. Falk - es handelt sich um ein Kapitel seines Buchs "Stripping the Gurus"- sorgfältig die Methoden der Behandlung von Gefangenen und Geiseln auf der einen Seite, aber auch den Umgang und die Behandlung innerhalb von Sekten, Psychogruppen und Guru-Anhängern auf der anderen Seite. Es ist ein fruchtbarer Vergleich. Am Anfang steht stets die Aberkennung oder Ablegung des Eigennamens und aller möglichen persönlichen Attribute. Dann die Erzeugung einer quasi- sozial- darwinistischen Kette, einer Hierarchie durch Bevorzugung Einzelner und Zurücksetzung Vieler. Aufstände in Gefängnissen werden z.B. sehr effizient durch "the psychological tactic of designating a “privileged cell” for “good prisoners” nieder geschlagen. Dem Guru gelingt dasselbe durch privilegierte Nähe Einzelner zu seiner Person. Allen Sekten gemein ist die Ego- Falle schlechthin: Das Versprechen des Überwindens des "Egos" zugunsten eines nebulösen "Höheren". Falk nennt dies "killing the residents’ “unspiritual” egos. In practice, however, it kills their closely related individual wills (i.e., their self-esteem and independence) as well."
Dieses Brechen der Persönlichkeit ist allzu häufig auch die Intention von Gefängnissen. Nach Außen allerdings verspricht fast jeder Gefängnis Resozialisierung. Und nach Außen verspricht fast jeder Guru "Freiheit".
Dies nur als kleiner Hinweis für den umfangreichen Artikel.
Gronbachs Hüter der Schwelle
05.Jul.2007 23:02 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
In einem Artilkel in seinem anthroposophisch- "integalen" Blog hat sich Sebastian Gronbach auch mit dem "Hüter", dem "Wächter (..) als Symbol und als Realität" der Sünde und des Ego, auseinander. Nahe liegend, dass er dieses innere Schwellenerlebnis mittels des Fotos aus einem Horrorfilm visualisiert:

Ist allerdings nicht wahr. Ich habe mich über die Ferien hinweg meditativ mit dem Thema eingehend beschäftigt und habe den "Hüter" meines Ego ebenfalls visualisiert:

Furchtbar, nicht?

