Foxconn
07.Mär.2010 00:21 Uhr Abgelegt in:Gesellschaft | Technik
Natürlich erwarten wir Correctness allerorten. Wir wünschen uns eine ethisch verantwortlich geführte Welt um uns herum - politisch, ökologisch, genderspezifisch, sexuell, wirtschaftlich, finanziell. Wenn wir investieren können, wünschen wir ein Finanzprodukt, das statt atemberaubendere Rendite lieber ökologisch engagiert arbeitet. Das Essen soll -wenn es denn möglich ist- aus biologisch korrektem Anbau stammen. Auf Facebook startet eine korrekte Initiative nach der anderen, die Druck auf Erzeuger, Politiker und Journalisten wie Anne Will aufbauen soll. NIKE- Schuhe, in Kinderarbeit hergestellt, sind ein absolutes No-Go. Viele Firmen wie McDonald haben sich umgestellt und starten Gegenkampagnen, um gegenüber eventuellen medialen Angriffen gewappnet zu sein. Natürlich sind die Burger genau so fett und zuckrig wie zuvor, aber vegetarisch. So was macht zwar auch dick, aber zufrieden.
Andere halten sich an diese neue Correctness - Ethik nicht besonders. Nehmen wir zum Beispiel mal Apple, diesen Hort der Exklusivität, Ästhetik und Usability. In den letzten Jahren sind diese Produkte auch durch ihr Image massentauglich geworden. Sie repräsentieren ein Stück Zeitgeist. Produzieren lässt Apple allerdings ganz gewöhnlich beim chinesischen Hersteller Foxconn und anderen, und die haben einen doch sehr schlechten Ruf: „Now here’s something you don’t here much about when it comes to Apple’s products: their assembly. According to an article published by Macworld UK, the workers who assemble iPods are mainly female (because females are “more honest than male workers”) and earn as little as $50 per month, although they work 15 hours a day. The dormitories of one plant, located in Longhua, Shanghai, each house 100 people and do not permit visitors from the outside.“ Kasernenartige Einpferchungen von Apple- Arbeitern wurden schon vor drei Jahren gemeldet.
Immerhin reagierte Apple und strengte eine Untersuchung an: „Apple has begun a thorough audit of the manufacturing plant operated by Foxconn in Longhua, China, including employee working and living conditions, interviews of employees and managers, compliance with overtime and wage regulations, and other areas as necessary to insure adherence to Apple's supplier code of conduct, Apple said in a statement provided to Macworld .“ Apple startete eine Initiative, um die Umweltverträglichkeit seiner Produkte zu dokumentieren, zeigte hübsche chinesische Arbeiterinnen auf Fotos und formulierte gewisse ethische Grundsätze bei der Produktion. Foxconn kann sehr hübsch sein.
Journalisten werden aber, wenn sie sich dem Foxconn- Gelände nähern wollen, nach wie vor rüde abgehalten: „Reuters reported on Wednesday that one of its reporters had been roughed up by security guards outside the factory of Apple component supplier Foxconn in Longhua, China. It was yet another outrageous display of the extremism Apple has promulgated in its obsessive demand for secrecy.“ (Macworld) So wünscht sich die Macintosh- Gemeinde im gerade genannten Artikel doch nichts mehr, als dass Apple, statt Journalisten zu jagen, vielleicht doch lieber etwas Druck auf Foxconn ausüben möge, um die von Apple so schön aufgeführten ethischen Grundsätze wenigstens ein bisschen umzusetzen: „Could Apple do more to pressure Foxconn to be a kinder and gentler hardware manufacturer in a highly repressive country? Maybe. At least it does try, though not to hear Tennant tell it. Maybe Dell and all the other companies that use Foxconn could pressure it more, too.“
Ein frommer Wunsch. Billige Massenproduktion unter unwürdigen Umständen und ein gleichzeitiges High- Class- Image beim westlichen Konsumenten versprechen immer noch die beste Rendite. Vielleicht hilft ja eine Facebook- Kampagne.
Andere halten sich an diese neue Correctness - Ethik nicht besonders. Nehmen wir zum Beispiel mal Apple, diesen Hort der Exklusivität, Ästhetik und Usability. In den letzten Jahren sind diese Produkte auch durch ihr Image massentauglich geworden. Sie repräsentieren ein Stück Zeitgeist. Produzieren lässt Apple allerdings ganz gewöhnlich beim chinesischen Hersteller Foxconn und anderen, und die haben einen doch sehr schlechten Ruf: „Now here’s something you don’t here much about when it comes to Apple’s products: their assembly. According to an article published by Macworld UK, the workers who assemble iPods are mainly female (because females are “more honest than male workers”) and earn as little as $50 per month, although they work 15 hours a day. The dormitories of one plant, located in Longhua, Shanghai, each house 100 people and do not permit visitors from the outside.“ Kasernenartige Einpferchungen von Apple- Arbeitern wurden schon vor drei Jahren gemeldet.
Immerhin reagierte Apple und strengte eine Untersuchung an: „Apple has begun a thorough audit of the manufacturing plant operated by Foxconn in Longhua, China, including employee working and living conditions, interviews of employees and managers, compliance with overtime and wage regulations, and other areas as necessary to insure adherence to Apple's supplier code of conduct, Apple said in a statement provided to Macworld .“ Apple startete eine Initiative, um die Umweltverträglichkeit seiner Produkte zu dokumentieren, zeigte hübsche chinesische Arbeiterinnen auf Fotos und formulierte gewisse ethische Grundsätze bei der Produktion. Foxconn kann sehr hübsch sein.
Journalisten werden aber, wenn sie sich dem Foxconn- Gelände nähern wollen, nach wie vor rüde abgehalten: „Reuters reported on Wednesday that one of its reporters had been roughed up by security guards outside the factory of Apple component supplier Foxconn in Longhua, China. It was yet another outrageous display of the extremism Apple has promulgated in its obsessive demand for secrecy.“ (Macworld) So wünscht sich die Macintosh- Gemeinde im gerade genannten Artikel doch nichts mehr, als dass Apple, statt Journalisten zu jagen, vielleicht doch lieber etwas Druck auf Foxconn ausüben möge, um die von Apple so schön aufgeführten ethischen Grundsätze wenigstens ein bisschen umzusetzen: „Could Apple do more to pressure Foxconn to be a kinder and gentler hardware manufacturer in a highly repressive country? Maybe. At least it does try, though not to hear Tennant tell it. Maybe Dell and all the other companies that use Foxconn could pressure it more, too.“
Ein frommer Wunsch. Billige Massenproduktion unter unwürdigen Umständen und ein gleichzeitiges High- Class- Image beim westlichen Konsumenten versprechen immer noch die beste Rendite. Vielleicht hilft ja eine Facebook- Kampagne.
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