Goetheanum Einzueins: Ein Zimmer in rosenrotem Grundton

Eine Ausstellung mit Bildern von Hannes Weigert in der Schreinerei am Goetheanum.


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Der vertikale Antennenmensch Steiner

In einem Bericht frisch aus dem Vita Design Museum gibt Jens Heisterkamp eine Vorstellung davon, wie der Philosoph Peter Sloterdijk das Phänomen Rudolf Steiner in seinen Worte- und Bilderkanon einbaut. In den Augen Sloterdijks war Steiner jemand, der nicht nur einen heute so notwendigen Willen zur radikalen Veränderung hatte, sondern auch jemand, der ganz auf "Empfang" war und dem das "Empfangene" nicht nur wie ein diffuses Rauschen erschien, sondern der es richtig deuten und in Impulse umsetzen konnte:

"Sloterdijk bezog sich dabei auf den Satz von Robert Musil: „Wir horchen in uns hinein und wissen nicht, welches Meeresrauschen wir hören.“ „Die Sender waren noch nicht genau eingestellt“, erläuterte Sloterdijk. „Gleichzeitig hat bei Steiner ein viel intensiverer Empfang begonnen. Er wirkt wie unter einem Diktat und hört offenbar im Äther einen Auftrag für eine Lebensreform. Hundert Jahre später nach diesem verlorenen 20. Jahrhundert fahren die Menschen wieder ihre Antennen aus und wissen nicht genau, welches Meeresrauschen sie hören. Aber sie hören den neuen absoluten Imperativ: ‚Du musst Dein Leben ändern’. Es geht um den Auftrag eine Lebensreform zu entwickeln, die den Fortbestand der Menschheit auf dem gefährdeten Planeten sichert. Und Steiner ist ein genialer Transmitter für diese Botschaft.“


Unbedingt lesenswert, auch wenn die Bilder, die Sloterdijk von Steiner entwirft (die Analogie zu Empfangsgeräten) für manche Anthroposophen etwas techniklastig wirken werden. Enno Schmidt macht in einem Kommentar auf die Arbeit Walter Kuglers aufmerksam: "ein Verdienst der Nachlassverwaltung und des Steiner Archivs unter weltoffener Regie von Walter Kugler.."

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Ergänzung: Gerade ist ein anschaulicher und genauer Bericht zum Thema von Wolfgang G. Vögele bei "Themen der Zeit" erschienen: "Mehrere hundert Besucher füllten am späten Nachmittag das von der irakischen Architektin Zaha Hadid entworfene Feuerwehrhaus, um zu hören, was Peter Sloterdijk über das „Phänomen Steiner“ zu sagen hat. Auf die Frage von Mateo Kries, was ihn an Steiner reize, erwiderte Sloterdijk, Steiner stehe an einer sehr markanten Stelle der Geschichte, an der das Christentum massiv an Glaubwürdigkeit eingebüßt habe. Damals seien manche zu der Überzeugung gekommen, man müsse die Verhältnisse von Grund auf ändern, nicht im Hinterzimmer eines Lokals eine neue Partei gründen. Als Bilanz des 20. Jahrhunderts müsse man heute sagen: nicht die Revolutionäre, sondern die Lebensreformer haben Recht behalten. Heute sei man eher bereit, in Steiner nicht einen Guru, sondern „ein ganz normales Genie“ zu sehen."
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Goetheanum Einszueins- Fotos von Charlotte Fischer

Ausstellungen, Tagungen, Musik und Teilnehmende wurden von Charlotte Fischer fotografiert. Auf ihrer Foto- Website jeweils auf die Bilder klicken, um Bilder und kurze Erläuterungen zu sehen.

Foto von oben verlinkter Website

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Rudolf Steiner, Erfinder des "Schlumpfhauses"

Der Kurier macht es sich leicht im Verriss der Wiener MAK- Ausstellung, indem er journalistischen Sarkasmus mit typischem Schmäh verbindet und Steiners Werk zur Erfindung des "Schlumpfbaus" deformiert: "Die Ausstellung "Rudolf Steiner - Die Alchemie des Alltags" im Wiener MAK unterschlägt die bedeutendste Spur, die der Begründer der Anthroposophie in der Welt der Architektur hinterlassen hat: Das Schlumpfhaus. Dabei ist die Ähnlichkeit dieses Gebäudes zu dem von Steiner mitentworfenen "Haus Duldeck" frappant. Und bei der Dreistigkeit, mit der die vom Vitra Design Museum konzipierte Schau jedes von der Natur inspirierte Design mit Steiner in Verbindung bringt, hätte sich das Heim von Schlumpfine zumindest einen Ehrenplatz verdient."

Ansonsten wird die Ausstellung als zu wenig kritisch bezeichnet. War sonst noch was? Nein, eine tatsächliche Auseinandersetzung findet nicht statt.

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Liu Bolin: Der unsichtbare Mensch

Fotos von einigen seiner Projekte.

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