Zitate von Rudolf Steiner zum Thema Gedächtnis und Erinnerung
28.Apr.2010 17:59 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
„Gewissermaßen ist es so: Wenn wir einen Gedanken haben und den später einmal aus der Erinnerung hervorholen, so kommt bei dieser Arbeit des Sich-Erinnern-Wollens unser Ätherleib in Bewegung, und er passt sich mit seinen Bewegungen dem physischen Leib an, und indem er hineinkommt in jene Bewegungen, die dieser Ätherleib bei dem entsprechenden Gedanken in den physischen Leib gemacht hat, kommt der Gedanke wieder herauf ins Bewusstsein.“ (GA 174b, 161)
„Dieselbe Kraft, die wir seelisch als Erinnerungskraft benützen, dient dazu, unsere aufgenommenen Nahrungsstoffe umzuwandeln in solche Substanzen, die von unserm Leib gebraucht werden können. Sie müssen immer einen inneren Kampf, der im Unterbewusstsein sich abspielt zwischen einem Seelischen und einem Leiblichen, ausführen, wenn Sie sich erinnern wollen an irgendetwas. (GA 191, 33ff)
(zusammen getragen von Regina Reinsperger)
zum ganzen Text..
„Dieselbe Kraft, die wir seelisch als Erinnerungskraft benützen, dient dazu, unsere aufgenommenen Nahrungsstoffe umzuwandeln in solche Substanzen, die von unserm Leib gebraucht werden können. Sie müssen immer einen inneren Kampf, der im Unterbewusstsein sich abspielt zwischen einem Seelischen und einem Leiblichen, ausführen, wenn Sie sich erinnern wollen an irgendetwas. (GA 191, 33ff)
(zusammen getragen von Regina Reinsperger)
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Der Jähzorn & die Ungeborenheit
21.Apr.2010 18:42 Uhr Abgelegt in:Meditation
„Ein Mönch sagte zu Bankei*: Ich bin jähzornig geboren- ständig aufbrausend. Mein Meister hat mir deswegen viele Vorhaltungen gemacht, aber das hat daran auch nichts geändert. Ich sollte irgend etwas daran tun, aber ich bin nun mal mit diesem Temperament geboren. Egal, wie sehr ich es zu überwinden versuche: Ich kann es doch nicht ändern. Ich hoffe, dass ich mich mit deinen Lehren irgendwie kurieren kann. Erst dann möchte ich nach Hause gehen, um meinem Meister unter die Augen zu treten und um daraus Nutzen zu ziehen. Sag mir bitte, was ich tun soll.
Bankei: Das ist eine bemerkenswerte Erbschaft. Ist deine Wut gerade anwesend? Zeig sie uns. Ich werde dich heilen.
Mönch: Ich bin gerade nicht wütend. Diese Stimmungen kommen unvermittelt hoch, wenn mich etwas herausfordert.
Bankei: Nein, du bist damit nicht geboren. Du erzeugst es selbst, wenn dir gerade eine passende Ausrede einfällt. Woher sollten deine Stimmungen kommen, wenn nicht aus dir selbst? Du lässt diese Launen zu, weil du dir selbst gegenüber befangen bist. Du benutzt Andere, um deinen eigenen Willen zu haben. Dann beschuldigst du auch noch deine Eltern, sie hätten dir den Jähzorn aufgehalst. Was für ein respektloser Sohn du bist!
Jeder Mensch erhält bei seiner Geburt das Buddha- Bewusstsein von seinen Eltern. Die Selbsttäuschungen erzeugt er ganz allein, in Voreingenommenheit sich selbst gegenüber. Es ist dumm zu denken, so etwas sei angeboren. Wo soll der Jähzorn denn herkommen? Diese Art von Illusionen sind alle gleich; sobald man sie nicht mehr am Leben erhält, verschwinden sie einfach. Aber Jeder scheint darin zu versagen, dies zu erkennen. Man findet diese Illusionen bei sich vor, aber man produziert sie auch, aus egozentrischen Sehnsüchten und verblendeten intellektuellen Gewohnheiten heraus. Man meint, dies sei in einem verwurzelt, obwohl dies keinesfalls stimmt. Aus diesem Grund überlagert die Selbsttäuschung alles, was man tut.
Du musst deine Illusionen zärtlich pflegen, weil du das Buddha- Bewusstsein in sie verwandelst. Das ist die Korruption sich selbst gegenüber. Wenn du den wahren Wert des Buddha- Bewusstseins kennen würdest, könntest du selbst dann nicht mehr in diese Selbsttäuschungen verfallen, wenn du es wolltest. Mach dir eines ganz klar: Wenn du nicht in der Selbsttäuschung fest hängst, bist du Buddha, ja bist du erleuchtet. Es gibt keinen wirklichen anderen Weg zu Buddha. Mach Schluss damit, hör mir zu und verstehe, was ich meine.
Du schaffst die Ausbrüche deines Jähzorns ganz allein, wenn deine Sinne durch äußere Umstände provoziert werden. Du wirst dadurch angespornt, dich gegen andere Leute aufzulehnen, um deine tollen eigenen Gedanken durchzusetzen. Wenn die Bindung an dein Ego nicht mehr da ist, verschwinden diese Illusionen von selbst. Mach dir das klar.
Alles, was deine Eltern dir mitgegeben haben, ist das reine Buddha- Bewusstsein. Nichts sonst. Was hast du damit angestellt? Seit du ein Baby warst, hast du Andere beobachtet und hast gesehen, wie diese ihr Gleichgewicht verloren haben. Du bist darin erstklassig geschult und hast dich an den Jähzorn gewöhnt. Das gehört nicht von Natur zu dir. Du verhätschelst dich einfach selbst, wenn du dir erlaubst, deiner Wut nachzugeben. Wenn du nun merkst, dass das ein Irrtum war und wenn du diesen Gefühlen einfach nicht mehr erlaubst, derartig auszubrechen, wirst du dich auch nicht über sie zu beklagen haben. Aber statt zu versuchen, daran ernsthaft zu arbeiten, lässt du dich weiter gehen. Du machst es dir leicht, nicht wahr? Wenn man hinterher versucht, solche Probleme zu lösen, ist das so schwierig wie vergeblich. Werde einfach nicht wütend, dann musst du auch nicht versuchen, daran herum zu basteln. Es gibt nichts, was man „heilen“ müsste.
Wenn du das verstanden und abgestellt hast, werden Selbstbespiegelungen und Illusionen nicht einmal mehr möglich sein, wenn du es wolltest, da du dauerhaft in der Ungeborenheit, dem Buddha- Bewusstsein, lebst. Sonst ist darüber nichts zu sagen.“
______________
*Bankei (1622-1693) in Norman Waddell (Übersetzer): The Unborn. The Life and Teacxhing of Zen Master Bankei (1622-1693), San Francisco 1984. Textstelle frei übersetzt von M.E.
Bankei: Das ist eine bemerkenswerte Erbschaft. Ist deine Wut gerade anwesend? Zeig sie uns. Ich werde dich heilen.
Mönch: Ich bin gerade nicht wütend. Diese Stimmungen kommen unvermittelt hoch, wenn mich etwas herausfordert.
Bankei: Nein, du bist damit nicht geboren. Du erzeugst es selbst, wenn dir gerade eine passende Ausrede einfällt. Woher sollten deine Stimmungen kommen, wenn nicht aus dir selbst? Du lässt diese Launen zu, weil du dir selbst gegenüber befangen bist. Du benutzt Andere, um deinen eigenen Willen zu haben. Dann beschuldigst du auch noch deine Eltern, sie hätten dir den Jähzorn aufgehalst. Was für ein respektloser Sohn du bist!
