Meine unschönen Assoziationen

Dass das, was einem unwillkürlich durch den Kopf geht, eben auch ein Gutteil in diesem Kopf entsteht, ist mir klar. Aber vermeiden kann ich es seit längerem nicht, wenn ich den Ton von Sebastian Gronbachs Blog vergegenwärtige. Ich kenne auch seine Erklärungsmuster für Anwürfe aller Art - so auch die meinigen. Ich nehme auch an, dass er ein netter Kerl ist. Aber wenn ich seinen letzten Blogeintrag lese und darunter so etwas wie:

Wer mit ihm kämpft sucht ihn und wer ihn sucht sucht am Ende nur eines: Die eigene, totale Niederlage. Nur so machen sich seine Feinde, durch IHN, selber zum Krieger des Lichts. Darum wirkt der Krieger des Lichts manchmal gnadenlos. Es ist eine gnadenlose Gnade. Seine Gnadenlosigkeit ist die letzte Hoffnung seiner Feinde.

Etwas in seinen Feinden ist aus Licht und dieses Licht treibt sie zu ihm. Er lässt sich nicht provozieren, er hat ein Schicksal, das es zu erfüllen gilt. Er gibt allen die Zeit die sie brauchen, um ihre Taten zu rechtfertigen.

Aber er ist unversöhnlich, wenn es um Verrat geht. Voller Stolz trägt er die Spuren und Narben der Kämpfe und des Krieges, es sind Zeugen dessen was er erlebt, und Belohnung für das was er errungen hat.
“ usw usw.

Dieses Pseudoheroische, Post- Nietzscherianische, Delirierende erweckt in mir sofort Bilder der Statuen Arno Brekers.

Es ist nichts als eine Form von Schwulst. Aber eben für mich leider auch mit einer Prise Unerträglichkeit. Daran ändert auch nichts, dass am Ende bei Gronbach wieder das anthroposophische Eurythmiekittelchen darüber geworfen wird. In meinen Augen wird Rudolf Steiner damit in ein unpassendes Licht gerückt. Ich denke, dass man auch für die Bilder, Metaphern und Symbole verantwortlich ist, die man in die Welt setzt. Manchmal sind die Bilder einfach nur abgegrast, leer geredet, tot benutzt. An anderer Stelle sind sie aber auch vielleicht missbraucht und korrumpiert worden. Sich selbst wie Gronbach als „Lichtkrieger“ ein Denkmal nach dem anderen zu errichten, erscheint mir mindestens missverständlich zu sein. Daneben ist es natürlich peinlich. Im anglo- amerikanischen Sprachraum, aus dem Gronbach seine Metaphern bezieht, mögen sie deutlich weniger belastet sein. Das ist noch kein Freibrief dafür, die amerikanischen Vorstellungen ungefiltert ins Deutsche zu übertragen. Der Heroismus hat hier eine schlechte Vergangenheit.
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