
Foto: Tom in Hollywood
Sehr geehrte Herren: Brüll, Heisterkamp & Hau,
Ich war so frei, ca. zwei Seiten des Memorandums ins Englische zu übersetzen und ich habe sie ins Yahoo Waldorf-Critics Forum gepostet.
Diese Yahoo Group ist das einzige Forum im ganzen englischsprachigen Steiner Internet, das ich kenne, in dem alle und jeder der Rassismusvorwürfe während die letzten zehn Jahre diskutiert, analysiert sogar zergliedert worden sind.
Hier folgen meine zwei Übersetzungen:
Outline and Table of Contents
http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/3198
The Signatories’ Introductory Statement
http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/3199
Peter Staudenmaier hat geantwortet. (Uebrigens, Herr Hau, hat Peter Sie in diesem ersten Post erwaehnt, als Sie beide im Waldorf-Diskurs Yahoo Group in 2002 beteiligten.)
http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/3208
http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/3209
http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/3211
Ich habe das ganze Memo gelesen, aber ich habe darin nichts über die Sache des zukünftigen Rasissmus gefunden. Gewiss beinhaltet das Memo die gewöhnlichen rassistischen Zitate, aber sie alle gehören in der Kategorie der “vergangenen Rassismen” oder des “Rassismus-von-gestern”, weil Steiner nur als “a product of his times” = als “ein Produkt seiner Zeit” betrachtet worden ist.
Ich erkenne z.B. die nun schon bekannten rassistischen Zitate, wie etwa: die kochenden Neger mit ihren [bio? :)] dynamischen Hinterhirnen, schlauen Augen und ihrer riesigen Libido; die kläglichen schwangeren französischen Frauen die recht unachtsam die Negro Romane gelesen hatten; die Juden als weltgeschichtlicher Fehler; die schwarzen kindlichen Neger aus Merkur, die braunen Malaien aus Venus, usw. (John Gray hat das pop-psychologische Buch geschrieben: “Men are from Mars; Women are from Venus.” Aber wir Anthroposphen glauben: “Mongols are from Mars; Malays are from Venus.”)
OK, man kann wirklich argumentieren, dass diese Zitate aus der Vergangenheit stammen und leben und dort bleiben müssen. Dann, Bingo! Deswegen --- unabhängig von der Gesamtausgabe der Schriften Rudolf Steiners; von allem was “der Doktor gesagt hat” --- könnten wir immer Steiner argumentativ irgendwie rauspauken. Wir teilen die anthroposophische “race card” aus, d.h. Es gibt keiner Rassismus heute; wenn es eben Rassismus waere, dann das kann kein Rassismus sein weil es “Rassismus-von-gestern” ist.
Diese ganze Memo-Unternehmung errinert mich an die amerikanische Militärpolitik betreffend der Schwulen: “Don’t ask! Don’t tell” Leider haben die Gegner und Kritiker die Frage schon gestellt. Und die Anthroposophen reagieren immer defensiv und antworten-- als ob sie ein Opfer wären: “Stellt uns keine Fragen und wir erzählen Euch keine Lügen.”
Ich kann nur sagen: Steiner ist sehr wohl ein Produkt seiner Zeit, aber wir sind heute das Produkt unseren Zeit. Und das macht den ganzen Unterschied.
Also, genug von meinem predigenden Ton.
Ihr habt einen Vortrag im Memo nicht ausgewiesen, der heisst: “Der Christus-Impuls als Träger der Vereinigung des Geistigen und Leiblichen, Stuttgart, den 13. Februar 1915, GA [174-B]“. Der Vortrag gehört zum Zyklus: “Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges (Dornach: Rudolf Steiner Verlag, 1974), S: 30-54.
Leider habe ich weder den deutschen noch den englishen Text. Ich habe nur die von Peter Staudenmaier ins Englische übersetzten Abschnitte gelesen.
Aber es ist klar, dass Rudolf Steiner von einer bestimmten zukünftigen Schlacht spricht --- von einem äußerst gewaltsamen brutalen Krieg zwischen der weissen und der gelben Rasse. Jetzt, wo wir den Beijing Sommer Olympik erwarten. erscheint dieser Vortrag wirklich als aktuell ---(sogar synchronisitätisch?)
Auch scheint mir so, dass Steiner vermutete, diese schaurige blutige Schlacht sei nur ein Vorspiel zum berühmten “grosser Krieg aller gegen alle”, der am Ende der 6. nachatlantischen Epoche stattfinden soll.
Ergo: wenn es “Steiner-Rassismus-von-gestern” gäbe und wenn es “Steiner-Rassismus-von-morgen” gäbe, gibt es auch “Steiner-Rassismus-heute?”
Am Schluss würde ich sagen, dass diese ganze Rassismusfrage, als anthroposophische Sache, eine zentrale Frage innerhalb der Anthroposophie selbst ausdrückt. Bisher wird - auch in dem Memo- nicht wirklich anthroposopgisch daran gearbeitet, sondern es wird die Angelegenheit einseitig nur mit den Kritikern ausgefochten.
Für mich ist das Stichwort die Persönlichkeit! Wenn wir an den Erzengel Michael als Zeitgeist zu glauben imstande wären, müssten wir verstehen, dass er nicht mehr als Erzengel (Engelsrangfolge 8) arbeitete, sondern seit 1879 auf dem Posten der Archai (Engelsrangfolge 7) nachgerückt ist. (Vom Erzengel 8 zum Urengel 7! Wir sind die 10. Hierarchie, gell?) Aber was ist noch ein anderer Name für diese Rangfolge?
Die Geister der Persoenlichkeit.
Jetzt sprechen einige Anthroposophen darüber, dass man seit 1998 (666 mal 3) der asurischen Herausforderung begegnen muss. Was sind diese Asuras? Sie sind auch bekannt als die gestürzten Geister der Persönlichkeit. Die sind jenseits von Luzifer und Ahriman und stellen das Vaterprinzip dar (Das Ich im physischen Leib), während Luzifer und Ahriman, bzw. die astral- und ätherischen Leiber das Mutterprinzip darstellen.
Ich bin amerikanischer Eingeborener, in New York City geboren. Ich habe vom CG Priester Carl Stegmann 1980 gelernt, dass Amerika keine normale Volkseele habe, sondern einen engelhaft "geistig behinderten" Geist der Form (Rang 6), der vor geraumer Zeit herunter auf den Rang 7 abgestürzt ist. Also stellt dieses geistesgestörte Wesen auch einen Geist der Persönlichkeit dar.
Als ich zwischen den Zeilen dieser Rassismusfrage zu lesen versuchte, glaubte ich unter den Gegnern und Kritikern eine echte wirkliche Sehnsucht nach der Anerkennung ihrer einschlägigen Einzelpersönlichkeiten zu erkennen.
Es kommt mir vor, als ob sie, einer nach dem anderen, sagen würden:
“Ich bin ein Menschenwesen der Persönlichkeit. Ich möchte von den Anthroposphen respektiert werden. Meine Persönlichkeit liegt jenseits meiner Rasse, jenseits meines Geschlechts, jenseits meiner Sprache, jenseits alles dessen, was Rudolf Steiner in seinem Werk gesagt und geschrieben hat. Ich kann nicht länger von euch abstrakt behandelt werden. Ich bin eine Persönlichkeit und ihr Anthroposophen müsst das jetzt erkennen."
Bitte entschuldigt mich und lasst mich die Mysteriendramen so aktualisieren:
O Mensch! Erkenne dich selbst, nun als Persönlichkeit!
O Mensch! Erkenne sie selbst, nun als Persönlichkeiten!
Tom Mellett
Los Angeles, California
USA