Jeder Mensch erhält bei seiner Geburt das Buddha- Bewusstsein von seinen Eltern. Die Selbsttäuschungen erzeugt er ganz allein, in Voreingenommenheit sich selbst gegenüber. Es ist dumm zu denken, so etwas sei angeboren. Wo soll der Jähzorn denn herkommen? Diese Art von Illusionen sind alle gleich; sobald man sie nicht mehr am Leben erhält, verschwinden sie einfach. Aber Jeder scheint darin zu versagen, dies zu erkennen. Man findet diese Illusionen bei sich vor, aber man produziert sie auch, aus egozentrischen Sehnsüchten und verblendeten intellektuellen Gewohnheiten heraus. Man meint, dies sei in einem verwurzelt, obwohl dies keinesfalls stimmt. Aus diesem Grund überlagert die Selbsttäuschung alles, was man tut.
Du musst deine Illusionen zärtlich pflegen, weil du das Buddha- Bewusstsein in sie verwandelst. Das ist die Korruption sich selbst gegenüber. Wenn du den wahren Wert des Buddha- Bewusstseins kennen würdest, könntest du selbst dann nicht mehr in diese Selbsttäuschungen verfallen, wenn du es wolltest. Mach dir eines ganz klar: Wenn du nicht in der Selbsttäuschung fest hängst, bist du Buddha, ja bist du erleuchtet. Es gibt keinen wirklichen anderen Weg zu Buddha. Mach Schluss damit, hör mir zu und verstehe, was ich meine.
Du schaffst die Ausbrüche deines Jähzorns ganz allein, wenn deine Sinne durch äußere Umstände provoziert werden. Du wirst dadurch angespornt, dich gegen andere Leute aufzulehnen, um deine tollen eigenen Gedanken durchzusetzen. Wenn die Bindung an dein Ego nicht mehr da ist, verschwinden diese Illusionen von selbst. Mach dir das klar.
Alles, was deine Eltern dir mitgegeben haben, ist das reine Buddha- Bewusstsein. Nichts sonst. Was hast du damit angestellt? Seit du ein Baby warst, hast du Andere beobachtet und hast gesehen, wie diese ihr Gleichgewicht verloren haben. Du bist darin erstklassig geschult und hast dich an den Jähzorn gewöhnt. Das gehört nicht von Natur zu dir. Du verhätschelst dich einfach selbst, wenn du dir erlaubst, deiner Wut nachzugeben. Wenn du nun merkst, dass das ein Irrtum war und wenn du diesen Gefühlen einfach nicht mehr erlaubst, derartig auszubrechen, wirst du dich auch nicht über sie zu beklagen haben. Aber statt zu versuchen, daran ernsthaft zu arbeiten, lässt du dich weiter gehen. Du machst es dir leicht, nicht wahr? Wenn man hinterher versucht, solche Probleme zu lösen, ist das so schwierig wie vergeblich. Werde einfach nicht wütend, dann musst du auch nicht versuchen, daran herum zu basteln. Es gibt nichts, was man „heilen“ müsste.
Wenn du das verstanden und abgestellt hast, werden Selbstbespiegelungen und Illusionen nicht einmal mehr möglich sein, wenn du es wolltest, da du dauerhaft in der Ungeborenheit, dem Buddha- Bewusstsein, lebst. Sonst ist darüber nichts zu sagen.“
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*Bankei (1622-1693) in Norman Waddell (Übersetzer): The Unborn. The Life and Teacxhing of Zen Master Bankei (1622-1693), San Francisco 1984. Textstelle frei übersetzt von M.E.
Eyjafjallajökull
20.Apr.2010 22:14 Uhr
Es war spät- Zeit, um zu Bett zu gehen. Aber am iPhone spielte noch die perlende Klaviermusik von Anat Fort, Karl konnte sich nicht davon trennen. Er rauchte die letzte Zigarette am offenen Dachfenster, und da sah er ihn: Den tief orange- farbenen Sichelmond, der in empfangender Gebärde am Himmel stand. Eine kleine Wolke aus Glas und Asche, die morgens die Autos bedeckte, hatte ihm diesen orangen Anstrich verpasst. So tönte er mit einer Stimme, die den kommenden Frühling ankündigte und begleitete. Der Mond in seinem goldfarbenen Gewand verbreitete eine Stimmung, die in Karls innerem Auge etwas Marienhaftes hatte: Etwas von dem mythischen Geheimnis der Ewigen Jungfrau.
Jeder, der sprechen konnte, sagte an diesem Tag: Wie still es heute ist. Man genoss, falls man nicht fliegen musste, den totalen Stillstand von Lohausen am anderen Rheinufer. Wie einig man sich doch ist, wenn es darauf ankommt. Man fühlte ganz allgemein, wie schnell unser tägliches Leben doch vom vibrierenden Takt der Maschinen durchzogen ist, selbst in den abgelegensten Ecken des Seins. Zwei Tage Ruhe, und man hatte für einen kurzen Augenblick einen anderen Blick auf seine Zeit.
Neurodings
19.Apr.2010 19:37 Uhr Abgelegt in:Gesundheit & Medizin
In einer Beilage der FAZ („Wohlsein“, 11.4.2010) fiel mir eine Anzeige von Weleda ins Auge. Es handelt sich um das Medikament „Neurodoron“. Die Werbung verspricht „natürliche Hilfe bei Stress und Erschöpfung“- ein wahres Wundermittel also für ungefähr die Hälfte der Bevölkerung: „Die
Komposition natürlicher Substanzen in Neurodoron, wie z.B. Bergkristall und Gold, stärkt das Nervensystem und regeneriert bei Erschöpfung, das Ganze natürlich „gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis“. Versprochen wird „Harmonisierung und Stabilisierung des Wesensgliedergefüges bei nervöser Erschöpfung und Stoffwechselschwäche, z.B. Nervosität, Angst- und Unruhezustände, depressive Verstimmung, niedriger Blutdruck, Rekonvaleszenz, Kopfschmerzen. Enthält Lactose und Weizenstärke.“
Laktose ist offenbar die Trägersubstanz für die Wirkstoffe. Es handelt sich um ein billiges Abfallprodukt der Milchindustrie, das gern und überaus häufig in der industriellen Fertigung von Lebensmitteln eingesetzt wird: „In der Lebensmittelindustrie spielt Laktose ebenfalls eine wichtige Rolle. Aufgrund seiner chemischen und technologischen Eigenschaften findet Laktose bei der Herstellung vieler industriell gefertigter Produkte wie Back-, Süß- und Wurstwaren, fettreduzierte Lebensmittel, Fertiggerichte, Gewürzmischungen und Süßstofftabletten Anwendung. Laktose dient als Bindemittel und Trägerstoff für Aromen. Sie bewirkt eine höhere Festigkeit und ein höheres Volumen. Zahlreiche Medikamente enthalten ebenfalls Laktose als Füllstoff oder zur Geschmackskorrektur. Da die Laktose oft nicht in Lebensmitteln deklariert wird, ist die Chance für den Patienten auf "versteckte Laktose" zu treffen recht groß.“ (Quelle)
Nun ist die Existenz des Enzyms Laktase, das im Dünndarm die Aufspaltung der Laktose und damit die Verdaubarkeit ermöglicht, je nach Alter und Lebensraum höchst unterschiedlich. In Asien besteht vielfach eine praktisch flächendeckende Laktoseintoleranz, in Deutschland und Österreich können etwa 15- 20% der Bevölkerung Laktose nicht verdauen. Das führt im Dickdarm der Betroffenen zu toxischen Abbauprodukten, die über die Darmwände bis ins Gehirn gelangen und eine Art Vergiftung hervorrufen. Die Auswirkungen reichen von schweren chronischen Durchfällen bis hin zu Chronischer Müdigkeit, Gliederschmerzen, Depressiven Verstimmungen, Innerer Unruhe, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Erschöpfungszuständen, Nervosität, Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Unreiner Haut, Konzentrationsstörungen und Abgeschlagenheit. Daher trat „am 25.11.05 (..) die EU-Richtlinie 2003/89/EG in Kraft, nach der Laktose im Zutatenverzeichnis ausgewiesen werden muss, was in vielen Fällen allerdings nicht geschieht.“ (Quelle)
Nun muss man noch erwähnen, dass die Nebenwirkungen dieses überflüssigen Füllstoffs seit 1945 bekannt sind. Man weiss auch, dass gerade bei älteren Menschen die Laktaseproduktion linear abnimmt, so dass im Alter von 60 Jahren nach manchen Schätzungen die Hälfte der Bevölkerung von dieser Unverträglichkeit betroffen ist. Bei den Discountern hat sich das herum gesprochen- vor allem bei Lidl deklariert man inzwischen nicht nur penibel, sondern ersetzt die Laktose auch flächendeckend- etwa durch die harmlose Dextrose. Bei Weleda allerdings gehen die Uhren anscheinend anders. Vielleicht liest man dort auch das Ärzteblatt nicht. So tritt das paradoxe Phänomen auf, dass ein Medikament, das Nervosität und viele andere schwer wiegende Störungen zu bekämpfen vorgibt, sie bei vielen Betroffenen erst hervor ruft.

