Abgesang auf den Politiker (wie man so sagt) Berlusconi
Requiem heißt der kleine Beitrag, der sich natürlich nicht auf den Menschen beziehen soll, sondern auf den Politiker. "Wie man so sagt"- denn Politik trieb Berlusconi eigentlich nicht- was ihn selbst aber angetrieben haben mag, umkreist der kleine Artikel bei den Egoisten. Anlass, sich an diesen Herrn zu erinnern, der politisch inzwischen zu einem Mehlwurm geworden ist, war die kleine Affäre Wulff. Es gibt viele Fische in diesem Teich, und im Vergleich zu Wulff müsste Berlusconi wohl die Rolle eines eigentlich ausgestorbenen (ca 280 Millionen Jahre) Meeres- Sauriers einnehmen. Aber immerhin, auch wenn unser Requiem vorsintflutlich erscheinen mag, ist es doch mit steter, treuer Wut geschrieben.
Egoistische Kommentare
"The Challenge of Rudolf Steiner"- Trailer
Wed, Feb 22 2012 11:44
| Video, Rudolf Steiner
| Permalink
Theosophische Knüttelverse: Kamaloka
Mon, Feb 20 2012 11:42
| Permalink
Kamaloka heißt
Des Theosophen
Nachtodlicher
Höllenofen.
Als Werdender ist er
Bestrebt, dass er es
Lebend schon
Erlebt.
So gründet er
Gesellschaft,
Zweige,
Lehrerseminare..
Dort kriegt sich
Theosoph mit
Theosophen in
Die Haare.
Furien
Sun, Feb 19 2012 11:23
| Permalink
Das ist das Karma der Mediengesellschaft, dass der, der die Medien benutzt, später von ihnen gejagt wird. Das aktuellste Beispiel ist der ehemalige Bundespräsident Wulff, der in kaltem Kalkül bestimmte Massenmedien instrumentalisierte, der aber dann, als er sein Amt nicht wirklich auszufüllen vermochte, bemerken musste, wie sich dieselben Medien gegen ihn wandten und ihn faktisch verschlangen. Ja, es sind die antiken Furien, die uns heute als technologische Inkorporationen begegnen: "Die Erinnyen waren grausame Kreaturen mit schreckelichen Eigenschaften. Sie hatten heissen Atem und giftiges Blut tropte aus ihren Augen. Ihre Köpfe waren mit Schlangen geringelt." (Quelle)
Wir sind alle von ihnen infiziert. Ich selber schaue auch jede halbe Stunde auf mein Smartphone, ob irgend eine Nachricht auf irgend einem Kanal für mich eingegangen ist. Ich trage meine Furie in der Westentasche mit mir herum.
Rudolf Steiner meinte in der Esoterischen Schule um 1908 visionär, in einem späteren planetarischen Zustand würden die technischen Geräte, die wir schufen, uns wie feindliche Dämonen begegnen- quasi wie eine uns umgebende Natur. Aber bösartig und gefährlich war auch die heutige Natur für die frühen Menschen, ehe sie sie domestiziert und in einen Zoo gesteckt hatten. Heute haben wir eher Sorge vor einer Sub-Natur in Form von Bakterien, Eiweißverklumpungen und Viren. Es besteht also Hoffnung. Jedes Zeitalter hat wohl seine Furien.
Anthroposophische Wirkungen- Comic
Fri, Feb 17 2012 09:50
| Permalink
Sülzender Abgang
Fri, Feb 17 2012 11:56
| Permalink
![]() |
| Bildschirmfoto vor der Rücktrittserklärung im TV |
Selbst Wulffs Affären hatten ja nicht einmal Format. Ob Carsten und Veronika in Zukunft noch zum Scrabble- Abend kommen? Ob in Zukunft noch jemand Urlaub, Handykosten und Leasinggebühren übernimmt? Piefig die Gründe für einen Abgang, aber ein Glück, dass wir dieses Elend nicht wie in den letzten 10 Wochen Abend für Abend in den Nachrichten besichtigen müssen.
Empfindlichkeiten
Thu, Feb 16 2012 01:58
| Rudolf Steiner
| Permalink
"Du empfindest um so zarter, je weniger du empfindlich bist."
