Mai 2010

Smokers

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Wilfrid Jaensch kreist um die "wahre Natur des Ich"

Schon wieder ein Buch des „Verlages am Goetheanum“? Was ist das denn? Kriegt der Blogautor Prozente oder wenigstens Belegexemplare? Den Zweiflern und Nörglern können wir im reinen Pfingstgeist, der über uns gekommen ist, versichern: Ja, wir verdienen uns dümmlicher und dämlicher denn je und lassen uns auf einer ayurvedischen Menschenfarm mit quecksilberhaltigen Ölen voll schmieren. Zu dem Autor, um den es hier geht, Wilfrid Jaensch, kann man sowieso nichts sagen, und zu seinem Buch („Was ist die wahre Natur des Ich?“) auch nicht. Zum grossen Teil handelt es sich um die Niederschrift eines Vortrags, den Jaensch 2004 im Rahmen der Tagung „Die soziale Frage im Zeitalter der Globalisierung“ im Rudolf-Steiner Haus in Berlin gehalten hat. Er hat sich über das Tagungsthema ebenso wie über das Thema seines Vortrags offenbar geärgert und es den Veranstaltern und Gästen heimgezahlt, indem er sämtlichen Erwartungen nicht entsprochen hat. Jaensch mag Begriffe wie „Globalisierung“ und „soziale Frage“ nicht. Er täuscht begriffliche Willkür vor, wie ein Dribbling vor dem Torschuss, aber Torschüsse mag Jaensch auch nicht. Um „Schnarchen“ zu vermeiden, spannt er Bögen zwischen Ramses II und Computern, um nur mal ein beliebiges Beispiel zu nennen. Aber zwischen den Dribblings bemerkt man, dass Jaensch, indem er keinen Umweg vermeidet, zielstrebig um den Punkt kreist, auf den es ankommt.

Reden wir nicht drum herum, lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:
Frei kommt von Freya, der germanischen Göttin der Liebe und des Todes. Ich mache den freien, also tödlichen Satz über den Abgrund. Den Satz der Liebe. Ich stürze mich selbst und mein „Ich denke“ in das kochend fließende eiserne Meer des Lebens. Ich stürze mich selbst vereinigend ion das Leben, in welchem mein „Ich denke“ ertrinkt, erlischt, verbrennt und verschlungen wird. Indem ich selbst verschwinde, höre ich aus dem eisern kochenden Meer des Lebens einen Satz, der nicht mehr der meinige ist. Der Satz lautet: „Ich bin“. Das „Ich“ ist die Selbstaussage des allgemeinen, sich selbst denkenden Lebens, das aus allen einzelnen Lebewesen erschallt.“ (S. 42)

Auf Jaenschs Blog hatten wir ja schon aufmerksam gemacht. Texte, Fotos und Grafiken gibt es bei Facebook, hier eine Veranstaltung mit Jens Prochnow:
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Was sie ihm unbedingt noch hinterherrufen wollte

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Medea als Angela Merkel


Medea & Volker. Medea zu Volker REGIE: Ein offensichtlich lange eingespieltes Ritual:

Kniee nicht! Du sollst nicht knien!
REGIE: Aus dem Hintergrund tritt Ackermann und lächelt wie üblich wie ein junger Hund. Er trägt ein schwarzes, bauchnabellanges T- Shirt mit dem Aufdruck „25 % Rendite!“ und sonst nichts. Seine Blösse bedeckt er mit einer winzigen Schweizer Flagge:

Hörst du? In deine Seele schäm' ich mich.
REGIE: Hessen- Koch tritt unter SPOT von links auf die Bühne. Er trägt in seiner Linken einen langen Sparstrumpf und in der Rechten eine Einladung zur Jahresversammlung der RWE. Außerdem eine tibetische Mönchsrobe.

