Feb 2010

Geschichten vom Sterben

Von Regina Reinsperger

Es ist Passionszeit 2010 und das war der Anlass, mich wieder auf drei Erlebnisse zu besinnen. Das erste zeigt, wie verdrängte Schuld vor dem Sterben wieder aufleben und den Menschen quälen kann. Der Patient sah auch seine schwere Erkrankung, sein Leiden und das Sterben müssen in noch relativ jungen Alters-Jahren in diesem Zusammenhang. Er selbst darf das so sehen, einem anderen Menschen steht diese Beurteilung aber nicht zu. – Die zweite Episode erzählt, was die Ehefrau träumte, während ihr Mann neben ihr im Bett ganz unerwartet starb. Der Traum wirkt auf mich wie ein weisheitsvolles Märchenbild. - Die dritte Geschichte ist aus dem letzten Tagebuch einer Patientin, die sich darin mit ihrer schweren Krebserkrankung auseinandersetzte. Die Angehörigen haben nach ihrem Tod eine Kopie dieses Heftes an die Freunde weitergegeben. – Die beschriebenen Menschen sind jetzt schon lange tot. Ich habe selbstverständlich die Namen geändert und wieder alles so aufgeschrieben, dass ein Fremder sie nicht erkennen und benennen kann.

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Selbst in den USA wird Doktor Steiner intensiv gesucht

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Das allerfreuliche Licht

„Welcher Lebendige, Sinnbegabte, liebt nicht vor allen Wundererscheinungen des verbreiteten Raums um ihn, das allerfreuliche Licht – mit seinen Farben, seinen Stralen und Wogen; seiner milden Allgegenwart, als weckender Tag. Wie des Lebens innerste Seele athmet es der rastlosen Gestirne Riesenwelt, und schwimmt tanzend in seiner blauen Flut – athmet es der funkelnde, ewigruhende Stein, die sinnige, saugende Pflanze, und das wilde, brennende, vielgestaltete Thier – vor allen aber der herrliche Fremdling mit den sinnvollen Augen, dem schwebenden Gange, und den zartgeschlossenen, tonreichen Lippen. Wie ein König der irdischen Natur ruft es jede Kraft zu zahllosen Verwandlungen, knüpft und löst unendliche Bündnisse, hängt sein himmlisches Bild jedem irdischen Wesen um. – Seine Gegenwart allein offenbart die Wunderherrlichkeit der Reiche der Welt.“

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Novalis, Hymnen an die Nacht
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Dekade der Stagnation

Im Rahmen der Transmediale gab der frühere Science- Fiction- Autor und Medientheoretiker Bruce Sterling der Zeitschrift de:bug ein interessantes Interview. Er spricht darin von gesellschaftlichen Sieben- Jahres- Rhythmen, in denen sich die westliche Welt -keineswegs kongruent - entwickele:

„Es wird in absehbarer Zukunft nicht weniger Kapitalismus geben. Kapitalistische Systeme durchlaufen aber immer verschiedenartige Phasen, die etwa sieben Jahre lang sind. Wir hatten den DotCom-Boom in den 1990ern, darauf folgte der “war on terror” der Bush-Administration. Wie wir die nächste Phase nennen werden, ist mir noch unklar, aber da sie noch bis in die Mitte des nächsten Jahrzehnts reichen wird, ist noch viel Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen. Vielleicht “Stagnation” oder “Depression”, denn die Historiker werden die jetzige Dekade wohl eher mit “Terrorismus” verbinden. Die Finanzkrise beendet diese Phase, wird aber ihre Auswirkungen erst in den nächsten Jahren zeigen.“

