Mär 2010

Der Todestag Rudolf Steiners

Die WDR- Radio- Sendung „Zeitzeichen“, die übrigens auch per Podcast regelmäßig auf dem Computer zu empfangen ist (unabhängig von den Sendezeiten), erinnert an den 30. März, den Todestag Rudolf Steiners.

Der Beitrag der Autorin Helene Pawlitzki wird am besagten Tag um 9.05 Uhr im WDR5 zu hören sein. Ein wenig hat Rudolf Steiners manchmal eigensinnige Sprachwahl auch schon auf den WDR abgefärbt, der in der Anthroposophie eine der „wirkmächtigsten“ esoterischen Richtungen sieht. In normalem Deutsch sagt man vielleicht „einflussreich“.

Für die, die den WDR nicht empfangen können, bietet sich der Podcast an - oder ein Mithören im Internet (für Windows).

Dank an Ute Reifenberg für den Hinweis!
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Von Schafen und Hirten

„Müsste man nicht fragen, wie es zu dieser Hybris des Religiösen gegenüber dem Kulturellen kommen konnte, statt die Kultur unter Verdacht zu stellen, wenn es im Haus der Kirche brennt? Man fragt sich, ob es nicht neben der Sache liegt, wenn der Papst bei der Erörterung des Missbrauchsthemas die „rasche Transformation und Säkularisierung der Gesellschaft“, den „schnelllebigen sozialen Wandel“ beklagt. Ist es nicht umgekehrt die Struktur der säkularen Öffentlichkeit, die zu einer Ächtung der Pädophilie geführt hat, bis auch die Kirche nicht anders konnte, als sich dem lange tabuisierten Thema zu stellen?“
Christian Geyer, „Falsches Pfingsten“, FAZ 22. März 2010, Seite 27

Ja, die säkulare, „materialistische“ Öffentlichkeit und Kultur der Gegenwart ist es, die auch in diesem Fall die moralischen Massstäbe setzt und diese ausgerechnet von der Kirche einfordert. Die einfältige Strategie des Papstes, genau diese Gegenwart zum Sündenbock machen und so denunzieren zu wollen, wird nicht nur nicht aufgehen: Sie zeigt auch, dass diese Kirche sich nicht bewegen will oder kann.
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Ergin: Ostern

Rot, der Glanz des Lebens,
strahlt von den Seiten in
das Bild herein.

Grün, als Abbild des Lebendigen
im Totenreich, drängt sich
von unten und oben
ins Farbgeschehen.

Die Mitte erfüllt sich mit
Gelb/Lila und Weißgrau,
nach oben steigend.

Das schwarze Viereck,
geistiges Bild des Toten,
hält die auseinander strebenden
Tendenzen zusammen.
Es gibt Halt, Festigkeit,
Selbstbehauptung und Formkraft.

-
Ein Versuch, das Osterereignis
als Farbbewegung neu erstehen zu lassen.

(ergin 1/2010)
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Die Kölner Künstlerin Ergin (Kontakt) präsentiert wiederum eines ihrer Bilder. Zur Gross-Ansicht hier klicken.
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Die grosse Armuth

„Ganz von selbst ist es gekommen, dass ich diesen ganzen deutlichen und aufwandvollen Frühling mit der sachlichen und stillen Aufmerksamkeit, die mein Schauen immer mehr annimmt, rein botanisch aufnahm und lernte, dass mich seine Bewegungen und Stimmen und der Aufflug und Zug seiner Vögel ganz sachlich interessierte, ohne dass ich jemals ihn als Ganzes, Lebendiges, Geheimnisvolles empfand, als Seele, die an meine Seele lebend grenzte.