Hessen- Koch:
REGIE: Hinter der Krankenkassenbrille ein stechender Blick
So feig, so zahm! -
Mich schmerzt nicht dein Verlust,
REGIE: Hier zuckt Ackermann zusammen, wie getroffen, so dass die „25“ auf seinem T- Shirt zu einem Strich verschmilzt- während im Bühnenbild des Hintergrunds die Akropolis sich allmählich golden färbt

Mich schmerzt, dass ich dich jetzt verachten muss
REGIE: Jubel des CDU- Parteitages einblenden

REGIE: Altkanzler Kohl wird aus dem dunklen Hintergrund im Rollstuhl 80jährig auf die Bühne gerollt, mit glänzenden, tränenden Augen vor Rührung, von einem Rüttgers mit wie üblich verkniffenem Mund, aber in Livree:
Und hab' dich einst geliebt!“

REGIE: Chor der Hartz--4- Empfänger in ironischen Ballonhosen stimmt den Abgesang der Medea an. Vorhang.

Quelle: Franz Grillparzer, Das goldene Vließ
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Die Rheintöchter & das Gold



„In US-Dollar gerechnet legte der Goldpreis am Morgen ebenfalls deutlich zu. In der Spitze sprang der Preis für die Feinunze auf 1.242,10 Dollar und damit nur knapp unter das Rekordhoch bei 1.248,45 Dollar vom vergangenen Freitag. Zuletzt verteuerte sich die Feinunze um 6,15 Dollar auf 1,236,05 Dollar. Händler sprechen nach wie vor von einer starken Nachfrage und erwarten vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in der Eurozone vorerst kein Ende des Höhenflugs beim Goldpreis. Mittlerweile werde ein schneller Anstieg bis 1.300 Dollar oder gar 1.400 Dollar die Feinunze als realistisch angesehen, hieß es weiter.“ (Quelle)

„Das Gold ist tief bedeutsam, bedeutungsvoll in der Mystik. Das Gold ist das Licht; das Licht, das ausströmt, wird zur Weisheit. Das Gold, die verhärtete Weisheit, holt Alberich aus dem Rheinstrom. Die Wasser sind immer das Seelische, das Astrale. Aus dem Seelischen wird das Ego, das Gold, die Weisheit des Ich geboren. Der Rheinstrom ist die Seele des neuen Zeitalters, in dem der Verstand, das Ich-Bewusstsein aufgeht. Alberich bemächtigt sich des Goldes, er entreißt es den Rheintöchtern, dem weiblichen Element, die den ursprünglichen Bewusstseinszustand charakterisieren.“

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Steiner, Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft – 1. Vortrag
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Noch einmal: Rudolf Steiner in Wolfsburg



Hinweis auf „Kulturzeit“ bei 3Sat, eingebracht von Elisabeth.
Link zum Kunstmuseum Wolfsburg
Audiobeitrag beim Bayrischen Rundfunk: Steiner als Beispiel für „vernetztes Denken“. Stuttgarter Zeitung. Tagesspiegel. Nürnberger Nachrichten. Wolfsburger Allgemeine. Die Zeit.
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Der Google ist los!



Googleblog zu diesem Thema
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Anthroposophie als Ich- Berührung

Ich habe es versprochen, nun habe ich den Salat: Die Besprechung von Wolf-Ulrich Klünkers neuem Buch „Anthroposophie als Ich- Berührung“ steht noch aus. Es handelt sich um 25 kleine Meditationen, nicht um einen auf den ersten Blick zusammenhängenden Text. Das macht die Besprechung schwer. Andererseits zieht sich dennoch ein roter Faden durch das Buch; es handelt sich um eine Perspektivverschiebung auf alle möglichen Aspekte im Verhältnis von praktiziertem geistigem Leben einerseits und den geistigen, seelischen, leiblichen und sozialen Bedingungen andererseits. Das Buch ist im typisch anthroposophischen Sprachstil gehalten, aber sicherlich in vielen Aspekten übertragbar auf andere Erkenntnis- und Schulungswege, wenn sie denn modern, reif und erwachsen daher kommen.

