Von Halle

Michael Eggert: Eine Lanze für Judith von Halle brechen

Man wartet natürlich wie gewohnt in Büchern von Frau von Halle auf den Kracher, der die atemlos lauschende Anthroposophenschar in entzückte, spitze Schreie ausbrechen lässt (Verzeihung für die ironische Distanzierung), und das Kapitel kommt natürlich auch erwartungsgemäß- so wie das zu erwartende übertriebene Blutbad im neuen Quentin- Tarantino- Thriller.

tarantino

In diesem Fall geht es um einen - neben den geschilderten Gruppen bestehenden- „schwarzen Geheimbund“, der sein Unwesen zu dieser Zeit getrieben haben soll, nämlich im Dienste von Menschen, „die sich zum Ziel gesetzt hatte(n), den Blick des jüdischen Volkes ganz hinzulenken auf die Erfassung der sinnlichen Welt, doch bei gleichzeitigem Abschneiden aller Bestrebungen, sich dadurch einst mit vollem Bewusstsein wieder mit der Gottheit vereinigen zu können.“ (S. 105). Diese Sekte hatte in der Zeit der Regentschaft des Herodes die Funktion eines „Geheimdienstes“. Zugleich waren auch bei Herodes selbst „unsittliche Exzesse“ wirksam, wodurch Herodes auch in Abhängigkeit zu der benannten Sekte stand, die andererseits sowohl eigene spirituelle wie machtpolitische Ambitionen pflegte. Die Ermordung von Johannes dem Täufer stünde in diesem Zusammenhang, aber auch der Kindermord von Bethlehem. Der Nachwuchs für diese Sekte, deren Methoden im Einzelnen ausgeführt werden, wurde aus dem Pool der Pharisäer rekrutiert. Allerdings ist dieser Geheimbund nach Judith von Halle „letztlich nicht aufgelöst worden“, sondern hat sein antichristliches Anliegen bis in die Gegenwart fortgeführt- insbesondere in der Zeit neuerlicher christlicher Entfaltung, nämlich „mit den Anbruch des 20. Jahrhunderts“ (S. 115).

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Zur neuen Judith-von-Halle-Seite bei den Egoisten
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Tom Mellett: JvH

Tom L.,

I did not realize that you were going to put up photographs on my journal entry. I have no problem with that; however, I do have a big problem with this particular photograph because it is NOT a photo of Judith von Halle. You got the photo from Michael Eggert's fine German Steiner blogosphere site called Egoisten but unfortunately Michael made a real cyber-ass of himself by putting this photo up and mistakenly identifying her as JvH because at the time there were no photos of Judith available anywhere on the Net

However, presently, there are at least two photographs of JvH on the Net and I would ask you to remove the present false photo and replace it with one or both of the following actual photos of JvH, which appear here on this other German blog



Here are the Image locations: 1 / 2

These photos are far more illuminating and far more germane to the subject at hand, namely "clear thinking," because Judith von Halle is pictured last October lecturing to the Academy of Waldorf Pedagogy at the Free High School of Mannheim, Germany. The title of her lecture is "Modern Spiritual Guidance."

As you can see, even from these poor-quality, grainy and distant photos, she's got a captivating winsome charisma mainly because she looks so serenely self-possessed, genial and warm-hearted. (And that irresistible captivation is, to my mind, the real JvH Flu that's infecting everybody.) Even the author of this German blog, who is not sympathetic to anthroposophy at all, makes the point that JvH is not some "other worldly space cadet." Nor is she some stern dowdy schoolmarm type, either. She is at once adorably child-like and professionally competent; at once bubbly, dainty, baby-faced, yet intellectually authoritative. (You might be interested to know that she never stopped working as a professional architect in Berlin since her Stigmata first appeared 5 years ago. )

To me she looks like a Barbi-Doll with Brains dressed up in all-black Victorian Rudolf Steiner clothing. Jeez Louise, she could be a model for "Rudi's Victorian Secret" line of atavistic fashion. Or else a female Johnny Cash, that is, the "Woman in Black!"

And mark my words, Tom, Judith von Halle is the future of the Anthroposophical Society. She is already an esoteric Super-Star, and she looks the part! Move over, Jesus H. Christ. Now we have "Judith von Halle, Super-Star!" You don't believe me? Well, then, consider the following recent facts:

--- JvH just published a new book entitled: "Anthroposophical Perspectives on Dementia". "Die Demenzerkrankung. Anthroposophische Gesichtspunkte."

