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<title>Egoisten Feed</title><link>http://www.egoisten.de/index.html</link><description>Egoisten intern</description><dc:language>de</dc:language><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><dc:rights>Copyright 2011</dc:rights><dc:date>2012-02-09T18:31:39+01:00</dc:date><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.realmacsoftware.com/" />
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<lastBuildDate>Do., 9 Feb 2012 21:47:52 +0100</lastBuildDate><item><title>Theosophenball - Grafiken &#x26; Slideshow</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Digitale Grafik</category><category>Fotografie &#x26; Grafik</category><dc:date>2012-02-09T18:31:39+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/theosophen_ball.html#unique-entry-id-1500</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/theosophen_ball.html#unique-entry-id-1500</guid><content:encoded><![CDATA[Seltsame Fotos und Grafiken in einer Slideshow- &bdquo;<a href="slideshow/index.html" rel="self" title="Theosophenball">Theosophenball</a>&ldquo;. Diese kleine und weitgehend sinnfreie Ausstellung soll jeden Monat wechseln. Wir beginnen mit Bildern aus den Jahren, die in der einen oder anderen Form hier im Blog verwendet worden sind. Sie sind nat&uuml;rlich von mir selbst erstellt worden. Wenn das Experiment klappen sollte, sind auch Verbindungen online zu Flickr oder Picasa m&ouml;glich. Dann wird es auch echte Foto- Ausstellungen geben k&ouml;nnen. <br /><img class="imageStyle" alt="geistforscher" src="http://www.egoisten.de/files/geistforscher.jpg" width="394" height="309" />]]></content:encoded></item><item><title>Spiegelwesen &#x26; der Abgrund</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Meditation</category><dc:date>2012-02-03T22:21:13+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/spiegelwesen.html#unique-entry-id-1499</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/spiegelwesen.html#unique-entry-id-1499</guid><content:encoded><![CDATA[Unsere Identit&auml;t entspringt - so absurd es zun&auml;chst erscheinen mag- der Tatsache "gespiegelt zu werden" (Alice Miller, Das Drama des begabten Kindes) - im Dialog, im Erwachsenenalter, aber auch, auf sehr viel existentiellerer Ebene, als Kleinstkind:<br />"<em>Die Mutter schaut das Baby an, das sie im Arm h&auml;lt, das Baby schaut in das Antlitz der Mutter und findet sich selbst darin. vorausgesetzt, dass die Mutter tats&auml;chlich das kleine einmalige, hilflose Wesen anschaut und nicht ihre eigenen Introjekte, auch nicht ihre Erwartungen, &Auml;ngste, Pl&auml;ne, die sie f&uuml;r das Kind schmiedet, auf das Kind projiziert. Im letzteren Fall findet das Kind im Antlitz der Mutter nicht sich selbst, sondern die Not der Mutter. Es selbst bleibt ohne Spiegel und wird in seinem ganzen sp&auml;teren Leben vergeblich diesen Spiegel suchen</em>." (S. 59f)<br /><br />Alice Miller meint damit auch, dass diese Art von fr&uuml;hkindlichem Mangel im Angeschautwerden sp&auml;ter dazu f&uuml;hrt, dass aus diesen Kindern Meister im Verstehen werden, insbesondere Psychoanalytiker, aber nat&uuml;rlich auch Psychologen oder Profi- Versteher in sozialen Berufen. Manchmal sind die individuellen Bed&uuml;rfnisse in sozialen Berufen tats&auml;chlich enorm- eine Anspannung, ein innerer Drive, der die Professionalit&auml;t teilweise wieder zunichte macht oder zumindest unterl&auml;uft (ich kenne das, ich war selbst betroffen). Dass die innere Intention auch einem existentiellen Bed&uuml;rfnis entspringen kann, bleibt meist im Unbewussten. Menschen mit einer "inneren Mission" k&ouml;nnen viel bewirken, aber auch viel blockieren, da immer dieser innere Stachel hinein spielt. <br /><br />Aber nat&uuml;rlich existieren wir auch sonst als Erwachsene dadurch, dass wir von Anderen gespiegelt werden. Das zeigt sich bei Untersuchungen (ich werde noch in einem Post darauf eingehen) von Schlaganfallpatienten, deren Gesichtsz&uuml;ge teilweise gel&auml;hmt bleiben. Nicht selten setzt danach eine soziale Isolation ein, da Emotionen sich nicht mehr im Gesicht darstellen lassen- es bleibt maskenhaft f&uuml;r den Gespr&auml;chspartner. Die Patienten k&ouml;nnen das spiegelnde emotionale Feedback nicht mehr oder nur bedingt leisten. Das ist f&uuml;r Gespr&auml;chspartner h&auml;ufig kaum zu ertragen; wir h&auml;ngen einfach zu sehr davon ab, best&auml;tigt zu werden. Diese ununterbrochene Feedback- Schleife, mit der wir durchs Leben gehen, bleibt weitgehend unbemerkt. Man malt sich kaum aus, in welche prek&auml;re Lage Schlaganfallpatienten oder Unfallopfer dadurch kommen. Wenn jemand auf unser Erscheinen oder unsere &Auml;u&szlig;erungen und Reaktionen nicht reagiert, sondern einfach wie eine <em>Ding</em> vor uns steht, verunsichert uns das, selbst wenn wir wissen, dass der Patient nicht reagieren kann. Wir baden in einem Meer von emotionalen Feedbacks, denn daraus konstituieren wir uns, dadurch f&uuml;hlen wir uns, dadurch sind wir angenommen und angekommen. <br /><br />Ich denke an den Opern- Regisseur Peter Sellars, von der Figur her ein Gnom, aber von unglaublicher Energie, ein geradezu berstender Energetiker. Ich sah in einer Dokumentation in einer langen Einstellung sein Gesicht. Er h&ouml;rte Passagen aus einer Auff&uuml;hrung, und die Musik spiegelte sich in seinem nackten Gesicht in Vollkommenheit. Ich habe noch nie ein so nacktes und wesentliches Gesicht gesehen, in dem nichts "nur- Eigenes" mehr zu sehen war, sondern der Ausdruck dieser Musik in allen Nuancen, wie Wolken, die &uuml;ber das blanke Blau ziehen. <br /><br />Ja, es ist schon auch ein Akt der Emanzipation, nicht restlos in das Geflecht unserer Spiegelungen verwoben zu sein. Einen freien Blick und etwas Entzug zu bekommen von dieser Sucht. Den emotionalen Erwartungen selbst nicht immer zu entsprechen, nicht immer diese Bed&uuml;rfnisse unserer Umgebung zu befriedigen, kann nichts sein, was man sich vornimmt. Man k&ouml;nnte sich dann auch selbst entsorgen. Es spricht nun rein gar nichts gegen Grundformen der H&ouml;flichkeit und der sozialen Verbindlichkeit. Vielleicht ist es kl&uuml;ger, seine Emanzipation auf anderer Ebene zu erproben. Im meditativen Arbeiten z.B. findet man keine Belobigungen. In gewisser Weise steht man einfach nackt vor etwas, was wir darum als Leere empfinden, weil dies ein Reich ohne Spiegel ist. Es gibt nicht einmal mehr k&ouml;rperliche und biologische R&uuml;ckmeldungen. Der Gedankenfluss steht still. Niemand best&auml;tigt uns, niemand schaut uns an. Wir sind konzentriert, aber ohne Inhalte, ohne Ziel, ohne "<em>Das</em>". Da wir Spiegelwesen sind, ist das ein Moment am Abgrund. Ohne ein "<em>Das</em>" sind wir, so wie wir sind, einfach nicht mehr existent. Aber dort, am Abgr&uuml;ndigen, entspringt zugleich das, was an uns Kraft ist. Wir bemerken unsere tiefen Unterstr&ouml;mungen einfach nicht, weil wir in dieser Maya der Spiegelungen so verstrickt sind. <br /><br />Das, was dieses Schweigen &uuml;bersteht, was uns tr&auml;gt, was uns mit W&auml;rme, Leben und Klarheit hier entspringt, ist das, was keine Best&auml;tigung ben&ouml;tigt, sondern sich selber tr&auml;gt. Wir sind "die geistige Welt". Wir m&uuml;ssen durch diesen Nullpunkt hindurch, um dessen gewahr zu werden.<br /><br />Hier Peter Sellars &bdquo;erste Lektion&ldquo;:<br /><br /><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/RhDEJEUxtg4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br /> ]]></content:encoded></item><item><title>Einige Dinge&#x2c; an die ich mich erinnere</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Digitale Grafik</category><dc:date>2012-02-03T22:19:32+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/einige_dinge.html#unique-entry-id-1498</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/einige_dinge.html#unique-entry-id-1498</guid><content:encoded><![CDATA[<img class="imageStyle" alt="things" src="http://www.egoisten.de/files/things.jpg" width="500" height="374" /><br />Gemalt auf einem iPad.]]