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<title>Egoisten Feed</title><link>http://www.egoisten.de/index.html</link><description>Egoisten intern</description><dc:language>de</dc:language><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><dc:rights>Copyright 2012</dc:rights><dc:date>2012-05-15T20:29:59+02:00</dc:date><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.realmacsoftware.com/" />
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<lastBuildDate>Di., 15 Mai 2012 20:46:59 +0200</lastBuildDate><item><title>Spirituelle Raubz&#xfc;ge oder organisches Wachstum&#xa;</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Meditation</category><dc:date>2012-05-15T20:29:59+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/raubzuege.html#unique-entry-id-1536</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/raubzuege.html#unique-entry-id-1536</guid><content:encoded><![CDATA[<br />A.H. Almaas ist in vieler Hinsicht ein interessanter Mittler zwischen den geistigen Welten und Kulturen. Er beweist das - z.B. in &bdquo;Essenz", Arbor Verlag 1997-, nicht nur durch den Einbezug islamischer, hinduistischer und buddhistischer Literatur, nicht nur durch die Einbettung in Entwicklungspsychologie und Psychoanalyse, sondern auch durch eine profunde praktische Kenntnis meditativer Richtungen. <br /><br />Sein zentraler Begriff der <em>Essenz</em> ist, nicht nur durch dieses Buch belegt, ein Hinweis auf eine menschliche Grunderfahrung, die zum Kernpunkt transzendenter Selbsterfahrung f&uuml;hren m&ouml;chte. Die Realisierung dieser Entelechie- Erfahrung ist ein fortdauernder Prozess, der, wie er in einem &ouml;ffentlichen Gespr&auml;ch &auml;u&szlig;erte, m&ouml;glicherweise nicht in einem einzelnen Leben abzuhandeln sein kann. In &bdquo;Essenz" warnt er vor kurz gegriffenen Freisetzungen von Energien auf der Chakren- und Kundalini- Ebene, wie sie durch manche fern&ouml;stliche Methoden offenbar m&ouml;glich sind, da dies eine &bdquo;<em>s&uuml;chtig machende Qualit&auml;t der Chakren-Dimension</em>" (S. 42) hervor ruft, die sich f&uuml;r Leute eignen mag, die eben schlechthin &bdquo;<em>nach hohen Erregungsniveaus s&uuml;chtig sind</em>". Menschen, die den Kick suchen, &uuml;bertragen diese Haltung auch auf spirituelle Suche, weil sie sich andere Erfahrungen nicht vorstellen k&ouml;nnen. <br />Diese Erleuchtungs- Erfahrungen - kaum vorstellbar ohne Anlehnung an einen abh&auml;ngig machenden Guru - &ouml;ffnen zwar die Tore des Herz- Chakras, wenn es gut geht, aber eben auf eine sensationelle Art, in der es &bdquo;<em>sch&ouml;n, bunt und faszinierend</em>" zugeht. Der &bdquo;<em>W&auml;chter</em>" der Kundalini-Schlange wird gleichsam &uuml;berw&auml;ltigt, &bdquo;<em>&uuml;berwunden und beseitigt</em>", der H&uuml;ter der Schwelle ausgetrickst. <br /><br />Aber das hat den Preis (neben den damit verbundenen inneren und &auml;u&szlig;eren Abh&auml;ngigkeiten), dass der auf hohem energetischen Niveau voran Getriebene <em>gebannt</em> wird und bleibt von der Intensit&auml;t der Erfahrungen &bdquo;<em>am Tor zum Universum</em>": <br />"<em>Das Tor ist zwar offen, aber das Tor ist nicht das essentielle Universum</em>." <br /><br />Der andere Weg sieht eine allm&auml;hliche Entwicklung fern von jeder treibenden Dynamik vor. Auch auf diesem Weg kann man, aber eher als Nebeneffekt, "<em>in die tiefere und feinstofflichere Pr&auml;senz im Herzen</em>" (S. 43) schauen. Die Chakra- Ebene ist aber nicht das Ziel, sondern ein Ergebnis zunehmender Reife. Fokussierung und kontrollierte, eigenst&auml;ndige Entwicklung f&uuml;hren zu einer allm&auml;hlichen Enth&uuml;llung der existentiellen Essenz im Menschen, so dass &bdquo;<em>die Erfahrung des sich &ouml;ffnenden Herzens Wirkung eines Kontaktes mit Essenz im Herzen ist</em>." <br />Nur so kann man den "<em>essentiellen Bereich in seiner Reinheit</em>" erfahren, ohne die &bdquo;<em>verd&uuml;nnende Gegenwart von Emotionen</em>". <br />Nur auf diese Art erf&auml;hrt man das Herz- Zentrum ohne &bdquo;<em>Erregung, Glanz und Drama</em>&ldquo; in seiner wirklichen Natur, die zutiefst &bdquo;<em>mit der Erfahrung des Mitgef&uuml;hls verbunden</em>" (S. 44) ist. Man ist inmitten einer <em>&bdquo;sehr klaren, friedlichen und stillen Leere</em>", jenseits gedanklicher oder emotionaler Inhalte. Dann kann inmitten der Leere die Gegenwart &bdquo;<em>einer sehr feinen und feinstofflichen Pr&auml;senz</em>&ldquo; aufscheinen, verbunden mit der Qualit&auml;t einer "<em>liebevollen G&uuml;te</em>". Hier lebt etwas, was verglichen werden kann mit einem &bdquo;<em>Gef&uuml;hl von W&auml;rme, Zartheit und jungfr&auml;ulicher Frische</em>", mit einem &bdquo;<em>Leuchten</em>". Diese Art des Erwachens in der zur&uuml;ckhaltenden, gereiften Stille ist diametral verschieden von den mit hoher Frequenz erzeugten Erleuchtungs- Raubz&uuml;gen, die Almaas als "<em>Entladungsprozess</em>&ldquo; bezeichnet, der letztlich illusion&auml;r bleibt und Wege eher verstellt als notwendige Reifung vermittelt. <br /><br />Letztlich bleibt die Frage, ob man sich blenden l&auml;sst von herbei gerufenen illusion&auml;ren und fragmentarischen Methoden, die allerdings sensationelle Effekte zeitigen.]]></content:encoded></item><item><title>Derselbe Weg</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Poetologie</category><dc:date>2012-05-13T20:46:47+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/derselbe_weg.html#unique-entry-id-1535</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/derselbe_weg.html#unique-entry-id-1535</guid><content:encoded><![CDATA[<img class="imageStyle" alt="derselbe" src="http://www.egoisten.de/files/derselbe.jpg" width="500" height="364" /><br /><br />Das ist derselbe Weg, den ich immer ging, zwei Jahrzehnte lang, mit Hund und ohne Hund, mit dem einen und mit einem anderen. <br />Das ist der Weg hinter dem Haus an den Feldern und Pferdekoppeln, dem manchmal trocken gelaufenen Bach entlang, der von Weiden ges&auml;umt wird. In den Pappeln an der Wegscheide nisten im Fr&uuml;hjahr die Bussarde; man h&ouml;rt die Rufe der Jungen aus gro&szlig;er H&ouml;he und von weit her- schneidende, fordernde T&ouml;ne. <br /><br />Das ist derselbe Weg, nichts hat sich ver&auml;ndert. Ich habe ihn manchmal gemieden, weil er mir so monoton erschien. Manchmal st&ouml;rte mich der Matsch, manchmal die &Ouml;de der weiten Felder, manchmal die Zecken, die vielleicht an den Spitzen der hohen Gr&auml;ser sitzen, manchmal zu viele Fliegen, manchmal das schlechte Wetter. Zu Zeiten war es mir zu schw&uuml;l, in anderen Zeiten zog der Wind. Es war vor allem immer dasselbe, derselbe Anblick, dieselbe Landschaft.