Ich konstatierte Einzelheiten und, da ich bisher so wenig beobachtet habe und im einfachen Schauen, wie in so vielem, Anfänger bin, - befriedigte mich solche Beschäftigung, in der es zu Fortschritten kam. Geschah es aber, dass ich einmal von dem Ganzen etwas erwartete oder brauchte, so schloss ich mich auf und ging leer wieder zu und hungerte tief. Wie in einer Lunge in einem verbrauchten Raum, so wurde es meiner Seele schwer in einer erschöpften Welt in die mit dem Frühling nichts Neues kommt, nichts Weites und Unabsehbares. Die grosse Armuth fühlte ich, die im Reichsein liegt: wie bei uns eine Blume, eine erste Blume, die ringt und kommt, eine Welt ist, ein Glück, an dem theilzunehmen unendlich gut macht, - und wie hier Heerden von Blumen kommen, ohne dass sich etwas rührt in Einem, ohne dass etwas theilnimmt und sich verwandt fühlt und im anderen sich anfangen ahnt.“

Rom, 12. Mai 1904
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Rainer Maria Rilke - Lou Andreas-Salome: Briefwechsel Zürich 1952
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Wayback


Die Egoisten- Seite (früher auch „Anthros-online“) besteht in dieser Form seit 1996. In den Internetarchiven wie Wayback Machine (man kann natürlich dort nach jeder Website suchen) findet man noch Beispiele aus dieser Zeit, bis zurück ins Jahr 2000. Vor 1996 hatte ich zwei Seiten, eine mehr literarisch- künstlerische, eine vor allem mit Artikeln von mir, die in Die Drei erschienen waren. Das Meiste ist heute veraltet und mir mehr oder weniger peinlich. Ich habe auch keine Lust mehr, aufwändig konstruierte Vorträge zu halten oder klassische Aufsätze zu verfassen. Das Aphoristische liegt mir heute meist mehr. Das Medium selbst hat seinen Teil dazu beigetragen, der Wunsch, das Bloggen zu pflegen und nicht nur Artikel ins Netz zu setzen, aber auch direkt in Kontakt mit den Lesern treten zu können. Als ein Beispiel für die damals spitzen Sachen von mir habe ich „Anthro- Society“ nochmals neu eingepflegt. Keine Ahnung, ob man heute noch Typen wie „Monika aus der Schwitzhütte“ treffen kann:

„Und Monica, die auch auf Schwitzhütten und Indianermystik steht.
Sie hat schon wieder ein Kind, aber auch einen neuen Freund.
Neulich war sie auch im Zweig, aber da waren nur alte Leute, die hatten von Indianermystik keinen Schimmer. Monica hat sich auf den Stuhl gesetzt, im Schneidersitz, und ihnen mal klargemacht, dass die Anthroposophen das ja erst seit 60 Jahren machen, aber die Indianer seit 20000 Jahren.
Die ganze Sache hat Monica ein bisschen fickerig gemacht, aber nicht weil die alten Herren so glotzten, sondern weil es so total ungeil war. Sie hat aber alle trotzdem zum Saunazelt eingeladen, aber sie haben gesagt, sie wüssten noch nicht, ob sie kämen. Vor allem die Generalin war echt komisch drauf.“
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Der Wind auf den man bauen kann

Manchmal erschien es Karl, als stünde er in einem Gegenwind- ein kühler Wind, der ihn fast physisch berührte und bedrängte, aber selbst nichts körperliches hatte, nichts, was zu hören oder zu sehen gewesen wäre. Er drängte auch nirgendwo hin, denn er entsprang der Stille und führte auch wieder zu ihr hin.

Der Wind, der keiner war, wurde Karls ständiger Begleiter. Es kam so weit, dass Karl ihn sich herbei wünschte, wenn er in Entscheidungen stand, in schwierigen Situationen, wenn er unter Druck stand und vielleicht in Verhaltensmuster zurück gefallen wäre, mit denen er sich das Leben lang genug selbst schwer gemacht hatte. Der sanfte Wind war ein guter Begleiter.

Allmählich lernte Karl, dass der Wind auch Forderungen stellte. Karl dachte an Madeleines unbedingte Aufrichtigkeit. Der Wind duldete keine schiefen Positionen, in die man sich stellen mochte. Vielleicht blies er auch allmählich Karls schroffe Kanten ab- eine Art innerer Erosion. Das war immerhin eine Hoffnung, wenn auch unwahrscheinlich.