></content:encoded></item><item><title>Bundesamt f&#xfc;r Verfassungsschutz  mauert in Bezug auf Klaus Barbie</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Nationalsozialismus</category><category>Hammerschmidt</category><dc:date>2012-01-31T18:05:12+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/bnd_mauert.html#unique-entry-id-1497</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/bnd_mauert.html#unique-entry-id-1497</guid><content:encoded><![CDATA[<img class="imageStyle" alt="Bildschirmfoto 2012-01-31 um 18.06.32" src="http://www.egoisten.de/files/bildschirmfoto-2012-01-31-um-18.06.32.png" width="500" height="308" /><br /><br />Wir hatten ja schon in der Vergangenheit bei verschiedenen Gelegenheiten <a href="http://www.egoisten.de/files/tag-klaus-barbie.html" rel="external">&uuml;ber die aktuellen Recherchen zum Nazi- Verbrecher Klaus Barbie</a> geschrieben- insbesondere auch &uuml;ber die Arbeit des Historikers Peter Hammerschmidt. Nun ist heute bei der TAZ <a href="http://www.taz.de/Ein-Altnazi-und-die-deutschen-Geheimdienste/!86668/" rel="external">ein neuer Artikel von Hammerschmidt</a> &uuml;ber den Verlauf seiner Recherchen - insbesondere in Bezug auf das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz - erschienen. Kurz gesagt, die meisten Zusagen des Amtes sind nicht eingehalten worden. Entgegen allem Anschein und &ouml;ffentlichen Ank&uuml;ndigungen durch Nachrichtendienstet wird nun, da die Aff&auml;re aus den Schlagzeilen heraus ist, so massiv gemauert wie nur m&ouml;glich. <br /><br />Zun&auml;chst gibt es Schikanen in Bezug auf die Journalisten und Historiker selbst: &bdquo;So m&uuml;ssen sich die Bochumer Forscher bei der Aufarbeitung der Geschichte des BfV zun&auml;chst einer "erweiterten Sicherheits&uuml;berpr&uuml;fung mit Sicherheitsermittlungen" gem&auml;&szlig; &sect; 10, 12 Sicherheits&uuml;berwachungsgesetz unterziehen. Dazu geh&ouml;rt die Befragung von Referenzpersonen ("B&uuml;rgen") durch den Verfassungsschutz. Dabei interessiert sich der Geheimdienst nicht nur f&uuml;r Familienstand, Geschwister und Freunde, sondern auch f&uuml;r die Finanzsituation naher Angeh&ouml;riger, f&uuml;r Freizeitgestaltung und Auslandsreisen der Wissenschaftler.&ldquo; (Zitate aus dem TAZ- Artikel)<br /><br />Aber selbst wenn diese H&uuml;rden &uuml;berwunden werden sollten, wird keine generelle Akteneinsicht gew&auml;hrt, allenfalls in Einzelf&auml;llen: &bdquo;Diese Frage schien auch das Amt besch&auml;ftigt zu haben: Auf Basis einer weiteren Intervention lie&szlig; sich der Nachrichtendienst Mitte Oktober 2011 dazu bewegen, doch eine entsprechende Einzelpr&uuml;fung durchzuf&uuml;hren. Das Ergebnis: "Anl&auml;sslich Ihrer erneuten Anfrage wurde eine &uuml;berschl&auml;gige Sachverhaltspr&uuml;fung zum relevanten Aktenbestand vorgenommen. Im Ergebnis dieser Pr&uuml;fung ist eine Offenlegung der - tats&auml;chlich im BfV vorhandenen und grunds&auml;tzlich f&uuml;r eine Abgabe an das Bundesarchiv vorgesehenen - Gesamtakte zu Barbie in absehbarer Zeit aus Sicherheitsgr&uuml;nden leider nicht m&ouml;glich."<br />Halten wir fest: Der Verfassungsschutz, dem "die transparente Aufarbeitung" der eigenen Geschichte nach eigenen Angaben ein "besonderes Anliegen" ist, verweigert aus nicht n&auml;her definierten "Sicherheitsgr&uuml;nden" die Freigabe der im eigenen Archiv definitiv vorhandenen Akte &uuml;ber den "Schl&auml;chter von Lyon", Klaus Barbie.&ldquo; (dito)<br /><br />Die konkreten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Behinderungen bleiben unklar. Peter Hammerschmidt vermutet, dass es in den Akten weitere Hinweise auf die Zusammenarbeit deutscher Geheimdienste mit Nationalsozialisten gegeben haben k&ouml;nnte: &bdquo;Bleibt ein m&ouml;glicher Schaden f&uuml;r das Ansehen der Bundesrepublik durch eine wissenschaftliche Aufarbeitung: Da erhebt sich die Frage, welche "Leichen" im Keller der "Sch&uuml;tzer unserer Verfassung" denn noch liegen m&ouml;gen - Leichen, die nicht wegen der inzwischen wohlfeilen Bekenntnisse zu NS-Kontinuit&auml;ten unter Verschluss gehalten werden, sondern wegen der Rolle des BfV in der Adenauer-Republik.&ldquo;  (dito)<br /><br />Der fr&uuml;here Optimismus Hammerschmidts, der sich auch <a href="http://www.egoisten.de/pdf/Fragen_Hammerschmidt.pdf" rel="external">im ersten hier publizierten Interview</a> ausdr&uuml;ckte, ist also deutlich geschwunden. Richtig erstaunt ist man nicht wirklich.  ]]></content:encoded></item><item><title>Ingrid Haselberger: Legende- Predella zu einem geplanten Triptychon</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Anthroposophie</category><dc:date>2012-01-26T15:45:26+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/legende.html#unique-entry-id-1496</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/legende.html#unique-entry-id-1496</guid><content:encoded><![CDATA[Zum Eingang m&ouml;chte ich, ein wenig abgewandelt, meine eigene Version der alten Geschichte von den blinden M&auml;nnern erz&auml;hlen, die von ihrem K&ouml;nig ausgeschickt wurden, um zu erforschen, was ein Elefant ist.<br /><br /><div class="image-left"><img class="imageStyle" alt="elefantus" src="http://www.egoisten.de/files/elefantus.png" width="250" height="179" /></div><br />Es waren zw&ouml;lf sehr weise Gelehrte, die der K&ouml;nig f&uuml;r diese Aufgabe ausgew&auml;hlt hatte - und sie reisten also in ein Land, von dem sie geh&ouml;rt hatten, da&szlig; es dort Elefanten geben sollte, und baten einen Einheimischen, sie zu einem Elefanten zu f&uuml;hren. Er tat es und sorgte daf&uuml;r, da&szlig; das Tier sich ruhig verhielt, w&auml;hrend die zw&ouml;lf blinden Weisen um es herumstanden und auf ihre Art versuchten, sich ein Bild von ihm zu machen. Dazu bef&uuml;hlte jeder einzelne der blinden M&auml;nner den Elefanten mit seinen H&auml;nden.<br />Danach kehrten sie zu ihrem K&ouml;nig zur&uuml;ck, der sie nun aufforderte, ihm zu berichten, was sie herausgefunden hatten.<br /><br />Der erste Weise sagte: &bdquo;Ein Elefant ist etwas dicker als mein Arm und ziemlich lang, und dabei beweglich wie eine Schlange.&ldquo; - er hatte den R&uuml;ssel des Elefanten betastet.<br />Der zweite Weise sagte: &bdquo;Du hast nicht ganz unrecht, ein Elefant ist tats&auml;chlich lang und beweglich, aber er ist sehr viel d&uuml;nner, als du sagst, viel eher wie ein Seil - und du hast vergessen zu erw&auml;hnen, dass er an seinem Ende eine Quaste hat!&ldquo; - denn er war am Schwanzende des Elefanten gestanden.<br />Der erste Weise widersprach und sagte: &bdquo;Wie kommst du auf Quaste? Nein, an seinem Ende hat ein Elefant ganz im Gegenteil eine Art &Ouml;ffnung... &auml;hnlich wie ein Schlauch, aber sehr beweglich, fast wie zwei Finger, sodass er damit richtig zugreifen kann!&ldquo; - und die beiden wollten gerade einen Streit beginnen, da meldete sich der dritte Weise zu Wort und rief: &bdquo;Wie seltsam ist alles, was ihr beide da gesprochen habt! Ein Elefant ist ganz und gar nicht wie eine Schlange oder ein Seil, sondern er ist im Gegenteil flach und sehr d&uuml;nn, fast wie eine Art Tuch oder besser ein gro&szlig;er F&auml;cher, der einen ordentlichen Wind machen kann, wenn er sich bewegt!&ldquo; - denn er war beim linken Ohr des Elefanten gestanden. Lebhaft stimmte ihm der vierte Weise zu, der das rechte Ohr des Elefanten betastet hatte &ndash; und jeder der beiden f&uuml;hlte sich best&auml;rkt durch die Best&auml;tigung des anderen.<br />Der f&uuml;nfte Weise widersprach allem, was bisher gesagt worden war, und meinte: &bdquo;Was f&uuml;r Phantastereien ihr da erz&auml;hlt! Ein Elefant ist etwas sehr Starres und Unbewegliches, er ist wie eine leicht gebogene Stange, die sich zu ihrem Ende hin verj&uuml;ngt; und dabei ist er  wunderbar glatt...&ldquo; &bdquo;Ja, so ist es! Ein Elefant f&uuml;hlt sich rundherum so an wie ein glattgeschliffener Opal - und meine H&auml;nde erinnern sich auch noch gut an seine Spitze, die von St&auml;rke und Kraft zeugt&ldquo; pflichtete ihm der sechste Weise bei &ndash; denn diese beiden hatten ihre H&auml;nde &uuml;ber die beiden Sto&szlig;z&auml;hne des Elefanten gleiten lassen. Und auch sie wurden sich ihrer Sache noch sehr viel sicherer durch die best&auml;tigenden Worte des jeweils anderen.<br />Vier weitere Weise ereiferten sich nun und widersprachen den ersten sechs - denn jeder von ihnen hatte ein Bein des Elefanten bef&uuml;hlt, und sie waren sich schnell einig: &bdquo;Ein Elefant ist wie eine dicke S&auml;ule! Und jeder, der etwas anderes behauptet, verdient es nicht, ein Weiser genannt zu werden!&ldquo; - Und nicht zuletzt deshalb, weil sie nicht nur zu zweit, sondern sogar zu viert waren in ihrer Einigkeit, schien ihnen das, was sie zu sagen hatten, sehr viel mehr Gewicht zu haben als alles bisher Ge&auml;u&szlig;erte.