Die technologische Materialisierung des Ego

Von dem neuen Spracherkennungs- System SIRI habe ich schon vor ein paar Tagen berichtet. Bislang beschränkt sich dieses System auf das iPhone 4s. SIRI ist u.a. verknüpft mit einigen (auch wissenschaftlichen) Datenbanken, reagiert semantisch auf ganze Sätze und "antwortet" auch so. Nach einigen weiteren Entwicklungsschritten wird mit dieser Technik wahrscheinlich das klassische "Googeln" im Internet passe sein- die verbale, direkte Information ist dem Menschen näher, die Technik ist so "intuitiv", wie man es sich nur denken kann. Noch direkter geht es eigentlich nur, wenn man SIRI unter die Kopfhaut verpflanzen würde. Aber Spaß beiseite, die Sache geht ja weiter. Der verstorbene Chef von Apple hat in seiner Biografie verkünden lassen, dass er endlich den optimalen Fernseher entwickelt habe. Es lässt sich annehmen, dass auch dieser mit Sprache gesteuert werden wird. Noch 2012 sind erste Modelle zu erwarten. Vermutlich wird mich dieser Fernseher beim Betreten der Wohnung begrüssen und nach meinen Wünschen fragen. Ich werde um die aktuellen Nachrichten bitten, die der Fernseher laufend aufzeichnet. Er wird mich fragen, ob ich, bis ich umgezogen bin, wie gewohnt eine Bach- Kantate hören möchte. Und er wird mit rauschendem Stereoklang "Ach wie flüchtig, ach wie nichtig" spielen.

Ja, vermutlich wird es bald so sein. Aber schon heute gilt (DER SPIEGEL Nr 49/5.12.11, "Die fanatischen Vier"): "Das totale Wissen, abrufbar über jeden Internetzugang, ist Alltag geworden, Gewohnheit, Hintergrundrauschen": "Einer Studie der Columbia University zufolge verändern Suchmaschinen wie Google schon heute unser Denken. Unser Gehirn verlernt, sich Dinge zu merken, die wir auch im Internet nachschlagen können. Mit anderen Worten: Wir lagern unser Gedächtnis schon jetzt zum Teil an einen Konzern aus."

Was heißt Gedächtnis? Wir lagern unsere Orientierung auch an Navigationssysteme aus. Wir lagern unsere Selbstdarstellung, unser Ego- Polster an Facebook aus. Wir kommunizieren zunehmend nicht nur durch die neuen technischen Geräte, sondern (siehe SIRI) auch mit ihnen. Und die Geräte - etwa das nagelneue iPhone- sind auch deshalb so kleine Schätze, weil wir in ihnen - in Bildern, Kontakten, Filmen, Terminen, in der Wahl unserer Musik und unserer Apps- ein kleines Stück von uns selbst sehen. Alles, was an uns repräsentiert werden kann, wird technisch ausgelagert und danach von uns vergottet.

So ein iPhone ist nicht einfach ein Gerät, es ist unsere eigene technologische Materialisierung, eine Inkorporation in Spiegelform. Daher- so berichtet DER SPIEGEL- ergeben sich erstaunliche Untersuchungsergebnisse im Hirnscan von iPhone- Besitzern. Man wollte eigentlich wissen, ob die Regionen, die mit Suchtverhalten zusammen hängen, bei der Bedienung unseres iPhones anspringen. Dem war nicht so: "Zu Lindstroms Erstaunen waren jedoch nicht jene Synapsenverbindungen aktiv, die auf zwanghaftes Verhalten hinweisen wie etwa bei Spielsüchtigen. Stattdessen leuchteten Hirnregionen auf, die für Liebe und Zuneigung zuständig sind. Die Gehirne der Probanden reagierten auf das iPhone so wie auf die Präsenz von geliebten Menschen." (dito, S. 74)

Ja und, sagt einer, der neben mir auf der Parkbank sitzt und auf der Tastatur seines Lenovo- Notebooks klappert, das nennt man Outsourcing. Kostet Arbeitsplätze, tut aber nicht weh.
Nein, sage ich und betrachte mir diesen Nerd, tut nicht weh. Aber in diesem Fall outsourcen wir uns selbst. Wir können nur hoffen, dass etwas übrig bleibt.
Egoistische Kommentare (7)