Das scheinbar Konventionelle in der Sprachgebung täuscht aber: Ständig ist Klünker bemüht, klassische anthroposophische Begriffe auf heutige Phänomene (und auch Krankheitsbilder) zu beziehen. Man merkt Klünker an, wie vorsichtig und sorgsam er dabei vorgeht und dass er sich an keiner Stelle nahe liegende, simple Zuweisungen gestattet. So kommt er z.B. zu einer Betrachtung, in der die klassischen Schritte von Imagination- Inspiration- Intuition heute kein ferne liegendes Ziel mehr darstellen, sondern Selbsterneuerungskräfte sind, die die gesamte innere seelisch- geistige Landschaft beleben sollen und müssen: „Wille und Ich- Aktivität“ sollten „spätestens in der Lebensmitte (..) in das Denken einziehen“, ohne das Horchen auf inspirative Fähigkeit „entindividualisiert sich das menschliche Fühlen“ und ohne eine „Intuition“, die in der Lage ist, umfassend „die eigene Denk- und Gefühlslage“ zu überblicken, gleitet der Wille ins Depressive oder chaotisch Unbewusste ab. Das, was vor hundert Jahren „Schulungsweg“ gewesen sein mag, stellt sich bei Klünker für die Moderne als eine Art Hygiene dar: Meditation ist der Faktor, der verkrustende seelische Prozesse beleben und erneuern kann.

Dabei geht es ihm um eine realistische Selbsteinschätzung. Heute sollte man nicht vor Ehrfurcht erstarren in Erwartung „der „großen“ geistigen Einsicht oder der „objektiven“ Geistwirksamkeit“: Es kommt vielmehr auf das „individuelle geistige Verhältnis, das ich im Laufe meines Lebens ausbilden kann“, an; meine persönliche „Qualifikation geistiger Wirklichkeit“. Anthroposophie versteht Klünker als einen Vermittler für die individuelle Tastbewegung; fertig und abgeschlossen ist hier nichts. Klünker postuliert daher keine scheinbar objektiven „geistigen Tatsachen“, sondern fragt vorsichtig: „Zu welchem Aspekt geistiger Wirklichkeit kann ich mich realistisch in Beziehung setzen?“

Diese Haltung, die ja vor allem dem verbreiteten Kulturpessimismus eine Absage erteilt und auf die Würde und Selbstaktivierung des Individuums setzt, fällt in Klünkers Augen auch als „Anspruch, den die Anthroposophie an sich selbst stellen muss“, auf diese zurück. Denn „niemand will mehr Deutungen, Weltanschauungen vom Menschen sehen, sondern den Menschen selbst.“ Die Zeiten, in denen sich Anthroposophie als „Lehre“ verstand, sind ein für allemal vorbei: „Die Überzeugungskraft liegt nicht im Begriff, sondern im Sein- genauer in demjenigen Begriff, der im Menschen Sein geworden ist.“

In diesem Sinne bewegt sich Klünkers Buch an der Nahtstelle der individuellen und kollektiven Schwellen. Ein zentrales, immer wieder kehrendes Thema ist auch das der Krankheit. Die „mitgebrachte leiblich- seelische Konstitution“ des Menschen stellt heute für das sich emanzipierende Ich nicht immer eine dauerhaft tragende Grundlage dar. In der Nähe der Schwelle kann sich das, was wir als „Krankheit“ zu bezeichnen gewohnt sind, durchaus auch als Chance erweisen, inneren Suchbewegungen Kraft und Raum zu vermitteln; Krankheit kann Chance sein und sollte so auch verstanden werden. Ein -vielleicht temporär- prekäres Verhältnis zur Leiblichkeit kann Anstoss zu einem Aufbruch werden.

Klünkers Buch löst das ein, was der Autor vertritt: Eine freie, unbefangene Positionsbestimmung von anthroposophischer Arbeit und Kultur heute. Anthroposophie versteht sich hier als ein praktizierter Weg jenseits der Katechismen und begrifflichen Einbahnstrassen. Daher finden sich zwar bei Klünker mehr Fragen als Antworten, aber auch mehr Anregungen als anderswo. Es ist eine Freude, so etwas zu lesen.
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Raketenstation