<br />Der elfte Weise aber sch&uuml;ttelte zu alledem nur den Kopf - und als der K&ouml;nig ihn schlie&szlig;lich nach seiner Ansicht fragte, sagte er: &bdquo;Majest&auml;t, diese M&auml;nner haben alle Unrecht. Gleich, wie viele von ihnen sich auch einig sein m&ouml;gen - ein Elefant ist sehr viel gr&ouml;&szlig;er als alles, was einer von ihnen begreifen k&ouml;nnte. Er ist eine riesige gew&ouml;lbte Wand, und wenn man versucht, dieser Wand mit den H&auml;nden zu folgen, kommt man gar nicht bis an ihr Ende...&ldquo; &ndash; denn er war an der linken Seite des Elefanten gestanden und hatte seinen Rumpf betastet. <br />Und der zw&ouml;lfte Weise, der an der rechten Seite des Elefanten gestanden war, stimmte ihm zu: &bdquo;Ein Elefant ist so gro&szlig;, dass er sich nicht einmal von meinen beiden gewiss nicht kurzen Armen umspannen l&auml;sst!&ldquo; &ndash; und in ehrf&uuml;rchtigem Ton f&uuml;gte er hinzu: &bdquo;Ein Elefant hat keinen Anfang und kein Ende &ndash; und wie k&ouml;nnten wir sterblichen, endlichen Menschen uns anma&szlig;en, etwas von der Unendlichkeit zu wissen!&ldquo; <br /><br />Der K&ouml;nig war eine Weile still und blickte die Streitenden nachdenklich an. Dann l&auml;chelte er, gebot ihnen zu schweigen und sprach: &bdquo;Ihr weisen M&auml;nner, ich danke Euch f&uuml;r die Kunde, die Ihr mir gebracht habt. Dank Eurer Hilfe wei&szlig; ich nun, was ein Elefant ist: er ist ein riesiges Tier, das man selbst mit zwei wirklich langen Armen nicht umspannen kann. Er hat vier dicke Beine, auf denen sein K&ouml;rper ruht wie auf vier S&auml;ulen, und er hat zwei gro&szlig;e, flache Ohren, mit denen er sich wie mit zwei F&auml;chern K&uuml;hlung verschaffen kann. Er hat zwei lange, spitze, leicht gebogene und wunderbar glatt geschliffene  Sto&szlig;z&auml;hne. Und dazu hat er noch einen dicken, beweglichen R&uuml;ssel, mit dem er Nahrung ergreifen kann, und einen langen, d&uuml;nnen Schwanz mit einer Quaste hintendran!&ldquo; <br /><br />Die weisen M&auml;nner schwiegen betroffen --- und nach einer langen Pause sagte einer von ihnen: &bdquo;Majest&auml;t, Eure Weisheit ist doch von ganz anderer Art als die unsere... es ist recht, dass Ihr unser K&ouml;nig seid. M&ouml;gen die Weisen dieser Welt zu allen Zeiten solche K&ouml;nige haben!&ldquo; <br />Da l&auml;chelte der K&ouml;nig und sprach: &bdquo;M&ouml;gen die K&ouml;nige aller L&auml;nder dieser Welt zu keiner Zeit damit aufh&ouml;ren, die Fragen, die sie haben, ihren Weisen vorzulegen. Und m&ouml;gen die Weisen dieser Welt sich zu allen Zeiten auf Reisen begeben, um ihrem K&ouml;nig Kunde zu bringen.&ldquo; <br />Der K&ouml;nig schwieg eine Weile, und sein L&auml;cheln vertiefte sich.<br />Dann f&uuml;gte er hinzu: &bdquo;Und m&ouml;gen die K&ouml;nige aller L&auml;nder dieser Welt zu keiner Zeit vergessen, dass es Dinge gibt, vor denen sie selber nicht anders stehen als ein einzelner blinder Mann, der seinem K&ouml;nig Kunde davon bringen will, was ein Elefant ist.&ldquo;]]></content:encoded></item><item><title>Rudolf Steiner und Spinoza</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Anthroposophie</category><category>Rudolf Steiner</category><dc:date>2012-01-25T23:11:52+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/spinoza.html#unique-entry-id-1495</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/spinoza.html#unique-entry-id-1495</guid><content:encoded><![CDATA[<div class="image-left"><img class="imageStyle" alt="spinoza" src="http://www.egoisten.de/files/spinoza.jpg" width="240" height="317" /></div><br />Beim Aussortieren nicht mehr gebrauchter B&uuml;cher bin ich &uuml;ber einen fast zerfallenen Spinoza- Band gefallen, mit dem billigen, holzartigen und schon spr&ouml;den Papier der unmittelbaren Nachkriegszeit. Offenbar hat es mein lange verstorbener Schwiegervater aus der philologischen Fakult&auml;t der M&uuml;nchner Universit&auml;t. Ich habe mich jetzt festgelesen und gr&uuml;ble &uuml;ber Spinozas Begriff der "Substanz". Erstaunlicherweise (erstaunlich f&uuml;r mich) liegt diese Substanz bei Spinoza sowohl im Verstand ("denkende Substanz") wie auch in allen nat&uuml;rlichen Erscheinungen- alles "<em>nichts anderes (..) als Modi des einzigen, ewigen, unendlichen, durch sich selbst bestehenden Wesens; und aus diesem allen setzen wir als bewiesen ein Einziges oder eine Einheit, au&szlig;er welcher man sich kein Ding vorstellen kann</em>." <br /><br />Spinoza vertritt also einen interessanten Monismus, dem nachzugehen mir lohnend erscheint: "<em>Daran erkennen wir, dass wir in Gott bleiben und Gott in uns, dass er uns von seinem Geiste gegeben hat</em>." <br />Erstaunlich (erstaunlich f&uuml;r mich) aktuell auch seine &Uuml;berlegungen zur Demokratie - im 17. Jahrhundert - wie: "<em>W&auml;ren die Menschen von Natur so gew&ouml;hnt, dass sie nur das wahrhaft Vern&uuml;nftige verlangten, so brauchte die Gesellschaft keine Gesetze, sondern es gen&uuml;gte die Unterweisung in den moralischen Lehren, um freiwillig und von selbst das wahrhaft N&uuml;tzliche zu tun. Allein die menschliche Natur ist ganz anders beschaffen; denn alle suchen zwar ihren Vorteil, aber nicht nach Vorschrift der gesunden Vernunft, sondern sie begehren in der Regel nur die Dinge im Antrieb von L&uuml;sten und Affekten der Seele, ohne R&uuml;cksicht auf die Zukunft und andere Dinge; und sie entscheiden sich danach &uuml;ber den Nutzen</em>." Ja, das ist uns inmitten der Wirtschafts-, Finanz- und Glaubw&uuml;rdigkeitskrisen unserer Zeit wohl bekannt.<br /><br />Parallel ein paar Blicke auf das, was Rudolf Steiner &uuml;ber die Pers&ouml;nlichkeit Spinozas ge&auml;u&szlig;ert hat, einfach aus Neugier. Da finden wir vor allem tiefen Respekt: "<em>Bei den &Auml;gyptern lebte ein inspiriertes Element, etwas das ganz aus dem Inneren, Seelischen hervorgeht, so wie es dann auf einer hohen Stufe aus dem Inneren von Spinozas Seele hervorgegangen ist.</em>" (GA 325, S. 88) Spinoza stand f&uuml;r Steiner in einem (auch &bdquo;arabistischen&ldquo;) Strom, der urspr&uuml;nglich von Aristoteles ausging: "<em>Wenn man den Blick auf jene Pers&ouml;nlichkeiten hinwendet, die aus dem Arabismus, aus der Kultur Asiens heraus auf der einen Seite beeinflusst waren von dem, was im Mohammedanismus als Religion sich ausgelebt hat, auf der anderen Seite aber auch beeinflusst waren von dem Aristotelismus, wenn man auf diese Pers&ouml;nlichkeiten schaut, die dann den Weg herüber über Afrika nach Spanien gefunden haben, die dann tief bis zu Spinoza und über Spinoza hinaus die Geister Europas beeinflusst haben, dann gewinnt man &uuml;ber sie keine Anschauung, wenn man sich ihre Seelenverfassung so vorstellt, wie wenn sie einfach Menschen der Gegenwart gewesen w&auml;ren, nur dass die so und so viele Dinge noch nicht gewusst haben, die sp&auml;ter gefunden worden sind</em>." (GA 237, S. 16) Steiner stellt auch -kurz und b&uuml;ndig - einen karmischen Zusammenhang zwischen Spinoza und Fichte her: "<em>Dieselbe Individualität ist ja Spinoza und Fichte</em>." (GA 158, S. 213)<br /><br />Steiner sah auch einen Einfluss Spinozas auf Goethe: "<em>Die drei Geister: Shakespeare, Spinoza und der Botaniker Linne` konnten Goethe im Grunde genommen dasjenige geben, was nun nicht in seinem innersten Lebenszentrum war, sondern was er von au&szlig;en bekommen musste, gerade diese Geister sind es, die den st&auml;rksten Einfluss auf ihn gehabt haben. (..) Goethes Weltanschauung hat nichts von einem abstrakten Spinozismus, aber das, was Goethe in seinem Innersten hatte als seinen Weg zu Gott, konnte er nur an Spinoza gewinnen</em>." (GA 188, S. 137)<br /><br />Auch mit dem Substanzbegriff Spinozas besch&auml;ftigt sich Steiner: "<em>Benedikt (Baruch) Spinoza fragt sich: Wie muss dasjenige gedacht werden, von dem zur Sch&ouml;pfung eines wahren Weltbildes ausgegangen werden darf? Spinoza findet, dass ausgegangen nur werden kann von dem, das zu seinem Sein keines andern bedarf. Diesem Sein gibt er den Namen Substanz. Und er findet, dass es nur eine solche Substanz geben k&ouml;nne, und dass diese Gott sei. Wenn man sich die Art ansieht, wie Spinoza zu diesem Anfang seines Philosophierens kommt, so findet man seinen Weg dem der Mathematik nachgebildet. Wie der Mathematiker von allgemeinen Wahrheiten ausgeht, die das menschliche Ich sich freischaffend bildet, so verlangt Spinoza, dass die Weltanschauung von solchen frei geschaffenen Vorstellungen ausgehe</em>." (GA 18. S. 113) <br /><br />Angesichts des strikten abstrakt- aristotelischen Denkens Spinozas war f&uuml;r Rudolf Steiner