<br /><br />Dann, von einem Tag auf den anderen, verschoben sich die Ma&szlig;st&auml;be. Ich w&uuml;rde es nicht &Uuml;bung nennen, es war, als h&auml;tte jemand diesen Schleier abgezogen, und die Gewohnheiten - die des Blicks, des H&ouml;rens und Empfindens - waren zerstoben. Derselbe Weg, aber ein Anderer, der ihn ging. Nun war der Weg jedes Mal ein neuer. Jeder Gang war das erste Mal. Es ist nur die Frage, wie man schaut. Wenn man nicht mehr den neuen Eindr&uuml;cken hinterher l&auml;uft, wirkt das Land, das man kennt, wie frisch gewaschen. Der weite Blick wird zu einem Ausdruck dieses Augenblicks, in dem alles aufeinander bezogen ist. Er wird zu einem einmaligen, unvergleichlich sch&ouml;nen Pr&auml;sent, das man unverdient empf&auml;ngt. Man f&uuml;hlt, indem man sich mit dem offenen Leib in diesen Anblick stellt, dass man selbst existentiell darauf bezogen und damit verbunden ist. Nicht ein einziges Mal wiederholt sich irgend etwas. Das Wunder, wenn der tiefgr&uuml;ne Weizen die Spitzen der Grannen gebiert, als w&uuml;rden sie heraus gezogen. Die Spur der Mauersegler vor dem wei&szlig; getupften Blau. Der Geruch der Erde, wenn der Nieselregen sie durchfeuchtet. Der Anblick der weidenden Pferde auf der hohen Wiese, in der strotzender L&ouml;wenzahn wei&szlig;e Tupfen setzt: <br /><br />Nie mehr derselbe Weg.   ]]></content:encoded></item><item><title>Mondknoten im Lebenslauf</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Anthroposophie</category><category>B&#xfc;cher</category><dc:date>2012-05-09T12:54:59+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/mondknoten.html#unique-entry-id-1534</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/mondknoten.html#unique-entry-id-1534</guid><content:encoded><![CDATA[<br />Mit der in anthroposophischen Kreisen so beliebten "Biografiearbeit" hatte ich es nie so recht, sondern hielt es lieber mit Georg K&uuml;hlewind, der dem Sinne nach mal &auml;u&szlig;erte "Irgend eine Krise ist schlie&szlig;lich immer", und dabei w&ouml;lfisch grinste. Das Ganze hatte auch f&uuml;r mich einen Beigeschmack der Mit-Sich-Selbstbesch&auml;ftigung, mit so einem Wellness-Touch. Man kann, wenn man nur gr&uuml;ndlich gr&auml;bt, alles M&ouml;gliche finden und Bez&uuml;ge ohne Ende herstellen, wenn man nur will. <br /><br />Daher ging ich auch an dem Buch von Florian Roder, "Die Mondknoten im Lebenslauf", zun&auml;chst achtlos vorbei. Ja, das ist ein richtig anthroposophisches Buch, im klassischen Sinne. Da reiht sich manche "Menschenkundliche Betrachtung" (wortw&ouml;rtlich) an die andere, da herrscht eine umfassende Bildung, da wird manches Zitat aus Gedichten aneinander gereiht, da findet sich ein eingestreutes Essay &uuml;ber Goethe in Marienbad. Denn die vier Mondknoten mit etwa 19, 37, 56 und 74 Jahren werden mit Biografien bekannter Pers&ouml;nlichkeiten wie Goethe, Harrer, von Kues, von Humboldt, Scholl, Handke, Hammarskj&ouml;ld, Dante u.v.a.m. gegeneinander gehalten. Astronomische Hintergr&uuml;nde werden sorgf&auml;ltig eingebunden, ebenso wie Mythologien aus allen m&ouml;glichen Kulturkreisen. <br /><br />Tats&auml;chlich ergeben sich in den sorgf&auml;ltig dargestellten Lebensl&auml;ufen etwas wie Rhythmen und wiederkehrende Spuren, bei den Einen mehr im Verst&auml;rken eines inneren Impulses, bei den Anderen in einem "kathartischen Charakter der Knotenausl&ouml;sungen". Bei den Einen kommen mit dem 19. Jahr idealistische Motive auf, die sich vertiefen, realisieren und schlie&szlig;lich ganz neu gegriffen - oder bis hin zu einer sich selbst aufopfernden Hingabe gesteigert werden. Krisenhaft kann auch das auftreten. Bei den Anderen - so auch bei Goethe- kulminieren in manchen Mondknoten schwere gesundheitliche Krisen oder biografische Einschnitte wie eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amour_fou" rel="external">Amour fou</a>. Man kann es auch so betrachten, dass die Ideale und Vorstellungen, die bis zum 19. Lebensjahr vermittelt wurden, am folgenden Knotenpunkt selbst ergriffen sein sollten- gewisserma&szlig;en biografisch belegt und belebt. Mancher- so etwa Rossini- hat zwischen dem 18. und dem 37. Lebensjahr auch seine eigentliche Schaffensperiode, ist unglaublich produktiv, und verliert in der Folge seine Ausdruckskraft oder verlagert sie. Offensichtlich herrschen bis zum zweiten Mondknoten nicht selten Kr&auml;fte, die wie mitgebracht erscheinen- naturhaft gegeben. In den folgenden Lebensabschnitten m&uuml;ssen sie neu gegriffen werden, das &uuml;bersprudelnde kreative Potential erscheint ersch&ouml;pft. So wird die Krise um das 37. Jahr nicht selten als etwas erlebt, bei dem man auf seine Umgebung pl&ouml;tzlich wie durch eine Glaswand schaut, manchmal wie bet&auml;ubt, manchmal &auml;ngstlich, manchmal sinnentleert gegen&uuml;ber Allem, dem man bislang nachgelaufen ist. Manchmal bricht eine schwere Krankheit aus. Rudolf Steiner sagte dazu: "<em>Im f&uuml;nfunddreissigsten Jahr beginnt der Mensch segensreich die Kr&auml;fte in sich zu verarbeiten. An seiner Seele arbeitet bis dahin an dem Zeitlichen dasjenige, was er mitgebracht hatte aus fr&uuml;heren Verk&ouml;rperungen; f&uuml;r das Ewige f&auml;ngt der Mensch nun an, nach innen zu arbeiten. Deshalb wird alles, was wir gelernt haben, erst vom f&uuml;nfunddreissigsten Jahr an reif, etwas zu werden, um es der Welt zu geben. Es ist die Zeit, wo er in sich selbst fest wird, in sich selbst Gewicht erh&auml;lt."</em> (Steinerzitat in Roder, S. 67) <em><br /></em>Gefordert ist der T&auml;tigkeitsquell des Ich selbst, da das Tragende, was aus der Vergangenheit stammt, nun verglommen ist. Andersherum formuliert: "Indem wir 35 Jahre alt werden, kommen wir &uuml;berhaupt in der Gegenwart erst an!" (Roder, S. 67)<br /><br />W&auml;hrend im Vergangenen das Thema h&auml;ufig im inner-famili&auml;ren Kreis bleibt, in der Frage nach der Umwandlung mitgebrachter und erworbener Ideale und Vorstellungen, greift die Krise um das 56. Jahr manchmal universeller- und wirft die Frage auf, was am realisierten Leben <em>wesentlich</em> ist. Daher finden sich in dieser Zeit h&auml;ufig j&auml;he Karriereabbr&uuml;che und Infragestellungen dessen, welche Stellung man im Leben und in der Gesellschaft eingenommen hat. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen schwere gesundheitliche Krisen hinzu kommen. Es ist, als ob der scheinbar feste Boden einer in bestimmten Bahnen verlaufenen Biografie pl&ouml;tzlich aufgerissen wird, und man hat als Person dem Nichts gegen&uuml;ber zu bestehen. Bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Handke" rel="external">Peter Handke</a> war es ab 1996 seine ostentative, tats&auml;chlich problematische Hinwendung zu Serbien, die ihn in der &Ouml;ffentlichkeit am Pranger stehen lie&szlig;. In direkter Folge gab er erworbene Auszeichnungen zur&uuml;ck und trat aus der Kirche aus. Den biografischen Umschwung hatte Handke bereits zuvor in einem Roman vorher gesehen und daran seine Philosophie der Langsamkeit entwickelt- eine spirituelle Qualit&auml;t des kontemplativen Schauens, der allerdings seine haarstr&auml;ubenden politischen Stellungnahmen in meinen Augen diametral entgegen stehen, ungebrochen bis heute.  <br /><br />Nur Wenigen gelingt es, mit dem vierten Mondknoten im 74. Jahr eine neue Schaffensperiode einzul&auml;uten. Manchen - so Roder- wird an diesem Punkt die Maske endg&uuml;ltig abgerissen, die sie wom&ouml;glich lebenslang getragen haben, Krankheit, Depression oder Verwirrung drohen. Bei Goethe waren es schwerste Herzbeschwerden, "Massen von Krankheitsstoff (..) seit dreitausend Jahren" (S. 133) f&uuml;hlte er aus sich heraus quellen. In der Erholungsphase in Marienbad verliebte er sich in eine sehr junge Frau und l&auml;utete im Gef&uuml;hlsaufruhr eine neue h&ouml;chst kreative Phase ein, begr&uuml;ndete in der und durch die Krise das Entstehen seines Alterswerks. Goethe selbst sprach von "wiederholten Pubert&auml;ten" (Gespr&auml;che mit Eckermann), die er durchgemacht habe. Auch so k&ouml;nnen die Mondknoten- Krisen gedeutet werden- Wachstumsprozesse mit entsprechenden Schmerzen sind sie auf jeden Fall- oder, wie Roder sie nennt, "Tore der Selbsterkenntnis". <br /><br />Auf die weiteren mythische, kosmischen und spirituellen Betrachtungen im zweiten Teil des Buches m&ouml;chte ich bei anderer Gelegenheit zur&uuml;ck kommen. ]]></content:encoded></item><item><title>Ingrid Haselberger: &#xbb;Wir sind die Sklaven der Vergangenheit&#x2c; aber die Herren der Zukunft&#xab;</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><dc:subject>EgoBlog</dc:subject><dc:date>2012-05-07T22:24:02+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/herren_der_zukunft.html#unique-entry-id-1533</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/herren_der_zukunft.html#unique-entry-id-1533</guid><content:encoded><![CDATA[1464 war Agostino di Duccio gescheitert. Und auch der Versuch Antonio Rosselinos zwölf Jahre später blieb vergeblich. 40 Jahre später hatte sogar der berühmte Leonardo da Vinci abgelehnt...<br />Ein anderer aber verliebte sich in den &bdquo;verdorbenen&ldquo; Stein und nahm den Auftrag voll Freuden an: liebevoll setzte der erst 26-jährige Michelangelo sich mit dem riesigen Marmorblock auseinander &ndash; bis er seinen &bdquo;David&ldquo; darin entdeckte und daraus &bdquo;befreite&ldquo;.<br /><br />1999, zehn Tage vor der Première, brach Cecilia Bartoli sich den Fu&szlig; und wollte absagen. Doch Nikolaus Harnoncourt entgegnete: &bdquo;Wo steht geschrieben, da&szlig; Donna Elvira sich nicht gerade den Fu&szlig; gebrochen haben kann?&ldquo; &ndash; und die mit Krücken agierende Elvira wurde zum &bdquo;besten Regieeinfall&ldquo; und bejubelten &bdquo;Kraftzentrum&ldquo; des Zürcher &bdquo;Don Giovanni&ldquo;.<br />Wohl in jedem Leben gibt es schicksalhafte Ereignisse, die auf den ersten Blick dunkel und unbegreiflich erscheinen und uns das Gefühl geben, ihnen ganz ohnmächtig ausgeliefert zu sein. Oft erkennen wir erst in der Rückschau, wozu etwas &bdquo;gut war&ldquo;. Erst dann wird uns auch deutlich, wie wir selbst mitgewirkt haben an allem, was geschehen ist. Und wir begreifen, da&szlig; wir keineswegs so ohnmächtig sind, wie es uns zunächst schien.<br /><br /><em>Nah ist<br />Und schwer zu fassen der Gott.<br />Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.</em><br /><br />So sagt Friedrich Hölderlin (zu Beginn seiner Dichtung &bdquo;Patmos&ldquo;). Ja: mit jedem &bdquo;Schicksalsschlag&ldquo; erwachsen uns auch neue Kräfte.<br /><br /><br /><a href="autoren/haselberger_st/styled-19/index.html" rel="self" title="Sklaven">zum ganzen Text...</a>]]></content:encoded></item><item><title>Rude Boy Guru Cohen vor Imagewechsel?</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Esoterik</category><dc:date>2012-05-02T11:47:28+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/rude_boy.html#unique-entry-id-1532</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/rude_boy.html#unique-entry-id-1532</guid><content:encoded><![CDATA[Ich bin freundlicherweise von einem kritischen Anh&auml;nger Cohens auf einen Artikel aufmerksam bei <a href="http://www.whatenlightenment.net/" rel="external">Whatenlightenment</a> (einem ebenso kritischen Blog) gemacht worden - &bdquo;From Rude Boy to Nice Guy?&ldquo;. Man muss vorher bemerken, dass Viele, die sich in diesen kritischen Blogs &auml;u&szlig;ern, auch in dem <a href="http://www.egoisten.de//files/andrew_cohen.html" rel="self" title="EgoBlog:Andrew Cohen &#38; EnlightenNext- ein amerikanischer Guru">unten besprochenen Buch von Yenner</a> (&bdquo;Ein amerikanischer Guru&ldquo;) nicht nur erw&auml;hnt, sondern breit zitiert werden. Au&szlig;erdem gibt es seit langem das <a href="http://www.egoisten.de/styled-13/styled-17/cohen/cohen.html" rel="external">Aussteigerbuch von van der Braak</a>, das ich bereits vor f&uuml;nf Jahren besprochen habe, vor allem, weil dort auch eine komplette Biografie von Andrew Cohen ausgebreitet wird.  <br />Im genannten Blog Whatenligthenment wird bemerkt, dass eine Reihe von kritischen Artikeln - auch bei Wikipedia - Anfang dieses Jahres verschwunden bzw. aktiv entfernt worden sind. Es ist also zu vermuten, dass das &uuml;beraus schlechte Image des Gurus in seinen Umgangsformen mit seinen Sch&uuml;lern &uuml;berarbeitet werden soll: &bdquo;<em>So what is going on here, folks? Dare we infer that there is a slippery and concerted effort on the part of Cohen and his students to remake the "rude boy" guru&rsquo;s online image?</em>&ldquo;<br /><br />Nun erw&auml;hnt schon Yenner in seinem Buch, dass von Cohens urspr&uuml;nglich etwa 130 Sch&uuml;lern gerade einmal eine kleine Handvoll &uuml;brig geblieben sind. Zwar kommen immer wieder Andere nach - das Ausgrenzen im Internen scheint ja bei Cohen zur Methode zu geh&ouml;ren -, aber Yenner wei&szlig;, dass das zentrale Ashram Foxhollow &uuml;ber weite Teile des Jahres ziemlich verwaist ist, wenn nicht gerade Events statt finden. Cohen scheint finanziell allm&auml;hlich die Luft auszugehen, was einem Image- Wandel einigen Schub geben mag: &bdquo;<em>Stas Mavrides&rsquo; recent article, I Love Him, I Hate Him, I Love Him Again suggested that Andrew did a pubic about-face on his critical, angry stance toward his former teacher, in part per his PR consultant&rsquo;s advice that he needed to make some specific image changes in order to help his fundraising efforts. (There are indications that Cohen&rsquo;s group is in difficult financial straits &ndash; In 2011 it officially ended publication of its magazine &ldquo;EnlightenNext&rdquo;, and listed its Foxhollow property for sale, selling off a portion of the estate to a development company.</em>)&ldquo; Das Prinzip des permanenten Wandels und damit einer notwendigen st&auml;ndigen Expansion scheint bei den autorit&auml;ren frauenfeindlichen und aggressiven Umgangsformen Cohens zunehmend zum Problem zu werden.