King of Pop

„King of Pop“ war schon der richtige Ausdruck für ihn- König einer Seifenblase.
Es ist schlimm genug, wenn Männer nicht erwachsen werden können und ihr Leben in einer Rummelplatzattrappe wie der Neverland- Ranch, zwischen Sauerstoffgeräten, Affen und kleinen Jungen verbringen. Eigentlich nicht einmal nicht erwachsen, sondern vollkommen infantil.

Aber wenn sie auch noch mit der Rolle, die sie auf der Bühne darstellen, rettungslos verwachsen, und im Bemühen, sich durch zahllose Schönheitsoperationen dem Fake ihrer selbst immer weiter anzunähern, allmählich zur Maske erstarren, deren sämtliche Gesichtsmuskeln wie mit Beton ausgegossen wirken, sind sie schließlich wie nicht von diesem Planeten. Michael Jackson, dessen „Herzinfarkt“ sich am Ende wahrscheinlich als euphemistische Bezeichnung für ein toxisches Bewusstseinsexperiment heraus stellen wird, war am Ende - wenn auch auf in der Erscheinung andere Art- so grotesk wie Elvis Presley. Gerade die völlige Verzeichnung macht Beide zu ewigen Pop- Ikonen. Denn von grotesken Verzeichnungen im Stil einer Comic- Welt lebt eben dieses Business.

Vermutlich wird in den nächsten Monaten jeder, der eine Klampfe tragen kann, Michael Jackson- Lieder klimpern. Keine Gartenparty ohne Peter Pans Oldies. Er wird auf ewig König seiner Seifenblase bleiben.
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