vor allem dessen Verh&auml;ltnis zum Christentum bemerkenswert: "<em>Spinoza hat ja wirklich aus guten Gr&uuml;nden jenen tiefen Eindruck auf Leute wie Herder und Goethe gemacht, denn Spinoza, wenn er auch scheinbar ganz im Intellektualismus, der aus der Scholastik heraus geblieben ist oder sich umgewandelt hat, noch drinnen steckt, Spinoza fasst doch diesen Intellektualismus so auf, dass der Mensch zuletzt eigentlich nur zur Wahrheit komme &ndash; die zuletzt f&uuml;r Spinoza in einer Art Intuition besteht &ndash;, indem er das Intellektuelle, das innere denkerische Seelenleben umwandelt, nicht stehenbleibt bei dem, was im Alltagsleben und im gew&ouml;hnlichen wissenschaftlichen Leben da ist. Und da kommt gerade Spinoza dazu, sich zu ￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼sagen: Durch die Entwickelung des Denkens f&uuml;llt sich dieses Denken wieder an mit geistigem Inhalt. &ndash; Gewisserma&szlig;en die geistige Welt, die wir (denkerisch) kennen gelernt haben im Plotinismus, ergibt sich wiederum dem Denken, wenn dieses Denken entgegen gehen will dem Geiste. Der Geist erf&uuml;llt als Intuition wiederum das Denken. Und es ist merkw&uuml;rdig, dass heraus leuchtet aus den Schriften des Juden Spinoza folgender Satz: Die h&ouml;chste Offenbarung der g&ouml;ttlichen Substanz ist in Christus gegeben. In Christus ist die Intuition zur Theophanie geworden, zur Menschwerdung Gottes, und Christus&rsquo; Stimme ist daher in Wahrheit Gottes Stimme und der Weg zum Heil</em>." (GA 74, S. 80ff)<br /><br />F&uuml;r Steiner war Spinoza eine Art &Auml;quinoktium zwischen der Vergangenheit im Sinne alter Mysterien und einer Moderne, die in der Folge so erheblichen Einfluss auf Goethe gehabt hatte. Spinoza fasst in Steiners Augen ein letztes Mal - und auf eigenst&auml;ndige Art und Weise- die monistische Essenz der alten Mysterien zusammen: "<em>Die Anreger Spinozas waren die im S&uuml;dwesten Europas lebenden Nachz&uuml;gler des Arabismus, der arabisch- (persisch)-semitischen Weltanschauung. Derjenige, der solche Dinge versteht, wird noch nacherleben k&ouml;nnen, wie das, was dekadent in der Kabbala hervorgetreten ist, sich in den reinen Vorstellungen des Spinoza wieder findet. Und so wird man dann weiter zur&uuml;ckgef&uuml;hrt &uuml;ber den Arabismus nach dem Orient, und man lernt erkennen, wie das, was bei Spinoza auftritt, in Begriffe, in intellektualistische Vorstellungen gebrachte Weltansicht der Vorzeit ist.</em>" (GA 325, S. 85) ]]></content:encoded></item><item><title>Raymond Zoller: Von 2 Marsmenschen eskortierter Putin. - &#x41f;&#x443;&#x442;&#x438;&#x43d; &#x432; &#x441;&#x43e;&#x43f;&#x440;&#x43e;&#x432;&#x43e;&#x436;&#x434;&#x435;&#x43d;&#x438;&#x438; &#x434;&#x432;&#x443;&#x445; &#x43c;&#x430;&#x440;&#x441;&#x438;&#x430;&#x43d;</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Raymond Zoller</category><dc:date>2012-01-17T20:43:06+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/putin_auf_mars.html#unique-entry-id-1494</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/putin_auf_mars.html#unique-entry-id-1494</guid><content:encoded><![CDATA[<img class="imageStyle" alt="putin" src="http://www.egoisten.de/files/putin.jpg" width="500" height="220" />]]></content:encoded></item><item><title>Michael Eggert: Die wilde Waldorf- Puppenstube&#x2c; Ein-Mann-Sekten &#x26; hermetische Weltbilder</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Anthroposophie</category><category>B&#xfc;cher</category><dc:date>2012-01-16T21:15:37+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/christian_grauer.html#unique-entry-id-1493</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/christian_grauer.html#unique-entry-id-1493</guid><content:encoded><![CDATA[Zu Christian Grauers Buch <em>Es gibt keinen Gott, und das bin ich! Anthroposophie im Nadel&ouml;hr</em>, Basel 2011<br /><br /><div class="image-left"><img class="imageStyle" alt="Bildschirmfoto 2012-01-16 um 21.19.39" src="http://www.egoisten.de/files/bildschirmfoto-2012-01-16-um-21.19.39.png" width="185" height="280" /></div>Nat&uuml;rlich hatte ich schon von dem Buch geh&ouml;rt, und zwar in dem Sinne, dass da einer mit seinem anthroposophischen Elternhaus abrechnet. Der Rezensent bekennt, dass er beruflich mit allen m&ouml;glichen famili&auml;ren Traumata befasst war und war daher einigerma&szlig;en gespannt. Mir ist, glaube ich, wirklich jeder vorstellbare Abgrund bekannt, jedenfalls in dieser Hinsicht. Aber schon in dieser Hinsicht ist Grauers Buch eine Entt&auml;uschung. Die geschilderten Traumata bestehen vor allem darin, dass es keine gab. Zwar litt der junge Grauer unter einem &bdquo;extrem dogmatische(n), christlich- pietistische(n) anthroposophische(n)&ldquo; Elternhaus, bekennt aber selbst, dass er es im J&uuml;nglingsalter vers&auml;umt hatte, ordentlich dagegen zu opponieren, also z.B. nach Goa zu ziehen oder sich die Gespenster des Elternhaus in n&auml;chtelangen Partys in Ibiza aus dem Kopf zu tanzen. Vielmehr pflegte er dieses enge Weltbild &bdquo;als junger Anthroposoph selbst&ldquo;. Ich habe in Studentenzeiten staunend auf Tagungen der Christengemeinschaft und anderswo wilde M&auml;dchen erlebt, die lieber auf Sex und Drogen setzten und nach Findhorn abhauten, als &bdquo;diese bigotte Waldorf- Puppenstube&ldquo; noch l&auml;nger zu ertragen. Grauer dagegen las im &bdquo;christengemeinschaftlichen Religionsunterricht&ldquo; B&uuml;cher &uuml;ber das Leben nach dem Tod, formte sich die Welt &bdquo;zu einer kompakten, geschlossenen Veranstaltung&ldquo; und erkl&auml;rte f&uuml;r sich Steiner zu einem gro&szlig;en Boddhisattwa, einem &bdquo;Propheten und Eingeweihten&ldquo;. Die &bdquo;geistige Welt&ldquo;, die den Vortr&auml;gen Steiners als scheinbar geschlossenes Weltbild entsprang, wurde so f&uuml;r Grauer zu einem &bdquo;Offenbarungsglauben&ldquo;.<br /><br />(&hellip;)<br /><br />Im folgenden Philosophie- Studium stellte Grauer fest, dass er &bdquo;durchaus positiv voreingenommen gegen Publikationen aus anthroposophischen Verlagen&ldquo; war. Aber allm&auml;hlich - endlich!- d&auml;mmerte auch die Erkenntnis, dass &bdquo;der &uuml;bermenschliche Anspruch, den ich selber an die Anthroposophie stellte, nicht haltbar war.&ldquo;<br />Er erkannte, dass er sein hermetisches Weltbild durch Abschirmung &bdquo;von allen Einfl&uuml;ssen der Wirklichkeit&ldquo; k&uuml;nstlich am Leben hielt, auch wenn er bemerkte, dass es vor allem eines, n&auml;mlich &bdquo;langweilig" war. Sich aus der selbst geschaffenen Hermetik heraus zu man&ouml;vrieren, kostete Grauer einige Jahre. Die Desillusionierung wurde dann so radikal, wie der naive Glaube vorher gewesen war- was einen nicht sehr &uuml;berraschenden Reflex darstellt. Bei Grauer waren es dann der Nihilismus Nietzsches, der sich als &bdquo;beste Medizin gegen dogmatische metaphysische Wahnvorstellungen&ldquo; erwies und (ausgerechnet!) die wachsende Freude an dem Komiker Helge Schneider. Aber auch heute noch grollt der Autor Grauer, seine &bdquo;&auml;sthetische Bewertungsneurose&ldquo; und der &bdquo;Zwang, meine Mitmenschen zu beurteilen&ldquo;, sei &bdquo;anerzogen&ldquo;. Die harten Schemata seiner Urteile bezeichnet er tief bis ins Erwachsenenalter hinein als &bdquo;meine anthroposophischen Raster&ldquo;. Das klingt allerdings in den Ohren des kritischen Lesers selbstbesch&ouml;nigend- eine sehr verbreitete Art und Weise, Schuldzuschreibungen zu vergeben.  Grauer beklagt an mehreren Stellen das Pathos und den mangelnden Raum f&uuml;r &bdquo;Humor und Gelassenheit.&ldquo; Das Befolgen seiner virtuellen anthroposophischen &bdquo;Mission&ldquo; bezeichnet er als &bdquo;besonders gesteigerte Form von Egozentrik und Intoleranz.&ldquo; Dabei kommt dieses anklagende, sich &uuml;ber viele Seiten erstreckende Lamento selbst reichlich egozentrisch und pathetisch daher. Es ist halt das Klagelied des Klostersch&uuml;lers, der seinen Glauben verloren hat und jetzt &uuml;ber die verpassten Jahre jammert. <br /><br />(...)