Rudolf Steiner, Exegesen zu "Licht auf dem Weg" von Mabel Collins, GA 245, S. 137
Rudolf Steiner, Exegesen zu "Licht auf dem Weg" von Mabel Collins, GA 245, S. 137
Maria Thun verstorben
Wed, Feb 15 2012 02:49
| Permalink
![]() |
| Foto: AstroWiki |
"Maria Thun wuchs in der Nähe von Marburg auf einem Bauernhof auf. Während des 2. Weltkrieges war sie als Krankenschwester in der Krankenpflege tätig. Sie heiratete den Maler und Anthroposophen Walter Thun, Kunstlehrer an einer Waldorfschule, den sie während des Krieges kennengelernt hatte. Durch ihn kam sie bereits Anfang der 40er Jahre mit der biologisch-dynamischen Bewegung Thüringens in Kontakt. Immer schon eine hingebungsvolle Gärtnerin, wurde sie durch Rudolf Steiners Anthroposophie angeregt, ihre Pflanzen genauer zu beobachten. (..) Die erste Veröffentlichung dazu erschien als Aussaatkalender für 1963."
Diesen Aussaatkalender gibt es bis heute. Während Maria Thun ganz im Rahmen der biologisch- dynamischen Landwirtschaft gearbeitet und ihre Aussagen nicht oder nur bedingt mit traditionellen astrologischen Vorstellungen korrelierten, gab es manchmal exotische Nachfolger, die ihre Aussagen z.B. mit Steiners Temperamentenlehre verbinden wollten und dadurch seltsame Schlussfolgerungen auf günstige Lernzeiten bei Kindern zogen. Kinder sind aber keine Radieschen. Diese Abwege erwiesen sich glücklicherweise als Eintagsfliegen. Eine Auswahl ihrer in viele Sprachen übersetzten Bücher gibt es hier.
Maria Thun hat bis ins hohe Alter hinein Vorträge gehalten- im folgenden ein 2007 in Düsseldorf gehaltener, der im betreffenden Ausschnitt doch auf die von ihr angenommenen Wirkungen von planetarischen Konstellationen auf die Befindlichkeiten von Menschen ausgeht:
Immer schön den Ball flach halten, Andrew
Mon, Feb 13 2012 10:34
| Permalink
Im folgenden Video braucht der King of EnlightenNext, Andrew Cohen, etwa 6 Minuten, um der Aussage Rupert Sheldrakes, das Universum sei ein vollendetes Bewusstsein und brauche den Menschen zur Vollendung, der aber selbst noch nicht sehr weit gekommen sei, zuzustimmen. Er streckt diese Zustimmung durch allerlei Gebrabbel und einige unmotivierte Lacher (sein Hahahah erinnert mich an Baghwan/ Osho und seine ellenlangen Ansprachen, Gotthabihnselig), sagt aber inhaltlich rein gar nichts aus. Viel Gerede über Bewusstsein, keinerlei Idee, keinerlei Reflexion, keinerlei Perspektive außer der von Sheldrake vorgegebenen. Ach herrje, wenn der Drink so dünn ist, möchte man ihn für Waschwasser halten. Aber in der Huffington Post nennt sich das Waschwasser "Evolutionary Mysticism for Living in an Infinite Universe". Das ist Promotion.
"The universe is not a static, dead, place where nothing is happening. It's inherently creative. And that means that new and extraordinary things are happening all the time." Stimmt, Andrew. Irgendwie ist immer was los. Selbst in Syrien.
"The universe is not a static, dead, place where nothing is happening. It's inherently creative. And that means that new and extraordinary things are happening all the time." Stimmt, Andrew. Irgendwie ist immer was los. Selbst in Syrien.
Die anthroposophische Hölle Teil 1 - Comic
Mon, Feb 13 2012 06:18
| Permalink
Sternennacht
Theosophische Knüttelverse: Eine Erleuchtung.
Sat, Feb 11 2012 12:41
| Permalink
Sieben kleine Kugelblitze
Spielten Skat und rissen Witze.
Kommt, sagt einer, ach wir schenken
Dem Theosophen was zu denken.
Wollten ihn als Mensch erfreu´n
Und ihm Zander in sein Denkwerk streun.