Laktose ist offenbar die Trägersubstanz für die Wirkstoffe. Es handelt sich um ein billiges Abfallprodukt der Milchindustrie, das gern und überaus häufig in der industriellen Fertigung von Lebensmitteln eingesetzt wird: „In der Lebensmittelindustrie spielt Laktose ebenfalls eine wichtige Rolle. Aufgrund seiner chemischen und technologischen Eigenschaften findet Laktose bei der Herstellung vieler industriell gefertigter Produkte wie Back-, Süß- und Wurstwaren, fettreduzierte Lebensmittel, Fertiggerichte, Gewürzmischungen und Süßstofftabletten Anwendung. Laktose dient als Bindemittel und Trägerstoff für Aromen. Sie bewirkt eine höhere Festigkeit und ein höheres Volumen. Zahlreiche Medikamente enthalten ebenfalls Laktose als Füllstoff oder zur Geschmackskorrektur. Da die Laktose oft nicht in Lebensmitteln deklariert wird, ist die Chance für den Patienten auf "versteckte Laktose" zu treffen recht groß.“ (Quelle)
Nun ist die Existenz des Enzyms Laktase, das im Dünndarm die Aufspaltung der Laktose und damit die Verdaubarkeit ermöglicht, je nach Alter und Lebensraum höchst unterschiedlich. In Asien besteht vielfach eine praktisch flächendeckende Laktoseintoleranz, in Deutschland und Österreich können etwa 15- 20% der Bevölkerung Laktose nicht verdauen. Das führt im Dickdarm der Betroffenen zu toxischen Abbauprodukten, die über die Darmwände bis ins Gehirn gelangen und eine Art Vergiftung hervorrufen. Die Auswirkungen reichen von schweren chronischen Durchfällen bis hin zu Chronischer Müdigkeit, Gliederschmerzen, Depressiven Verstimmungen, Innerer Unruhe, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Erschöpfungszuständen, Nervosität, Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Unreiner Haut, Konzentrationsstörungen und Abgeschlagenheit. Daher trat „am 25.11.05 (..) die EU-Richtlinie 2003/89/EG in Kraft, nach der Laktose im Zutatenverzeichnis ausgewiesen werden muss, was in vielen Fällen allerdings nicht geschieht.“ (Quelle)
Nun muss man noch erwähnen, dass die Nebenwirkungen dieses überflüssigen Füllstoffs seit 1945 bekannt sind. Man weiss auch, dass gerade bei älteren Menschen die Laktaseproduktion linear abnimmt, so dass im Alter von 60 Jahren nach manchen Schätzungen die Hälfte der Bevölkerung von dieser Unverträglichkeit betroffen ist. Bei den Discountern hat sich das herum gesprochen- vor allem bei Lidl deklariert man inzwischen nicht nur penibel, sondern ersetzt die Laktose auch flächendeckend- etwa durch die harmlose Dextrose. Bei Weleda allerdings gehen die Uhren anscheinend anders. Vielleicht liest man dort auch das Ärzteblatt nicht. So tritt das paradoxe Phänomen auf, dass ein Medikament, das Nervosität und viele andere schwer wiegende Störungen zu bekämpfen vorgibt, sie bei vielen Betroffenen erst hervor ruft.
Gebet
16.Apr.2010 23:18 Uhr
„Die von jeder Beimischung ganz und gar gereinigte Aufmerksamkeit ist Gebet.“
______
Simone Weil, Schwerkraft und Gnade, S. 159
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Simone Weil, Schwerkraft und Gnade, S. 159
Tom Mellett: JvH
11.Apr.2010 00:46 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Tom L.,
I did not realize that you were going to put up photographs on my journal entry. I have no problem with that; however, I do have a big problem with this particular photograph because it is NOT a photo of Judith von Halle. You got the photo from Michael Eggert's fine German Steiner blogosphere site called Egoisten but unfortunately Michael made a real cyber-ass of himself by putting this photo up and mistakenly identifying her as JvH because at the time there were no photos of Judith available anywhere on the Net
However, presently, there are at least two photographs of JvH on the Net and I would ask you to remove the present false photo and replace it with one or both of the following actual photos of JvH, which appear here on this other German blog
Here are the Image locations: 1 / 2
These photos are far more illuminating and far more germane to the subject at hand, namely "clear thinking," because Judith von Halle is pictured last October lecturing to the Academy of Waldorf Pedagogy at the Free High School of Mannheim, Germany. The title of her lecture is "Modern Spiritual Guidance."
As you can see, even from these poor-quality, grainy and distant photos, she's got a captivating winsome charisma mainly because she looks so serenely self-possessed, genial and warm-hearted. (And that irresistible captivation is, to my mind, the real JvH Flu that's infecting everybody.) Even the author of this German blog, who is not sympathetic to anthroposophy at all, makes the point that JvH is not some "other worldly space cadet." Nor is she some stern dowdy schoolmarm type, either. She is at once adorably child-like and professionally competent; at once bubbly, dainty, baby-faced, yet intellectually authoritative. (You might be interested to know that she never stopped working as a professional architect in Berlin since her Stigmata first appeared 5 years ago. )
To me she looks like a Barbi-Doll with Brains dressed up in all-black Victorian Rudolf Steiner clothing. Jeez Louise, she could be a model for "Rudi's Victorian Secret" line of atavistic fashion. Or else a female Johnny Cash, that is, the "Woman in Black!"
And mark my words, Tom, Judith von Halle is the future of the Anthroposophical Society. She is already an esoteric Super-Star, and she looks the part! Move over, Jesus H. Christ. Now we have "Judith von Halle, Super-Star!" You don't believe me? Well, then, consider the following recent facts:
--- JvH just published a new book entitled: "Anthroposophical Perspectives on Dementia". "Die Demenzerkrankung. Anthroposophische Gesichtspunkte."
--- The book was published by a subsidiary of the Goetheanum publishing House in Dornach.
--- Dr. Michaela Gloeckler, former Vorstand member and presently the Head of the Medical Section at the Goetheanum wrote the foreword to the book.
Now consider the following rumors and gossip --- which in the dialect of Classical Anthroposophese, I shall hereinafter refer to as "Anthropoop." ( I really do need to start a spiritual scientific gossip blog and call it "Father Tom's Anthro-Poop Sheet." Nyuk! Nyuk! Nyuk! 8-)
--- Rumor has it that a therapeutic center to accommodate the healing vision and work of Judith von Halle will soon be built in Dornach, close to the Goetheanum.
--- the multi-billionaire Anthroposophist Goetz Werner, who made his fortune in founding a drug store chain in Germany --- like Walgreen's in the US --- has taken such a shine to Judith von Halle, that he is financing the above healing center for her, as well as bailing out the very financially strapped Goetheanum.
--- how much of the bailout is "quid pro quo" I don't know, but don't be surprised if there is an actual section of the Goetheanum School of Spiritual Science created expressly for Judith von Halle and her charismatic gifts of the spirit for Anthroposophy
---- Many of Judith von Halle's devoted followers believe her to be the direct reincarnation of Edith Maryon, the sculptor without whom Rudolf Steiner could not have carved the Representative of Man group.