<br /><br />Zum ganzen <a href="http://www.egoisten.de/pdf/grauer.pdf" rel="external">Text als PDF-Download</a>]]></content:encoded></item><item><title>Hans-Peter Dieckmann: Anmerkungen zur meditativen Praxis</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Meditation</category><dc:date>2012-01-15T17:26:28+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/anmerk_med.html#unique-entry-id-1492</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/anmerk_med.html#unique-entry-id-1492</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Man h&ouml;rt oft, dass manche Menschen im meditativen Prozess seelisch ver&auml;ndern, aber nicht unbedingt zu ihrem Vorteil. Manchmal scheinen problematische seelische Reflexe erst richtig frei zu werden. </em><br /><br />HP: Trotzdem sage ich mir: ob mein Meditieren das z&auml;he Seelische nachhaltig verwandelt, h&auml;ngt nur von meiner Ausdauer sowie der Intensivierung meines Meditierens ab. Und verschlimmert das Meditieren seelische Verfassungen wirklich? Ich meine, es macht sie &ldquo;nur&ldquo; deutlicher bewusst und provoziert die Auseinandersetzung.<br /><br /><em>Man h&ouml;rt auch gelegentlich, dass erst eine Schw&auml;chung des physischen Apparates auch im Sinne einer Erkrankung manche Menschen zu &bdquo;Fortschritten&ldquo; in ihrer meditativen Praxis bringen soll. </em><br /><br />HP: Ein &ldquo;Knacks&ldquo; der Physis mag Kr&auml;fte frei setzen. Ich kenne diese Freisetzung in Richtung Geist aber nur durch das &Auml;lterwerden und damit unter anderem als Meditationserleichterung. Mein Krebs jedoch fordert viele Kr&auml;fte, die ich sonst f&uuml;r meine okkulte Entwicklung zur Verf&uuml;gung h&auml;tte. Denn es sind schlie&szlig;lich umgewandelte Heilungskr&auml;fte, die wir nach Rudolf Steiner f&uuml;r den Aufbau &uuml;bersinnlicher Wahrnehmungsorgane und jedes h&ouml;here Erkennen verwenden. Ich verzichte deshalb lieber &ndash; und doch entgegen meinem Wunsch &ndash; auf das meditativen Training an der Natur. Andererseits behinderte ich ohne die Krebsbew&auml;ltigung meinen okkulten Weg.<br /><br /><em>Dass wir unterschiedliche Arten des Erlebens in der meditativen Praxis haben, ist ja in unseren Gespr&auml;chen klar geworden. Wie w&uuml;rdest Du Deinen Zugang beschreiben?</em><br /><br />HP: Die Art unseres geistigen Erlebens und was wir erkennen h&auml;ngt zun&auml;chst bestimmt von Vorlieben und Pr&auml;gungen mit ab und dabei gut m&ouml;glich von fr&uuml;heren Einweihungen, neben den gegenw&auml;rtigen Schulungsbedingungen. So liegt mir das Imaginative einfach und zwar sowohl in Form von symbolischen Bildern, die sich aus Sinneselementen zusammensetzen und auf das &Uuml;bersinnliche nur hinweisen, als auch in Form von Energiewahrnehmungen und Wahrnehmungen von Eigenschaften als Licht, die dann oft von W&auml;rme- und K&auml;lteeindr&uuml;cken und seltener von einem geistigen Schmecken begleitet sind. Man kann zum Beispiel Reinheit schmecken, faszinierend! <br /><br />Und wie vielf&auml;ltig sind die &uuml;bersinnlichen Licht-, W&auml;rme- und K&auml;lte-Eindr&uuml;cke! So sah ich etwa eine in mich einstr&ouml;mende Liebe als warmes Licht, w&auml;hrend sich mir eine mein Ich st&auml;rkende Kraft als klares Licht zeigte. Die Herkunft der Liebe blieb mir verborgen, doch die mein Ich st&auml;rkende Kraft enth&uuml;llte zugleich ihre Sternenherkunft, in der aber auch Hoheitliches lebte, das mir als Wesensausdruck evident wurde. Das D&auml;monische &ndash; je nach Grad und sofern ich es kenne - kann sich grell &uuml;berspitzt oder auch d&uuml;ster und als eiskaltes Licht zeigen, wobei f&uuml;r mich gleich Leidenschaften, Bosheiten und gegebenenfalls Intelligenz und Absichten mit offenbar werden. Je bewusster ich Eigenschaften und F&auml;higkeiten erfasse, desto n&auml;her bin ich ihrer Wesensquelle, die mir dann mit den Imaginationen in Erfahrung treten kann. Bei meiner letzten Begegnung hie&szlig; mich ein freundliches Ich symbolisch mit ausgebreiteten Armen an der Schwelle zur geistigen Welt willkommen und schickte mir den Gedanken: &bdquo;Was hinter der Grenze liegt, steht dir offen.&ldquo; Ich freute mich &uuml;ber diese Aussicht und so herzlich angenommen zu sein - und schreckte doch zur&uuml;ck: sterben will ich ja noch nicht! Aber vielleicht waren ja auch nur Einblicke ins &Uuml;bersinnliche gemeint.<br /><br /><em>Ich habe Dir ja erz&auml;hlt, dass es bei mir weniger imaginativ geschieht, sondern mehr im Sinne eines Plastischen- sowohl was die Selbsterfahrung anbelangt als auch das, was mir dabei an Erfahrung entgegen kommt, in aus sich selbst gespeisten wolkigen Massen, die einen Schaffens- Charakter haben, ein unentwegt produktiv Wirkendes.</em><br /><br />HP: Ja, dieses Quellen von innen heraus, &uuml;ber das eine Ich-Pr&auml;senz ihr Kleid schafft und sei es als Wolke. Plastizieren ist f&uuml;r diese T&auml;tigkeit ein gutes Wort, das aber doch bereits &uuml;ber die blo&szlig;e geistige Leiblichkeit hinausweist.]]></content:encoded></item><item><title>Michael Eggert: Nicht im luftleeren Raum</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Web &#x26; Kultur</category><dc:date>2012-01-15T17:24:01+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/luftleer.html#unique-entry-id-1491</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/luftleer.html#unique-entry-id-1491</guid><content:encoded><![CDATA[Im Gegensatz zu "statischen" Internetseiten, die Informationen oder Links bereit halten, arbeiten Blogs wochen-, wenn nicht tagesaktuell. Sie sollten, wenn sie erfolgreich arbeiten wollen, mehr als nur den pers&ouml;nlichen Standpunkt des Betreibers widerspiegeln und in Form von Kommentaren ein Forum f&uuml;r die Besucher bereit halten. Im Idealfall bildet sich eine Blog- Community, ein Kreis von Lesern, die regelm&auml;&szlig;ig kommentieren und praktisch t&auml;glich hinein schauen; das Blog wird zur Basis f&uuml;r ein anthroposophisches Gespr&auml;ch, das &uuml;ber Wochen oder Monate, ja &uuml;ber Jahre gef&uuml;hrt werden kann. Dieser dauernde Diskurs, der ja von jedem Besucher nachgelesen werden kann, ist heute die eigentliche Attraktion. Es geht nicht darum, dass ein Autor seine Meinung in die Welt posaunt, sondern um eine gemeinschaftliche Meinungsbildung - durchaus im kontr&auml;r gef&uuml;hrten Gespr&auml;ch. Im Idealfall wird dieses Forum vom Blogbetreiber so weit offen gehalten, dass er nur bei offensichtlichen St&ouml;rern, Spammern, bei ungewollter Werbung und bei Spinnern eingreift. Letzteres ist schon deshalb notwendig, weil Blogbetreiber juristisch auch f&uuml;r die bei ihnen publizierten Kommentare haften.<br />Das alles erfordert eine st&auml;ndige Pr&auml;senz des Bloggers - im Idealfall mit mobilen Ger&auml;ten wie Smartphones, um sowohl aktuelle Posts zu ver&ouml;ffentlichen als auch entgleisende Kommentar- Threads unterwegs kontrollieren zu k&ouml;nnen. Der Blogger sollte - wenn er sich breit aufstellen m&ouml;chte - auch verschiedene Funktionen ausf&uuml;llen; d.h. bei einem Beitrag mehr journalistisch, bei einem anderen eher essayistisch aufzutreten, pers&ouml;nlich in Beitr&auml;gen sichtbar zu werden, ohne ins Allzu-Pers&ouml;nliche abzugleiten. Die Erfahrung lehrt, dass die Zeiten des kunstvoll komponierten, mehrseitigen Essays eher zuende gehen - die Leser wollen angeregt werden, sich einbringen, aktiv ein Thema mit ausgestalten, sie wollen nicht kunstvoll aufgeschichtete Informations- und Belehrungsaufs&auml;tze. Informiert sind &uuml;ber das Internet alle ohnehin, ein "Vorsprung" des Bloggers und Autoren kann nur marginal sein.<br />Der in sich abgeschlossene, "runde" essayistische Aufsatz hat kaum dialogische Anteile, er zeigt seine geschliffene Oberfl&auml;che, reizt aber selten zum Diskurs an. Die Zeiten stehen auf Diskurs, auf eine "waagerechte" gleichwertige Gespr&auml;chsebene; die "senkrechte" - belehrende- Ebene mag in Einzel- und Spezialf&auml;llen passend sein, ein Publikumsmagnet wird das aber zumeist nicht.<br /><br />Die Wucht mancher &ouml;ffentlichen Auseinandersetzungen erschreckt manchen Blogger, bringt sogar manche ganz zum Verstummen. In der anthroposophischen Szene liegt diese Wucht sicherlich auch an der Zersplitterung der anthroposophischen Bewegung selbst. Es finden sich Gruppierungen und partikulare Interessen- und Ketzergruppen wie Sand am Meer. Unaufgearbeitete Konflikte und jahrzehntelanges Verschweigen von Konflikten und Widerspr&uuml;chen kochen heute in aktuellen Blogs hoch, obwohl manche dieser Problemfelder ein oder zwei Generationen fr&uuml;her begr&uuml;ndet sind. Nehmen wir als Beispiel die nationalsozialistische Vergangenheit des l&auml;ngst verstorbenen Priesters der Christengemeinschaft, Friedrich Benesch oder die gesellschaftsinternen Konflikte zwischen Marie Steiner und Ita Wegman. Heute mit dem Thema Anthroposophie zu bloggen bedeutet, mit den chronisch unaufgearbeiteten Problemfelder neu konfrontiert zu werden.