Tadao Andos Glas- und Betonbauten stehen auch auf der Raketenstation in Neuss in Form des Museums der Langen- Foundation in der Landschaft, als seien sie hier gestrandet. Zumindest auf den ersten Blick. Aber man weiss die Ein- und Ausblicke vor allem durch endlose Betontreppen, Ab- und Aufgänge allmählich zu schätzen. Das Sich- Hineinducken in den Boden erinnert auch ein wenig an eine Abschussrampe. Inmitten der geschliffenen, aber dennoch archaischen Betonplatten kommt die Kunst, die dort präsentiert, zu sich. Das gilt für die Buddha- Sammlungen ebenso wie für die Ausstellungen moderner Kunst- in den letzten Wochen der Chinese Xiaobai Su (bis 24.05). Dieser Künstler, der lange in Düsseldorf und Umgebung gelebt hat und vor einigen Jahren wieder nach Shanghai zurückgekehrt ist, gestaltet mit dem traditionellen chinesischen Lack grosse, sehr materielle Bilder. Das buchstäblich aus vielen Zentimeter dicken Leinwand- und Lackschichten gestaltete Materielle dieser Bilder wird durch die schlichte Farbigkeit transzendiert. Andersherum erhält der wunderbar tiefe Schein des Lacks durch das Materielle ein „Gewicht“, ist nicht mehr nur Oberfläche. Es ist, als ob Xiaobai Su als Mittler zwischen Kulturen ein Gleichgewicht findet.



Fotolink
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Gott

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THE APPEARANCE OF SOPHIA

Tom Mellett war so nett und hat den Sophia- Comic ins Englische übersetzt. Ich lade ihn in einer vergrösserten Version (zum Ausdrucken, falls gewünscht) hoch. Hier also Seite 1 und Seite 2. Viel Vergnügen!
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Muttertag

Ich weiss, man sucht sich seine Eltern selber aus, Generationen im voraus, schaut auf sie, von der anderen Seite des Mondes aus, ja, man verkuppelt sie möglicherweise erst. Dieser Cupido mit den Pfeilen, das sind wir, Babies-in-spe, Zellhaufen, verkorkste Erwachsene. Aber was kommt dabei heraus? Dich, Mutter, habe ich bestimmt nicht gern ausgesucht. Du warst eine Kriegswaise, ein Mädchen, das von Dessau allein bis nach Aschaffenburg floh, hinter sich ein zusammen brechendes angebliches Weltreich. Noch schlimmer war es vielleicht, bei engbrüstigen Verwandten unterschlüpfen zu müssen, schon von der piefigen bürgerlichen hessischen Mentalität her ein Alptraum.

Meine Mutter ging ganz auf im Erhard- Deutschland, vielleicht ging sie auch unter zwischen Doris Day, Mambo und Ragout Fin. Denn sie begleitete diese Vergnügungen gern mit zivilisierten Portionen von Alkohol. Der machte es leichter, sich etwas vorzumachen, mit einer gewissen Verbissenheit den bürgerlichen Traum aufrecht zu erhalten und die ihr zugewiesene Rolle als Mutter. Sie tat sich daher nachdrücklich und lebenslänglich leid, was sie auch in ihrem Gesichtsausdruck nach außen trug. Sie war recht beliebt, mit diesem zarten Auftritt. Sie unternahm mal einen Selbstmordversuch zwischendurch, aber auch eher nicht entschlossen. Der Alkohol usurpierte allmählich ihre kleinen Vergnügungen und nahm mehr und mehr Platz ein. Sie wurde antriebsloser, schwächer, immer weniger belastbar. Sie hatte Phasen von bissiger Gemeinheit, mit teilweise brutaler Offenheit und auch Peinlichkeit, weil ihr so etwas so fern lag. Es kam dann mit schrillem, vielleicht etwas trunkenen Ton herüber.. Aber dies fand nur in der Familie statt- nach außen hin stand die Fassade bis zum Ende. Erst an ihrem letzten Tag stellte sich heraus, dass hinter einer Zirrhose ein schwerer Tumor lag. Auch in den letzten Stunden fand sie sich ungerecht behandelt. Sie hätte das Recht auf Mehr gehabt, fand sie, Mehr in jeder Hinsicht. Als sie starb, wollte sie niemanden sehen.

Auf ihrer Beerdigung war ich einen Augenblick ganz entrückt und mit den Gedanken ganz bei ihr. Da hörte ich mit einem gewissen Befremden eine stampfende indianische Melodie, getragen von dem Gesang eines Stamms, feierlich, lang andauernd. Es erfüllte den ganzen inneren Raum. Ich dachte:. Sie kommt zu Hause an.
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Das Erscheinen der Sophia 1&2



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Was mehr war, als ich erwarten durfte



Dass wir vom selben Ast
gezwitschert haben

Dass wir dieselbe Frucht
gekostet haben

Dass wir am bleichen
Abendhimmel eine Runde
drehten

Dass wir, als der Wind kam,
auseinander stoben

Ohne den Abend zu loben
Ohne auf den Morgen noch

zu hoffen.