Siri - Die "virtuellen Entitäten" schreiten voran

Seitdem es das neue iPhone 4s von Apple gibt, wird ein neues Spielzeug vielfach erprobt und kommentiert- Siri, das neue Spracherkennungssystem. Im Gegensatz zu den früheren kläglichen Lösungen auf Windows- Basis reagiert dieses System nicht nur auf einzelne Befehle, sondern "versteht" auf semantischer Ebene ganze Sätze und Fragen des Nutzers- und antwortet entweder in Sätzen, oder indem es eine geeignete Reaktion zeigt. Fragt man z.B. nach dem Weg nach X, ruft Siri ein Navigations-App auf, sagt man, dass man dem und dem das und das schreiben möchte, "tippt" Siri das Gesagte in die fertige SMS- Nachricht.
Nun fordert dieses neue Interface - die Möglichkeit, semantisch mit einem Mini- Computer zu kommunizieren - nicht nur den Spieltrieb der Nutzer heraus (auf Deutsch läuft die Sache bisher noch nicht ganz rund), sondern ruft auch die ersten Warner und Mahner auf den Plan.

So den Psychiater Dr. Keith Ablow, der diese Form technischer Interaktion gefährlicher findet als aggressive Computerspiele oder Drogen:
"From my perspective as a psychiatrist, Siri, the iPhone’s virtual assistant, could prove more toxic psychologically than violent video games or some street drugs.
For those who haven’t yet heard of Siri, “she” is the virtual assistant programmed by Apple into the new iPhone 4s. She recognizes many words and requests (though often imperfectly) and is, therefore, able to send emails, put reminders into “her” owner’s schedule, and generate GPS directions. 
Just tell her, “Siri, I want pizza,” and Siri says, in a female voice, “I’m checking your current location . . . I found 13 pizza restaurants. Eight of them are fairly close to you.” She then lists the restaurants on the iPhone screen so you can choose one. With a polite tone, she will apologize if she doesn’t understand your voice, “Ok, I give up . . . could you try it again?”"

Bildquelle s. Link im Text
Das Problem, das der Psychiater anspricht, ist das Verwischen der Grenzen zwischen Apparaten und menschlichen Wesen; der unreflektierte Umgang mit "Quasi-Wesen": "interacting with them as quasi-beings". Die virtuellen Antworten Siris sind so "quasi-menschlich", ja oft witzig und charmant, dass erste Videoclips auf YouTube auftauchen, in denen Sänger mit dem Gerät auf der Bühne interagieren. Die Sorge besteht, dass das Verwischen dieser Grenze dazu führen könnte, dass man auch Menschen "wie Maschinen" ansehen und behandeln könnte: "to treat other people like machines".

Nun muss man dazu sagen, dass dieses Thema - auch ohne Spracherkennung- seit 20 Jahren besprochen wird, seit dem Aufkommen der ersten Personal Computer. Man projiziert unwillkürlich solche quasi- menschlichen Eigenschaften auf scheinbar intelligente Geräte, man personalisiert sie sehr schnell und leicht. Das Interface - die Bedienung- dieser Geräte rückt immer weiter in den menschlichen Alltag hinein. Die Bildoberflächen, die Maus, die Spracherkennung- die Interaktion wird immer "natürlicher". Aber kaum jemand wird ernsthaft die Interaktion mit einer Maschine zum Maßstab für all seine menschlichen Kontakte machen. Dennoch- die "virtuellen Entitäten" bekommen mehr und mehr Eigenleben. Menschen, die in der Öffentlichkeit sprechen, kennt man heute schon. Man erkennt nicht, ob sie gerade Stimmen hören oder vielleicht einen Bluetooth- Knopf im Ohr haben. Nun kann man sich also auch mit seinem Handy unterhalten. Heute wischen die S-Bahnfahrer morgens auf dem Weg zur Arbeit mit den Fingern stumm auf ihren Handhelds- bald werden sie alle reden. Die Welt wird noch ein Stück surrealer.

