Culture beat

Die Essenz des Waldes



Hier noch ein paar Ausschnitte aus diesem schönen Film.
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Wind

„Gilgamesch öffnet seinen Mund und spricht, er sagt zu Enkidu: (...)

Die Tage der Menschen sind gezählt,
all das, was sie tun, ist nichts weiter als Wind.“

Gilgamesch, Übersetzung Stefan M. Maul, C.H. Beck 2007


Rudolf Steiner dazu: „Aber so klar es für diese Persönlichkeit in der damaligen Zeit war, dass sie gewissermaßen die Doppelheit ist zwischen dem Geistig-Seelischen, in das die Götter hereinragen, und dem Physisch-Ätherischen, in das die Erden- und Kosmossubstanzen, die physischen und die ätherischen Substanzen hineinragen, so sehr ist auch dieses eine Tatsache, dass in der Zeit, in der diese Persönlichkeit, von der das Gilgamesch- Epos spricht, lebte, gerade die charakteristischen Menschen, die repräsentativen Menschen bereits in einer Übergangsepoche zur späteren Menschheitsentwickelung standen.

Und dieser Übergang bestand darinnen, daß das Ich-Bewusstsein, das verhältnismäßig kurz vorher beim Geistig-Seelischen
oben war, wenn ich mich so ausdrücken darf, hinuntergesenkt sich hatte in das Leiblich-Ätherische, so daß also Gilgamesch gerade unter denen war, die anfingen, nicht zu seinem Geistig-Seelischen, in dem die Götter gefühlt wurden, Ich zu sagen, sondern zu dem, was irdisch-ätherisch an ihm war. Das war diese neue Seelenverfassung.

In dieser Persönlichkeit waren zugleich noch jene alten Gewohnheiten, vorzugsweise dasjenige nur gedächtnismäßig zu erleben, was im Rhythmus erlebt wurde, und es war jene innere Empfindung da, welche fühlte, man muß mit den Kräften des Todes bekannt werden, weil eigentlich nur die Kräfte des Todes dasjenige ergeben, was den Menschen zur Besonnenheit bringt. Die Berechtigung sozusagen der Eroberergewohnheiten und des rhythmischen Gedächtnisses fingen an, nicht mehr für die Erde zu gelten.


GA 233

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Das Windige im Verhalten der Menschen, das Gilgamesch beklagt, ist wohl ein Charakteristikum von Zeitenwenden: Windig ist das Verhalten deshalb, weil Menschen in ihren Gewohnheiten und Sichtweisen determiniert sind von einer ganz bestimmten Ära und noch nicht wirklich bemerken, dass der Zeitgeist sich gedreht hat. Oder sie bemerken es schon, haben aber keine Werkzeuge, keine Verhaltensmaßregeln zur Hand, ja nicht einmal Maßstäbe für das Neue. Umbruch ist immer, sagen Manche, und, natürlich, ja, das stimmt. Aber manchmal sitzt es tiefer.
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Der Ring (frei nach Tschuang-Tse)

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Abends saß der verwitwete Fürst gern allein in seinem winzigen Boot auf dem See. Er liebte den Blick auf sein Haus am Ufer, er liebte es, den kühlen Abendwind in den Blättern der Pappeln rauschen zu hören. Dann war es ihm, als wäre er seiner geliebten Frau nahe.
Das Einzige, was ihm von ihr geblieben war, war ein goldener Ring an seinem Finger. Aber als er mit der Hand beiläufig am Rand des Bootes durchs Wasser strich, löste sich der Ring vom Finger und verschwand im Wasser des Sees.

Der Fürst war außer sich. Er ruderte augenblicklich an Land, holte sein Fischernetz und fischte damit im trüben Wasser, das an keiner Stelle sehr tief war. Erst als es vollkommen dunkel war, gab er auf.
Den ganzen Sommer über unternahm der Fürst zahllose Tauchgänge, um den Ring zu entdecken, doch es war umsonst.

Im folgenden Sommer engagierte er zwölf Taucher, die den ganzen See mit Metalldetektoren absuchten. Es war umsonst.
Im dritten Sommer verkaufte er seinen ganzen Besitz, um das Wasser des Sees abpumpen und den Schlick durchsuchen zu lassen. Der Ring blieb unauffindbar.

Am Ende dieses Sommers gab der Fürst auf. „Es ist sinnlos“, dachte er, „so sinnlos, wie eine beliebige Hand voller Schlamm aus dieser Masse zu nehmen und anzuschauen!“. Er griff mit der Hand in den Schlick, und da sah er darin den Ring glitzern.
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Philippe Jaroussky

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Ja, ich weiss, es ist so etwas wie Händeljahr, und natürlich macht die Website der Deutschen Grammophon darum ein ordentliches Getöse. Bei mir ist schon seit drei Jahren Händeljahr, quer durch eine Reihe von Opern. Digitalisierte Fernsehauftritte, Konzerte, Reportagen, Biografien. In Frankreich scheint ein regelrechter Barockmusik-Boom ausgebrochen zu sein, wenn man Auftritte des dortigen Barock- Countertenor- Stars Philippe Jaroussky ansieht. Empfehlenswert finde ich den neuen Download- Service von Amazon- man installiert ein Ladeprogramm, und dann hat man die Aufnahmen schon in iTunes oder Mediaplayer. Bezahlt wird wie üblich, Preise auch. Aber die Qualität ist überzeugend, wenn sie auch nicht an die der Deutschen Grammophon heran reicht. Dafür hält die DG sämtliche Einkäufe zum späteren erneuten Download ständig online zur Verfügung- ich habe das ein Jahr lang beobachtet. Das ist ein guter Service.

Aber kehren wir zurück zum Countertenor- Star Jaroussky. Es gibt ja in den letzten 10 Jahren eine immer grössere Breite in der Art der Interpretation von Händel. Die stark in den Vordergrund geschobenen, ätherischen oder auch dynamischen Frauenstimmen können ebenso wie vernuschelte Chöre und transusige Stardirigenten auf Dauer in Ermüdung versetzen. Da ist so eine Aufnahme von Rolando Villazon, den man sonst eher in seichten Gewässern an der Seite von Netrebko vermutet, schon erfrischend. Seine Händel- Aufnahme ist momentan zu Recht ein Klassik- Hit, auch wenn man sonst nicht viel von ihm hält.

