Cyborgs
Michael Eggert


cyborg
Internetcafe am Himalaja


Guten Morgen ihr Technik- Wunderkinder!

Über kabellose Verbindungen von einem Ende der Welt zum andern. Edda Pulst[1] ist weit gereist: Mit abenteuerlichen Jeeps, über Hängebrücken und durch Gebirge quer durch Indien bis nach Nepal. In Katmandu begegneten ihr jede Menge „Verkabelung, Faxbuden, Mobilfunk und Satellitenkommunikationsanlagen“, die „mehr und mehr (..) Mystik, Exotik und Spiritualität“ durchdringen. Das ganze Hinterland Nepals ist weitgehend frei von befestigten Straßen. Aber es gibt selbst noch in den winzigsten Lokalen Coca-Cola-light- Dosen, die zwar mit Handy bestellt, aber von Trägern zu Fuß herbeigeschleppt werden. Dringt man tiefer ins Gebirge ein, entdeckt man Tagesmärsche von aller Zivilisation entfernt auf 3600 Meter Höhe „The Worlds Highest Cyber-Cafe“. Die Sherpas können hier zwar meist weder lesen noch schreiben, aber sie diktieren dem Inhaber des Cafes ihre E-Mails, mit denen sie Kunden in Japan ihr Trekking-Angebot unterbreiten. Im Kloster Tengboche haben die Mönche gerade Computer bestellt, die von Trägern herbeigeschleppt werden. Auch hier geht man mit Word und Power-Point um und verkauft den Wandern in der Einsamkeit elektronischen Kontakt nach Hause.

Eine Ärztin [2], die in einer chinesischen Kleinstadt Akupunktur studiert, sitzt versonnen in einem Internetcafe und schreibt nach Hause. Als sie durch die Fensterscheibe schaut, sitzt am Straßenrand ein uralter Mann, der wie seit Jahrtausenden kaligrafische Zeichen auf ein Blatt malt. Niemand hier wundert sich über das Zusammenprallen von alter Kultur und neuester Technik. Der Diskurs darüber wird allenfalls im Westen geführt, wenn auch weniger in den Jugendszenen der Internetcafes als in den Feuilletons der FAZ. Hier sorgt man sich über die Zukunft der Menschheit und grübelt mit Bill Joy, ob die Maschinen bald die Macht übernehmen werden, ob der Mensch ein auslaufendes Exemplar der Evolution ist, ein vorübergehender, mangelhafter Prototyp, der dringend durch einen Cyborg [3] ersetzt werden sollte.


Transhumaner Darwinismus

Folgt man der Parole „Just do it!“ – dem Diktat der reinen Machbarkeit -, kann man die Darwinsche Evolutionstheorie bis hin zu künstlichen Nachfolgern des Menschen weiterdenken. Schließlich – so wird argumentiert - verdoppele sich die Leistung heutiger Computer alle 18 Monate. Stellt man sich Bewusstsein lediglich als messbare, mechanische Rechenleistung vor, werden Computer in der Tat bald vielfach „intelligenter“ sein als Menschen. Wenn der Mensch nicht End-, sondern Zwischenglied einer Kette naturhaften Geschehens, wenn das biologische Leben überhaupt nur eine Form des Daseins unter anderen wäre, warum sollte dann „der Äonen dauernde Prozess der Entwicklung der Arten ausgerechnet bei uns zum Stillstand gelangen ?“ Vielleicht ist ja unser Nachfolger die Maschine, die „neue Großmaschine als global intervenierende, sich selbst planende und regenerierende Technostruktur“, die den biologischen Menschen keineswegs einfach verdrängt, sondern allmählich einverleibt: „Zuerst verändert der Mensch die Technik, dann verändert die veränderte Technik den Menschen“[4].

Die Veränderung erfolgt allmählich, in Dosen, die verdaubar und verkraftbar bleiben müssen, in einer immer zwingenderen Präsenz technischer Strukturen, die die gesamte Lebenswelt durchdringen. In einer ersten industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts wurde die körperliche Arbeit maschinisiert. Das 20. Jahrhundert hat „die Maschinisierung der geistigen Arbeit beschert“[5] .