Anyway, Tom, I just wanted to give you a real "head's up" on the Judith von Halle phenomenon because it far transcends any previous ideas and mental images you or others may have about her and about Stigmatization. For example, I, as born and baptized Irish Roman Catholic, was flabbergasted to learn that Judith von Halle is not Catholic. Nor is she Protestant. Her parents are Jewish!!! Previously, I had been under the mistaken impression that only Catholics could get the Stigmata.
I'm out here in Hollywood, Tom, already sifting through possible actresses to play JvH in the future movie about her. As of today, I'm settling on Kristen Stewart, whom you can see right now playing punk singer Joan Jett in the "Runaways" movie. What actress would you pick, and what would you like to see represented in the JvH screenplay?
Tom Mellett
Los Angeles, CA
I did not realize that you were going to put up photographs on my journal entry. I have no problem with that; however, I do have a big problem with this particular photograph because it is NOT a photo of Judith von Halle. You got the photo from Michael Eggert's fine German Steiner blogosphere site called Egoisten but unfortunately Michael made a real cyber-ass of himself by putting this photo up and mistakenly identifying her as JvH because at the time there were no photos of Judith available anywhere on the Net
However, presently, there are at least two photographs of JvH on the Net and I would ask you to remove the present false photo and replace it with one or both of the following actual photos of JvH, which appear here on this other German blog
Here are the Image locations: 1 / 2
These photos are far more illuminating and far more germane to the subject at hand, namely "clear thinking," because Judith von Halle is pictured last October lecturing to the Academy of Waldorf Pedagogy at the Free High School of Mannheim, Germany. The title of her lecture is "Modern Spiritual Guidance."
As you can see, even from these poor-quality, grainy and distant photos, she's got a captivating winsome charisma mainly because she looks so serenely self-possessed, genial and warm-hearted. (And that irresistible captivation is, to my mind, the real JvH Flu that's infecting everybody.) Even the author of this German blog, who is not sympathetic to anthroposophy at all, makes the point that JvH is not some "other worldly space cadet." Nor is she some stern dowdy schoolmarm type, either. She is at once adorably child-like and professionally competent; at once bubbly, dainty, baby-faced, yet intellectually authoritative. (You might be interested to know that she never stopped working as a professional architect in Berlin since her Stigmata first appeared 5 years ago. )
To me she looks like a Barbi-Doll with Brains dressed up in all-black Victorian Rudolf Steiner clothing. Jeez Louise, she could be a model for "Rudi's Victorian Secret" line of atavistic fashion. Or else a female Johnny Cash, that is, the "Woman in Black!"
And mark my words, Tom, Judith von Halle is the future of the Anthroposophical Society. She is already an esoteric Super-Star, and she looks the part! Move over, Jesus H. Christ. Now we have "Judith von Halle, Super-Star!" You don't believe me? Well, then, consider the following recent facts:
--- JvH just published a new book entitled: "Anthroposophical Perspectives on Dementia". "Die Demenzerkrankung. Anthroposophische Gesichtspunkte."
--- The book was published by a subsidiary of the Goetheanum publishing House in Dornach.
--- Dr. Michaela Gloeckler, former Vorstand member and presently the Head of the Medical Section at the Goetheanum wrote the foreword to the book.
Now consider the following rumors and gossip --- which in the dialect of Classical Anthroposophese, I shall hereinafter refer to as "Anthropoop." ( I really do need to start a spiritual scientific gossip blog and call it "Father Tom's Anthro-Poop Sheet." Nyuk! Nyuk! Nyuk! 8-)
--- Rumor has it that a therapeutic center to accommodate the healing vision and work of Judith von Halle will soon be built in Dornach, close to the Goetheanum.
--- the multi-billionaire Anthroposophist Goetz Werner, who made his fortune in founding a drug store chain in Germany --- like Walgreen's in the US --- has taken such a shine to Judith von Halle, that he is financing the above healing center for her, as well as bailing out the very financially strapped Goetheanum.
--- how much of the bailout is "quid pro quo" I don't know, but don't be surprised if there is an actual section of the Goetheanum School of Spiritual Science created expressly for Judith von Halle and her charismatic gifts of the spirit for Anthroposophy
---- Many of Judith von Halle's devoted followers believe her to be the direct reincarnation of Edith Maryon, the sculptor without whom Rudolf Steiner could not have carved the Representative of Man group.
Anyway, Tom, I just wanted to give you a real "head's up" on the Judith von Halle phenomenon because it far transcends any previous ideas and mental images you or others may have about her and about Stigmatization. For example, I, as born and baptized Irish Roman Catholic, was flabbergasted to learn that Judith von Halle is not Catholic. Nor is she Protestant. Her parents are Jewish!!! Previously, I had been under the mistaken impression that only Catholics could get the Stigmata.
I'm out here in Hollywood, Tom, already sifting through possible actresses to play JvH in the future movie about her. As of today, I'm settling on Kristen Stewart, whom you can see right now playing punk singer Joan Jett in the "Runaways" movie. What actress would you pick, and what would you like to see represented in the JvH screenplay?
Tom Mellett
Los Angeles, CA
Zombieconomy
10.Apr.2010 17:44 Uhr Abgelegt in:Gesellschaft
Martin Lindner schreibt bei den Blogpiloten:
„Es gibt permanente globale Konkurrenz, alles verändert sich schneller als man sich anpassen kann und plötzlich merkt man, dass es keine tragende Säule unserer Wirtschaft und Gesellschaft mehr gibt, die bei prüfendem Klopfen nicht entsetzlich hohl klingt. Da ist nirgends mehr vorwärtstreibende Energie und kaum noch Mehrwert, auf dem man ein Geschäft aufbauen könnte. Man spürt es auf der Cebit genauso wie bei der Autoindustrie, an den Universitäten und bei den Banken, bei den Telcos und beim Maschinenbau, in der Medienindustrie und in den Kaufhäusern.
Zombieconomy nennt das der Web-Ökonom und Harvard-Blogger Umair Haque. Überall zerfallen die Riesenfirmen, die im 20. Jahrhundert ein sicheres Leben für Zehntausende Angestellte und ein Vielfaches an Zulieferern garantierten. Die digitale Ökonomie ersetzt das nicht: Microsoft hat noch 93.000 Mitarbeiter weltweit, Google hat 20.000, die Weltmacht Facebook hat 1000. Auf der Plus-Seite der Job-Bilanz stehen nicht viel mehr als ein paar versprengte WissensarbeiterInnen vor ihrem Bildschirm im Home Office. Unser Unbehagen hat gute Gründe.“
Vielleicht ist der Aufsatz Lindners ja auch eine geeignete Diskussionsgrundlage für den Kongress der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland „Zukunft der Arbeit – Karma des Berufs.
Über den Mut zu neuer Erkenntnis und neuer Verantwortung“. In der Vorankündigung wird auch festgestellt: „Es ist längst kein Geheimnis mehr: Uns geht die Arbeit aus. Es gibt also viel zu tun!
Was wir benötigen, ist ein neues Verständnis von Arbeit und Einkommen, von Beruf und Berufung.“ (Do, 24.06. bis So, 27.06.2010, Rudolf-Steiner-Schule, Bochum/Langendreer)
„Es gibt permanente globale Konkurrenz, alles verändert sich schneller als man sich anpassen kann und plötzlich merkt man, dass es keine tragende Säule unserer Wirtschaft und Gesellschaft mehr gibt, die bei prüfendem Klopfen nicht entsetzlich hohl klingt. Da ist nirgends mehr vorwärtstreibende Energie und kaum noch Mehrwert, auf dem man ein Geschäft aufbauen könnte. Man spürt es auf der Cebit genauso wie bei der Autoindustrie, an den Universitäten und bei den Banken, bei den Telcos und beim Maschinenbau, in der Medienindustrie und in den Kaufhäusern.