--- The book was published by a subsidiary of the Goetheanum publishing House in Dornach.

--- Dr. Michaela Gloeckler, former Vorstand member and presently the Head of the Medical Section at the Goetheanum wrote the foreword to the book.

Now consider the following rumors and gossip --- which in the dialect of Classical Anthroposophese, I shall hereinafter refer to as "Anthropoop." ( I really do need to start a spiritual scientific gossip blog and call it "Father Tom's Anthro-Poop Sheet." Nyuk! Nyuk! Nyuk! 8-)

--- Rumor has it that a therapeutic center to accommodate the healing vision and work of Judith von Halle will soon be built in Dornach, close to the Goetheanum.

--- the multi-billionaire Anthroposophist Goetz Werner, who made his fortune in founding a drug store chain in Germany --- like Walgreen's in the US --- has taken such a shine to Judith von Halle, that he is financing the above healing center for her, as well as bailing out the very financially strapped Goetheanum.

--- how much of the bailout is "quid pro quo" I don't know, but don't be surprised if there is an actual section of the Goetheanum School of Spiritual Science created expressly for Judith von Halle and her charismatic gifts of the spirit for Anthroposophy

---- Many of Judith von Halle's devoted followers believe her to be the direct reincarnation of Edith Maryon, the sculptor without whom Rudolf Steiner could not have carved the Representative of Man group.

Anyway, Tom, I just wanted to give you a real "head's up" on the Judith von Halle phenomenon because it far transcends any previous ideas and mental images you or others may have about her and about Stigmatization. For example, I, as born and baptized Irish Roman Catholic, was flabbergasted to learn that Judith von Halle is not Catholic. Nor is she Protestant. Her parents are Jewish!!! Previously, I had been under the mistaken impression that only Catholics could get the Stigmata.

I'm out here in Hollywood, Tom, already sifting through possible actresses to play JvH in the future movie about her. As of today, I'm settling on Kristen Stewart, whom you can see right now playing punk singer Joan Jett in the "Runaways" movie. What actress would you pick, and what would you like to see represented in the JvH screenplay?

Tom Mellett
Los Angeles, CA
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Zombies & Demenz- Ein weiteres Buch Judith von Halles



In einem neuen Buch - „Die Demenzerkrankung. Anthroposophische Gesichtspunkte“- geht Judith von Halle, die wir an dieser Stelle schon mehrfach angesprochen haben, über ihre bisherigen thematischen Bezüge wie das Leben Jesu hinaus und widmet sich einem konkreten menschlichen Problem- eben der Demenz. Vielleicht stellt das ja, nachdem Frau von Halle nun auch im Goetheanum auftreten und vortragen darf, auch einen Schritt dar von der Wundererscheinung zur ernsthaften anthroposophischen Autorin. Natürlich ist das reine Spekulation.

Jedenfalls hat das Büchlein auch ein Geleitwort von Michaela Glöckler erhalten und darf somit mit einem gewissen wachsenden Wohlwollen rechnen- auch bei denen, die nicht unbedingt Freunde von Lichtnahrung und Stigmata sind.
Der eigentliche Anlass für Frau von Halles Betrachtungen waren Anfragen bezüglich einer speziellen architektonischen Gestaltung der Umgebung Demenzkranker. Leider geht die Autorin darauf nur kurz am Ende des Buches ein. Praktisch umsetzbar sind ihre diesbezüglichen Anregungen kaum, wünscht sie sich doch runde oder spiralige Räume, die von sehr wenigen Bewohnern in kleinen Wohngemeinschaften bewohnt werden sollen. Die Pfleger sollen nicht im Schichtbetrieb wechseln, sondern kontinuierlich für die Kranken da sein und mit ihnen leben. Das müsste dann wohl eine Art Ordensgemeinschaft sein, die sich nicht nur als medizinisches Personal versteht, sondern bereit ist, ihr eigenes Leben faktisch für die Aufgabe der Betreuung aufzugeben. Frau von Halle weiss sehr wohl, dass das idealistische Utopien sind.


