Zitate von Rudolf Steiner zum Thema Gedächtnis und Erinnerung

„Bei dem Bilden (der) Vorstellung (eines) Gegenstandes ist zunächst der astralische Leib beschäftigt. Er ist in vehementer Bewegung, während wir uns eine Vorstellung von einem Gegenstande bilden, oder uns die Vorstellung des Eindruckes eines äußeren Ereignisses bilden. Was wir so als Vorstellung bilden, was wir als seelisches Erlebnis haben, das schreibt sich auch ein in den Ätherleib des Menschen, bleibt im Ätherleib des Menschen eingeschrieben. (…) Darinnen bleibt es eingeschrieben, und wenn wir uns an etwas erinnern, so geschieht in der Tat ein komplizierter Vorgang: unser Astralleib liest dasjenige, was in unseren Ätherleib eingeschrieben worden ist, und das Ergebnis dieses Lesens ist das Heraufdringen einer Vorstellung, für die vielleicht zunächst die Erinnerung sogar fehlte. (…) So wäre das Gedächtnis zurückgeführt auf eine Art Lesen unseres Astralleibes im Ätherleibe.“ (GA 156, 115ff)

„Es ist ein kolossaler Irrtum von Bergson, dass er meint, das Gedächtnis, wenigstens ein Teil des Gedächtnisses sei nicht gebunden an den menschlichen Organismus“ (GA 72, 321)

Die Gedächtniskraft ist „an das Leibliche zunächst gebunden, wenn auch nicht dem Leiblichen verdankt“ (GA 72, 203)

„Wenn Sie vor Jahren ein Erlebnis gehabt haben, so haben Sie das, was in dem Erlebnis zu erfahren war, durchgemacht. Was bleibt sind Eindrücke, die der Ätherleib in den physischen Leib hinein macht; und wenn Sie sich jetzt erinnern, so ist das Erinnern ein unbewusstes Lesen.“ (GA 157,240)

„Man kann nicht sagen, dass der physische Leib der Träger des Gedächtnisses ist; das ist schon der Ätherleib. Aber für den Menschen im physischen Leibe würde dasjenige, was im Ätherleib vorhanden bleibt, verfließen, wie die Träume verfließen, wenn es sich nicht eingraben könnte in die physische Materie des physischen Leibes.“ (GA 167,31)

„Gewissermaßen ist es so: Wenn wir einen Gedanken haben und den später einmal aus der Erinnerung hervorholen, so kommt bei dieser Arbeit des Sich-Erinnern-Wollens unser Ätherleib in Bewegung, und er passt sich mit seinen Bewegungen dem physischen Leib an, und indem er hineinkommt in jene Bewegungen, die dieser Ätherleib bei dem entsprechenden Gedanken in den physischen Leib gemacht hat, kommt der Gedanke wieder herauf ins Bewusstsein.“ (GA 174b, 161)

„Dieselbe Kraft, die wir seelisch als Erinnerungskraft benützen, dient dazu, unsere aufgenommenen Nahrungsstoffe umzuwandeln in solche Substanzen, die von unserm Leib gebraucht werden können. Sie müssen immer einen inneren Kampf, der im Unterbewusstsein sich abspielt zwischen einem Seelischen und einem Leiblichen, ausführen, wenn Sie sich erinnern wollen an irgendetwas. (GA 191, 33ff)

Solange der Ätherleib mit dem physischen Leibe verbunden bleibt, ist das Instrument, dessen er sich bedienen muss, das Gehirn, etwas, was macht, dass unsere Erinnerungen nie vollständig sind. Daran ist die Mangelhaftigkeit dieses physischen Gehirns schuld, während sich im Momente der Befreiung vom physischen Gehirn dieser Ätherleib an alles erinnert. (GA 100, 44)

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(gesammelt und zusammen gestellt von Regina Reinsperger)