Karma
An Karma denken
05.Apr.2009 23:26 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
An Karma denken bedeutet für mich nicht, irgend welche blöden Thesen über das frühere Leben von Leuten oder mir selbst anzustellen. Solche Vorstellungen würden bei mir heillos von Eitelkeiten und Animositäten verfremdet- es entstünden bizarre Freund- und Feindbilder, die nur das zementieren würden, was man sich an Vorstellungen eben so bildet.
An Karma denken, heisst genau das Gegenteil. Wenn man ein Kind diagnostizieren soll, läuft das oft geradlinig in eine Richtung. Die Tests, die Gespräche deuten zum Beispiel darauf hin, dass dieses etwas intelligenzschwache siebenjährige Mädchen mit den schönen dunklen Augen psychotische Züge hat. Sie träumt nachts von augenlosen Hexen, die sie bedrohen und sich ihr nähern. Sie schläft zu wenig, kotet manchmal ein, weint vor Erschöpfung. Sie ist in einem labilen emotionalen Zustand, lernschwach, wirr in ihren sprachlichen Äußerungen.
An Karma denken heißt, anzuhalten und den Blick zu weiten. Man muss das in jeder pädagogischen Diagnostik einmal machen. Ich versetze das Mädchen gedanklich in andere Kulturen, stelle mir ihre Ängste vor. Könnten die Hexen etwas anderes bedeuten, als sie mir -kulturell- erscheinen? Haben sie in anderen Kulturen andere Bedeutungen? Was bedeutet das Augenlose? Ich fliege gedanklich durch Augen. Ich sehe siegreiche Imperatoren vor mir, die als erste Amtshandlung die Augen in den Darstellungen und Statuen ihrer Vorgänger heraus schlagen ließen. Dieses Auslöschen, diese Nichtexistenz, was darf nicht gezeigt werden? Ich denke, das Mädchen kann nicht zulassen, dass es etwas sieht. Es anonymisiert.
Ich suche in andere Richtungen. Das Mädchen hat immer noch diese Alpträume, aber wann? Ich lege ein Tagebuch an und konfrontiere die allein erziehende Mutter damit. Es zeigt sich: Das, was es nicht sehen darf und was sich ihm nachts nähert, tritt immer dann auf, wenn das Mädchen bei seinem Vater nächtigt. Das Mädchen ist wahrscheinlich nicht psychotisch, es befindet sich in einer schizoiden Situation als Opfer, das nicht wahrhaben will, was ihm angetan wird. Erster Hinweis für einen Verdacht, der sich in der Folge verstärkt und auch zu einer völligen Neubewertung der Situation des Mädchens führt.
Es ist immer hilfreich, sich Andere in anderen Kulturen und Zusammenhängen vorzustellen. Manchmal gibt es gewisse Haltungen von Schülern, die sich schwer erklären lassen. Ein Schüler, stark übergewichtig und mit einem leichten Down- Syndrom, lehnte alle Lernangebote ab. Wenn man ihn berührte, fiel er um, wälzte sich auf dem Boden und schrie. Er liebte dramatische Inszenierungen, um damit den Schultag abzubrechen oder zumindest nachhaltig zu stören.
Endlich kam ich darauf, meinen Blickwinkel zu erweitern und an Karma zu denken. Passten irgend welche Vorstellungen? Ich fand eine: Ich sah den Schüler am Hofe eines chinesischen Kaisers. Er selbst war in diesem Gedankenspiel ein hoher Beamter. Was er sah, waren Untergebene. Es war ganz undenkbar, ihm irgend welche Anordnungen zu geben. Das hätte ihm jede Ehre genommen. Das Wahren seiner Rolle und seines Gesichts waren ihm wichtig.
Also näherte ich mich dem realen Schüler als der einfache Schreiber, der ich nun einmal war und bot ihm an, ihm frei eine Geschichte zu erzählen. Es war eine Abenteuergeschichte, er selbst war der siegreiche Held. Von nun an musste ich, ehrerbietig fragend, jedes Mal eine Geschichte erfinden. Ich näherte mich ihm unter Berücksichtigung der höfischen Etiquette. Ich fing aber bald an, die Geschichten auch an die Tafel zu schreiben. Er malte sie ab. Er malte wirklich, mit weichen, fast kalligrafischen Zeichen, feierlich, zeremoniell und langsam. Es stellte sich nicht nur heraus, dass er heimlich längst alle Buchstaben gelernt hatte, sondern auch, dass er sehr schnell - wenn auch in langsamer Art und Weise- lesen lernte. Es hatte ihn nur niemand richtig gefragt. Nach einem Jahr schrieb er immer noch, immer mehr, las fliessend, und ich hatte einige Not, immer weitere Abenteuer zu erfinden. Es war aber bald auch möglich, auf normale Lesebücher zurück zu greifen.
Es geht nicht darum, ob die Vorstellung „stimmt“ oder nicht. Sie hat meinen Blickwinkel, meine Haltung verändert. Sie hat mir einen ungewohnten Zugang verschafft. Selbst wenn die Theorie ein fake sein sollte: funktioniert hat sie. Karma ist kein Friedhof der Vorstellungen. Karma ist der Beginn eines Reichtums von denkbaren Ursachen und Konstellationen. Man fischt in einem Teich und sucht einen Fisch, der auf symbolischer Ebene passen könnte. Das erweist sich häufig als Schlüssel zumindest für eine veränderte Beziehung.
Comments
Du schon wieder?
24.Jul.2008 22:29 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Endlich komme ich dazu, Heide Oehms „Karma- Erkenntnis Warum“ zu lesen. Bisher kannte ich ihre Arbeiten nur aus verstreuten Aufsätzen im „Jahrbuch für anthroposophische Kritik“. Formal, korrekt, aber auch etwas blutleer. So wie der Titel ihres Buches. Warum nennt sie es nicht „Du schon wieder?“
Aber es geht beim Karma ja um eine ernste Angelegenheit. Daher lauten Überschriften auch so: „Die Notwendigkeit umfassender Erkenntnis komplexer karmischer Zusammenhänge anhand des Doppelgängerwirkens“. im Gegensatz zu Jostein Saether bringt sie sich selbst nicht mit ein in die karmischen Betrachtungen. Sie nennt auch keine Namen, wird aber anhand zahlreicher Beispiele doch sehr konkret und anschaulich. Besonders gern geht sie auf Verwicklungen und tiefe Konflikte in anthroposophischen Zusammenhängen ein- etwa wenn Ketzer und Inquisitoren nun an einem Tisch sitzen und miteinander zurecht kommen müssen: „Aber der persönliche Herrschaftsanspruch ist noch nicht überwunden und man strebt in solche Stellungen, die es einem ermöglichen, nun subtil diese Eigenschaft geltend zu machen.“
Man kann zu diesen Inhalten stehen, wie man möchte. Aber man kann Heide Oehms keineswegs den Vorwurf machen, sie folge in ihren karmischen Betrachtungen irgend einer Mechanik, die sie aus Steiners Werken ableitet. Ganz im Gegenteil. Oft sind die Zusammenhänge, die sie sieht, unorthodox und überraschend- offensichtlich auch für sie selbst. Ganz im Gegensatz zu dem späten Tomberg sieht sie die Notwendigkeit der Loslösung von konfessionellen Bindungen: „Daraus ergibt sich, dass ein spiritueller Weg immer auch Emanzipation von den Dogmen der Kirchen und der Führung durch die Priesterschaft bedeutet.“ (S. 203)
Als Beispiel möchte ich ihre Betrachtung der Reinkarnationen von zu Rudolf Steiners Zeit lebenden Anthroposophen der ersten Stunde zitieren:
„Es sind nicht nur junge Menschen, die gegenwärtig ihre zweite Inkarnation in diesem Jahrhundert erleben und ahnen oder wissen, wer sie waren, was sie erlebt haben und welches Karma mit diesem Umstand, schon einmal Anthroposophie aufgenommen zu haben, verbunden ist. Bei all denen, die mir bekannt sind, ist auffallend, dass sie in altvertrauter Weise Anthroposophie praktizieren, aber unsäglich unter den konventionellen anthroposophischen Zusammenhängen und festgefahrenen Anschauungen leiden und möglichst keine festeren Bindungen innerhalb der Gesellschaft und deren Einrichtungen eingehen wollen. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist der Konflikt schon unausweichlich eingebaut.“
Nach Heide Oehms Erfahrungen kommen solche Individuen „relativ spät“ und „mühsam“ zur Anthroposophie: „Es scheint beinahe ein Kennzeichen zu sein, dass sie sich den Weg dahin schwer erkämpfen müssen, um dann mit einer inneren Selbstverständlichkeit die anthroposophischen Inhalte zu leben, oft ohne große theoretische Vorbereitung. Aber es gilt doch, dass sie in einer gewissen Weise Fremdlinge in den Zusammenhängen bleiben.“
Du schon wieder?

