Adam Michaelis: Prokofieff versus von Halle - the fight over a (non-protected) title - a critical philosophical-spiritual review

Adam Michaelis unternimmt in seinem Essay den Versuch, die schweren Konflikte, die sich in der Debatte um Sergej Prokofieff und Judith von Halle entzünden, von einem esoterischen Außen- Standpunkt aus zu erfassen. Er nutzt dabei Stufen der inneren Reife und Entwicklung, die Søren Kierkegaard, der dänische Philosoph, vor nahezu 200 Jahren entwickelt hat. Gleichzeitig kommt Michaelis zu einer Art Diagnostik der inneren Kultur heutiger anthroposophischer Debatten, obwohl er zugleich anthroposophische Kategorien und Begriffe verwendet. Michaelis schreibt aber auch als Kenner der Schriften der Kontrahenten. Die Schlussfolgerungen, die er zieht, führen dazu, die momentane anthroposophische Bewegung als nahezu bewegungsunfähig zu erkennen: „Or put differently: Within the structure of institutionalized Anthroposophy, A and B are necessarily in conflict and no way out of it can be seen. The conflict goes with the territory so to speak. It is a built in feature in the social and intellectual organization of this movement.“ Trotz der scheinbaren „spirituellen“ Inhalte sowohl bei Prokofieff wie bei von Halle vermisst Michaelis neben dem Humor auch reale spirituelle Qualitäten. Daher ziehen die Kontrahenten in einem gegenseitigen Patt scheinbar unaufhaltsam Jünger und Anhänger an sich, die die jeweils diametral gegensätzlichen Positionen besetzen.

Normally we do not name actual persons when discussing the signs of the times, but we can not simply ignore the current quarrel in the heartland of Anthroposophy over esoteric Christianity, the legacy of Rudolf Steiner and the (non-protected) title of being a real “spiritual researcher” (Geistesforscher) between the two prominent anthroposophical authors, Sergej Prokofieff and Judith von Halle. Schismatic eruptions and heretic dismissals are old news in the movement of Anthroposophy – but there are plenty of reasons for taking a closer look at this incident. With the oddly synchronous publication of two recent books, one by Sergej Prokofieff, Zeitreisen – Ein Gegenbild anthroposophischer Geistesforschung, the other by Judith von Halle, Anna Katharina Emmerich – Eine Rehabilitation, the public dispute between the authors has reached a new level since the publication of Prokofieffs polemic supplement or “Anhang” to his book, Das Mysterium der Auferstehung im Lichte der Anthroposophie. The level of polarization and the expected distribution of possible standpoints pro et contra have been enhanced foreseeably, and a deep crack is spreading in Anthroposophy as an institution. This is no trivial dispute! It is an open discord which reveals a fundamental dissonance.“

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Ingrid Haselberger: Das Mysterium der Inspiration im Alltag

Jeder Sänger, jeder Gesangsstudent kennt das Problem: wir wollen eine längere Phrase singen, und mittendrin stellen wir fest, daß uns „die Luft ausgeht“. Wir müssen eine unfreiwillige und vielleicht sinnentstellende „Atempause“ machen, manchmal mitten im Wort – und natürlich versuchen wir, damit uns das nicht passiert, alles Mögliche, um einen „längeren Atem“ zu bekommen.
Zu diesem Zweck wurden verschiedene Atemübungen ersonnen – manche Gesangsleher schlagen sogar vor, nach kräftigem Einatmen (Sich-Mit-Luft-Anfüllen) mit der Stoppuhr zu üben, das Ausatmen so lange wie nur möglich auszudehnen...
Bei vielen dieser Übungen denke ich an diese Worte Rudolf Steiners:

»Leider werden heute vielfach leichtfertige Anweisungen auf diesem Gebiete gegeben, und wer diese Dinge versteht, blickt mit Grauen darauf, daß zahlreiche Menschen sich heute mit Atemübungen abgeben, ohne genügende Vorbereitung vorgenommen zu haben. Dem Geistesforscher erscheinen sie wie Kinder, die mit dem Feuer spielen.«

Nicht nur spielen wir mit dem Feuer und können uns ernstliche Schwierigkeiten einhandeln mit ganz und gar materialistisch aufgefaßten Atemübungen, bei denen es ausschließlich um Luft geht.
Wenn wir schließlich von den Atemübungen zur Arbeit an einem Lied oder einer Arie übergehen, müssen wir oft feststellen, daß wir trotz all dieser Übungen bei schwierigen oder auch nur ungewöhnlichen Phrasen noch immer das Gefühl haben, „mit unserer Luft nicht auszukommen“...
Das liegt daran, daß das Atmen nicht ein rein physischer, materieller Vorgang ist, sondern ein seelisch-geistiger.
In den alten Sprachen ist uns das noch deutlich: griechisch πνεῦμα, lateinisch spiritus und hebräisch ruach – diese Worte bezeichnen sowohl den menschlichen Atem als auch den Geist. Und auch altgriechisch ψυχή, lateinisch anima – was wir heute mit „Seele” übersetzen – schließen ursprünglich die Bedeutung „Atem” in sich ein.