Viele, nicht erst Joy, haben davon geschwärmt oder davor gewarnt, dass der Mensch im Irrglauben, durch die Maschinen intelligenter und mächtiger zu werden, in Wahrheit dazu beitragen würde, überflüssig zu werden. Paul Valery schrieb 1925, dass die Maschine sich „mit nichts geringerem als der Weltherrschaft“ abfinden werde; die gesamte Zivilisation nehme „die Struktur und die Eigenschaften einer Maschine[6]“ an. Samuel Butler warnte 1923, „dass unsere Knechtschaft in allem Ernst begonnen hat, dass wir ein Geschlecht von Wesen aufgezogen haben, das zu vernichten nicht mehr in unserer Macht liegt“[7]. Für KI[8]- Forscher wie Marvin Minsky ist der Mensch ein Auslaufmodell, eine Missgeburt und Ansammlung von Insuffizienzen, die „noch immer den Gesetzen der Schwerkraft und der abstoßenden Erbärmlichkeit des biochemischen Stoffwechsels“ unterliegt. Der vernünftige nächste Schritt zur Überwindung des Menschen ist nach Meinung Minskys[9] die Implantation von neuronalen Chips ins Gehirn.


Der totalüberholte Mensch


Wir haben wirklich viel geschafft. 80% aller Erfindungen der Menschheitsgeschichte sollen in den letzten 40 Jahren gemacht worden sein. Wir sind ins Weltall vorgestoßen, haben physikalische Grenzen überwunden und ein weltweites kommunikatives Netz geschaffen. Wir haben jeden Quadratzentimeter dieses Planeten vermessen und digital erfasst. Wir haben es uns gemütlich gemacht und versuchen, auch aus der letzten Parzelle chaotisch wuchernden Urwalds eine Art Disneypark mit „Naturerlebnis“ zu gewinnen. Unser Leben ist zu einer Vorstadtidylle geworden. Wir können im Himalaja telefonieren.

Aber was ist mit uns selbst ? Wir sind weder befriedet noch begradigt. Jeden Augenblick können uns unkalkulierbare Krankheiten hinwegraffen. Auf unserer Hautoberfläche „leben so viele Mikroben wie Menschen auf unserem Planeten“ [10], ganz zu schweigen von anderen Wesen in unserem Biotop wie „Flöhe, Fliegen, Mücken, Wanzen, Urtierchen, Viren, Läuse, Egel, Zecken, Pilze“. „Die irdische Lebensform“ Mensch „besteht aus 988 verschiedenen Spinnentieren, 100000000000000 (in Worten: hundert Billionen) Bakterien, 1 Mensch, etwa 70 Amöben und manchmal bis zu 500 Madenwürmern“ [11]. Nimmt man noch die Unwägbarkeiten des psychischen und emotionalen Ungleichgewichts des Menschen hinzu, so ist es kein Wunder, dass nicht nur abgedrehte KI- Forscher am MIT- Institut, sondern auch Genforscher besten Gewissens nach einem getunten, totalüberholten Menschen rufen.


Wir sind der Cyborg


Bei dem „Chip im Hirn“ wird es nicht bleiben. Die nächste Generation der Computer, die mit dem Handy verschmelzen wird, steht vor der Tür. Aber auch jetzt schon tragen wir eine Reihe von Computern am Körper – Uhr, Walkman, Handy, Kreditkarten, Laptops und intelligente Navigationssysteme im Auto. Diese Geräte gehen uns aber zunehmend auch unter die Haut - als „subkutanes Interface“, als Herzschrittmacher, Neurotechnologien, Augen- und Nervenimplantate, intelligente Enzyme und Identifikationschips. Wir stehen vor einer Welle technischer Implantationen und werden damit gleichsam kolonisiert. Wir sind der Ort „der Avantgardetechnologie“ – nicht mehr „der Weltraum oder das Erdinnere; nicht mehr Wälder, Flüsse und Meerestiefen“ [12]. Warum nicht die ahrimanischen Zukunftsvisionen eines William Gibson[13] ernst nehmen, in denen der Mensch mit dem Computer verschmilzt ? Jährlich wird das Hirngewebe tausender „Feten im dritten Monat (..) im Rahmen einer zerstückelnden Entfernung aus der Gebärmutter“ für Hirngewebespenden gewonnen[14]. Aus den zerstückelten Schädelfragmenten „kann dann das Gewebe gewählt werden, das für eine Verpflanzung geeignet erscheint“ [15]. Die Implantation kann die Symptome – etwa bei Parkinson- Patienten - lindern. Was für barbarische Methoden! Wären technische Implantate im Vergleich dazu nicht vergleichsweise human ? Kann sich der Mensch da nicht sinnvollerweise „in ein technisches System verwandeln“ [16]?