Apple hat übrigens gerade Stellengesuche ausgeschrieben- ausschließlich Fachleute, um die Spracherkennung weiter voran zu bringen. Bald wird uns unser Telefon beim Aufwachen begrüssen und Guten Appetit wünschen, wenn wir ins Frühstücksbrötchen beissen.

Und so wirkt auch Georg Kühlewind, der gerade ein paar Jahre tot ist, etwas old- fashioned, wenn er konstatiert: "Wo Sprache zu vernehmen ist, dort empfindet, ahnt, sucht der Mensch Wesenheiten, deren Äußerung diese Sprache ist". (Kühlewind, "Weihnachten", Stuttgart 1989) Wir tun das tatsächlich unwillkürlich. Wir können kaum anders, wenn Siri etwas putziges "sagt", uns vorzustellen, dass es eine "sie" ist, die da spricht, nicht ein "es"- wir erwarten einfach ein Personhaftes.


Egoistische Kommentare (6)

New York Times: Wohin schicken US- Technologie-Führer ihre eigenen Kinder? Natürlich auf eine Waldorfschule

Leitende Google- Angestellte, aber auch Konzernführer und Technologie- Management schicken ihre eigenen Kinder gern in eine der 40 Waldorfschulen in Kalifornien- wegen der unmittelbaren menschlichen Kontakte auch zu den Lehrern, aber auch, um sie dort frei von eben der Technologie zu erziehen, die sie in ihrem Berufsleben verkaufen. Eine Trendmeinung: Die Technik ist so leicht zugänglich, dass die Schüler sie sich später ad hoc erobern können- Schule sollte frei davon sein. Die NY Times schreibt:

"The chief technology officer of eBay sends his children to a nine-classroom school here. So do employees of Silicon Valley giants like Google, Apple, Yahoo and Hewlett-Packard. But the school’s chief teaching tools are anything but high-tech: pens and paper, knitting needles and, occasionally, mud. Not a computer to be found. No screens at all. They are not allowed in the classroom, and the school even frowns on their use at home.


Schools nationwide have rushed to supply their classrooms with computers, and many policy makers say it is foolish to do otherwise. But the contrarian point of view can be found at the epicenter of the tech economy, where some parents and educators have a message: computers and schools don’t mix.


This is the Waldorf School of the Peninsula, one of around 160 Waldorf schools in the country that subscribe to a teaching philosophy focused on physical activity and learning through creative, hands-on tasks. Those who endorse this approach say computers inhibit creative thinking, movement, human interaction and attention spans."


Egoistische Kommentare (2)

Remembering


"Remembering that I’ll be dead soon is the most important tool I’ve ever encountered to help me make the big choices in life. Because almost everything—all external expectations, all pride, all fear of embarrassment or failure—these things just fall away in the face of death, leaving only what is truly important. Remembering that you are going to die is the best way I know to avoid the trap of thinking you have something to lose. You are already naked. There is no reason not to follow your heart."

—Steve Jobs, Stanford University commencement address, 2005

Trauer- Startseite von Google

Egoistische Kommentare (8)

Das war wohl nichts, Eckhart!

Eckhart Tolle hat - ich glaube seit Anfang dieses Jahres- seine bisherigen Internetauftritte, in denen er häufig direkt als spiritueller Lehrer öffentlich auf Fragen Einzelner antwortete- umgestellt auf ein kostenpflichtiges Abo- Programm. Einmal im Monat will er die breite Öffentlichkeit aber doch an seinem Wort teilhaben lassen. Man muss sich für das September- Ereignis vorher anmelden, wobei die Frist Wochen lang bestand. Heute also endlich das lange erwartete Live- Ereignis. Das Ergebnis: Server- Zusammenbruch, und zu sehen gibt es gar nichts. Liebe Gurus, liebe Lehrer: wenn schon Schulungen im Internet, dann auch technisch realisieren.

Egoistische Kommentare (135)

Eine Anregung

Man kann diese Diagramme mit Distanz und Befremden registrieren, zumal sie auch die augenblickliche Krise der Anthroposophie reflektieren: Man akzeptiert Anthroposophie, nimmt sie wohl wahr, aber stellt an sie keine Fragen. Das mag der Preis einer gewissen gesellschaftlichen Akzeptanz sein, auch wenn schrille Zwischenstimmen immer wieder das Gegenteil behaupten.