Wohin geht es also bis 2015? Nach dem Ende des Kalten Krieges ist die westliche Welt offensichtlich orientierungslos in eine Fülle von illusionären Blasen getappt. Das so lange determinierende Ost-West- Feind- Schema wurde durch einen dämonisierten Terrorismus ersetzt, der durch schwere strategische, wirtschaftliche und politische Fehler des Westens erst zu der Bedeutung aufgeblasen worden ist, die er in und nach der Bush- Ära erlangte. Die völlig überzogenen Erwartungen an die Technik des Internet - die „DotCom-Blase“ führte zu schweren wirtschaftlichen Verwerfungen, die nahtlos durch obskure Finanzmanipulationen ergänzt wurde. Als Konsequenz aus diesen globalen Illusionen, die nacheinander zerplatzten, ohne dass sich etwas wie Lerneffekte gezeigt hätten, hat sich eine globale Wirtschaftskrise entwickelt, die zumindest die USA und Europa in erheblichem Maß durch extreme Schulden in ihrem politischen Spielraum lähmt. Gesellschaftliche Verwerfungen im Sinne einer zugespitzten Spaltung sind die Folge und werden weiter zunehmen. Der Gestaltungsspielraum ist gering, ohne dass Rezepte zum Gegensteuern sichtbar wären. Im Gegenteil. Heute schlägt eher die Stunde der Populisten, die in der schwelenden Krise ihr eigenes Süppchen kochen.

Aber selbst in simplen technologischen Fragen wie der Überwindung des klimatisch bedenklichen Verbrennungsmotors zeigen sich nicht einmal ansatzweise produktive Ideen. Statt tatsächlich bahnbrechender Neuerungen baut man weiter auf eine mehr als hundert Jahre alte Technik und laviert damit vor sich hin- wohl wissend, dass die Klima- Bedingungen sich stetig verschlechtern. Das Lavieren ist,wenn man der Wikipedia- Definition vertraut („das taktische, berechnende Abwägen von Vor- und Nachteilen zwischen u.U. widerstreitenden Interessen bzw. das Ausweichen vor Entscheidungen gegenüber potentiellen Verbündeten und/oder Gegnern“) geradezu generell das Herzstück etwa Merkelscher Politik.

An diesen Beispielen zwischen Geistlosigkeit und Illusion lässt sich meines Erachtens erkennen, dass Sterling mit seiner Diagnose einer „Dekade der Stagnation“ völlig richtig liegt. Rezepte hat auch er nicht.
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Karls Frühling



Wahrscheinlich hatte er schon als junger Mensch neben den unvermeidlichen Rockkonzerten, den verrückten Reisen nach Amsterdam und London und dem Studium eines Buches von Sri Aurobindo einfach zu viel Novalis gelesen. Für Karl war die Romantik kein Klischee und keine Kunstepoche, sondern eine Betrachtungsweise.

Hingebungsvoll sah er den Frühlingsmond im Fenster. Es hätte in diesem Moment nur dieser Mond sein können, diese Form, dieser Ausdruck: Eine blasse, schmale Sichel, die nur den unteren Rand des Mondes zeigte und daher wirkte wie eine Schale. Einen Augenblick lang war es Karl, als stünde er in der Stille. Es war Mitte Februar und für die Jahreszeit viel zu kalt. Auch die am Morgen und gelegentlich auch im Laufe des Tages trällernden melodiösen Schlenker der Vögel, die in ihrem Klang weite Räume umfassten, wirkten, als wollten sie den scharfen, kalten, aber lockenden ersten Frühlings- Sonnenstrahlen eine Schale bauen.

Die Stimmung am Himmel wie in den kahlen Bäumen war in Erwartung getaucht. Unter dem Schnee, der langsam schmolz, fühlte Karl das rege Leben, Würmer und Wurzeln. Aus den Teichen, auf deren Oberflächen das Eis nur mühsam wich, trat der intensive Geruch von moderndem altem Laub aus. Im Wald wühlte Karls Hund im Boden, wo ihn der aufsteigende pilzige Duft reizte.

