Anthroposophie

Gronbachs letztes Abendmahl

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Link Die erwähnten Namen sind teilweise verändert. Gronbach zum Beispiel heisst in Wirklichkeit Liitle Green River,
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Nun reiten sie wieder No 2

Um den immer gleichen Pflock drehen sich nicht nur die Anthroposophie- Kritiker. Bei den anthroposophischen Medien sieht die Sache nicht wesentlich anders aus. Das Mantram hier scheint allerdings eher zu lauten „Alles ist gut... „. So jedenfalls verstehe ich die Ablehnung von Regina Reinspergers Artikel „Otto Ohlendorf- „Gralshüter des Nationalsozialismus“ und Freund der Anthroposophen ?“ durch die anthroposophische Zeitschrift Die Drei. Stephan Stockmar nennt zwar die Studie Reginas Reinspergers („in der Sie den Zusammenhängen seiner Tätigkeiten während der NS-Zeit nachgehen und die Darstellungen einiger Anthroposophen über ihn nachvollziehbar kritisch beleuchten“ ) in seiner Ablehnung „verdienstvoll“, bezeichnet sie aber als „fachhistorische Studie, die auch vom Umfang her nicht in unsere Zeitschrift passt“. Nun ja, biografische Studien gab es seit jeher in Die Drei, und Kürzen ist für Print- Medien eine tägliche Aufgabe. Eine kritische Aufarbeitung der Positionierung von Anthroposophen zum Nationalsozialismus scheint für anthroposophische Medien immer noch eine Aufgabe zu sein, der sie nicht gewachsen sind. Dagegen wird das Themenhaft „Stellt euch nicht dem Bösen entgegen- Überleben in der Apokalypse“ vom August-September 2007 weiter beworben. Man mag in dieser Gesellschaft offensichtlich die Auseinandersetzung „mit dem Bösen“ vor allem dann, wenn es nicht zu konkret wird, vor allem aber auch dann, wenn man selbst nicht betroffen ist. Das Böse sind die Anderen. Schade um die verpasste Chance.
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Nun reiten sie wieder..

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..die Marlboro-Männer der Anthroposophie- Kritik. Diesmal packt Michael Grandt wieder „ein „heißes Eisen““ (Verlagstext) an: In seinem am 9.8. dieses Jahres erscheinenden Buch „Schwarzbuch Anthroposophie“ „beleuchtet er umfassend Mythos und Wirklichkeit von Waldorf“. Die Werbestrategen des „Gütersloher Verlagshauses“ mit dem sinnigen Motto „dem Leben vertrauen“ nennen das tatsächlich so: Einfach „Waldorf“. Als sei das ein Markenname wie Schwartau oder Coca Cola.

Ansonsten wird in dem Werbetext wieder - wie üblich- mit vorgeblichen Fragen operiert, deren Beantwortung von vornherein feststeht: „Entspricht die Anthroposophie als Grundlage der Waldorfpädagogik der Werteordnung unseres Grundgesetzes? Sind die Waldorfschulen esoterisch-okkulte Weltanschauungsinstitute? Vertrat Rudolf Steiner rassistisches Gedankengut?“
Offensichtlich wird wenigstens, dass die Kritik an „Waldorf“ vor allem dazu dient, Anthroposophie zu treffen, aber auch „Mythos und Wirklichkeit eines vermeintlichen Erfolgsmodells“ zu offenbaren. Wäre es lediglich ein „vermeintliches“ Erfolgsmodells, würde sich Herr Grandt die Mühe kaum machen. Und so darf man die Bemühungen um Demontage an diesem Erfolgsmodell Waldorfpädagogik aus weiteren „unbequemen Fragen“ des Autors spezifizieren: „Kann eine Pädagogik, die fast 90 Jahre alt ist, heute noch zeitgemäß sein? Darf eine Pädagogik mit zweifelhaften Grundlagen staatlich gefördert werden?“
Ob und wie tatsächlich - wie behauptet- „auch Vertreter der Waldorfpädagogik zu Wort kommen“ (was für eine großherzige Geste ), muss dann vorerst abgewartet werden. Ich bezweifle allerdings, dass das Buch „vielfältige Ansatzpunkte für Grundsatzdiskussionen“ bringen wird. Die Vorverurteilung (eine „Pädagogik mit zweifelhaften Grundlagen“ ) ist ja bereits gemacht. Damit geht es offensichtlich um alles, aber sicherlich nicht um die Suche nach „Ansatzpunkten“ für ergebnisoffene Diskussionen. Nun denn. Werfen wir die Gebetsmühlen an, denn es geht um das bekannte und bis zum Überdruss zelebrierte Singen von Waldorf- kritischen Mantren.