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Judith von Halle ist endlich angekommen

..nämlich heute Abend im Grossen Saal des Goetheanum, wie man dem Programm entnehmen kann. Vorbei der Rosenkrieg, das Gezicke, die Drohgebärden: Die Anthroposophische Gesellschaft schliesst eine der Ihren wieder in die Arme. Zu Pfingsten keine Kleinigkeit. Auch das Thema ist gewohnt von-Halleisch: „Von der Begegnung mit dem Christus-Wesen in gegenwärtiger Zeit“.
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Wolfgang Garvelmann: Brief zu Judith von Halle

„Zu Deinen Bedenken bezüglich Judith von Halles möchte ich auch etwas zu bedenken geben, nicht um die Inhalte - zu denen kann ich nicht viel beitragen, weil ich noch nicht "so weit" bin, sondern um den Umgang damit. Mit allen braveren und rechtgläubigeren Anthroposophen eint Dich offenbar die Überzeugung, dass Rudolf Steiners Darstellungen, soweit sie bis jetzt überliefert sind, des Wissens letzter Schluss seien. Dass er nicht alles gesagt haben könnte, was für eine spirituelle Tatsache ausserdem noch hätte gesagt werden können, wird weitgehend verdrängt.“

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Neue Judith von Halle- Seite


Bei den Egoisten ist eine neue Judith-von-Halle-Seite eingerichtet worden, auf der die hier erschienenen Artikel- seien sie Pro oder Contra- zentral verlinkt sind. Neben meinen kritischen Beiträgen finden sich ganz anders orientierte Artikel von Wolfgang Garvelmann und Michaela Brückner. Die Leser können sich ihr eigenes Bild machen.
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Meine Schwierigkeiten mit Judith von Halle

Meine Schwierigkeiten möchte ich an einem Beispiel erläutern. Seit einigen Monaten geht Judith von Halle in öffentlichen Auftritten auf Lazarus ein. In ihrer Darstellung handelte es sich bei dem Vorgang der Erweckung des Lazarus keineswegs um einen Einweihungsprozess im Sinne alter Mysterien, wie Rudolf Steiner es darstellte. Vielmehr äußert sie das bei ihr so häufige Konglomerat von kaum verständlichen „übersinnlichen“ Prozessen: Es handele sich um einen „Wesensgliederaustausch“, um eine „Opferung des ätherischen Leibes“ des Johannes, jedenfalls um einen tatsächlichen Tod, dem dann eine rätselhafte Auferstehung folgte, bei der die von Jesus auferweckte Person nicht identisch mit der verstorbenen war.

Rudolf Steiner selbst kommt in dieser Hinsicht ohne derartig komplizierte Prozesse aus. Bei ihm liest man: „Einweihungsgeschichten werden uns zu allen Zeiten unter Verhüllung erzählt. Das Lazarus-Wunder ist nichts anderes als die wunderbare und gewaltige Darstellung, wie der Christus den ersten Eingeweihten des Neuen Testamentes geschaffen hat, wie der Eingeweihte bei seinem Schüler, der dreieinhalb Tage in einem todähnlichen Zustande lag, die Seele wieder zurückrief in den Leib, nachdem sie die Wanderung durch die geistige Welt gemacht hatte, um nachher durch den Christus selbst erweckt zu werden.“ (GA 57, Seite 134)

Die rätselhafte „Auferweckung“ wird bei Steiner also („todähnlicher Zustand“) in ihrer Bildhaftigkeit enthüllt; es handelt sich nicht um ein Wunder, sondern um einen Prozess, der im Sinne der klassischen Mysterien gang und gäbe war und seine Besonderheit dadurch gewann, dass er noch einmal von Christus selbst durchgeführt wurde. Steiner löst die Wunderbilder, die im Neuen Testament „unter Verhüllung“ geschildert wurden, auf. Judith von Halle macht das gerade Gegenteil. Bei ihr kann es nicht wundersam genug sein. Sie besteht auf tatsächlichen Todesvorgängen und einer deplatzierten Auferweckung. Das ist genau das Element, das sie typischerweise herein bringt. Sie macht die Bildhaftigkeit der geschilderten Vorgänge nicht transparent, sondern bleibt in der irrationalen Bildhaftigkeit stecken und lädt diese weiter auf durch hinzu gedichtete Vorgänge, die sie angeblich „schaut“.