Aber Karl musste auch lernen, dass der kühle Wind verschwinden konnte. Er hatte sich geirrt. Er hatte gedacht, der Wind sei inzwischen zu seinem Eigentum geworden. Karl hatte sich auf ihn verlassen. Aber es gab neue Nachrichten, die Karl in den Ohren klingelten. Es gab Umstände, die so laut und schmerzlich waren, dass Karl die Stille verlor. Er hatte vergessen, dass man den Boden unter den Füßen verlieren kann. Es ist ein Fehler, wenn man es so weit kommen lässt. Denn wenn der Wind still steht, gelingt gar nichts mehr. Das Glück wendet sich ab, als hätte es einen nie gekannt. Es ist, als ginge man plötzlich wie ein Fremder durch sein Leben. Man kann nicht glauben, dass das möglich ist. Aber wer vom Wind verlassen ist, hat nichts mehr, auf das er bauen kann.

Wer vom Wind verlassen wird, kann nur warten. Aber vielleicht ist das schreckliche Warten nichts anderes als die Abwesenheit des Windes, der unterwegs abhanden kam. Man darf sich im Warten nicht einrichten, selbst wenn jede Änderung des prekären Zustands als, vernünftig gesehen, unwahrscheinlich gelten muss. Wer den Wind kennt, weiss eigentlich, dass dieser eigene Wege geht und einen dort erwartet, wo man nicht gewartet hat.

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Ein weiterer Baustein zur Internet- Erzählung „Karls Jahr
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Buddha vers. Christus

„Niemals wird von irgendeinem, der aus dem Quell der Rosenkreuzer-Weisheit und -Forschung heraus spricht, gesagt werden, dass irgend etwas bekämpft werden soll vom Inhalt der Schriften des grossen Buddha, dass irgend etwas nicht wahr sei in den Schriften des grossen Buddha. Jeder, der aus dem Quell der Rosenkreuzerei heraus spricht, teilt die Überzeugung Buddhas und der gesamten östlichen Weisheit, keine negiert er. Er sagt: Jawohl, was du, grosser Buddha, durch deine Erleuchtung in deinem Inneren geschaut hast von den grossen Wahrheiten vom Leide des Lebens, es ist restlos wahr; wahr ist es bis zum letzten Häkchen und Jota. -

Nichts, aber auch gar nichts wird davon genommen. Es bleibt alles stehen. Und gerade aus dem Grunde, weil alles stehen bleibt, weil es wahr ist, was Buddha gesagt hat, dass Geburt Leid, Krankheit Leid, Alter Leid, Tod Leid und so weiter ist, deshalb ist uns der Christus- Impuls jenes mächtige und wichtige Heilmittel - weil er es ist, der dieses Leid aufhebt, weil es eben wahr ist, dass die Leiden da sind, wenn nicht ein grosser Impuls die Welt darüber hinaus hebt.

Warum hat Christus gewirkt? Weil Buddha die Wahrheit gesprochen hat.“

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Rudolf Steiner, „Geistige Hierarchien“, Düsseldorf, 12. 04. 1909, vormittags
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Was treibt eigentlich Klingsor so zur Zeit?

Tiny-Mundo weiss die Antwort:

„Klingsor hält sich in einer gegenwärtigen Inkarnation gut getarnt in anthroposophischen Zusammenhängen auf und zieht dort seine schwarzmagischen Kreise, denen schon eine ganze Zahl ihm verbundener Menschen zum Opfer gefallen sind. Sein Wirkungsschwerpunkt ist Berlin, doch nicht mehr lange. Mit einem Ende ist noch in diesem Sommer zu rechnen.“

Das grenzt die Sache doch schon ein. Wir haben in Berlin bisher nur den Grafen von Saint-Germain getroffen..
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Verkündigung

