The Tree of Life Auf den Spuren von Dag Hammarskjöld in Lappland

Filmbesprechungen. Internetseite
Rüdiger Sünners. Slideshow von Rüdigers lieferbaren Arbeiten unten
Hammar
Dag Hammarskjöld
INFO 3, Anthroposophie heute, Mai 2005(www.info3.de)
Als nach dem Tod des ehemaligen UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld im Jahre 1961 seine persönlichen Tagebücher bekannt wurden, sorgte dies bei allen, die diesen seriösen Politiker gekannt hatten, zunächst für Irritationen. Denn in seinen Aufzeichnungen trat ein tief denkender und empfindender Mystiker hervor, den niemand hinter dem korrekten Politiker vermutet hätte.Sind die Quellen jenes inneren Leben möglicherweise in der Landschaft Lapplands aufzufinden, in die sich der Staatsmann immer wieder wandernd zurückgezogen hatte?
Der Dokumentarfilm
The Tree of Lifevon Rüdiger Sünner ist ein künstlerisches Experiment, das dieser These nachzugehen versucht. Unter Verzicht auf jede geheimnistuerische Attitüde entwickelt Sünners Film seine Wirkung allein aus dem Gegensatz und dem Zusammenspiel von Mensch und Natur, von zeitlichem Individuum und immerwährender Schöpfung.
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Rüdiger Sünner


Die meditativen Betrachtungen Hammarskjölds über die Zugehörigkeit des Menschen zu einem grösseren Ganzen und seine Aphorismen über die innere Ruhe im Getriebe des Weltgeschehens entfalten sich dabei wie Bildlegenden, die in die berührend eingefangenen Gegenden Nordschwedens hineingesprochen werden. Menschenleere, karge Weiten, aufragende Bergzüge, und immer wieder fliessendes, tropfendes, gleitendes, tosendes oder verdampfendes Wasser, dazu dramatische Fels- und Wolkenformationen. In dieser Landschaft inszeniert Sünner mit Hilfe von Zeichnungen, auf denen die Künstlerlin Christine Klie den UN-Generalsekretär und seine wichtigsten Zeitgenossen in einer zu der Umgebung passenden Schlichtheit portraitiert hat, die zentralen, teilweise noch heute fortwirkenden weltpolitischen Konflikte seiner Amtszeit, etwa die Nahost- und Suezkrise oder die Unabhängigskeitskriege des Kongo. Wie die Natur den Menschen in seiner Eigenart hervorhebt und zur Besinnung ruft, droht ihn die Geschichte unter ihrer kollektiven Wucht zu begraben. Eindrucksvoll schliesst dann Hammarskjölds stoische Gelassenheit dem Tod gegenüber wieder den Bogen zu der Ewigkeitsstimmung der Landschaft Lapplands. Ein Film, dessen eindrückliche Stimmung dem Betrachter lange nachgeht. (Jens Heisterkamp)