Das war mehr als ich
erwarten durfte
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Apropos Düsseldorf


In dem Panorama - Bild von der Situation in der Düsseldorfer Innenstadt (zwischen Karlplatz und Kö) zeigt sich die ganze Dramatik des U- Bahn- Baus in den rheinischen Metropolen. Es sieht zur Zeit in Köln und Düsseldorf aus wie nach einem Krieg. Das Bild ist ganz aktuell und durchaus typisch. Man kann den Rundblick bei flickr in voller Grösse „geniessen“. Bitte scrollen!
Das Foto ist übrigens mit dem iPhone erstellt. Ein App namens Pano setzt die Einzelbilder problemlos zusammen. Der Hersteller nennt sich passend „debaclesoftware“.
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Wolf-Ulrich Klünker: Über Inkarnationsstörungen und Geisterfahrung

In seinem neuen Buch (März 2010) schreibt Wolf- Ulrich Klünker:
„Darüber hinaus zeigt sich immer deutlicher das Problem, dass die mitgebrachte leiblich-seelische Konstitution nicht mehr die ganze Biographie über für das Ich eine tragfähige Grundlage bildet. Die individuell vorgefundenen seelisch-leiblichen Gegebenheiten können sich als für das Ich nicht handhabbar, als Gegenkraft für Ich-Intentionen oder als krankheitsanfällig darstellen. Das Ich kann sich innerhalb eines solchen Leib-Seelen-Gefüges nur schwer greifen. Solche Schwierigkeiten sind früher ungefähr von der Lebensmitte an für manche Menschen biographisch relevant geworden. In-zwischen ist schon an Kindern und Jugendlichen spürbar, dass sich geistige Individualität und Leib-Seelen-Konstitution widersprechen können. Daraus entstehen zuweilen Krankheitssymptome, die im Hinblick auf die zugrunde liegende (in dem beschriebenen Sinne „konstitutionelle“) Ursache recht wenig aussagefähig sind. Vielmehr kann hier ein Inkarnationsproblem vorliegen, das darauf hinweist, dass das Ich gegenwärtig und zukünftig vor der Aufgabe steht, die eigenen seelisch-leiblichen Existenzvoraussetzungen selbst mitzugestalten.

Zu den biographischen Erfahrungen gehört auch immer öfter, dass das eigene Selbstgefühl gefährdet ist – entweder als Folge oder auch als Ursache der leiblich-seelisch konstitutionellen Schwächung. Wenn das Selbstgefühl unsicher wird, beginnen die inneren Beziehungen zur Welt und zu anderen Menschen zu schwanken: es fehlt der Bezugspunkt im eigenen Innenempfinden. (...)

Es könnte inzwischen für viele Menschen eine innere Situation gegeben sein, die eine solche „klassische“ Beziehung von Ich und Geistselbst im Seelenraum nicht mehr ohne weiteres zulässt. Vielleicht muss dann ein Verhältnis ins Auge gefasst werden, in dem sich das Ich zunächst gleichsam michaelisch-abstrakt mit Geistselbst-Kräften in Beziehung bringt; in dem die fehlende Tragfähigkeit von Selbstgefühl und seelischem Innenraum zunächst so weit wie möglich akzeptiert wird; in dem ein zunächst gewissermaßen „abstrakter“ Wille an der eigenen geistigen Tätigkeit festhält, auch wenn diese erst einmal keine positiven Wirkungen in der eigenen seelischen Befindlichkeit zeigt – denn es könnte sein, dass gerade das fehlende seelische Resonanzerleben Ausdruck davon ist, dass eine tiefer leiblich-seelisch gesundende Kraft im Organismus zu wirken beginnt: eine Kraft aus dem Geistselbst-Bereich, die vielleicht erst in einem zweiten Schritt auch zu einer Konsolidierung des seelischen Selbstgefühls und damit auch der Beziehung zur Welt und zu anderen Menschen führen kann.