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Klagegesang der Bischofskonferenz


und nicht einmal mehr die Kinder!
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Zombies & Demenz- Ein weiteres Buch Judith von Halles



In einem neuen Buch - „Die Demenzerkrankung. Anthroposophische Gesichtspunkte“- geht Judith von Halle, die wir an dieser Stelle schon mehrfach angesprochen haben, über ihre bisherigen thematischen Bezüge wie das Leben Jesu hinaus und widmet sich einem konkreten menschlichen Problem- eben der Demenz. Vielleicht stellt das ja, nachdem Frau von Halle nun auch im Goetheanum auftreten und vortragen darf, auch einen Schritt dar von der Wundererscheinung zur ernsthaften anthroposophischen Autorin. Natürlich ist das reine Spekulation.

Jedenfalls hat das Büchlein auch ein Geleitwort von Michaela Glöckler erhalten und darf somit mit einem gewissen wachsenden Wohlwollen rechnen- auch bei denen, die nicht unbedingt Freunde von Lichtnahrung und Stigmata sind.
Der eigentliche Anlass für Frau von Halles Betrachtungen waren Anfragen bezüglich einer speziellen architektonischen Gestaltung der Umgebung Demenzkranker. Leider geht die Autorin darauf nur kurz am Ende des Buches ein. Praktisch umsetzbar sind ihre diesbezüglichen Anregungen kaum, wünscht sie sich doch runde oder spiralige Räume, die von sehr wenigen Bewohnern in kleinen Wohngemeinschaften bewohnt werden sollen. Die Pfleger sollen nicht im Schichtbetrieb wechseln, sondern kontinuierlich für die Kranken da sein und mit ihnen leben. Das müsste dann wohl eine Art Ordensgemeinschaft sein, die sich nicht nur als medizinisches Personal versteht, sondern bereit ist, ihr eigenes Leben faktisch für die Aufgabe der Betreuung aufzugeben. Frau von Halle weiss sehr wohl, dass das idealistische Utopien sind.


weiter..
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Ingrid Haselberger: Der Winter kehrt zurück...

- Meine Erfahrungen mit der „dritten Nebenübung“-


Ich folge Steiners Anregung. Zu meiner Verwunderung ist es gar nicht besonders schwierig.
Statt ein muffiges Gesicht aufzusetzen, beobachte ich, was in mir geschieht. Was ist das eigentlich, was da in mir aufsteigt?
Dieses Unbehagen, das ich empfinde, kann eigentlich nicht nur durch Kälte und Schnee verursacht sein. Denn schließlich: den allerersten Schnee in diesem Winter habe ich wirklich freudig begrüßt, und mich auch über die anhaltende Kälte gefreut, sie sogar herbeigesehnt, damit die weiße Pracht nicht allzu schnell wieder dahin ist...

Was ist es also, das mich jetzt vor demselben Anblick unmutig und ungeduldig aufstöhnen lassen will?
Es hat wohl mit Enttäuschung zu tun. 
Ent-täuschung aber bedeutet, daß ich zuvor einer Täuschung erlegen war: ich hatte etwas erwartet, das nun doch noch nicht eingetreten ist. Ich hatte wohl empfunden, daß ich mir nach diesem langen Winter jetzt sofort einen hellen und warmen Frühling "verdient" hätte.
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Zum ganzen Text..
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Als das Licht wieder in die Stadt kam

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Foxconn

Natürlich erwarten wir Correctness allerorten. Wir wünschen uns eine ethisch verantwortlich geführte Welt um uns herum - politisch, ökologisch, genderspezifisch, sexuell, wirtschaftlich, finanziell. Wenn wir investieren können, wünschen wir ein Finanzprodukt, das statt atemberaubendere Rendite lieber ökologisch engagiert arbeitet. Das Essen soll -wenn es denn möglich ist- aus biologisch korrektem Anbau stammen. Auf Facebook startet eine korrekte Initiative nach der anderen, die Druck auf Erzeuger, Politiker und Journalisten wie Anne Will aufbauen soll. NIKE- Schuhe, in Kinderarbeit hergestellt, sind ein absolutes No-Go. Viele Firmen wie McDonald haben sich umgestellt und starten Gegenkampagnen, um gegenüber eventuellen medialen Angriffen gewappnet zu sein. Natürlich sind die Burger genau so fett und zuckrig wie zuvor, aber vegetarisch. So was macht zwar auch dick, aber zufrieden.