Ist allerdings nicht wahr. Ich habe mich über die Ferien hinweg meditativ mit dem Thema eingehend beschäftigt und habe den "Hüter" meines Ego ebenfalls visualisiert:
Furchtbar, nicht?
Mythos der totalen Erleuchtung
06.Jun.2007 21:33 Uhr Abgelegt in:Web & Kultur
Wer Cohen und Wilber einmal live - per Internetstream - schauen möchte, der klicke hier
Außerdem noch ein interessanter Bericht über Cohen, ein biografischer Abriss und auch ein langes Interview. Der Artikel stammt von John Horgan, einem Wissenschaftsjournalisten: "The Myth of the Totally Enlightened Guru". Horgan hat bereits über viele bedeutende "esoterische" Persönlichkeiten berichtet. Er geht an Cohen ziemlich unvoreingenommen heran, kommt aber zum Schluss zu dem Ergebnis, dass Cohen eben nichts für ihn ist. Horgan schildert Cohen als einen Menschen mit einem Kindheitstrauma, der nach dem Tod seines geliebten Vaters (Hirntumor) als Pubertierender zu seiner Mutter ziehen muss, die er sehr wenig schätzt. Kurz danach hat Cohen in Anwesenheit seiner Mutter sein bekanntes "Erweckungserlebnis", als 16jähriger. In der Folge wird die Mutter Schülerin und Anhängerin ihres eigenen Sohnes, bis sie sich endlich entzweit. Sie ist es, die in einem Buch als erste ihren Sohn mit dem Vorwurf angreift, ein machtbesessener "Faschist" zu sein. Man könnte das schon als das neurotische Grundschema bei Cohen sehen: Er hat mittels seiner "Einweihung" seine ungeliebte Mutter zu kontrollieren gelernt. Sie hat ihm das gegeben, was ihm im Verhältnis zu ihr fehlte: Verehrung, zum Beispiel. Allerdings nur eine Zeitlang.
Von Horgan erfährt man auch, dass Cohen bei seinen Retreats zwischenzeitlich in eine Art schamanistischer Verzückung gerät: "His eyes often seemed glazed, or focused on an invisible object a few feet in front of him. Occasionally his eyelids fluttered and his eyes rolled back into his head, so that only the whites showed. The first time this happened, I glanced around to see how others were reacting, but no one seemed surprised." In Horgans Augen ist Cohen in mancher Hinsicht ein besonderer Fall: "a spectacular case of the "I’m enlightened, and you’re not"" einerseits (also diese Gurus mit der narzisstischen Störung), andererseits aber schon ein aktiver spiritueller Forscher. Außerdem tritt Cohen persönlich sehr freundlich und umgänglich auf, man sollte nicht denken, dass er ein Mann wäre mit "psychic powers—or even an interest in paranormal phenomena". Nach einem langen Gespräch (auf der Website protokolliert) verabschieden sich die Beiden: "As soon as this lunch was over I would walk away from him, free to be my flawed, foolish self."
Außerdem noch ein interessanter Bericht über Cohen, ein biografischer Abriss und auch ein langes Interview. Der Artikel stammt von John Horgan, einem Wissenschaftsjournalisten: "The Myth of the Totally Enlightened Guru". Horgan hat bereits über viele bedeutende "esoterische" Persönlichkeiten berichtet. Er geht an Cohen ziemlich unvoreingenommen heran, kommt aber zum Schluss zu dem Ergebnis, dass Cohen eben nichts für ihn ist. Horgan schildert Cohen als einen Menschen mit einem Kindheitstrauma, der nach dem Tod seines geliebten Vaters (Hirntumor) als Pubertierender zu seiner Mutter ziehen muss, die er sehr wenig schätzt. Kurz danach hat Cohen in Anwesenheit seiner Mutter sein bekanntes "Erweckungserlebnis", als 16jähriger. In der Folge wird die Mutter Schülerin und Anhängerin ihres eigenen Sohnes, bis sie sich endlich entzweit. Sie ist es, die in einem Buch als erste ihren Sohn mit dem Vorwurf angreift, ein machtbesessener "Faschist" zu sein. Man könnte das schon als das neurotische Grundschema bei Cohen sehen: Er hat mittels seiner "Einweihung" seine ungeliebte Mutter zu kontrollieren gelernt. Sie hat ihm das gegeben, was ihm im Verhältnis zu ihr fehlte: Verehrung, zum Beispiel. Allerdings nur eine Zeitlang.
Von Horgan erfährt man auch, dass Cohen bei seinen Retreats zwischenzeitlich in eine Art schamanistischer Verzückung gerät: "His eyes often seemed glazed, or focused on an invisible object a few feet in front of him. Occasionally his eyelids fluttered and his eyes rolled back into his head, so that only the whites showed. The first time this happened, I glanced around to see how others were reacting, but no one seemed surprised." In Horgans Augen ist Cohen in mancher Hinsicht ein besonderer Fall: "a spectacular case of the "I’m enlightened, and you’re not"" einerseits (also diese Gurus mit der narzisstischen Störung), andererseits aber schon ein aktiver spiritueller Forscher. Außerdem tritt Cohen persönlich sehr freundlich und umgänglich auf, man sollte nicht denken, dass er ein Mann wäre mit "psychic powers—or even an interest in paranormal phenomena". Nach einem langen Gespräch (auf der Website protokolliert) verabschieden sich die Beiden: "As soon as this lunch was over I would walk away from him, free to be my flawed, foolish self."
No Gurus
03.Jun.2007 20:49 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Auch Michael Mentzel gelingt es -hierin dem Ansatz von Rüdiger Sünner ähnlich-, in "Themen der Zeit", den Netnews aus der anthroposophischen Szene, einen bemerkenswert stillen, unpolemischen und persönlichen Kommentar zu der "Guru- Frage" zu verfassen:

"Was ich nicht brauche, und das mag der tiefere Grund sein, warum ich bei Rudolf Steiner und der Anthroposophie gelandet bin und nicht in der katholischen Kirche, ist ein hierarchisches System, das mir meine "Erleuchtung" in Schritten verabreicht, die nicht von mir selbst bestimmt sind, sondern von einem Guru, einem "über-mir", einem Führer, der "weiß", was gut für mich ist und dessen Suppe ich auslöffeln muss, am besten mit geschlossenen Augen, damit ich den Tellerrand nicht sehe, über den ich eventuell hinaussehen könnte."

"Was ich nicht brauche, und das mag der tiefere Grund sein, warum ich bei Rudolf Steiner und der Anthroposophie gelandet bin und nicht in der katholischen Kirche, ist ein hierarchisches System, das mir meine "Erleuchtung" in Schritten verabreicht, die nicht von mir selbst bestimmt sind, sondern von einem Guru, einem "über-mir", einem Führer, der "weiß", was gut für mich ist und dessen Suppe ich auslöffeln muss, am besten mit geschlossenen Augen, damit ich den Tellerrand nicht sehe, über den ich eventuell hinaussehen könnte."
Vor 100 Jahren
03.Jun.2007 17:24 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie

1907 unternahm die große Theosophin Annie Besant einen weiteren Schwenk in ihrer Biografie: Nach Aufgabe ihrer politischen Aktivitäten um die Jahrhundertwende und ihrer Hinwendung zur Theosophischen Gesellschaft folgte nun eine Umorientierung in Richtung asiatisch- okkulter Organisationen. Als Nachfolgerin von Olcott und Mitstreiterin von Leadbeater entdeckte sie ihren eigenen Hang zum Gurutum. Sie "erkannte", dass ihr Ziehsohn Jiddu Krishnamurti "eine theosophisch-hinduistische Art von „Messias“" (Wikipedia) sei. Von dieser angeblichen Erkenntnis ausgehend - der sich Krishnamurti zu seinem eigenen Glück in der Folge keineswegs anschloß - war der Weg dann nicht mehr weit zu Annie Besants Überzeugung, selbst "über übersinnliche Fähigkeiten zu verfügen, was ihr zusammen mit dem einsetzenden Krishnamurtikult zunehmend Kritik einbrachte und zu Konflikten innerhalb der Adyar-TG und des CHC führte" (Wikipedia). Die Theosophische Gesellschaft geriet durch diesen Schwenk Besants endgültig in ein fernöstliches Fahrwasser- ähnlich wie es Besants eigener Lehrerin Helena Blavatsky ergangen war. In Bezug auf diese sprach Rudolf Steiner verschiedentlich sogar von "okkulter Gefangenschaft" durch eingebildete oder tatsächliche Lamas einerseits und interessierte politische Kreise andererseits. Wie dem auch sei- Rudolf Steiner kämpfte in seinem Werk an vielen Stellen verbal gegen (eingebildete oder tatsächliche?) manipulative okkulte Organisationen, von denen das Gurutum sicherlich nur eine vieler denkbarer Varianten darstellte.
Aufgrund des reaktionären Schwenks von Annie Besant hin zum Gurutum, zum Lamaismus und zur okkulten Wirrköpfigkeit sah sich Rudolf Steiner vor 100 Jahren gezwungen, die Theosophische Gesellschaft zu verlassen. Organisatorisch und inhaltlich suchte er eine Neuorientierung. Er begründete daher in der Folge die Anthroposophische Gesellschaft (1912). Die deutliche Betonung abendländischer und christlicher Wurzeln war vielleicht auch als Gegenreaktion auf die spezifische Orientierung Besants zu verstehen.
Man muss sich nun nicht wundern, dass die aktuelle Diskussion um die Frage nach dem Verhältnis von autoritärem Gurutum einerseits und der Anthroposophie andererseits, die in einer aktuellen Überlegung von Jens Heisterkamp wieder aufflammt, von Anthroposophen mit durchaus gemischten Gefühlen aufgenommen wird. Denn Heisterkamp konstatiert zwar, "dass sich Steiner seinerzeit gegen eine blinde Anhängerschaft und unkritisches Gurutum wandte", meint aber andererseits, "dass auch heute niemand Anthroposoph sein kann ohne eine innere Lehrerbeziehung zu Rudolf Steiner". Seine persönliche Auffassung zu dieser Frage formuliert er folgendermaßen: "Wer etwas werden will, sucht sich einen Meister – so einfach ist das. Und er sucht ihn aus einem ganz speziellen Grund (dessen Vernachlässigung seit dem Ableben Rudolf Steiners einer der Hauptgründe für die Selbstverstrickung der Anthroposophischen Gesellschaft in den Kampf der Egos wurde): ein Meister oder Lehrer sagt Dir mit einer Deutlichkeit, zu der Du selbst nicht in der Lage wärst, wo Du stehst, wie Dein Stand ist, wo Du noch hin musst."
Das Gurutum soll also - 100 Jahre nach Steiners rigoroser Abwendung - einschließlich seiner fernöstlichen Spezialitäten wieder hoffähig gemacht werden. Offensichtlich ist der "Meister", den Heisterkamp hier auch unter Inanspruchnahme von Rudolf Steiner verteidigt, der bei den Egoisten heftig kritisierte Andrew Cohen. Haben wir in den hundert Jahren nichts gelernt?
Ken Wilbers Tragödie
03.Jun.2007 00:51 Uhr Abgelegt in:Bücher

