Muschelmund

Am Muschelmund der Worte
durch die Nacht,
gewartet und gewacht,
ob eines ihr entspringen
wollte, der Unnahbaren, doch
ihr Mund blieb stumm.
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Georg Kühlewind: Die Denkbremse

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Bei Madame Blavatsky

"Eines Abends, als das Gespräch unpersönlich und allgemein war, saß ich da und starrte durch die Schiebetür in das matt erleuchtete Esszimmer nebenan. Ich bemerkte ein seltsames rotes Licht, das auf ein Bild fiel, und stand auf, um nachzusehen, woher das rote Licht kam. Es war das Bildnis des einen Inders, und als ich näher kam, verschwand es langsam. Als ich an meinen Platz zurückkehrte, fragte Madame Blavatsky: "Was haben Sie gesehen?" - "Ein Bild", antwortete ich. "Sagen Sie ihm, es soll weggehen." - "Es ist bereits fort." - "Um so besser", sagte sie; "ich fürchtete schon, dass ein Medium dahinter steckt, aber es war nur Hellseherei." - "Was ist der Unterschied?" - "Wäre es ein Medium gewesen, so wäre es trotz Ihnen geblieben. Hüten Sie sich vor der Wirkung eines Mediums; es ist eine Art Wahnsinn; ich weiß es, weil ich es am eigenen Leib verspürt habe.""

William Butler Yeats, Autobiographien, Leipzig 1984
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Was übrig blieb

Er überlegte, alles, was er zu sein glaubte, zu werden erhoffte, oder in seiner Erinnerung gewesen war, an diesem Tag probeweise abzulegen, nur um sehen, was übrig blieb. Ein Häufchen Kleider hier und da, ein Buch mit Fotografien, Gerüche von Orten, die wie Schemen an ihm vorüber zogen, ein Regal voller Bücher, einige Zertifikate in einer Schublade, ein Bild seiner Mutter, die ihn voller Stolz und wehmütiger Erwartung anblickte, die Postkarten einer Freundin, die er verlassen hatte in der Hoffnung auf das wahre Leben. Am Ende.legte er den Stolz und die kaum bezwingbare Eitelkeit ab, den rasenden Willen, das und der zu sein, blickte auf die Landschaft um sich, die mit vielen Stimmen sprach, die er noch nie vernommen hatte, und war endlich still.
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Edith Maryons Meditationsweg

Trotz einiger Ungereimtheiten in ihrer Vorgeschichte - vor dem Eintritt in die Anthroposophische Gesellschaft 1912- und ihrer offensichtlichen aktiven Tätigkeit in obskuren esoterischen Gruppierungen, hat Edith Maryon schon 1913 in Briefen an den verehrten lieben Lehrer (so drückte sie sich aus) bodenständige und weitgehende esoterische Erfahrungen dokumentiert. Sie war offenbar vorher von Rudolf Steiner ermahnt worden (in der Strenge, die er gerade ihr gegenüber an den Tag legte) und versicherte ihm, "diese Übungen besonders gern" zu machen und zu versuchen, "so viel als möglich in sie hineinzulegen, wenn auch nie genug". Sie beschreibt ihre damalige, anfängliche meditative Arbeit so:

"1. Ich fühle Wärme in der Region des Herzens, welche durch die Arme und herunterfließt - ist das Kundalinifeuer? Wie kann es dirigiert werden?
2. Es gibt alle möglichen sonderbaren Erfahrungen mit der Lotosblume der Augen; wie kann man die Ströme, die von ihr ausgehen, so dirigieren, dass sie in Verbindung mit geistigen Wesenheiten kommen? Ich sehe jetzt oft auf den Bergen etwas, was ich für mein "höheres Selbst" halte (...).
3. Dann fühle ich, wie wenn etwas vor meinem Gesicht und meiner Brust Gestalt annimmt, wie eine Art Organ: Ich fühle und sehe dann in gewissem Sinne alle möglichen Röhren, von denen eine um meinen Kopf herum gelegen ist und meine Kehle und meine Ohren verbindet; meine Kehle scheint sich auszudehnen und es scheint etwas in ihr aufzusteigen." (In GA 263/1, 18f)

Die von ihr geschilderten, nach einem Jahr esoterischer Schulung auftretenden Erfahrungsfelder zeigen plastisch, dass sie nicht nur die heute relevanten Lotosblumen in deutlicher Aktivität verfolgt, sondern bereits an einem voll bewussten ätherischen Gestaltaufbau tätig ist, der dann unmittelbar zum geistigen Wahrnehmungsorgan heran gereift sein müsste. Man kann nur Respekt haben vor dieser so bescheiden geschilderten, mit energischen Schritten begangenen Schulung. 
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Die Info3- Foren sind online!

Das habe ich schon lange vermisst, jetzt ist es da: Ein professionelles, umfassendes anthroposophisches Forum, organisiert und bereit gestellt vom Info3- Magazin. Sowohl Praxisfelder, als auch Schulungsthemen, Kooperationen, Grundlagen und "Szene" sind als Themen bislang aufgeschaltet, aber eine denkbare Erweiterung in alle möglichen Richtungen sind sicherlich möglich, wenn das Bedürfnis danach besteht. Die Einengungen durch technische Bedingungen, wie sie z.B. in Blogs bestehen, können durch ein solches System überwunden werden. Das wird die Diskussion sicher in breitere Themenbereiche führen. Ich wünsche dieser Innovation viel Akzeptanz und denke, das das ein notwendiger und wichtiger Schritt ist, um dem Wunsch nach Austausch und Kommunikation zu entsprechen, der seit Jahren deutlich wird.
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Kopf hoch, Judith!


Doch es ist stets Christus selbst, der Sie ganz persönlich in Liebe anspricht, wenn Sie
sich mit diesem Stigmatisations-Ereignis auseinandersetzen, das innerhalb der
Anthroposophischen Gesellschaft aufgetreten ist, indem Er durch Seine Gnade, durch die
Lenkung und Stützung Ihres Karmas, Sie selbst zu Zeugen werden lässt von Seinem Gang
durch die Erdenwelt, von Seiner Authentizität, von Seiner Allgegenwart.“ (Judith von Halle)
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