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Die Egoisten

Warum seit so vielen Jahren (ich glaube, seit 10 Jahren, aber anfangs nur als Untertitel oder als zweite URL) dieser Titel und diese Webadresse? Weil wir Anthroposophen eben Egoisten sind. Wir geniessen den ungeheuerlichen Luxus, uns auf einem um Ressourcen blutig ringenden Planeten, in Seelenruhe den Existenzfragen nachzugehen. Das ist sicherlich sehr egoistisch, wenn auch durchaus vielleicht nicht sinnlos, im Gegenteil. Aber Sinn in seinem Leben schaffen zu können, ist auch ein Luxus und ein Egoismus dazu. Ich denke an den Herrn im Zweig, der so hochtrabend, düster, kulturpessimistisch, autoritätsgläubig und traditionalistisch von Anthroposophie sprach. Als ich erfuhr, wie schwer krank er war, verstand ich das Problem: Er suchte angesichts des persönlich- existentiellen Desasters in dem Scherbenhaufen seines Lebens einen Sinn. Und er schnitt dazu holzschnittartig die Muster aus dem anthroposophischen Textstellenkosmos aus, die in dieses Sinnmuster passten. Nur zu verständlich, aber doch ein egoistischer Eingriff, eine Verengung. Das Problem besteht einfach dann, wenn man Anthroposophie in das Konstrukt seiner Lebensplanung einbaut, aus welchen Gründen auch immer. Dann baut man vermintes Gebiet. In gewisser Weise ist Anthroposophie immer durch die individuellen Konstruktionen ihrer geschätzten Mitglieder notwendigerweise verzerrt, vielleicht sogar korrumpiert. Im Steinerschen Wortmeer machen wir die Inseln fest, an denen wir ankern wollen. Das ist immer eine eingeschränkte Sicht aufs Ganze, ein nicht nur optisches Manko. An diesem Punkt macht anthroposophische Zweigarbeit auch Sinn; man reibt sich die individuellen Schalen gegenseitig schon ab, man lernt an der anderen Sicht des Anderen. Ein Team ist beim Unternehmen Anthroposophie ebenso nötig wie eine Seilmannschaft beim Besteigen des Everest.
Ein paar Schalen haben die Egoisten als Website auch schon mal abgeschabt..
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Initiationsriten

Ich lese gerade mal wieder in Mircea Eliades "Das Mysterium der Wiedergeburt" (Insel-Verlag). In diesem Buch geht es dem Ethnologen und Religionshistoriker Eliade um Praktiken der Einweihung- sei es als Initiationsritus in eine prämoderne Gesellschaft oder in ein bestimmtes Amt wie der Schamane, Medizinmann, etc. Typisch dabei sind in allen möglichen Gesellschaften Riten, die "mit einer bestimmten Anzahl von Prüfungen" verbunden sind, mit "zahlreichen Tabus und Nahrungsverboten".