Neue Hilfsmittel dazu liefert auch die Gentechnologie. In der gesamten Menschheitsgeschichte domestizierten, züchteten und kreuzten Menschen Pflanzen und Tiere. Mit der seit kurzem verfügbaren Gentechnologie ist es nun aber möglich, die bisher stets gegebenen Grenzen der Spezies ganz und gar zu umgehen. Die „Manipulationen (finden) nicht mehr auf der Ebene der Spezies, sondern auf der genetischen Ebene statt“[17]. Die Vorstellung der Art als „eigenständig zu begreifender Einheit mit einem ihr eigenen Wesen“, die seit Menschengedenken unsere Sicht der Welt mitbestimmte, wird damit zu den Akten gelegt. So kann man Mäusen menschliche Hormone implantieren, neue tierische Arten erschaffen, Tabakpflanzen durch das Gen, das Würmchen zu Glühen bringt, leuchtend werden lassen. Unsere bisherige Vorstellung von Natur wird auf den Kopf gestellt. Es geht nicht mehr um Biologie, sondern um Informationstechnologie im chemischen Bereich. Haben diese Techniken im Computer, in der Werbung und in der Filmindustrie unsere Seh- und Erlebnisgewohnheiten bildlich revolutioniert, so werden sie in Bezug auf die Natur die Erscheinungen des Lebens, wie sie dem Menschen gegeben waren, real verändern. Werden die Grundlagen unserer Existenz damit zu einer Art genetischem Computerspiel ?

Schon heute können menschliche Gene in die Keimbahn tierischer Embryonen eingesetzt werden, um „deren Organe mit dem menschlichen Körper kompatibel und damit weniger leicht abstossbar zu machen“[18]. Produkte für Zuckerkranke, Dialyse- und Mukoviszidosepatienten werden gentechnisch hergestellt. Für schwere Brandwunden wird im Labor kultivierte, künstliche Haut verwendet. Und es ist absehbar, dass sich „bis zum Jahre 2020 etwa 95 Prozent aller menschlichen Körperteile durch im Labor angezüchtete Organe werden ersetzen lassen“ [19]. Der Bereich der Fortpflanzung und Befruchtung wird bereits heute durch neue „Reproduktionstechnologien“ revolutioniert.

Die Frage ist: Wie weit soll und darf man gehen ? Es wird geplant, ein lebendes Ersatzteillager für jeden Menschen zu schaffen. Es wird möglich sein, einen geklonten Doppelgänger seiner selbst genetisch so zu reprogrammieren, „dass man das Wachstum in allen Körperteilen unterdrückt – mit Ausnahme der Stücke, die man haben will, plus Herz und Kreislauf“. Ein kopf- und hirnloses Alter Ego als verfügbare Biomasse. Man kann dann ein gewünschtes Organ in einer Flasche jederzeit für eine notwendige oder gewünschte Transplantation heranzüchten, aus dem biotechnischen Doppelgänger heraus. Das Gewinnen einzelner Organe geschieht aber bereits heute erfolgreich.

In der Biotechnologie wird das Leben technisch reproduzierbar und damit mechanisiert. Gleichzeitig dringen technische Mechanismen immer stärker in unser Leben hinein. Der Cyborg – der Kunstmensch – tritt uns nicht von außen entgegen, etwa in der finsteren Gestalt eines Arnold Schwarzenegger´schen Terminators. Das sind nur Projektionsflächen tiefer Ängste, die Technik, die er geschaffen hat, könnte dem Menschen entgleiten. Wir sind der Zauberlehrling, der sich selbst verzaubert. Wir selbst sind der Cyborg.


Die neuen Mythen


Hans Moravec ist auch ein Vertreter der KI- Zunft. Auch er sieht das post-biologische „oder auch „übernatürlich““ zu nennende Zeitalter vor der Tür, in dem der Mensch „von einer Flutwelle kultureller Veränderungen fortgerissen und von der eigenen künstlichen Nachkommenschaft verdrängt [20]“ werden wird. Im Gegensatz zu den Genforschern, die durch eine fortschreitende chemische Informationstechnologie alle natürlichen Art- Grenzen niederreißen und synthetische, gleichsam virtuelle Menschenleiber im Namen der Gesundheit und des Profits produzieren, im Gegensatz auch zu den technologischen Implantateuren, die aus dem Körper ein optimiertes technisches System machen wollen, sind die KI- Technologen der Ansicht, dass in den Computer- Cyborgs der nahen Zukunft auch jede „geistige Funktion des Menschen ihr künstliches Pendant haben wird [21]“ Sie verfluchen gleichsam unsere Leibgebundenheit, sehen den Menschen als „unglückliches Zwitterwesen, halb Biologie, halb Kultur, wobei viele unserer biologischen Eigenschaften mit den Erfindungen unseres Geistes nicht Schritt halten können“. Die neuen, sich selbst steuernden Cyborgs sollen „den menschlichen Geist vielleicht ebenso befreien wie die menschliche Natur“ [22] und den Menschen von der „Mühe, die wir für unseren Körper und die Aufzucht einer neuen Generation aufwenden“ müssen, völlig entbinden. Diese Leibfeindlichkeit, die technologische Suche nach vollkommener Überwindung der leiblichen Gebundenheiten, sind von einer geradezu mystischen Irrealität. Viele der Schriften dieser Forscher erklingen voll mittelalterlich- religiöser, aber vollkommen materialistischer Inbrunst. Dass es in ferner Zukunft intelligente Cyborgs geben wird, hat auch Rudolf Steiner bestätigt [23]. Er spricht allerdings von einem Zeitpunkt „im 8. Jahrtausend“.