Also greifen wir in Sachen Stimmen doch tatsächlich mal zu einem fantastischen Countertenor wie Philippe Jaroussky. Der steht stimmlich zwischen den Höhen der Damen und dem Dean Martin des Händelvortrags, Villazon. Besonders empfehlen für Anthroposophen & andere Hartgenossene kann ich „Beata Vergine“-früh- barocke Preisungen der Jungfrau. Hört man „Stabat mater dolorosa“, ist man in einer anderen Welt. Oder nehmen wir seine Monteverdi- Duette zu dessen Theater der Liebe. Das eine oder andere sollte man gehört haben, bevor man stirbt. „Beata Vergine“ würde ich bei denen vorziehen, die gerade nicht der Frühlingshafer sticht.

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Für Sternengucker

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Die NASA hat nicht nur ihre Website gründlich renoviert, aufgeräumt und erweitert, sondern bietet auch für Sternengucker und Weltraumfans eine Reihe von attraktiven Services an. Dazu gehören vor allem die vielen speziellen Features, die man per RSS mit geeigneten (d.h. einigermaßen aktuellen) Browsern, RSS- Readern und den meisten Mailprogrammen abonnieren kann. Die NASA hat dazu eine eigene Website eingerichtet. So erhält man - umsonst- täglich ein neues Foto von Mond- oder Mars- Erforschungsunternehmen, einfach vom Sonnensystem, von der Erde aus Sicht der sie umkreisenden Satelliten oder aber vom weiteren Universum. Daneben gibt es auch Video- und Audiofeeds. Wen speziell die aktuellen Entdeckungen durch das Hubble- Teleskop interessieren, wird auch durch eine eigene Website umfassend informiert. Es gibt dort sogar eine eigene Rubrik "Cosmic Images in Braille", um diese Bilder auch Blinden - zumindest in Buchform- zugänglich zu machen. Die wunderbaren, ja atemberaubenden Bilder aus fernen Galaxien findet man - auch als Bildschirm- Hintergrund- hier. An anderer Stelle findet man bisher 313 "Porträts" solcher Galaxien, die teilweise an Schönheit einfach nicht zu überbieten und von Hubble aus erstellt worden sind.
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Liebe, Krach & Monteverdi

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Nein, das ist nicht, wie vielleicht zu vermuten, eine Live- Übertragung von unserer Weihnachtsfeier, sondern vielmehr eine höchst interessante DVD von Naxos. Zwar stammt Monteverdis Viertes Buch der Madrigale aus dem Jahr 1603. Hier aber wird es entschlüsselt als das, was es ist: Ein einziges Geflecht leidenschaftlicher Liebeswirren. Die Sänger und Schauspieler performen diese alte Musik, während sie in einem exklusiven Restaurant sitzen. In Blenden und Rückblicken werden die Dramen, die hinter diesen Paaren liegen - oder in die sie gerade hinein rutschen - allmählich enthüllt. Es fällt kein Wort, es wird nur gesungen. Es gibt auch keine musikalische Begleitung. Und so enthüllen sich in dieser scheinbar so abgeklärten Renaissance- Musik, entkleidet von allem Überflüssigen, allmählich die wirklichen Geschichten, in denen wir alle leben, die uns erfüllen und entsetzen zugleich, wenn wir die ganze Geschichte sehen. Das Ergebnis beim Geniessen dieser DVD liegt wohl in dem Zeitlosen unserer Lieben und Leiden

Netterweise ist die DVD nicht geschützt. Man kann sie problemlos auf den iPod übertragen. Für mich ein Kaufargument. Allerdings ist die schöne DVD nicht unbedingt geeignet, falls man damit den oder die intellektuelle/n Freund/in angraben möchte: Die Paare trennen sich zum Schluss.
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Blogs

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Blogs gehören natürlich zum Internet inzwischen dazu, und nicht nur das: Sie sind zu einer Kulturform geworden.

"Eine Studie des Singapore Internet Research Centre unter etwa 1200 englischsprachige Bloggern (Koh et al. 2005, S. 2ff) teilte die Blogs in zwei Kategorien ein: 73 Prozent der Befragten führten ein so genanntes personal Blog, 27 Prozent ein non-personal Blog. Die Blogger der zweiten Gruppe schreiben vor allem, um „zu kommentieren“ und „Informationen zu liefern“. Ihr Ziel ist zudem, ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Auch soziodemographisch unterscheiden sich die beiden Gruppen: Non-personal-Blogger sind zum Großteil Männer, die eine höhere formale Bildung als Personal-Blogger haben. Außerdem haben sie im Schnitt mehr Leser, aktualisieren ihr Blog häufiger und verbringen mehr Zeit damit."Wikipedia

Wie auch in dem Artikel beschrieben wird, sind Blogs keineswegs einheitlich; ja, der Begriff ist eine rein technische Bezeichnung und trifft die zahlreichen Varianten kaum. Es kommt eben immer auf das an, auf was sich die Blogs fokussieren. Die einen dienen lediglich als Visitenkarte, konzentrieren sich auf eine Familie oder auch auf einen Ort. Es gibt manche, die richten ihr Interesse auf eine Firma oder eine Aufgabe, auf Organisationen und Institutionen. Und manche richten ihr Interesse eben auf Anthroposophie. Wenn ich ein Bild finden wollte dafür, würde ich diese Blogs als Putzerfische bezeichnen. Sie sind klein und unbedeutend, fressen dem Grossen, den sie umgeben, aber die Schmarotzer und das Ungeziefer vom Leib. Man möchte denken, so ein Blog sei unangenehm und seine Tätigkeit schädige den Grossen. Ihre Tätigkeit mag manchmal unangemessen wirken, aber im Grunde retten sie ihren Wirtsfischen das Leben, ermöglichen ihnen die Weiterentwicklung. Man sollte Putzerfische vielleicht nicht zu gering achten. Sie schwimmen im Schatten, sie rudern im Dunkel der Flossen ihres Herrn, sie schwimmen im Kielwasser. Ihre Funktion aber ist nützlich.