Ken Wilber schildert in seinem Buch “Mut und Gnade” die wenige Jahre andauernde Ehe mit seiner Frau Treya. Sie haben sich beide in ihren Dreissigern - nach langen Perioden des Alleinelebens und kaum mehr in der Hoffnung, je einen Partner zu finden- kennen- und sehr schnell lieben gelernt. Ken ist ein bereits recht arrivierter Esoterik- Autor, sie hat eine lange Vergangenheit als Community- Girl in verschiedenen New- Age- Gemeinschaften. Sie kommt ursprünglich aus Findhorn*, auf der Suche nach Pan und den riesigen Möhren, um die die Feen tanzten.
Erster Teil..
Zweiter Teil..
* "Die Findhorn-Gemeinschaft wurde 1962 von Eileen und Peter Caddy und Dorothy McLean nahe dem Fischerdorf Findhorn im Nordosten Schottlands gegründet. Sie wurde zunächst bekannt durch ihre Arbeit mit Pflanzen und der Kommunikation mit der Natur. Im Laufe der Zeit hat sie sich zu einem Zentrum für spirituelle und ganzheitliche Erziehung entwickelt." Link
Felix Haus Stellungnahme
30.Mai.2007 15:24 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Im "Blogland" der Zeitschrift Info3 nimmt Redakteur Felix Hau zu meinem (s. unten) Artikel über Andrew Cohen in einem "offenen Brief" Stellung. Die sektenartige Struktur von Cohens innerem Kreis bezeichnet er relativierend als "ziemlich monastisch". Außerdem täten sich die Opfer Cohens dies selber an. Anzuprangern sei lediglich mein niedriges Niveau einerseits und mein Berufen auf einen Aussteiger aus dem Cohen-System andererseits. Dagegen muss man sagen, dass die Angaben van der Braaks im Web von sehr vielen Seiten bestätigt werden. Wer möchte, kann solche Berichte gerade von ausgesprochenen Insidern zuhauf finden. Dass der Stil meines Artikels provokant war, möchte ich nicht bestreiten. Er sollte durchaus zu Stellungnahmen aufrufen. Währenddessen hat sich die Diskussion in den Blog von Nerone verlagert, aber auch in die offene Rudolf-Steiner-Mailliste. Sebastian Gronbach hat auf meine Bitten seinen Blog, in den in letzter Zeit viel einfloss, was ich als überwiegend von Cohen beeinflusst empfand, in der Hinsicht ergänzt, dass nun ein wenig klarer wird, dass dies nicht im Namen des Arbeitszentrums NRW verfasst wird. Indirekt nimmt er wahrscheinlich auch auf die Kritiken Bezug, wenn er schreibt: "Das Problem meiner Kritiker ist, dass ich es nicht für ihre Träume, sondern für meine tue. Tut mir leid, aber Ihr habt mich in der Waldorfschule gelehrt, treu zu den eigenen Träumen und zum eigenen Herzen zu sein. Jetzt verkörpere ich zwar Eure Haltung, aber meinen Traum." Aha.
Wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Währenddessen läuft bei Info3 ein Werbebanner für Andrew Cohen.

Wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Währenddessen läuft bei Info3 ein Werbebanner für Andrew Cohen.

Andre van der Braaks Stellungnahme
29.Mai.2007 01:06 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Dear Michael,
Thank you for sending me the link. I think it's a very good article! A
true dialogue with Andrew Cohen is not possible, I think, but those who
attempt to do so will find out soon enough. Just mentioning my book will
be enough to terminate any discussion ...
Thanks again for passing this on to me (and yes, I read German just
fine, but writing in English is a bit easier for me).
All the best,
André van der Braak
Thank you for sending me the link. I think it's a very good article! A
true dialogue with Andrew Cohen is not possible, I think, but those who
attempt to do so will find out soon enough. Just mentioning my book will
be enough to terminate any discussion ...
Thanks again for passing this on to me (and yes, I read German just
fine, but writing in English is a bit easier for me).
All the best,
André van der Braak
Andrew Cohen- ein spiritueller "Soziopath"?
27.Mai.2007 18:00 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Sehr viel Schlimmeres konnte dem amerikanischen Guru wohl kaum passieren: Andre van der Braak, der elf Jahre Schüler Cohens gewesen war, stieg endgültig aus und schrieb ein Buch über diese Jahre. Damit war auf einmal die ganze Entwicklung Cohens sichtbar- und die Art der Entwicklung ist nicht gerade dazu angetan, Vertrauen zu schaffen.

Cohen, heute 52 Jahre alt, New Yorker, eloquent, hatte nach seinen Angaben mit 16 Jahren ein Erleuchtungserlebnis. Danach, in der Flower-Power-Zeit der 70er, reiste er in Sachen spiritueller Suche durch die Welt. In Indien fand er seinen Guru, den ziemlich unbekannten Harilal Poonja, der ihm nach drei Tagen eine donnernde Einweihung verpasste. Nach drei Wochen schob Poonja seinen Zögling ab, weil das „Werk nun vollendet“ sei, und Cohen war nun spiritueller Lehrer.
Weiter..