Einen Augenblick lang war es Karl, als stünde er in der Stille. Die Natur trat auf ihn zu und in ihn ein. Sie war innerlich ganz ineinander abgestimmt, ein gleich klingendes Wollen. Karl rauchte noch eine Zigarette, dann schloss er das Fenster.
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Zur ganzen Erzählung, die mit diesem Abschnitt fortgeführt wird..
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Ergin: Abschied vom Winter

Die Kölner Anthroposophin und Künstlerin Ergin (hier der Kontakt zur Künstlerkollegin Iris Stephan) wird in der nächsten Zeit einige ihrer Bilder präsentieren- zunächst eine Gouache zum Thema Winter. Eine vergrösserte Version kann hier angesehen werden.


Blau ist der Glanz der Seele.

Die Seele lotet die Tiefen
ihrer Sehnsucht aus.

Sie bildet Innenraum.

Sie atmet ein und aus.

Sie strebt zum Weiß, dem
seelischen Abbild des Geistes.

Schwarz bremst das Blau aus.
Läßt es zur Ruhe kommen.

Es gibt dem Blau Gestaltung und
Formwillen.

Winter - Erstarrung und Auflösung.

(ergin 1/2010)
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Keyword bei Google

Da sich Hans-Dieter und ich gerade darüber ausgetauscht haben, möchte ich mal das posten, was User bei Google eingaben, um damit bei den Egoisten zu landen. Ich nehme das mal als Spiegel der Interessen anthroposophischer Nutzer. Mit insgesamt fast 8 % liegt das Thema „Judith von Halle“ vorne. Es werden anscheinend in breitem Umfang und seit langem auch kritische Beurteilungsstandpunkte gelesen, um das eigene Urteil zu entwickeln oder zu überprüfen. Aber von den absoluten Zahlen her wird am meisten „Reigna Reinsperger“ gesucht- die Qualität ihrer Arbeiten setzt sich allmählich durch. Erstaunt bin ich über das grosse Interesse an „Norbert Kricke“, dem Düsseldorfer Künstler, den Regina vorgestellt hat.

Verschiedene Persönlichkeit werden in ihrer Beziehung zu den Egoisten gesucht (oder überprüft), wie Frank Hörtreiter, Thomas Meyer, Felix Hau, Jelle van der Meulen, Hermann Keimeier, Peter Tradowsky, Raymond Zoller, Renate Riemeck und Elisabeth Klein.. Aber auch der „Sonnengesang Rudolf Steiner“- ein meditativer Text- wird häufig gesucht, ebenso wie die Erzengel und was Steiner zu Wolkenbildung gesagt haben mag (oder eine entsprechende metaphorische Ausdrucksweise bei den Egoisten). Zu dem Kreis der in Bezug auf die Egoisten Gesuchten gehören noch Andrew Cohen, Mieke Mosmuller, Sergej Prokofieff, Otto Ohlendorf und Friedrich Benesch. So weit das.
Ansonsten wird viel und breit nach meditativen Begriffen gesucht- bis hin zum knappen, aber prägnanten „Höheres Selbst“. Nicht verschwiegen werden soll aber, dass an den Grossen Google - das moderne Informations- Orakel- auch ernsthaft und hundertfach Fragen gestellt werden wie „Michael Eggert luziferisch?“ Man kommt auf eine scherzhafte biografische Skizze über mich und von mir.
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Hans- Peter Dieckmann: Das reine Denken

Damit das Denken der Ruhe (und jeder anderen Idee) als reines Denken verlaufen kann, muss man es zugleich von seinen schon veranlagten Emotionen, Begehren, Trieben und Instinkten unabhängig halten. Man bewegt das reine Denken eben aus der Klarheit voll durchschauter Gedanken, wobei nur noch ein höheres Fühlen und Wollen mitwirken. Die Unabhängigkeit von seinen schon veranlagten Emotionen, Begehren, Trieben und Instinkten sollte nach meiner Erfahrung ohne jede Unterdrückung angestrebt werden, wobei man zunächst auf mehr Achtsamkeit im Umgang mit ihnen und später auf ihre Reifung zielt. Die Denkeinsichten bilden dafür einen wirksamen Ansatz. Das reine Denken verläuft außerdem frei von jeder Sprache. Solange man sich etwa das Wort Ruhe innerlich vorsagt, betätigt man sich nicht ausschließlich geistig, sondern benutzt ein wenig seine Sprachorgane und legt die Ruhe-Idee eventuell auf eine bestimmte Sprachauffassung von ihr fest.

