Anthroposophen sind...?
10.Apr.2007 22:30 Uhr Abgelegt in:Anthroposophie
Sebastian Gronbachs neues Webtagebuch beschäftigt mich immer wieder und immer mehr, je mehr dort Aussagen über Anthroposophie gemacht werden. In einem Artikel vom 10.4. 2007 "Horizont-Gott: Warum wir eine authentische Religion brauchen" z.B. macht Gronbach Aussagen über das Verhältnis von Anthroposophen zu Religion und Gott. Während er seine persönlichen Aussagen zu Beginn des Artikels angemessen als "Ich -Botschaft" einleitet ("Als Anthroposoph bin ich ein Mensch, der die traditionelle Religion als ein berechtigtes Stadium durchschritten hat"), geht er im weiteren Verlauf zu allgemein gültigen Aussagen über wie "Anthroposophen sind nicht anti-religiös, sondern trans- religiös". Das meint man wohl mit der Phrase "Von sich auf Andere schliessen". Ich halte solche allgemein gültigen Aussagen für verfehlt. Es wird so getan, als sei "die Anthroposophie" ein geschlossenes System, in dem jedes Mitglied der gleichen Ansicht sei. Das ist nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Das wird lediglich von Gegnern unterstellt. Im übrigen ist der Artikel auch inhaltlich falsch. Während das Zitat Steiners deutlich von einer freien Religiosität in der Zukunft spricht, tut Gronbach so, als sei dieses Ziel bereits heute in der Anthroposophischen Gesellschaft verwirklicht. Mir erscheint das tatsächliche Problem darin zu bestehen, dass Anthroposophie nur allzu häufig gerade von Mitgliedern als Quasi- Religion aufgefasst wird. Dieses interne Feld zu bearbeiten scheint mir dringlicher zu sein als eine elitäre "Trans- Religiosität" zu behaupten.
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