<br /><br />Ein sanftes Auftreten w&uuml;rde es erm&ouml;glichen, die &bdquo;integralen&ldquo; Kreise besser anzusprechen, um im Dialog mit unterschiedlichen spirituellen Richtungen - auch den Anthroposophen - die eigenen Interessen zu wahren: &bdquo;<em>These days Andrew speaks to large Integral audiences like the &ldquo;Integral Spiritual Experience&rdquo; convocation held in California earlier in January.</em>&ldquo; Die Betreiber von Whatenlightenment warnen allerdings, dass auch ein scheinbar eher dialogisch orientierter Cohen nichts anderes als ein Wolf im Schafspelz sein mag: &bdquo; <em>Given that, it would seem by removing earlier internet testaments from himself and fawning students it might help him forge his new image as a likable &lsquo;Integral-friendly&rsquo; leader; an image that belies the character of an abrasive, even abusively autocratic guru, a man to whom his inner circle of students have surrendered control of their lives, yet secretly fear displeasing. And so we say, &ldquo;Beware the wolf in sheep&rsquo;s clothing!</em>&rdquo;&ldquo;<br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Die Nutzlosigkeit der Gegenw&#xe4;rtigkeit</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Meditation</category><dc:date>2012-05-01T11:07:22+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/nutzlosigkeit.html#unique-entry-id-1531</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/nutzlosigkeit.html#unique-entry-id-1531</guid><content:encoded><![CDATA[Unter "Nutzlosigkeit" zitiert K&uuml;hlewind in unserem Meditationsbuch "Licht und Leere" (Verlag Freies Geistesleben) Zoketsu Norman Fisher:<br /><br />"<em>Zazen ist grunds&auml;tzlich eine nutzlose und witzlose Bet&auml;tigung. Man widmet sich dem Zazen nicht, weil es irgendwie hilft oder friedvoll ist oder interessant, oder weil Buddha einem sagt, man solle es tun - wiewohl wir uns vorstellen m&ouml;gen, es sei hilfreich, friedvoll oder interessant-, sondern einfach weil man sich ihm widmet. Du tust es eben, weil du es tust&hellip; Auch ist es keine Frage des Wollens oder Nicht- Wollens. Zazen geschieht um des Zazen willen. V&ouml;gel singen, Fische schwimmen, und wer sich dem Zazen widmet, &uuml;bt Zazen jederzeit mit Hingabe, obwohl es keinerlei Notwendigkeit daf&uuml;r gibt</em>."<br /><br />Das ist eine Haltung, die ich schon beim blo&szlig;en Lesen erholsam finde. Ich kann mir z.B. keine andere Haltung vorstellen, mit der man unbefangen, unangestrengt, durch die Natur gehen k&ouml;nnte, um auf sanfte Art und Weise den Dualismus im Wahrnehmen zu &uuml;berwinden. Man kann sich ihr gar nicht anders ann&auml;hern. "Konzentration" und "Fokussierung" m&uuml;ssen quasi in Fleisch und Blut &uuml;bergegangen sein- durchsichtig geworden. Man konzentriert sich und fokussiert sich nicht mehr im Sinne eines Willensakts, sondern der Wille ist einfach da, ist bereit, ist ein Teil des schwingenden, unsichtbaren Leibes, der einen durchdringt. Irgendwann ist eine Spur des lichten Leibes stetig im R&uuml;cken da, schwingt mit, geht auf und zieht sich wieder zusammen. Man kann pr&auml;zise sein, ohne sich dabei zu verkrampfen. <br />Nat&uuml;rlich ist das auch eine Denk- Kraft, jedoch in einem transzendierten Sinn: Der Lichtk&ouml;rper ist auch der Willensleib, und man lebt darin. Nur so ist es m&ouml;glich, das Gesamte der Erscheinung eines Augenblicks in der Natur mit zu leben, mit zu erleben. Nur so - aus meiner Perspektive- gelingt es gelegentlich, dass der Augenblick <em>sprechend</em> wird. Dann quellen aus den Erscheinungen heraus Empfindungen und Einsichten. Die Bl&uuml;ten, die Wolkenformen, der Wind tragen immanente Empfindungen an das innere Ohr. Das ist in der Tat sinnlos und witzlos, weil es einfach ein Mitgehen mit dem ist, was ist. Es ist voller Freude, das gewiss. Und es ist voller Hingabe, das auch. <br /><br />Aber es ist meilenweit entfernt von dem, was z.B. die <a href="http://www.egoisten.de//files/andrew_cohen.html" rel="self" title="EgoBlog:Andrew Cohen &#38; EnlightenNext- ein amerikanischer Guru">Erleuchtungssucher</a> erwarten. Ich habe wirklich keine Ahnung, ob was und wann was "erleuchtet" sein mag, und es ist mir auch v&ouml;llig egal. Das Wichtigste ist, real zu sein, pr&auml;sent und wach. Es mag da Fortschritte oder ein Weiterkommen geben, aber der Gedanke daran w&uuml;rde den Willen korrumpieren und schon die Pr&auml;senz zerst&ouml;ren. Diese Erleuchtungs- Kategorien haben mehr etwas mit amerikanischen und asiatischen Werbestrategien zu tun als mit dem, was jetzt ist. Es ist f&uuml;r mich mehr das RTL- Programm als Realit&auml;t. <br /><br />Anders bei den wenigen Anthroposophen - etwa Mieke Mosmuller-, die offensichtlich tats&auml;chlich Erfahrungen solcher Art macht, aber ihnen immer schwindelerregende Zuordnungsbegrifflichkeiten (Erzengel, Sophienerscheinung..) hinterher schiebt, die das Ganze anthroposophieren, glorifizieren, kontextualisieren, kategorisieren. Es schnappt dann bei ihr zu, wird reich an Begrifflichkeit und Gro&szlig;artigkeit, aber zugleich arm an Erfahrung, Konsequenz, Genauigkeit. <br /><br />Ob Erleuchtungssucher oder Sich-Selbst-Heiligende, es schnappt fast immer die Falle zu, dass es <em>gewaltig, wichtig, einzigartig</em> sein muss. Verloren wird der Augenblick, die Pr&auml;zision, die Tats&auml;chlichkeit, die Unangestrengtheit. Deshalb noch einmal ein Loblied auf Fisher: "<em>V&ouml;gel singen, Fische schwimmen, und wer sich dem Zazen widmet, &uuml;bt Zazen jederzeit mit Hingabe, obwohl es keinerlei Notwendigkeit daf&uuml;r gibt.</em>"<br />]]></content:encoded></item><item><title>Andrew Cohen &#x26; EnlightenNext- ein amerikanischer Guru</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Esoterik</category><dc:date>2012-04-29T19:00:11+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/andrew_cohen.html#unique-entry-id-1530</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/andrew_cohen.html#unique-entry-id-1530</guid><content:encoded><![CDATA[<img class="imageStyle" alt="Bildschirmfoto 2012-04-29 um 19.01.43" src="http://www.egoisten.de/files/bildschirmfoto-2012-04-29-um-19.01.43.png" width="500" height="358" />aus<a href="http://www.andrewcohen.org/" rel="external"> Cohen Website</a><br /><br />Yes, ich lese gerade per Kindle- Leseger&auml;t  "<a href="http://www.amazon.com/American-Guru-Betrayal-Healing-former-ebook/dp/B004TNJD34" rel="external">American Guru: A Story of Love, Betrayal and Healing</a>- former students of Andrew Cohen speak out" von William Yenner, der &uuml;ber weit &uuml;ber ein Jahrzehnt eine Art Manager f&uuml;r die <a href="http://www.enlightennext.org/about/" rel="external">EnlightenNext</a>- Bewegung (so der heutige Name der Zeitschrift) war. Yenner ist auch nicht gerade freiwillig aus dem Bannkreis des auch in anthroposophischen Kreisen bekannten Gurus Cohen geworden. Er fiel vielmehr den regelm&auml;&szlig;ig stattfindenden S&auml;uberungsaktionen