In unserem kleinen Blog ging es in zahlreichen kleinen Putzaktionen keineswegs um Ungeziefer. Insofern hinkt der Vergleich. Sehr wohl aber um Themen, die nach meiner Ansicht "in der Luft lagen" und die es verdienten, aufgegriffen zu werden. Am Anfang stand zum Beispiel die Atlantishistorie von Uehli (inzwischen staatsanwaltlich indiziert) mit hanebüchenen, rassismus- verdächigen Textstellen. Dann gab es etwa m die seltsame Physiognomik von Norbert Glas mit ihren noch seltsameren Aussagen über Mulatten und Nägelbeißer. Wir haben den anthroposophischen Sexdoktor, der in die Niederungen des Kleinen Männleins herunter steigt. Schließlich ging es längere Zeit auch um den Pfarrer Benesch und dessen unschöne SS- Vergangenheit. Nie aber hat ein Artikel so viel Polemik auch in thematisch verwandten Blogs hervor gerufen wie die um den amerikanischen Guru Cohen, von der sich erstmals eine Reihe von anthroposophischen Persönlichkeiten betroffen fühlte und auf die eine oder andere Weise ausdrückte, ich werfe lediglich mit Dreck. Bedenkenswert daran ist der persönliche Tenor der Vorwürfe einerseits. Bemerkenswert aber auch, dass die Aufregung gerade an einem nicht- anthroposophischen Autor so heftig entsprang. Vergleichbar nur mit dem Aufruhr, der durch einen polemischen Artikel über Aleister Crowley entstand. Die damaligen Kritiker entstammten allerdings absolut nicht anthroposophischem Kontext, sondern bestanden durchweg aus Personen und Gruppierungen, mit den man lieber keinen "integralen Dialog" führen möchte. Aus anderen Gründen wünsche ich für mich dies auch nicht mit Andrew Cohen zu tun. Nicht mehr als dies sagt ja ein Blog: Das gilt für mich, das ist meine Sicht. Dass man daran erinnern muss, ist auch bemerkenswert.
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Mythos der totalen Erleuchtung

Wer Cohen und Wilber einmal live - per Internetstream - schauen möchte, der klicke hier

Außerdem noch ein interessanter Bericht über Cohen, ein biografischer Abriss und auch ein langes Interview. Der Artikel stammt von John Horgan, einem Wissenschaftsjournalisten: "The Myth of the Totally Enlightened Guru". Horgan hat bereits über viele bedeutende "esoterische" Persönlichkeiten berichtet. Er geht an Cohen ziemlich unvoreingenommen heran, kommt aber zum Schluss zu dem Ergebnis, dass Cohen eben nichts für ihn ist. Horgan schildert Cohen als einen Menschen mit einem Kindheitstrauma, der nach dem Tod seines geliebten Vaters (Hirntumor) als Pubertierender zu seiner Mutter ziehen muss, die er sehr wenig schätzt. Kurz danach hat Cohen in Anwesenheit seiner Mutter sein bekanntes "Erweckungserlebnis", als 16jähriger. In der Folge wird die Mutter Schülerin und Anhängerin ihres eigenen Sohnes, bis sie sich endlich entzweit. Sie ist es, die in einem Buch als erste ihren Sohn mit dem Vorwurf angreift, ein machtbesessener "Faschist" zu sein. Man könnte das schon als das neurotische Grundschema bei Cohen sehen: Er hat mittels seiner "Einweihung" seine ungeliebte Mutter zu kontrollieren gelernt. Sie hat ihm das gegeben, was ihm im Verhältnis zu ihr fehlte: Verehrung, zum Beispiel. Allerdings nur eine Zeitlang.

Von Horgan erfährt man auch, dass Cohen bei seinen Retreats zwischenzeitlich in eine Art schamanistischer Verzückung gerät: "His eyes often seemed glazed, or focused on an invisible object a few feet in front of him. Occasionally his eyelids fluttered and his eyes rolled back into his head, so that only the whites showed. The first time this happened, I glanced around to see how others were reacting, but no one seemed surprised." In Horgans Augen ist Cohen in mancher Hinsicht ein besonderer Fall: "a spectacular case of the "I’m enlightened, and you’re not"" einerseits (also diese Gurus mit der narzisstischen Störung), andererseits aber schon ein aktiver spiritueller Forscher. Außerdem tritt Cohen persönlich sehr freundlich und umgänglich auf, man sollte nicht denken, dass er ein Mann wäre mit "psychic powers—or even an interest in paranormal phenomena". Nach einem langen Gespräch (auf der Website protokolliert) verabschieden sich die Beiden: "As soon as this lunch was over I would walk away from him, free to be my flawed, foolish self."
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Smells like Teen Spirit

Ja, Patti Smith hat eine neue Platte, "Twelve", die ausschließlich aus Cover-Versionen besteht. Sie stimmt nur beim ersten Hören nostaligisch. Smiths Interpretationen sind doch zu eigenwillig. Und das nicht ohne Grund. Smith covert nämlich nicht nur vor sich hin, sie bezieht die Jahre, die verflossen sind, mit ein. So hört man bei dem tausendmal gecoverten "Smells like teen spirit" (Nirvana, natürlich) Patti Smith, die als Sechzigjährige auf diese Jahre zurück blickt. Es ist lange her. Natürlich ist die emphatische, traurige Attitüde einer lang zurück liegenden Rebellion nicht mehr da. So marschiert sie ein wenig müde, aber heiter durch diesen Song. Und nach und nach erwacht schon Leidenschaft, falls es eine abgeklärte Leidenschaft geben sollte. Etwas ähnliches zumindest..
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Die Platte des Monats

Aus seinen Depressionen im letzten Jahr erholt -erwacht - entwischt (das Album "Loveheart" habe ich dennoch dauernd gehört) präsentiert sich Merz jetzt beschwingt und befreit. Nicht mehr traurige Mondsüchtige und Sonderlinge, die sich auf einen fernen schwarzen Stern wünschen, sind seine Themen, sondern eine heitere, manchmal sarkastische Stimmung. Merz nennt die Platte einfach Merz. Zum Reinhören empfehle ich "Lotus".

