Dieckmann

Hans-Peter Dieckmann: Anmerkungen zur meditativen Praxis

Man hört oft, dass manche Menschen im meditativen Prozess seelisch verändern, aber nicht unbedingt zu ihrem Vorteil. Manchmal scheinen problematische seelische Reflexe erst richtig frei zu werden.

HP: Trotzdem sage ich mir: ob mein Meditieren das zähe Seelische nachhaltig verwandelt, hängt nur von meiner Ausdauer sowie der Intensivierung meines Meditierens ab. Und verschlimmert das Meditieren seelische Verfassungen wirklich? Ich meine, es macht sie “nur“ deutlicher bewusst und provoziert die Auseinandersetzung.

Man hört auch gelegentlich, dass erst eine Schwächung des physischen Apparates auch im Sinne einer Erkrankung manche Menschen zu „Fortschritten“ in ihrer meditativen Praxis bringen soll.

HP: Ein “Knacks“ der Physis mag Kräfte frei setzen. Ich kenne diese Freisetzung in Richtung Geist aber nur durch das Älterwerden und damit unter anderem als Meditationserleichterung. Mein Krebs jedoch fordert viele Kräfte, die ich sonst für meine okkulte Entwicklung zur Verfügung hätte. Denn es sind schließlich umgewandelte Heilungskräfte, die wir nach Rudolf Steiner für den Aufbau übersinnlicher Wahrnehmungsorgane und jedes höhere Erkennen verwenden. Ich verzichte deshalb lieber – und doch entgegen meinem Wunsch – auf das meditativen Training an der Natur. Andererseits behinderte ich ohne die Krebsbewältigung meinen okkulten Weg.

Dass wir unterschiedliche Arten des Erlebens in der meditativen Praxis haben, ist ja in unseren Gesprächen klar geworden. Wie würdest Du Deinen Zugang beschreiben?

HP: Die Art unseres geistigen Erlebens und was wir erkennen hängt zunächst bestimmt von Vorlieben und Prägungen mit ab und dabei gut möglich von früheren Einweihungen, neben den gegenwärtigen Schulungsbedingungen. So liegt mir das Imaginative einfach und zwar sowohl in Form von symbolischen Bildern, die sich aus Sinneselementen zusammensetzen und auf das Übersinnliche nur hinweisen, als auch in Form von Energiewahrnehmungen und Wahrnehmungen von Eigenschaften als Licht, die dann oft von Wärme- und Kälteeindrücken und seltener von einem geistigen Schmecken begleitet sind. Man kann zum Beispiel Reinheit schmecken, faszinierend!

Und wie vielfältig sind die übersinnlichen Licht-, Wärme- und Kälte-Eindrücke! So sah ich etwa eine in mich einströmende Liebe als warmes Licht, während sich mir eine mein Ich stärkende Kraft als klares Licht zeigte. Die Herkunft der Liebe blieb mir verborgen, doch die mein Ich stärkende Kraft enthüllte zugleich ihre Sternenherkunft, in der aber auch Hoheitliches lebte, das mir als Wesensausdruck evident wurde. Das Dämonische – je nach Grad und sofern ich es kenne - kann sich grell überspitzt oder auch düster und als eiskaltes Licht zeigen, wobei für mich gleich Leidenschaften, Bosheiten und gegebenenfalls Intelligenz und Absichten mit offenbar werden. Je bewusster ich Eigenschaften und Fähigkeiten erfasse, desto näher bin ich ihrer Wesensquelle, die mir dann mit den Imaginationen in Erfahrung treten kann. Bei meiner letzten Begegnung hieß mich ein freundliches Ich symbolisch mit ausgebreiteten Armen an der Schwelle zur geistigen Welt willkommen und schickte mir den Gedanken: „Was hinter der Grenze liegt, steht dir offen.“ Ich freute mich über diese Aussicht und so herzlich angenommen zu sein - und schreckte doch zurück: sterben will ich ja noch nicht! Aber vielleicht waren ja auch nur Einblicke ins Übersinnliche gemeint.

Ich habe Dir ja erzählt, dass es bei mir weniger imaginativ geschieht, sondern mehr im Sinne eines Plastischen- sowohl was die Selbsterfahrung anbelangt als auch das, was mir dabei an Erfahrung entgegen kommt, in aus sich selbst gespeisten wolkigen Massen, die einen Schaffens- Charakter haben, ein unentwegt produktiv Wirkendes.

