Elisabeth Potschka

Inkarnationserinnerungen

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Als wir in dem Hotelzimmer ankamen nahm ich einen direkten Schritt auf das Fenster zu. Ich sah die Sonne hereindringen und sah auf den Röntgenring und das Glacis.

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Als ich mich umdrehte blitzte ein Bild auf. Ich sah ich meine Konzeption:
Es war ein herrlich warmer und sonniger Herbstnachmittag 1952. Die Sonne schickte ihre sanfte Kraft durch die Blätter der Bäume, die in weichen rötlichen Tönen antworteten als wollten sie sie zum klingen bringen.
Ich traf in dem Hotelzimmer meinen Vater und meine Mutter in einem feurigen Reigen ihres Liebesspiel. Es war ein toller Tanz. Farbig und dicht wirbelten die Gefühle in innigen Schwingungen, wie zueinander, ineinander, durcheinander, miteinander. Ein herrliches Fest wie sie sich gegenseitig ihre Liebe bezeugten.
Mein Engel war zugegen.
Ich drang zur Konzeption in den Körper meiner Mutter während der Vereinigung mit meinem Vater und begegnete ihnen als Zeugnis dieser Liebe. Ich drang ein, um mich einzunisten. Es war eine anstrengende Bewegung, mich in diesen Körper hineinzuzwängen. Ich trat immer wieder heraus, um die Liebenden weiter zu beobachten, die ihren heißen Hunger nicht zu bezwingen schienen.
Mein Engel gab mir Hilfestellung und Anweisungen.
Nun ruhte das Sonnenlicht auf dem Zimmerboden und streckte sich bis zu den Vorlegern des Bettes. Ruhig war es geworden in dem Zimmer, wo die Zwei sich für ihr Stell-dich-ein inniglich geliebt hatten.
Ich war auf dem Weg, neu geboren zu werden.

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Am 12. Juli 1953 an einem Sonntagmorgen um 8.47 Uhr erblickte ich das Licht der Welt.
Meine Mutter hatte mich während einer Nierenbeckenentzündung geboren. Ihr Leben hing an einem seidenen Faden. Mein Vater legte mich zur Seite und versuchte meine Mutter zu stabilisieren. Nach ca. ½ Stunde war sie wieder bei sich.
Ich sah sie an; unsere Blicke begegneten sich zum ersten Mal.

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Die Gewehrschüsse durchschossen meinen Bauch und ich fiel hintenüber auf andere Körper und ich wunderte mich über den dumpfen Aufprall und war mir nicht bewusst, dass ich tot war. Es stank nach Kot, Urin, Erbrochenem - ich bekam einen Tritt ins Gesicht. Ich spürte keinen Schmerz, nicht diesen körperlichen Schmerz.
Ich war wie verrückt auf der Suche, wo mein Bruder sein könnte, der eben noch neben mir an dem Massengrab stand, schreiend, heulend; er machte sich in die Hosen. Ich konnte ihn nicht schützen und die Erschießung nicht abwenden.
Ich wusste in dem ganzen Durcheinander nicht wie viel Zeit vergangen war. Das Gebell der Hunde, die Gewehrsalven - ich war außer mir. Ich sah meine Eltern nicht ...
Ich krabbelte aus dem "Grab" und konnte wahrnehmen, dass ich nicht gesehen werden konnte; selbst die Hunde ignorierten mich. Ich suchte nach meinem Bruder und konnte ihn nicht finden. Ich irrte umher. ...
Da hingen die Aufgehängten, baumelten von den Bäumen, massenweise wurde die Menschen an den Rand der Gruben gestellt und erschossen. Die Schreie, das Hundegebell, die Kommandos, die Befehle, das Stiefelschlagen - es war unerträglich voller Gewalt, Leid, Schmerz. Mir ist unendlich kalt.

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Irgendwann sah ich diese aus Seelen geformte Krone über den Gräbern. Bewacht von Engeln, die wie Wächter und Wegführer nach den Anweisungen einiger Propheten die Seelen zusammenriefen. Ich verstand, dass ich entleibt war. Ich hörte meinen geistigen Namen: das war mein Höheres Selbst. Mein Engel, begleitete mich. Ich sah große breite, lange Kolonnen Seelen, die in die Himmel geführt wurden. Viele, viele Seelen wurden durch die Anweisungen der Propheten in das jetzige Israel geführt. Wie es sich für einen Juden gehört, um die Ruhe zu finden in der Erde, in der heiligen Erde, im Heiligen Land.

geboren ca. 1920/22; erschossen ca. 1933/35

Frankreich 13tes/14tes Jahrhundert?; weiblich?

Ich sehe mich im Außenbereich der Apsis einer Kirche hinter einem Mann anschleichen. Ich verfolge ihn. Die Kirche ist trutzig. Sie hat dickes Mauerwerk. Gedrungen und trotzdem stolz in dieser Landschaft. Der harte, strenge Wind bläst unaufhörlich und trocknet die Haut aus.
Ich habe eine Axt in der Hand. Voller Wut, Eifer, innerem Feuer trete ich dem Mann näher. Ich nehme eine Atmosphäre wahr, so klar, so anders. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit. Ich war wie sinnenleer.
Der Erdbereich ist sehr uneben und mit querliegenden, groben Steinen versperrt. Es ist hinderlich, weil ich auf den Tritt achten muss.
Im Moment als ich die Axt aushole, um mit heftiger Kraftanstrengung den Mann zu töten, durchfährt meinen Kopf eine brachiale Gewalt. Es kracht entsetzlich laut. Ich falle mit gespaltenem Schädel zur Erde. Einen Moment später folgt mir der Mann in den Tod. René war mir zu Hilfe geeilt, der mich von einiger Entfernung in meinem Alleingang beobachtet hatte. Er konnte meinen Tod nicht verhindern, aber er tötete sofort den, der mich getötet hat.
Ich stand neben mir und sah den Körper am Boden liegen. Der Schädel war gespalten, das Gehirn quoll heraus. Eine kleine Narbe befindet sich heute noch auf meinem Kopf.