<br /><br />Aber auch in der Breite des anthroposophischen Themenfeldes finden sich ausgepr&auml;gte Minenfelder, sei es politisch, weltanschaulich oder auch in der spirituellen Ausrichtung. Gerade Autoren mit spirituellen Neigungen scheitern h&auml;ufig schnell als Blogger oder werden gnadenlos zur L&auml;cherlichkeit verdammt, weil sie sich selbst und ihr Anliegen zu ernst nehmen. Manche spirituelle Erfahrung f&uuml;hrt beim Autoren offenbar zu einer Zementierung des eigenen Standpunkts statt zu einer &Ouml;ffnung. Wenn ein Eifer im Sinne einer Verk&uuml;ndung und Offenbarung eigener Gewissheiten aufkommt, stellt man sich quer zum herrschenden Mainstream, der Meinungsbildung an Stelle von selbstherrlichen Bekenntnissen bevorzugt.<br />Wenn all diese Voraussetzungen erf&uuml;llt sind, kann ein Blog allerdings mit erheblichen Leserzahlen rechnen, selbst wenn technisch keine aufw&auml;ndige, teure und komplexe Plattform gew&auml;hlt worden ist. Die Zugriffe liegen bei reinen Blogs (wenn sie erfolgreich sind) bei etwa 10000 pro Monat, bei Blogs mit angeschlossenen Archiven und breit angelegten Inhalten bei einem Vielfachen davon. Es ist also davon auszugehen, dass das Medium heute - wie andernorts auch - in der anthroposophischen Szene mehr und umfassender genutzt wird als die klassischen Printmedien.<br />Gerade bei breit angelegten Internetseiten geht es allerdings dann doch um die Technik, n&auml;mlich um die so genannte Usability. Niemand hangelt sich durch x Unterverzeichnisse hindurch, um an einen gesuchten Text zu kommen. Es erfordert einigen Aufwand, die Inhalte einer Internetpr&auml;senz mit Hunderten von Seiten so zu pr&auml;sentieren, dass sie auf einen Blick erreichbar sind. Dabei sollten nicht schlechte Layouts, blinkende Werbebanner und eine verzwickte Navigation st&ouml;ren. Falls der Blogger in Suchmaschinen gefunden werden m&ouml;chte, sollte er origin&auml;re und originelle Inhalte m&ouml;glichst tagesaktuell bringen, auf m&ouml;glichst vielen anderen Websiten erw&auml;hnt und verlinkt werden und an soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ angebunden sein. Junge Autoren &uuml;berpr&uuml;fen das heute, bevor sie einem Blog ihre Beitr&auml;ge anbieten.<br />Bei bestimmten Themen im Ranking der Suchmaschinen oben auf zu sein, ist ein wesentliches Kriterium zur Gewinnung von Autoren, denn nur so wird man in der Informationsflut unserer Zeit von Journalisten und anderen Bloggern gefunden. Heute ist das Posten eines wichtigen Blogbeitrags, der Eintrag in Google und der sofortige Anstieg von Besucherzahlen eher eine Sache von Minuten, nicht von Tagen oder Wochen.<br />Inzwischen kommt eine weitere technische H&uuml;rde hinzu - wegen der wachsenden Zugriffe durch Tablets und Smartphones sollte die Website auch f&uuml;r kleine und kleinste Displays gut lesbar sein. Dazu generiert z.B. Blogspot von Google automatisch eigene Versionen f&uuml;r das bestehende Blog, die erkennen, mit welchem Ger&auml;t ein Leser zugreifen m&ouml;chte. Bei traditionellen Websites muss eine solche Funktion hinzu gekauft oder m&uuml;hsam programmiert werden, wenn das &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist. Sehr viele Leser abonnieren auch Inhalte eines Blogs oder Kommentarthreads per RSS und lesen dann in ihrem Email-Programm mit. In meinem Blog sind das allein etwa 1000 Abonnenten.<br /><br />Bei einer gelungenen Vernetzung eines Blogs tr&auml;gt sich dieses inhaltlich teilweise fast von selbst, da aus den Kontakten, der Leserschar und den sozialen Netzwerken laufend Anst&ouml;sse und Beitr&auml;ge folgen; der Diskurs ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern bildet den Stand der Diskussion ab, fokussiert, b&uuml;ndelt und bewertet tats&auml;chliche Ereignisse und aktuelle Themen. Der Blogger bildet einen realen Diskurs ab, gestaltet ihn mit und f&uuml;hrt ihn weiter. Er schreibt nicht im luftleeren Raum.<br />__________<br />Beitrag auch erschienen bei <a href="http://www.themen-der-zeit.de/content/Nicht_im_luftleeren_Raum.1553.0.html" rel="external">Themen der Zeit</a>]]></content:encoded></item><item><title>Abschied von Hans-Peter Dieckmann</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Egoisten intern</category><dc:date>2012-01-12T19:57:31+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/hans_peter.html#unique-entry-id-1490</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/hans_peter.html#unique-entry-id-1490</guid><content:encoded><![CDATA[Es wird einsamer bei den Egoisten. Einer unserer langj&auml;hrigen Autoren, Hans-Peter Dieckmann, ist am 6. Januar verstorben. Seine Aufs&auml;tze, die sich vor allem mit dem Thema anthroposophische Meditation besch&auml;ftigten, k&ouml;nnen auf einer f&uuml;r ihn <a href="autoren/dieckmann_st/dieckmann_st.html" rel="external" title="H-P Dieckmann">eingerichteten pers&ouml;nlichen Seite</a> gelesen werden. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit, die er auch auf einer eigenen <a href="http://www.anthroposophie-dieckmann.com/Vorwort.html" rel="external">Website</a> und in zahlreichen Seminaren, die er gab, zum Ausdruck brachte, war sein Interesse f&uuml;r den west- &ouml;stlichen <a href="autoren/dieckmann_st/aurobindo/aurobindo.html" rel="external" title="Sri Aurobindo">Grenzg&auml;nger Sri Aurobindo</a>. Hans-Peter war vor allem 2009 und 2010 aktiver Autor bei den Egoisten; er legte dabei gern l&auml;ngere Pausen ein, weil, wie er schrieb: &bdquo;Ich m&ouml;chte kein Internet-Mensch sein.&ldquo; Als er sich 2011 immer noch nicht gemeldet hatte, schrieb ich ihn an und erfuhr von seiner gerade ausgebrochenen schweren Erkrankung. Diese war im September 2010 entdeckt worden. Er war willens, sich einer gefahrvollen und radikalen Chemo- Therapie und weiteren Behandlungen zu unterwerfen, denn es gab keine Alternative: &bdquo;Die Folge w&auml;re mein Tod. Ohne Behandlung h&auml;tte ich nur noch ungef&auml;hr ein halbes Jahr zu leben.&ldquo; Seine Beanspruchung war zu gro&szlig;, um weiter Artikel schreiben zu k&ouml;nnen, aber er hoffte: &bdquo;Aber sp&auml;ter, so hoffe ich, kommt wieder mal ein Artikel von mir, dann wohl so ab Januar 2012.&ldquo; Am Anfang der Behandlung schlug sich Hans-Peter herum mit Fragen nach pers&ouml;nlicher Schuld, aber auch mit den ihm verbleibenden Perspektiven, aber er wusste auch in den schwersten Momenten: &bdquo;Durch mein Meditieren gewinne ich immer wieder Aufbauendes, mit meinem L&ouml;sen.&ldquo; <br /><br />Die Perspektive der gemeinsamen Arbeit blieb ihm wichtig: &bdquo;Dabei lag und liegt mir an den Egoisten:  an der Aufkl&auml;rung zum Beispiel zu Benesch und zum Nationalsozialismus &uuml;berhaupt sowie zu Scaligero; an den vielen Beitr&auml;gen zur Meditation aus eigenem Erleben und u.a. mit positiven Bez&uuml;gen auf K&uuml;hlewind, den meditativen Scaligero und zu buddhistischen Elementen: wo im Internet wird sonst so offen &uuml;ber eigene spirituelle Erfahrungen berichtet, obwohl das ganz gewiss dran ist?; aber mir lag und liegt auch an Deinen Geschichten aus dem Leben wie jetzt &ldquo;Radiologische Mysterien&ldquo; und an Deiner Folge &ldquo;Karls Jahr&ldquo;; selbstverst&auml;ndlich vieles davon als im Prozess verstanden, ja teils als Versuch und damit entwicklungsf&auml;hig, individuell, aber zugleich bei einer klaren Wertsch&auml;tzung von Steiners geisteswissenschaftlicher Methodik als Grundr&uuml;stzeug &ndash; und was mir noch sehr wichtig ist: bei einem freien Geistesleben: Wolfgang Garvelmann etwa konnte und kann sich ausf&uuml;hrlich f&uuml;r Judith von Halle einsetzen, w&auml;hrend Du sie recht kritisch behandelst. F&uuml;r mich war es au&szlig;erdem reizvoll, auf meine Artikel ein vielf&auml;ltiges Feedback zu erhalten und ich freue mich, dass sie inzwischen sogar verst&auml;rkt gelesen werden.&ldquo; Aber trotz dieser Bindungen und Bez&uuml;ge, trotz der meditativen Arbeit, die er immer und immer intensiver fortf&uuml;hrte, trotz der engen famili&auml;ren und freundschaftlichen Bindungen, gab es auch f&uuml;r ihn diese bodenlose Augenblicke: &bdquo;.. allerdings habe ich dunkle Tiefen erlebt: die erste Krebsnachricht traf mich so heftig, dass ich das Krankenhaus wie ein Toter unter Lebenden verlie&szlig;.