HP: Ja, dieses Quellen von innen heraus, über das eine Ich-Präsenz ihr Kleid schafft und sei es als Wolke. Plastizieren ist für diese Tätigkeit ein gutes Wort, das aber doch bereits über die bloße geistige Leiblichkeit hinausweist.
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Abschied von Hans-Peter Dieckmann

Es wird einsamer bei den Egoisten. Einer unserer langjährigen Autoren, Hans-Peter Dieckmann, ist am 6. Januar verstorben. Seine Aufsätze, die sich vor allem mit dem Thema anthroposophische Meditation beschäftigten, können auf einer für ihn eingerichteten persönlichen Seite gelesen werden. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit, die er auch auf einer eigenen Website und in zahlreichen Seminaren, die er gab, zum Ausdruck brachte, war sein Interesse für den west- östlichen Grenzgänger Sri Aurobindo. Hans-Peter war vor allem 2009 und 2010 aktiver Autor bei den Egoisten; er legte dabei gern längere Pausen ein, weil, wie er schrieb: „Ich möchte kein Internet-Mensch sein.“ Als er sich 2011 immer noch nicht gemeldet hatte, schrieb ich ihn an und erfuhr von seiner gerade ausgebrochenen schweren Erkrankung. Diese war im September 2010 entdeckt worden. Er war willens, sich einer gefahrvollen und radikalen Chemo- Therapie und weiteren Behandlungen zu unterwerfen, denn es gab keine Alternative: „Die Folge wäre mein Tod. Ohne Behandlung hätte ich nur noch ungefähr ein halbes Jahr zu leben.“ Seine Beanspruchung war zu groß, um weiter Artikel schreiben zu können, aber er hoffte: „Aber später, so hoffe ich, kommt wieder mal ein Artikel von mir, dann wohl so ab Januar 2012.“ Am Anfang der Behandlung schlug sich Hans-Peter herum mit Fragen nach persönlicher Schuld, aber auch mit den ihm verbleibenden Perspektiven, aber er wusste auch in den schwersten Momenten: „Durch mein Meditieren gewinne ich immer wieder Aufbauendes, mit meinem Lösen.“

Die Perspektive der gemeinsamen Arbeit blieb ihm wichtig: „Dabei lag und liegt mir an den Egoisten: an der Aufklärung zum Beispiel zu Benesch und zum Nationalsozialismus überhaupt sowie zu Scaligero; an den vielen Beiträgen zur Meditation aus eigenem Erleben und u.a. mit positiven Bezügen auf Kühlewind, den meditativen Scaligero und zu buddhistischen Elementen: wo im Internet wird sonst so offen über eigene spirituelle Erfahrungen berichtet, obwohl das ganz gewiss dran ist?; aber mir lag und liegt auch an Deinen Geschichten aus dem Leben wie jetzt “Radiologische Mysterien“ und an Deiner Folge “Karls Jahr“; selbstverständlich vieles davon als im Prozess verstanden, ja teils als Versuch und damit entwicklungsfähig, individuell, aber zugleich bei einer klaren Wertschätzung von Steiners geisteswissenschaftlicher Methodik als Grundrüstzeug – und was mir noch sehr wichtig ist: bei einem freien Geistesleben: Wolfgang Garvelmann etwa konnte und kann sich ausführlich für Judith von Halle einsetzen, während Du sie recht kritisch behandelst. Für mich war es außerdem reizvoll, auf meine Artikel ein vielfältiges Feedback zu erhalten und ich freue mich, dass sie inzwischen sogar verstärkt gelesen werden.“ Aber trotz dieser Bindungen und Bezüge, trotz der meditativen Arbeit, die er immer und immer intensiver fortführte, trotz der engen familiären und freundschaftlichen Bindungen, gab es auch für ihn diese bodenlose Augenblicke: „.. allerdings habe ich dunkle Tiefen erlebt: die erste Krebsnachricht traf mich so heftig, dass ich das Krankenhaus wie ein Toter unter Lebenden verließ.“ Durch seine meditative Arbeit konnte er sich immer wieder neu diesen emotionalen Tiefen entziehen: „Dass ich einen Boden in mir aufrechterhalten und neu bauen konnte und kann, verdanke ich – wie erwähnt - stark meinem Meditieren: in der Tat im Stehen vor der geistigen Welt, wahrhaftig, so gut mir das jeweils gelingt und deshalb in gewisser Weise wirklich freier als im Alltag, denn so bin ich auch mehr aus meinem Eigentlichen orientiert. Ich schaffe oder empfange dann besser Einsichten und helfende Imaginationen, zu einem Meditationsthema oder in innerer Stille.“