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Merz heisst übrigens Conrad Lambert (im richtigen Leben) und ist ein sehr weitgereister Mensch, um es gelinde auszudrücken. Hier etwas biografisches und hier die wunderbaren Texte.
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Mutti

Ich bin immer noch mit Mircea Eliades* Schilderungen von den Pubertätsriten archaischer Völker beschäftigt. Welcher Aufwand damals betrieben wurde, den Jungen von seiner Mutter zu trennen! Nehmen wir die "rituelle Verkleidung" von Jungen als Mädchen und umgekehrt während der Initiationszeremonien. Die Absicht war es, die "Ganzheit" als Mann-Frau erlebbar zu machen. Das bedeutete auch die Trennung von der Mutter. Manchmal sollen die dabei verabreichten Drogen und "bewusstseinserweiternden" und schreckerfüllten so heftig gewesen sein, dass die Initianten ihr Gedächtnis verloren. Sie wussten nachher wirklich nicht mehr, wer ihre Mutter war. Bei australischen Ureinwohner musste der Initiant sein eigenes Blut trinken- um sich von dem seiner Mutter, dem "Erbkörper" endgültig zu trennen und sich zu reinigen. Es ging darum, das "schlechte Blut" auszutreiben. Das Zerreissen der Blutsbande war ein Urmotiv in den Völkern der ganzen Welt; die Methoden gingen bis dahin, den Jugendlichen schwere Wunden zuzufügen. Diese Pubertätsriten haben "die Tendenz..., immer dramatischer zu werden". Warum nur dieser Aufwand, den jungen Menschen von seiner Mutter zu trennen? Ein von unseren heutigen Idealen weit entferntes Motiv. Wir bemerken allerdings schon mit Sorge, dass Verhaltensauffälligkeiten aller möglichen Art sich heute bei Jungen in weit stärkerem Ausmass zeigen als bei Mädchen. Überhaupt wirken Jungen in der ersten Schulzeit infantiler. Ist das Muttis Einfluss bzw. die fehlende Abnabelung?

Im "Heilpädagogischen Kurs" beschreibt Rudolf Steiner die Muttermilch als die "gute Mumie": "Die ganze Mutter lebt in der Muttermilch." Die Kräfte der Milch sind lediglich "in der Organisation um eine Etage höher" gerutscht. Er sagt es nicht, aber meint offensichtlich den Uterus. Er meint also, die nährenden und gestaltenden Uterus-kräfte wirkten sich nun in der Milchbildung aus. Ein schönes Bild. Er meint auch, dass in diesen Kräften das Seelische der Mutter lebe (der "astralische Inhalt"). Leider tendieren diese Kräfte aber dazu, noch "eine Etage höher" zu steigen, nämlich "bis zum Kopf" der Mutter. Dann kommen die von ihm nicht näher spezifizierten "abnormen Erscheinungen" bei einer Mutter zu Tage. Dieses Klammern und Heften, diese Fernsteuerung der Kleinen, diese unaufhörliche Sorge, dieses Verfolgen in Gedanken. Ich vermute mal, dass Steiner dies meint. Das "das-Kind-nicht-erwachsen-werden-lassen-können".

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Wir brauchen also dringend Initiationsriten, scheint es.
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* "Das Mysterium der Wiedergeburt"
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Initiationsriten

Ich lese gerade mal wieder in Mircea Eliades "Das Mysterium der Wiedergeburt" (Insel-Verlag). In diesem Buch geht es dem Ethnologen und Religionshistoriker Eliade um Praktiken der Einweihung- sei es als Initiationsritus in eine prämoderne Gesellschaft oder in ein bestimmtes Amt wie der Schamane, Medizinmann, etc. Typisch dabei sind in allen möglichen Gesellschaften Riten, die "mit einer bestimmten Anzahl von Prüfungen" verbunden sind, mit "zahlreichen Tabus und Nahrungsverboten".

Ich bin ja überzeugt, dass eines der wichtigsten Riten der Initiationsrituale in unserer Gesellschaft die Führerscheinprüfung darstellt. Auch hiermit sind eine ganze Reihe von Prüfungen verbunden. Man darf keinen Alkohol trinken und muss sich masochistisch einem aufgeblasenen Fahrlehrer unterwerfen, der maliziöse Kommentare über einen abgibt ("Wenn Sie mich umbringen wollen, junge Dame, dann sagen Sie das doch vorher"). Hat man den Schein, gehört man zur Gesellschaft der Erwachsenen. Falls man ihn zeitweilig wieder verlieren sollte, indem man einige spezifische Tabus im Strassenverkehrt wissentlich, dämlich oder beides verletzt hat, wird man wieder in den unmündigen Zustand zurück versetzt, muss entweder Bahn fahren oder liebe Freunde um eine Transportmöglichkeit fragen.

In Bezug auf den Eintritt in die Anthroposophische Gesellschaft fragt man sich, ob auch nicht bei einem solchen Schritt einige kleine Rituale dazu gehören sollten. Das wäre vielleicht würdevoller als das einfache Überreichen einer Mitgliedskarte. Wenn man bei Eliade allerdings die historischen Riten z.B. im alten Australien anschaut, bekommt man auch wieder Zweifel. Schließlich waren mit der Initiation auch bestimmte "Operationen" verbunden wie "Beschneidung, das Ausschlagen eines Zahns, die Subinzision, aber auch die Skarifikation oder das Ausreißen der Haare". Keine Ahnung, was Skarifikation und Subinzision sein sollen. Die Vorstellung, dass im Nebenzimmer des örtlichen Zweigs allen Novizen von einem Dornacher Abgesandten Haare ausgerissen, Zähne ausgeschlagen oder gar Vorhäute demontiert werden, wirkt irgendwie doch wenig attraktiv :-)

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Kulturtage bei "dm"

Alle Jahre wieder rotieren in den bald 900 Filialen der Drogeriekette dm die Auszubildenden: Die Aufführungen im Rahmen der internen "Kulturtage" werden durchgeführt. Viele Auszubildende in allen drei Lehrjahren, die nicht zufällig früher eine Waldorfschule besucht hatten, werden nun zum ersten Mal mit dem Theaterspiel konfrontiert. Die Nervosität vor der Aufführung ist vollkommen berechtigt. Die (professionellen) Regisseure mögen sich ebenso unterscheiden wie Stück und Ort der Aufführung, aber dieser obligatorische Teil der Ausbildung wird stets höchst aufmerksam von den Vorgesetzten beobachtet, die von der untersten bis nahezu höchsten Hierarchiestufe in der ersten Reihe im Publikum sitzen und sich ihre jungen und jüngsten Mitarbeiter interessiert betrachten.