Es ist genau das, was ich bei verschiedenen Gelegenheiten als die Katholizisierung der Anthroposophie durch Judith von Halle und ihre wortgläubigen Anhänger bezeichnete. Jostein Saether macht mir das zum Vorwurf: „Das belächelnde Verharmlosen ihres Versuchs, aus der Anthroposophie mit den Stigmata zu leben, das abscheuende Nichterkennen Judith von Halles als eine anthroposophische Geistesforscherin und die arrogante Ablehnung ihrer Forschungsergebnisse führt nur zu einer weiteren Verschärfung der Fronte und zu einer Verharren im karmischen Cliquenwesen, von der die anthroposophische Bewegung trotz Steiners dezidierten Warnungen in dieser Richtung schon genug gelitten hat. U. a. das Pilatusartige des Hände-Waschens, das Lächerlich-Machen und das Verwerfen ins Katholische, das ich in den Beiträgen von Michael Eggert, Jens Heisterkamp und Holger Niederhausen lese, führen nicht weiter.“

In meinen Augen stellt aber die eigentümliche Reaktivierung der Wundergläubigkeit durch Judith von Halle eine reaktionäre, irrationale Positionierung dar, die weit hinter Rudolf Steiner, hinter das 20. Jahrhundert und jede Art der individuellen Spiritualisierung des Denkens zurück fällt und nichts als eine fantastische Gläubigkeit reaktivieren möchte. So etwas ist in meinen Augen ein Sammelbecken für frustrierte Anthroposophen, die sich vergeblich nach Spiritualität verzehren und nun in der Person Judith von Halles nach dem nächst liegenden Strohhalm greifen: Nur leider greifen sie zu kurz und geraten in ein Fahrwasser, mit dem man eine kirchliche Splittergruppe begründen könnte. Nicht nur die katholische Kirche hat offenbar Probleme mit reaktionären Tendenzen und Gruppierungen.

Nun soll die Interessengruppe um Judith von Halle, wenn man den kursierenden Gerüchten glaubt, nicht nur kurz vor der Vollendung einer eigenen Fortbildungsstätte in der Nähe des Goetheanums stehen, sondern längst auch Unterstützung durch prominente Anthroposophen und vor allem potente Geldgeber gefunden haben. Die Namen, die kursieren, gehen von Götz Werner (DM) über Götz Rehn (Alnatura) bis zu Wolfgang Gutberlet (tegut). Wenn sich das bewahrheiten sollte, steht die anthroposophische Bewegung vor ernsthaften Problemen. Es würde sich dann nicht nur um eine innere Zerreißprobe handeln, sondern um eine gewaltige Verschiebung des inneren Gewichts der Bewegung. Denn die genannten Personen sind tatsächlich in vieler Hinsicht bedeutsam- auch in der Öffentlichkeitswirkung.
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Cindy aus Marzahn hat auch die Wundmale!

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Offener Brief an Sergej Prokofieff

Nicht ohne einen gewissen Genuss berichtet Info3 diese Woche vom „Christus-Streit im „Goetheanum“. Es geht natürlich wieder einmal um die stigmatisierte Berliner Anthroposophin Judith von Halle und die unterschiedlichen, konträren Positionierungen in dieser Frage in Bezug auf ihre Person und ihr Wirken. Nun hat auch das anthroposophische Vorstandsmitglied Sergej Prokofieff in Bezug auf diese Frage Stellung bezogen, worauf es unterschiedliche Reaktionen gab. Für Außenstehende mag es genügen, darüber informiert zu sein, dass es durchaus möglich ist, dass in dieser vergleichsweise peripheren und abgelegenen Frage nicht nur inner- anthroposophischer Dissenz besteht- es ist sogar möglich, dass die anthroposophische Gesellschaft darüber zerbricht. Bereits jetzt wird kolportiert, dass es Bemühungen gäbe, in der Nähe des Dornacher Goetheanums eine von-Halle-freundliche Fortbildungsstätte aufzubauen. Dass man sich in der Frage des „wahren Christusverständnisses“ in der heutigen Zeit derartig in die Haare gerät, mag angesichts realer gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Probleme reichlich befremden, ist aber kaum zu leugnen.

Zur Kenntnisnahme drucken wir an dieser Stelle einen Offenen Brief von Wolfgang Garvelmann ab, der sich direkt an das Vorstandsmitglied Sergej Prokofieff wendet und den Streit vielleicht weiter ausleuchtet.

Die Egoisten nehmen die ganze Angelegenheit einfach staunend zur Kenntnis und enthalten sich weiterer Kommentare. Die ganze Sache entwickelt sich allerdings schon in eine Richtung, in der ich mich frage, wann und wo ich in den falschen Zug eingestiegen bin, ob es noch eine Haltestation gibt und ob es nicht dringend Zeit wird, auszusteigen, nach Lourdes zu trampen und ein Kerzlein aufzustellen. Hosianna!