Andere halten sich an diese neue Correctness - Ethik nicht besonders. Nehmen wir zum Beispiel mal Apple, diesen Hort der Exklusivität, Ästhetik und Usability. In den letzten Jahren sind diese Produkte auch durch ihr Image massentauglich geworden. Sie repräsentieren ein Stück Zeitgeist. Produzieren lässt Apple allerdings ganz gewöhnlich beim chinesischen Hersteller Foxconn und anderen, und die haben einen doch sehr schlechten Ruf: „Now here’s something you don’t here much about when it comes to Apple’s products: their assembly. According to an article published by Macworld UK, the workers who assemble iPods are mainly female (because females are “more honest than male workers”) and earn as little as $50 per month, although they work 15 hours a day. The dormitories of one plant, located in Longhua, Shanghai, each house 100 people and do not permit visitors from the outside.“ Kasernenartige Einpferchungen von Apple- Arbeitern wurden schon vor drei Jahren gemeldet.

Immerhin reagierte Apple und strengte eine Untersuchung an: „Apple has begun a thorough audit of the manufacturing plant operated by Foxconn in Longhua, China, including employee working and living conditions, interviews of employees and managers, compliance with overtime and wage regulations, and other areas as necessary to insure adherence to Apple's supplier code of conduct, Apple said in a statement provided to Macworld .“ Apple startete eine Initiative, um die Umweltverträglichkeit seiner Produkte zu dokumentieren, zeigte hübsche chinesische Arbeiterinnen auf Fotos und formulierte gewisse ethische Grundsätze bei der Produktion. Foxconn kann sehr hübsch sein.

Journalisten werden aber, wenn sie sich dem Foxconn- Gelände nähern wollen, nach wie vor rüde abgehalten: „Reuters reported on Wednesday that one of its reporters had been roughed up by security guards outside the factory of Apple component supplier Foxconn in Longhua, China. It was yet another outrageous display of the extremism Apple has promulgated in its obsessive demand for secrecy.“ (Macworld) So wünscht sich die Macintosh- Gemeinde im gerade genannten Artikel doch nichts mehr, als dass Apple, statt Journalisten zu jagen, vielleicht doch lieber etwas Druck auf Foxconn ausüben möge, um die von Apple so schön aufgeführten ethischen Grundsätze wenigstens ein bisschen umzusetzen: „Could Apple do more to pressure Foxconn to be a kinder and gentler hardware manufacturer in a highly repressive country? Maybe. At least it does try, though not to hear Tennant tell it. Maybe Dell and all the other companies that use Foxconn could pressure it more, too.“

Ein frommer Wunsch. Billige Massenproduktion unter unwürdigen Umständen und ein gleichzeitiges High- Class- Image beim westlichen Konsumenten versprechen immer noch die beste Rendite. Vielleicht hilft ja eine Facebook- Kampagne.





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Die anthroposophische Fallgrube