Die Anregung besteht darin, diese Charts gedanklich- meditativ zu verfolgen und darin z.B. die Geschichte der anthroposophischen Bewegung mit zu denken:

Das sanfte, aber stete Anwachsen an öffentlichem Interesse in Steiners letzten Lebensjahren und danach, insgesamt einsetzend überhaupt mit dem Anfang des 1. Weltkrieges. Der Absturz 1935 läßt sich mit der sich zuspitzenden politischen Eskalation erklären, aber auch mit schwersten internen Auseinandersetzungen. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges schnellt das Interesse an Anthroposophie nach oben- sicherlich auch, weil sich Menschen an ihr wärmten, weil sie Trost in ihr fanden. Viele Menschen aus dieser Zeit haben ein tiefes inneres Beziehungsfeld zur Anthroposophie aufgebaut, was man später auch im Gespräch spürte.

Mit dem Einsetzen des Wirtschaftswunders hatte Anthroposophie offenbar weniger zu sagen. Man war beschäftigt mit dem Aufbau einer Wirtschaftsmacht und sicherlich oft getrieben von den Traumata einer kriegerischen Kindheit und Jugend. Ich habe als Kind bei Wirtschaftsmenschen dieser Zeit doch manchmal - Anfang der 60er- einen Steiner- Band im Bücherregal gesehen, mal war es auch die "Chymische Hochzeit". Das gehörte schon zur Bildung der Zeit dazu. Man war kein Steinerianer, aber ein wenig kennen wollte man ihn doch.

Und dann, in den späten 60ern, als die Beats kamen, die Flowers und die (auch mal chemischen) Powers, als Zen im Westen ein und aus ging und Hare- Krishna sich im Vondelpark in Amsterdam in Ekstase tanzte und sang, war auch Anthroposophie wieder ganz da, mehr denn je, 30mal mehr als zu Steiners Lebzeiten. Das ging aber nur ein paar Sommer lang. In dieser Zeit fragten die Leute nach neuen Geschlechts- und Gesellschaftsrollen, aber auch nach sich selbst. Daher war es eine gute Zeit für Fragen, auch für solche an Anthroposophie.

Und dann kamen die unsäglichen 70er. Schlaghosen, aber dafür Flachbauten und Schachteln über Schachteln. Gern in Beton wie das Goetheanum, aber möglichst ohne Bewegung drin.
Was soll man in einer solchen Zeit erwarten. Hier wurden Zahnärzte reich, und Fertigmenüfabrikanten.

Erst Ende der 80er ein kleiner Aufschwung in Sicht, aber der verpufft. Warum? Ich bin damals in hochinteressanten freien anthroposophischen Arbeitsgruppen beteiligt gewesen, in denen sichAnthroposophen, Künstler, Studenten und angehende Politiker befanden. Was da politisch gärte, ging auch stark von Beuys aus und verstand sich als eine Anthroposophie-in-der-Tat. So sind Viele dieser Richtung später zu den Grünen geworden. Die Verbindung zu mancher anthroposophischer Seite riss dann aber schnell ab, weil die AAG damals mindestens so träge war wie heute. Man nahm noch nicht einmal die Kinder von Beuys in die Waldorfschule auf und distanzierte sich intern wie in jedem anderen bürgerlich- verblasenen CDU-Ortsverein. Vielleicht ist wegen dieses Bruchs die eigentlich fällige thematische Welle in dieser Zeit nicht aufgekommen- und in den Jahren danach auch nicht.

Man kann das nur konstatieren, oder auch fragen, wie eine Anthroposophische Gesellschaft denn aussehen müsste, damit sie die Fragen ihrer Zeit aufzugreifen in der Lage wäre. Denn daran mangelt es offenbar.