innerhalb der Organisation zum Opfer, den immanenten und permanenten Ausgrenzungsmechanismen eines strikt autorit&auml;ren Systems, an deren Spitze mit Cohen ein geld- und machtversessener, aber offensichtlich charismatischer F&uuml;hrer steht. <br /><br />Die Methoden, deren sich Cohen in den internen Kreisen bedient, ist ein umfassender Spitzelapparat, dem sich Hunderte von aktiven Anh&auml;ngern bereitwillig unterwerfen, um dann - angeblich um ihr "Ego" zu brechen- zunehmend gedem&uuml;tigt, teilweise geschlagen und ihrer s&auml;mtlichen Ersparnisse (oder mehr) beraubt zu werden. "Beraubt" ist vielleicht der falsche Ausdruck- sie &uuml;berschreiben das Geld, nehmen Kredite auf, um ihren auf sie scheinbar w&uuml;tenden Guru zu bes&auml;nftigen, der sich mit Kleingeld nicht zufrieden gibt, auch nicht mit buchst&auml;blichen Unterwerfungen, B&auml;dern in eiskaltem Wasser, stundenlangem Beten vor seinem Abbild. Die "Schuld", um die es sich handelt, ist meist sexueller Natur. Cohen kontrolliert alle (sexuellen) Beziehungen der ihm H&ouml;rigen und ahndet einen nicht von ihm genehmigten Kontakt (oder auch nur einen Akt der Masturbation)- eben alles, was die Spitzel ihm bereitwillig zutragen- so lange, bis es sie selbst erwischt. Es ist ein totalit&auml;res System, das mit blumigen Implikationen und einem weltoffenen Erscheinungsbild verschleiert wird. <br /><br />Das System funktioniert - nicht nur nach der Darstellung Yenners-  aber stets so, dass nach &Uuml;bertragung der teils erheblichen Geldbetr&auml;ge (teils Millionen) die ausgegrenzte und gedem&uuml;tigte Person durch anhaltende Isolation, Schl&auml;ge oder anderes Brechen der Pers&ouml;nlichkeit zum Austritt veranlasst wird. Cohen h&auml;lt seine Organisation dadurch lebendig, braucht aber auch st&auml;ndig neue M&auml;rkte- eine quasi anhaltende Expansion, um immer wieder neue Geldquellen zu akquirieren. <br /><br />Yenner liefert nicht nur einen Insiderbericht von der Spitze her (er hat das System selbst ma&szlig;geblich aufgebaut und organisiert), sondern reflektiert auch die totalit&auml;ren Strukturen recht gr&uuml;ndlich. Yenner hat alles f&uuml;r Cohen aufgegeben, selbst seine Ehe. Er trauert, wie man dem Buch anmerkt, bis heute um diese Beziehung zum verehrten Guru amerikanischen Zuschnitts, der allerdings nicht nur zynische, sondern auch unberechenbare, ja sadistische Z&uuml;ge zeigt und v&ouml;llig korrumpiert zu sein scheint von der ihm zugewachsenen totalen Macht &uuml;ber Andere.<br /><br />Das Grundprinzip von Cohens Apparat ist folgendes: "As strange as it sounds, my former teacher takes pride in (among other things) his ability to lie to and manipulate others. His community consists of concentric circles, each knowing only so much and not privy to what goes on in the ones above."<br /><br />Yenner gr&uuml;belt nach wie vor, was Cohen im Kern antreiben mag: Ist es "pleasure in deceit or lust for domination in himself? Is this the pathological template underlying Cohen&rsquo;s pervasive demonization and abuse of those students who dare to disobey, contradict or leave him?" <br /><br />Im Endeffekt sieht er in Cohen einen charismatischen Manipulator: "It is the shock of coming face to face with a monster that destroys because it can, that derives an experience of euphoria, arousal or pleasure from the recognition of what it can get away with, believing that no one will stand in its way." <br />Aber d&auml;monisieren sollte man ihn nach Yenners Meinung nicht- Cohen selbst in seinem Machtwahn innerhalb seines Erleuchtungs- Zirkus zeigt eigentlich im Grunde infantile Z&uuml;ge: "..less as diabolical than as childish and at times even infantile." <br /><br />"Karmische Schuld" bei kleinen Vergehen abzutragen, hat in Cohens System einen festen Wert, n&auml;mlich mindestens 20000 Dollar: "You actually even said to me and a few others at one time that when a &lsquo;committed&rsquo; or a &lsquo;senior&rsquo; student &ldquo;blows it,&rdquo; it&rsquo;ll cost them $20,000 in karmic retribution." Nun gut. Eine m&ouml;glicherweise teure Erfahrung, die einige Jahre des Lebens kosten mag und einen desillusioniert und mit Sicherheit ohne die versprochene Erleuchtung zur&uuml;ck l&auml;sst. Manche Aussteiger - vor allem die, die nicht gezahlt haben- werden in Cohens Auftrag auch verfolgt, um sie zu "&uuml;berreden", zur&uuml;ck zu kehren. Wer diesen Preis f&uuml;r leere Versprechungen zu zahlen bereit ist, mag ja bei EnlightenNext eine Art esoterisches Abenteuer finden. Es ist nat&uuml;rlich ein abgenagter Knochen, den man eigentlich schon bei Osho ausreichend kennen lernen durfte. Aber offenbar braucht jede Generation ihre eigenen surrealen Gurus, egal wie soziopathisch sie daher kommen m&ouml;gen. Anf&auml;nger - auch in anthroposophischen Kreisen- preisen die H&auml;rte und &bdquo;Konsequenz&ldquo; in Cohens System. Das Ganze hat nat&uuml;rlich mit den freilassenden und menschenfreundlichen, ewig diskutierenden und streitenden Anthro- Kreisen gar nichts zu tun. Aber die M&ouml;hre, die in diesem Fall &bdquo;Erleuchtung&ldquo; hei&szlig;t, baumelt den Newbies vor der Nase und wirkt bezaubernd, egal wie hart sie Cohen oder seine Leute herannehmen, kritisieren und dem&uuml;tigen sollten. Dass die totale Kontrolle in den inneren Zirkeln letztlich &uuml;berall hin f&uuml;hrt, nur nicht zur Erleuchtung, wird aber meist erst nach dem kruden Erwachen bei systematischer Ausgrenzung und Ausbeutung deutlich. <br /><br />  ]]></content:encoded></item><item><title>Den schwarzen Hund besuchen. Meditationen &#xfc;ber den Doppelg&#xe4;nger </title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Meditation</category><dc:date>2012-04-23T19:55:33+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/doppelgaenger.html#unique-entry-id-1529</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/doppelgaenger.html#unique-entry-id-1529</guid><content:encoded><![CDATA[In der neu angelegten Kategorie &bdquo;<a href="styled-13/index.html" rel="self" title="Moderne Mystik">Moderne Mystik</a>&ldquo; ein neues Textfragment &uuml;ber das r&auml;tselhafte <a href="styled-13/styled-16/index.html" rel="self" title="Der schwarze Hund">Ph&auml;nomen des Doppelg&auml;ngers</a>, mit einigen Zitaten von Rudolf Steiner. <br /><br /><img class="imageStyle" alt="doppelgaenger" src="http://www.egoisten.de/files/doppelgaenger.jpg" width="378" height="331" />]]></content:encoded></item><item><title>Zweiter Stock&#x2c; sechster Stock</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Gesellschaft</category><dc:date>2012-04-22T21:03:33+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/zweiter_stock.html#unique-entry-id-1528</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/zweiter_stock.html#unique-entry-id-1528</guid><content:encoded><![CDATA[Das M&auml;dchen war sieben Jahre alt, ein sch&ouml;nes kleines