Dass ich ausgerechnet den bis 1945 äußerst fragwürdigen Autoren und italienischen Anthroposophen Massimo Scaligero auch zur Kritik an der anthroposophischen Methodik heran ziehe, muss schon deshalb befremden, weil er in Deutschland nach wie vor kaum gelesen wird, sein Übersetzer die weitere Arbeit eingestellt hat und seine Bücher durchgängig nur antiquarisch zu haben sind. Von Kritikern wird immer wieder gefordert, Scaligero aufgrund seiner eindeutig faschistischen Vergangenheit völlig zu ignorieren- sein Werk quasi einer internen Bücherverbrennung zu übergeben und den Autor zu vergessen. Allerdings sind seine wenigen übersetzten Bücher aus der Zeit nach 1945 derart dicht, nüchtern und von einer offensichtlichen spirituellen Aufrichtigkeit und Reife, dass ich diesen Forderungen nicht nachgeben möchte. Trotz aller Vorbehalte gegen den Autor sollten diese Arbeiten meiner Meinung nach sogar sehr viel mehr in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gelangen- zumindest für diejenigen, die sich ernsthaft mit meditativen Wegen im Sinne einer Spiritualisierung des Denkens interessieren. Dazu muss man Scaligero keineswegs idealisieren oder die sehr deutlichen Untiefen seiner faschistischen Vergangenheit unter den Teppich kehren.
Die „Fallgrube“, von der im Titel die Rede ist, wird von Scaligero (wiederum: „Traktat über das lebende Denken“) in folgender Weise angesprochen:

„Die Konzentrationsübung verläuft in der richtigen Weise, wenn sie der Gesetzmäßigkeit des von seinem Wesen her wahrgenommenen Denkens entspricht, nicht aber wenn sich Doktrinen der Vergangenheit in ihr ausdrücken, die - in einer Methodik, die früher berechtigt war- dem Denken besondere spirituelle Themen vorgeben, es aber in Wirklichkeit von seiner eigenen reinen Immanenz abbringen. Diese Doktrinen operieren heute mit einem Kanon, der längst gedacht ist, und präsentieren dem Menschen metaphysische Inhalte, die die wirkliche Dynamis des Geistes lähmen.“ (S. 69)

Damit ist gemeint, dass Vorstellungen über die Art und Weise, wie sich spirituelle Erfahrung entwickelt, bereits im Vorfeld des eigenen Übens wie in einer Überlagerung vor das innere Auge legen und damit die sich entwickelnde innere „Immanenz“ praktisch unmöglich machen. Nun hat kaum ein spiritueller Denker durch die publizierten Vorträge ein derart umfassendes Werk wie Rudolf Steiner hinterlassen- ein Werk, das schon vom Umfang her für den Einzelnen kaum zu bewältigen ist. Nur allzu leicht wird die „Dynamis des Geistes“ eben durch diese Inhalte des Werkes, aber auch durch eine unkritische Verehrung dessen, der dergleichen geäußert hat, verhindert. Selbst wenn diese Fallgrube umgangen wird, führt die Bearbeitung des Werks häufig zu einer Metadiskussion esoterischer Inhalte- nicht selten auf hohem abstraktem Niveau. Andererseits verhindern die Vorstellungen darüber, wie „spirituelle Erfahrung“ auszusehen hat, den eigenen realen Erfahrungen zu vertrauen oder sie überhaupt als solche zu erkennen. So entwickelt sich die häufig beklagte typisch anthroposophische Second-Hand-Spiritualität aus geliehenen Vorstellungen oder - in einer Art Salto mortale- eine aufgepfropfte Esoterik, die sich zwar der anthroposophischen Nomenklatur bedient, ihre Quellen aber ganz anderen Richtungen entlehnt. Manchmal entwickelt sich auch eine seltsame Dogmatik, die sich vor allem in der Ablehnung von Erfahrungen Anderer aufbaut und auf eine vorgebliche „Reinheit der Lehre“ pocht.

Die Freiheit, jenseits von Dogmatik, „Inhalten“ und wie auch immer gearteten Vorstellungen dort zu gründen, wo das Denken „noch nicht an ein Objekt“ (Scaligero) gebunden, noch namenlos und formlos sich selbst erfährt, versickert in diesen Fallgruben allzu leicht. Die „Verwirklichung seines Seins, das eins ist mit der Welt“, ist einem Denken, das bereits mit Erwartungen und Vorstellungen besetzt ist, fast unmöglich.

