Philippe Jaroussky


Ja, ich weiss, es ist so etwas wie Händeljahr, und natürlich macht die Website der Deutschen Grammophon darum ein ordentliches Getöse. Bei mir ist schon seit drei Jahren Händeljahr, quer durch eine Reihe von Opern. Digitalisierte Fernsehauftritte, Konzerte, Reportagen, Biografien. In Frankreich scheint ein regelrechter Barockmusik-Boom ausgebrochen zu sein, wenn man Auftritte des dortigen Barock- Countertenor- Stars Philippe Jaroussky ansieht. Empfehlenswert finde ich den neuen Download- Service von Amazon- man installiert ein Ladeprogramm, und dann hat man die Aufnahmen schon in iTunes oder Mediaplayer. Bezahlt wird wie üblich, Preise auch. Aber die Qualität ist überzeugend, wenn sie auch nicht an die der Deutschen Grammophon heran reicht. Dafür hält die DG sämtliche Einkäufe zum späteren erneuten Download ständig online zur Verfügung- ich habe das ein Jahr lang beobachtet. Das ist ein guter Service.

Aber kehren wir zurück zum Countertenor- Star Jaroussky. Es gibt ja in den letzten 10 Jahren eine immer grössere Breite in der Art der Interpretation von Händel. Die stark in den Vordergrund geschobenen, ätherischen oder auch dynamischen Frauenstimmen können ebenso wie vernuschelte Chöre und transusige Stardirigenten auf Dauer in Ermüdung versetzen. Da ist so eine Aufnahme von Rolando Villazon, den man sonst eher in seichten Gewässern an der Seite von Netrebko vermutet, schon erfrischend. Seine Händel- Aufnahme ist momentan zu Recht ein Klassik- Hit, auch wenn man sonst nicht viel von ihm hält.

Also greifen wir in Sachen Stimmen doch tatsächlich mal zu einem fantastischen Countertenor wie Philippe Jaroussky. Der steht stimmlich zwischen den Höhen der Damen und dem Dean Martin des Händelvortrags, Villazon. Besonders empfehlen für Anthroposophen & andere Hartgenossene kann ich „Beata Vergine“-früh- barocke Preisungen der Jungfrau. Hört man „Stabat mater dolorosa“, ist man in einer anderen Welt. Oder nehmen wir seine Monteverdi- Duette zu dessen Theater der Liebe. Das eine oder andere sollte man gehört haben, bevor man stirbt. „Beata Vergine“ würde ich bei denen vorziehen, die gerade nicht der Frühlingshafer sticht.

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