Die leib- und materiefeindlichen Töne hört man auch von manchen Ideologen des Internet: „Die Flucht aus der Wirklichkeit und die Verachtung für die Materie und ihre Trägheit – dies sind die beiden immer wieder variierten Grundmelodien“[24]. Ortlosigkeit und Leibbefreiung sind Effekte der Tatsache, dass sich Internet und elektronische Kontakte über die ganze Erde hin ausgebreitet haben – bis hin zum Internetcafe im Himalaja. Nicht erst bei den Träumen von den Cyborgs als postbiologischen Nachfahren der Menschen verliert die Wirklichkeit „gleichsam an spezifischem Gewicht [25]“: Denn wir „verachten den Raum, weil wir ihn im Übermaß zu haben glauben. Und wir glauben, ihn im Übermaß zu haben, weil wir ihn uns überall (neu) verfügbar machen und gefügig: Alles, fast alles, ist überall, fast überall, verfügbar“. Das Internet hebt die Differenz zwischen Welt und Wohnzimmer auf. Wir müssen uns nicht mehr leiblich zum Ort der Begegnung, der Information, der Erfahrung hinbewegen.

Das Internet liefert so eine cyborgisierte Realität: Alles ist in einer universellen Gleichzeitigkeit verfügbar. Die Entgrenzung, die wir oben in der Gentechnologie zwischen den Arten, zwischen Technik und menschlichem Organismus beobachteten, ist also exemplarisch bereits im Internet wahrnehmbar. Dies [26] hat die Dämme der territorialen Abschirmungen und Schutzzonen brechen lassen. Das ist selbstverständlich kein Manko, sondern zunächst einmal ein Gewinn. Dass die Erfahrung und der soziale Zusammenhalt im Zeitalter der leibfeindlichen, ortlosen Globalisierung Schaden nehmen können, ist allerdings auch kaum zu bezweifeln.


Lockerung des Ätherleibs


Die Entgrenzung treibt seltsame Blüten. Lara Croft, virtuelle Heldin einer Computerspielserie, ist seit Jahren Projektionsfläche männlicher sexueller Fantasien. Vollbusig, sportlich, kämpferisch, aber per Joystick am Computer lenkbar, besteht sie in den Datenlabyrinthen Abenteuer. Neu ist, dass eine reale Schauspielerin mit entsprechendem Outfit und gestärkter Brust in der realen Welt die Rolle der Lara Croft übernommen hat und als solche auftritt. Das virtuelle Wesen ist also zu Fleisch und Blut geworden – die cyborgisierte Realität wirkt auf den Alltag zurück.

Es scheint dies eine Gesetzmäßigkeit zu sein, der wir uns nicht entziehen können: Auch die abgedrehtesten und fantastischsten Vorstellungen - sei es in der Gen- oder der KI- Forschung - setzen Energien und Gelder frei, mit denen die cyborgisierte Realität allmählich in unsere Lebenswirklichkeit einzusickern scheint.