Wesen, gelegentlich offenherzig, von lebhaftem Temperament, gelegentlich verstockt, aber ich wusste nicht warum. Ich bekam bald heraus, dass sie kein Wort lesen oder schreiben konnte, bei schon offensichtlich hell wacher Intelligenz, und dass sie die Mitsch&uuml;ler mit Butterbroten bestach, um ihre Hausaufgaben zu erledigen. Wir mussten mit der Phonem- Graphem- Zuordnung ganz von vorne beginnen, ja sie musste &uuml;berhaupt lernen, zu lernen, ohne sich durch zu tricksen. Das tat sie auch, ein Jahr lang, aber es blieb eine Unruhe und Wut in ihr, die ich mir nicht erkl&auml;ren konnte. Sie blieb in einem wesentlichen Bereich stumm, so weit wusste ich Bescheid. Aber als ich dann tats&auml;chlich auf verzweigten Umwegen an das Problem heran kam, stand sie im zweiten Stock im Fenster und wollte springen. Ich war ganz ruhig, wie meist, wenn es darauf ankommt und machte nicht zu viel Druck. Sie k&ouml;nnte es mir sagen, sagte ich, ich w&auml;re f&uuml;r sie da, aber ich m&uuml;sste vielleicht etwas unternehmen. Dann nahm sie, als ich langsam aufstand, meine Hand und kam vom Fensterbrett herunter. Wie sich heraus stellte, wurde sie von ihrer Mutter, an einen gut angesehenen Herrn vermietet worden und musste diesem bei abendlichen Gelagen und mittags nach der Schule zu Diensten sein. Die Kripo und das Jugendamt waren zwei Stunden sp&auml;ter vor Ort und entfernten das M&auml;dchen aus allen weiteren Zugriffen - es bestand, da sie nun einmal das verzweifelte Schweigen gebrochen hatte, akuter Handlungsbedarf. Man bef&uuml;rchtete Gewalt vonseiten des ehrenwerten Herrn, der letztlich im &uuml;brigen bei der ganzen Angelegenheit nicht einmal vor Gericht erscheinen musste, da er sich als Opfer einer Erpressung darstellen konnte. <br /><br />Der Junge war in der Schule nicht mehr zu f&ouml;rdern, da seine Gewaltt&auml;tigkeit bereits im ersten Schuljahr jedes Mass &uuml;berstieg. Es war eine dumpfe, verzweifelte Gewalt ohne sichtbaren Anlass, er versuchte unterschiedslos durch schwere Schl&auml;ge zu verletzen- ob Kinder oder Erwachsene. Er verweigerte damit offensichtlich jede schulische F&ouml;rderung und jede Entfernung von zu Hause. Es hie&szlig;, der Vater sei im Gef&auml;ngnis, die Geschwister im Heim und die Mutter meistens alkoholisiert. Als ich in dem Abbruch- Hochhaus, das mehr einer Ruine glich und dessen Aufzug man lieber nicht vertraute (er war innen ausgebrannt) im sechsten Stock zum Hausunterricht kam, fl&uuml;chtete der Junge in ein Zimmer, hantierte am Fenster, h&uuml;pfte in den offenen Rahmen und sagte: Ich springe. Ich ging ruhig Schritt f&uuml;r Schritt zur&uuml;ck, in die K&uuml;che, zur Mutter, die am Tisch sa&szlig;. Ich rief: Ich bin schon weg, bei deiner Mutter. Nach einer Zeit kam er aus dem Zimmer und setzte sich vor den Fernseher. An diesem Tag lernten wir sonst nichts mehr, am n&auml;chsten Tag eine halbe Stunde, dann ging wieder nichts, aber am vierten Tag lasen wir ein wenig zusammen. Er war etwas aufger&auml;umter, die Wut hatte sich verfl&uuml;chtigt- diese Wut, die schon in diesem Alter auch selbstm&ouml;rderisch war. Ich verstand, dass die Mutter niemals trank, sie erschien den Beh&ouml;rden nur so, weil sie schon fortgeschrittenen Parkinson hatte. Es war niemand f&uuml;r sie da- der Junge hatte sich vorgenommen, sie zu besch&uuml;tzen. Der Rest der Welt war f&uuml;r ihn zu einem diffusen Feindgebiet geworden. <br /><br />Diese Geschichten kann man herauf und herunter erz&auml;hlen, sie klingen immer bizarr in den Ohren derer, die davon nicht ber&uuml;hrt werden. Aber dort, wo diese Geschichten entspringen, gibt es viele davon. Daran &auml;ndert auch ein ganzer Helferapparat nur marginal etwas. Es ist keinesfalls nur ein Apparat, es gibt viele Grenzg&auml;nger, die als Personen wach und engagiert t&auml;tig sind. Nat&uuml;rlich ist es nie genug. Es ist immer nur das, was man schaffen kann. Die Perspektiven der Grenzg&auml;nger, die an den gesellschaftlichen Abgr&uuml;nden zu tun haben, &auml;ndern sich. Man wird immer konkreter und vertritt keine allgemeinen, abstrakten Standpunkte mehr. Man macht, was zu tun ist, was man kann, man nutzt die Netzwerke, das Gespr&auml;ch, man k&auml;mpft gegen administrative Grobschl&auml;chtigkeit und institutionelle Gleichg&uuml;ltigkeit an. Es ist nie genug, und am Ende verliert man die Personen aus den Augen. Man hat immer nur eine gewisse Zeit zur Verf&uuml;gung. An den Kern des Problems heran zu kommen, erkl&auml;rt die Wunden, die geschlagen wurden, aber heilt sie nicht. Das, was man anst&ouml;sst und bewegt, tr&auml;gt den Fall meist in andere - vielleicht fachkundigere- H&auml;nde und man bleibt zur&uuml;ck mit diesen Fragezeichen, die sp&auml;ter, endlos lang, ein Leben lang, durch die Tr&auml;ume wabern. Die Perspektiven &auml;ndern sich, die Probleme nicht.]]></content:encoded></item><item><title>Zwei &#x26; Zwei</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Meditation</category><dc:date>2012-04-19T23:02:42+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/zweiundzwei.html#unique-entry-id-1527</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/zweiundzwei.html#unique-entry-id-1527</guid><content:encoded><![CDATA[<br />Du bist sicher, ich bin es nicht. Ich habe keine Antworten, ja nicht einmal Fragen. Ich stehe auf dem Feld, mit dem weiten Blick &uuml;bers Land und versuche Zwei und Zwei zusammen zu z&auml;hlen. Die sich ballenden Wolken, das sich spreizende Licht, das Meer von Gr&uuml;n, die Halme des Weizens. Ich versuche den Augenblick zu kosten. Ich ziehe mit den Wolkenflocken &uuml;ber das Land, ich schmecke die aufgebrochene Erde. Gestern war das Licht noch lockend, umw&uuml;hlend, saugend und ziehend. Heute dr&auml;ngt es ins W&auml;ssrige, staut und ballt. Als ich jung war, versuchte ich oft zu stehen, als w&auml;re ich Teil des weiten Landes. Wenn man mit ihm verw&auml;chst, wird man unsichtbar darin; die Tiere nehmen einen nicht mehr wahr. Die Spur des Vogelflugs schreibt unversehens ein Gedicht. Das weite Land beginnt sich in dir zu denken.