Ralf Sonnenberg: Plädoyer wider die ›anthroposophische Korrektheit‹

In diesem zuerst 2003 in der Zeitschrift »Novalis« (Nr. 9/10) erschienenen, zwischenzeitlich aktualisierten »Plädoyer wider die ›anthroposophische Korrektheit‹« fordert Ralf Sonnenberg, Historiker und langjähriger Redakteur der Zeitschrift »Die Drei«, die anthroposophische Bewegung auf, sich den gegenüber Rudolf Steiner erhobenen Rassismus- und Antisemitismus-Vorwürfen ohne Scheuklappen und Fragetabus zu stellen. An Beispielen wie einer Veröffentlichung des Christengemeinschafts-Pfarrers Friedrich Rittelmeyer aus dem Jahre 1934 sowie eines Vortrages Rudolf Steiners über den mittelalterlichen Ahasver-Mythos von 1908 wirft Sonnenberg die Frage auf, inwieweit die Anthroposophie auch heute noch an antijudaistischen Denkfiguren und Stereotypen partizipiert, die zum Teil dem Fundus idealistischer Geschichtsphilosophien des 18. und 19. Jahrhunderts entstammen. Die kritische »Nachlese« Sonnenbergs bezieht sich auf das vor einiger Zeit vom Bund der Waldorfschulen in Auftrag gegebene Erscheinen zweier apologetischer Schriften der Autoren Hans-Jürgen Bader, Manfred Leist und Lorenzo Ravagli, die rassistische und antijudaistische Auffassungen Steiners leugnen.

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