Benesch und Leprich, ein KZ-Wächter aus Mauthausen
15.Nov.2006 22:27 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie | Nationalsozialismus
Im Verlauf der Recherchen zu Friedrich Benesch, dem ehemaligen Priester der Christengemeinschaft, ergeben sich merkwürdie Querverbindungen. Im Fall Leprich, einem gerade 18 Jahre alten KZ- Aufseher, sind die Verbindungen nicht mehr als wahrscheinlich. Dieselbe deutschstämmige Abstammung, dasselbe Dorf, dieselben jüdischen Nachbarn, eine zeitlich versetzte Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Dazu die Mitteilungen des Bischofs Glondys, wie die von Benesch so romantisierten Bauern und ihre Kinder in Wahrheit agierten: Als gewaltbereite, unerschrockene Schläger, die unliebsame Versammlungen (wie diszipliarische Maßnahmen der Kirchenleitung gegen Benesch) gern mit Überfällen sprengten, um wohl kalkuliert den Zeitpunkt der Machtüberahme durch die nationalsozialistischen Schergen abzuwarten und bis dahin die Bevölkerug hinter sich zu bringen.
Die jüdischen Bewohner um sie herum müssen von diesen antisemitischen Banden terrorisiert worden sein. Es hat bereits 1939 erste Pogrome durch rumänische Truppen, aber auch durch die Bevölkerung gegeben. Die Opfer sind heute nur in ganz geringem Ausmaß zu erfassen. Es hat sie aber auch im Dorf Birk gegeben, in dem Benesch einen beängstigenden Einfluss gehabt haben muss. Dieser Baustein in den Materialien zu Beneschs nationalsozialistischer Vergangenheit kann also nicht mhr sein als eine Anhäufung von Wahrscheinlichkeiten. Leprich ist gerade, 81-jährig, aus der Haft entlassen worden. Er war sein Leben lang auf der Flucht, pendelnd zwischen illegalem Aufeinhalt in den USA und einem Holzverschlag in seinem Haus in Kanada, wo er sich mit Gemüseanbau beschäftigte. So unterschiedlich der Grad der Schuld sein mag- Benesch war ein überaus willensstarker, ideologisch extrem orientierter NS- Ideologen im provinziellen Umfeld seiner siebenbürgischen Heimat- Leprich dagegen ein junger Mörder in Mauthausen, so ähnlich war der Ursprung Beider.
Unterschiedlich waren auch die Strategien des Verschwindens nach dem Krieg. Der Eine ging als spirituell- christologisches Vorbild in die Unangreifbarkeit einer anderen Existenz, der Andere wand sich heraus, floh und versuchte, unsichtbar zu werden.
Alles, was ich im folgenden schreibe, ist also mit Vorsicht zu geniessen. Vielleicht hat der Redner, Dorfpfarrer und Karrierist Benesch seinen Dörflern im siebenbürgischen Provinznest in Sachen Ideologisierung und Fanatisierung etwas mitgegeben, das gerade die ganz jungen Leute, die offensichtlich stark unter seinem Einfluss standen, in die furchtbaren Untaten mit hinein getrieben hat.
Solange die rumänischen Kriegsakten aus guten Gründen (wegen der eigenen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung) für Historiker unzugänglich bleiben, werden Fragen offen bleiben.
Die jüdischen Bewohner um sie herum müssen von diesen antisemitischen Banden terrorisiert worden sein. Es hat bereits 1939 erste Pogrome durch rumänische Truppen, aber auch durch die Bevölkerung gegeben. Die Opfer sind heute nur in ganz geringem Ausmaß zu erfassen. Es hat sie aber auch im Dorf Birk gegeben, in dem Benesch einen beängstigenden Einfluss gehabt haben muss. Dieser Baustein in den Materialien zu Beneschs nationalsozialistischer Vergangenheit kann also nicht mhr sein als eine Anhäufung von Wahrscheinlichkeiten. Leprich ist gerade, 81-jährig, aus der Haft entlassen worden. Er war sein Leben lang auf der Flucht, pendelnd zwischen illegalem Aufeinhalt in den USA und einem Holzverschlag in seinem Haus in Kanada, wo er sich mit Gemüseanbau beschäftigte. So unterschiedlich der Grad der Schuld sein mag- Benesch war ein überaus willensstarker, ideologisch extrem orientierter NS- Ideologen im provinziellen Umfeld seiner siebenbürgischen Heimat- Leprich dagegen ein junger Mörder in Mauthausen, so ähnlich war der Ursprung Beider.
Unterschiedlich waren auch die Strategien des Verschwindens nach dem Krieg. Der Eine ging als spirituell- christologisches Vorbild in die Unangreifbarkeit einer anderen Existenz, der Andere wand sich heraus, floh und versuchte, unsichtbar zu werden.
Alles, was ich im folgenden schreibe, ist also mit Vorsicht zu geniessen. Vielleicht hat der Redner, Dorfpfarrer und Karrierist Benesch seinen Dörflern im siebenbürgischen Provinznest in Sachen Ideologisierung und Fanatisierung etwas mitgegeben, das gerade die ganz jungen Leute, die offensichtlich stark unter seinem Einfluss standen, in die furchtbaren Untaten mit hinein getrieben hat.
Solange die rumänischen Kriegsakten aus guten Gründen (wegen der eigenen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung) für Historiker unzugänglich bleiben, werden Fragen offen bleiben.
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