Andererseits ist die Ideologie der Entgrenzung und Leibbefreiung umgekehrt nicht denkbar ohne einen tiefgreifenden Wandel im Lebensgefühl und Lebensgefüge des Menschen selbst: Offensichtlich beginnt sich die früher selbstverständliche „Deckung“ zwischen Geist und Leib aufzulösen. Der Mensch identifiziert sich nicht mehr vollständig mit seiner leiblichen Identität und beginnt andere Identitäten, ja sogar ein Leben jenseits des leiblich und genetisch Gegebenen für vorstellbar und anstrebenswert zu halten. Auch Rudolf Steiner spricht davon, dass unser alltägliches Vorstellungsleben davon abhängt, „dass der ätherische Leib eng verbunden ist mit dem physischen Leib, gewissermaßen durch ein starkes magnetisches Band mit dem physischen Leib verbunden ist. Dadurch aber, dass dies der Fall ist, hat man auch den starken Impuls, seinen Willen in die physische Welt hineinzutragen“. In Bezug auf den Studenten Goethe schildert Rudolf Steiner die Auswirkungen einer Krankheit, in deren Folge „Goethe nicht mehr jenen strammen Zusammenhang hatte zwischen dem ätherischen Leib und dem physischen Leib“, wodurch sich der Ätherleib „lockerte und gelockert blieb“. Durch diese Veränderung bekam Goethe den Impuls, ja den „Drang, und nicht nur den Drang, sondern die Begabung (..), mit übersinnlichen Vorstellungen sich zu durchdringen[27]“.

In gewisser Weise scheint die heutige Situation eine ähnliche zu sein. „Übersinnliche Vorstellungen“, allerdings durch und durch materialistisch durchzogen, beherrschen in der Tat die Szene der KI-, Internet- und Genforscherideologen. Der neue Mensch wird als Cyborg - leiblich getunt, aufgerüstet oder leibbefreit - in ganz technisch- mechanischer Weise vorgestellt. Wir treffen in der cyborgisierten Realität auf einen mechanischen Okkultismus. In der Anthroposophie wird eine solche Realität als ahrimanisch bezeichnet. Die damit verbundenen irrationalen Heilserwartungen und Ängste der Menschen werden als luziferisch bezeichnet.




Anmerkungen & Verweise
_________________
[1] Professorin an der Fachhochschule Gelsenkirchen, berichtete im Artikel „E-Mails vom Ende der Kabelwelt“ in der „Rheinischen Post“ vom 1.8.2000

[2] Bettina Wolff- Anästhesistin aus Düsseldorf - jetzt wohnhaft in Münster

[3] „Der Cyborg ist nicht mehr ein teilweise prothetisierter Mensch. Er ist ein teilweise umkonstruierter Mensch mit einem künstlichen System der Ernährung und Regelung, das es ihm gestattet, sich an unterschiedliche kosmische Milieus anzupassen“ Manfred Clynes in: Manfred Geier, „FAKE- Leben in künstlichen Welten“ Reinbek 1999

[4] Bernd Guggenberger, „Das digitale Nirwana- Vom Verlust der Wiklichkeit in der schönen neuen Online-Welt“ Reinbek 1999

[5] Guggenberger, S. 197

[6] nach Guggenheimer, S. 199

[7] nach Guggenberger, S. 196

[8] Künstliche Intelligenz

[9] Dagegen kritisiert Neil Postman die KI- Ideologen, und gerade Minsky, sie dächten aus „einer fast hysterischen Begeisterung für die künstliche Intelligenz“ heraus. In: Postman: „Das Technopol“. Franfurt 1992

[10] Jörg Blech, „Leben auf dem Menschen – Die Geschichte unserer Besiedler“ Reinbek 2000

[11] Blech, S. 12

[12] Guggenberger, S. 24

[13] z.B. „Idoru“, Hamburg 1997: „Der Mann mit dem Schlauch blickte auf, und Laney sah, dass er blind war; seine Augen waren unter den schwarzen Rauten direkt an den Sehnerv gekoppelter Videogeräte verborgen“, „Die Nataschas (...) waren überall. Eine plastische Routineoperation verlieh ihnen eine strenge Fließbandschönheit. Slawische Barbies. Bei einer einfacheren Operation wurde ihnen ein Peilsender für ihre Luden eingesetzt.“

[14] Über die Abgründigkeit dieser Wortwahl bin ich mir im klaren

[15] Detlef B. Linke, „Hirnverpflanzung. Die erste Unsterblichkeit auf Erden“ Reinbek 1996

[16] Linke, S. 47

[17] Jeremy Rifkin, „Das Biotechnische Zeitalter“ München 1998

[18] Rifkin, S. 51

[19] Rifkin, S. 57

[20] Hans Moravec, „Mind Children. Der Wettlauf zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz“, Hamburg 1990

[21] Moravec, S. 11

[22] Moravec, S. 13

23] „automatenartige Wesen mit einem überreichlichen Verstande“ in Form von „furchtbaren mineralisch- pflanzlichen Spinnen“, in: GA 204, S. 244 ff.

[24] Guggenberger, S. 99

[25] Guggenberger, S. 53

[26] und auch der heute gängige Ferntourismus und die Massenmedien

[27] Rudolf Steiner, „Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben“, Dornach 1991/6, GA 172