Wilfrid Jaensch kreist um die "wahre Natur des Ich"
23.Mai.2010 17:52 Uhr Abgelegt in:
Anthroposophie | BücherSchon
wieder ein Buch des „Verlages am Goetheanum“? Was ist das denn? Kriegt der Blogautor Prozente oder wenigstens Belegexemplare? Den Zweiflern und Nörglern können wir im reinen Pfingstgeist, der über uns gekommen ist, versichern: Ja, wir verdienen uns dümmlicher und dämlicher denn je und lassen uns auf einer
ayurvedischen Menschenfarm mit quecksilberhaltigen Ölen voll schmieren. Zu dem Autor, um den es hier geht, Wilfrid Jaensch, kann man sowieso nichts sagen, und zu seinem Buch („
Was ist die wahre Natur des Ich?“) auch nicht. Zum grossen Teil handelt es sich um die Niederschrift eines Vortrags, den Jaensch 2004 im Rahmen der Tagung „Die soziale Frage im Zeitalter der Globalisierung“ im Rudolf-Steiner Haus in Berlin gehalten hat. Er hat sich über das Tagungsthema ebenso wie über das Thema seines Vortrags offenbar geärgert und es den Veranstaltern und Gästen heimgezahlt, indem er sämtlichen Erwartungen
nicht entsprochen hat. Jaensch mag Begriffe wie „Globalisierung“ und „soziale Frage“ nicht. Er täuscht begriffliche Willkür vor, wie ein Dribbling vor dem Torschuss, aber Torschüsse mag Jaensch auch nicht. Um „Schnarchen“ zu vermeiden, spannt er Bögen zwischen Ramses II und Computern, um nur mal ein beliebiges Beispiel zu nennen. Aber zwischen den Dribblings bemerkt man, dass Jaensch, indem er keinen Umweg vermeidet, zielstrebig um den Punkt kreist, auf den es ankommt.
Reden wir nicht drum herum, lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:
„
Frei kommt von Freya, der germanischen Göttin der Liebe und des Todes. Ich mache den freien, also tödlichen Satz über den Abgrund. Den Satz der Liebe. Ich stürze mich selbst und mein „Ich denke“ in das kochend fließende eiserne Meer des Lebens. Ich stürze mich selbst vereinigend ion das Leben, in welchem mein „Ich denke“ ertrinkt, erlischt, verbrennt und verschlungen wird. Indem ich selbst verschwinde, höre ich aus dem eisern kochenden Meer des Lebens einen Satz, der nicht mehr der meinige ist. Der Satz lautet: „Ich bin“. Das „Ich“ ist die Selbstaussage des allgemeinen, sich selbst denkenden Lebens, das aus allen einzelnen Lebewesen erschallt.“ (S. 42)
Auf
Jaenschs Blog hatten wir ja schon aufmerksam gemacht. Texte, Fotos und Grafiken gibt es bei
Facebook, hier eine Veranstaltung mit Jens Prochnow:

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