Michael Eggert: Judith von Halle und die Berliner Verhältnisse



.. „Der Kern des Konflikts besteht darin, dass bei Judith von Halle, einer Mitarbeiterin des Arbeitszentrums - aus dem nächsten Kreis um den einigermaßen bekannten, aber nicht unbedingt sehr geschätzten Autor Peter Tradowsky - die “Phänomene der Stigmatisierung” , also die Wundmale Christi erschienen sein sollen. Dieses sonst eher bei mittelalterlichen Nonnen aufgetretene Phänomen war der Auslöser des Konflikts zwischen den beteiligten Parteien- und zwar vor allem deshalb, weil Tradowsky dieser Mitarbeiterin nicht nur Gehör verschafft, sondern in den anthroposophischen Zusammenhängen mit ihr gemeinsam Vortragsreihen organisiert hat. Die betroffene Frau von Halle hat diese Vorträge, die sich mit dem Zusammenhang der Stigmatisation mit dem Auferstehungsleib Christi beschäftigen, als Buch veröffentlicht, und zwar nicht in einem obskuren Selbstverlag, sondern ganz “offiziell” im “Verlag am Goetheanum”. Weitere Bücher folgten bald. Auch diese Tatsache konnte die Zementierung der Fraktionen nicht gerade abwenden, erschien die Tatsache der Stigmatisierung durch die Publikation von Halles doch als eher akzeptiert und als “offiziell” anerkannt. Jedenfalls ist das meine persönliche Lesart, dass eine Publikation zu dieser Zeit an diesem Ort so etwas ist wie eine Seligsprechung.“

zum ganzen Text um die Affäre und die heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der anthroposophischen Gesllschaft
(in erneut überarbeiteter Form)

Anmerkung: Die Abbildungen beziehen sich nicht auf die geschilderten Ereignisse oder auf Frau von Halle!
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