Man kann zu diesen Inhalten stehen, wie man möchte. Aber man kann Heide Oehms keineswegs den Vorwurf machen, sie folge in ihren karmischen Betrachtungen irgend einer Mechanik, die sie aus Steiners Werken ableitet. Ganz im Gegenteil. Oft sind die Zusammenhänge, die sie sieht, unorthodox und überraschend- offensichtlich auch für sie selbst. Ganz im Gegensatz zu dem späten Tomberg sieht sie die Notwendigkeit der Loslösung von konfessionellen Bindungen: „Daraus ergibt sich, dass ein spiritueller Weg immer auch Emanzipation von den Dogmen der Kirchen und der Führung durch die Priesterschaft bedeutet.“ (S. 203)
Als Beispiel möchte ich ihre Betrachtung der Reinkarnationen von zu Rudolf Steiners Zeit lebenden Anthroposophen der ersten Stunde zitieren:
„Es sind nicht nur junge Menschen, die gegenwärtig ihre zweite Inkarnation in diesem Jahrhundert erleben und ahnen oder wissen, wer sie waren, was sie erlebt haben und welches Karma mit diesem Umstand, schon einmal Anthroposophie aufgenommen zu haben, verbunden ist. Bei all denen, die mir bekannt sind, ist auffallend, dass sie in altvertrauter Weise Anthroposophie praktizieren, aber unsäglich unter den konventionellen anthroposophischen Zusammenhängen und festgefahrenen Anschauungen leiden und möglichst keine festeren Bindungen innerhalb der Gesellschaft und deren Einrichtungen eingehen wollen. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist der Konflikt schon unausweichlich eingebaut.“
Nach Heide Oehms Erfahrungen kommen solche Individuen „relativ spät“ und „mühsam“ zur Anthroposophie: „Es scheint beinahe ein Kennzeichen zu sein, dass sie sich den Weg dahin schwer erkämpfen müssen, um dann mit einer inneren Selbstverständlichkeit die anthroposophischen Inhalte zu leben, oft ohne große theoretische Vorbereitung. Aber es gilt doch, dass sie in einer gewissen Weise Fremdlinge in den Zusammenhängen bleiben.“
Du schon wieder?
Die innere Leuchtkraft seines Wesens- Valentin Tomberg
21.Jul.2008 21:42 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Einer der Verfemten der Anthroposophischen Gesellschaft ist Valentin Tomberg (1900-1973), ein Hochbegabter, der nach sehr früher Mitgliedschaft in der Anthroposophischen Gesellschaft und nach einer Zweigleitung in Talinn (Estland) 1931 ein tiefes spirituelles Erlebnis hatte. In der Folge (1938) zog er nach Rotterdam und hielt eine Reihe von bedeutenden Vorträgen, von denen viele bis heute im Achamoth- Verlag publiziert werden.
In der Folge wurde Tomberg einerseits durch umlaufende Gerüchte über seinen angeblich „bedeutenden“ esoterischen Rang, aber auch über seine angeblichen Vorinkarnationen, durch heftige Angriffe vonseiten Marie Steiners und durch eine durch den Krieg bedingte absolute Isolation in die Enge getrieben. Er suchte nach einer sakramentalen Vertiefung, wurde aber sowohl von der Christengemeinschaft als auch von der Orthodoxen Kirche zurück gewiesen. In der katholischen Kirche dagegen wurde er mit offenen Armen aufgenommen. Seitdem wird von anthroposophischen Kreisen immer wieder diskutiert, kolportiert und intrigiert, Tombergs Leben sei zweigeteilt gewesen, ja er sei von den Jesuiten in etwas wie eine „okkulte Gefangenschaft“ genommen worden. In jedem Fall aber handele es sich bei Tomberg- obwohl dieser selbst sein Leben lang zu Rudolf Steiner gestanden hat- um eine „Gegnerschaft“ und um eine „Verneinung der Anthroposophie“ (Prokofieff).