Zombieconomy nennt das der Web-Ökonom und Harvard-Blogger Umair Haque. Überall zerfallen die Riesenfirmen, die im 20. Jahrhundert ein sicheres Leben für Zehntausende Angestellte und ein Vielfaches an Zulieferern garantierten. Die digitale Ökonomie ersetzt das nicht: Microsoft hat noch 93.000 Mitarbeiter weltweit, Google hat 20.000, die Weltmacht Facebook hat 1000. Auf der Plus-Seite der Job-Bilanz stehen nicht viel mehr als ein paar versprengte WissensarbeiterInnen vor ihrem Bildschirm im Home Office. Unser Unbehagen hat gute Gründe.“
Vielleicht ist der Aufsatz Lindners ja auch eine geeignete Diskussionsgrundlage für den Kongress der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland „Zukunft der Arbeit – Karma des Berufs.
Über den Mut zu neuer Erkenntnis und neuer Verantwortung“. In der Vorankündigung wird auch festgestellt: „Es ist längst kein Geheimnis mehr: Uns geht die Arbeit aus. Es gibt also viel zu tun!
Was wir benötigen, ist ein neues Verständnis von Arbeit und Einkommen, von Beruf und Berufung.“ (Do, 24.06. bis So, 27.06.2010, Rudolf-Steiner-Schule, Bochum/Langendreer)
Die tollenden Alten
08.Apr.2010 21:43 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
„Allmählich kann man ja im Alter den physischen Körper nicht mehr gebrauchen; schon aus dem Grunde nicht, weil sich ungeheuer viel Kalk einlagert, namentlich in die Adern. Aber in demselben Maße, in dem, sagen wir zum Beispiel bis zum 40. Jahre vom Kopf herunter die Entwickelung in den ganzen Körper hineingeht, in demselben Maße geht es wiederum zurück.
Kommt man von den vierziger in die fünfziger Jahre hinauf, so muss man wiederum die Brust mehr gebrauchen, und im Alter muss man wieder mehr den Kopf gebrauchen. Aber jetzt müsste man im Alter wiederum den feineren Kopf, den Ätherkopf gebrauchen. Aber das lernen die Leute in der lateinischen Erziehung nicht. Und gerade diejenigen, die in den letzten Jahrzehnten materialistische lateinische Erziehung genossen haben, die sind am meisten diesem Altersblödsinn ausgesetzt gewesen. Man muss im Alter wiederum auf die Kindheitsstufe zurück. Es gibt ja Leute, bei denen das sehr stark eintritt.
Der Geist bleibt aber ganz erhalten, der Körper wird nur immer schwächer und schwächer. Der Ausdruck: Im Alter wird man kindisch – der hat nämlich seine sehr gute Begründung. Man gelangt wirklich wiederum in die Kindheit zurück. Aber das ist, sobald man Geistesleben in sich hat, kein Unglück, sondern es ist eigentlich ein Glück; denn wenn man noch Kind ist, da kann man nämlich den Atherleib noch benützen. Man benützt denselben Ätherleib, den man als Kind zum Toben benützt hat, dann im Alter zu etwas Gescheiterem.“
______________
Rudolf Steiner, Gesamtausgabe 350, Seite151f
Kommt man von den vierziger in die fünfziger Jahre hinauf, so muss man wiederum die Brust mehr gebrauchen, und im Alter muss man wieder mehr den Kopf gebrauchen. Aber jetzt müsste man im Alter wiederum den feineren Kopf, den Ätherkopf gebrauchen. Aber das lernen die Leute in der lateinischen Erziehung nicht. Und gerade diejenigen, die in den letzten Jahrzehnten materialistische lateinische Erziehung genossen haben, die sind am meisten diesem Altersblödsinn ausgesetzt gewesen. Man muss im Alter wiederum auf die Kindheitsstufe zurück. Es gibt ja Leute, bei denen das sehr stark eintritt.
Der Geist bleibt aber ganz erhalten, der Körper wird nur immer schwächer und schwächer. Der Ausdruck: Im Alter wird man kindisch – der hat nämlich seine sehr gute Begründung. Man gelangt wirklich wiederum in die Kindheit zurück. Aber das ist, sobald man Geistesleben in sich hat, kein Unglück, sondern es ist eigentlich ein Glück; denn wenn man noch Kind ist, da kann man nämlich den Atherleib noch benützen. Man benützt denselben Ätherleib, den man als Kind zum Toben benützt hat, dann im Alter zu etwas Gescheiterem.“
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Rudolf Steiner, Gesamtausgabe 350, Seite151f
Deja vu
07.Apr.2010 22:33 Uhr
Ich hatte vor einigen Jahren das grosse Glück (um nicht zu sagen die Ehre), bei meinen beiden Grossen Ehemaligen - meinen Geliebten- nochmals mit sehr grossem zeitlichen Abstand in einer bestimmten beruflichen Funktion in deren Leben treten zu dürfen- in die Spur, den langen Schatten eines erwachsenen und gereiften Lebens. Man braucht dann natürlich nicht so viele Worte. Ein, zwei Gespräche genügen, um zu wissen, dass der Andere einen nicht enttäuscht hat. Es erweist sich ja erst im gelebten Leben, ob der Andere nun ein Leichtmatrose ist oder nicht, ob er die unausgesprochenen Versprechungen der jungen Jahre zumindest mit Würde eingelöst hat. Man vergewissert sich des Anderen. Wenn diese Klippe umschifft ist, bedarf es weniger Gesten, weniger Worte, um sich zu verständigen. Es gibt einige besondere Gesten gerade beim Abschied, die ich im Detail erinnere, weil sie so grundsätzlich waren. Die blöden Dinge, die man sich - auch- angetan hat, der Groll, das Abrechnenwollen- das alles löste sich in diesen Gesten auf. Es gab nun in gar keiner Weise mehr etwas, was wir uns nachtragen würden. Man hat damit diesen Teil seines Lebens wie zu einem Abschluss bringen können, ohne irgend etwas beschönigen zu wollen. Das alles lag in wenigen Gesten der Hände. Wie ich mich selbst ausdrückte, weiss ich nicht. Es wird ähnlich gewesen sein.
Diese Begegnungen sind das Eine. Seitdem ich den dritten Mondknoten durchschritten habe, wuchern rein beruflich Deja vus in ununterbrochener Folge. Durch unwahrscheinliche Zufälle komme ich ständig in Lagen, frühere Arbeitsstätten, Teams oder Kollegen wieder sehen zu müssen- oft gerade die Orte, an denen es überaus schwierige und aufreibende Beziehungen und Arbeitsbedingungen gab. Es kommt mir vor, als läge da eine Choreografie zugrunde, so weit hergeholt sind die Ursachen und Anstösse für diese Begegnungen, Aufträge und Kooperationen. Und jedes Mal bekommt man ja einen Aspekt der eigenen Persönlichkeit widergespiegelt- keinesfalls immer auf auch nur annähernd angenehme Art. Die 18-jährigen Mondknoten scheinen immer eine Kulmination des Deja vu mit sich zu bringen- man entkommt sich nicht, man begegnet sich wieder, in einer der Situationen und Rollen unserer dahin fliessenden und wachsenden und sich gründenden Person.
Die Merkwürdigkeit unserer Biografie besteht wohl vor allem darin, dass wir sowohl Person wie auch Choreograph sind- ein Ich mit einer Tag- und einer Nachtseite. Aus dieser Hefe heraus gestaltet sich unser Leben. An den Mondknoten gerät die Masse ins Gären, kann uns bereichern, aber auch bedrücken und lähmen.
Diese Begegnungen sind das Eine. Seitdem ich den dritten Mondknoten durchschritten habe, wuchern rein beruflich Deja vus in ununterbrochener Folge. Durch unwahrscheinliche Zufälle komme ich ständig in Lagen, frühere Arbeitsstätten, Teams oder Kollegen wieder sehen zu müssen- oft gerade die Orte, an denen es überaus schwierige und aufreibende Beziehungen und Arbeitsbedingungen gab. Es kommt mir vor, als läge da eine Choreografie zugrunde, so weit hergeholt sind die Ursachen und Anstösse für diese Begegnungen, Aufträge und Kooperationen. Und jedes Mal bekommt man ja einen Aspekt der eigenen Persönlichkeit widergespiegelt- keinesfalls immer auf auch nur annähernd angenehme Art. Die 18-jährigen Mondknoten scheinen immer eine Kulmination des Deja vu mit sich zu bringen- man entkommt sich nicht, man begegnet sich wieder, in einer der Situationen und Rollen unserer dahin fliessenden und wachsenden und sich gründenden Person.