Cohen, heute 52 Jahre alt, New Yorker, eloquent, hatte nach seinen Angaben mit 16 Jahren ein Erleuchtungserlebnis. Danach, in der Flower-Power-Zeit der 70er, reiste er in Sachen spiritueller Suche durch die Welt. In Indien fand er seinen Guru, den ziemlich unbekannten Harilal Poonja, der ihm nach drei Tagen eine donnernde Einweihung verpasste. Nach drei Wochen schob Poonja seinen Zögling ab, weil das „Werk nun vollendet“ sei, und Cohen war nun spiritueller Lehrer.
Weiter..
Teleologie
24.Mai.2007 14:09 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
In seinem Blog ist Sebastian Gronbach auch auf meine Zweifel bezüglich der Kongruenz von Zielen Steiners und Cohens eingegangen und hat selbst in Bezug auf seine persönliche Positionierung klare Stellung bezogen. In Bezug auf seine persönliche Teleologie, seine inneren Ziele der persönlichen Entwicklung, hat er ausgeführt: "Zu einem Zustand jenseits des Egos. Frei von persönlichen Befindlichkeiten und frei von Karma. Es ist die Realisierung des Schöpfer-Impulses im Menschen der die Gegenwart umgestaltet, es ist das "nicht ich, sondern ES in mir. Es ist die Verwirklichung eines Dranges, der immer in jeder Situation neu präsent sein will."
Das Ziel einer Präsenz in wechselnden Situationen und Begegnungen kann ich in gewisser Weise teilen und sehe darin auch eine Konsequenz anthroposophischer Arbeit. Allerdings nicht, um einen inneren Drang beliebig auszuleben, sondern um der Dialogfähigkeit willen - um auch unter schwierigen Umständen (ich arbeite mit "problematischen" Kindern) aufmerksam, unvoreingenommen und dialogfähig zu sein. Diese Haltung ist allerdings nicht auf Steiner allein zurück zu führen; ich bin damit gross geworden, und die Väter dieser Haltung waren u.a. Martin Buber, Carl Rogers und viele andere. Es ist keine spezifisch "esoterische" Haltung, sondern eine essentiell humanistische.
Gar nicht teilen dagegen kann ich Sebastians Wunsch, "frei von Karma" zu werden. Da kommt für mich schon der (nach Christian Grauer) "eskapistische", asiatisch beeinflusste teleologische Grundgedanke zum Vorschein, der in Steiners Werk weit und breit nicht zu finden ist. Ich suche ganz im Gegenteil Verbindlichkeit. Wenn ich einen Trost suche, dann ist es der, mit den vielen unfertigen gemeinsamen Schicksalswegen fertig zu werden. Mit dem Angerissenen zwischen Menschen, mit dem Vorläufigen, mit dem, was unvermittelt zerschnitten wird, selbst wenn man es nicht wirklich will. Dazu gehören die vergangenen Lieben, die Kinder, die plötzlich gehen mussten, das gestörte Verhältnis zu meiner Mutter, die plötzlich verstorben ist. Es gehört zu den besonders glücklichen Momenten, wenn es gelingt, sich noch einmal begegnen zu können, sich wahrzunehmen und vielleicht dann endgültig und voller Zuneigung zu verabschieden. Nein, ich möchte diese Schicksale und Begegnungen nicht "überwinden". Ich möchte sie gern zu Ende gehen- und vielleicht manchmal einen neuen Anfang finden. Es ist wie in der Malerei, in der einem ein nie fertig gewordenes Bild auch zur Qual werden kann. Die liegen manchmal jahrelang bei mir herum, eine Art offener Wunde. Irgendwann finde ich meist wieder einen Zugang, und oft bedarf es nur einiger weniger Striche, um den Entwurf endlich zu einem Bild zu machen. Meine Teleologie bestünde also eher darin, nichts aufzugeben, nichts zu vergessen und vielleicht eines Tages endlich den richtigen Zugang zu finden.
Das Ziel einer Präsenz in wechselnden Situationen und Begegnungen kann ich in gewisser Weise teilen und sehe darin auch eine Konsequenz anthroposophischer Arbeit. Allerdings nicht, um einen inneren Drang beliebig auszuleben, sondern um der Dialogfähigkeit willen - um auch unter schwierigen Umständen (ich arbeite mit "problematischen" Kindern) aufmerksam, unvoreingenommen und dialogfähig zu sein. Diese Haltung ist allerdings nicht auf Steiner allein zurück zu führen; ich bin damit gross geworden, und die Väter dieser Haltung waren u.a. Martin Buber, Carl Rogers und viele andere. Es ist keine spezifisch "esoterische" Haltung, sondern eine essentiell humanistische.
Gar nicht teilen dagegen kann ich Sebastians Wunsch, "frei von Karma" zu werden. Da kommt für mich schon der (nach Christian Grauer) "eskapistische", asiatisch beeinflusste teleologische Grundgedanke zum Vorschein, der in Steiners Werk weit und breit nicht zu finden ist. Ich suche ganz im Gegenteil Verbindlichkeit. Wenn ich einen Trost suche, dann ist es der, mit den vielen unfertigen gemeinsamen Schicksalswegen fertig zu werden. Mit dem Angerissenen zwischen Menschen, mit dem Vorläufigen, mit dem, was unvermittelt zerschnitten wird, selbst wenn man es nicht wirklich will. Dazu gehören die vergangenen Lieben, die Kinder, die plötzlich gehen mussten, das gestörte Verhältnis zu meiner Mutter, die plötzlich verstorben ist. Es gehört zu den besonders glücklichen Momenten, wenn es gelingt, sich noch einmal begegnen zu können, sich wahrzunehmen und vielleicht dann endgültig und voller Zuneigung zu verabschieden. Nein, ich möchte diese Schicksale und Begegnungen nicht "überwinden". Ich möchte sie gern zu Ende gehen- und vielleicht manchmal einen neuen Anfang finden. Es ist wie in der Malerei, in der einem ein nie fertig gewordenes Bild auch zur Qual werden kann. Die liegen manchmal jahrelang bei mir herum, eine Art offener Wunde. Irgendwann finde ich meist wieder einen Zugang, und oft bedarf es nur einiger weniger Striche, um den Entwurf endlich zu einem Bild zu machen. Meine Teleologie bestünde also eher darin, nichts aufzugeben, nichts zu vergessen und vielleicht eines Tages endlich den richtigen Zugang zu finden.
Persönliche Probleme
20.Mai.2007 21:28 Uhr Abgelegt in:Egoisten intern
Ich habe ein Problem mit dem anscheinend allseits geschätzten spirituellen Lehrer Andrew Cohen. Dessen Fähigkeiten kann ich nicht beurteilen- ich habe nur ein Buch von ihm gelesen, das ich nett, aber ziemlich belanglos fand. Probleme habe ich mit seiner "spirituellen Stellung", um es mal so auszudrücken. Denn er ist doch, wie er selbst in seinem Blog äußert, traditionellen Richtungen mit einem ausgeprägten Gurutum verbunden. Ich finde es nicht einmal ein Problem, dass man sich als Anthroposoph mit solchen Richtungen beschäftigt. Vielleicht ist man dort auch aktiv und macht seine Erfahrungen. Problematisch finde ich, dass die Beziehungen zwischen Cohen und der anthroposophischen Zeitschrift Info3 immer enger werden. Für mich ist es eine deutliche Schwächung des inneren Impulses der Anthroposophie, wenn es sich erweisen sollte, dass Anthroposophen heute eine Stütze benötigen ausgerechnet in der Ausprägung ihrer spirituellen Erfahrungen.