&ldquo; Durch seine meditative Arbeit konnte er sich immer wieder neu diesen emotionalen Tiefen entziehen: &bdquo;Dass ich einen Boden in mir aufrechterhalten und neu bauen konnte und kann, verdanke ich &ndash; wie erw&auml;hnt - stark meinem Meditieren: in der Tat im Stehen vor der geistigen Welt, wahrhaftig, so gut mir das jeweils gelingt und deshalb in gewisser Weise wirklich freier als im Alltag, denn so bin ich auch mehr aus meinem Eigentlichen orientiert. Ich schaffe oder empfange dann besser Einsichten und helfende Imaginationen, zu einem Meditationsthema oder in innerer Stille.&ldquo;<br /><br />Im August letzten Jahres wurde klar, dass es - trotz der hochdosierten Chemotherapie nicht einfach werden w&uuml;rde: &bdquo;..durch die zwei neuen Chemos ist mein Krebs zwar deutlich zur&uuml;ckgegangen, aber nicht weit genug. Es steuert also auf die Transplantation von fremden Stammzellen zu.&ldquo;<br />Hans-Peters Naturell war trotz der immer wieder erfolgenden R&uuml;ckschl&auml;ge so positiv gestimmt, wie unter diesen Umst&auml;nden nur m&ouml;glich, denn so war er einfach und so f&uuml;hlte er sich auch selbst: &bdquo;Doch trotz der Chemos, was Du als Frische und Zukunftsorientiertheit meiner letzten Mail erf&auml;hrst, f&auml;llt mir meistens eher leicht: es entspricht mir einfach und wird ja obendrein von mir besonders meditativ best&auml;rkt. Du musst Dir meine positive Gestimmtheit nur eben im Zusammenhang mit anderen Stimmungen im Hinter- und ab und zu auch im Vordergrund vorstellen.&ldquo; Spirituell bem&uuml;hte er sich, die Rosenkreuz- Meditation Rudolf Steiners zu praktizieren, in der er erlebte, dass dabei ein sch&uuml;tzender Raum gebildet wurde. Das &bdquo;Erf&uuml;hlen des &Uuml;bersinnlichen&ldquo; und lebhafte Imaginationen wurden ihm ein stetiger Begleiter. Trotz deutlicher Erfolge in den st&auml;ndigen therapeutischen Ma&szlig;nahmen gab es deutliche R&uuml;ckschl&auml;ge, auch nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus. Er hielt an vielen Initiativen fest, die er 2012 beginnen wollte und w&uuml;nschte auch, einiges an Pers&ouml;nlichem zu kl&auml;ren. Dazu ist es nicht mehr gekommen. ]]></content:encoded></item><item><title>Michael Eggert: Als ich einen Fisch vorbei brachte</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Poetologie</category><dc:date>2012-01-06T21:56:22+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/fisch_vorbei.html#unique-entry-id-1489</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/fisch_vorbei.html#unique-entry-id-1489</guid><content:encoded><![CDATA[Nein, mit diesen M&auml;nnern habe ich wenig gemein. Es gibt die mit den festen Schuhen und der atmungsaktiven Kunststoffw&auml;sche, die fangen die buntesten und gr&ouml;ssten Fische. Es gibt den Trinker, der einen widerlichen Fang am Haken hatte, ein mageres schwarzes Tier mit einer Art Laterne &uuml;ber dem grotesken Sch&auml;del. Dieser Kerl verwendet offenbar sehr lange Schn&uuml;re, um solche lemurischen Urtiere zu fangen. Es gibt die (wenn ich schon mal dabei bin), die immer mit leeren Netzen da stehen. Es scheint, als mache ihnen das nichts aus. Sie stehen da mit so leeren Gesichtern, als w&uuml;rde ihnen jemand jeden Ausdruck heraus waschen. Ich kenne aber auch Fischer, die jede Art und Unterart ihres Fanges mit lateinischer Bezeichnung benennen, die sich endlos dar&uuml;ber ausbreiten k&ouml;nnen, ohne jemals in ihrem Leben einen einzigen Fang getan zu haben. W&uuml;rden sie das Blut, den Meergeruch &uuml;berhaupt ertragen? Es hat etwas vom k&uuml;hlen Duft des Geschlechtlichen, von salzigem Schleim, vielleicht mit einem eiskalten Wei&szlig;wein, blauen Fensterl&auml;den, zwei durchscheinenden wei&szlig;en Gardinen, hinter denen sich Schemen von K&ouml;rpern verwischen und vermischen. Der Geruch von Austern; vielleicht schreckt sie das ab. <br /><br /><em>Du h&auml;ttest mich haben k&ouml;nnen, damals. <br />Ich w&auml;re gerne dein Junge gewesen. <br />Aber nein, du musstest ja w&auml;hlerisch sein. </em> <br /><br />Mit diesen Fischern habe ich nichts gemein. Wir sch&uuml;tzen uns mit extra breiten H&uuml;ten gegen die anbrandenden Brecher, zumindest die empfindlichen Augen. Unsere Gummianz&uuml;ge und Kapuzen gl&auml;nzen im perlenden Wasserfilm, in denen wir den Krebsen so sehr &auml;hneln, die wir gerade fangen, wir sind ihre monstr&ouml;s vergr&ouml;sserten Br&uuml;der. Ich finde nicht, dass Br&uuml;der immer friedlich sind.<br /> <br />Ich selber stehe schon lange am Fluss.  Ich war, als ich damit anfing, in einer jugendlichen Krise, etwas &uuml;berdreht, etwas leichtsinnig. So viel liegt einem in diesem Alter nicht am Leben. Man hat sich selbst ja auch erst als Idee. Man sucht und findet sich in der eigenen Vorstellung- als Konzept. Man muss das Selbstkonzept mit der Welt um sich herum irgendwie in Einklang bringen, und das ist schon deshalb schwierig, weil man sich ja noch nicht erprobt, weil man die Idee von sich selbst nicht einmal in Worte gefasst hat. Dann hatte ich das Gef&uuml;hl, dass aus meiner Verwirrung heraus eine klare Stimme sagte: Sei Angler. Und seitdem bin ich das, obwohl ich die Ursache selbst etwas kindisch finde. Es hat sich eben dann so ergeben, vielleicht wurde ich schwach, vielleicht waren meine Fluchtbewegungen nur von kurzer Dauer, weil immer etwas dazwischen kam, und nun stehe ich hier, in der Gischt, schweigend wie alle. <br /><br /><em>Du h&auml;ttest mich nehmen k&ouml;nnen, damals. <br />Ich w&auml;re gerne dein Mann gewesen. <br />Aber nein, du musstest ja w&auml;hlerisch sein.  </em><br /><br />Ich fange andere Sachen. Es h&auml;ngt wohl vom K&ouml;der ab, vielleicht muss man ihn mit eigener Spucke bedecken, das hilft. Ich spucke den K&ouml;der immer an wie die Templer das Kreuz, das <em>Bild</em> Christi.. Wir k&ouml;nnen von Bildern nicht leben, wir brauchen den wirklichen Fang an unseren Leinen, in unseren Netzen, in unserem ganzen &ouml;ligen Blut. Ich w&auml;re sicher lieber unter Templern als unter diesen br&uuml;tenden Fischern in ihren gl&auml;nzenden schwarzen &Uuml;berziehern, aber das sucht man sich nicht aus. Es gibt heute keine Templer mehr. Ich w&auml;re auch gerne bei dir. Ich fange nur Aale, wei&szlig;t du, aber die haben ja auch ihre Bedeutung und bringen gutes Geld. Ich wei&szlig;, dass sie Unrat fressen. Ich wei&szlig;, dass sie fettig sind. Ich wei&szlig;, dass die anderen Fischer mich deshalb verachten. Aber darauf kommt es nicht an. Wenn du das liest, wenn du dich erinnerst, wenn du Brot und Wein hast, dann bringe ich dir einen Fisch vorbei.]]></content:encoded></item><item><title>Michael Eggert: Epiphanie</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Anthroposophie</category><category>Rudolf Steiner</category><category>Meditation</category><dc:date>2011-12-30T18:22:16+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/epiphanie.html#unique-entry-id-1488</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/epiphanie.html#unique-entry-id-1488</guid><content:encoded><![CDATA[Ich war befremdet, als ein mir bekannter Anthroposoph von seiner Begegnung mit dem <em>H&uuml;ter der Schwelle</em> schrieb, und, ja, was dabei heraus kam, irgend so ein imaginiertes M&auml;nnlein. Das kann es doch nicht sein, dachte ich schon damals, das ist nicht der Punkt. Die Bildlein kann er sich f&uuml;r sein Poesiealbum aufheben, f&uuml;r das Drehbuch f&uuml;r einen Horrorfilm, f&uuml;r ein jesuitisches F&uuml;rbittegebet. Weg von diesen Bildereien & Kindereien. Zum H&uuml;ter der Schwelle kommt man in einem Zustand der <em>Selbstoffenbarung</em>, in einem Zustand, in dem man seine eigenen Reflexe &uuml;berschaut, die herrschende Wetterlage mit allen meteorologischen Gegebenheiten. Man &uuml;berschaut die gro&szlig;en Linien, in denen man sich bewegt. Das Monstr&ouml;se an diesem Zustand ist, dass man die eigene <em>Konstruktion</em> erkennt, das was man ausgelebt hat und noch immer tut, wenn auch vielleicht nicht mehr so enthusiastisch. Das zieht einem den Boden unter den F&uuml;ssen weg, zumindest f&uuml;r eine Zeit der Unsicherheit. Wir gehen zwischenzeitlich in unserer Biografie schon mal &uuml;ber in einen Zustand des <em>Pralaya</em>, leben in einem Zwischenreich, mit einem Blick, der sich bricht an den Gegebenheiten. Denn man wei&szlig; ja zugleich, dass man nicht identisch ist mit dem, was man nun &uuml;berschauen kann. <br /><br />Ich bin der Zeuge meiner selbst. <br />Ich bin nicht identisch mit mir, nicht in jeder Hinsicht. <br />Ich sehe meine Einseitigkeiten, ich sehe meine Konstellationen. <br /><br />Es h&auml;tte durchaus besser laufen k&ouml;nnen. Es h&auml;tte auch ganz schief gehen k&ouml;nnen. Es ist so, wie es ist. Ich bin in diesem Augenblick