Von Schafen und Hirten
22.Mär.2010 21:49 Uhr Abgelegt in:Gesellschaft
„Müsste man nicht fragen, wie es zu dieser Hybris des Religiösen gegenüber dem Kulturellen kommen konnte, statt die Kultur unter Verdacht zu stellen, wenn es im Haus der Kirche brennt? Man fragt sich, ob es nicht neben der Sache liegt, wenn der Papst bei der Erörterung des Missbrauchsthemas die „rasche Transformation und Säkularisierung der Gesellschaft“, den „schnelllebigen sozialen Wandel“ beklagt. Ist es nicht umgekehrt die Struktur der säkularen Öffentlichkeit, die zu einer Ächtung der Pädophilie geführt hat, bis auch die Kirche nicht anders konnte, als sich dem lange tabuisierten Thema zu stellen?“
Christian Geyer, „Falsches Pfingsten“, FAZ 22. März 2010, Seite 27
Ja, die säkulare, „materialistische“ Öffentlichkeit und Kultur der Gegenwart ist es, die auch in diesem Fall die moralischen Massstäbe setzt und diese ausgerechnet von der Kirche einfordert. Die einfältige Strategie des Papstes, genau diese Gegenwart zum Sündenbock machen und so denunzieren zu wollen, wird nicht nur nicht aufgehen: Sie zeigt auch, dass diese Kirche sich nicht bewegen will oder kann.
Christian Geyer, „Falsches Pfingsten“, FAZ 22. März 2010, Seite 27
Ja, die säkulare, „materialistische“ Öffentlichkeit und Kultur der Gegenwart ist es, die auch in diesem Fall die moralischen Massstäbe setzt und diese ausgerechnet von der Kirche einfordert. Die einfältige Strategie des Papstes, genau diese Gegenwart zum Sündenbock machen und so denunzieren zu wollen, wird nicht nur nicht aufgehen: Sie zeigt auch, dass diese Kirche sich nicht bewegen will oder kann.
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