Lassen wir doch Tomberg selbst sprechen, über die Imagination:
„Wir beginnen mit der ersten Stufe des übersinnlichen Bewußtseins, welche die Imagination genannt wird. Sie wird erlangt, indem das gewöhnliche Bewußtsein des Menschen Deutlichkeit, Klarheit und innere Verdichtung erfährt- bis zu einem Grade, wo visionäre Deutlichkeit erreicht wird. Nicht wahr, Sie können einen Gedanken im Allgemeinen verstehen und einsehen, aber Sie können ihn so scharf im Auge haben, daß der Gedanke scharfe Umrisse erhält und sichtbar wird. Die Schärfe der inneren Aufmerksamkeit kann so gesteigert werden, daß das, was sonst in allgemeinen Gefühlen und Worten verläuft, eine Deutlichkeit erhält, die zum inneren Schauen der betrachteten Dinge führt. Das ist ein beglückendes Erleben.
Der Mensch empfindet sich bei den ersten Imaginationen, die er erleben darf, in seinem Inneren gestärkt. Er empfindet, daß die innere Leuchtkraft seines Wesens gestiegen ist und daß er als Mensch dadurch für alles im Leben stärker geworden ist. Er empfindet dadurch in sich eine Kraft erwachen, die ihm Überschau in jelicher Situation ermöglicht. eine innere plastische Kraft ist in ihm erwacht, und alles Unklare, Nebelhafte, Zufällige weicht, um Raum zu geben dem Bestimmten, Charaktervollen und Deutlichen. Diese Verdeutlichung des inneren Lebens führt zur Imagination.
Die Imagination ist nicht unbestimmtes Leben in Träumen und Fantasien, nicht passives Empfangen von zufälligen Bildern und Visionen, sondern Imagination ist ein so großes Deutlichwerden des Bewußtseins und ein so geordnetes Leben des Denkens, daß der Mensch zu malen beginnt im geistigen Raum. Dieses Malen-können im geistigen Raum ist ein beglückendes Erlebnis; denn der Mensch empfindet dabei seine Persönlichkeit gestärkt.“
________________________
Tomberg, Sieben Vorträge über die innere Entwicklung des Menschen, S. 74
Weblinks: Sehr gute biografische Beschreibung Wolfgang Garvelmanns zu Tomberg
Zum Vorwurf des „Jesuitismus“ Martin Kriele Allerdings gibt es über Kriele auch diesen sehr kritischen Link („Alexa Kriele vermarktet für 180 Euro pro Stunde angebliche Kontakte zu Engeln zwecks Unternehmensberatung, Heilung und Gewichtsreduzierung. Ihr Ghostwriter ist der pensionierte Professor Martin Kriele....Pöhlmann schildert Krieles Austritt aus der Anthroposophischen Gesellschaft. Noch im selben Jahr 1996 schreibt Kriele ein Buch darüber. Nichts drin über Engel, obwohl er bereits seit 1994 "Fragen gestellt und den Text protokolliert" hat (so Alexa Kriele in "Wie im Himmel, so auf Erden" Band 1 Seite 303). Mitte der sieziger Jahre hatte Kriele den Nachlaß eines Valentin Tomberg übernommen und und betreeut, "der Anthroposophie und Katholizismus miteinander zu verbinden suchte" (Pöhlmann). Heute Kommuniziert Martin Kriele über die Engel seiner Frau alexa offenbar direkt mit Tomberg.“ )
In der Folge wurde Tomberg einerseits durch umlaufende Gerüchte über seinen angeblich „bedeutenden“ esoterischen Rang, aber auch über seine angeblichen Vorinkarnationen, durch heftige Angriffe vonseiten Marie Steiners und durch eine durch den Krieg bedingte absolute Isolation in die Enge getrieben. Er suchte nach einer sakramentalen Vertiefung, wurde aber sowohl von der Christengemeinschaft als auch von der Orthodoxen Kirche zurück gewiesen. In der katholischen Kirche dagegen wurde er mit offenen Armen aufgenommen. Seitdem wird von anthroposophischen Kreisen immer wieder diskutiert, kolportiert und intrigiert, Tombergs Leben sei zweigeteilt gewesen, ja er sei von den Jesuiten in etwas wie eine „okkulte Gefangenschaft“ genommen worden. In jedem Fall aber handele es sich bei Tomberg- obwohl dieser selbst sein Leben lang zu Rudolf Steiner gestanden hat- um eine „Gegnerschaft“ und um eine „Verneinung der Anthroposophie“ (Prokofieff).

Lassen wir doch Tomberg selbst sprechen, über die Imagination:
„Wir beginnen mit der ersten Stufe des übersinnlichen Bewußtseins, welche die Imagination genannt wird. Sie wird erlangt, indem das gewöhnliche Bewußtsein des Menschen Deutlichkeit, Klarheit und innere Verdichtung erfährt- bis zu einem Grade, wo visionäre Deutlichkeit erreicht wird. Nicht wahr, Sie können einen Gedanken im Allgemeinen verstehen und einsehen, aber Sie können ihn so scharf im Auge haben, daß der Gedanke scharfe Umrisse erhält und sichtbar wird. Die Schärfe der inneren Aufmerksamkeit kann so gesteigert werden, daß das, was sonst in allgemeinen Gefühlen und Worten verläuft, eine Deutlichkeit erhält, die zum inneren Schauen der betrachteten Dinge führt. Das ist ein beglückendes Erleben.
Der Mensch empfindet sich bei den ersten Imaginationen, die er erleben darf, in seinem Inneren gestärkt. Er empfindet, daß die innere Leuchtkraft seines Wesens gestiegen ist und daß er als Mensch dadurch für alles im Leben stärker geworden ist. Er empfindet dadurch in sich eine Kraft erwachen, die ihm Überschau in jelicher Situation ermöglicht. eine innere plastische Kraft ist in ihm erwacht, und alles Unklare, Nebelhafte, Zufällige weicht, um Raum zu geben dem Bestimmten, Charaktervollen und Deutlichen. Diese Verdeutlichung des inneren Lebens führt zur Imagination.
Die Imagination ist nicht unbestimmtes Leben in Träumen und Fantasien, nicht passives Empfangen von zufälligen Bildern und Visionen, sondern Imagination ist ein so großes Deutlichwerden des Bewußtseins und ein so geordnetes Leben des Denkens, daß der Mensch zu malen beginnt im geistigen Raum. Dieses Malen-können im geistigen Raum ist ein beglückendes Erlebnis; denn der Mensch empfindet dabei seine Persönlichkeit gestärkt.“
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Tomberg, Sieben Vorträge über die innere Entwicklung des Menschen, S. 74
Weblinks: Sehr gute biografische Beschreibung Wolfgang Garvelmanns zu Tomberg
Zum Vorwurf des „Jesuitismus“ Martin Kriele Allerdings gibt es über Kriele auch diesen sehr kritischen Link („Alexa Kriele vermarktet für 180 Euro pro Stunde angebliche Kontakte zu Engeln zwecks Unternehmensberatung, Heilung und Gewichtsreduzierung. Ihr Ghostwriter ist der pensionierte Professor Martin Kriele....Pöhlmann schildert Krieles Austritt aus der Anthroposophischen Gesellschaft. Noch im selben Jahr 1996 schreibt Kriele ein Buch darüber. Nichts drin über Engel, obwohl er bereits seit 1994 "Fragen gestellt und den Text protokolliert" hat (so Alexa Kriele in "Wie im Himmel, so auf Erden" Band 1 Seite 303). Mitte der sieziger Jahre hatte Kriele den Nachlaß eines Valentin Tomberg übernommen und und betreeut, "der Anthroposophie und Katholizismus miteinander zu verbinden suchte" (Pöhlmann). Heute Kommuniziert Martin Kriele über die Engel seiner Frau alexa offenbar direkt mit Tomberg.“ )
Erkenntniswege - Jostein Saether
14.Jul.2008 20:29 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie | Bücher