Die Merkwürdigkeit unserer Biografie besteht wohl vor allem darin, dass wir sowohl Person wie auch Choreograph sind- ein Ich mit einer Tag- und einer Nachtseite. Aus dieser Hefe heraus gestaltet sich unser Leben. An den Mondknoten gerät die Masse ins Gären, kann uns bereichern, aber auch bedrücken und lähmen.
Hans-Peter Dieckmann. Ayalolo
05.Apr.2010 17:23 Uhr

Ayalolo bedeutet “Das Leben geht weiter“ und stammt aus der Sprache Ga, die in Accra, der Hauptstadt des westafrikanischen Küstenstaates Ghana gesprochen wird. “Das Leben geht weiter“, gewiss, doch für die immer noch anwachsende Zahl von zurzeit ungefähr 20.000 Straßenkindern in Accra lautet die bittere Frage: Wie? Dass es unter besseren Umständen für zumindest einige dieser Mädchen und Jungen weitergeführt werden kann, ist das Anliegen des Ayalolo-Straßenkinderprojekts, das mit seinem Namen natürlich ermutigen will. Der gemeinnützige Verein zum Projekt wurde im Januar 2005 gegründet. Er bietet bisher 12 Kindern in einem Vorort von Accra eine Unterkunft mit einem sicheren Schlafplatz und regelmäßigen Mahlzeiten sowie eine Betreuung, einen Schulbesuch oder eine Berufsausbildung. Das schreibt sich so leicht, doch was bedeuten diese Informationen nicht alles, wenn man sie sich voll bewusst macht! Es ist das Ziel des Vereins, den Kindern nicht nur aus Hunger, Not und Elend hinaus zu verhelfen, sondern ihnen zugleich Fähigkeiten zu vermitteln, als Erwachsene ein Leben in Selbstbestimmung zu führen.
Im Sommer 2008 wurde mit der Verwirklichung eines landwirtschaftlichen Projekts begonnen. Für die Ayalolo-Farm stehen dank dem gebürtigen Ghanaer Samuel Bekoe bereits ein Traktor, eine Maissaat-Maschine und einige andere Geräte, die er von Bauern in Schleswig-Holstein zum Teil aus dem Erlös eines Benefiz-Kinderfußballturniers erwerben konnte, bereit. Das Turnier wurde von Steffen Bornholdt (Jo bei den “Egoisten“) initiiert, von vielen Helfern unterstützt und vom DFB als Aktion “Gegen Rassismus auf dem Rasen“ gefördert. Außerdem fand Samuel Bekoe bereits einen geeigneten Ort für die Farm. Er liegt ca. 100 km von Accra entfernt, denn es mussten für die Farm die nötigen Bedingungen gefunden werden. Zu ihnen gehören neben einem fruchtbaren Boden und genügend Niederschlägen (beides gibt es in Accra nicht) ein Dorf mit Strom, fließend Wasser, einer Schule und einem Krankenhaus sogar Erweiterungsmöglichkeiten sowie eine positive Einstellung zum Farm-Projekt. Für die Vermarktung war schließlich noch die Nähe zu einer größeren Stadt wichtig. Geplant ist, einst mit den Kindern dorthin zu ziehen, weil sie in der schönen ländlichen Umgebung mehr Entwicklungsmöglichkeiten haben als in den Slums der Hauptstadt. Das Heim in Accra soll dann nur noch als erste Anlaufstelle dienen und eine Unterkunft für alle Kinder bleiben, die eine Ausbildung in Accra absolvieren.
Wie weit sich das Projekt Ayalolo entwickeln wird, hängt allerdings nicht nur vom tatkräftigen Einsatz in Ghana und dem der Mitglieder des Ayalolo Straßenkinderprojekts e.V. (Sitz in Stockelsdorf, Schleswig-Holstein) ab, sondern auch von Spenden.
Ich verdanke Steffen den Hinweis auf diese großartige Initiative, in der er mit seinem Freund und ehemaligem Nachbarn, dem Musiker und Trommellehrer Samuel Bekoe, Mitglied ist, der sich erst kürzlich als Projektleiter für fast vier Monate in Ghana wieder stark für Ayalolo eingesetzt hat. Im Mail-Austausch mit Steffen wurde die Idee geboren, das Ayalolo-Projekt über die “Egoisten“ einem größeren Kreis von Menschen bekannt zu machen. Ein von ihm entworfenes und von Philip Marien am PC umgesetztes Parzival-Motiv kann als Faltkarte und als Leinwand- oder Posterdruck (1) über parzival.art@freenet.de bestellt werden und dient der finanziellen Unterstützung Ayalolos. Ergin und Jostein Saether haben Steffen bereits zugesagt, Motive für weitere Postkarten zu malen; andere Künstler werden sich anschließen.
1 Die Faltkarte mit Briefumschlag und Schutzhülle ist für 5,95 € inkl. Versandkosten und Mehrwertsteuer erhältlich. Näheres (Preise, Formate etc.) zum Leinwand- und Posterdruck bitte ich über die angegebene Mail-Adresse zu erfragen.
Links
Für umfassendere Auskünfte zum Ayalolo-Projekt: www.ayalolo.de
Informationen über Ghana finden sich unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Ghana
Karls Sommer
05.Apr.2010 02:17 Uhr

Karl ging die lange Treppe vom Arno hinauf, auf Stufen, die für Riesen gemacht sein könnten. Nur hinterließen Riesen keine Plastikflaschen im Gebüsch. Es ging ein paar Hundert Meter bis zum Platz des Michelangelo. Auch dort stand eine Kopie des David. Aber man hatte von dort oben die beste Aussicht auf Florenz. Die Talsenke breitete sich weit aus, durchschnitten vom Wasserlauf des Arno und in der Mitte gekrönt von den Kuppeln des Doms und des Baptisteriums.
Von hier aus stieg Karl über eine dröhnende Strasse zweihundert Meter bergauf bis zum schmaleren Treppengang der Kirche San Miniato al Monte. Hier sollte schon - so liest man- Michelangelo oft gesessen und die Aussicht auf seine Stadt genossen haben. San Miniato war die Perle, klar strukturiert mit weißen und schwarzen Marmorbändern. Das Pompöse der großen Sakralbauten der Stadtmitte war hier verschwunden. Über dem Türsturz der Hinweis, dass man die Pforte des Himmels durchschritt. Und dann die Stille. Dieser Stätte merkte man an, dass sie Tausende von Jahren alt sein musste. In der kargen, aber weitläufigen Krypta vollzogen Mönche liturgische Gesänge als Teil ihrer Abendmesse.
San Miniato ist der Ort, an den Karl immer wieder zurück kommen möchte. Nicht nur, weil hierhin normalerweise wenig Publikum hinauf findet in dieser überlaufenen, vibrierenden Stadt. Sondern auch, weil er hier sofort zu sich selbst kam. Es wurde gleich von irgendwo her die Frage gestellt: Was hast du gemacht, wie hast du gelebt? Er stellte sie sich selbst, empfand aber etwas wie einen Blick auf sich, einen Jemand, einen ewigen Freund. Es war Karl nicht klar, wieso er gerade hier in die innerste Klarheit geriet, als hätte diese auf ihn gewartet.
Die Mönche sangen, und der Schweiß lief Karl in Strömen von Schädel herab. Er fühlte sich körperlich nicht wohl, wie so oft. Er wusste keine Antwort auf die Fragen. Aber das war nicht schlimm, es war wie es war, und auch das wusste Karl genau. Es fand eine Art Zwiegespräch statt, an das er sich später nur unscharf erinnern konnte. Karl wusste, es war nicht schlimm, dass er ein so untalentierter, durchschnittlicher Kerl mit seinen kleinen Geheimnissen war. Er spürte seine Eitelkeit wie ein brennendes Ekzem auf dem ganzen Körper, aber das machte nichts, denn in diesem Augenblick konnte er es abstreifen wie ein Bärenfell im Märchen.