Im August letzten Jahres wurde klar, dass es - trotz der hochdosierten Chemotherapie nicht einfach werden würde: „..durch die zwei neuen Chemos ist mein Krebs zwar deutlich zurückgegangen, aber nicht weit genug. Es steuert also auf die Transplantation von fremden Stammzellen zu.“
Hans-Peters Naturell war trotz der immer wieder erfolgenden Rückschläge so positiv gestimmt, wie unter diesen Umständen nur möglich, denn so war er einfach und so fühlte er sich auch selbst: „Doch trotz der Chemos, was Du als Frische und Zukunftsorientiertheit meiner letzten Mail erfährst, fällt mir meistens eher leicht: es entspricht mir einfach und wird ja obendrein von mir besonders meditativ bestärkt. Du musst Dir meine positive Gestimmtheit nur eben im Zusammenhang mit anderen Stimmungen im Hinter- und ab und zu auch im Vordergrund vorstellen.“ Spirituell bemühte er sich, die Rosenkreuz- Meditation Rudolf Steiners zu praktizieren, in der er erlebte, dass dabei ein schützender Raum gebildet wurde. Das „Erfühlen des Übersinnlichen“ und lebhafte Imaginationen wurden ihm ein stetiger Begleiter. Trotz deutlicher Erfolge in den ständigen therapeutischen Maßnahmen gab es deutliche Rückschläge, auch nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus. Er hielt an vielen Initiativen fest, die er 2012 beginnen wollte und wünschte auch, einiges an Persönlichem zu klären. Dazu ist es nicht mehr gekommen.
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Hans-Peter Dieckmann: Lasse tragen deine Seele von meiner starken Kraft

Wenn ich Achtsamkeit zu meinem Meditationsthema mache, weiß ich eigenständig vorweg, was Achtsamkeit bedeutet. Ich verstehe Achtsamkeit ja als Idee, um von dieser Idee ausgehend, Achtsamkeit als meine Bewusstseinshaltung zu erzeugen. Immer wieder erschließen sich mir allerdings neue Grade von Achtsamkeit, manchmal (bildhaft ausgedrückt) mit “an ihren Rändern“ erspürten Bewusstseinsgrenzen, die ich dann aber deutlich als vorläufig erfahre. Vor den “Rändern stehend“ erscheinen sie wie Schwellen, die es zu überschreiten gilt: jedoch als mein Aufklaren für sie, womit sie einfach fortfallen; nicht als das Zurücklegen einer räumlichen Strecke. Bei voller Einstiegskonzentration vergesse ich meinen Körper in diesem Prozess und werde zu meinem jeweiligen Achtsamkeitslevel, aber wenn ich darin gefestigt bin, kann ich gut zugleich meinen Körper und genauso gut auch eventuell auftretende Gedanken und Gefühle ins Bewusstsein nehmen. Dank meiner Achtsamkeitswarte beobachte ich sie nun weniger verflochten und Lösungen und Entspannungen entstehen wohltuend aus jedem Durchschauen bis über die Meditationszeiten hinaus.


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Hans-Peter Dieckmann: Und die Nilpferde kochten in ihren Becken

Seit den 1970er Jahren begleiten mich von Zeit zu Zeit Bücher von Jack Kerouac und William S. Burroughs, wobei ich mir zu den Romanen von Burroughs etwa seit “Naked Lunch“ immer eher nur ein Lesen von Abschnitten zugemutet habe. Wer in abscheuliche Höllenwelten hineinschauen möchte, gewinnt dafür bei ihm auf tausenden von Seiten viele Gelegenheiten; sicher: sie sollen auch verdrängte persönliche, gesellschaftliche und archetypische Realitäten aufdecken, leisten das nach meinen Eindrücken teils sogar wirklich, doch … Burroughs arbeitete nach seinem bekannten “Naked Lunch“ oft mit der so genannten Cut-up-Methode: Texte oder auch Tonbandaufzeichnungen werden bei ihr zerschnitten und zufällig zusammengesetzt, was laut ihm zu sehr interessanten Nebeneinanderstellungen führen kann, von denen aber nur einige literarisch verwertbar sind. Einem Interviewer erläuterte er: „Sie fragen sich, wie sich die Sequenzen und Rhythmen ordnen, nun, sie tun es überhaupt nicht. Die Cut-ups ergeben neues Material, aber sie sagen einem nicht, was man damit tun soll.“