Ich lese gerade noch einmal- diesmal mit Zeit und Muße- Jostein Saethers Autobiografie „Wandeln unter unsichtbaren Menschen- Eine karmische Autobiographie“. Wie weich, wie vage sich dieses Leben anfühlt. Sein erwachsenes Leben bis zum 42. Jahr scheint Jostein wie von verborgenen Strömungen im Meer bewegt zuzubringen- ganz unbürgerlich. Eine neue Liebe, ein Auftrag, ein Studium- alle möglichen Anstöße scheinen ihn immer wieder umzutreiben, aus der Heimat in Norwegen erst zu den skandinavischen Nachbarn, dann immer weiter durch Europa. Manchmal sind es nur Stippvisiten, manchmal feste Beziehungen, Lebens- und Arbeitsverhältnisse, die dann aber doch scheinbar undramatisch an einen Wendepunkt kommen. Dieses weiche, wie umspülte Leben bringt ihn zu verschiedenen Aufgaben als Künstler, aber auch an Mysterienstätten des Mittelalters und Altertums. Und es bringt ihn sehr früh in eine anthroposophische Vita, in der er zahlreiche Arbeitsstätten und auch Persönlichkeiten kennen lernt. Dieses sanfte Getriebenwerden stellt sich natürlich nur von außen als angenehm dar. Als ob er mit einem Köcher durch Erfahrungen ginge. Von innen gesehen werden es Mal um Mal auch Lebenskrisen gewesen sein.
Das Krisenhafte spitzt sich in den Vierzigern dann so zu, dass er selbst von einem Burn- Out- Syndrom spricht. Man könnte es auch eine handfeste Depression nennen- ein buchstäbliches Zum- Stillstand-Kommen.
Genau an diesem Punkt setzen seine Imaginationen ein, in denen die Erfahrungen, die erlebten Orte, das Gelesene, Studierte sich kraftvoll zu sammeln scheinen und zu einem geistigen Erleben führen, das von nun an Saethers Fixpunkt wird. Von nun an beginnt er sich intensiv mit Karma zu beschäftigen und setzt somit sein sanftes Bewegtsein auf einer höheren Ebene fort. Aber eine feste Spur ist eben doch gefunden. Es ist, als könnte er das in seinem Köcher Aufgesammelte nun innerlich bearbeiten und sich davon leiten lassen.
In seinen Augen wird kein Zufall im biografischen Zeitpunkt liegen, da das 21. Jahr in seinen Augen einen biografischen Scheitelpunkt beinhaltet, an dem man im Fortgang bis 42 innerlich biografisch zurück wandert bis zur eigenen Geburt. Das 42. Jahr ist in dieser Sicht ein Nullpunkt, durch den man hindurch muss. Das Krisenhafte aber kann – wie man an seinem Beispiel sieht- auf einer höheren Ebene zu einer neuen Perspektive und zu neuen Aufgaben führen.
Übrigns auch zu neuen Krisen, da der offenherzige Umgang Saethers mit Karma - auch dem persönlichen- ihn in den Augen vieler Anthroposophen fast aller Fraktionen (der modernistisch wie der fundamentalistisch orientierten) unmöglich macht. Die öffentlichen Aussetzer eines Platzhirschen wie Keimeyer sind zwar mehr als exotisch- im Kern gehört aber nach wie vor viel Mut dazu, sich heute so zu positionieren, wie es Saether tut.
Der Platzhirsch
03.Jul.2008 12:35 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie

So kann es einem gehen. Ob Saether das verkraftet? Ob wir ihn mit vereinten Kräften noch zur „Umkehr“ bewegen können? Zwecklos, sagen Meister Eder und sein Pumuckel: In „diesem Leben“ ist Saether leider nicht mehr zu reformieren.
Offensichtlich sieht Keimeyer, das Faktotum der anthroposophischen Durchgeknallten (wir lieben ihn!), in Saether eine Art Konkurrenz, seitdem dieser sein Blog eröffnet hat und damit ein weiteres Publikum erreicht. Keimeyer hat als Platzhirsch röhrend erst mal wieder die Rangfolge im Rudel klargestellt.
Was meint Tom dazu? „Hermann strikes again!!! Der Spass faehrt fort! Vorwaerts durch den Nebel!“
Michael Eggert: Judith von Halle und die Berliner Verhältnisse
01.Jul.2008 22:36 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie

.. „Der Kern des Konflikts besteht darin, dass bei Judith von Halle, einer Mitarbeiterin des Arbeitszentrums - aus dem nächsten Kreis um den einigermaßen bekannten, aber nicht unbedingt sehr geschätzten Autor Peter Tradowsky - die “Phänomene der Stigmatisierung” , also die Wundmale Christi erschienen sein sollen. Dieses sonst eher bei mittelalterlichen Nonnen aufgetretene Phänomen war der Auslöser des Konflikts zwischen den beteiligten Parteien- und zwar vor allem deshalb, weil Tradowsky dieser Mitarbeiterin nicht nur Gehör verschafft, sondern in den anthroposophischen Zusammenhängen mit ihr gemeinsam Vortragsreihen organisiert hat. Die betroffene Frau von Halle hat diese Vorträge, die sich mit dem Zusammenhang der Stigmatisation mit dem Auferstehungsleib Christi beschäftigen, als Buch veröffentlicht, und zwar nicht in einem obskuren Selbstverlag, sondern ganz “offiziell” im “Verlag am Goetheanum”. Weitere Bücher folgten bald. Auch diese Tatsache konnte die Zementierung der Fraktionen nicht gerade abwenden, erschien die Tatsache der Stigmatisierung durch die Publikation von Halles doch als eher akzeptiert und als “offiziell” anerkannt. Jedenfalls ist das meine persönliche Lesart, dass eine Publikation zu dieser Zeit an diesem Ort so etwas ist wie eine Seligsprechung.“
zum ganzen Text um die Affäre und die heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der anthroposophischen Gesllschaft
(in erneut überarbeiteter Form)
Anmerkung: Die Abbildungen beziehen sich nicht auf die geschilderten Ereignisse oder auf Frau von Halle!
Heimweh
04.Mai.2008 17:02 Uhr