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Siehe auch die Seite von Hans-Peter Dieckmann bei den Egoisten und
den Themenschwerpunkt „Meditation“
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Die Stille



Wie es Freunde des Windes, des Wassers und des Feuers gibt, so gibt es Liebhaber der Stille. In bestimmten Lebensaltern hat man mit Bestimmtheit mit Wasser, Sturm oder Feuer zu tun (wahrscheinlich mit allem Elementaren), aber die Stille entdeckt man nicht von allein. Eigentlich ist sie es, vor der man sich ständig fürchtet. Falls es so aussieht, als ließe sich die Begegnung mit ihr nicht mehr vermeiden, füllt man sie mit Inhalten wie Gefühlen. Man erlebt die Stille nicht, man gleitet an ihr vorbei, man hat einen schlechten Tag. Lieber alles andere erleben als diese Stille, denkt man. Man kommt in ihr an die Grenze, an der man das Nicht-Sein erfährt. Nicht zu sein ist der Schrecken schlechthin.
Wer in sie eintritt, weiss, dass er wie Alice im Wunderland in ihr sich neu erfahren kann. Es ist nicht die bis in die Spitzen geformte Persönlichkeit, sondern mehr der durchdringende Basston, der das eigene Sein ist oder ihm entstammt. Erst in der Stille ist der eigene Ton vernehmbar.

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"Geistige Dekadenz"

„Wenn man sich also der berühmt-berüchtigten Anfänge erwehren will, wenn es also in Deutschland tatsächlich eine Dekadenz geben sollte, über die man jetzt dringend reden müsste, dann ist es die des Geistes, die in Guido Westerwelles Worten ihren schamlosen Ausdruck gefunden hat.“

Es hat wohl selten eine derart vernichtende Kritik an einem Aussenminister nach gerade 100 Tagen im Amt gegeben. Der politische Suppenkasper wird abgewatscht.
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Talent

„Ich hatte ein Talent zur Absurdität, und ein Talent wirft man nicht weg.“

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Saul Bellow, Humboldts Vermächtnis, Köln 2008, S. 67
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Afterlife

In seinem Filmprojekt „Afterlife“ beschäftigt sich der Künstler Auger Loizeau in einem etwa dreiminütigen Schnelldurchgang mit den Konzepten der Menschheit zum Leben nach dem Tod:

„When faced with our own mortality or that of a loved one, notions of what the afterlife may hold; whether it be in a spirit world such as heaven or reincarnated into another body or form, spiritual faith can offer great comfort and reassurance.“ Diese tröstlichen Aussichten sind allerdings durch ein Zeitalter der Wissenschaft und Technologie weitgehend eliminiert- im 20 Jahrhundert hat man sich - quasi als post- ägyptisches, materialistisches Abbild- mit „Cryonics“ beschäftigt- einer Methode, die Leichname eingefroren aufzubewahren. Technologie wird hierbei zu einer materialistischen Quasi- Religion: „cryonics - freezing the body of the recently deceased in the hope of later restoring it to life with the help of future technological advances. But as religion demands unquestioned faith in its believers, cryonics demands a similar faith in the progression of technology.“
Loizeau treibt die Sache auf die Spitze und damit ins Absurde. Er schlägt sarkastisch, aber feierlich vor („Shine on Dad“), die postmortale Energie doch zum Auffüllen von Batterien zu verwenden.