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Michael Eggert: Die "Tröstung"

Worin nun die Tröstung eigentlich besteht, hatte ich mich gefragt, es ist doch nichts Sentimentales gemeint. Es war merkwürdig, sogleich zu bemerken, dass die Tröstung im Verstehen selbst besteht. Es sind keine vereinzelten Informationshäppchen, mit denen man umgeht, sondern die unmittelbare, direkte Erfahrung der Kraft des Verstehens, des verständigen Wollens, ein Verstehen, das sich selbst in reinem, strömenden Schaffen erkennt.

Die Tröstung besteht in der Erkenntnis, dass dieses Verstehen universell ist- nichts Geschaffenes ist ohne dieses Verstehen entstanden. Alles Geschaffene ist daher zu verstehen. Die gebildeten Formen und Körper sind wie Borken aus dem Verstehen heraus gewachsen. Beim Formwerden endet das aktive Verstehen, auch wenn die Gestalt ein Ausdruck des aktiven Geistes ist.

Ähnlich bilden sich Gedanken wie Krusten des schaffenden Geistes, kristalline Spuren auf einem nicht abzuschätzenden Strom.

Die Tröstung besteht in der Erkenntnis, dass das Verstehen keinen Lehrplan hat, keine lineare Entwicklung kennt. Im Mutterreich des Parakleten ist das Verstehen bodenlos. Es eröffnen sich aus einer winzigen Frage Weiten des Blickes. Die Perspektive hängt nur davon ab, was wir aushalten. Es ist nämlich auch bewegend, ja manchmal ergreifend. Wie wenn man als kleiner Junge zum ersten Mal vor dem Kölner Dom gestanden hat, oder gar vor dem Altar, und dann den Blick hob. Es ist eine Frage der Perspektive, nicht die eines Lehrplans. Der Trost besteht darin, zu wissen, dass wir hier zu Hause sind.

Die hier gemeinte Tröstung ist eine Antwort auf Buddhas Leiden. Auch dieser Begriff ist viel zu groß, um auch nur eine Spur von Sentimentalität aufzuweisen. Gemeint ist die Erfahrung des sartreschen "Geworfenheit ins Sein", wobei auch die Tatsache dieses Geworfenseins nur von dem bemerkt werden kann, der sich daraus zumindest so weit befreit hat, um das konstatieren zu können. Aus der Perspektive des Geistes ist das Leben so lange Leid, solange sich der Geist in ihm vergessen hat. Das Gewahrwerden ist der Beginn der Tröstung, und der Beginn zur Überwindung des existentiellen Leidens, das nur in der Selbstvergessenheit besteht.
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Elsbeth Weymann: Himmelfahrt

Da Er dies sprach, waren sie schauend,
dass Er emporgehoben ward,
und eine Wolke nahm ihn auf, hinweg von ihren Augen.

Und während sie unverwandt in den Himmel schauten, wandelte Er,
und siehe,
zwei Männer traten zu ihnen, in Gewändern, glänzend-lichtvoll,

und sagten: "Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr, in den Himmel schauend?


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Übersetzung und kurze Erläuterung von Elsbeth Weymann
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Ingrid Haselberger: Weichenstellungen

Es wird mir immer sehr unbehaglich zumute, wenn ich – wie es leider gar nicht so selten geschieht – Sätze höre wie „Alles, was Rudolf Steiner sagt, ist erst dem Eingeweihten wirklich erkennbar“, wenn behauptet wird, wir seien „als Intuitionslose eine Nullität vor Rudolf Steiner“, und überhaupt, wenn sachliche Schilderungen von Wirkungszusammenhängen als „Schulungsanleitung“ für etwas noch nie Dagewesenes, vollkommen Unbekanntes und schwer Begreifliches mißverstanden werden, das wir „Normalsterblichen“ uns aller Wahrscheinlichkeit nach trotz angestrengtesten Übens in diesem Leben nicht werden erringen können.
Das scheint mir eine „Weiche“ in eine ähnliche Richtung zu stellen wie die gängige – falsche – Übersetzung eines Ausspruchs des Sokrates: »Ich weiß, daß ich nichts weiß.«
Was Sokrates – in Platons Überlieferung – aber in Wirklichkeit gesagt hat, das läßt sich richtig so zusammenfassen: »Im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen ist es mir bewußt, wenn ich etwas nicht weiß.«
Meiner Ansicht nach geht es Rudolf Steiner in seiner „Philosophie der Freiheit“, und auch in vielen anderen seiner Schriften und Vorträge, zunächst nicht darum, den Leser dazu anzuleiten, ganz neue Fähigkeiten zu entwickeln, sondern es geht ihm darum, seinen Lesern zuallererst ihre längst vorhandenen und angewendeten Fähigkeiten bewußt zu machen…

Zum ganzen Text von Ingrid Haselberger
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Rob Steinbuch: Stigmata im Lichte der Anthroposophie

Aus dem Aufsatz:

„Rudolf Steiner hat in verschiedenen Vorträgen über den christlichen Schulungsweg gesprochen, welcher letztlich zu Stigmatisation und Aufnahme des Auferstehungsleibes (oder des Phantoms) führen kann. Er sprach darüber immer mit tiefstem Respekt.
Er ist meines Wissens der erste Forscher, der dabei die Aufnahme des Auferstehungsleibes erwähnt. Obwohl er keine Mitteilungen macht über die damit zusammenhängenden Erscheinungen, würde das vielleicht einige schon erwähnte Ereignisse besser verständlich machen, wie das nur Vertragen können von Trinkwasser, die medizinisch unerklärlichen Heilungen und die körperliche Unversehrtheit nach dem Tode.
Rudolf Steiner spricht über diesen christlichen Schulungsweg immer im Zusammenhang mit dem Schulungsweg, den er andeutet als „Rosenkreuzer-Schulungsweg“. In diesen Aufzeichnungen wird später darauf eingegangen.
Rudolf Steiner bildete seine Erkenntnisse über Mysterienfragen Schritt für Schritt. Während seiner Vorträge – wovon er ungefähr 6000 gehalten hat – erstattete er zwischenzeitlich „Berichte“ über seine Forschungsergebnisse. Dadurch konnte es geschehen, dass er über ähnliche Themen in aufeinander folgenden Vorträgen immer wieder neue Erkenntnisse hereinbrachte. Im letzten Vortrag findet man den letzten Stand seiner Forschungsergebnisse. Das gilt auch für seine Erkenntnisse die die Stigmatisationsfrage betrifft.
Rudolf Steiner ist gelegentlich auf dieses Thema eingegangen. Ich habe die folgenden drei Vorträge ausgewählt für eine nähere Betrachtung.“

Zum ganzen, umfangreichen Text von Rob Steinbuch..
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Die "öffentliche Meinung"

Rudolf Steiner hat sich 1913 - also im propagandistischen Vorfeld eines Weltkrieges - keineswegs überraschend gegen eine "öffentliche Meinung" schlechthin gewandt und sie als Hindernis auf dem Weg zu jeglicher Individuation bezeichnet- es sei "das Uniformierende" der öffentlichen Meinung, was das eigentliche Problem darstelle. Er sagt z.B. "Daher muss die Entwickelung immer mehr und mehr in das Innere eingreifen; so dass der Mensch in der Zukunft viel mehr einer öffentlichen Meinung gegenüberstehen wird, aber sein Inneres wird stärker geworden sein." (GA 141, u.a. s.S. 131)

Was ist aber "das Innere" im hier gemeinten Sinn? Es ist die Instanz in uns, die sich allen Meinungen und Impulse entziehen, quasi über ihnen wie ein Raubvogel kreisend schweben kann, und dann gerade aus den Gegensätzen heraus, aus Widersprüchen und widrigen inneren Antrieben und äußeren Hemmnissen intuitiv entscheidet. Wir sind so korrupt, so schnell zu faszinieren, dass "das Innere" und damit jede Freiheit des Denkens erst heraus zu bilden ist. Natürlich gibt es einen sozialen Druck, der von vielen Peergroups ausgeht, denen man angehört. Es bildet sich ein Ton, eine bestimmte Art von Vokabular z.B. je nach Beruf, Status und sozialer Herkunft aus, selbstverständlich. Wenn sie so nah an uns heran rückt - und sei es durch die eigenen Kinder, die Medienkompetenz und soziale Bindungen in ganz neuen Formen ausbilden wollen- ist es schwer, der "öffentlichen Meinung" zu widerstehen.

Nun waren und sind die Medien -Bücher, Zeitschriften, Fernsehen und das, was man mal als Radio kannte, geschweige denn vom Wissens- und Kommunikationsmedium Internet - Steiner nur zum Teil bekannt gewesen. Die mediale Welt kennt neuerdings ständig neue Erscheinungsformen- sie erfinden sich praktisch ständig neu. Medienkompetenz- d.h. der kritische Umgang mit Informationen - ist in der Fülle der Meldungen jeder Art längst zur schulischen Kernkompetenz geworden.

Die Medienlandschaft wird einerseits - wie etwa durch die US- Administration zur Begründung des Irak- Krieges- durch gezielte Lügen und Gerüchte ständig manipuliert, andererseits ist das freie Internet nicht nur für Diktatoren, korrupte Politiker und scheinbar allmächtige Weltkonzerne zum Schrecken geworden. Durch die zugleich globalere und individuellere Informationsverbreitung wird der einen "öffentlichen Meinung" das Genick gebrochen- unvermittelt schlägt aus der individualisierten Öffentlichkeit ein Echo zurück, das schwer kalkulierbar ist.

Aber in der Vielfalt der Meinungen, in dem vielstimmigen Chor, zu dem die "öffentliche Meinung" geworden ist, gilt es, sich zu integrieren, eine Form der Online- Identität zu finden. In der Zukunft wird sich die Teilhabe an der vollen Vielfalt des Individuums zum globalen Grundrecht entwickeln. Schon heute gehört es in Deutschland -als DSL- Anschluss - zum Standard der sozialen Grundleistungen wie Strom und Wasser. Wir können uns eine Nische suchen und uns davor verstecken- oder aber Mitgestalten, in welcher Form auch immer, an dieser virtuellen sozialen Plastik.