Ich bin ja überzeugt, dass eines der wichtigsten Riten der Initiationsrituale in unserer Gesellschaft die Führerscheinprüfung darstellt. Auch hiermit sind eine ganze Reihe von Prüfungen verbunden. Man darf keinen Alkohol trinken und muss sich masochistisch einem aufgeblasenen Fahrlehrer unterwerfen, der maliziöse Kommentare über einen abgibt ("Wenn Sie mich umbringen wollen, junge Dame, dann sagen Sie das doch vorher"). Hat man den Schein, gehört man zur Gesellschaft der Erwachsenen. Falls man ihn zeitweilig wieder verlieren sollte, indem man einige spezifische Tabus im Strassenverkehrt wissentlich, dämlich oder beides verletzt hat, wird man wieder in den unmündigen Zustand zurück versetzt, muss entweder Bahn fahren oder liebe Freunde um eine Transportmöglichkeit fragen.

In Bezug auf den Eintritt in die Anthroposophische Gesellschaft fragt man sich, ob auch nicht bei einem solchen Schritt einige kleine Rituale dazu gehören sollten. Das wäre vielleicht würdevoller als das einfache Überreichen einer Mitgliedskarte. Wenn man bei Eliade allerdings die historischen Riten z.B. im alten Australien anschaut, bekommt man auch wieder Zweifel. Schließlich waren mit der Initiation auch bestimmte "Operationen" verbunden wie "Beschneidung, das Ausschlagen eines Zahns, die Subinzision, aber auch die Skarifikation oder das Ausreißen der Haare". Keine Ahnung, was Skarifikation und Subinzision sein sollen. Die Vorstellung, dass im Nebenzimmer des örtlichen Zweigs allen Novizen von einem Dornacher Abgesandten Haare ausgerissen, Zähne ausgeschlagen oder gar Vorhäute demontiert werden, wirkt irgendwie doch wenig attraktiv :-)

guru2
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Anthroposophen sind...?

Sebastian Gronbachs neues Webtagebuch beschäftigt mich immer wieder und immer mehr, je mehr dort Aussagen über Anthroposophie gemacht werden. In einem Artikel vom 10.4. 2007 "Horizont-Gott: Warum wir eine authentische Religion brauchen" z.B. macht Gronbach Aussagen über das Verhältnis von Anthroposophen zu Religion und Gott. Während er seine persönlichen Aussagen zu Beginn des Artikels angemessen als "Ich -Botschaft" einleitet ("Als Anthroposoph bin ich ein Mensch, der die traditionelle Religion als ein berechtigtes Stadium durchschritten hat"), geht er im weiteren Verlauf zu allgemein gültigen Aussagen über wie "Anthroposophen sind nicht anti-religiös, sondern trans- religiös". Das meint man wohl mit der Phrase "Von sich auf Andere schliessen". Ich halte solche allgemein gültigen Aussagen für verfehlt. Es wird so getan, als sei "die Anthroposophie" ein geschlossenes System, in dem jedes Mitglied der gleichen Ansicht sei. Das ist nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Das wird lediglich von Gegnern unterstellt. Im übrigen ist der Artikel auch inhaltlich falsch. Während das Zitat Steiners deutlich von einer freien Religiosität in der Zukunft spricht, tut Gronbach so, als sei dieses Ziel bereits heute in der Anthroposophischen Gesellschaft verwirklicht. Mir erscheint das tatsächliche Problem darin zu bestehen, dass Anthroposophie nur allzu häufig gerade von Mitgliedern als Quasi- Religion aufgefasst wird. Dieses interne Feld zu bearbeiten scheint mir dringlicher zu sein als eine elitäre "Trans- Religiosität" zu behaupten.
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Muss es immer esoterisch sein?