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Michaela Brückner: Judith von Halle – Versuch der Annäherung an einen außergewöhnlichen Menschen

Michaela Brückner schreibt: „Man könnte die „Provokation“, die ein Mensch wie Frau von Halle für alle gängigen Denk- und Gefühlsmuster darstellt, doch auch einmal ganz innovativ und kreativ dafür nutzen, die Nebenübung der Unvoreingenommenheit so richtig intensiv und ausgiebig zu praktizieren, und sich während dessen mit einem vorschnellen Urteil zurück zu halten. Vielleicht käme dabei ja etwas ganz Neues, Überraschendes und Spannendes heraus?

Zum Text..

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Die Katholizierung der anthroposophischen Bewegung- Judith von Halle



Die In Amsterdam geborene Ex- Anthroposophin Mieke Mosmuller, deren Gralsbuch wir hier vor kurzem besprochen haben, nimmt sich in „Stigmata und Geisterkenntnis“ die stigmatisierte Berlinerin Judith von Halle vor. Mosmullers Methode ist die eines Textvergleichs zwischen Fragmenten von von Halles erstem Buch und allerlei Textstellen Rudolf Steiners. Mosmuller bezeichnet sich selbst als „unbefangen“, stolpert aber schon am Anfang des Buchs über die Beschreibung der - wie soll man es nennen?- Visionen von Halles wie „Christus, ein scharfes Messer in der Hand, fügt dem Opfertier eine tödliche Wunde am Hals zu“. Derlei, empfindet Mosmuller, ist für sie bei Christus ebenso unvorstellbar wie bei Gautama Buddha. Sie findet derlei Bilder „der Wirklichkeit unangemessen“ und geht in ihrem Buch vielen der Bilder von Halles kritisch nach.

Trotz der Stigmata entdeckt sie dabei in den Schilderungen von Halles eine „Verworrenheit im Denken“, da sich in deren Buch spirituelle Erfahrungen heillos mit „eigenen subjektiven Erkenntnisse(n)“ vermischen. So verwechselt von Halle nach Mosmuller immer wieder metaphorische Aussagen Rudolf Steiners, nimmt sie wortwörtlich und meint sie dann als reales, konkretes Bild „zu schauen“, verwendet aber auch manches aus katholischen Brevieren für Kinder, was sie dann unbewusst in ihre Schauungen hineinwebt. Die unglaubliche Menge von Details, die von Halle dabei wie in einem Film hervorbringt, erstickt allerdings nahezu jede Kritik, da das Meiste ja absolut nicht widerlegbar ist.

zum ganzen Aufsatz..
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Michael Eggert: Judith von Halle und die Berliner Verhältnisse



.. „Der Kern des Konflikts besteht darin, dass bei Judith von Halle, einer Mitarbeiterin des Arbeitszentrums - aus dem nächsten Kreis um den einigermaßen bekannten, aber nicht unbedingt sehr geschätzten Autor Peter Tradowsky - die “Phänomene der Stigmatisierung” , also die Wundmale Christi erschienen sein sollen. Dieses sonst eher bei mittelalterlichen Nonnen aufgetretene Phänomen war der Auslöser des Konflikts zwischen den beteiligten Parteien- und zwar vor allem deshalb, weil Tradowsky dieser Mitarbeiterin nicht nur Gehör verschafft, sondern in den anthroposophischen Zusammenhängen mit ihr gemeinsam Vortragsreihen organisiert hat. Die betroffene Frau von Halle hat diese Vorträge, die sich mit dem Zusammenhang der Stigmatisation mit dem Auferstehungsleib Christi beschäftigen, als Buch veröffentlicht, und zwar nicht in einem obskuren Selbstverlag, sondern ganz “offiziell” im “Verlag am Goetheanum”. Weitere Bücher folgten bald. Auch diese Tatsache konnte die Zementierung der Fraktionen nicht gerade abwenden, erschien die Tatsache der Stigmatisierung durch die Publikation von Halles doch als eher akzeptiert und als “offiziell” anerkannt. Jedenfalls ist das meine persönliche Lesart, dass eine Publikation zu dieser Zeit an diesem Ort so etwas ist wie eine Seligsprechung.“

zum ganzen Text um die Affäre und die heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der anthroposophischen Gesllschaft
(in erneut überarbeiteter Form)

Anmerkung: Die Abbildungen beziehen sich nicht auf die geschilderten Ereignisse oder auf Frau von Halle!
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