So weit man der Vielfalt der Meinungen folgen mag, braucht es auch Phasen weniger der Erholung als des ruhigen Überschauens. Es gibt einen Punkt, an dem das Subjekt sich im Strom des Verstehens selbst ergreift als das Verstehen selbst. Hier, im Inneren, das durch die Stille in einen Strom von Kraft mündet, im kristallenen, unkörperlichen Licht, erfrischen sich die Bildner, Ordner und Entscheider. Hier, in der klaren Höhe des ruhigen Vogelflugs, kommen die Meinungen wieder auf uns zu, wie Orte, die man betreten, anschauen und wieder verlassen kann; auch die eigenen Meinungen. Von hier aus kehrt man, innerlich gerüstet, in den Kanon der Meinungen zurück. Man überblickt sie wie eine Landschaft. Man ahnt, wie man sich einen Weg bahnen könnte. "Das Innere" ist "stärker geworden."
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Piero Cammerinesi: Vorurteil und Freies Denken Überlegungen zu Judith von Halle

Vor kurzem hat Michael auf einen längeren Artikel Piero Cammerinesis aufmerksam gemacht.
Ich habe diesen langen englischen Aufsatz mit großem Interesse gelesen. Obwohl er nicht mehr ganz neu ist (er stammt vom 21. Juni 2011), scheint er mir aktueller denn je zu sein.
Ich bin nicht sicher, ob ich in allen Dingen zu demselben Ergebnis kommen würde wie der Autor, aber sowohl seine Gedanken als auch die auszugsweise wiedergegebene Rede Judith von Halles, mit der er seinen Artikel beschließt, sind es meiner Ansicht nach wert, von unvoreingenommenen (und erst recht von voreingenommenen ;-)) Menschen gelesen zu werden.
Um diese Gedankengänge auch solchen deutschsprachigen Lesern zugänglich zu machen, denen es schwerfällt, längere englische Aufsätze zu lesen, habe ich mir die Mühe gemacht, den Artikel zu übersetzen. Während mir die Steiner-Zitate im deutschen Originalwortlaut zur Verfügung standen, mußte ich die zitierten Stellen aus Judith von Halles Vortrag aus dem Englischen rück-übersetzen – ich bitte also, zu berücksichtigen, daß es sich dabei nicht mehr um wörtliche Originalzitate handelt.

Ingrid Haselberger

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Ich hatte gerade mit einer Dissertation über Friedrich Nietzsche und Rudolf Steiner meinen Abschluß in Philosophie gemacht und ein Forschungsstipendium an der Universität in Freiburg/Breisgau, Deutschland, erhalten.
Professor S., mit dem ich zusammenarbeiten sollte, ein sehr bedeutender Professor, empfing mich mit großer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in seinem Büro. Während unseres Gespräches aber sagte er mir, daß er meine Arbeit zwar sehr schätze, aber nicht begreifen könne, warum ich über einen solchen mystischen – das war das Wort, das er gebrauchte – Autor wie Rudolf Steiner arbeiten wollte. Ich fragte ihn, was er von Steiner gelesen hatte, um zu einer solchen Ansicht zu kommen. Er antwortete sehr ausweichend, konnte sich nicht an die Titel erinnern und gab mir zu verstehen, daß er nicht sehr viele Bücher von Rudolf Steiner gelesen hatte; es war vollkommen klar, daß er nur die Ansichten anderer wiederholte. Ich war bestürzt über seine Antwort und empfahl ihm, die „Philosophie der Freiheit“ zu lesen, ein durch und durch philosophisches Buch, das ihm sofort gezeigt haben würde, wie weit sein Vorurteil von der Wahrheit entfernt war.
Einen noch größeren Eindruck machte es mir, als ich Jahre später erfuhr, daß dieser Lehrer, Professor S., inzwischen ein führendes Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft geworden war! Das Schicksal hatte neue Wege genommen und vorgefaßte Meinungen und Vorurteile mit der Gewalt eines Tsunami hinweggefegt.
Nun – das genau ist es, was ich meine, wenn ich von vorgefaßter Meinung („pre-conception“) spreche.