Der Theosoph hat´s ihnen nicht gedankt:
Verlor sogleich den Rest Verstand.
Peter Sellars über die katalytische Kraft traditioneller Kambodschanischer Tempelmusik
Sat, Feb 11 2012 12:21
| Permalink
Regrets of the Dying
Fri, Feb 10 2012 09:39
| Permalink
Die Frage ist ja die, ob man leicht gehen kann. Ich meine nicht die Luftikusse; ich meine die, die schon mit schweren Füßen gingen, die ihr Feld beackert haben, die Bäume gepflanzt und leider auch gefällt haben. Die mit den Schnitzspuren im Gesicht, die einen Turm errichtet und abgerissen und wieder aufgebaut haben, die dem Wind trotzten statt ihm auszuweichen und die ihre Hände in Schuld wuschen.
Was bleibt mir was habe ich was habe ich verpasst?
Am Morgen sitzen fünf Teufel auf unserer Bettkante, wenn wir gerade erwachen, wenn wir wie gewohnt die Augen öffnen, um uns kurz zu vergewissern, ob der Körper unschöne Signale von sich gibt, ob die rechte Schulter knackt, ob es in den Gedärmen fuhrwerkt. Es sind die Sorgen, zu sehr nach den Erwartungen Anderer gelebt, zu viel gearbeitet, sich selbst nicht adäquat ausgedrückt, sich selbst unglücklich gemacht und sich nicht um die Freundschaften gekümmert zu haben. Die Dinge sind vor uns vorüber gezogen, ein kurzer Film. Wie oft waren wir nicht präsent, wie oft haben wir uns mit unserem Dünkel und unseren spießigen Erwartungen selbst gehindert, wie haben wir uns verstrickt in etwas, in das wir hinein gewachsen sind, mit dem wir verbacken waren und was jetzt alles abfällt und verschwindet. Wie viel Zeit und wie viel Kraft haben wir verschwendet- an was? Wir befanden uns in stetem Galopp, mit Scheuklappen. Jetzt sieht es aus, als wären wir auf der Stelle gerannt, ohne uns zu bewegen.
Die Frage ist ja, ob man leicht gehen kann. Wir stehen da, mit etwas Luft in der Hand. Man sollte nicht denken, wie schwer die wiegen kann, so schwer wie das Hätte und Würde und Werde und Möchte, dem wir gefolgt sind. Wir haben nach vorne und nach hinten gelebt, aber selten dort, wo wir uns befanden. Wir haben die Hände in Blut gewaschen und dem Wind doch nicht widerstanden.
Nun sind die Türme versunken, die Furchen, die wir zogen, glätten sich und wir werden, langsam, leicht wie eine Feder. Wir legen unsere Träume in die Hände eines Anderen. Der Horizont liegt weit und klar. Die Fahnen stehen stramm im Wind. Die Glocke läutet wie zum Abschied, wenn der Zug auf seinen Gleisen stampfend ostwärts fährt. Nun wird es Zeit zu gehen.
(Eine kalligraphische Ergänzung zur Website Regrets of the Dying.)
Zum Tod von Wilfried Heidt
Tue, Feb 7 2012 08:58
| Anthroposophie
| Permalink
![]() |
| Foto: Schata via Stiftung Media |
Mitte der 70er war Achberg ein enormer Anziehungspunkt für eine (auch) anthroposophische, sehr bewegte Jugendbewegung. Während später die Diskussionen der Achberger Denker zunehmend verkopften, ging ein Teil der Diskussionspartner in politische Wirkungsfelder, vor allem in Richtung zur Gründung der Grünen Partei.
Auf Wilfried Heidts Homepage finden sich dazu noch Plakate und Flyer. Aber auch viele heute tätige Anthroposophen haben in den heftigen Diskussionen und im lebendigen Umfeld von Achberg - etwa bei Peter Schilinski- einen für ihre Arbeit und ihr Leben wichtigen Impuls bekommen. In der lebendigen Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit war die eigentliche Anthroposophische Gesellschaft in ihrer manchmal verklemmten Rechthaberei und gelegentlich obskuren Esoterik kein geeigneter Anlaufpunkt. Eine Identifikationsfigur haben viele in Heidt gefunden. So hat sich eine Fülle von Initiativen aus seinem Achberger Kreis und durch seine diskussionsfreudige Art ergeben. Auch Wilfried Heidt ist mitten aus dem Wirken und aus laufenden Impulsen heraus gerissen worden.