Dann aber wäre eine Situation gegeben, in der die Beziehung des Ich zum Geistselbst nicht mehr allein darin besteht, dass eine tragfähige seelische Grundlage geistselbstfähig umgewandelt und so eine Beziehung zur Engel-Dimension aufgenommen wird. Vielmehr würde das Ich in den geistigen Bereich hinein arbeiten, aus dem heraus dann seelisch-leibliche Gesundungskräfte wirken und schließlich auch einen neuen seelischen Innenraum mit befriedigendem Selbstgefühl ausbilden. Die Seele wäre dann zunehmend eine Wirkung der geistigen Tätigkeit des Ich, in der das Ich sich der Geistselbst-Kraft öffnet und damit im seelischen Innenraum gestaltend wirkt, unter Umständen bis in den Organzusammenhang hinein. An diese Geistselbst-Wirkung könnten positive Kräfte aus dem Bereich der dritten Hierarchie anknüpfen: Kräfte, die zur Neugestaltung von Seele und Leib in der Lage sind.“

Okay, die Sprache ist gewöhnungsbedürftig und offensichtlich an Insider gerichtet- schade. Wer heute mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, kann aber den angesprochenen Sachverhalt - ein wenig befriedigendes Selbstgefühl, eine innere Kluft von hoher geistiger und intellektueller Präsenz in einem manchmal eher infantilen seelischen Innenraum- nicht selten beobachten. Ich habe Klünkers Buch noch nicht gelesen, sondern erst bestellt. Das Zitat stammt aus dem Rundbrief AGiD Aktuell- Mai 2010.
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Vergewisserung

Wie verborgen, aber im Untergrund wuchernd - ein Pilz besonderer Art-, wie mächtig und determinierend ist doch der Wunsch nach Anerkennung im weitesten Sinn. Das Ich erlebt sich am Anderen. Es spiegelt und bricht sich an ihm. Ohne Anerkennung durch die Anderen könnte das Ich nicht existieren. Strategien, das, was an uns nicht sichtbar sein soll, wirkungsvoll zu tarnen, kosten einen erheblichen Anteil unserer mentalen Kraft. Es gilt das Gesetz: Ich werde gesehen, also bin ich. Dabei kann man natürlich auch ausweichen auf eine provokative Positionierung, die auf das Gegenteil von Anerkennung zielt. Auch das kann ein determinierender seelischer Reflex sein, nur eben im Spiegelbild.
Bleibt die Anerkennung aus (und eigentlich ist es nie genug), steigt man um auf die Surrogate des Feinschmeckens oder des Verschlingens, auf Selbstbestätigung und - vernebelung aller Art, auf Esoterik oder andere postpubertäre Genüsse und Ekstasen, vielleicht auch auf Verzweiflung. Wo die Anerkennung nicht hinreicht, bedarf es einer nachhaltigen Selbstbestätigung, ein Fass ohne Boden, das immer schon leer ist, wenn doch eine Anerkennung geschieht.
Das sind die einfachen Mechanismen des Ich.

Komplizierter wird die Sache, wenn tatsächlich aktiv gearbeitet wird. Bei echter geistiger Arbeit schwinden die „festen“ Standpunkte und die groben Rechthabereien. Das schon deshalb, weil man sich selbst so deutlich sieht, mitsamt den Verrenkungen, Verstellungen und Zwängen. Nicht nur einmal erscheint das, was einem an sich selbst als wertvoll und unantastbar galt, nun in einem ganz anderen Licht. Auf einmal ist das, was man eigentlich so typisch und sympathisch an sich fand, zu einem seelischen Reflex geronnen, ein Strohhalm, an den sich ein luftiges Ich einst klammerte. Von der frühen Pracht, Selbstgewissheit und Arroganz bleibt nicht viel übrig. Das sind, wie man nun weiss, Artefakte, Mechanismen- oft genug Angelschnüre und Netze, um Anerkennung zu erhaschen und sich selbst und Andere zu blenden. Was jetzt zählt, ist allein das, was man tut.