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In der Düsseldorfer Aufführung "Die Totenfeier" führten die Regisseure Donata Teichert und Stefan Preiss die Auszubildenden an eine lange Tafel. Die fiktive Feier nach dem Selbstmord einer gemeinsamen Bekannten wurde mit sehr persönlichen Stellungnahmen, mit fiktiven verbalen Angriffen gegeneinander umgesetzt, wobei nicht nur Texte von Baudelauire, Goethe, Wilde, Rilke und Moliere Teil der Dialoge waren, sondern auch ironische Zitate aus der Feder des obersten Chefs, Werner. Diese Spitzen wurden vielleicht nicht von allen Darstellern als solche verstanden, den zahlreichen Leitungspersönlichkeiten, die anwesend waren, waren sie Anlass zur Erheiterung. Der Sinn des ganzen kulturellen Unternehmens lag einerseits im Teamgeist, in der Überwindung von inneren Widerständen bei den Darstellern, sicherlich aber auch darin, den Geist des Unternehmens als solchen zu beschwören und einen intimen Einblick ins Innenleben der Auszubildenden zu geben. Wer sich drei Jahre lang darstellend vor den Augen seiner Vorgesetzten bewähren kann, ohne einzuknicken, den kann so schnell nichts mehr erschüttern. Wer hier Stärke und Teamgeist beweist, der wird sich auch vor den Kunden beweisen. So liegt das Kalkül dieser Unternehmung sicherlich nicht nur im kulturellen Bereich.

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Mancher der regionalen Leiter und insbesondere der zuständigen Filialleiter(innen) erschien daher auch noch deutlich angespannter als die Darsteller selbst. Es handelt sich offensichtlich um eine Inspektion der besonderen Art, mit einer internen Aufarbeitung aller Leiter im Anschluss an die Aufführung. Anscheinend werden genau hier die unternehmensinternen Positionierungen zugeteilt und eingenommen. So dominant kann Theater für die Unternehmenskultur sein.
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Buddhas Atemlehre

Ich möchte gern auf eine ungewöhnliche Hör- CD aufmerksam machen: Auf Thich Nhat Hanhs "Wunder des bewussten Atmens". Gelesen wird der Text, der eine Interpretation von Buddhas 16 Lehrsätzen über das Atmen darstellt, von Robert Atzorn. Er macht das ganz hervorragend. Hanh, ein vietnamesischer Mönch und Friedensforscher, betreibt eine eigene Schule und eine Art Ashram in Südfrankreich. Offensichtlich ist eine ganze Reihe bekannter deutscher Künstler seit langem von ihm angetan, unter anderem auch Doris Dörrie. Die Hör- CD stellt auf angenehme Weise einen ganzen Kanon von meditativen Übungen dar, der aufeinander aufbaut. Werden am Anfang zunächst in etwas harmloser Weise einfache Atemübungen vorgestellt, steigert sich die Intensität, Weite und Tiefe der Übungen im Laufe des Hörens ganz erheblich, bis hin zu einer nicht ohne weiteres auslotbaren Dimension. Der Text bleibt aber stets in einer kompakten Leichtigkeit und vermeidet jeden Überschwang, jedes überflüssige Dramatisieren und jedes Insider- Vokabular. Diese Mystik hat Hand und Fuss. Ich habe selten eine solche knapp- realistische Darstellung solcher Themen kennen gelernt. Sehr empfehlenswert.
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Das Selbstmitleid des alternden Mannes

"Leid", schreibt Joan Didion in "Das Jahr Magischen Denkens", "ist ein Ort, den von uns niemand kennt, solange wir nicht dort sind". So ist es wohl auch mit dem Alter. Für wen das Alter wann und womit einsetzt oder deutlich wird, ist schwer zu bestimmen; damit geht jeder notgedrungen auf seine Weise um. Für eine Bekannte war es der Moment, als sie im Kreis gleichaltriger Männer plötzlich bemerkte, dass diese zum ersten Mal in ihrer Gegenwart Frauenwitze erzählten. Ihre Gegenwart hätte sie früher daran gehindert; jetzt wurde sie anscheinend als Frau nicht mehr wahr- oder ernstgenommen. Ein Schock. Man verschwindet als geschlechtliches Wesen vor den Augen der Anderen; es ist, als würde einem ein Stück seiner Identität nicht einfach genommen; es ist, als wäre es einfach verdunstet.

Hellmuth Karasek, der Literaturkritiker, wurde in dieser Woche (14.12.2006) in der ZEIT befragt, ob das Alter für ihn auch schöne Seiten habe. Nun ja, er ist immerhin 72. Er ist schlaflos, deprimiert und desillusioniert. Er meint, dass selbst die früheren Vorzüge der Alten, etwas "Weisheit" zu besitzen, durch die "Wissensbeschleunigung" im Internet obsolet geworden seien. Für ihn ist das Alter im Allgemeinen nichts als ein Mangel an Jugend. Im Privaten dagegen steigert sich der allgemeine Verfall bis hin zur reinen Peinlichkeit: Alte Menschen "mag man sich beim Sex nicht gerne vorstellen". Und er selbst hat in seinen Erinnerungen die demütigende Erfahrung geschildert, als alter Mann in eine junge Frau verliebt zu sein und von dieser auf kränkende Weise abgewiesen worden zu sein.
Karasek lässt es zu, dass der Interviewer in den Wunden dieser seiner Demütigung und Dünnhäutigkeit bohrt.

