„Nachweislich radikale Nationalsozialisten“
01.Jul.2008 22:37 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie | Nationalsozialismus
In der „Halbjahresschrift für südeuropäische Geschichte, Literatur und Politik“ (Heft 1/ Frühjahr 2008, S. 70 ff) geht der Historiker Klaus Popa ebenfalls auf die Benesch- Biografie von Hans- Werner Schroeder ein.
Er erwähnt den Beitrag von Johann Böhm im gleichnamigen Heft aus dem Jahr 2004, in dem dieser erstmalig den „völkisch- nationalsozialistischen Werdegang von Friedrich Benesch“ bekannt gemacht hatte. Erst nach Erscheinen dieses Beitrag „erkannte die anthroposophisch ausgerichtete „Christengemeinschaft“, der Benesch lange Jahre an führender Stelle vorstand, die Notwendigkeit, den Lebensweg ihres Mentors klärend zu durchleuchten.“ Und so kam es in der Folge auch zu dem Bemühen Schroeders, die bis dahin „verborgen gebliebene NS- Hypothek Beneschs in dessen Lebensweg einzugliedern“.
Trotz vieler positiver Ansätze in der vorliegenden Biografie meint Popa , dass manche Einschätzungen Schroeders „schwer nachvollziehbar“ sind. Ein Grund dafür besteht darin, dass Schroeder sich unkritisch auf eine „eindeutig selbstrechtfertigende“ autobiografische Skizze Beneschs aus dem Jahr 1991 bezieht. So behauptet Benesch darin, seine Freunde hätten sich in den frühen 30er Jahren wegen dessen christlichen Bezugs von ihm zurückgezogen und schreibt von seinem „christlichen Bewusstsein“. In Wirklichkeit standen zu dieser Zeit sowohl Benesch wie seine Freunde in einer “radikalen politischen Orientierung“ und nutzten die Evangelische Landeskirche in Rumänien als Trittbrett für ihre nationalsozialistischen Karrieren. Klaus Popa meint daher: „Schroeder lässt auch Äußerungen Beneschs gelten, die bereits in der Zeit, als sie getan wurden, von irregeleiteter Unaufrichtigkeit und Zynismus geprägt waren“. Selbst eindeutige und radikale Bekenntnisse Beneschs zum Nationalsozialismus zeugen bei Schroeder lediglich vom „Selbstbewusstsein“ Beneschs, ja es zeige sich in ihnen „ein ernstes und ernst zu nehmendes Anliegen.“
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Er erwähnt den Beitrag von Johann Böhm im gleichnamigen Heft aus dem Jahr 2004, in dem dieser erstmalig den „völkisch- nationalsozialistischen Werdegang von Friedrich Benesch“ bekannt gemacht hatte. Erst nach Erscheinen dieses Beitrag „erkannte die anthroposophisch ausgerichtete „Christengemeinschaft“, der Benesch lange Jahre an führender Stelle vorstand, die Notwendigkeit, den Lebensweg ihres Mentors klärend zu durchleuchten.“ Und so kam es in der Folge auch zu dem Bemühen Schroeders, die bis dahin „verborgen gebliebene NS- Hypothek Beneschs in dessen Lebensweg einzugliedern“.
Trotz vieler positiver Ansätze in der vorliegenden Biografie meint Popa , dass manche Einschätzungen Schroeders „schwer nachvollziehbar“ sind. Ein Grund dafür besteht darin, dass Schroeder sich unkritisch auf eine „eindeutig selbstrechtfertigende“ autobiografische Skizze Beneschs aus dem Jahr 1991 bezieht. So behauptet Benesch darin, seine Freunde hätten sich in den frühen 30er Jahren wegen dessen christlichen Bezugs von ihm zurückgezogen und schreibt von seinem „christlichen Bewusstsein“. In Wirklichkeit standen zu dieser Zeit sowohl Benesch wie seine Freunde in einer “radikalen politischen Orientierung“ und nutzten die Evangelische Landeskirche in Rumänien als Trittbrett für ihre nationalsozialistischen Karrieren. Klaus Popa meint daher: „Schroeder lässt auch Äußerungen Beneschs gelten, die bereits in der Zeit, als sie getan wurden, von irregeleiteter Unaufrichtigkeit und Zynismus geprägt waren“. Selbst eindeutige und radikale Bekenntnisse Beneschs zum Nationalsozialismus zeugen bei Schroeder lediglich vom „Selbstbewusstsein“ Beneschs, ja es zeige sich in ihnen „ein ernstes und ernst zu nehmendes Anliegen.“
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