Persönlich möchte ich anmerken, dass das Achberger Umfeld auch für mich eine erste, aber wichtige Anlaufstelle in Sachen Anthroposophie gewesen ist, so um 1975 herum. Wir hatten ein paar Tage in der Nähe des Goetheanums wild gecampt und waren nächtens von einem erbosten Schweizer Bauern mit der Mistgabel in der Hand vertrieben worden. Wir fuhren zu Peter Schilinski, der in einer innigen, aber gespannten Beziehung zu Heidt stand. In Schilinksi dörflicher Kneipe hauste eine wilde Truppe in kommunen- ähnlicher Atmosphäre; man konnte einfach kommen und dort wohnen. Abends lud Schilinski zu Diskussionen ein, deren Ende völlig offen war. Es war ein kleinerer Kreis von vielleicht 10 oder 12 jungen Leuten. Es gab Töpferkurse bei einer hellsichtigen Freundin Schilinskis, die nächtens klassische Konzerte für die Erdgeister arrangierte und bei den Bauern als Hexe verschrieen war, aber das Vieh heilen durfte. Im Kulturhaus Achberg war ein stetiger Besucherstrom zu beobachten, der in heftige politische und wirtschaftliche Diskussionen verstrickt war. Mir war das damals etwas zu viel, da ich von "Dreigliederung des sozialen Organismusses" so wenig verstand wie von den Intentionen des Herrn Joseph Beuys. Aber es war herrlich lebendig, verrückt und offen.Eine umfassende Würdigung der Arbeit von Wilfried Heidt ist bei Themen der Zeit erschienen. Ein erster "offizieller" Nachruf von Gerhard Schuster steht auf der Website von Heidt bereit.
Ruth Bamberg/ Flowerpornoes
Sun, Feb 5 2012 01:25
| Permalink
Ruth hat dieses MusikVideo erstellt. Die Band heißt Flowerpornoes.
Nichts davon
Vielleicht bist du herum gesprungen wie ein junger Bock und hast dein Revier markiert. Du bist es wieder und wieder abgeschritten. Du hast es mit der Kraft des Horns verteidigt. Aber dir gehörte nichts davon. Himmel, Luft und Licht sind ganz an jedermann vergeben, und dieser Grund, der ist es auch.
Vielleicht hast du gefressen und vertilgt - eine Larve- , das ganze Grün, die Bäume, Büsche und das Gras. Du hast dich eingesponnen in das Land, so weit und breit es ist, hast dich verpuppt, verwandelt, bist entschlüpft. Aber dir gehörte nichts davon. Du hast es gefressen, du hast es verdaut, aber du hast es nie besessen.
Du hast gelesen und gelernt, seitdem du denken kannst. Du hast dir eine Weltanschauung aufgebaut, die alle Himmelsrichtungen umfasst. Du hast gelernt, das Wort zu spitzen und mit kleinen Tassen aus dem Grund zu schöpfen, der nicht versiegt. Man kann daraus ein Kartenhaus errichten oder einen Steuerberatervorstadtsäulenpalast in italienischem Stil. Darauf kommt es nicht an. Du kannst dir einen Bunker bauen, wenn du willst, zwölf Meter unter den grasenden Kühen. Aber dennoch, dir gehört nichts davon.
Du stehst im Fluss und schaust den fliegenden Fischen zu, die silbern schillernd knapp über dem Meeresspiegel gleiten. Du stehst mitten darinnen und weißt doch, dir gehört nichts davon.
Warum wir Gurus brauchen
Eckhart Tolle: Alchemist
Mon, Jan 30 2012 04:18
| Meditation, Zen, Eckhart Tolle
| Permalink
"Werde zu einem Alchemisten. Wandle niederes Metall in Gold, Leiden in Bewusstsein, Unglück in Erleuchtung um."
