Dein Blog gehört dir nicht
02.Apr.2010 22:21 Uhr Abgelegt in:Web & Kultur
Kerstin Hoffmann aka „PR-Doktor“ und Kommunikationsberaterin, denkt in ihrem „Kommunikationsblog“ laut und vernehmlich über die Frage nach, welche Rechte Nutzern auf sozialen digitalen Plattformen wie Twitter, Facebook oder Blogger an den von ihnen eingebrachten Beiträgen eigentlich verbleiben: „Wir alle – oder jedenfalls viele von uns – publizieren fleißig im Netz. Für uns selbst oder als Teil der Kommunikationsstrategie unserer Kunden. Was wir dabei gerne vergessen: Wir veröffentlichen zu großen Teilen auf fremden Plattformen.“
So gibt es schon mal keine Garantie, „dass dieser Content morgen noch dort stehen wird. Dass es das Social Network noch geben wird.“ Jederzeit ist es möglich, „die Teilnahmebestimmungen so zu ändern, dass wir damit nicht mehr einverstanden sind und uns freiwillig verabschieden.“ Aber generell ist uns nicht bewusst, „welche umfassenden Rechte sich viele Betreiber auf das geistige Eigentum der Teilnehmer vorbehalten.“ Bislang verzichtet Facebook noch darauf, mit den von mir eingestellten Fotos oder Grafiken Werbung zu produzieren, die sich an meine Kontakte oder bestimmte Interessengruppen wenden könnte. Meine Frau war immerhin sehr erstaunt, bei einem völlig anderen System und Provider (Gmx) per Werbeeinblendung dazu aufgefordert zu werden, Facebook beizutreten, um endlich „Freund“ von mir werden zu können. Das ist doch schon mal personenspezifische Werbung, die sich offensichtlich aus meinen bei Facebook hinterlegten Personendaten speist. Hoffmann hat auch rechtliche Bedenken in Bezug auf die Inhalte von Blogs „auf einer fremdgehosteten Plattform wie Blogger.de oder Wordpress.com.“ Die Rechte sind eindeutiger, wenn man auf derlei Dienste verzichtet und lieber unter fester Internet-Adresse auf eindeutig gemietetem Webspace hostet: „Was auf meinem Webspace liegt, gehört mir.“
Zumindest ansatzweise. Ich habe schon Artikel von mir übersetzt in italienischen Zeitschriften entdeckt, ein amerikanischer Chor ist - unentgeltlich- mit einer Grafik von mir als Bühnenhintergrund auf Tournee gegangen, gelegentlich lese ich einen Artikel, der mir von Anthroposophen empfohlen wird, der inhaltlich völlig auf einem Text von mir basiert, meine Fotos finden sich überraschend auf fremden Wänden. Es gibt keine besonders ausgeprägte Kultur der Achtung von geistigem Eigentum. Man kann den Gedanken natürlich auch aufgeben, dass es etwas wie geistiges Eigentum überhaupt geben würde. Ich fände ein paar anthroposophische Argumente für diesen Standpunkt. Das blanke Abkupfern hinterlässt aber schon einen bitteren Nachgeschmack, einfach, weil man es als respektlos empfindet. Wenigstens ein Verweis auf den Urheber sollte schon möglich sein.
Zugespitzt könnte man auch fragen, ob es etwas wie Identität im digitalen Zeitalter noch gibt. Man sollte die Persona, die man z.B. bei Facebook gibt, heute ebenso kontrollieren wie sich bewusst sein, dass digitale Identität immer eine Art von Inszenierung ist und sein sollte. Das naive Sich-Ausschütten sollte spätestens dann eingestellt werden, wenn einem bewusst wird, dass die preis gegebenen persönlichen Informationen stetig ausgelesen werden. Man kann die von einem selbst gesammelten Informationen nicht kontrollieren- z.B. nicht wissen, inwiefern sie weiter verkauft und mit weiteren im Netz befindlichen Daten zusammen geführt und abgeglichen werden. Das Netz ist eben nicht nur ein öffentlicher Ort, sondern einer, der sorgfältig gemäht, gemolken, abgehorcht und der Verwertung zugeführt wird.
_____
Buzz
So gibt es schon mal keine Garantie, „dass dieser Content morgen noch dort stehen wird. Dass es das Social Network noch geben wird.“ Jederzeit ist es möglich, „die Teilnahmebestimmungen so zu ändern, dass wir damit nicht mehr einverstanden sind und uns freiwillig verabschieden.“ Aber generell ist uns nicht bewusst, „welche umfassenden Rechte sich viele Betreiber auf das geistige Eigentum der Teilnehmer vorbehalten.“ Bislang verzichtet Facebook noch darauf, mit den von mir eingestellten Fotos oder Grafiken Werbung zu produzieren, die sich an meine Kontakte oder bestimmte Interessengruppen wenden könnte. Meine Frau war immerhin sehr erstaunt, bei einem völlig anderen System und Provider (Gmx) per Werbeeinblendung dazu aufgefordert zu werden, Facebook beizutreten, um endlich „Freund“ von mir werden zu können. Das ist doch schon mal personenspezifische Werbung, die sich offensichtlich aus meinen bei Facebook hinterlegten Personendaten speist. Hoffmann hat auch rechtliche Bedenken in Bezug auf die Inhalte von Blogs „auf einer fremdgehosteten Plattform wie Blogger.de oder Wordpress.com.“ Die Rechte sind eindeutiger, wenn man auf derlei Dienste verzichtet und lieber unter fester Internet-Adresse auf eindeutig gemietetem Webspace hostet: „Was auf meinem Webspace liegt, gehört mir.“
Zumindest ansatzweise. Ich habe schon Artikel von mir übersetzt in italienischen Zeitschriften entdeckt, ein amerikanischer Chor ist - unentgeltlich- mit einer Grafik von mir als Bühnenhintergrund auf Tournee gegangen, gelegentlich lese ich einen Artikel, der mir von Anthroposophen empfohlen wird, der inhaltlich völlig auf einem Text von mir basiert, meine Fotos finden sich überraschend auf fremden Wänden. Es gibt keine besonders ausgeprägte Kultur der Achtung von geistigem Eigentum. Man kann den Gedanken natürlich auch aufgeben, dass es etwas wie geistiges Eigentum überhaupt geben würde. Ich fände ein paar anthroposophische Argumente für diesen Standpunkt. Das blanke Abkupfern hinterlässt aber schon einen bitteren Nachgeschmack, einfach, weil man es als respektlos empfindet. Wenigstens ein Verweis auf den Urheber sollte schon möglich sein.
Zugespitzt könnte man auch fragen, ob es etwas wie Identität im digitalen Zeitalter noch gibt. Man sollte die Persona, die man z.B. bei Facebook gibt, heute ebenso kontrollieren wie sich bewusst sein, dass digitale Identität immer eine Art von Inszenierung ist und sein sollte. Das naive Sich-Ausschütten sollte spätestens dann eingestellt werden, wenn einem bewusst wird, dass die preis gegebenen persönlichen Informationen stetig ausgelesen werden. Man kann die von einem selbst gesammelten Informationen nicht kontrollieren- z.B. nicht wissen, inwiefern sie weiter verkauft und mit weiteren im Netz befindlichen Daten zusammen geführt und abgeglichen werden. Das Netz ist eben nicht nur ein öffentlicher Ort, sondern einer, der sorgfältig gemäht, gemolken, abgehorcht und der Verwertung zugeführt wird.
_____
Buzz
blog comments powered by Disqus