"Da fiel mir zu meiner grössten Verwirrung ein, dass ich eigentlich und in Wirklichkeit zwei verschiedene Personen war. Die eine war der Schuljunge, der die Mathematik nicht begreifen konnte und nicht einmal seiner selbst sicher war, die andere war bedeutend, von grosser Autorität, ein Mann, der nicht mit sich spassen liess, mächtiger und einflussreicher als dieser Fabrikant. Er war ein alter Mann, der im 18. Jahrhundert lebt und Schnallenschuhe trägt und eine weisse Perücke und in einer Kalesche fährt mit hohen, konkaven Hinterrädern, zwischen denen der Kutschenkasten an Federn und Lederriemen aufgehängt ist.
Ich hatte nämlich ein merkwürdiges Erlebnis gehabt: als wir in Klein-Hüningen bei Basel wohnten, kam eines Tages eine uralte grüne Kutsche aus dem Schwarzwald an unserem Haus vorbei. Eine urweltliche Kalesche, wie aus dem 18. Jahrhundert. Als ich sie sah, hatte ich das aufregende Gefühl: "Da haben wir es ja! Das ist ja aus meiner Zeit!" - Es war, wie wenn ich sie wiedererkannt hätte, denn sie war von derselben Art wie die, in der ich selber gefahren war! Und dann kam ein sentiment ecoeurant, wie wenn mir jemand etwas gestohlen hätte, oder wie wenn ich betrogen worden wäre, betrogen um meine geliebte Vorzeit. Die Kutsche war ein Rest aus jener Zeit! Ich kann nicht beschreiben, was damals in mir vorging, oder was es war, das mich so stark berührte: eine Sehnsucht, ein Heimwehgefühl, oder ein Wiedererkennen: "Ja, das war es doch! Das war´s doch!""
C.G. Jung, "Erinnerungen Träume Gedanken", Olten 1971
Jostein Saether zu Gronbachs "Missionen"
17.Apr.2008 21:47 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Jostein Saether, ein anthroposophischer Buchautor, der sich besonders mit konkreten Fragen zur Reinkarnation beschäftigt, geht in seinem Blog Gamamila in einer umfangreichen Kritik auf Sebastian Gronbachs Buch "Missionen" ein. Saether möchte dabei gewissermaßen didaktisch auf Gronbach einwirken, um ihn "von den integralen Höhenflügen zum Boden zu bringen, sodass er einen Richtungswechsel einschlage." Er referiert dabei weite Teile des Buchs, ist teilweise amüsiert und unterhalten, teilweise auch genervt von Gronbachs "Gerede, diverse(n) Trivialitäten und persönliche(n) Berichte(n)." Zunehmend gerät Saether in einen inneren Konflikt mit dem Autor: "Oft entsprachen seine Sätze meine Lebenserfahrungen, aber immer mehr deckten seine Wirklichkeit sich nicht mehr mit meinen Erkenntnissen." Ein gewisser Unterhaltungswert bleibt dabei unbestritten: "Gronbach beschreibt dann viele Schwellenphänomene und macht humorvolle Ausblicke auf Grenzwächter wie Klofrauen, Kassierer in Pornokinos, Krankenschwester der Intensivstation und er führt Grenzpatrone der Literatur wie Herrmann Hesse und die Matrix-Filme vor." Aber endgültig stolpert Saether wohl über Gronbachs Vorstellungen von seiner eigenen "Erleuchtung", von seiner Christus-Idee und von seiner Verleugnung einer individuellen Reinkarnation. Das ist wohl auch der zentrale Punkt, ab dem Gronbach nicht mehr kompatibel zur anthroposophischen Bewegung ist. Der Reinkarnationsbegriff ist einer der Kernpunkte von Anthroposophie. Um das zu erkennen, genügt eigentlich ein einziger Blick in die "Anthroposophischen Leitsätze" Rudolf Steiners. Dieses auf dem Totenbett Steiners geschriebene Kompendium stellt ein wunderbares "Essentials" von Anthroposophie dar.
So bezeichnet Saether Gronbachs "Pilotprogramm" als "einen sublimen, gescheiten und gewitzten Virus, der so riskant ist, dass er viele Individuen infizieren könnte."
So gesehen ist Gronbachs Buch weniger eine "Mission" zur Reformierung der Anthroposophischen Gegenwartskultur, sondern ein Symptom für ihre Erkrankung.
So bezeichnet Saether Gronbachs "Pilotprogramm" als "einen sublimen, gescheiten und gewitzten Virus, der so riskant ist, dass er viele Individuen infizieren könnte."
So gesehen ist Gronbachs Buch weniger eine "Mission" zur Reformierung der Anthroposophischen Gegenwartskultur, sondern ein Symptom für ihre Erkrankung.
Schwierige Kinder
09.Apr.2008 19:11 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie | Pädagogik & Psychologie