Eckhart Tolle: Jetzt! Bielefeld 2006, S. 225
Eckhart Tolle: Jetzt! Bielefeld 2006, S. 225
2 Fishes, finding each other
Mon, Jan 30 2012 02:07
| Permalink
Die "Reglosigkeit" bei Sri Aurobindo
Sat, Jan 28 2012 04:01
| Meditation, Zen
| Permalink
Ja, nach der "Unbewegtheit" Scaligeros und der "Unbewegtheit in der Leere" von Kühlewind kommen wir jetzt zu Sri Aurobindo bzw. zu dessen genialem und berühmtem Interpreten und Biografen Satprem, dessen "Sri Aurobindo oder Das Abenteuer des Bewusstseins" ich tatsächlich seit September 1976 immer wieder lese, und zwar mit Gewinn. Bei Satprem handelt es sich um den Begriff "Reglosigkeit":
"Der Sucher dagegen, der ein gewisses Maß an Reglosigkeit in sich erzeugt hat, wird sehen, dass diese Reglosigkeit die Erschütterungen zunichte macht, weil sie Weite besitzt; weil er nicht mehr ein kleines Einzelwesen ist, das sich vornüber krümmt und zusammen zieht wie mit Leibschmerzen, sondern ein Bewusstsein, das über die Grenzen des Körpers hinaus ragt - das Vitale, in das die Ruhe eingekehrt ist, erfährt wie der schweigende Geist spontan die Verallung:
In der Yoga- Erfahrung erweitert sich das Bewusstsein in allen Richtungen - in die Umwelt, nach unten, nach oben - und erstreckt sich nach jeder Richtung bis ins Unendliche.
Wenn das Bewusstsein des Yogi die Befreiung erlangt hat, ist es nicht der Körper, in dem er lebt, sondern immer diese unendliche Höhe, Tiefe und Weite. Die Grundlage ist ein unendliches Leersein oder Schweigen, aber alles kann sich darin offenbaren - Friede, Freiheit, Macht, Licht, Erkenntnis, Freude- Ananda. (Sri Aurobindo, Letters on Yoga II) Sobald ein Leid auftritt, von welcher Art es auch sei, ist es augenblicklich das Zeichen einer Verengung des Wesens und eines Verlustes an Bewusstsein. (...)
In der praktischen Durchführung ist es so, dass die große Barmherzigkeit von oben stets über uns wacht, um uns daran zu hindern, zu jenen Erfahrungen zu gelangen, für die wir nicht reif sind; wer weiss, wir sind vielleicht nur so lange klein und beschränkt, wie wir es nötig haben, klein und beschränkt zu sein."
"Verallung" ist ein vielleicht etwas blumiger Begriff, der aber das Gefühl der inneren Weite schön beschreibt. Die Ebene des "Vitalen" darf man ohne Abstriche mit dem "Ätherischen" identifizieren, wenn man möchte. Die innere "Barmherzigkeit von oben" ist das Gefühl, ab einem bestimmten Stadium des Schulungsweges begleitet zu werden. Man bemerkt etwas wie eine didaktische Führung, die zwar eine innere, selbstbestimmte Führung ist, aber doch etwas, was wir uns nicht ausdenken, sondern was uns eben zum richtigen Zeitpunkt das Richtige abfordert. Es ist kein Rat von außen notwendig, auch keine Abhängigkeit von einem bestimmten Schulungsweg oder einer Kultur; die Schritte ergeben sich von innen heraus. Die Entdeckung dieses Autodidaktischen ist ein großer Schritt in Richtung Autonomie und absolut notwendig. Im Grunde ist ab diesem Punkt auch der Begriff der "Schulung" obsolet. Passender wäre vielleicht "organisches Wachstum", wobei Innen und Außen, Individualität und Schicksal letztlich immer weniger geschieden sind.
"Der Sucher dagegen, der ein gewisses Maß an Reglosigkeit in sich erzeugt hat, wird sehen, dass diese Reglosigkeit die Erschütterungen zunichte macht, weil sie Weite besitzt; weil er nicht mehr ein kleines Einzelwesen ist, das sich vornüber krümmt und zusammen zieht wie mit Leibschmerzen, sondern ein Bewusstsein, das über die Grenzen des Körpers hinaus ragt - das Vitale, in das die Ruhe eingekehrt ist, erfährt wie der schweigende Geist spontan die Verallung:
In der Yoga- Erfahrung erweitert sich das Bewusstsein in allen Richtungen - in die Umwelt, nach unten, nach oben - und erstreckt sich nach jeder Richtung bis ins Unendliche.