Lieber Herr Karasek, ich denke, das Demütigende an einer vergeblichen, vergebenen oder vergangenen Liebe ist dann da, wenn man sie zu Markte trägt und die Grenze zwischen privatem Selbstmitleid und öffentlicher Zurschaustellung verschwimmt. Wenn man sich als Freak präsentieren möchte wie in einem alten Fellini-Film, ist man in den Gazetten und Talkshows natürlich immer willkommen. Karasek macht aus seinem Selbstmitleid - frei nach Joan Didion- einen "Ort, den jeder kennt". Das ist die Entwürdigung, nicht das Alter an sich.

Zu Karasek und seinem unpraktischen Hantieren mit Ohrenstäbchen noch ein Verriss in der TAZ
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Pluto reloaded

Die Blog-Kultur wächst und gedeiht. Nein, sie wuchert. Nehmen wir mal -nur so zum Beispiel- die ziemlich aktuelle Nachricht vom Verstossenwerden unseres doch irgendwie ans Herz gewachsenen Planeten Pluto. Nicht, dass wir darüber etwas sagen wollen. Wir wollen vielmehr darüber schweigen und nur still in der Blog- Suchmaschine Technorati einmal nach dem Stichwort Pluto nachschauen. Und siehe da: Nur in den Blogs dieser Welt ist über den betrüblichen Fall fast 150000mal berichtet worden. Die revolutionäre Forderung "Free Pluto" (nach "Free Willy", dem ebenso bedauernswerten Wal) ist dabei nicht nur einmal erhoben worden. Dabei zeigt eine Recherche in Google Trends (hier werden die Suchanfragen von Nutzern des Webs aus aller Welt gemessen), dass das Thema eigentlich niemanden besonders interessiert. Und wenn, dann besonders Menschen aus Neuseeland. Die Blogger stürzen sich also auf Themen, die niemanden besonders interessieren. Deshalb berichten wir ja auch nicht darüber. Kein Wort.
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Armer Kerl.
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Unser Grass

"Ist das noch unser Grass?" titelt DIE ZEIT überflüssigerweise am 17.8.2006. "Mein" Grass war er jedenfalls nie. Ich habe auch nie verstanden - Nobelpreis hin oder her- warum dieser nölende, penetrant politisch korrekt zeigefingernde Schriftsteller, dessen Namen jeder kennt und den niemand liest, als der deutsche Schriftsteller schlechthin dargestellt wurde. "Die Blechtrommel" kennt natürlich jeder, aber die Meisten kennen den Titel doch eher als Film. Nun entpuppt er sich auch noch als Karrierist, der erst 60 Jahre lang seine Mitgliedschaft in einem eindeutig doch nicht politisch korrekten Club verschwieg und jetzt, unmittelbar vor Erscheinen seines Lebensrückblicks, eben damit eine Art Sensation produzieren möchte. Selbst das glättet und verharmlost er wieder und wieder in zahllosen Interviews und geriert sich als Betroffener im Angesicht der internationalen Enttäuschung. Es ist zum Totgähnen.
Die Grasssche Windmacherei ist im Angesicht von 60 Jahren Schweigen ein letztes Aufbäumen vor seinem Verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Der mahnende Zeigefinger bleibt uns von nun an erspart. Denn sein Schweigen ist von einer derart gewöhnlichen deutschen Durchschnittlichkeit, dass sich alle Konturen zwischen Mitläufern, Leugnern und Tätern unwiederruflich verwischen. Dass einige eifrige Leser der Egoisten mich nun mahnen, auch die Mitgliedschaft des Priesters der Christengemeinschaft, Friedrich Benesch, neu zu bewerten, finde ich allerdings unangebracht. Erstens hat sich Benesch nie zu seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS bekannt, zweitens waren seine Bemühungen um das Jahr 1939 eine völlig andere Sache. Und drittens hat sich Benesch nach den verfügbaren Quellen auch als nationalsozialistischer Propagandist betätigt. Das sind zwei paar Schuhe, die nicht zueinander passen. Nicht in der Größe und nicht im Geruch.
Und so liegt Henryk M. Broder in seinem SPIEGEL-Kommentar sicherlich richtig, wenn er schreibt: "Aber Grass, der große wortgewaltige GG, der Nobelpreisträger, die moralische Instanz, die Stimme der Entrechteten und Gedemütigten, der Mann für alle Jahreszeiten des Feuilletons, die Quersumme aus Thomas Mann, Frantz Fanon und Popeye, Grass ist erledigt."
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Scene from my life

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Ein weltweit agierender Foto-Blog ist "Scene from my life". Täglich postet ein Fotograf - meist keineswegs Profis - aus seiner Lebensumgebung, was ihm fotografisch publikationswürdig erscheint. Nach einer Woche wechseln Standort und Fotograf. So kann man Woche für Woche mit dieser Website ein anderes Land, einen anderen Kontinent, ein anderes Alltagsleben miterleben.
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Landscape

Neben den weiteren Rubriken sind jetzt noch Landschaftsbilder und Porträts in unserer Downloadseite hinzugekommen. Dazu gehören momentan Fotos an der Nordsee, am Düsseldorfer Hafen und von einer Kirmes. All das wird im Laufe dieses Jahres sicherlich ergänzt und vieles auch wieder ausgetauscht werden.

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Flower Power

Eine kleine Dia- Flashshow mit Fotografien, ausschliesslich von Blumen bzw deren Blüten. Also nix besonderes.
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Genauer gehts noch nicht

..bei Google Earth, jedenfalls was unser Dorf betrifft. Das Haus kann man kaum erkennen. Sehr wohl aber den Feldweg, auf dem ich immer mit dem Hund gehe. Etwas gespenstisch finde ich das schon: Dass man in der über oder über-übernächsten Version von Google Earth damit rechnen muss, im Garten mit der Zeitung fotografiert zu werden, wahrscheinlich mit bödem Gesichtausdruck und einem Fleck auf dem T-Shirt. Oder mit dem Hintern in der Luft beim Unkrautjäten. Unangenehme Vorstellung.