Wenn man Anthroposophie in dieser Hinsicht etwas vorwerfen mag, ist es eben ihre Fülle. Aus ihr muss sich der, der es mit ihr ernst meint, in gewisser Weise auch heraus arbeiten, um sich zu emanzipieren. Der Beginn setzt an einem individuellen Nullpunkt an, an dem „Inhalte“ und Determinationen schweigen.
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Natur & Geist

„Obwohl das reflektierte Denken als denkendes Denken alles zu denken vermag, hat es dennoch nicht die Kraft, den Menschen aus den Fesseln der Natur zu lösen, um sie endlich erkennbar zu machen. Solange sie aber nicht erkannt wird, ist sie nur die falsche oder niedere Natur: so dass der Schmerz, an ihr zu haften und ihr unterworfen zu sein, ausgestanden werden muss.

Aber für das Denken ist es unvermeidbar, an der Natur zu haften, denn nur dadurch kann es das gewöhnliche, gespiegelte Denken sein. Seine innerste Kraft entwickelt es jedoch erst in der Überwindung und Erlösung der Natur, wenn es sich selbst als die Macht erkennen lernt, die der Natur präexistiert.“

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Massimo Scaligero, Traktat über das lebende Denken, S. 65
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Man Ray Flickr-Gruppe


Es gibt in diesen riesigen Datenbanken heute alles, was auch das Künstlerherz erfreuen kann. Und zwar viele verschiedene Künstlerherzen, getreu der Maxime von Joseph Beuys. Von daher ist es vielleicht legitim, den Datendschungel durch persönliche Vorlieben wenigstens nach dem eigenen Geschmack etwas zu gliedern. Der Flickr- Man Ray-Group bin ich seit Jahren verbunden. Sie hat den Vorteil, dass jeder einzelne fotografische Beitrag geprüft und ggf. auch verworfen wird. Hier also der Link zu einer seltsamen Foto-Dia-Show, in der der Surrealismus noch lebt.
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Klaus Barbie, der "Schlächter von Lyon"

In L.I.S.A., dem „Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung“ erscheint gerade eine Serie von Daniel Stahl (Universität Jena) zu Klaus Barbie, seinem Untertauchen in Bolivien und seiner Enttarnung und Auslieferung: Der „Fall Klaus Barbie“: „Schon lange hatte er Schwends Geschäftsfreund Altmann verdächtigt, ein untergetauchter NS-Verbrecher zu sein. Nun begann er dem Fall nachzugehen. 1969 besuchte er mit einem Fernsehteam des saarländischen Rundfunks Bolivien, um Informationen über Altmann zu sammeln. Über die Ergebnisse informierte er die ermittelnden Behörden der Bundesrepublik. Die Recherchen Johns veranlassten außerdem die Botschaft in La Paz, dem Fall Altmann erneut nachzugehen. Nun gelang es ihr, die Geburtsdaten der Tochter Altmanns zu ermitteln. Die bundesdeutschen Ermittler stellten fest, dass sie mit denen der Tochter Klaus Barbies übereinstimmten, der während des Krieges Chef der Gestapo in Lyon gewesen war. Diese Informationen deckten sich mit Hinweisen aus dem Jahr 1961, die besagten, dass Barbie sich vermutlich in Bolivien aufhalte. Doch statt einen Auslieferungsantrag zu stellen, wurde das Verfahren eingestellt..“
Neuigkeiten sind im ersten Teil nicht zu entdecken, nichts, was annähernd über die SPIEGEL-Dossiers hinaus gehen würde, in denen Jörg Diehl Barbie als „grinsenden Automaten“ schilderte. Marcel Ophüls drehte über Barbie die glänzende und furchtbare Dokumentation „Hotel Terminus“. Hoffen wir, dass das ambitionierte neue Wissenschaftsportal bei diesem Thema noch etwas an Fahrt gewinnt.
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museum kunst palast düsseldorf


Interessante Fotografier- Digital- Filter wurden auch hierbei angewendet. So waren die Fotofarben etwa in den 70ern. Der Spiegel vor dem Kunstpalast ist dagegen echt. Link zum Bild
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