Das ist der springende Punkt. Wenn Burroughs über seine Bücher reflektierte, ist er für mich immer noch viel spannender und manchmal anregender als in seinen Romanen; zum Teil nahm er dabei einen bemerkenswert nüchternen Beobachterstandpunkt ein, der seine Höllenwelten vergleichsweise hell kontrastiert.

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Hans-Peter Dieckmann: Melodie und Stille

Ich war mir nicht sicher, ob das Niveau von Georg Kühlewinds Büchern gewahrt bleiben würde, als die Nachschrift eines von ihm im Jahr 2005 gehaltenen Seminars unter dem Titel “Melodie und Stille“ (Verlag Freies Geistesleben) im Dezember des vergangenen Jahres erschien. Doch zu dieser Veröffentlichung heißt es in den Anmerkungen: “Der Originaltext der Aufzeichnung wurde für die Buchveröffentlichung an wenigen Stellen gekürzt sowie, bei weitestmöglicher Wahrung des authentischen Tones, im Sinne der Lesbarkeit und Verständlichkeit sprachlich bearbeitet.“ Das ist sehr gut gelungen. Mit den Einschränkungen, die sich aus der gedruckten Form ergeben, liegt nun etwas von der anregenden Lebendigkeit der Seminare Georg Kühlewinds vor. Wie zum bestimmt unbeabsichtigten Vermächtnis leuchten in “Melodie und Stille“ noch einmal viele seiner großen Themen zur Einheit verwoben auf: seine Aufmerksamkeitsschulung mit seiner spirituellen Erkenntnistheorie, Psychologie und Linguistik als Bahnen zum Logos, zur Leere und zur Kunst. So sehr Georg Kühlewind Ausführungen etwa von Rudolf Steiner, von (auch modernen) Zen-Meistern und Anstöße aus der Kunst verarbeitet hat und in diesem Seminar mit vielen biographischen Bezügen darstellte, war er immer unverwechselbar und kreativ er selbst.

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Hans-Peter Dieckmann: Erkenntnis und Selbstbestimmung



Gewöhnlich kommen wir denkend zu Erkenntnissen, aus reinem Nachdenken mit oder ohne Beobachtungsbezug. Sollte man meinen, oder? Ich finde zumindest, das wäre angebracht, denn wir wissen ja was für Urteile entstehen, wenn wir uns durch Emotionen oder zum Beispiel Begehren beeinflussen oder regelrecht hinreißen lassen. Denkend orientiert man sich mehr am Thema und bleibt beweglicher, eben weil man das Thema in den Mittelpunkt stellt und nicht sich selbst mit seinen Vorlieben. Dabei verstehe ich unter Denken noch kein meditatives Denken, sondern einfach ein alltägliches Denken, bei dem es um sachliche Klärungen geht. Selbst wenn dieses Denken keine spirituellen Erkenntnisse berücksichtigt, betätigt es sich bereits im übersubjektiven Geist und kommt ihnen damit entgegen. Zu Änderungen des Verhaltens führen seine Erkenntnisse allerdings nur, wenn sie durch Fühlen und Wollen eine genügende Zustimmung erfahren, die beim Streben nach Objektivität aber schon auf die Bereitschaft gestimmt sind, Erkenntnisse in Taten umzusetzen.