* * *

»Der Aufbau einer Gemeinschaft ist eine Michaelische Aufgabe, und wenn wir sie nicht ausführen können, dann ist es unsere Pflicht als Mitglieder der Esoterischen Schule, in uns selbst zu blicken und uns zu fragen, warum es uns nicht gelingt.
Die jetzige Erdenrückkehr der verschiedenen Persönlichkeiten, die als Repräsentanten unterschiedlicher Strömungen damals gemeinsam mit Rudolf Steiner die Begründung der Anthroposophischen Bewegung erlebt haben, sollte nicht länger zu Konflikten führen, sondern zur Erfüllung.
Das ist nicht mehr das Zeitalter des Kampfes zwischen Platonikern und Aristotelikern, sondern in der heutigen Zeit sollte der tiefe Gehalt ans Licht kommen, der diese Strömungen durchdringt: Anthroposophie, das Christusereignis.
«
[...]
Es sei daher wichtig, daß die Menschen Rudolf Steiners Forderung sehr ernst nehmen – wenigstens jetzt, wenn es schon damals nicht gelungen sei - , auf die wichtigen Beziehungen innerhalb der Gesellschaft zu blicken und anfangen, sich zu fragen, weshalb die anderen eine andere Ansicht haben. Warum geschieht das? »Nun, weil wir Menschen sind, weil mein Nachbar das linke Bein ist und ich das rechte. Nun begreife ich. Er ist nicht von irgendetwas besessen („compelled by anything“), er sieht nur alles in anderer Weise, aber es ist dieselbe Sache. Das ist der Impuls, auf den ich mich beziehe, davon rede ich
[...]
»Wir müssen uns fragen, welche Kräfte sich zeigen in den Initiativen der Gesellschaft. Arbeiten sie im Sinne der Dreigliederung, also für Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben? Wenn das der Fall ist, sprechen wir von christlichen Initiativen. Wenn nicht, dann sicherlich nicht. Wir haben die Mittel, das zu unterschieden, wenn es auch sicherlich schwierig ist
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K20, Düsseldorf

Das Palazzo Regale ist, wie man an dem überdimensionalen Plakat sieht, das neben dem Eingang des Museums K20 in Düsseldorf steht, eines der Highlights der Landeshauptstadt. Es ist die letzte Arbeit von Joseph Beuys vor seinem Tod, und es handelt sich dabei, was sofort bemerkbar wird, wenn an ihn betritt, um einen sakralen Raum.
k20

In der Mitte, vor dem Betrachter, liegen in einer großen, gläsernen Vitrine Überreste, die mit Kopf und Fell und anderen Gegenständen nicht nur zu einer Figur werden. Sie haben auch alle autobiografische Bezüge:

"In der vorderen Vitrine ist ein Eisenguss des Kopfes aus der Arbeit Straßenbahnhaltestelle in Venedig aus dem Jahr 1976 zu finden, sowie ein Luchsmantel, gefüttert mit blauer Seide, den Beuys bei seiner Performance Titus Andronicus / Iphigenie (1969) im Rahmen der „experimenta 3“ in Frankfurt am Main trug; des Weiteren finden sich in dieser Vitrine zwei Konzertbecken sowie das Gehäuse eines Tritonshorns (s. a. Triton), das auch als Blasinstrument verwendet werden kann. Beuys benutzte die Schnecke als Signalhorn im Oktober 1971, um, nach einer Besetzung des Sekretariats der Düsseldorfer Kunstakademie, den Erfolg seines Kampfes gegen den Numerus clausus zu feiern." Wiki

Das Sakrale des Raums wird nicht zuletzt erzeugt durch die sieben Goldstaub- bedeckten Tafeln, die auf eigentümliche Weise angeordnet sind. Durch die "autobiografische" Vitrine schaut man auf die fünfte Tafel, vier liegen rechts, zwei links. Die fünfte bekommt durch diesen autobiografischen Blickwinkel etwas von einer Zeitangabe, einer bestimmten Stunde im Weltgeschehen, inszeniert wie die Mittsommerwende in Stonehenge („Die Verehrung der Sonne und des wiederkehrenden Lichtes geht auf Traditionen in prähistorischer Zeit zurück.[1] Die Sonne hatte essentielle Bedeutung für das irdische Überleben. Die Sommersonnenwende trug einen Aspekt des Todes und der Vergänglichkeit in sich. Dem gegenüber standen die längerwerdenden Tage nach der Wintersonnenwende, die Leben und Auferstehung verkörperten. Diese Wendepunkte schlugen sich entsprechend in Ritus und Mythologie nieder.Bemerkenswert ist, dass die Sonne im abendländischen Kulturkreis immer dem männlichen Prinzip zugeordnet ist, jedoch hier eine Ausnahme im germanischen Sprachraum besteht, welcher in der Sonne die Mutter sieht. Schon steinzeitliche Kultstätten wie Stonehenge erfassten diesen Zeitpunkt mittels der relativ leicht feststellbaren Auf- und Untergangspunkte der Sonne, die zu Winterbeginn etwa im Südosten bzw. Südwesten liegen. Auch die Himmelsscheibe von Nebra als wichtiger bronzezeitlicher Fund dokumentiert die Sonnenwende. Quelle)
Ich denke, Beuys verweist hier als Zeitangabe auf die fünfte nachatlantischen Zeitepoche nach Rudolf Steiner, die eben die Gegenwart markiert. Beuys beschreibt sich damit als jemand, der seine Zeit tatsächlich repräsentiert hat.