R. Steiner, Gesamtausgabe 310, Seite 25
Steiners dunkler Anzug
13.Feb.2008 21:49 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Nachdem ein Leser mich darauf aufmerksam gemacht hat, habe ich mit einigem Widerstand Webseiten von Martha Keltz besucht (hier ein Interview mit ihr), auf denen sie unter dem Stichwort "Rudolf Steiner Returns" faktisch aktuelle Neuigkeiten von Steiners momentanem Wirken zum Besten gibt. Ja, das ist das volle New-Age, Channeling, Eso- Programm, wie wir es gut anderen bekannten "spirituellen" Persönlichkeiten gegenüber wie z.B. Christian Rosenkreutz kennen. Immerhin erspart uns Martha Keltz die üblichen grässlich kitschigen Heiligenbildchen von solchen Persönlichkeiten, die sonst bei solcher Gelegenheit herum gereicht werden. Sie empfiehlt, wenn jemand Steiner meditativ "begegnen" möchte, sich zu Dreier- Gruppen zusammen zu setzen. Wenn man dazu in der Lage ist, kann man dann folgendes erleben: "The etheric body, the life body, may perhaps be touched in some way through feeling. This is how he touches. If there is not love for RS, I doubt there will be success in meeting him. And if visualized in appearance as he was, this will not be incorrect, because a Great Initiate on this level retains qualities as permanent from lifetime to lifetime. But there will also be something distinctly different about him. What is different about him may be interpretive; each individual may perceive different qualities in this being in accordance with his karma with RS, and also RS's karma with him or her. RS may appear as a "spirit guide," or through the angelic spirit guide or guardian angel, wearing a dark suit as he wore in life. This "dark suit" indicates that he works down into material existence, he slips "into the skin of the dragon," where we all live in our shadowy earthly existence. This is really one of his special tasks and capacities, to slip down into our shadowy reality. And it will be blissful if he is met, because near him, within him and radiating upon him, is Christ whom he serves. "Not I, but Christ in me." Bliss from the sense of being touched is also an indicator that a meeting has really occurred. This experience relates to one of the Seven Secrets of Life: Bliss in God. Although I believe that RS is perfectly conscious and aware of how matters have gone with the Anthroposophical Society and movement, how matters have gone differently than he might have expected or hoped, I am also of the belief that he does not suffer pain or sorrow on this account, because he dwells in the New Heavenly Jerusalem of the Second Coming or Parousia."
Aha. Dunkler Anzug im himmlischen Jerusalem, daran kann man ihn erkennen. Wer an diesem Punkt noch mehr wissen möchte, findet hier einen Verweis auf ein bald erscheinendes Buch. Was uns das sagen will? Dass auch Rudolf Steiner keineswegs davor sicher ist, in New-Age- Kreisen verwurstet zu werden.
Aha. Dunkler Anzug im himmlischen Jerusalem, daran kann man ihn erkennen. Wer an diesem Punkt noch mehr wissen möchte, findet hier einen Verweis auf ein bald erscheinendes Buch. Was uns das sagen will? Dass auch Rudolf Steiner keineswegs davor sicher ist, in New-Age- Kreisen verwurstet zu werden.
Schmerzkörper
13.Feb.2008 20:22 Uhr
Wer einmal auf spielerische Art einen möglichen Zugang zu praktischer spiritueller Erfahrung finden möchte, sollte durchaus einen Blick auf Eckhart Tolles "Jetzt!" werfen- auch wenn insbesondere Anthroposophen in der Kombination von Begriffen wie "Spiritualität" und "spielerisch" ein Kloß im Hals stecken bleiben mag. In Wirklichkeit ist die Erfahrung des "inneren Körpers", wie sie Tolle beschreibt, auch durchaus nicht so leicht, wie sie im Text daher kommen mag: Die "lebendige Gegenwart" in sich zu fühlen, den "natürlichen Zustand der Verbindung mit dem Sein" her zu stellen und damit "zu erfahren, dass du jenseits der äußeren Form" bist und existierst, ist nämlich keineswegs banal. Voraussetzungen dafür gibt es auch bei Tolle reichlich.
Zunächst die selbstverständliche Fähigkeit, sich unbegrenzt zu fokussieren- etwas, was normalerweise ein längeres Training in Bezug auf Konzentration voraussetzt. Tolle setzt auch voraus, dass man in der Lage ist, vor Beginn jeglicher Übung emotional loszulassen und zu verzeihen. Schließlich sollte etwas überwunden sein, das Tolle den inneren individuellen und kollektiven "Schmerzkörper" nennt. Mit diesem Begriff outet sich Tolle als spiritueller Konstruktivist. Denn mit dem Schmerzkörper meint Tolle die Summe unserer Ängste, Selbstdefinitionen, kollektiven Reaktionsmustern und Erklärungsmodelle, die wir uns zu eigen gemacht haben und die wir eifrig, aber meist leidvoll verteidigen.
Tolle setzt damit in der Manier von Lebensberatungsbroschüren dort an, wo diese Art von Brevieren meist längst geendet haben. Jenseits dieser Konstrukte verspricht er, dass sich durch reine Konzentration auf den inneren Körper ein Portal der "eigenen bewussten Gegenwärtigkeit" auftut- "kein Inhalt, reine Präsenz". Dann, schreibt er, fühle man "die Gottes-Essenz in jeder Kreatur, jeder Blume, jedem Stein, und du erkennst: "Alles, was ist, ist heilig"". Einem Anthroposophen mag der Dualismus aufstossen, in den sich Tolle begibt, indem er nicht erkennt, dass diese Erfahrungsebene keinesfalls nur eine Überwindung des Alltagsdenkens darstellt, sondern die Erfahrung des Denkens selbst. Tolle schildert auch kaum die spezifischen Strömungen innerhalb dieses inneren Körpers. Dennoch begründet er mit scheinbar leichter Hand eine Mystik, die eine direkte Erfahrung des Ätherischen verspricht.
Vielleicht ist es ja an der Zeit, dass sich mystische Bestrebungen anbieten, die alltagstauglich sind und keinesfalls auf sich selbst kasteiende, jahrzehntelange Studien bauen, sondern einfach anregen: Erfahre deine Gegenwärtigkeit. Wer auch verstehen möchte, was er da erlebt, wird über kurz oder lang zu umfassenden, gründlichen Denkern wie Rudolf Steiner greifen wollen. Dass jemand wie Tolle auf sämtlichen medialen Kanälen (Hörbücher, DVDs, Bestseller) mit einem solchen Thema derart präsent sein kann, ohne auf überlebte autoritäre Strukturen und Abhängigkeiten zu setzen, deutet darauf hin, dass spirituelle Erfahrung für den Einzelnen heute zum Greifen nah ist, wenn man es nur möchte.
Zunächst die selbstverständliche Fähigkeit, sich unbegrenzt zu fokussieren- etwas, was normalerweise ein längeres Training in Bezug auf Konzentration voraussetzt. Tolle setzt auch voraus, dass man in der Lage ist, vor Beginn jeglicher Übung emotional loszulassen und zu verzeihen. Schließlich sollte etwas überwunden sein, das Tolle den inneren individuellen und kollektiven "Schmerzkörper" nennt. Mit diesem Begriff outet sich Tolle als spiritueller Konstruktivist. Denn mit dem Schmerzkörper meint Tolle die Summe unserer Ängste, Selbstdefinitionen, kollektiven Reaktionsmustern und Erklärungsmodelle, die wir uns zu eigen gemacht haben und die wir eifrig, aber meist leidvoll verteidigen.
Tolle setzt damit in der Manier von Lebensberatungsbroschüren dort an, wo diese Art von Brevieren meist längst geendet haben. Jenseits dieser Konstrukte verspricht er, dass sich durch reine Konzentration auf den inneren Körper ein Portal der "eigenen bewussten Gegenwärtigkeit" auftut- "kein Inhalt, reine Präsenz". Dann, schreibt er, fühle man "die Gottes-Essenz in jeder Kreatur, jeder Blume, jedem Stein, und du erkennst: "Alles, was ist, ist heilig"". Einem Anthroposophen mag der Dualismus aufstossen, in den sich Tolle begibt, indem er nicht erkennt, dass diese Erfahrungsebene keinesfalls nur eine Überwindung des Alltagsdenkens darstellt, sondern die Erfahrung des Denkens selbst. Tolle schildert auch kaum die spezifischen Strömungen innerhalb dieses inneren Körpers. Dennoch begründet er mit scheinbar leichter Hand eine Mystik, die eine direkte Erfahrung des Ätherischen verspricht.
Vielleicht ist es ja an der Zeit, dass sich mystische Bestrebungen anbieten, die alltagstauglich sind und keinesfalls auf sich selbst kasteiende, jahrzehntelange Studien bauen, sondern einfach anregen: Erfahre deine Gegenwärtigkeit. Wer auch verstehen möchte, was er da erlebt, wird über kurz oder lang zu umfassenden, gründlichen Denkern wie Rudolf Steiner greifen wollen. Dass jemand wie Tolle auf sämtlichen medialen Kanälen (Hörbücher, DVDs, Bestseller) mit einem solchen Thema derart präsent sein kann, ohne auf überlebte autoritäre Strukturen und Abhängigkeiten zu setzen, deutet darauf hin, dass spirituelle Erfahrung für den Einzelnen heute zum Greifen nah ist, wenn man es nur möchte.
The end of the world as we know it
03.Feb.2008 23:31 Uhr