Das Lachen bleibt einem im Halse stecken.
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Thomas Reinsperger: Nachtodliches Leben und Reinkarnation in Buddhismus und der Anthroposophie



„Ich berufe mich auf meine Notizen von obigem Vortrag und auf den im Internet veröffentlichten Artikel: „Was geschieht, wenn wir sterben“ von Geshe Pema Samten, übersetzt von Oliver Petersen.

Der Sterbevorgang beginnt schon in den letzten Tagen des irdischen Lebens. Die vier Elemente die den menschlichen Körper bilden, beginnen sich schon zu Lebzeiten aufzulösen. Damit sind die alten Elemente Erde (das Feste), Wasser (das Flüssige), Feuer (die Wärme) und Luft, Windenergie (das Bewegende) gemeint.

Das Erdenelement löst sich in das Wasserelement auf, der Sterbende nimmt in einer Art Fata Morgana wahr, als ob Sommerhitze auf einer Straße flimmern würde und seine Kraft lässt nach. Das Wasserelement löst sich dann in das Feuerelement auf, der Sterbende nimmt eine innere Erscheinung von Rauchschwaden wahr, er hört nicht mehr gut und seine Körperflüssigkeiten trocknen aus. Löst sich das Feuerelement im Windelement auf, nimmt der Sterbende das innerlich als „Glühwürmchen“ oder Funkenflug war. Der Körper wird kälter und die Verdauungsfunktion fällt aus. Zuletzt löst sich das Element des Windes in das Element des Bewusstseins auf. Der Sterbende nimmt dies als ein flackerndes Kerzenlicht war. Er kann sich jetzt nicht mehr bewegen, die fünf Sinnesorgane funktionieren nicht mehr. Die Atmung setzt aus. Hier würden die Ärzte nun den Hirntod diagnostizieren. Die geistige Sinneskraft bleibt aber in subtiler Form erhalten und lässt den Sterbenden innere Visionen erscheinen.“

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Tom Mellett: Bert Hellingers Ode an Adolf Hitler

Aber derzeit möchte ich ein sehr aufschlussreiches Gedicht von Bert Hellinger bringen. Im vor kurzem hier erschienenen Beitrag über die sexuellen Missbräuche bei der Canisius-Kolleg hat Jo etwas über Bert Hellinger kommentiert. Mir ist sehr wohl bewusst, dass eine große Kontroverse ihn wegen seiner Einstellung zur echten Verantwortlichkeit in den Lagen von Inzest und anderen „aus dem Täter-Opfer Gleichgewicht“ sexuellen Beziehungen verfolgt.



Aber dieses Gedicht ist noch einmal nachzulesen, weil es seine Einstellung zu Adolf Hitler entlarvt. In 2006 habe ich dieses Gedicht für die amerikanische „Constellation“- Gemeinschaft ins Englische übersetzt.

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Grüße aus dem Devachan

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Rudolf Steiners Einflüsse auf Kunst und Design

Von Regina Reinsperger

In Kürze wird es eine Ausstellung des Vitra Design Museums in Weil am Rhein in Kooperation mit dem Kunstmuseum Wolfsburg und dem Kunstmuseum Stuttgart geben. Das Kunstmuseum Wolfsburg präsentiert vom 13. Mai bis 3. Oktober 2010 die Ausstellung: „Rudolf Steiner – Die Alchemie des Alltags“ und zeitgleich die Ausstellung „Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart“. Die Ausstellung wird dann vom 5. Februar bis 22. Mai 2011, also im Gedenkjahr zum 150. Geburtstag Rudolf Steiners im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen sein und ab November 2011 im Vitra Design Museum.
Das Vitra Design Museum schreibt in seiner Ausstellungs-Ankündigung folgende lesenswerte Zeilen:

„ Rudolf Steiner gilt als einer der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Reformer des 20. Jahrhunderts. Er gründete die Waldorf-Schulen und trat für ein ganzheitliches Menschenbild ein, das heute in vielen Formen unseren Alltag prägt – ob in Biokosmetik, einem gesteigerten Umweltbewusstsein oder in Produkten aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft. Steiner inspirierte Künstler wie Piet Mondrian, Wassily Kandinsky oder Joseph Beuys, gilt als Begründer der „organischen Architektur“ und entwickelte selbst im Möbeldesign eine einzigartige Formensprache. Mit der Ausstellung „Rudolf Steiner-Alchemie des Alltags“ hat das Vitra Design Museum die erste große Retrospektive über diesen universellen Denker und Künstler realisiert.“

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Wenn das Kerzlein brennt

Im Spreeblick berichtet als Blogger ein ehemaliger Schüler des jesuitischen Canisius- Kollegs:
„Erinnern kann ich mich jedoch sehr gut an das Erwachen unserer Sexualität. Wir waren vielleicht 13, 14 Jahre alt und gerade dabei, unsere eigenen Körper zu entdecken. Zu dieser Zeit gab es merkwürdige Berichte einiger Mitschüler, die Stammbesucher des Nachmittagsklubs an der Schule waren. Sie hatten eine Kerze als Geschenk von einem Pater erhalten, welche die Schüler jedesmal dann anzünden sollten, wenn sie onanierten. Die benutzte Kerze sollten sie später wieder mit den Club bringen, der Pater würde im persönlichen Gespräch klären, ob sie sich zu oft angefasst hätten.“
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Das Slow Media Manifest

Auf der Suche nach einer zeitgenössischen Konzeption für nachhaltige Internet- Medien (zum Beispiel ein Blog) ist das „Slow Media Manifest“ entstanden. Für Webmaster und aufmerksame Nutzer ist das ein interessantes Instrument, um für die Qualität von Blogs Massstäbe zu entwickeln. Implizit enthalten ist auch ein Blick auf den mündigen Netzbürger. Nehmen wir als Beispiel dafür mal einige Punkte des Manifests heraus:

6. Slow Media sind diskursiv und dialogisch: Sie suchen ein Gegenüber, mit dem sie in Kontakt treten können. Die Wahl des Mediums ist dabei zweitrangig. Das Zuhören ist bei Slow Media ebenso wichtig wie das Sprechen. “Slow” bedeutet hier: aufmerksam und zugewandt sein und auch eigene Positionen aus einer anderen Perspektive betrachten und hinterfragen zu können.

7. Slow Media sind soziale Medien: Um Slow Media bilden sich lebendige Gemeinschaften oder Stämme, gleich ob es sich um einen lebenden Autor handelt, der mit seinen Lesern in den Austausch tritt, oder einen verstorbenen Musiker, um dessen Musik sich eine aktive Deutungsgemeinschaft bildet. So fördern Slow Media die Vielfalt und respektieren kulturelle und lokale Besonderheiten.

8. Slow Media nehmen ihre Nutzer ernst: Slow Media treten ihren Nutzern selbstbewusst-freundschaftlich gegenüber und haben ein gutes Gespür dafür, für wieviel Komplexität und Ironie ihre Nutzer bereit sind. Slow Media sehen weder belehrend auf ihre Nutzer herab noch begegnen sie ihnen unterwürfig-anbiedernd.


Ein solches humanistisches Manifest ist auf dem Hintergrund der heutigen Bedeutung des Internet, was die Masse der Kommunikation betrifft, zu betrachten. 2009 gab es 234 Millionen Websites insgesamt, aber 47 Millionen waren allein in diesem Jahr neu entstanden. 1,73 Milliarden Menschen der Weltbevölkerung nutzen das Internet, was einer Steigerung von 18% in diesem Jahr entspricht. Es existieren 1,26 Millionen Blogs. 4 Milliarden Fotos sind bei Flickr gespeichert.