Er wusste, vor ihm waren gerade die Bilder, die innersten Intentionen seines Lebens aufgetan worden, aber er konnte sich nicht erinnern. Wie hätte er dieses Leben auch sonst leben können? Es war gut, sich nicht zu erinnern. Seine Vision war kein pathetisches Gegenüber, sondern ein präzises und rationales, aber ihm ganz zugewandt. Er hatte kein Bild gehabt und keine Vorstellungen gebildet. Er wusste, es war ein Gegenüber, weil es ihm gegenüber sein wollte, Es hatte etwas von einer Lagebesprechung über den Verlauf von Karls Leben- eine Art umgekehrtes Resümee.
Über der Krypta tobte trotz des österlichen Konzerts ein Stimmenmeer. Die Florentiner picknickten, telefonierten, stillten Babies in der Kathedrale. Es war, als wäre der Zentralbahnhof zum Konzert erschienen. Langsam löste sich Karl aus dem Dialog. Er stieg die Treppen hinauf, winkte seiner Begleiterin zu, die ihn aus den Augen verloren hatte. Arm in Arm stiegen sie in den warmen Sommerabend von Florenz, und die Nacht verschluckte sie.
Dein Blog gehört dir nicht
02.Apr.2010 22:21 Uhr Abgelegt in:Web & Kultur
Kerstin Hoffmann aka „PR-Doktor“ und Kommunikationsberaterin, denkt in ihrem „Kommunikationsblog“ laut und vernehmlich über die Frage nach, welche Rechte Nutzern auf sozialen digitalen Plattformen wie Twitter, Facebook oder Blogger an den von ihnen eingebrachten Beiträgen eigentlich verbleiben: „Wir alle – oder jedenfalls viele von uns – publizieren fleißig im Netz. Für uns selbst oder als Teil der Kommunikationsstrategie unserer Kunden. Was wir dabei gerne vergessen: Wir veröffentlichen zu großen Teilen auf fremden Plattformen.“
So gibt es schon mal keine Garantie, „dass dieser Content morgen noch dort stehen wird. Dass es das Social Network noch geben wird.“ Jederzeit ist es möglich, „die Teilnahmebestimmungen so zu ändern, dass wir damit nicht mehr einverstanden sind und uns freiwillig verabschieden.“ Aber generell ist uns nicht bewusst, „welche umfassenden Rechte sich viele Betreiber auf das geistige Eigentum der Teilnehmer vorbehalten.“ Bislang verzichtet Facebook noch darauf, mit den von mir eingestellten Fotos oder Grafiken Werbung zu produzieren, die sich an meine Kontakte oder bestimmte Interessengruppen wenden könnte. Meine Frau war immerhin sehr erstaunt, bei einem völlig anderen System und Provider (Gmx) per Werbeeinblendung dazu aufgefordert zu werden, Facebook beizutreten, um endlich „Freund“ von mir werden zu können. Das ist doch schon mal personenspezifische Werbung, die sich offensichtlich aus meinen bei Facebook hinterlegten Personendaten speist. Hoffmann hat auch rechtliche Bedenken in Bezug auf die Inhalte von Blogs „auf einer fremdgehosteten Plattform wie Blogger.de oder Wordpress.com.“ Die Rechte sind eindeutiger, wenn man auf derlei Dienste verzichtet und lieber unter fester Internet-Adresse auf eindeutig gemietetem Webspace hostet: „Was auf meinem Webspace liegt, gehört mir.“
Zumindest ansatzweise. Ich habe schon Artikel von mir übersetzt in italienischen Zeitschriften entdeckt, ein amerikanischer Chor ist - unentgeltlich- mit einer Grafik von mir als Bühnenhintergrund auf Tournee gegangen, gelegentlich lese ich einen Artikel, der mir von Anthroposophen empfohlen wird, der inhaltlich völlig auf einem Text von mir basiert, meine Fotos finden sich überraschend auf fremden Wänden. Es gibt keine besonders ausgeprägte Kultur der Achtung von geistigem Eigentum. Man kann den Gedanken natürlich auch aufgeben, dass es etwas wie geistiges Eigentum überhaupt geben würde. Ich fände ein paar anthroposophische Argumente für diesen Standpunkt. Das blanke Abkupfern hinterlässt aber schon einen bitteren Nachgeschmack, einfach, weil man es als respektlos empfindet. Wenigstens ein Verweis auf den Urheber sollte schon möglich sein.
Zugespitzt könnte man auch fragen, ob es etwas wie Identität im digitalen Zeitalter noch gibt. Man sollte die Persona, die man z.B. bei Facebook gibt, heute ebenso kontrollieren wie sich bewusst sein, dass digitale Identität immer eine Art von Inszenierung ist und sein sollte. Das naive Sich-Ausschütten sollte spätestens dann eingestellt werden, wenn einem bewusst wird, dass die preis gegebenen persönlichen Informationen stetig ausgelesen werden. Man kann die von einem selbst gesammelten Informationen nicht kontrollieren- z.B. nicht wissen, inwiefern sie weiter verkauft und mit weiteren im Netz befindlichen Daten zusammen geführt und abgeglichen werden. Das Netz ist eben nicht nur ein öffentlicher Ort, sondern einer, der sorgfältig gemäht, gemolken, abgehorcht und der Verwertung zugeführt wird.
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Buzz
So gibt es schon mal keine Garantie, „dass dieser Content morgen noch dort stehen wird. Dass es das Social Network noch geben wird.“ Jederzeit ist es möglich, „die Teilnahmebestimmungen so zu ändern, dass wir damit nicht mehr einverstanden sind und uns freiwillig verabschieden.“ Aber generell ist uns nicht bewusst, „welche umfassenden Rechte sich viele Betreiber auf das geistige Eigentum der Teilnehmer vorbehalten.“ Bislang verzichtet Facebook noch darauf, mit den von mir eingestellten Fotos oder Grafiken Werbung zu produzieren, die sich an meine Kontakte oder bestimmte Interessengruppen wenden könnte. Meine Frau war immerhin sehr erstaunt, bei einem völlig anderen System und Provider (Gmx) per Werbeeinblendung dazu aufgefordert zu werden, Facebook beizutreten, um endlich „Freund“ von mir werden zu können. Das ist doch schon mal personenspezifische Werbung, die sich offensichtlich aus meinen bei Facebook hinterlegten Personendaten speist. Hoffmann hat auch rechtliche Bedenken in Bezug auf die Inhalte von Blogs „auf einer fremdgehosteten Plattform wie Blogger.de oder Wordpress.com.“ Die Rechte sind eindeutiger, wenn man auf derlei Dienste verzichtet und lieber unter fester Internet-Adresse auf eindeutig gemietetem Webspace hostet: „Was auf meinem Webspace liegt, gehört mir.“
Zumindest ansatzweise. Ich habe schon Artikel von mir übersetzt in italienischen Zeitschriften entdeckt, ein amerikanischer Chor ist - unentgeltlich- mit einer Grafik von mir als Bühnenhintergrund auf Tournee gegangen, gelegentlich lese ich einen Artikel, der mir von Anthroposophen empfohlen wird, der inhaltlich völlig auf einem Text von mir basiert, meine Fotos finden sich überraschend auf fremden Wänden. Es gibt keine besonders ausgeprägte Kultur der Achtung von geistigem Eigentum. Man kann den Gedanken natürlich auch aufgeben, dass es etwas wie geistiges Eigentum überhaupt geben würde. Ich fände ein paar anthroposophische Argumente für diesen Standpunkt. Das blanke Abkupfern hinterlässt aber schon einen bitteren Nachgeschmack, einfach, weil man es als respektlos empfindet. Wenigstens ein Verweis auf den Urheber sollte schon möglich sein.