<Das als eine Forschungsaufgabe>
Egoistische Kommentare (11)

Erwähnung des Themas Anthroposophie in den Büchern der letzten 100 Jahre

In "ngrams" von Google sind die Millionen von Büchern, die Google seit Jahren einscannt, vom Internet aus auszuwerten. Das hat mich interessiert. Ich habe den Begriff Anthroposophie eingegeben, um die Häufigkeit der Erwähnung in Büchern nachzuvollziehen. Dies ist das Ergebnis:

Man sieht gewisse Höhepunkte um 1925, 1945 (!) und 1965. Auch nach 1985 sieht man noch eine kleine Welle, aber doch auf sehr viel niedrigerem Niveau. Im neuen Jahrtausend beginnt das Interesse erst sehr zaghaft wieder zu erwachen- ob das nachhaltig sein wird, bleibt abzuwarten. Nun muss man allerdings auch einbeziehen, dass das Medium Internet in den letzten 20 Jahren ein Rolle gespielt haben mag.

Machen wir noch die Gegenprobe, indem wir das Thema "Rudolf Steiner in Büchern" visualisieren (1910- 2008). Da sieht es ähnlich aus:













Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn man von deutschen Blickwinkel abrückt und sich in die englischsprachige Welt wendet (Begriff "Rudolf Steiner"):

Da ergibt sich eine Häufung von Erwähnungen in Büchern zwischen 1980 und 1995. Seitdem sinkt das Interesse allerdings auch international rapide.
Egoistische Kommentare (8)

Was kostet ein Atomunglück und wie hoch wären die Versicherungsprämien?

Keine Ahnung, hieß es bislang und vor allem: AKWs sind nicht zu versichern. Deshalb braucht man die Prämien ja auch nicht in die Kosten- Kalkulation einbeziehen. Sowohl die (euphemistisch so genannten) "Entsorgungs"- Kosten wie die Versicherung als auch die Zuschüsse für die Grundstoffe der Produktion werden so einfach nicht einbezogen in die Kosten- Nutzen- Kalkulation. Nach Fukushima ändert sich das zumindest in der Versicherungsbranche:

"Ein vierköpfiges Wissenschaftlerteam aus Rosenbaums Unternehmen hat versucht, die Gesamtkosten zu beziffern, die ein Versicherer einkalkulieren müsste, um ein Atomkraftwerk zu versichern. Sie stützen sich dabei auf rund zehn Erhebungen, die in den vergangenen Jahrzehnten zu diesem Thema angefertigt wurden. Deren Berechnungen haben sie miteinander abgeglichen, in Beziehung gesetzt und zudem eigene Berechnungen angestellt.
Insgesamt kommen die Versicherungsprofis auf einen zu erwartenden Maximalschaden von rund 6000 Milliarden Euro. Um einen Super-GAU zu versichern, müsste dieser Betrag zunächst einmal vorhanden sein. Das Geld müsste also erst angesammelt werden, beispielsweise über Umlagen auf den Strompreis."
(Quelle: Spon)

Auftraggeber ist, um das nochmals zu betonen, keinesfalls die Bundesregierung, sondern ein Dienstleister der Versicherungsbranche. Tatsächlich versichern möchte die Dinger niemand. Die ersten Kostenkalkulationen für Fukushima liegen auch bereits vor: "Analysten taxieren die fälligen Entschädigungszahlungen für das Reaktorunglück mittlerweile auf 86 Milliarden Euro. Spätfolgen noch nicht eingerechnet." (dito)
Die Heimat für immer zu verlieren und ganze Landstriche unbewohnbar zu hinterlassen, Zehntausende kurz- und langfristig um ihre Gesundheit zu bringen sind Tatsachen, die sich im spröden Begriff "Spätfolgen" subsumieren.
Egoistische Kommentare

Technische Hybris

"Die Unbewohnbarkeit von Orten für eine extrem lange Dauer, das hohe und globale Maß der Betroffenen entziehen Unfälle dieser Dimension der Vergleichbarkeit mit technischen Unfällen, wie wir sie zuvor kannten, obwohl auch diese als Grenzen technischer Hybris in das kollektive Gedächtnis der technischen Moderne eingegangen sind. Tschernobyl und Fukushima stellen eine Zäsur in der Geschichte technischer Kulturen dar, auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen."

--------------------------
"Unsere Scham vor der Maschine" von Martina Heßler, FAZ, 2.4.2011, Seite 33
Egoistische Kommentare
See Older Posts...