Wenn das Bewusstsein des Yogi die Befreiung erlangt hat, ist es nicht der Körper, in dem er lebt, sondern immer diese unendliche Höhe, Tiefe und Weite. Die Grundlage ist ein unendliches Leersein oder Schweigen, aber alles kann sich darin offenbaren - Friede, Freiheit, Macht, Licht, Erkenntnis, Freude- Ananda. (Sri Aurobindo, Letters on Yoga II) Sobald ein Leid auftritt, von welcher Art es auch sei, ist es augenblicklich das Zeichen einer Verengung des Wesens und eines Verlustes an Bewusstsein. (...)
In der praktischen Durchführung ist es so, dass die große Barmherzigkeit von oben stets über uns wacht, um uns daran zu hindern, zu jenen Erfahrungen zu gelangen, für die wir nicht reif sind; wer weiss, wir sind vielleicht nur so lange klein und beschränkt, wie wir es nötig haben, klein und beschränkt zu sein."
"Verallung" ist ein vielleicht etwas blumiger Begriff, der aber das Gefühl der inneren Weite schön beschreibt. Die Ebene des "Vitalen" darf man ohne Abstriche mit dem "Ätherischen" identifizieren, wenn man möchte. Die innere "Barmherzigkeit von oben" ist das Gefühl, ab einem bestimmten Stadium des Schulungsweges begleitet zu werden. Man bemerkt etwas wie eine didaktische Führung, die zwar eine innere, selbstbestimmte Führung ist, aber doch etwas, was wir uns nicht ausdenken, sondern was uns eben zum richtigen Zeitpunkt das Richtige abfordert. Es ist kein Rat von außen notwendig, auch keine Abhängigkeit von einem bestimmten Schulungsweg oder einer Kultur; die Schritte ergeben sich von innen heraus. Die Entdeckung dieses Autodidaktischen ist ein großer Schritt in Richtung Autonomie und absolut notwendig. Im Grunde ist ab diesem Punkt auch der Begriff der "Schulung" obsolet. Passender wäre vielleicht "organisches Wachstum", wobei Innen und Außen, Individualität und Schicksal letztlich immer weniger geschieden sind.
Warum man diese Bücherregale nie aufgeräumt bekommt
Peter Selg zur "geisteswissenschaftlichen" Methodik
Wed, Jan 25 2012 01:02
| Permalink
"Doch die in sich bewegliche und variable spirituelle Welt, deren genaue Erkenntnis Ziel bzw. Inhalt der anthroposophischen Geisteswissenschaft war, setzte dem Wunsch nach präziser und definitiver Darstellbarkeit in nicht nur sprachlicher Hinsicht Grenzen- so betonte Steiner selbst wiederholt, dass die Erkenntnisse immer weiter zu gehen haben, dass sie keine Grenze haben, dass die Dinge so kompliziert sind, dass, wenn wir einen Gesichtspunkt erfasst zu haben glauben, wir gleich genötigt sind, zu einem anderen überzugehen, der uns die Sache wieder von einer anderen Seite beleuchtet erscheinen lässt (121, 105).
Er verneinte damit in diesem Sinne denn auch die Möglichkeit einer formal widerspruchsfreien Darstellung des in geistiger Anschauung Gewonnenen und sah sich genötigt, die beschreibende Charakterisierung anstelle der gültigen Definition zu setzen, die Annäherung aus verschiedenen Bedeutungsrichtungen einer monoperspektivischen Orientierung vorzuziehen, die - als eine bestimmte und damit festgelegte- immer nur in einer von der Totalität des geistig Wirklichen reduzierenden Abstraktion erreicht werden kann.