Zugespitzt könnte man auch fragen, ob es etwas wie Identität im digitalen Zeitalter noch gibt. Man sollte die Persona, die man z.B. bei Facebook gibt, heute ebenso kontrollieren wie sich bewusst sein, dass digitale Identität immer eine Art von Inszenierung ist und sein sollte. Das naive Sich-Ausschütten sollte spätestens dann eingestellt werden, wenn einem bewusst wird, dass die preis gegebenen persönlichen Informationen stetig ausgelesen werden. Man kann die von einem selbst gesammelten Informationen nicht kontrollieren- z.B. nicht wissen, inwiefern sie weiter verkauft und mit weiteren im Netz befindlichen Daten zusammen geführt und abgeglichen werden. Das Netz ist eben nicht nur ein öffentlicher Ort, sondern einer, der sorgfältig gemäht, gemolken, abgehorcht und der Verwertung zugeführt wird.
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Buzz
Wie ein Tier, das sich schüttelt
01.Apr.2010 22:08 Uhr Abgelegt in:Fotografie & Grafik

Karl glaubte an den Gott der Wahrheit. Er wusste, diesem Gott konnte man sich nur annähern, wenn man in sich im Haus der Wahrheit stehen konnte- für eine diskrete Weile, in einer klaren, kühlen Versenkung.
Versenkungen dürfen nicht schnulzig sein, nicht glatt, glamourös oder schmierig. Karl wusste, diesem Gott konnte man sich nur annähern, indem man ihn in sich fand, aber ohne Firlefanz und putzige Selbstgefühle: die seelischen Arabesken eben, die die klare Sicht eines Jeden mit fadenscheinigen Vorhängen bedecken. Die Kreise, in denen man sich dreht- ein planetarisches System für sich, eine mit seltsamen Hieroglyphen über und über beschriebene Glaskugel, die nur sich selbst und die eigene Vergangenheit bespiegelt. Es ist eine Welt, in die man wieder und wieder zurück fällt, selbst wenn man einen Augenblick der klaren Sicht ergattern konnte - eine Verzauberung wie von Circe.
Karl stand an einem stürmischen Aprilsonntag im Sand und schaute auf die bewegte Nordsee. Die bulligen Wolken schoben sich mit gewaltigen schwarzen Bäuchen vom Meer kommend übers Land. Alle Seevögel hatten sich im Windschatten der Deiche in zahllosen schwarzen Punkten niedergelassen. Das Dünengras bewegte sich, als schüttele sich ein unabsehbares Tier in Wellen. Die Gischt der See lagerte auf Karls Gesicht einen dünnen Salzfilm ab. In diesem Augenblick, für einen Augenblick, glaubte das Meer an Karl.
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Flickr
Gott schütze die sündigen Seefahrer
01.Apr.2010 20:32 Uhr Abgelegt in:Fotografie & Grafik
Der Gärtner
01.Apr.2010 20:32 Uhr
Im Grunde war es - dachte Karl- wie früher auf den grossen Parties, wenn ein Haus „sturmfrei“ zur Verfügung stand, für einen Abend, eine Nacht und einen Morgen danach. Eingeladen war Karl nie. Er zog einfach mit den Freunden durchs Städtchen und kehrte irgendwo ein, wohin es sie eben zog. Man klingelte, und irgend jemand öffnete die Tür. Von drinnen drang ein unwiderstehlicher Schwall von Gesprächen, Gerüchen, Musik und Rauch. Manchmal feierte Karl die ganze Zeit mit, ohne ein einziges Mal zu wissen oder zu fragen, wer eigentlich der Hausherr war. Sie alle waren doch einfach durch die Tatsache verbunden, dass sie jung waren.
Hätte er morgens nach kurzem Schlaf in den Garten geschaut, hätte er wahrscheinlich den Gärtner gesehen, der gerade die Büsche schnitt. Aber Karl schaute nicht.
Im Haus der Erleuchtung wird man nicht belehrt. Es werden Fragen erwartet, wie eben von einem materialistischen Parzival des 21. Jahrhunderts. Denn man bemerkt nur das, was man ist, so wie jede Frage der Antizipation der passenden Antwort zugrunde liegt. Man hat es eigentlich schon immer gewusst, es nur durch widrige Umstände zwischenzeitlich vergessen. Im Haus der Erleuchtung ist man endlich zuhause.
Karl drückte seine Zigarette an einem eisernen Zaunpfahl aus und ging. Es war spät, der Himmel wölbte sich in einer Pracht von Indigo, und der warme Frühlingswind roch nach Versprechungen, die keinen Namen haben.
Hätte er morgens nach kurzem Schlaf in den Garten geschaut, hätte er wahrscheinlich den Gärtner gesehen, der gerade die Büsche schnitt. Aber Karl schaute nicht.
Im Haus der Erleuchtung wird man nicht belehrt. Es werden Fragen erwartet, wie eben von einem materialistischen Parzival des 21. Jahrhunderts. Denn man bemerkt nur das, was man ist, so wie jede Frage der Antizipation der passenden Antwort zugrunde liegt. Man hat es eigentlich schon immer gewusst, es nur durch widrige Umstände zwischenzeitlich vergessen. Im Haus der Erleuchtung ist man endlich zuhause.
Karl drückte seine Zigarette an einem eisernen Zaunpfahl aus und ging. Es war spät, der Himmel wölbte sich in einer Pracht von Indigo, und der warme Frühlingswind roch nach Versprechungen, die keinen Namen haben.
Gefahr der Computer
01.Apr.2010 20:32 Uhr Abgelegt in:Web & Kultur
Bevor es in die Osterpause geht, möchte ich noch ein Zitat von den Blogpiloten einbringen, eine wahrhaft universelle Interpretation unserer vagen Positionierung (manchmal von Bedenken getragen, aber eher theoretisch) gegenüber der modernen Technik: „Die Gefahr der Computer besteht nicht darin, dass sie eines Tages so klug werden wie die Menschen, sondern darin, dass wir bereit sind, ihnen bis dahin auf halbem Wege entgegenzukommen.”
(Bernard Avishai)
(Bernard Avishai)
Hans-Peter Dieckmann: Und die Nilpferde kochten in ihren Becken
01.Apr.2010 20:32 Uhr Abgelegt in:Web & Kultur
Seit den 1970er Jahren begleiten mich von Zeit zu Zeit Bücher von Jack Kerouac und William S. Burroughs, wobei ich mir zu den Romanen von Burroughs etwa seit “Naked Lunch“ immer eher nur ein Lesen von Abschnitten zugemutet habe. Wer in abscheuliche Höllenwelten hineinschauen möchte, gewinnt dafür bei ihm auf tausenden von Seiten viele Gelegenheiten; sicher: sie sollen auch verdrängte persönliche, gesellschaftliche und archetypische Realitäten aufdecken, leisten das nach meinen Eindrücken teils sogar wirklich, doch … Burroughs arbeitete nach seinem bekannten “Naked Lunch“ oft mit der so genannten Cut-up-Methode: Texte oder auch Tonbandaufzeichnungen werden bei ihr zerschnitten und zufällig zusammengesetzt, was laut ihm zu sehr interessanten Nebeneinanderstellungen führen kann, von denen aber nur einige literarisch verwertbar sind. Einem Interviewer erläuterte er: „Sie fragen sich, wie sich die Sequenzen und Rhythmen ordnen, nun, sie tun es überhaupt nicht. Die Cut-ups ergeben neues Material, aber sie sagen einem nicht, was man damit tun soll.“
Das ist der springende Punkt. Wenn Burroughs über seine Bücher reflektierte, ist er für mich immer noch viel spannender und manchmal anregender als in seinen Romanen; zum Teil nahm er dabei einen bemerkenswert nüchternen Beobachterstandpunkt ein, der seine Höllenwelten vergleichsweise hell kontrastiert.
weiter..
Das ist der springende Punkt. Wenn Burroughs über seine Bücher reflektierte, ist er für mich immer noch viel spannender und manchmal anregender als in seinen Romanen; zum Teil nahm er dabei einen bemerkenswert nüchternen Beobachterstandpunkt ein, der seine Höllenwelten vergleichsweise hell kontrastiert.
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