Aber er selbst ist, wie er mit der zweiten Vitrine andeutet, schon auf der großen Zeitenuhr weiter gewandert - eine Uhr übrigens, die gegenläufig zur ganz irdischen Orientierung gerichtet ist. Die zweite Vitrine beinhaltet "einen graugrünen Rucksack mit einem Filzkeil in der Seitentasche, drei elektrische Klammern mit Kupferdrähten, zwei große Nadeln, sowie zwei Spazierstöcke aus Kupfer, drei vertrocknete Scheiben Schinken und ein großes Stück Speck Quelle.“
Das ist alles Wegzehrung, die man gut gebrauchen kann auf diesem langen Weg von einer Zeit in eine andere. Natürlich verdichten und erweitern wir uns als geistiges Wesen unterschiedlich, abhängig vom "Milieu", in dem wir uns befinden. Momentan ist es eine leibliche Selbsterfahrung, in Geschlechter getrennt, was ständig Reibereien gibt. Wir verschmelzen zeitweilig tatsächlich in unserem Körper, der doch nur ein einziger Ausdruck unseres Wesens ist, und ziemlich ungenau geraten, was noch hinzu kommt, und auch nur vorübergehend intakt. Gut, wenn man, wie in der zweiten Vitrine, mit Kupferstab und Drähten gerüstet ist für eine non- sensuelle und nicht-leibliche Kommunikation. Und Filz, damit wir warm bleiben in einer nicht- räumlichen Existenz, denn die Wärme ist es, die uns trägt, die uns ausmacht. Alles andere liegt nur darüber.

Die scheinbare Asymmetrie der Vitrine - sie stellt aber auch das Gleichgewicht gegenüber der Last der vier golden- bronzenen Tafeln wieder her- deutet hin auf etwas wie eine Bewegung- auf etwas hin, was außerhalb der zeitlichen Achse liegt.

Mit einem Besuch würden Sie das Museum und sich selbst erfreuen.
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Wolfgang Stadler: „Zeitreisen – Ein Gegenbild anthroposophischer Geistesforschung“, Sergej Prokofieff Eine Rezension

Sich für diese Dinge zu interessieren heißt noch lange nicht: die Ergebnisse einer Forschung vorwegnehmen. Interesse ist eine Art Voraussetzung für eine sinnvolle anthroposophische Erkenntnis.
Man kann sogar noch weitergehen und sagen: Ein Anthroposoph, der mit diesen Aussagen R.Steiners vertraut ist, wird besonders stark das Bedürfnis entwickeln, einen Menschen, der hellsichtig ist, stigmatisiert ist und nahrungslos lebt, kennenzulernen. Besonders wenn es sich um eine Person handelt, die einem „gegenständlich“ bzw. „geistig lebendig“ die Ereignisse von Golgatha schildern kann.
Und zunächst einmal könnte man als Anthroposoph auch auf den Gedanken kommen: wenn jemand meint, so eine Person gäbe es nicht - oder: so eine Person kann und darf es nicht geben – oder: so jemand ist „von bösen Mächten“ beeinflußt oder gar „schwarzmagisch manipuliert“ – dann kann es sich bei so einem Menschen nur um einen Gegner R.Steiners, der Anthroposophie – oder des Mysteriums von Golgatha handeln.
Und man könnte auch meinen: ein Vorstand einer anthroposophischen Gesellschaft will sicherlich als allererstes so einen Menschen kennenlernen – und wird ihn sicherlich schleunigst zu sich einladen, um sich ein Bild von der Glaubwürdigkeit eines solchen Menschen zu machen…
Aber: weit gefehlt! Sergej Prokofieff erklärt uns nachdrücklich, daß ihn – als Geisteswissenschaftler – das persönliche nicht interessiert. Stigmatisationen und Nahrungslosigkeit sowieso nicht.“

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Rob Steinbuch: Stigmata zur Diskussion - mit besonderer Berücksichtigung des Falls Judith von Halle

Am Samstag 13. Oktober 2012 wurde in Zeist (Holland) ein öffentliches Gesprächstreffen über „Stigmata“ gehalten.
Die folgenden Themen werden dabei besprochen:
- Die Bilanz nach acht Jahren; die Arbeit von Judith von Halle.
- Stigmata im Lichte der Religionswissenschaften.
- Stigmata im Lichte der Anthroposophie.
- Die Zukunftsperspektive.
Der Anlass zu diesem Treffen war das Bedürfnis über das Thema „Stigmata“ mit einander zu sprechen. Seit den Ereignissen während der Passionszeit 2004 in Berlin hat dieses Thema auch innerhalb der anthroposophischen Gemeinschaft mehr Interesse bekommen. Rund um dieses Thema sind einige Fragen entstanden:
- Wie stehen wir von der Anthroposophie aus gesehen gegenüber das Stigmata Ereignis?
- Wie verhalten wir uns gegenüber die Arbeit von Judith von Halle?
- Welche Bedeutung hat diese Arbeit für die Anthroposophie?
- Und andere Fragen die Teilnehmer diesbezüglich weiter stellen möchten...
Diese Aufzeichnung enthält Dokumentation zur Vorbereitung dieses Treffens und anschließend einen Bericht vom Gespräch selbst.