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Hans-Peter Dieckmann: Der Zypressenbaum im Hof



"“Der Zypressenbaum im Hof“ ist ein Meditationssatz von Georg Kühlewind. Ich kann mir den Baum als blaue Säulenzypresse vorstellen, aber auch grün oder gold-gelb, um mich dann auf meine Vorstellung zu konzentrieren, mit der ich die blaue Säulenzypresse mitten in einen Hof voller Sonnenlicht stelle, der von weiß getünchten Häusern begrenzt wird. Ich kann, also habe ich die Wahl, auch in Bezug auf die Gestaltung des Hofes. Mir fallen meine Gestaltungsmöglichkeiten auf, doch schnell richte ich meinen Fokus wieder auf das Thema, wobei aber mitschwingt, dass es meine Gestaltungsmöglichkeiten auch begrenzt. Es geht schließlich um einen Zypressenbaum im Hof, nicht um eine Birke auf freiem Feld. Beim Denkblick auf meine Zypressen- und Hofwahl beginnt mir etwas von deren Urbildern durchzuschimmern, die sich verschieden konkretisieren lassen."

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Hans-Peter Dieckmann: Der Integrale Yoga von Sri Aurobindo


In seinem „Überblick mit Anmerkungen aus meiner anthroposophischen Sicht“ bemüht sich Hans-Peter Dieckmann darum, den Entwickler des „Integralen Yogas“ in einer Biografie vor-, aber auch die spezifischen Entwicklungsschritte dieses Schulungsweges in konkreten Schritten und mittels Zitaten Aurobindos darzustellen. Abschließend wird diese Lehre aus anthroposophischer Sicht betrachtet. Dieckmann sieht dabei „viele unmittelbare Bezüge zu den Stufen des anthroposophischen Schulungsweges (..), bis hinauf zur Arbeit auf der Ebene des (anthroposophisch formuliert) Geistmenschen, auf der es neben der Entwicklung der Intuition ganz ähnlich wie bei Aurobindo zum anderen Pol hin um Umwandlungen bis in den physischen Leib geht. Aurobindos zum Teil recht konkrete Schilderungen machen mir etwas von einer Seinsweise deutlich, die für die meisten Menschen noch in ferner Zukunft liegt. Was er mit vielen und keineswegs immer gelösten Problemstellungen vorweggenommen hat, erwuchs aus seiner Biographie: bei aller Beispielhaftigkeit unverwechselbar – und ist so gesehen auch im anthroposophischen Sinne ein moderner Einweihungsweg.“

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Hans-Peter Dieckmann: Zu Ralf Sonnenbergs Artikel “Vergangenheit, die nicht vergehen will“

Ralf Sonnenbergs Artikel ist schon eine Herausforderung für viele Anthroposophen! Das wurde schnell an den Kommentaren auf dieser Website zu ihm deutlich, die von heftiger Kritik bis zu einer Reihe von erfreuten Reaktionen reichen, nach denen es endlich einmal jemand wagt, die Problematik von Rudolf Steiners Rassenlehre ungeschminkt anzusprechen, ohne dabei den differenzierten Blick auf sie und die Anthroposophie mit ihrem Initiator zu verlieren. Natürlich spielen in die Kommentare viele Erfahrungen mit den seit Jahren erhobenen Rassismusvorwürfen gegen die Anthroposophie und den Umgang von Anthroposophen mit ihnen und der Rassenlehre Rudolf Steiners hinein. Die konstruktiven Kommentare zu Ralf Sonnenbergs Artikel münden in die Frage: Wie können wir die Anthroposophie weiterentwickeln?

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Hans-Peter Dieckmann: Zu Scaligeros „Die Politik als Maya“

Auf Anregung von Georg Kühlewind und dem Übersetzer einiger Bücher von Scaligero ins Deutsche*, Georg Friedrich Schulz, war ich während der ersten Hälfte der 90er Jahr des vergangenen Jahrhunderts zu einem begeisterten Leser der meditativen Texte von Scaligero geworden. Ich verdanke ihnen wertvolle Anregungen für meine meditative Praxis, was aus einigen Beiträgen von Michael Eggert über diesen wichtigsten Aspekt seiner Nachkriegsarbeiten meines Erachtens gut nachvollziehbar ist. 1994 führte meine Beschäftigung mit Scaligeros Büchern zu einem Arbeitskreis zu seinem “Traktat über das lebende Denken“, den ich zusammen mit einem anderen Leser von Scaligero gründete.

Wie mein Mitbegründer hatte ich der dem “Traktat über das lebende Denken“ beigefügten biographischen Skizze vertraut, die auf Scaligeros Tätigkeit als Chefredakteur einer faschistischen Zeitung von 1932 bis 1944 hinweist, ihn aber vom Faschismus frei spricht.

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