Natur & Geist

„Obwohl das reflektierte Denken als denkendes Denken alles zu denken vermag, hat es dennoch nicht die Kraft, den Menschen aus den Fesseln der Natur zu lösen, um sie endlich erkennbar zu machen. Solange sie aber nicht erkannt wird, ist sie nur die falsche oder niedere Natur: so dass der Schmerz, an ihr zu haften und ihr unterworfen zu sein, ausgestanden werden muss.

Aber für das Denken ist es unvermeidbar, an der Natur zu haften, denn nur dadurch kann es das gewöhnliche, gespiegelte Denken sein. Seine innerste Kraft entwickelt es jedoch erst in der Überwindung und Erlösung der Natur, wenn es sich selbst als die Macht erkennen lernt, die der Natur präexistiert.“

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Massimo Scaligero, Traktat über das lebende Denken, S. 65
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