Judith von Halle wurde 1972 in Berlin geboren. Sie studierte Architektur und hat als Architektin gearbeitet. Bereits als Kind fühlte sie sich besonders mit Christus verbunden. Sie lernte die Anthroposophie im Jahre 1997 kennen und trat in Dienst der Deutschen Anthroposophischen Gesellschaft. Dort war sie bis 2005 teilzeitbeschäftigt. Von 2001 bis 2003 hielt sie im Rudolf Steiner Haus in Berlin Vorträge über das esoterische Judentum und die Apokalypse von Johannes.
In der Passionszeit von 2004 traten bei ihr die Wundmale Christi auf. Seit diesem Ereignis kann sie nur Trinkwasser zu sich nehmen. Sie hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihre Bücher sind erwähnt im Anhang dieser Aufzeichnung.

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Zum ganzen, umfangreichen Text von Rob Steinbuch
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Bildekräfte

Bildekräfte sind strukturelle Grundprozesse der Natur wie Aufnahme, Adaption, Zerlegung, Zerstörung, Neuorganisation, Wachstum, Ausscheidung, Fortpflanzung.

Es sind die Grundkräfte des Lebens, die in Organismen je nach deren Komplexität dementsprechend vielfältig und in sich und untereinander systemisch vernetzt sind ("Ätherleib").

Wir finden sie als beendeter Prozess (Gesteine, Minerale), in relativ schlicht organisierten Naturformen (Pflanzen), als Lebensgrundlage für fühlende (Tiere) und denkende (Menschen) Wesen. Eine Besonderheit beim Menschen ist, dass die strukturellen Grundprozesse nicht nur Grundlage seiner natürlichen Ressourcen sind, sondern sich von früh an und lebenslänglich in einer individuellen Prägung emanzipieren, und damit Lernen ermöglichen. Die Bildekräfte liegen beim Menschen somit an das Körperliche gebunden, aber auch als geistige Potentialität vor.

Der Mensch kann sich daher nicht nur seiner selbst bewusst werden, sondern ständig neue Adaptionsprozesse im Sinne lebenslangen Lernens vornehmen. Die doppelseitigen Lebenskräfte in ihm, die ihn als Wesen erhalten, aber geistig auch ständig neu wandeln lassen, erlauben es auch, dass er die Erfahrung der Überwindung des Dualismus zwischen Gewordenem (Natur) und Werdendem (Ich) machen kann, da die Natur seines Denkens als frei gewordene natürliche Kräfte von ihm ergriffen werden und die Verbindung zu dem Gewordenen, der gebundenen Natur, geschaffen und erfahren werden kann. Es gibt in dieser Hinsicht dann keine Trennung zwischen Natur und Bewusstsein.

Das Denken kann sich aufmachen, den immanenten Quell- und Werdeprozess in sich so zu realisieren, dass dieser dem Menschen bewusst wird, ohne dass er das Bewusstsein verlöre. Damit begibt sich der Mensch auf den Weg, selbst Schaffender und Gestaltender zu werden und wieder Frieden zu finden zwischen den gestaltenden Kräften von Natur und Erde und sich selbst.
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Elsbeth Weymann: Die zweifache Umwendung

In einer weiteren Übersetzung und einem anschließenden erläuternden Kommentar geht Elsbeth Weymann ein auf die Umwendung der Maria von Magdala. Wer Ergänzendes und Erweiterndes zu diesem österlichen Geschehen wissen möchte, den verweisen wir wiederum auf das im Verlag Freies Geistesleben (Urachhaus) erschienenen Buch.

Maria von Magdala erscheint im übersetzten Text am Morgen des Ostertages, in tiefer Trauer, weinend, da sie das Grab leer findet. Folgt man dem Verlauf der Erzählung, so lässt sich ein Prozess erkennen. Er führt über verschiedene Stufen der Wahrnehmung und Begegnung zur Erkenntnis des auferstandenen Christus, wie zu einem Erwachen auf einer anderen Ebene. Während ihrer Worte: "Sie haben meinen Herrn weggetragen," geschieht etwas mit ihr: sie wird umgewendet, in den Bereich hinter ihrem Rücken (V.14)

Dieser rückwärtige Bereich ist vielfach in Darstellungen der Malerei der Wirkungsort der Inspiration. Hierzu ist stimmig die grammatikalische Form des Verbs stréfo an dieser Stelle. Was mit Maria vorgeht, ist ausgedrückt in der "grenzen- Iosen, zeit- Iosen Zeit" (=Aorist) und besagt zudem, dass "an, mit ihr etwas geschieht" (=Passiv)! lm Innern dieser Bewegung nimmt sie neu wahr: die für den Gärtner gehaltene Gestalt des Auferstandenen, des Christus. Aber sie erkennt ihn noch nicht. In dem Augenblick aber, als sie von dem Auferstandenen nur mit einem Wort, mit ihrem Namen "Maria", angesprochen wird, geschieht mit ihr eine zweite Um-Wendung.

Diese zweite Umwendung der Maria ist physisch gesehen - nachdem sie sich gerade schon zu dem Christus hin umgedreht hatte, - ganz unsinnig. Der Text weist also deutlich auf eine nicht äußere Um- Wendung, eine innere Wendung in eine andere Ebene, die sie wie aufwachen lasst für die nun aufleuchtende Erkenntnis: "Rabbuni" - mein Meister (V.16)
.“

Zur Übersetzung..