"Nach der Verwandlung der mineralischen Welt lernt der Mensch diejenige der Pflanzen verwandeln. Das ist ein höherer Grad des Könnens. Ebenso, wie der Mensch heute Gebäude erbaut, wird der Mensch Pflanzen erschaffen und formen können, indem er an der Pflanzensubstanz arbeitet.
Ja, in der Folgezeit wird der Mensch noch höher steigen, indem er nicht nur lebende, sondern sogar bewußte Wesen bilden wird, und er wird sein Vermögen auf das Tierreich ausdehnen. Wird er imstande sein, sich selbst durch seinen bewußten Willen neu zu erschaffen, wird er auf einer höheren Stufe das verwirklichen, was er heute in der mineralischen Sinneswelt vollbringt.
Der Keim zu dieser Reproduktion seiner selbst, befreit von aller Sinnlichkeit, ist das Wort. Das erste Bewußtsein ist dem Menschen mit dem ersten Atemzug zuteil geworden. Das Bewußtsein wird seine Vollendung erreichen, wenn er imstande sein wird, in sein Wort dieselbe schöpferische Kraft einfließen zu lassen, mit der heute sein Gedankenleben begabt ist.
Gegenwärtig vertraut er nur seine Worte der Luft an. Wenn er sich zu einem höheren Bewußtsein erhoben hat, wird er der Luft Bilder mitteilen können. Das Wort wird dann in vollem Sinne eine lebendige Imagination sein. Indem er diesen Bildern Körperhaftigkeit verleiht, wird er das Wort zum körperhaften Träger des Bildes machen. Und wenn der Mensch verstehen wird, das Leben auf das Höchste, was in ihm ist, zu übertragen, werden diese Bilder ein eigenes, wirkliches Leben erlangen, vergleichbar der tierischen Existenz. Dann wird der Mensch letzten Endes sich selbst reproduzieren können."
Rudolf Steiner, GA 94, Seite 99f
Karma schaffen
05.Nov.2007 21:27 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
"Das Wort Karma kommt von oder hängt wenigstens zusammen mit dem Sanskritwort Karnoti, das heißt tun, machen, wirken. Es ist genau derselbe Stamm wie im lateinischen creare, schaffen. Creare, machen und schaffen, ist also genau dasselbe.
Rudolf Steiner Englischsprachiger Textlink GA 54, Seite 293
Rudolf Steiner Englischsprachiger Textlink GA 54, Seite 293
Reinkarnationserinnerungen
04.Nov.2007 19:00 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie | Religion
"Gerade in diesem Zusammenhang aber wird die Frage brennend, wie es nun wirklich um die anthroposophische Meditationspraxis bestellt ist, und wie sich eine solche Praxis innerhalb der längst angebrochenen, weiter wachsenden Meditationskultur unserer Zeit positionieren will und wird," schreibt János Darvas in Info3. Elisabeth Potschka gibt insofern eine überraschende Antwort, als sie in ihren "Inkarnationserinnerungen" Ergebnisse ihrer persönlichen Meditationserfahrungen in Form von konkreten, wenn auch fragmentarischen karmischen Rückblicken niederlegt- in einer Überschau über Tausende von Jahren.

Was der Leser damit soll? Zumindest dies eine: Sich dem Karmabegriff annähern, mit ihm umgehen, zu ihm eine Positionsbestimmung eigener Art vornehmen. Dazu einen Anstoß zu geben, ist Ziel dieses Beitrags.

Was der Leser damit soll? Zumindest dies eine: Sich dem Karmabegriff annähern, mit ihm umgehen, zu ihm eine Positionsbestimmung eigener Art vornehmen. Dazu einen Anstoß zu geben, ist Ziel dieses Beitrags.
Anthroposophische Beleidigungen
06.Sep.2007 00:30 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Aus gegebenem Anlass (siehe aktuelle Kommentare) kam die bedeutende Frage auf nach der Top 10 anthroposophischer Beleidigungen.

Ich mache mal den Anfang mit dem in unseren Kommentaren genannten "Bärenmeditierer" und muss hoffentlich mit dem vernichtenden "Karmabeschmutzer" keinesfalls enden. Bitte Ihre Vorschläge in die Kommentare!

Ich mache mal den Anfang mit dem in unseren Kommentaren genannten "Bärenmeditierer" und muss hoffentlich mit dem vernichtenden "Karmabeschmutzer" keinesfalls enden. Bitte Ihre Vorschläge in die Kommentare!
Chakras
01.Sep.2007 00:22 Uhr Abgelegt in:Religion
Diese niedlichen alten Esoterik- Bücher! Ich habe mir gerade Werner Bohms Buch von 1953 heraus gekramt: "Chakras. Lebenskräfte und Bewusstseinszentren im Menschen" und an einem Tag noch einmal durchgelesen. Das mit den Blättern, ihrer Anzahl, Farbe, Drehrichtung etc konnte ich mir noch nie merken. Überhaupt strotzt auch dieses indisch- theosophisch- anthroposophische (es wird auch Steiner zitiert) Büchlein von Informationen, Fremdwörtern und interkulturellen Verbindungen, dass es den Charme eines Telefonbuchs ausstrahlt. Bohm liebt - wie die meisten dieser klassischen Esoteriker- insbesondere Listen. Er schreibt z.B., dass "insgesamt 72000 Nadis" die Bildekräfte im Rückgrat durchfliessen und ordnet dann die Chakras bestimmten Wirbelregionen zu. Diese trockene Listerei hat vermutlich den Zweck, der reichlich unwissenschaftlichen Materie einen seriösen Anstrich zu geben. Es sind ja auch durchaus Perlen im Sinne von Denkanstössen zu finden. Vielleicht werde ich darauf zurück kommen.

"Niedlich" finde ich diese Bücher, weil sie meist ja auch deutliche Wertungen abgeben, und zwar im Sinne einer unbedingt einzuhaltenden Moral, wenn man die dargestellten Ziele und Erweckungen erreichen will. Bohm spricht von "Tugenden". Irgendwie geartetes Rebellentum lässt die theosophisch-geistige Welt nicht zu. Man muss ausdauernd, kontrolliert, duldsam, vertrauensvoll und gleichmütig sein. Man darf kein Fleisch essen wollen, aber dennoch keinesfalls asketisch sein. Bei der Meditation soll man zwar keine krampfhaften Yogi- Positionen einnehmen, aber natürlich immer die Füße auf dem Boden lassen und keineswegs liegen. Man soll keinen Blödsinn denken oder reden. Wenn das alles erfüllt ist, dann "stösst der Strom der Energien an das Dach des Schädels und damit an die leibliche Grenze des Menschen". Dann kommt der Mensch "in höhere Reiche, die er nun ebenso der menschlichen Erfahrung erobern kann!".
Ich könnte Herrn Bohm einige Persönlichkeiten nennen, die solche Erfahrungen gemacht haben, aber weder vorher noch nachher ihren Verstand beisammen hatten, im Gegenteil. Mich interessiert aber vielmehr das moralisierende Moment. Schon der grosse Zenmeister Bankei (1622-1693) ("The Unborn. The Life and Teaching of Zen Master Bankei", San Franzisko 1984) war offensichtlich ein schwer erziehbarer Jugendlicher, der ununterbrochen Schule schwänzte und überall und mit jedermann aneckte. Er stürzte sich, als man ihn doch zum Schulbesuch zwingen wollte, in einen reißenden Fluss und lebte, als die Familie ihn disziplinieren wollte, viele Jahre als eine Art Penner. Eine mir selbst bekannte "entwickelte" Persönlichkeit pflegte in jungen Jahren private Mutproben durch Einbrüche und lebte in Paris als Clochard. In meinen Augen sind solche Persönlichkeiten notgedrungen "schwierig" und passen in keines der üblichen Schemata, weil sie eben diesen starken Willen haben, der notwendige Bedingung für Entwicklung ist. Wille, Eigensinn, Unangepasstheit sind nun mal keine angenehm zu beschreibende Grundvoraussetzungen für bürgerliche Esoterik- Breviere. Die lieben Kinder kommen aufs Sofa und lesen so was, wenn sie groß sind. Vielleicht glauben sie sogar daran und schnitzen sich ein nettes Selbstbild von ihrem "Schulungsweg".