<br /><br />Wenn man unsichtbar wird, beginnen die Dinge zu sprechen. Am sp&auml;ten M&auml;rz-Abend legte sich die Sichel des wachsenden Mondes noch unter die Fr&uuml;hlingsplaneten- die Stimmung von Empf&auml;ngnis und Erwartung. Nun hat sich die Hoffnung erf&uuml;llt, das weite Land ist ganz befruchtet und gedeiht. Die Knospen sind gebrochen und befreit. An den Kastanien stehen die jungen Bl&auml;tter wie tausend ungelenke kleine St&ouml;rche im noch scharfen Wind aus Norden. Ein wenig Salz h&auml;ngt in der Luft, die Nordsee ist nicht weit. <br /><br />Ich bin nicht sicher, denn die Windst&ouml;sse treiben mich um. Ich wiege mit den jungen Halmen, ich ziehe mit den Wolken und sie ziehen durch mich durch. Das Feld steht in mir und z&auml;hlt Zwei und Zwei in mir zusammen. ]]></content:encoded></item><item><title>Einige gesammelte Aufs&#xe4;tze von Peter Staudenmaier</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Nationalsozialismus</category><dc:date>2012-04-19T13:11:46+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/staudenmaier.html#unique-entry-id-1526</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/staudenmaier.html#unique-entry-id-1526</guid><content:encoded><![CDATA[Die anthroposophische Nachrichtenagentur<a href="http://www.nna-news.org/news/de/index.cgi/120415-01DE_STAUDENMEIER-ANTHROPOSOPHIE.html" rel="external"> NNA berichtet aktuell &uuml;ber Peter Staudenmaier</a>: <br /><br />&bdquo;Staudenmaier ist Juniorprofessor f&uuml;r Neuere deutsche Geschichte an der Marquette University (Milwaukee, Wisconsin). F&uuml;r seine Forschung zum Thema hat er in gr&ouml;&szlig;erem Umfang Dokumente u. a. aus dem Bundesarchiv in Berlin ausgewertet. Die Forschung, eine Dissertation, wurde mit Unterst&uuml;tzung der Cornell University, Ithaka (NY) durchgef&uuml;hrt. Die Kurzfassung wurde bei einem Workshops des Hannah-Arendt-Instituts f&uuml;r Totalitarismusforschung an der Universit&auml;t Dresden vorgestellt.<br /><br />Grunds&auml;tzlich geht der US-Historiker von einer &bdquo;ideengeschichtlichen N&auml;he&ldquo; von anthroposophischen und v&ouml;lkischem Gedankenguts aus. Die Verkn&uuml;pfung liegt f&uuml;r ihn vor allem im Begriff des deutschen Wesens und Geistes und der damit verbundenen Weltmission. Staudenmaier sieht im Werk Rudolf Steiners auch eine &bdquo;Rassenlehre&ldquo; als &bdquo;tragende S&auml;ule&ldquo; sowie ein ambivalentes Verh&auml;ltnis zur Demokratie und eine Abneigung gegen Liberalismus und Sozialismus. Dieses rechtslastige Erbe der anthroposophischen Bewegung habe aber auch in Spannung zu anderen, entgegengesetzten Elementen gestanden. In seiner Dissertation spricht Staudenmaier von einem &ldquo;left-right crossover that has marked anthroposophical politics from the beginning&rdquo;.<br /><br />Staudenmaier betrachtet seine Forschung als Korrektiv zur 1999 erschienenen Arbeit von Uwe Werner &bdquo;Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, die aus seiner Sicht Abgrenzung und Gegnerschaft der anthroposophischen Bewegung zum NS-Regime und seinen ideologischen Grundlagen zu sehr in den Vordergrund stellt. Demgegen&uuml;ber legt er den Schwerpunkt auf die Verbindungen der Anthroposophie zu v&ouml;lkischem und rassistischem Denken und seinen Repr&auml;sentanten vor und w&auml;hrend der NS-Zeit.&ldquo;<br /><br />Im Zuge der Umbauarbeiten bei den Egoisten sind die meisten der bislang hier erschienenen Aufs&auml;tze und Statements Staudenmaiers <a href="autoren/styled/index.html" rel="self" title="Peter Staudenmaier">auf einer neuen Seite</a> gesammelt worden. Es werden sicherlich bei der Sichtung des alten Blogs noch einige hinzukommen.  Die Inhalte der bislang verf&uuml;gbaren kritischen Statements sind: <br /><br />&bdquo;Anthroposophists and antisemitism in Fascist Italy&ldquo;, &bdquo;Waldorf and the "national community&ldquo;&ldquo;, &bdquo;Nazism as opportunity for Waldorf&ldquo;, &bdquo;Biologisch- dynamische Landwirtschaft in Konzentrationslagern&ldquo;,  &bdquo;Waldorfschulen in Nazi-Deutschland&ldquo;, &bdquo;Waldorf enthusiasm for Nazism&ldquo;,  &bdquo;Frankfurt Memorandum&ldquo;, &bdquo;Anschlag auf Rudolf Steiner?<br />Steiners disrupted lecture in Munich, May 1922&ldquo; und &bdquo;&Uuml;ber Massimo Scaligero&ldquo;.]]></content:encoded></item><item><title>Netzkinder &#x26; Krise der Identit&#xe4;t</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Gesellschaft</category><dc:date>2012-04-18T15:24:40+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/netzkinder.html#unique-entry-id-1524</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/netzkinder.html#unique-entry-id-1524</guid><content:encoded><![CDATA[Ich gehe noch einmal gern auf Piotr Czerskis Internet- und <a href="http://www.netzpiloten.de/2012/02/24/wir-die-netz-kinder/" rel="external">Generationenpamphlet "Wir, die Netzkinder" </a> ein, weil ich es f&uuml;r so grundlegend halte. Es ist ein Pamphlet der jungen Leute, die die Welt, die sie vorfinden, als solche vorfinden, die digital vernetzt ist: "<em>Wir benutzen das Internet nicht, wir leben darin und damit.</em>"<br /><br />Es f&auml;llt den Nicht-Piraten, den &bdquo;Analogen&ldquo; und &Auml;lteren schwer, allein in der Digitalisierung und Vernetzung einen politischen, weltanschaulichen oder gar emanzipatorischen Ansatz zu erkennen. F&uuml;r Czerski besteht er sehr wohl: <br />"<em>In uns steckt nichts mehr von jener aus Scheu geborenen &Uuml;berzeugung unserer Eltern, dass Amtsdinge von &uuml;beraus gro&szlig;er Bedeutung und die mit dem Staat zu regelnden Angelegenheiten heilig sind. Diesen Respekt, verwurzelt in der Distanz zwischen dem einsamen B&uuml;rger und den majest&auml;tischen H&ouml;hen, in denen die herrschende Klasse residiert, kaum sichtbar da oben in den Wolken, den haben wir nicht. Unser Verst&auml;ndnis von sozialen Strukturen ist anders als eures: Die Gesellschaft ist ein Netzwerk, keine Hierarchie. Wir sind es gewohnt, das Gespr&auml;ch mit fast jedem suchen zu d&uuml;rfen, sei er Journalist, B&uuml;rgermeister, Universit&auml;tsprofessor oder Popstar, und wir brauchen keine besonderen Qualifikationen, die mit unserem sozialen Status zusammenh&auml;ngen. Der Erfolg der Interaktion h&auml;ngt einzig davon ab, ob der Inhalt unserer Botschaft als wichtig und einer Antwort w&uuml;rdig angesehen wird.</em>"<br /><br />Nat&uuml;rlich ist das ein Ideal. In unseren sozialen Systemen, im heutigen systemischen Denken &uuml;berhaupt finden sich &auml;hnliche Ans&auml;tze: Aus "&Uuml;berpr&uuml;fungen" innerhalb sozialer Systeme sind "Evaluationen" geworden. Der Gedanke, dass ein systemisches Konstrukt sich selbst fortentwickelt, sowohl zum Wohl der zu Betreuenden wie auch der Mitwirkenden, hat sich l&auml;ngst im Gesundheitssystem, in schulischen und anderen sozialen Verb&auml;nden durchgesetzt und wird praktiziert. "Fehler" sind nicht mehr etwas zu Ahndendes, sondern eher ein willkommener Ansatz zur Neujustierung von Zielen und Vereinbarungen. Zumindest wird - auch in Teilen der Wirtschaft - zu gro&szlig;en Teilen so gehandelt; der soziale Netzwerkgedanke setzt sich durch. Die individuelle Kompetenz verrutscht mehr in die Richtung, gut sozial vernetzt zu sein und konstruktiv systemisch zu denken und zu handeln. <br /><br />Auch das individuelle Scheitern wird einerseits nicht mehr wie fr&uuml;her pathologisiert und mit "Schande" belegt- es wird z.B. im Begriff des Burn-Out zunehmend so verstanden, dass das Individuum im permanenten systemischen Wandel eben nicht mehr mithalten kann- und aus dem Prozess heraus f&auml;llt. Noch vor Kurzem war dasselbe Scheitern als "Depression" etwas, was man despektierlich als "Geistesgest&ouml;rtheit" abqualifizierte. Was heute z&auml;hlt, ist