Merkwürdige Dinge gingen vor sich, als Rudolf Steiner auf dem Gut Koberwitz seinen "Landwirtschaftlichen Kurs" gab. Die Gräfin und Gastgeberin sank in hellsichtige Trance, als Rudolf Steiner die Geheimnisse des Komposthaufens offenbarte und damit den Grundstein für die biologisch- dynamische Landwirtschaft legte. Daher bemerkten weder sie noch die anderen Anwesenden, dass Rudolf Steiner durchaus heftig über die Stränge schlug und höchst merkwürdige Rezepte von sich gab, um der konventionellen Landwirtschaft die Stirn zu bieten. So beschwor er Fixsterne und planetarische Konstellationen, um ein gepfeffertes Rezept gegen die Mäuseplage auf den Äckern zu kreieren. Als Grundstoff empfahl er abgezogene und verbrannte Mäusehäute. Ganz abgesehen vom Aspekt des Tierschutzes und dem astrologischen Aufwand eine Methode, die für einige Hektar grosse Höfe wohl nur in höchster homöopathischer Dosis zu empfehlen sein dürfte. Natürlich fragt sich der Laie erstaunt, ob selbige Methode auch bei anderen Plagen helfen mag - bei Heuschrecken, Tigern, wild gewordenen Elefanten ? Und wie ist es an Hai- verseuchten Küsten ? Nicht auszudenken, auf welche Ideen manche Bauern und Tourismusmanager kommen könnten, würden sie Steiner nur lesen..
"Denken Sie sich einmal, wenn man eine ziemlich junge Maus abfängt, da kann man sie häuten und kann die Haut von der ziemlich jungen Maus nehmen. Nun handelt es sich darum, dass man diese Haut - soviel Mäuse sind immer da, es müssen allerdings Feldmäuse sein, wenn man das Experiment machen will -, dass man diesen Balg der Feldmaus sich verschafft in der Zeit, wo die Venus im Zeichen des Skorpions steht. Sehen Sie, diese alten Kerle mit der instinktiven Wissenschaft waren gar nicht so dumm. Da, wo wir übergehen von der Pflanze zu den Tieren, kommen wir gerade auch auf den Tierkreis. Denn dieser Tierkreis ist nicht in unsinniger Weise der Tierkreis genannt. Will man in der Pflanzenwelt irgend etwas erreichen, so kann man stehen bleiben beim Planetensystem. Beim Tier geht das nicht mehr. Da braucht man schon Vorstellungen, die Rücksicht nehmen auf die umliegenden Fixsterne, namentlich diejenigen Fixsterne, die im Tierkreis vorhanden sind.



"Nun, beim Pflanzenwachstum reicht die Mondenwirkung fast ganz aus, um die Reproduktion hervorzubringen. Beim Tierreich muss die Mondenwirkung unterstützt werden von der Venuswirkung. Die Mondenwirkung braucht nicht einmal gar so stark beim Tierreich ins Auge gefasst zu werden, weil das Tierreich die Mondenkräfte konserviert, in sich behält und sich emanzipiert vom Mond. In diesem Tierreich ist also auch die Mondeskraft dann entwickelt, wenn nicht gerade Vollmond ist. Das Tier trägt die Vollmondkraft in sich, emanzipiert sich der Zeitbestimmung nach. Das ist aber nicht der Fall mit Bezug auf dasjenige, was wir hier ausführen müssen, nicht der Fall mit Bezug auf die übrigen planetarischen Kräfte.


Denn es handelt sich darum, dass wir mit dem Balg der Maus etwas ganz Bestimmtes ausführen. Wir verschaffen uns zur Zeit des Stehens der Venus im Zeichen des Skorpions diesen Mäusebalg und verbrennen da diesen Mäusebalg, nehmen sorgfältig dasjenige, was sich da jetzt entwickelt durch das Verbrennen der Asche, überhaupt an Bestandteilen, die herausfallen - es wird nicht viel sein, aber wenn man eben eine Anzahl von Mäusen hat, so ist es genügend, so ist es genug, was man da bekommt; und man bekommt jetzt den verbrannten Mäusebalg zur Zeit, als die Venus im Skorpion steht. Und in dem, was da durch das Feuer vernichtet wird, bleibt jetzt übrig die negative Kraft gegenüber der Reproduktionskraft der Feldmaus. Wenn Sie nun den auf diese Weise gewonnenen Pfeffer - die Dinge werden ja auf gewissen Gebieten schwierig, da können Sie sich die Sache noch mehr homöopathisch machen, wir brauchen nicht einen ganzen Suppenteller voll Pfeffer - ausstreuen auf Ihre Felder, wenn er richtig bei der Hochkonjunktion von Venus und Skorpion durch das Feuer hindurchgeleitet worden ist, so werden Sie darin ein Mittel haben, dass die Mäuse dieses Feld meiden.

Nun sind sie Freche Tiere, sie kommen wieder hervor, wenn der Pfeffer so ausgestreut ist, dass in der Nähe etwas pfefferlos geblieben ist. Da nisten sie sich wieder ein. Das heisst, die Wirkung strahlt weit aus, aber es könnte ja doch geschehen, dass die Dinge nicht ganz durchgeführt werden. Aber es ist ganz gewiss eine radikale Wirkung, wenn in der ganzen Nachbarschaft dasselbe gemacht wird. Ich glaube, an solchen Dingen könnte man sogar viel Freude haben. Es würde einem können durch solche Dinge die Landwirtschaft so schmecken, wie eine gewisse Speise schmeckt, wenn man sie ein wenig gepfeffert hat.


Und sehen Sie, es handelt sich darum, dass man ja auf diese Weise wirklich dahin kommt, ohne irgendwie im geringsten abergläubisch zu sein, mit den Sternenwirkungen zu rechnen".