"Niedlich" finde ich diese Bücher, weil sie meist ja auch deutliche Wertungen abgeben, und zwar im Sinne einer unbedingt einzuhaltenden Moral, wenn man die dargestellten Ziele und Erweckungen erreichen will. Bohm spricht von "Tugenden". Irgendwie geartetes Rebellentum lässt die theosophisch-geistige Welt nicht zu. Man muss ausdauernd, kontrolliert, duldsam, vertrauensvoll und gleichmütig sein. Man darf kein Fleisch essen wollen, aber dennoch keinesfalls asketisch sein. Bei der Meditation soll man zwar keine krampfhaften Yogi- Positionen einnehmen, aber natürlich immer die Füße auf dem Boden lassen und keineswegs liegen. Man soll keinen Blödsinn denken oder reden. Wenn das alles erfüllt ist, dann "stösst der Strom der Energien an das Dach des Schädels und damit an die leibliche Grenze des Menschen". Dann kommt der Mensch "in höhere Reiche, die er nun ebenso der menschlichen Erfahrung erobern kann!".
Ich könnte Herrn Bohm einige Persönlichkeiten nennen, die solche Erfahrungen gemacht haben, aber weder vorher noch nachher ihren Verstand beisammen hatten, im Gegenteil. Mich interessiert aber vielmehr das moralisierende Moment. Schon der grosse Zenmeister Bankei (1622-1693) ("The Unborn. The Life and Teaching of Zen Master Bankei", San Franzisko 1984) war offensichtlich ein schwer erziehbarer Jugendlicher, der ununterbrochen Schule schwänzte und überall und mit jedermann aneckte. Er stürzte sich, als man ihn doch zum Schulbesuch zwingen wollte, in einen reißenden Fluss und lebte, als die Familie ihn disziplinieren wollte, viele Jahre als eine Art Penner. Eine mir selbst bekannte "entwickelte" Persönlichkeit pflegte in jungen Jahren private Mutproben durch Einbrüche und lebte in Paris als Clochard. In meinen Augen sind solche Persönlichkeiten notgedrungen "schwierig" und passen in keines der üblichen Schemata, weil sie eben diesen starken Willen haben, der notwendige Bedingung für Entwicklung ist. Wille, Eigensinn, Unangepasstheit sind nun mal keine angenehm zu beschreibende Grundvoraussetzungen für bürgerliche Esoterik- Breviere. Die lieben Kinder kommen aufs Sofa und lesen so was, wenn sie groß sind. Vielleicht glauben sie sogar daran und schnitzen sich ein nettes Selbstbild von ihrem "Schulungsweg".
Gutes Karma, gar kein Karma
23.Mai.2007 21:10 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Das Eine ist die wunderbare, spannende Globalisierung. Plötzlich habe ich in einer deutschen Schulklasse immer mehr chinesische Kinder. Verblüffend und verwirrend sind ihre deutschen Sprachkenntnisse, selbst wenn sie nie oder nur sehr kurz europäischen Boden betreten haben. Grossväter und Onkel haben ihnen perfektes, akzentfreies Deutsch beigebracht. Offensichtlich ist diesen Kindern als eine Art wirtschaftlicher Brückenschlag systematisch eine Zukunft als deutscher Geschäftsmann zugedacht worden. Dennoch haben diese Kinder nach meiner Erfahrung ein Manko: Sie verstehen den deutschen Sprecher nicht. Sie entnehmen die Bedeutung von Gesprochenem nur der Wortbedeutung nach, die Intentionen des Sprechers bleiben ihnen verborgen. Daher haben sie es häufig anfangs in der Schule nicht leicht. Sie verstehen natürlich auch Aufgabenstellungen auf Arbeitsblättern nicht. Das gibt sich dann im Laufe eines Jahres. Massgeblich ist die Kommunikation mit den Klassenkameraden.
Diese hier anfängliche Schwäche des "Gedankensinns" gibt es auch als Behinderungsform. Es gibt Kinder, die sehen einen mit leeren Augen an, während man spricht. Sie hören, aber verstehen nicht. Ansonsten sind sie vollkommen normalintelligent. Das gibt sich meist mit der Zeit und wirkt wie eine Unreife, wie eine Verspätung einer spezifischen intellektuellen Kompetenz.
Dann gibt es noch so etwas wie Karma. Das ist die beglückende Erfahrung, mit den meisten Kollegen in Teams doch nahezu intuitiv und auf schon wortlose Weise verbunden zu sein. Man weiss voneinander, stellt sich aufeinander ein, stützt sich notfalls, versteht den Anderen aber auch verbal sehr gut und schnell. Der Normalfall ist doch der, dass man miteinander auf dieser Verständigungsebene verbunden ist.
Dann gibt es die Feinde. Die versteht man, auch wenn man ihre Meinung nicht teilt. Man ist in der Feindschaft sehr miteinander verbunden- so sehr, dass es schwer fällt, sich loszulassen.
Und dann gibt es die schwierigen Fälle. Da wird jeder Satz so unglaublich schnell missverständlich. Man muss ununterbrochen allein schon die verwendeten Begriffe klären. Man muss dauernd die fremde Sprache des Andern lernen. Man tastet sich ab, aber schätzt sich ganz falsch ein. Es wird nicht besser, selbst wenn man sich sehr um Klärung bemüht. Man wendet sich schnell voneinander ab, weil es anstrengend wird. Man ist nicht heiss und nicht kalt. Mit so einem Menschen ist dauernd Neubeginn.
Diese hier anfängliche Schwäche des "Gedankensinns" gibt es auch als Behinderungsform. Es gibt Kinder, die sehen einen mit leeren Augen an, während man spricht. Sie hören, aber verstehen nicht. Ansonsten sind sie vollkommen normalintelligent. Das gibt sich meist mit der Zeit und wirkt wie eine Unreife, wie eine Verspätung einer spezifischen intellektuellen Kompetenz.
Dann gibt es noch so etwas wie Karma. Das ist die beglückende Erfahrung, mit den meisten Kollegen in Teams doch nahezu intuitiv und auf schon wortlose Weise verbunden zu sein. Man weiss voneinander, stellt sich aufeinander ein, stützt sich notfalls, versteht den Anderen aber auch verbal sehr gut und schnell. Der Normalfall ist doch der, dass man miteinander auf dieser Verständigungsebene verbunden ist.
Dann gibt es die Feinde. Die versteht man, auch wenn man ihre Meinung nicht teilt. Man ist in der Feindschaft sehr miteinander verbunden- so sehr, dass es schwer fällt, sich loszulassen.
Und dann gibt es die schwierigen Fälle. Da wird jeder Satz so unglaublich schnell missverständlich. Man muss ununterbrochen allein schon die verwendeten Begriffe klären. Man muss dauernd die fremde Sprache des Andern lernen. Man tastet sich ab, aber schätzt sich ganz falsch ein. Es wird nicht besser, selbst wenn man sich sehr um Klärung bemüht. Man wendet sich schnell voneinander ab, weil es anstrengend wird. Man ist nicht heiss und nicht kalt. Mit so einem Menschen ist dauernd Neubeginn.