So wird es Zeit, angesichts eines wuchernden Mediums über Qualitätskriterien nachzudenken.
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Claude Monet (1840 – 1926) – Maler der Lichtstimmungen

Von Regina Reinsperger


Im Von der Heydt - Museum in Wuppertal läuft noch bis zum 28. 02. 2010 eine außergewöhnlich große Überblicksaustellung über das Gesamtwerk des bedeutenden Impressionisten Claude Monet, das in Deutschland bisher noch nie gezeigt wurde.
Auch Monet war ein Maler des Lichtes. Auch er malte, wie Jawlensky, Serien. Seine erste Serie von 1889-1892 zeigt Bilder von mit Heu abgedeckten Getreideschobern, die er bei einem Spaziergang entdeckte und dann in unterschiedlichen Lichtverhältnissen der Tages- und Jahreszeiten malte. Dies wiederholte er mit den Bildern der Pappel-Allee-Serie und den Bildern der Kathedrale von Rouen. In diesen Bildern versuchte Monet die Atmosphäre und Veränderungen des Lichtes darzustellen, die Bildgegenstände treten dabei jedoch in den Hintergrund. Am bekanntesten ist die Serie seiner Seerosenbilder geworden. Hier malte er über 30 Jahre immer wieder den Seerosenteich in seinem Garten. (Er beschäftigte einen Gärtner allein zur Pflege seiner Seerosen.) Im Gegensatz zu den früheren Serienbildern sind in diesen Bildern auch die Bildgegenstände, die Seerosen, wichtig: Monet beobachtete, welche Farben ihm das Leben und Wachstum seiner Seerosen zeigte und ihm gelang, angeregt durch die genaue Beobachtung des Zusammenspieles von Licht und Wasser, Farben und Pflanzen-Leben des Seerosenteiches, die Perspektive und die realen Formen zu verlassen und die Schwelle zur „Abstraktion“ zu überschreiten. Er wurde durch seine Arbeit Wegbereiter für die abstrakte Kunst des 20. Jahrhundert.
„In der Hinführung vom Frühwerk über die Zeit, in welcher er sich an die Meister von Barbizon anlehnte, dann die hohe Zeit der impressionistischen Bilder, wird das alle Maßstäbe sprengende Spätwerk umso klarer hervortreten“ schreibt das Museum auf seiner Internetseite über die Ausstellung. Wer kann, sollte sich also diese Gelegenheit, das Gesamtwerk eines Wegbereiters der abstrakten Kunst zu sehen, nicht entgehen lassen.
Quellen: Der sehr lesenswerte Wikipedia-Lexikon-Artikel: „Claude Monet“ mit link auch zur Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum Wuppertal.
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Das Wabern im globalen Dorf


Quelle des Bildes

Vielleicht ist es Zeit, sich einmal wieder mit dem frühen Theoretiker Marshall McLuhan zu beschäftigen, der klug, aber etwas drastisch angesichts der neuen elektronischen Medien über deren Einfluss auf den Menschen gedacht hat. Für ihn fand die elektronische Revolution schon in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts statt, eine Revolution („For the past 3500 years of the Western world, the effects of media — whether it’s speech, writing, printing, photography, radio or television — have been systematically overlooked by social observers.“), die eine schockartige, unkontrollierte und unmittelbare Erweiterung der menschlichen Sinne und Kommunikation mit sich bringen würde, aber auch die Gefahr einer kollektiven und globalen Gleichschaltung.

Das Ganze ist inzwischen - 50 Jahre später- zwar tatsächlich eingetreten- einschließlich der Gleichschaltung via globaler kultureller Events, TV- Shows und Internet- Medien, hat aber doch nicht zu dem kollektiven Identitätsverlust geführt, den McLuhan befürchtet hatte: „In the past, the effects of media were experienced more gradually, allowing the individual and society to absorb and cushion their impact to some degree. Today, in the electronic age of instantaneous communication, I believe that our survival, and at the very least our comfort and happiness, is predicated on understanding the nature of our new environment, because unlike previous environmental changes, the electric media constitute a total and near-instantaneous transformation of culture, values and attitudes. This upheaval generates great pain and identity loss, which can be ameliorated only through a conscious awareness of its dynamics. If we understand the revolutionary transformations caused by new media, we can anticipate and control them; but if we continue in our self-induced subliminal trance, we will be their slaves.“
Aber die Abhängigkeit des Menschen von diesem Medium ist- auch in wirtschaftlicher Hinsicht- heute mehr und mehr eine Tatsache. Die Grundgedanken McLuhans sind hier in einem Interview mit dem Playboy nachzulesen- eine Vision aus dem Jahr 1969.