Empfehlungen bei Sebastian Gronbach
Problematisch finde ich auch, dass das Verwischen dieser unterschiedlichen spirituellen Bewegungen in Sebastians Gronbachs Blog dadurch festzustellen ist, als nun auch explizit als Literaturempfehlung auf Cohen verwiesen wird. Sebastians Blog macht den Eindruck, die Meinung des Anthroposophischen Arbeitszentrums NRW widerzuspiegeln. Neulingen kann Cohen so als anthroposophische Richtlinie erscheinen. So was geht doch nicht, finde ich. Tut mir wirklich leid, aber ich finde, da läuft etwas schief.
Hier der Amazon-Link zu Andre van der Braaks kritischem Insider-Cohen-Bericht - Dank an Thomas (in den Kommentaren)

Empfehlungen bei Sebastian Gronbach
Problematisch finde ich auch, dass das Verwischen dieser unterschiedlichen spirituellen Bewegungen in Sebastians Gronbachs Blog dadurch festzustellen ist, als nun auch explizit als Literaturempfehlung auf Cohen verwiesen wird. Sebastians Blog macht den Eindruck, die Meinung des Anthroposophischen Arbeitszentrums NRW widerzuspiegeln. Neulingen kann Cohen so als anthroposophische Richtlinie erscheinen. So was geht doch nicht, finde ich. Tut mir wirklich leid, aber ich finde, da läuft etwas schief.
Hier der Amazon-Link zu Andre van der Braaks kritischem Insider-Cohen-Bericht - Dank an Thomas (in den Kommentaren)