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Yo Punk Ass Bitch

Ursula Rucker, italo-amerikanische Mutter, promovierte Historikerin zum Thema Afrika und Journalistin, ist eine ungewöhnliche Sängerin. Sie ist Feministin und zugleich Sängerin ausgesprochen erotischer Songs. Sie ist vor allem Dichterin, die in der Musik nur ein willkommenes Transportmittel für ihre Gedichte bietet, denen sonst die Publizität fehlen dürfte. So spricht sie auf ihren Platten und in ihren Konzerten mehr als dass sie sänge. Ihre Lieder schrecken vor keinem politischen Thema, vor Rassismus, Sex oder dem Missbrauch von Kindern zurück. Süss ist hier gar nichts. weiter..
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Music for Anthros

Jedenfalls für die, die an Feen und Kobolde glauben. Die kommen bei der Musik von Mum aus Island auf ihre Kosten.

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Tulipan

Die Grosszügige mit dem naiven Touch.
Die Grazile.
Raumfassend, aber zugleich transparent.
Das transzendierte Grün ihrer lappigen Blätter.
Die Bauernkönigin.
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Download unter Grafiken.
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Auf, du froher Wandersmann

Heute wandert man ja nicht mehr unbedingt durch Wald und Wiesen oder durch schnödes alpines Hochgebirge (wenn schon, dann dort bitte mit Mountainbike Murmeltiere erschrecken), sondern es sollte schon eine Himalaja- Tour sein. Zur Einstimmung und Vorbereitung bieten sich erfahrene Reiseunternehmer, aber auch Foren im Internet an.

Im Nepal- Board z.B. fragt eine gewisse Shivaratri: „Habt ihr auch gestern an Schiva gedacht und ein dicke Chillum mit Ganja geraucht?“
Nein, Shivaratri, haben wir nicht. Wir haben Vodka getrunken und an gar nichts gedacht. Ich weiss eigentlich auch nur, dass am 28.2. Losar gefeiert wird, das tibetische Neujahr. Man wünscht sich herzlich „Tashi Delek“ und gut. Und selbst das ist mir nur durch freundliche Hinweise von Exil- Tibetern bekannt, die in der Schweiz eine Trekking- Reise- Agentur betreiben.
reise

Im Nepal- Board erfährt man alles Wissenswerte für solche Reisen: Über Vorbereitung, Ausrüstung, Land und Leute. Im Forum gibt es aktuelle News z.B. über die politische Situation, die zwischen Putsch, Königsterror und maoistischen Überfällen schwankt. Über das grottige Design schweigt man höflich- der Informationsgehalt für Reisende aber ist hoch.
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Schweini im Rheinland unterwegs

Darüber hätten wir vielleicht einfach schweigen sollen. Ich hatte eigentlich auch keine Lust, schon gar nicht auf alkoholische Eskapaden. Aber, meine Güte, es ist eben Karneval. Ich trage ein Schweini- Kostüm, und der Abend plätschert ein wenig vor sich hin, während nebenan der rheinische Bär tobt. Nach einer Anstandszeit stehen die Fässchen einfach auf den Tischen. In der Küche dagegen wird ein edler Ouzo mit Eis in Wassergläsern gereicht. Ich trinke das wirklich auch nur, weil es so schön kühl schmeckt. Und weil es der Völkerverständigung mit einigen bayrischen Gästen zugute kommt. So kommt es dann, wie es kommen musste. Die Reue setzt am frühen Morgen ein, als das Bett Achterbahn zu fahren beginnt. Der Magen auch. Den Rest verschweigen wir beschämt. Ach, jedes Jahr das gleiche!
schweini
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Abend vor Altweiber in Düsseldorf

claudia_kl
Claudia wacht fast einsam über der abendlichen Königsallee. Die Strassen und Geschäfte fast leer, bis auf kleine Pulks von Geschäftsleuten, die aus den Büros strömen. Die U-Bahnstation: Fast verlassen. Düsseldorf sammelt sich für die kommenden karnevalistischen Tage.
Bild in grossem Format hinterlegt in den Grafiken.
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Gefühlvolle Balladen

Ich habe ja sehr lange überlegt, ob ich etwas über ihn bringe. Manche Songs von ihm gehen mir einfach auf die Nerven, manche finde ich belanglos, manche schnulzig. Wenn man es aber folkig mag, kommt man an den Balladen von Sufjan Stevens nicht vorbei. Denn dazwischen sind - auch auf seiner letzten CD - so gefühlvolle Perlen, dass man sogar seine etwas krampfig -rockigen Eskapaden verzeiht.
sufjan
Ich finde es ja auch etwas geschmacklos, über den Massenmörder Gacy gefühlig zu singen, aber dafür entschädigen das fröhliche Casimir Pulaski Day oder die wunderbaren "Seer Towers". Auf seiner Website (leider zur Zeit nicht erreichbar) erzählt er die sehr merkwürdige Geschichte, wie er als Findelkind von Hippieeltern aufgezogen wurde: "Sufjan Stevens was found in a milk crate on the doorstep of Mr. and Mrs. Stevens, in Detroit, MI, on Canada Day, July 1, 1975. He was wrapped in cellophane, and tagged on the wrist with the mysterious note: "I love you." Mr. and Mrs. Stevens had three other children: Jo-Jo, Zukey-Dukey, and Jam-Jam. Mrs. Stevens crocheted afghans for the flea market. Mr. Stevens was the custodian at the hospital. They had very little money, but very big hearts. They decided to keep the baby (using the milk crate to hold their National Geographics). They named him Sufjan Stevens, after Abu Sufjan Muhammad, the great Armenian Sufi warrior who slew ten thousand dragons to save the Fairy Princess. Despite his despondent looks, Sufjan was a good kid. Mr. and Mrs. Stevens did the best they could. They fed him carrots, they read him parts of the Bhagavad Gita, they combed his hair, they sang songs and tap-danced in the living room. Things were looking good!"
Und so sehen sie auch jetzt aus. Sein neues Album ist angekündigt.
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Melancholische Katze