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Burghard Schildt: Initiative Wirksamkeit und ätherisches Denken

Da ich den folgenden Kommentar nun einmal getippt habe, daher soll er hier auch auftauchen. Er will allein so ein Beitrag sein, den ein jeweiliger Leser, auf seiner ihm gemäßen Spurensuche, als so einen Eindruck erinnern kann, der bei Unterscheidungsbedarf mit hinzugezogen werden könnte.

Michael schrieb: "Die Gespräche stoßen kaum durch auf eine neue gemeinsame Ebene, von der aus auch eine Wirksamkeit in Initiativen hinein möglich wäre." Sein obiger "Aufruf" ist damit einer seiner Versuche, weitere Gewichte noch anderer Kommentatoren den Beiträgen der "Stammmannschaft" dafür beizugeben, dass eine Gewichtung, hin auf ein initiatives Wirken, so in Erscheinung treten kann, dass er sich dessen gewiss ist, nicht auf einer von den Waage zu stehen, die bloß das Eigengewicht, ohne das eigentlich dazugehörige Gegengewicht, in den Blick heben.

In meinem Kommentar zu seinem Post „Gut gebrüllt &gebloggt“, umschrieb ich das Gegengewicht mit dem Wort „Ideal“. Das „Ideal“ ist getragen von derjenigen „Instanz“, die es aus sich selbst, in sich selbst, ausgebildet hat. Träger und Ideal zusammengeschaut, erscheint die sich selbst tragende Initiativkraft. Mithin, eine jede Initiative beinhaltet in sich diejenige Kraft, die aus sich selbst im Anfang schafft.

Da hier, bei Michael im Blog, vorrangiges in Worten gegeben ist, dadurch stellt sich die Frage, in welcher Form denn, zudem hier im Hinblick auf initiative Wirksamkeit, weitere Worte ihre Ausgestaltung eigentlich finden wollen. Und das, weiterhin im Hinblick darauf, dass besagte Formen von derjenigen Kraft herstammen, die im Anfang schafft. Und, da es sich in jedem Anfang um Werdeprozesse dreht, also Lebensvorgänge, daher ist es Lebenskraft, die Leben so zu formen vermag, dass dabei das Leben selbst es ist, das sich selber Form gibt. Die, hier zur Frage erhobene Lebenskraft, wird im anthroposophischen Kontext mit dem Wort „Äther“ benannt. Da eine jegliche ätherische Wirksamkeit zugleich gestaltformender Denkwille ist, daher ist das Erscheinen des Lebens im Ätherischen, als ein Erscheinen in lebendig bedachter Gedankengestalt, möglich. Als so eine Gestaltungsmöglichkeit, die aus dem Willen entspringt, der sich dafür hingibt, dass sich Anderes in ihm so ausleben kann, das es, indem es sich auslebt, zugleich „initiative Wirksamkeit“ entfacht.

Weiterhin im anthroposophischen Kontext, aber in einer rein philosophischen Gedankengestalt, liegt vor die „Philosophie der Freiheit“ von Rudolf Steiner. Von ihr sagt Steiner, dem Sinne nach: Es ist nicht sonderlich ausschlaggebend, was in dem Buche steht, ausschlaggebend im Besonderen ist vielmehr, das erstmalig mit ihr selbstständiges Denken in der Welt ist.

Vorheriges mitbedenkend ergibt sich das Folgende: Die Philosophie der Freiheit ist eine sich selbst tragende Gedankengestalt aus demjenigen Willen, der sich dafür hingibt, das Anderes, durch Steiner im Besonderen das freie Geistesleben, sich seiner Natur gemäß ausgestalten kann als „eine“ der Erscheinungsweisen des Lebens im Ätherischen.

Wer also eine weitere initiative Wirksamkeit mit Anderen im Lebensstrom entfachen will, der kommt nicht umhin, solche Gedankengänge mit weiteren Mitdenkern zu denken, die in ihrem Gedankenfluss immerwährend aus so einer Gegenseitigkeit heraus organisiert sein wollen, in der die Erwägungen der Instanz sich darleben. Dafür darleben, dass der Erwäger, durch eine jegliche Gedankengestaltung eines Mitarbeiters hindurch, sich stets in einem, seinem Werdeprozess empfindet. So empfindet, dass mehr und zunehmend mehr es die seinem Wesen gemäßen Gedankenlebewesen sind, die ein jegliches Tun im Besonderen durchwalten. So, wie Goethe das bereits sagte: Das Besondere ist das Allgemeine. Oder, anders gesagt: Das im Besonderen wirksame und dadurch das All einigende Wesen ist die Sonne.

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A.H. Almaas, ein moderner Mystiker

Eine eigene Seite mit gesammelten, bislang bei den Egoisten erschienen Hinweisen, Links und Aufsätzen zu A. H. Almaas ist nun frisch eingerichtet worden, um den eventuell interessierten die Suche zu erleichtern, denn die Aufsätze und Blogbeiträge sind von beiden Seiten der „Egoisten“ zusammen gezogen und aufgelistet worden.
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