Natürlich ist die Erweiterung der Sinne und des Leibes durch diese Medien heute festzustellen, die McLuhan so beschrieb: „Alle Medien sind Ausdehnung menschlicher Fähigkeiten – seien sie psychisch oder physisch. – Das Rad ist eine Ausdehnung des Fußes. Das Buch ist eine Ausdehnung des Auges, Kleider sind eine Ausdehnung der Haut, die Medien unserer Zeit sind eine Ausdehnung des Zentralnervensystems. Indem Medien die Umwelt verändern, schaffen sie in uns eine ganz bestimmte Konstellation sinnlicher Wahrnehmung. Die Ausdehnung nur eines Sinnes verändert die Art, wie wir denken und handeln, die Art, wie wir unsere Körper wahrnehmen. Wenn diese Verhältnisse sich wandeln, wandelt sich der Mensch.“ (Quelle Blogpiloten) Aber der Mensch wandelt sich nicht nur, er integriert auch die neuen Fähigkeiten. Vor allem ändert sich auch die Verantwortlichkeit des Einzelnen. Die aktuelle Katastrophe in Haiti mobilisiert durch die Medien ein globales Gefühl dafür, verantwortlich zu sein. Das gilt aber nicht unbedingt für den Obdachlosen, der Tag für Tag vor dem Bäcker sitzt, bei dem ich meine Brötchen hole. Der ist halt noch nicht medial präsentiert und vermarktet.

Es sind nicht nur die integren Berichte über Katastrophen in aller Welt, nicht nur die musikalischen Mega- Events, nicht nur die grassierenden Gerüchte und albernen Verschwörungstheorien, die durchs Internet wabern, was in diesem Zusammenhang auch einen Bezug zu Rudolf Steiner herstellt. Ich finde dieses seltsame - von Regierungen uniform gepuschte - Angstsyndrom so auffällig, sei es nun vor Klimakatastrophen oder vor Hühner-, Schweine- und Ziegengrippe- Epidemien. Gerne und breit werden Untergangsszenarien aller Art verbreitet. Vielleicht illustriert so etwas Rudolf Steiners mehrfach und drastisch geäußerte Bedenken vor der von ihm so genannten „Öffentlichen Meinung“: „Die öffentliche Meinung ist weniger wert, als was sich der einzelne als Meinung, wenn er fortschreitet, erringen kann. Sie ist untermenschlich.“ (GA 141, Seite 134).

Hier, meint Steiner, sind die Dämonen der heutigen und künftigen Zeit wirksam. Das „globale Dorf“ (ein Begriff von McLuhan) wird heute von Szenarien durchwabert, deren negative Energien er „luziferische“ nennt: „Und sie wirken in einer verschwommenen, durcheinanderflutenden Gedankenmacht der öffentlichen Meinung. Man versteht auch die Funktion der öffentlichen Meinung nur, wenn man weiß, dass sie in dieser Art in die Menschheit hineinkommt.“ (GA 141, Seite 128). So weit muss man natürlich nicht gehen. Man kann es durchaus dabei belassen, die drohende Uniformität im globalen Dorf, die durch weltweite, manchmal gut gemeinte Kampagnen angestossen wird, mit Interesse und einiger Verwunderung als die Schattenseite des heute technisch möglichen globalen Dialogs zu betrachten.
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