die pers&ouml;nliche Initiative, um den Entwicklungsprozess der Institution ad&auml;quat mit gestalten zu k&ouml;nnen. So wird "die pers&ouml;nliche Initiative zum Ma&szlig; der Person" (1). Aber das Aufgehen in einem Entwicklungsprozess - sei er politisch, sozial oder wirtschaftlich - widerspricht unseren Konzepten von "Pers&ouml;nlichkeit". Wir sehen unsere Person als ein statisches Produkt, ein unverr&uuml;ckbares Wesen mit bestimmten Charakteristika, nicht als produktiver Teil einer Netzwerkgesellschaft. Das System sieht das "Pers&ouml;nliche" als "ein normatives Artefakt. Im Gegenteil, "in der Gruppe kann jeder seine eigene Individualit&auml;t finden- sein "wahres Ich". Die Gruppe bildet die praktische Basis f&uuml;r die Anerkennung des Selbst durch die anderen." (Ehrenberg, S. 160f) <br /><br />Aber die permanente Initiativf&auml;higkeit des Individuums, der "souver&auml;ne Mensch, der sich selbst &auml;hnlich ist (..)" und im Begriff steht, "en masse Wirklichkeit zu werden" (Ehrenberg, S. 155), soll sich keinesfalls - wie fr&uuml;her- selbst verwirklichen, sondern in seinem Tun im Rahmen seiner Netzwerkarbeit. Die fr&uuml;here Trennung zwischen Arbeit und Freizeit verf&auml;llt. Das ist die Ursache des zu beobachtenden v&ouml;lligen Aufgehens von Individuen in der Arbeit, nicht die technischen Helfer wie Smartphone und Laptop, die die Verf&uuml;gbarkeit rund um die Uhr lediglich realisieren. Es gibt allerlei Probleme: "Das immer schnellere Tempo der Ver&auml;nderungen zwingt den Menschen, den Anpassungsprozess immer mehr zu beschleunigen. Der Mensch des 20. Jahrhunderts muss sich, um &uuml;berleben zu k&ouml;nnen, an eine Gesellschaft anpassen, die sich im permanenten Wandel befindet&hellip;" (Ehrenberg, S. 152) Daher wird etwas wie eine Privatsph&auml;re - wie die folgenlosen Diskussionen um Datenkraken wie Google und Facebook zeigen - immer mehr zu einem aussterbenden Konzept. Nicht jeder h&auml;lt das aus. Daher "entsteht eine wahre Industrie von Beziehungsdienstleistungen mit einer eigenen Sprache (Lebenshilfe), eigenen Technologien (medikament&ouml;se, psychologische), eigenen Berufen (Sexologen, Gruppentherapeuten usw.) und einer eigenen Literatur. Im Strudel der dauernden Verf&uuml;gbarkeit und Optimierung greift man auch massenhaft zur beziehungs- (Partnersuche per Internet-) und zur sinnstiftenden (spirituellen) Beratung und Unterweisung im Netz. Ein moderner geistiger Lehrer wie Eckhart Tolle (2) gr&uuml;ndete deshalb einen eigenen kostenpflichtigen Fernsehkanal im Netz, der auch dieses Bed&uuml;rfnis abzudecken vorgibt. Ich finde interessant, dass Tolle nicht mehr von "Selbstverwirklichung" spricht, sondern von "<em>Teachings and Tools to Support the Evolution of Human Consciousness</em>". Auch den modernen Gurus geht es um einen Entwicklungsprozess. <br /><br />Der Glaube an die Bedeutung der Entfaltung einer statischen Pers&ouml;nlichkeit verf&auml;llt, aber auch generell "<em>die Opposition von Individuum und Gesellschaft</em>". Das hat auch etwas entlastendes. Zunehmend geht die Vorstellung zur&uuml;ck, "<em>man m&uuml;sse ein Individuum disziplinieren, um es gesellschaftsf&auml;hig zu machen</em>" (Ehrenberg, S155) - die Teilhabe an der Gesellschaft soll sich ja nun aus <em>eigenem</em> Antrieb und Initiative ergeben. F&uuml;r die, die das nicht, nicht mehr oder nicht ausreichend erreichen, bietet sich die Depression (oder Burn-Out) "<em>als Krankheit des modernen Lebens</em>" (Ehrenberg, S. 183) an. <br /><br />Die Depression wird zur Schattenseite der Netz- und Optimierungskultur: "<em>Gleichzeitig geht das psychiatrische Denken immer mehr davon aus, dass die grundlegende St&ouml;rung der Depression psychomotorisch ist: Das fehlerhafte Handeln entthront das gest&ouml;rte Gem&uuml;t. Einen Fehler in Hinsicht auf die Norm zu machen, besteht nun weniger darin, ungehorsam als vielmehr unf&auml;hig zum Handeln zu sein. Darin liegt eine andere Auffassung von Individualit&auml;t</em>." (Ehrenberg, S. 220) Die neuen Modelle von Partizipation und Qualit&auml;tsmanagement brauchen nicht den gehorsamen Menschen in seiner ihm zugewiesenen Hierarchie, sondern den erreichbaren, sprungbereiten, verantwortlichen, motivierten und flexiblen Netzwerker. Immer h&auml;ufiger entwickelt sich das vernetzte Leben f&uuml;r Individuen zu einer "<em>chronischen Identit&auml;tskrankheit</em>" (Ehrenberg, S. 252). Dementsprechend wird die nicht mehr tabuisierte und weniger pathologisierte Depression zu einem "R&uuml;ckzug", der ein Schutzverhalten des Identit&auml;tsunsicheren darstellt- ein Schutzverhalten, "<em>das dem Subjekt das &Uuml;berleben sichert, wenn es nicht mehr k&auml;mpfen kann</em>" (Ehrenberg, S. 224).<br />___________<br />1 Alain Ehrenberg, Das ersch&ouml;pfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart. S. 24<br />2 www.eckharttolletv.co<br /> <br />]]></content:encoded></item><item><title>gleichgewicht</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Meditation</category><dc:date>2012-04-18T15:24:13+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/gleichgewicht.html#unique-entry-id-1523</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/gleichgewicht.html#unique-entry-id-1523</guid><content:encoded><![CDATA[man steht nie<br />fest man<br />pendelt nur.]]></content:encoded></item><item><title>Besinnung und Neuorientierung</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Egoisten intern</category><dc:date>2012-04-18T15:23:09+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/neuorienti.html#unique-entry-id-1522</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/neuorienti.html#unique-entry-id-1522</guid><content:encoded><![CDATA[Die Egoisten ziehen sich nach weit &uuml;ber zehn Jahren dauernden Diskurses zum Teil zur&uuml;ck. Daher sind die meisten Beitr&auml;ge dieser Jahre - auch fr&uuml;here Beitr&auml;ge aus Zeitschriften und Vortr&auml;gen- nicht mehr im aktuellen Verzeichnis des Blogs verf&uuml;gbar. Die Gastautoren bitte ich um Verzeihung, dass auch eine Reihe von Beitr&auml;gen damit verschwinden. Falls hier und da tote Links erscheinen sollten, bitte ich ebenfalls um Verst&auml;ndnis. Ein Neustart ist nicht ausgeschlossen, aber das m&ouml;chte ich mir offen halten. ]]></content:encoded></item><item><title>Todesfuge</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Kunst</category><category>Video</category><dc:date>2012-04-04T01:21:22+02:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/dein-aschendes_haar.html#unique-entry-id-1521</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/dein-aschendes_haar.html#unique-entry-id-1521</guid><content:encoded><![CDATA[<iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/gVwLqEHDCQE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>]]></content:encoded></item></channel>
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