Dennoch blieb die möglichste Genauigkeit, die höchste Präzision Ziel einer Geisteswissenschaft, die sich selbst als eine zu entwickelnde verstand- Entwicklung und Ausbildung einer spirituellen Forschungsart, die zu immer konkreteren Ergebnissen zu kommen suchte: Geisteswissenschaft gleicht dem, was wächst und sich entwickelt (109, 125). Man muss geduldig Stück für Stück verfolgen (98, 138)."
Peter Selg, Vom Logos menschlicher Physis. Die Entfaltung einer anthroposophischen Humanphysiologie im Werk Rudolf Steiners. Band I, Dornach 2000, S. 90
Er verneinte damit in diesem Sinne denn auch die Möglichkeit einer formal widerspruchsfreien Darstellung des in geistiger Anschauung Gewonnenen und sah sich genötigt, die beschreibende Charakterisierung anstelle der gültigen Definition zu setzen, die Annäherung aus verschiedenen Bedeutungsrichtungen einer monoperspektivischen Orientierung vorzuziehen, die - als eine bestimmte und damit festgelegte- immer nur in einer von der Totalität des geistig Wirklichen reduzierenden Abstraktion erreicht werden kann.
Dennoch blieb die möglichste Genauigkeit, die höchste Präzision Ziel einer Geisteswissenschaft, die sich selbst als eine zu entwickelnde verstand- Entwicklung und Ausbildung einer spirituellen Forschungsart, die zu immer konkreteren Ergebnissen zu kommen suchte: Geisteswissenschaft gleicht dem, was wächst und sich entwickelt (109, 125). Man muss geduldig Stück für Stück verfolgen (98, 138)."
Peter Selg, Vom Logos menschlicher Physis. Die Entfaltung einer anthroposophischen Humanphysiologie im Werk Rudolf Steiners. Band I, Dornach 2000, S. 90
Roland Benedikter und Jae-Seung Lee über China
Genau genommen handelt der sehr differenzierte, ja sensible Artikel vom Verhältnis Chinas zu Europa, den USA- und umgekehrt. Es wird, wenn man so will, ein Beziehungsdrama gezeigt, und nebenbei ein Herd der Missverständnisse nach dem anderen aufgerollt. Konkret geht es um das Verhältnis Chinas zur Schuldenkrise in Europa und den USA. Dass China nicht unbedingt in die Bresche springt, die die Finanzkrise den westlichen Staaten und Staatengemeinschaften beschert hat, ist aus deren Sicht auch dadurch begründet, dass man trotz aller wirtschaftlicher Verflechtungen eine gewisse Eigenständigkeit bewahren möchte: "Die heutigen chinesischen Eliten sind überzeugt: Sich mit größeren Finanzspritzen in die westliche Schuldenkrise hinzubegeben, hieße, in eine (weitere) Anpassungs- und Vereinnahmungs-Falle des Westens zu tappen – also sich in ein Feld zu verstricken, wo eine kapitalistische Zukunftsvision das Spiel bestimmt, die nicht die Chinas ist."
China sucht einen eigenen asiatischen Weg und daher auch Verbündete in der Region. Womöglich, nebenbei bemerkt, ergibt such daraus auch eine neue Positionierung gegenüber Birma und -später- auch Nordkorea. Die Zeit der auszubeutenden Vasallenstaaten geht zu Ende und damit eine Politik, die eher dem Kolonialismus ähnelte. Die sich zerfleischenden Europäer und die innenpolitisch gelähmten USA sind so mit sich selbst beschäftigt, dass China im Grunde nur warten muss: "China muss nur stabil bleiben, Kontinuität haben, seinen Weg ruhig weitergehen und noch eine Generation warten, um neben den USA und Europa zur neuen "G-3" Supermacht des 21. Jahrhunderts zu werden – wenn nicht gar zur einzig führenden Weltmacht."
In der Zwischenzeit saugt China das gesamte technologische Know-How des Westens in aller Ruhe auf und liefert im Gegenzug Billigprodukte: "Faktisch kauft China mit seinen Handelsüberschüssen aus den USA, die es großteils für den Export von einfach gestrickten Billigwaren, Handarbeit und Low-Technology erhält, das amerikanische Hochtechnologie-Know-how auf. Es tauscht also über den Umweg seiner bilateralen Handels- und Devisenüberschüsse Billigpuppen für High-Tech, ohne dass die USA das bisher wirklich realisiert haben."