nicht in die Gegebenheiten verwickelt (ich bin ja im Pralaya), aber es ist und bleibt so, wie ich es geschaffen habe. Man kann nat&uuml;rlich die Zeit nicht zur&uuml;ck drehen, es gibt in diesem Sinn keine zweite Chance. Aber zugleich, in diesem losen Zwischenzustand, &uuml;berwiegt doch die Hoffnung, mitsamt der Blessuren hier Gnade zu finden, eine Gnade, die einfach darin besteht, warm und lebendig auch dort zu bestehen, wo die Eierschalen des Ego abgefallen sind. <br /><br />Aber nun verweigert sich mir die Nacht. Ich war mir doch sicher, diesmal w&uuml;rde ich ihren gro&szlig;en Strom finden und teilen. Ich warte schon so lange. Aber die Nacht verweigert sich. Ich kann ihren Puls sp&uuml;ren, ihr Str&ouml;men und Wellen, ihr unaufh&ouml;rliches Schaffen. Ihre Wellen schlagen auch in meine Nacht hinein, sie f&uuml;llen mich aus, ich bilde einen gro&szlig;en Kreis zwischen Kopf und den Handinnenfl&auml;chen, ich bin ganz angef&uuml;llt von ihr. Ich sp&uuml;re in mir die Quellen sprudeln, f&uuml;r einen Augenblick. Aber dennoch, da bleibt eine Wand. Als k&ouml;nnte ich das Geschehen wie durch eine Membran h&ouml;ren und sp&uuml;ren, aber selbst nicht eintreten. Hier stehe ich, ein wieder Zur&uuml;ckgewiesener. Ich f&uuml;hle mich wie einer dieser christlichen Mystiker, obwohl ansonsten nichts daf&uuml;r spricht, einer zu sein. Ich f&uuml;hle mich so, weil ich mich frage, ob ich nicht <em>gen&uuml;ge</em>. Es ist die moralische Frage an sich selbst, und sofort kochen die Schw&auml;chen und J&auml;mmerlichkeiten aus dem sonst gut beh&uuml;teten Ged&auml;chtnistopf auf. Ach je, da ist sie ja, die existentielle Frage, das implementierte Kirchenchristentum. Wom&ouml;glich suche ich auch nur Gr&uuml;nde, weil man das eben so macht. Man will zumindest einen Zusammenhang, auch wenn man sich selbst daf&uuml;r auseinander nehmen muss. Ja, es ist eine Reifepr&uuml;fung. Man steht vor dem Tor, aber man kennt den Schl&uuml;ssel nicht, es zu &ouml;ffnen. Hinter dem Tor rauscht die Nacht, und du f&uuml;hlst dich mit ihr verbunden. Du hast keine Ahnung, wie es weiter gehen k&ouml;nnte. Wom&ouml;glich wei&szlig;t du die richtige Frage nicht, du d&auml;mlicher Steinzeitparzival.<br /><br />Aber wahrscheinlich geht es an diesem Punkt nicht um das Fragen, sondern um das Haften an eine Erwartung, es m&uuml;sse &bdquo;weiter gehen&ldquo;. Es gibt hier kein &bdquo;Weiter&ldquo;, es gibt kein &bdquo;Gehen&ldquo;. Es gibt kein Davor und Danach, kein Hier und Da. Das alles sind Vorstellungen aus der Welt der Erscheinungen. Hier geht es nur darum, aus der &bdquo;<em>Verborgenheit in die Unverborgenheit</em>&ldquo; (Georg K&uuml;hlewind) zu treten: <br /><br />&bdquo;<em>Das Verborgenste auf der Welt ist das menschliche Ich selbst, weil es alles andere vernimmt. Die Erfahrung des Ich-bin ist der Inbegriff der Paradoxie, sie ist eine freie Tat des Menschen. Sie entspricht der Logos- Epiphanias in Jesus oder der Epiphanias der paradiesischen Urkraft als Gral. Sie wird von Rudolf Steiner in einem entsprechend paradoxen Text beschrieben: &bdquo;In der Bewusstseinsseele enth&uuml;llt sich erst die wirkliche Natur des &bdquo;Ich&ldquo;. Denn w&auml;hrend sich die Seele in Empfindung und Verstand an anderes verliert, ergreift sie als Bewusstseinsseele ihre eigene Wesenheit. Daher kann dieses &bdquo;Ich&ldquo; durch die Bewusstseinsseele auch nicht anders als durch eine gewisse innere T&auml;tigkeit wahrgenommen werden. Die Vorstellungen von &auml;u&szlig;eren Gegenst&auml;nden werden gebildet, so wie diese Gegenst&auml;nde kommen und gehen; und diese Vorstellungen arbeiten im Verstande weiter durch ihre eigene Kraft. Soll aber das &bdquo;Ich&ldquo; sich selbst wahrnehmen, so kann es nicht blo&szlig; sich hingeben; es muss durch innere T&auml;tigkeit seine eigene Wesenheit aus den eigenen Tiefen erst herauf holen, um ein Bewusstsein davon zu haben. Mit der Wahrnehmung des &bdquo;Ich&ldquo; - mit der Selbstbesinnung- beginnt eine innere T&auml;tigkeit des &bdquo;Ich&ldquo;. Durch diese T&auml;tigkeit hat die Wahrnehmung des Ich in der Bewusstseinsseele f&uuml;r den Menschen eine ganz andere Bedeutung als die Beobachtung alles dessen, was durch die drei Leibesglieder und durch die beiden anderen Glieder der Seele an ihn heran dringt.&ldquo;<br /></em><em><br />---------------------------<br /></em>Zitate: Georg K&uuml;hlewind, Der Gral oder was die Liebe vermag<br />Rudolf Steiner, die Geheimwissenschaft im Umriss]]></content:encoded></item><item><title>Michael Eggert: Buchbesprechung von &#x22;Endstation Dornach&#x22;</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Anthroposophie</category><category>B&#xfc;cher</category><dc:date>2011-12-30T18:30:25+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/endstation.html#unique-entry-id-1487</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/endstation.html#unique-entry-id-1487</guid><content:encoded><![CDATA[<br /><div class="image-left"><img class="imageStyle" alt="Bildschirmfoto 2011-12-30 um 18.22.30" src="http://www.egoisten.de/files/bildschirmfoto-2011-12-30-um-18.22.30.png" width="500" height="127" /></div>Nach den furiosen Diskussionen, die vor einem Jahr <a href="http://egoistenblog.blogspot.com/2010/12/endstation-dornach.html" rel="external">bei der ersten Ank&uuml;ndigung</a> von &bdquo;Endstation Dornach&ldquo; aufkamen, war zu erwarten, dass es, zum tats&auml;chlichen Erscheinungstermin, <a href="http://egoistenblog.blogspot.com/2011/12/endstation-dornach-eingetroffen.html" rel="external">abermals hitzig</a> werden w&uuml;rde. So war es denn auch. Die Autoren, Felix Hau, Ansgar Martins, Christian Grauer und Christoph K&uuml;hn, wird das nicht gewundert haben. Es ist sogar ein wenig Teil des Kalk&uuml;ls. Wie so oft, kommen die heftigsten Anw&uuml;rfe von denen, die das Buch gar nicht gelesen haben. Ich habe versucht, in einer neutral gehaltenen Besprechung (allerdings doch auch mit einer gewissen Lust am Mitfabulieren), die Haltung der Autoren, ihre erz&auml;hlerische Positionierung, heraus zu arbeiten, um gewisserma&szlig;en einen freien Blick auf die Inhalte zu bekommen. Jenseits des provokativen Auftritts finden sich n&auml;mlich grunds&auml;tzliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Anthroposophie und Rudolf Steiner, mit neuen, ungewohnten Perspektiven und genau der kr&auml;ftigen Portion inhaltlicher Substanz, die die Kritiker f&uuml;r sich zu beanspruchen vorgeben. Ein vielgliedriges, multiperspektivisches Buch tritt zutage, wenn man den L&auml;rm der Sch&uuml;tzengefechte beiseite schiebt und sich darauf einl&auml;sst. Hier meine <a href="http://www.egoisten.de/pdf/endstation.pdf" rel="external">Rezension als PDF- Download</a>.  ]]></content:encoded></item><item><title>Raymond Zoller: Zwiebel-Guru mit Anh&#xe4;ngern. - &#x41b;&#x443;&#x43a;&#x43e;&#x432;&#x438;&#x446;&#x430;-&#x433;&#x443;&#x440;&#x443; &#x441; &#x43f;&#x440;&#x43e;&#x437;&#x435;&#x43b;&#x438;&#x442;&#x430;&#x43c;&#x438;</title><dc:creator>eggert@egoisten.de</dc:creator><category>Raymond Zoller</category><dc:date>2011-12-20T17:56:26+01:00</dc:date><link>http://www.egoisten.de/files/zwiebel_guru.html#unique-entry-id-1486</link><guid isPermaLink="true">http://www.egoisten.de/files/zwiebel_guru.html#unique-entry-id-1486</guid><content:encoded><![CDATA[<img class="imageStyle" alt="zwiebel" src="http://www.egoisten.de/files/zwiebel.jpg" width="500" height="333" /><br /><br />In der Gesamtgestik steckt etwas, das mich an ein bei Youtube ver&ouml;ffentlichtes Video erinnert von der Veranstaltung eines dieser Info3-Heiligen, welches anl&auml;sslich einer Egoisten-Diskussion mal eingebracht wurde. Auf der B&uuml;hne sa&szlig;en da so ein paar Typen mit Kopfh&ouml;rern, Mikrofonen und krampfhaft optimistischen Gesichtern, die da deklamierten "jede Zelle meines K&ouml;rpers...." (kann mich nur noch an den Anfang erinnern), und im Zuschauerraum hupften gesetzte Leute mit flatternden Krawatten herum und wiederholten, was die auf der B&uuml;hne ihnen vorsagten. <br />Um mich in die selbigem deklamationsbegleiteten Gehupfe zugrundeliegende Geistesart verstehend zu vertiefen benutze ich Zwiebeln; die sind freilassender und &ndash; au&szlig;er wenn man sie aufschneidet &ndash; weniger penetrant.<br /><br />Hier noch ein <a href="http://youtu.be/ZTjyRu88PRE" rel="external">passendes Video zum Mitmachen</a>. ]]></content:encoded></item></channel>
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