Jostein Saether zu Gronbachs "Missionen"
17.Apr.2008 21:47 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Jostein Saether, ein anthroposophischer Buchautor, der sich besonders mit konkreten Fragen zur Reinkarnation beschäftigt, geht in seinem Blog Gamamila in einer umfangreichen Kritik auf Sebastian Gronbachs Buch "Missionen" ein. Saether möchte dabei gewissermaßen didaktisch auf Gronbach einwirken, um ihn "von den integralen Höhenflügen zum Boden zu bringen, sodass er einen Richtungswechsel einschlage." Er referiert dabei weite Teile des Buchs, ist teilweise amüsiert und unterhalten, teilweise auch genervt von Gronbachs "Gerede, diverse(n) Trivialitäten und persönliche(n) Berichte(n)." Zunehmend gerät Saether in einen inneren Konflikt mit dem Autor: "Oft entsprachen seine Sätze meine Lebenserfahrungen, aber immer mehr deckten seine Wirklichkeit sich nicht mehr mit meinen Erkenntnissen." Ein gewisser Unterhaltungswert bleibt dabei unbestritten: "Gronbach beschreibt dann viele Schwellenphänomene und macht humorvolle Ausblicke auf Grenzwächter wie Klofrauen, Kassierer in Pornokinos, Krankenschwester der Intensivstation und er führt Grenzpatrone der Literatur wie Herrmann Hesse und die Matrix-Filme vor." Aber endgültig stolpert Saether wohl über Gronbachs Vorstellungen von seiner eigenen "Erleuchtung", von seiner Christus-Idee und von seiner Verleugnung einer individuellen Reinkarnation. Das ist wohl auch der zentrale Punkt, ab dem Gronbach nicht mehr kompatibel zur anthroposophischen Bewegung ist. Der Reinkarnationsbegriff ist einer der Kernpunkte von Anthroposophie. Um das zu erkennen, genügt eigentlich ein einziger Blick in die "Anthroposophischen Leitsätze" Rudolf Steiners. Dieses auf dem Totenbett Steiners geschriebene Kompendium stellt ein wunderbares "Essentials" von Anthroposophie dar.
So bezeichnet Saether Gronbachs "Pilotprogramm" als "einen sublimen, gescheiten und gewitzten Virus, der so riskant ist, dass er viele Individuen infizieren könnte."
So gesehen ist Gronbachs Buch weniger eine "Mission" zur Reformierung der Anthroposophischen Gegenwartskultur, sondern ein Symptom für ihre Erkrankung.
So bezeichnet Saether Gronbachs "Pilotprogramm" als "einen sublimen, gescheiten und gewitzten Virus, der so riskant ist, dass er viele Individuen infizieren könnte."
So gesehen ist Gronbachs Buch weniger eine "Mission" zur Reformierung der Anthroposophischen Gegenwartskultur, sondern ein Symptom für ihre Erkrankung.
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