Ich sah René an und fragte ihn, ob das nicht alles Irrsinn ist. Er konnte mich nicht mehr hören. Ich nahm die Frage mit mir „in den Tod“: für diese Werte, in diesem Kampf, in diesem Krieg – war es das Wert? Bestimmt nicht auf diese Art, das war mir klar.

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Birma im 8ten Jahrhundert; männlich

Ich lebte für die See. Ich war Steuermann, Navigator – ich konnte mit Messgeräten umgehen und sehr gut rechnen. Ich war in Diensten auch der umliegenden und angrenzenden Länder. Ich wurde für Handelsschiffe angeheuert
Wir kamen in einen Sturm oder war es ein Tsunami? Das große Boot wurde von den Wellen herumgeschubst wie eine Nussschale. Ich hatte noch nie Wellen gesehen, die sich so auftürmen. Es war furchterregend. Das Getöse war ohrenbetäubend. Irgendwie wurde ich erfasst und unter Wasser gedrückt. Die Welle war mächtig und setzte sich mir auf die Brust. Ich war in einer Walze war ich eingefangen. Die See um mich herum war aufgewühlt und ich wusste nicht mehr wo oben und unten war.
Das Erlebnis zu ersticken ist ein gewaltsamer Tod. E schien mir eine Ewigkeit zu dauern. Ich kämpfte nach Atemluft. Mein Blut dröhnte als wolle es meine Seele ausspucken. Ich fühlte mich wie gewendet.
Irgendwann sah ich das Schiff über mir und große Erleichterung nach den rettenden Planken durchströmten mich – oder war es ein Wal? Ich setzte zu einem Weg an in aller Leichtigkeit als könnte ich mit dem Wal schwimmen.


Rom, Wende 2tes/3tes vor Christus; männlich

Wir hatten das Schlachtfeld schon einige Zeit hinter uns und konnten immer noch das Geschrei und Waffengeklirre vernehmen.
Wir traten in einen dichten Wald. Uns war recht mulmig zu Mute und wir plauderten uns die Angst weg.
Winni war keine 3 Schritte hinter mir da hörte ich ein Ausatmen wie ich es noch nie gehört hatte und darauf ein dumpfes Geräusch. Ich drehte mich blitzartig um und sah seinen enthaupteten Körper am Boden. Sein Kopf steckte noch in seinem Helm, der ihn schützen sollte. Er lag ein 1 ½ Meter weg von ihm. Ich beugte mich zu ihm. Ich war im Begriff, ihn noch einmal an mich zu drücken, da spürte ich wie mich eine Lanze oder ein Speer durchbohrte. Ich war auf der Stelle tot und fiel mit meinem ganzen Körper auf Winni.
Meine Seele entwich meinem Körper. Ich sah den 3 Gestalten nach, die uns umgebracht hatten und wandte mich zu Winni’s Körper. Mir war so kalt.
Mit den Gedanken, die uns unser ganzes Leben beschäftigt hatten ging ich aus dieser Welt: „Jeder gegen jeden – was war das für eine Welt?“

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Um 7.000 vor Christus? Männlich

Ich stehe in einem großen Raum vor einer Liege. Hier liegt der Körper eines Verstorbenen. Ich werde ihn mumifizieren, seinen Körper vorbereiten für die Reise.
Es ist nicht der erste Körper, den ich verwandeln darf. Ich bin mir der hohen Ehre bewusst.
Mein Hände gleiten über dem Körper und scheinen Augen zu haben, die alles innerhalb des Korpus erkennen, identifizieren können. Das Sehen der Hände fühlt sich so plastisch an als würden meine Hände durch den Körper fühlen.


8.000/10.000 vor Christus? weiblich
Altai? / Ural?

Ich stehe unter der Türe in einem Holzhaus. Es liegt in einer großen Lichtung. Die Sonne scheint warm, die Luft ist erfüllt mit Düften der Umgebung.
Ich sehe mich um und sehe wie Winni sich auf dem Bett räkelt. Wir hatten uns gerade inniglich geliebt.
Da läuft meine Tochter auf das Haus zu und ruft schon von weitem. „Reiter. Versteck’ dich.“
Alles ging ganz blitzschnell.
Ich flehte Winni an zu fliehen. Ich komme schon zurecht.
Ich stand mit meiner Tochter unter dem Türrahmen als Winni auf seinem Pferd davon eilte.
In einer Umarmung und unter Tränen drehte ich meiner Tochter mit einem leisen Knack das Genick um. „Du sollst ihnen nicht in die Hände fallen. Verzeih mir.“ Ich sah keine andere Lösung, die Reiter würden uns alle kriegen. Meine Tochter sollten sie nicht verunreinigen. Sie hat nichts gespürt. Sie hat es wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Ich ließ den Körper zu Boden sinken, schwang mich auf mein Pferd und ritt in der Richtung, die Winni genommen hatte.
Die Reiter waren bedenklich näher gekommen. Ihre schnellen Pferde holten mich ein bevor ich Winni erreichen konnte. Unter einem Pfeilhagel sank ich vom Pferd. Ich konnte noch sehen, dass sie Winni auch niederstreckten.