Aber in gewisser Weise sucht man zwar nicht mehr so sehr Anerkennung, sondern eine spezielle Art der Vergewisserung: Man macht seine Erfahrungen, aber es gibt für sie in unserem Erfahrungs- Kontext keinerlei Bezugspunkte; die geistige Erfahrung bleibt auch dann ein Risiko, wenn man in ihr sicherer geworden ist und Erlebnisse hat, die einen seelisch aufrichten. Daher ist es eine angenehme Erfahrung, von Anderen - und sei es in einem Buch- eine Art Bestätigung zu erhalten. Vielleicht ist dieser vorsichtige Abgleich ohnehin die beste Art, sich „esoterischer“ Literatur zu nähern. Bankei, der revolutionäre und aufsässige Zen- Meister des 17. Jahrhunderts, der mit fast allen Traditionen des Zen brach, sagte dazu:

„Ich war 26, als ich plötzlich erkannte, dass sich alle Probleme in der Ungeborenheit lösen. Seitdem habe ich versucht, das Anderen zu vermitteln. Ich bin überall herum gekommen. Aber seit dieser Erkenntnis habe ich nicht einen einzigen Menschen getroffen, der dieser meiner Haltung entsprochen hätte. Als ich diese Erkenntnis hatte, gab es keinen weisen Lehrer um mich herum- zumindest habe ich persönlich keinen getroffen, so dass ich für meine Art des Verständnisses nie eine Vergewisserung („confirmation“) gefunden habe. Ich hatte daher schwere Zeiten. Ich habe diese Schwierigkeiten nie vergessen. Inzwischen bin ich nicht mehr sehr gesund, wie man sieht, aber ich habe dennoch ein Gelübde abgelegt, jedem, der „auf dem Weg“ ist, Vergewisserung zu gewähren. Deshalb komme ich jeden Tag, um euch zu treffen. Meine eigene Gesundheit ist angeschlagen. Aber wenn irgend jemand meint, er oder sie hätte etwas in sich verwirklicht, dann möge er oder sie doch kommen und es mir mitteilen. Ich werde es bestätigen („I´ll confirm it for you“).“

______________
„The Unborn. The Life and Teaching of Zen Master Bankei 1622-1693“, San Francisco 1984, Seite 41
Bildquelle (Kalligraphie von Bankei)

Bei Wikipedia dazu: „Bankeis Lehren waren in dem Sinne revolutionär, wie sie die damals herrschenden diktatorischen gesellschaftlichen Vorstellungen, die auf dem Konfuzianismus basierten und jeden individuellen Gedanken und Ausdruck verboten, durchschnitten. Bankeis Wirken beruhte auf dem gesprochenen Wort. Seine Vorträge entsprangen einer tiefen inneren Überzeugung und waren so überzeugend und verständlich, dass sie jedermann erreichten, auch ohne Buddhist zu sein.
Seine Lehren lassen sich alle auf einen Punkt zurückführen: Den Geist loslassen, sämtliche Konzepte und Ideen aufgeben und den eigenen, ursprünglichen Geist "hier und jetzt" erfahren, ohne sich an irgend eine religiöse oder weltanschauliche Idee oder Übung zu klammern. Diesen unmittelbaren Geist hier und jetzt bezeichnete Bankei als "das Ungeborene", das immer da ist und dies auch schon immer war:
"Das Ungeborene ist nicht etwas, das durch Disziplin erreicht oder erlangt wird. Es ist nicht eine Beschaffenheit des Geistes oder religiöse Ekstase; es ist, dort wo du stehst, makellos so, wie es ist. Alles was du tun musst, um es zu erkennen ist, du selbst sein, genau wie du bist; zu tun, genau was du tust, ohne Kommentar, Befangenheit oder Urteil
."
Zitiert aus "Verrückte Wolken" (S. 123)
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Echnatons Sonnenhymnus

..als externer Link bei Enzyklika, ein Blog von Wilfrid Jaensch, das man sowieso lesen muss.
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Ergin: Frühling Fernost

Hallo, liebe Blogger, heute mein drittes Bild

„Frühling Fernost“

Gouache, Ölpastell auf Papier 15 x 20 cm
(ergin 04/2010)


Ich suche Käufer für meine Bilder oder regelmäßige Förderbeiträge für meine anthroposophischen Medizinkosten, die den Spender nach einem Jahr dazu berechtigen, sich ein Bild freier Wahl als Jahresgabe auszusuchen.

Interessierte wenden sich bitte an mich,
E. Gerlach, Classen-Kappelmann - Str. 28, 50931 Köln
Telefon 0221-4060205

Glückauf!
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