Ob die optimistischen Prognosen, dass China damit langfristig auch politisch Grundsätze des Westens importieren wird, stimmen, steht dahin. Bislang ist davon nicht nur nichts zu sehen, China rüstet stattdessen massiv auf. Es bestehen aber innenpolitisch Widersprüche, die die Stabilität Chinas in Zukunft in Frage stellen könnten: "Die chinesischen Eliten sind ausgezeichnet ausgebildet, besser als die meisten westlichen; und zwischen ihnen und dem Rest der Bürokratie und der Bevölkerung klafft ein viel größerer Abgrund."
Bislang sind die inneren Probleme (außer der galoppierenden Inflation und einer wachsenden Immobilienblase) nicht so drängend, dass die grundsätzliche Positionierung Chinas in Frage gestellt wäre: "Nicht Usurpierung Europas (und des Westens) und seiner Konzeptionen von einer guten Modernisierung ist Chinas Anliegen, nicht "Eroberung" von Sphären - sondern Sicherstellung des eigenen "chinesischen Wegs" in die Moderne, einschliesslich seiner langfristig stabilen Festsetzung in ressourcenstrategisch wichtigen Zonen wie Afrika und Gewinnung der Hochtechnologie-Führung."
Die weiteren, sorgfältig beobachteten und umsichtig formulierten Betrachtungen sind bei "Die Welt" nachzulesen.
China sucht einen eigenen asiatischen Weg und daher auch Verbündete in der Region. Womöglich, nebenbei bemerkt, ergibt such daraus auch eine neue Positionierung gegenüber Birma und -später- auch Nordkorea. Die Zeit der auszubeutenden Vasallenstaaten geht zu Ende und damit eine Politik, die eher dem Kolonialismus ähnelte. Die sich zerfleischenden Europäer und die innenpolitisch gelähmten USA sind so mit sich selbst beschäftigt, dass China im Grunde nur warten muss: "China muss nur stabil bleiben, Kontinuität haben, seinen Weg ruhig weitergehen und noch eine Generation warten, um neben den USA und Europa zur neuen "G-3" Supermacht des 21. Jahrhunderts zu werden – wenn nicht gar zur einzig führenden Weltmacht."
In der Zwischenzeit saugt China das gesamte technologische Know-How des Westens in aller Ruhe auf und liefert im Gegenzug Billigprodukte: "Faktisch kauft China mit seinen Handelsüberschüssen aus den USA, die es großteils für den Export von einfach gestrickten Billigwaren, Handarbeit und Low-Technology erhält, das amerikanische Hochtechnologie-Know-how auf. Es tauscht also über den Umweg seiner bilateralen Handels- und Devisenüberschüsse Billigpuppen für High-Tech, ohne dass die USA das bisher wirklich realisiert haben."
Ob die optimistischen Prognosen, dass China damit langfristig auch politisch Grundsätze des Westens importieren wird, stimmen, steht dahin. Bislang ist davon nicht nur nichts zu sehen, China rüstet stattdessen massiv auf. Es bestehen aber innenpolitisch Widersprüche, die die Stabilität Chinas in Zukunft in Frage stellen könnten: "Die chinesischen Eliten sind ausgezeichnet ausgebildet, besser als die meisten westlichen; und zwischen ihnen und dem Rest der Bürokratie und der Bevölkerung klafft ein viel größerer Abgrund."
Bislang sind die inneren Probleme (außer der galoppierenden Inflation und einer wachsenden Immobilienblase) nicht so drängend, dass die grundsätzliche Positionierung Chinas in Frage gestellt wäre: "Nicht Usurpierung Europas (und des Westens) und seiner Konzeptionen von einer guten Modernisierung ist Chinas Anliegen, nicht "Eroberung" von Sphären - sondern Sicherstellung des eigenen "chinesischen Wegs" in die Moderne, einschliesslich seiner langfristig stabilen Festsetzung in ressourcenstrategisch wichtigen Zonen wie Afrika und Gewinnung der Hochtechnologie-Führung."
Die weiteren, sorgfältig beobachteten und umsichtig formulierten Betrachtungen sind bei "Die Welt" nachzulesen.