Rudolf Steiner spricht in "Natur- und Geistwesen" (S. 168ff) ein wichtiges Thema an, denke ich: Die Abhängigkeit des menschlichen Identifikationsgefühls von der Nahrung, die er sich zuführt. Und Heisshunger entsteht sicherlich genau da, wo sich ein Ego von seiner Ausstrahlung und seinem Selbstbild her eben absichern will- der mit Stacheln bestückte Karrierist wird zu Zucker greifen, die Gesundheitsbewusste, Körperbetonte (die leider in asiatischen Nasen penetrant nach Buttersäure riecht), zieht sich Bomben von Milchprodukten hinein, vor allem gern solche, die als Joghurt mit Darmbakterien durchtränkt sind. Da weiss man, was gemeint war, als der Versucher in der Wüste Jesus zur Produktion von Brot aus Steinen aufrief. Dann gibt es die, die erschöpft und etwas ängstlich vor dem Fernseher hocken, weil die Welt doch anstrengender ist, als man sich das vorgestellt hat, und verdrücken 150 Gramm Schokolade. Und der Spiesser, der die Welt gern festnageln möchte, schafft sich seinen Sargnagel mittels Grillwürsten und sehr viel Bier an.
Die Persönlichkeit ist ein Konstrukt. Wir geben unserem Alltagsdämon Futter mit der Art, wie wir uns ernähren. Wir rüsten unseren Alltagspanzer damit aus so weit das funktioniert. Denn die Dosen an Fleisch, Eiweiss, Fett und Zucker sind viel zu hoch.Die anfallende überschüssige Energie wird von unseren Selbsterhaltungsmechanismen verbraucht, heizt dauernd unsere Belohnungs- und Glückshormone an. Wir füttern uns, um uns die Welt schön zu reden. Das kostet eben Energie.

Dr. Steiner formuliert das so: "Und wenn der Mensch allmählich lernt, sich zu emanzipieren von den Zufälligkeiten der Nahrung, wenn er die Nahrung wählt nach den Grundsätzen der geistigen Erkenntnis, dann erlangt er allmählich Gewalt über diesen Nahrungssaft, er emanzipiert sich von diesen Wesenheiten, die von außen wirken. Deshalb wird auf die so oder so auf den Menschen wirkenden Nahrungsmittel ein so großer Wert gelegt. Was man ißt, in dem liegt die Kraft gewisser Wesen, und wie man Einfluß auf diese gewinnt, so macht man sich selber zum Herrscher seines Organismus. Tatsächlich treibt man Geister aus, von denen man vorher besessen ist, indem man mit Bewußtsein seine Nahrung wählt".

Geister?
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Ein Listietreffen der RSL in Deutschland

So Minilisten-Treffen der deutschsprachigen Rudolf-Steiner-Email-Liste finden andauernd statt. Es treffen sich einfach unterschiedliche Leute, die hier seit Jahren in mehr oder weniger reger Diskussion stehen, dann irgendwo in der RW (Realen Welt). Aber dann gehts meistens so irdisch. deftig zu, na wenigstens kulturell bis zum Anschlag, kühn Zeiten durchrasend, die keinen zugänglichen Zusammenhang zeigen. Zuerst eine Buddha-Austsellung in der Grünen Hallen der Düsseldorfer Tonhalle. Ein paar schöne Sachen- aber sonst, was so ein passionierter Asiatika Sammler schätzen mag: Wert, Alter, hundertprozentiger Oberfflächenglanz. Ein Düsseldorfer Sammler, anscheinend.

Danach rüber in den Ehrenhof zu Bruce Naumann- einer der berühmtesten Videokünstler, einer von den Klassikern in diesem jungen Genre. Ein Beamer wirft eine riesige Projektion von einem Mann in Grossaufnahme an die Wand, der seine Geschlechtsteile kratzt. Ich habe in dem Getöse der Videoinstallation auch den dringenden Wunsch, eine zu rauchen und Espresso zu trinken.


Einer der letzten Düsseldorfer Sommertage. Man sitzt gut draußen. Ich weiss, Ruth gefallen die Installationen. Mir sagen sie -selbst wenn ich sie intellektuell verstehe- wenig. Daher reden wir einfach, persönlich und unverschnörkelt. Wenn du Anthroposoph bist, hast gerade metergrosse sich walkende Männer-Eier gesehen, dich wohl fühlst miteinander, dann kommen die grossen Fragen hoch. Wirklich, die Sehnsucht haben wir alle. Manchmal bleibt dabei die Zeit stehen, fällt wie eine nasse Pappschachtel ineinander.
Das müssen wir bald noch mal machen, Ruth und Ute!

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Auf diesem Bild trifft Ruth unvermittelt den Hüter der Schwelle-

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