Keine Ahnung, warum Cat Power ihre neue, in Memphis aufgenommene Platte (hier der Link zu iTunes) "The Greatest" betitelt. Das ist ein wenig missverständlich bei einer derart minimalistischen Sängerin, die sich meist lediglich mit monotonen Klavier- und Gitarrentönen begleitet, aber auch in der Hinsicht, dass man bei diesem Titel zunächst erschrocken an ein "Greatest Hits". Album denkt. Auf dem neuen Album sind aber Band, Streicher und leider auch einige Countryklänge präsent. Ihre tiefe, brüchige Stimme ist dennoch das vorherrschende Stilmittel. Ehrlich gesagt finde ich sie auf früheren Alben konsequenter, denn dieses nun manchmal fast poppig daherplätschernde musikalische Gemisch verwässert das, was ich persönlich an ihr seit Jahren schätzte.
catpower
Dennoch, wie ein Kritiker eines ihrer Konzerte in Australien schreibt: "Fuck the business shit, this girl is bringing back the art." Cat Power heisst übrigens Chan Marshall und ihr erstes Album erschien vor neun Jahren. Mein Lieblingslied, "Red Apples" stammt von dem 2000 erschienenen Cover- Album "The Covers Record". Eindringlich, monoton, bestechend. Eine melancholische Katze mit ganz eigener Kraft.
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Gonzalez

Dass dieser ausgewachsene Melancholiker, nur mit seiner Stimme und einer klassischen Gitarre vor dem Mikrophon, ausgerechnet ein Schwede ist, würde man kaum vermuten. Hier eine Hörprobe. Der Sänger ist 27 Jahre alt, und dieses ist sein Debutalbum. Er siedelt sich in die Tradition zwischen Cat Power und Elliot Smith ein, mit einer ordentlichen Prise Nick Drake. Sicherlich ist seine Gitarrentechnik herausragend, aber ein wenig Abwechslung zwischen den Klampfenklängen hätte doch gut getan. Als im letzten Lied seiner CD dann mal eine Trompete erklingt, ist man ja erstaunt. Dennoch eine sehr schöne Platte, die ich mir gleich beim Erscheinen bei iTunes gekauft habe. Wer ihn auf seiner Website - die übrigens schön zeigt, wie überflüssig Flash. Website- Programmierung sein kann - besuchen möchte, de schau mal hier.

gonzalez

Ach ja, Birkenstockträger und Sozialarbeiterinnen werden ihn auch mögen. Die Platte ist trotzdem schön.
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Antony and the Johnsons

Ich bin nicht einmal sicher, ob ich diese Musik empfehlen kann, so sehr fällt sie aus allen Mainstreams hinaus. Soll man das Pop oder Folk zuordnen, oder nicht viel besser der Klassik? Ist es nicht vielmehr Soul? Schwere Entscheidung. Aber andererseits, wo und wann sang jemand mit solcher unverstellter Inbrunst von seiner Angst, allein zu sein, wenn er stirbt? Hier ein Ausschnitt aus diesem Lied.
antony


Natürlich ist nicht nur die musikalische Zuordnung, die es so schwer - aber auch interessant macht, über diese Band irgendein Urteil zu bilden. Es ist auch diese Stimme, die so unbekümmert männlich und weich zugleich ist. Eine sehr starke Stimme, mit unvermuteten Modulationen und einem erheblichen Umfang. Dazu irritieren noch die Inhalte, wenn der Sänger trotzt, dass er heute mal ein Junge ist und von jemandem sehnsüchtig wünscht, er möge sein Ehemann sein. Man muss Antony einfach hören. Daher hier noch ein paar Beispiele. Für die Fans des iTunes-Music-Stores moch ein weiterer Link, der iTunes auf Ihrem Rechner öffnen sollte.
Ich hör übrigens schon den ganzen Tag. Passt in den November.
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Bart unterwegs

Bart Pogoda aus Warschau reist einen erheblichen Teil des Jahres und macht Fotos dabei. Ich bin mir nicht sicher, ob er ein Reisender ist, der fotografiert- oder umgekehrt. Dennoch gelingen Pogoda vor allem auf seinen Reisen im Fernen Osten wunderbare Aufnahmen mit grosser Ausdruckskraft. Zumindest ab und zu.
bart_pogoda
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Ziboy spinnt

Ich weiss nicht, was ihn neuerdings reitet. Seit langer Zeit ist Ziboy einer meiner Lieblingsfotografen, da er ständig ungeschminkte, unkommentierte und unkonventionelle Fotos aus seiner Stadt Peking ins Netz stellt.
ziboy
Zwischen Punks, Arbeitern, Studenten und militärischen Aufmärschen blitzt der chinesische Alltag auf wie wohl kaum irgendwo sonst. Leider sind die Seiten, die stets eine ganze Reihe von aktuellen Fotos enthalten, kaum noch zu laden, weil die Bilder mit 300 dpi ins Netz gestellt werden. Oder haben die chinesischen Zensurbehörden seinen Traffic beschränkt? Jedenfalls ist das Blättern in den Archiven zur Geduldsprobe geworden.
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Nordlichter

Norio Matsumoto- Japaner, 33 Jahre alt- ist ein ungewöhnlicher Mann. Er zieht mit einem Zelt und einem Schlauchboot monatelang im Sommer wie im Winter in die Wildnis Alaskas, um dort Naturaufnahmen zu machen- teilweise in arktischen Regionen. Dabei gelingen ihm ganz ungewöhnliche fotographische Naturaufnahmen von Wäldern, Schneelandschaften, Bergen, Walen- vor allem aber von Nordlichtern. Leider werden diese berührenden Bilder auf der Website etwas klein formatig präsentiert. Dennoch: "touching".
matsumoto
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Jeden Tag ein Bild aus dem Kosmos

Katzenaugen, entkernte Galaxien, Sonnen im postmateriellen Nirvana, Stürme auf dem Saturn, Kometen und perforierte Monde: Die Nasa stellt hier jeden Tag ein Bild bereit. Anthroposophen haben dabei die "Geheimwissenschaft im Umriss" auf dem Schoß - die Anderen geniessen einfach den Anblick.
katzenauge
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